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Spielplan für September 2019

Im vergangenen Sommer übermannte das Schicksal der Flüchtlinge ganz Europa, zahllose Intellektuelle und Politiker solidarisierten sich mit dem Elend der Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand oder die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen. Der Autor und Regisseur Milo Rau unternahm zuletzt mit seinen international gefeierten Produktionen »The Civil Wars« (Koproduktion der Schaubühne, zu sehen bei F.I.N.D. 15) und »The Dark Ages« eine »politische Psychoanalyse« Europas und inszenierte mit »Das Kongo Tribunal« einen Volksprozess im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet gegen internationale Minenfirmen. In »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« begibt sich Milo Rau gemeinsam mit seinem Team in die politischen Brennpunkte der heutigen Zeit: auf die Mittelmeerroute der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet. Der aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa gespeiste Doppel-Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Warum wiegt ein Toter an den Toren Europas mehr als 1000 Tote in den kongolesischen Bürgerkriegsgebieten? So ist »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« nicht nur ein Nachdenken über die Grenzen unseres Mitleids – sondern auch über die Grenzen des europäischen Humanismus. Milo Rau in der Schweizer Sonntagszeitung: »Ich bin auch nur ein Arschloch! - Fünf Punkte gegen den zynischen Humanismus oder wie man anfängt, die Welt zu retten.« Im Rahmen des europäischen Theaternetzwerks Prospero (Schaubühne Berlin, Théâtre National de Bretagne/Rennes, Théâtre de Liège, Emilia Romagna Teatro Fondazione, Göteborgs Stadstheater, Croatian National Theatre/World Theatre Festival Zagreb, Athens & Epidaurus Festival) Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Kategorie: Schauspiel

»Was tun wir, wenn wir tätig sind?« Die zentrale Frage von »The Human Condition«, Hannah Arendts philosophischem Hauptwerk, das sie 1958 erst in englischer Sprache, zwei Jahre später dann unter dem Titel »Vita activa« in deutscher Sprache veröffentlichte, führt uns mitten hinein ins Zentrum des »Menschseins«: Wer sind wir? Worin besteht ein aktives Leben? Diese Fragen sind von bleibender Aktualität. Und sich ihnen zu widmen, heißt, sich Arendts Denken »ohne Geländer« zu widmen, einem Denken, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begriff und nicht von seinen Grenzen oder gar seiner Sterblichkeit, als Wesen, das handelnd jederzeit die Welt verändern und einen Anfang setzen könne: »Das, was vor dem Menschen war, ist nicht Nichts, sondern Niemand.- seine Erschaffung ist das Anfangen eines Wesens, das selbst im Besitz der Fähigkeit ist, anzufangen: Es ist der Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst.« Diesem Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst wollen sich Patrick Wengenroth und sein Ensemble bedingungslos zur Verfügung stellen. Irrwege nicht ausgeschlossen. Ein Spiel ohne Geländer, Netz und doppelten Boden um Leben und Tod auf den Brettern, die die Welt deuten und bedeuten wollen, voller Werden und Wollen und Wünschen. Please press »play«. Und … Action!


Kategorie: Schauspiel

»Was tun wir, wenn wir tätig sind?« Die zentrale Frage von »The Human Condition«, Hannah Arendts philosophischem Hauptwerk, das sie 1958 erst in englischer Sprache, zwei Jahre später dann unter dem Titel »Vita activa« in deutscher Sprache veröffentlichte, führt uns mitten hinein ins Zentrum des »Menschseins«: Wer sind wir? Worin besteht ein aktives Leben? Diese Fragen sind von bleibender Aktualität. Und sich ihnen zu widmen, heißt, sich Arendts Denken »ohne Geländer« zu widmen, einem Denken, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begriff und nicht von seinen Grenzen oder gar seiner Sterblichkeit, als Wesen, das handelnd jederzeit die Welt verändern und einen Anfang setzen könne: »Das, was vor dem Menschen war, ist nicht Nichts, sondern Niemand.- seine Erschaffung ist das Anfangen eines Wesens, das selbst im Besitz der Fähigkeit ist, anzufangen: Es ist der Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst.« Diesem Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst wollen sich Patrick Wengenroth und sein Ensemble bedingungslos zur Verfügung stellen. Irrwege nicht ausgeschlossen. Ein Spiel ohne Geländer, Netz und doppelten Boden um Leben und Tod auf den Brettern, die die Welt deuten und bedeuten wollen, voller Werden und Wollen und Wünschen. Please press »play«. Und … Action!


Kategorie: Schauspiel

Wo ist denn nun die Grenze zwischen mir und der Welt? Wenn ich die Welt in mir spüre, und mich in der Welt sehe, spüre ich dann auch die Grenze, die Trennung, oder sind diese kleinen Schlupflöcher auch Teil des Ganzen, als dessen Teil ich mich zu fühlen meine? Wenn ich spiele und mich spielen spüre, mich sehe beim Spielen, die Verwandlung reflektiere, findet sie dann überhaupt statt? Ist die Transformation, wenn sie in der Reflexion stattfindet, nicht eher Teil der Reflexion als der Transformation? Braucht es nur Theater mit Geschichten? Oder sollten wir die Geschichten zerstören, indem wir sie anders erzählen, oder gar nicht mehr erzählen? Aber Theater muss doch sein! Oder eben nicht. Das muss doch wirklich alles nicht sein. Kannst du mir das glauben? Kannst du dir das selber glauben? Glaubst du dir das wirklich? Was ist das, wirklich? Ist das noch wirklich? Und wie stelle ich diese Wirklichkeit dar? Wie stelle ich mich denn dar? Es geht um die Beziehung zur Welt, zu den anderen, es geht doch um Beziehungen. Wer sind denn die anderen? Bin ich nicht der andere? Verläuft die Grenze nun zwischen oben und unten oder zwischen ich und den anderen, bin ich eine Pfeife? Das ist kein Zeichen. Wie soll ich die denn lesen? Verstehst du was ich meine? Verstehe ich, was ich meine? Verstehe ich mich noch? Kannst du das noch mal so machen, dass ich es dir glaube? Spiel’s doch einfach mal so, dass du es dir selber glaubst. Das ist doch keine Glaubensfrage. Lauter Fragen. Kann das Theater nicht auch mal Antworten geben? Ist das denn überhaupt noch Theater? Müssen wir das denn immer genau benennen, was wir da tun? Wollen wir denn immer ganz genau wirklich wissen, was wir da tun? Wenn wir bedenken, was wir tun, während wir es tun, können wir es dann wirklich einfach noch bedenkenlos so tun? Vielleicht sollten wir einfach nur so tun, als ob wir es tun. Ich du er sie es. Wir ihr sie. Mark Waschke spricht Texte, singt das ein oder andere Lied und übt sich in psychophysischer Präsenz.


Kategorie: Schauspiel

»Was tun wir, wenn wir tätig sind?« Die zentrale Frage von »The Human Condition«, Hannah Arendts philosophischem Hauptwerk, das sie 1958 erst in englischer Sprache, zwei Jahre später dann unter dem Titel »Vita activa« in deutscher Sprache veröffentlichte, führt uns mitten hinein ins Zentrum des »Menschseins«: Wer sind wir? Worin besteht ein aktives Leben? Diese Fragen sind von bleibender Aktualität. Und sich ihnen zu widmen, heißt, sich Arendts Denken »ohne Geländer« zu widmen, einem Denken, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begriff und nicht von seinen Grenzen oder gar seiner Sterblichkeit, als Wesen, das handelnd jederzeit die Welt verändern und einen Anfang setzen könne: »Das, was vor dem Menschen war, ist nicht Nichts, sondern Niemand.- seine Erschaffung ist das Anfangen eines Wesens, das selbst im Besitz der Fähigkeit ist, anzufangen: Es ist der Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst.« Diesem Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst wollen sich Patrick Wengenroth und sein Ensemble bedingungslos zur Verfügung stellen. Irrwege nicht ausgeschlossen. Ein Spiel ohne Geländer, Netz und doppelten Boden um Leben und Tod auf den Brettern, die die Welt deuten und bedeuten wollen, voller Werden und Wollen und Wünschen. Please press »play«. Und … Action!


Kategorie: Schauspiel

Wo ist denn nun die Grenze zwischen mir und der Welt? Wenn ich die Welt in mir spüre, und mich in der Welt sehe, spüre ich dann auch die Grenze, die Trennung, oder sind diese kleinen Schlupflöcher auch Teil des Ganzen, als dessen Teil ich mich zu fühlen meine? Wenn ich spiele und mich spielen spüre, mich sehe beim Spielen, die Verwandlung reflektiere, findet sie dann überhaupt statt? Ist die Transformation, wenn sie in der Reflexion stattfindet, nicht eher Teil der Reflexion als der Transformation? Braucht es nur Theater mit Geschichten? Oder sollten wir die Geschichten zerstören, indem wir sie anders erzählen, oder gar nicht mehr erzählen? Aber Theater muss doch sein! Oder eben nicht. Das muss doch wirklich alles nicht sein. Kannst du mir das glauben? Kannst du dir das selber glauben? Glaubst du dir das wirklich? Was ist das, wirklich? Ist das noch wirklich? Und wie stelle ich diese Wirklichkeit dar? Wie stelle ich mich denn dar? Es geht um die Beziehung zur Welt, zu den anderen, es geht doch um Beziehungen. Wer sind denn die anderen? Bin ich nicht der andere? Verläuft die Grenze nun zwischen oben und unten oder zwischen ich und den anderen, bin ich eine Pfeife? Das ist kein Zeichen. Wie soll ich die denn lesen? Verstehst du was ich meine? Verstehe ich, was ich meine? Verstehe ich mich noch? Kannst du das noch mal so machen, dass ich es dir glaube? Spiel’s doch einfach mal so, dass du es dir selber glaubst. Das ist doch keine Glaubensfrage. Lauter Fragen. Kann das Theater nicht auch mal Antworten geben? Ist das denn überhaupt noch Theater? Müssen wir das denn immer genau benennen, was wir da tun? Wollen wir denn immer ganz genau wirklich wissen, was wir da tun? Wenn wir bedenken, was wir tun, während wir es tun, können wir es dann wirklich einfach noch bedenkenlos so tun? Vielleicht sollten wir einfach nur so tun, als ob wir es tun. Ich du er sie es. Wir ihr sie. Mark Waschke spricht Texte, singt das ein oder andere Lied und übt sich in psychophysischer Präsenz.


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Seit Jahren will Konrad eine einzigartige Studie über das Gehör verfassen. Um endlich genügend Zeit und Muße zu haben, sich voll und ganz darauf konzentrieren zu können, ersteigert er ein abgelegenes, stillgelegtes Kalkwerk. In der Abgeschiedenheit, ohne den störenden Einfluss der lärmenden Gesellschaft, beginnt er die Arbeit an seinem großen Werk. Seine kranke, gelähmte Frau dient ihm dabei als Versuchskaninchen: Über Tage, Wochen und Monate testet er die Wirkung verschiedenster Konsonanten, Vokale und Lautkonstellationen an ihr. Doch Konrad schafft es nicht, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Als er einen Traum hat, in dem sich seine Frau bewegen kann, erkennt er schlagartig die Wahrheit. Ihr fehlt sowohl die Disziplin als auch der Respekt, um ihm bei seinen Experimenten zu helfen. Konrad sieht nur noch einen Ausweg: Er muss sie umbringen. Was passiert, wenn man am eigenen Anspruch scheitert und das Leben dadurch sinnlos erscheint? Thomas Bernhards Roman, 1970 erschienen, erzählt die Geschichte einer verzweifelten, wütenden Obsession. Philipp Preuss wuchs in Wien auf und studierte Regie und Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Seine Inszenierungen liefen u. a. am Schauspielhaus Bochum, Schlosstheater Moers, Schauspiel Frankfurt und am Schauspiel Leipzig. »Das Kalkwerk« ist seine erste Arbeit an der Schaubühne.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Seit Jahren will Konrad eine einzigartige Studie über das Gehör verfassen. Um endlich genügend Zeit und Muße zu haben, sich voll und ganz darauf konzentrieren zu können, ersteigert er ein abgelegenes, stillgelegtes Kalkwerk. In der Abgeschiedenheit, ohne den störenden Einfluss der lärmenden Gesellschaft, beginnt er die Arbeit an seinem großen Werk. Seine kranke, gelähmte Frau dient ihm dabei als Versuchskaninchen: Über Tage, Wochen und Monate testet er die Wirkung verschiedenster Konsonanten, Vokale und Lautkonstellationen an ihr. Doch Konrad schafft es nicht, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Als er einen Traum hat, in dem sich seine Frau bewegen kann, erkennt er schlagartig die Wahrheit. Ihr fehlt sowohl die Disziplin als auch der Respekt, um ihm bei seinen Experimenten zu helfen. Konrad sieht nur noch einen Ausweg: Er muss sie umbringen. Was passiert, wenn man am eigenen Anspruch scheitert und das Leben dadurch sinnlos erscheint? Thomas Bernhards Roman, 1970 erschienen, erzählt die Geschichte einer verzweifelten, wütenden Obsession. Philipp Preuss wuchs in Wien auf und studierte Regie und Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Seine Inszenierungen liefen u. a. am Schauspielhaus Bochum, Schlosstheater Moers, Schauspiel Frankfurt und am Schauspiel Leipzig. »Das Kalkwerk« ist seine erste Arbeit an der Schaubühne.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Einsamkeit ist für die meisten ein Zustand des Leidens an der Gesellschaft. Man fühlt sich entbettet, isoliert und alleingelassen. Resignation mischt sich mit Wut, und dieser Gefühlszustand kann sich in einem monströsen Verhalten der Anklage entladen. Allerdings gibt es auch in allen Kulturen Traditionen der Pflege des Alleinseins, weil einem nur ein gewisser Rückzug von der Welt einen Zustand innerer Gesammeltheit ermöglicht. Mit dieser Ambivalenz der Einsamkeit hat sich Janosch Schobin beschäftigt: Einsamkeit ist Drohung und Versprechen zugleich. Eine Lebensweise, die die Menschen in die Ich-Einsamkeit treibt, kommt einem genauso unmenschlich vor wie eine, die den Einzelnen keinen Raum und keine Zeit zum Alleinsein lässt.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Einmal im Monat laden wir Zuschauer_innen dazu ein, vor dem Vorstellungsbesuch die jeweilige Inszenierung genauer zu untersuchen. Für vier Stunden eröffnen wir einen Experimentierraum, in dem gedacht und gespielt wird. Gemeinsam erproben wir darin ästhetische Aspekte der Inszenierung und suchen nach eigenen Antworten auf die Fragen, die im Stück verhandelt werden. Mit geschärften Sinnen kann dann der Theaterabend noch intensiver erlebt werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Alltag an einem Provinzgymnasium in totalitären Zeiten. Die rechtsextreme Partei der »reichen Plebejer« hat die Macht übernommen und »zieht sich in den Turm der Diktatur zurück«. Die Bürger_innen werden auf einen kommenden Krieg eingeschworen, die Medien gleichgeschaltet, die Lehrpläne nationalistisch umgeschrieben. Mit einem Mal soll der Geschichtslehrer der Schule eine chauvinistische Ideologie lehren, die er zwar ablehnt, aus Angst und Antriebslosigkeit aber nicht kritisiert. Als der Lehrer es dennoch wagt, die hetzerisch-rassistischen Ausfälle in einem Aufsatz des Schülers N zu bemängeln, fallen die Schüler- und die Elternschaft über ihn her und fordern Disziplinarmaßnahmen wegen »Humanitätsduselei« und »Sabotage am Vaterland«. Bei einer Klassenfahrt – de facto einer militärischen Kampfausbildung mit bewaffneten Geländeübungen – kommt die täglich antrainierte Gewalt schließlich offen zum Ausbruch: in Form eines rätselhaften Mordes unter den Schülern. Neid, Konkurrenzkampf und eine heimliche Affäre des Schülers Z mit Eva, der Anführerin einer rebellischen Bande von Gesetzlosen, scheinen als Gründe für die Tat zusammenzuspielen. Der Gerichtsprozess, bei dem Richter wie Staatsanwaltschaft die Falschen vorverurteilen, wirft kein Licht auf den wahren Täter. Umso mehr dafür auf die Gesellschaft, die diesen hervorgebracht hat: ein Panorama der Rücksichtslosigkeit und Kälte, dessen bürgerliche Profiteure das reibungslose Funktionieren totalitärer Strukturen sichergestellt haben. Zum zweiten Mal in kurzer Folge – nach dem Volksstück  »Italienische Nacht« von 1931 – widmet sich Thomas Ostermeier mit seiner Dramatisierung des Romans »Jugend ohne Gott« einem Text von Ödön von Horváth aus den 1930er Jahren, der den Zusammenbruch von Demokratie und Zivilgesellschaft zum Thema hat. In einem Exilverlag in Amsterdam 1937 auf Deutsch veröffentlicht, wurde »Jugend ohne Gott« schlagartig international berühmt: Als spiegelhafte Darstellung der gesellschaftlichen Mechanismen unter der NS-Diktatur. Dennoch werden im Text weder Zeit noch Ort noch Machthabende explizit benannt. So weist der Roman zugleich parabelartig über seinen historischen Kontext hinaus.


Kategorie: Schauspiel

»Wer überhaupt hat diesen neuen Göttern /denn Ehren festgesetzt und Würden, wenn nicht ich?« Menschenbildner, Feuerbringer und Gefesselter: Prometheus. Symbolfigur des zivilisatorischen Fortschritts, Liebling der Menschen und eben darum kein Liebling der Götter. Sohn des Iapetos und der Klymene, der Zeus das Feuer stahl und es den Menschen brachte. Der dafür vom Göttervater bestraft und in der Einöde des Kaukasus an einen Felsen geschmiedet wurde, wo ihm jeden Tag ein Adler die nachwachsende Leber aus dem Leib pickte – bis Herkules ihn irgendwann befreite. In seiner ersten Regiearbeit an der Schaubühne widmet sich der Schauspieler Bastian Reiber, der auch selbst auf der Bühne stehen wird, einer der wichtigsten Figuren der griechischen Mythologie. »Die Geschichte klingt irre spannend. Ich muss sie unbedingt mal lesen. Das muss man sich mal vorstellen. Da fesselt einer irgendwie den anderen an einen Felsen. Und der muss dann da erst mal bleiben … Das ist doch schlimm. Deswegen mach ich Theater.« Prometheus versteht er als Revolutionär und Anarchist, der das Menschengeschlecht erfindet als Auflehnung gegen die Götter. Auflehnung ist auch das Wesen der Komik. Ein Widerspruch gegen die, die Sinn stiften wollen, wo es keinen Sinn gibt. Komik ist keine Flucht in die Unzurechnungsfähigkeit, sondern sie ist eine Kampfansage gegen die, die behaupten zu wissen, wie die Welt funktioniert. Prometheus, der geltende Gesetze hinterfragt und Regeln bricht, tut genau das. Und er bezahlt einen furchtbaren Preis. Und so kann sich auch die Komödie, wenn sie sich ernst nimmt, nicht leisten, harmlos zu sein.


Kategorie: Schauspiel

Im vergangenen Sommer übermannte das Schicksal der Flüchtlinge ganz Europa, zahllose Intellektuelle und Politiker solidarisierten sich mit dem Elend der Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand oder die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen. Der Autor und Regisseur Milo Rau unternahm zuletzt mit seinen international gefeierten Produktionen »The Civil Wars« (Koproduktion der Schaubühne, zu sehen bei F.I.N.D. 15) und »The Dark Ages« eine »politische Psychoanalyse« Europas und inszenierte mit »Das Kongo Tribunal« einen Volksprozess im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet gegen internationale Minenfirmen. In »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« begibt sich Milo Rau gemeinsam mit seinem Team in die politischen Brennpunkte der heutigen Zeit: auf die Mittelmeerroute der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet. Der aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa gespeiste Doppel-Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Warum wiegt ein Toter an den Toren Europas mehr als 1000 Tote in den kongolesischen Bürgerkriegsgebieten? So ist »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« nicht nur ein Nachdenken über die Grenzen unseres Mitleids – sondern auch über die Grenzen des europäischen Humanismus. Milo Rau in der Schweizer Sonntagszeitung: »Ich bin auch nur ein Arschloch! - Fünf Punkte gegen den zynischen Humanismus oder wie man anfängt, die Welt zu retten.« Im Rahmen des europäischen Theaternetzwerks Prospero (Schaubühne Berlin, Théâtre National de Bretagne/Rennes, Théâtre de Liège, Emilia Romagna Teatro Fondazione, Göteborgs Stadstheater, Croatian National Theatre/World Theatre Festival Zagreb, Athens & Epidaurus Festival) Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Kategorie: Schauspiel

Eine Heldin, die als Held geboren wird, oder ein Held, der zur Heldin wird – spielt das überhaupt eine Rolle? Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte, lebt am Hofe Elizabeths I., verliebt sich während eines sagenumwobenen Festes von James I. auf einem gefrorenen Fluss unglücklich in eine russische Prinzessin, versucht sich als Schriftsteller, wird Gesandter Charles II. in Konstantinopel, kehrt als Frau nach Großbritannien zurück, schreibt, gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen, Prostituierte wie Adlige, und heiratet im zugeknöpften Viktorianischen Zeitalter einen Mann. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden.- Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist. Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt. Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.


Kategorie: Schauspiel

»Wer überhaupt hat diesen neuen Göttern /denn Ehren festgesetzt und Würden, wenn nicht ich?« Menschenbildner, Feuerbringer und Gefesselter: Prometheus. Symbolfigur des zivilisatorischen Fortschritts, Liebling der Menschen und eben darum kein Liebling der Götter. Sohn des Iapetos und der Klymene, der Zeus das Feuer stahl und es den Menschen brachte. Der dafür vom Göttervater bestraft und in der Einöde des Kaukasus an einen Felsen geschmiedet wurde, wo ihm jeden Tag ein Adler die nachwachsende Leber aus dem Leib pickte – bis Herkules ihn irgendwann befreite. In seiner ersten Regiearbeit an der Schaubühne widmet sich der Schauspieler Bastian Reiber, der auch selbst auf der Bühne stehen wird, einer der wichtigsten Figuren der griechischen Mythologie. »Die Geschichte klingt irre spannend. Ich muss sie unbedingt mal lesen. Das muss man sich mal vorstellen. Da fesselt einer irgendwie den anderen an einen Felsen. Und der muss dann da erst mal bleiben … Das ist doch schlimm. Deswegen mach ich Theater.« Prometheus versteht er als Revolutionär und Anarchist, der das Menschengeschlecht erfindet als Auflehnung gegen die Götter. Auflehnung ist auch das Wesen der Komik. Ein Widerspruch gegen die, die Sinn stiften wollen, wo es keinen Sinn gibt. Komik ist keine Flucht in die Unzurechnungsfähigkeit, sondern sie ist eine Kampfansage gegen die, die behaupten zu wissen, wie die Welt funktioniert. Prometheus, der geltende Gesetze hinterfragt und Regeln bricht, tut genau das. Und er bezahlt einen furchtbaren Preis. Und so kann sich auch die Komödie, wenn sie sich ernst nimmt, nicht leisten, harmlos zu sein.


Kategorie: Schauspiel

Im vergangenen Sommer übermannte das Schicksal der Flüchtlinge ganz Europa, zahllose Intellektuelle und Politiker solidarisierten sich mit dem Elend der Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand oder die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen. Der Autor und Regisseur Milo Rau unternahm zuletzt mit seinen international gefeierten Produktionen »The Civil Wars« (Koproduktion der Schaubühne, zu sehen bei F.I.N.D. 15) und »The Dark Ages« eine »politische Psychoanalyse« Europas und inszenierte mit »Das Kongo Tribunal« einen Volksprozess im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet gegen internationale Minenfirmen. In »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« begibt sich Milo Rau gemeinsam mit seinem Team in die politischen Brennpunkte der heutigen Zeit: auf die Mittelmeerroute der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet. Der aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa gespeiste Doppel-Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Warum wiegt ein Toter an den Toren Europas mehr als 1000 Tote in den kongolesischen Bürgerkriegsgebieten? So ist »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« nicht nur ein Nachdenken über die Grenzen unseres Mitleids – sondern auch über die Grenzen des europäischen Humanismus. Milo Rau in der Schweizer Sonntagszeitung: »Ich bin auch nur ein Arschloch! - Fünf Punkte gegen den zynischen Humanismus oder wie man anfängt, die Welt zu retten.« Im Rahmen des europäischen Theaternetzwerks Prospero (Schaubühne Berlin, Théâtre National de Bretagne/Rennes, Théâtre de Liège, Emilia Romagna Teatro Fondazione, Göteborgs Stadstheater, Croatian National Theatre/World Theatre Festival Zagreb, Athens & Epidaurus Festival) Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Kategorie: Schauspiel

»Wer überhaupt hat diesen neuen Göttern /denn Ehren festgesetzt und Würden, wenn nicht ich?« Menschenbildner, Feuerbringer und Gefesselter: Prometheus. Symbolfigur des zivilisatorischen Fortschritts, Liebling der Menschen und eben darum kein Liebling der Götter. Sohn des Iapetos und der Klymene, der Zeus das Feuer stahl und es den Menschen brachte. Der dafür vom Göttervater bestraft und in der Einöde des Kaukasus an einen Felsen geschmiedet wurde, wo ihm jeden Tag ein Adler die nachwachsende Leber aus dem Leib pickte – bis Herkules ihn irgendwann befreite. In seiner ersten Regiearbeit an der Schaubühne widmet sich der Schauspieler Bastian Reiber, der auch selbst auf der Bühne stehen wird, einer der wichtigsten Figuren der griechischen Mythologie. »Die Geschichte klingt irre spannend. Ich muss sie unbedingt mal lesen. Das muss man sich mal vorstellen. Da fesselt einer irgendwie den anderen an einen Felsen. Und der muss dann da erst mal bleiben … Das ist doch schlimm. Deswegen mach ich Theater.« Prometheus versteht er als Revolutionär und Anarchist, der das Menschengeschlecht erfindet als Auflehnung gegen die Götter. Auflehnung ist auch das Wesen der Komik. Ein Widerspruch gegen die, die Sinn stiften wollen, wo es keinen Sinn gibt. Komik ist keine Flucht in die Unzurechnungsfähigkeit, sondern sie ist eine Kampfansage gegen die, die behaupten zu wissen, wie die Welt funktioniert. Prometheus, der geltende Gesetze hinterfragt und Regeln bricht, tut genau das. Und er bezahlt einen furchtbaren Preis. Und so kann sich auch die Komödie, wenn sie sich ernst nimmt, nicht leisten, harmlos zu sein.


Kategorie: Schauspiel

2019 jährt sich zum 50. Mal der Stonewall-Aufstand, ein Wendepunkt im Kampf queerer Menschen um Gleichstellung weltweit. Heute werden Schwule, Lesben, Trans_gender in Politik, Management und an der Spitze wichtiger gesellschaftlicher Institutionen zahlreicher. Mit voranschreitender Gleichstellung ist ein »queeres Establishment « entstanden, das sich an den Normen und Werten des liberal-konservativen bürgerlichen Mainstreams orientiert. Ist diese Entwicklung Segen oder Fluch? Gibt es Raum für selbstbewusste Behauptung von Differenz in den Eliten? Dürfen wir von queeren Politiker_innen eine andere Politik erwarten, von queeren Führungskräften einen anderen Führungsstil? In Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut, dem Schwulen Museum Berlin und der Bundeszentrale für Politische Bildung findet das Abschlusspanel der Wanderkonferenz »Queer Commons – Queer Conflicts« im Rahmenprogramm der internationalen Wanderausstellung »Queer as German Folks« an der Schaubühne statt.


Kategorie: Schauspiel

Im vergangenen Sommer übermannte das Schicksal der Flüchtlinge ganz Europa, zahllose Intellektuelle und Politiker solidarisierten sich mit dem Elend der Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand oder die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen. Der Autor und Regisseur Milo Rau unternahm zuletzt mit seinen international gefeierten Produktionen »The Civil Wars« (Koproduktion der Schaubühne, zu sehen bei F.I.N.D. 15) und »The Dark Ages« eine »politische Psychoanalyse« Europas und inszenierte mit »Das Kongo Tribunal« einen Volksprozess im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet gegen internationale Minenfirmen. In »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« begibt sich Milo Rau gemeinsam mit seinem Team in die politischen Brennpunkte der heutigen Zeit: auf die Mittelmeerroute der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet. Der aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Kriegsopfern in Afrika und Europa gespeiste Doppel-Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Warum wiegt ein Toter an den Toren Europas mehr als 1000 Tote in den kongolesischen Bürgerkriegsgebieten? So ist »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs« nicht nur ein Nachdenken über die Grenzen unseres Mitleids – sondern auch über die Grenzen des europäischen Humanismus. Milo Rau in der Schweizer Sonntagszeitung: »Ich bin auch nur ein Arschloch! - Fünf Punkte gegen den zynischen Humanismus oder wie man anfängt, die Welt zu retten.« Im Rahmen des europäischen Theaternetzwerks Prospero (Schaubühne Berlin, Théâtre National de Bretagne/Rennes, Théâtre de Liège, Emilia Romagna Teatro Fondazione, Göteborgs Stadstheater, Croatian National Theatre/World Theatre Festival Zagreb, Athens & Epidaurus Festival) Altersempfehlung: ab 16 Jahren


Kategorie: Schauspiel

»Wer überhaupt hat diesen neuen Göttern /denn Ehren festgesetzt und Würden, wenn nicht ich?« Menschenbildner, Feuerbringer und Gefesselter: Prometheus. Symbolfigur des zivilisatorischen Fortschritts, Liebling der Menschen und eben darum kein Liebling der Götter. Sohn des Iapetos und der Klymene, der Zeus das Feuer stahl und es den Menschen brachte. Der dafür vom Göttervater bestraft und in der Einöde des Kaukasus an einen Felsen geschmiedet wurde, wo ihm jeden Tag ein Adler die nachwachsende Leber aus dem Leib pickte – bis Herkules ihn irgendwann befreite. In seiner ersten Regiearbeit an der Schaubühne widmet sich der Schauspieler Bastian Reiber, der auch selbst auf der Bühne stehen wird, einer der wichtigsten Figuren der griechischen Mythologie. »Die Geschichte klingt irre spannend. Ich muss sie unbedingt mal lesen. Das muss man sich mal vorstellen. Da fesselt einer irgendwie den anderen an einen Felsen. Und der muss dann da erst mal bleiben … Das ist doch schlimm. Deswegen mach ich Theater.« Prometheus versteht er als Revolutionär und Anarchist, der das Menschengeschlecht erfindet als Auflehnung gegen die Götter. Auflehnung ist auch das Wesen der Komik. Ein Widerspruch gegen die, die Sinn stiften wollen, wo es keinen Sinn gibt. Komik ist keine Flucht in die Unzurechnungsfähigkeit, sondern sie ist eine Kampfansage gegen die, die behaupten zu wissen, wie die Welt funktioniert. Prometheus, der geltende Gesetze hinterfragt und Regeln bricht, tut genau das. Und er bezahlt einen furchtbaren Preis. Und so kann sich auch die Komödie, wenn sie sich ernst nimmt, nicht leisten, harmlos zu sein.


Kategorie: Schauspiel

Internist Bernhardi, Direktor einer renommierten Privatklinik, verweigert einem Pfarrer den Zugang zum Zimmer einer Patientin, der dieser die Sterbesakramente spenden möchte. Im Endstadium einer tödlichen Blutvergiftung, Folge einer unsachgemäßen Abtreibung, deliriert die junge Frau, sie sei völlig geheilt. Bernhardi hält es für seine ärztlich-humanistische Pflicht, ihr ein »glückliches Sterben« zu ermöglichen und sie nicht aus dieser Illusion zu reißen. Der Pfarrer wiederum besteht auf seinem religiösen Auftrag als Seelsorger. Beide scheitern: Während sie diskutieren, verstirbt die Kranke – zuvor noch alarmiert durch das Pflegepersonal, das gegen den Willen des Arztes den Besuch des Pfarrers ankündigte. Für den jüdischstämmigen Bernhardi weitet sich der unglückliche Zwischenfall rasch zu einem politischen Skandal aus, der seine Existenz und die der Klinik zu ruinieren droht. Ihm wird ein gezielter Übergriff auf religiöse Gefühle von Christen unterstellt. Bald bricht ein latent grassierender Antisemitismus überall offen zutage. Der Stiftungsrat des Instituts tritt aus Protest gegen Bernhardi zurück. Konkurrenten in der Ärzteschaft nutzen gezielt antijüdische Ressentiments, um Bernhardi zu suspendieren und so sich und ihre Freunde in die Leitungspositionen zu bringen. Im Parlament erreichen rechte Populisten gar die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Bernhardi. Schließlich versagt selbst der zuständige Minister, Bernhardis Studienfreund Flint, ihm die Unterstützung, um für diesen Einzelfall nicht sein politisches Programm in Gefahr zu bringen. Dafür erfährt Bernhardi plötzlich die Solidarität linker Kreise, die ihn zum Märtyrer machen wollen. Doch er möchte sich nicht für ihre politischen Ziele instrumentalisieren lassen – und verzichtet bewusst auf einen öffentlichen Kampf gegen die Lügen und für seine Rehabilitierung. »Professor Bernhardi« ist einer der wenigen dramatischen Texte, die minutiös einen beruflichen Kontext jenseits der emotionalen und familiären Hintergründe seiner Figuren entfalten. Die Arbeitswelt des Krankenhauses wird zugleich zum modellhaften Ausschnitt einer von Karrierismus, Konkurrenz und Ressentiment dominierten Gesellschaft, deren unterschwellige Triebkraft der Antisemitismus ist. In seiner Inszenierung von Schnitzlers Komödie – als die der Autor sein Stück doppelbödig bezeichnete – geht Thomas Ostermeier dabei besonders der Frage nach, wie ein isolierter Vorfall von einer Gruppe systematisch für die eigenen Machtbestrebungen und Partikularinteressen instrumentalisiert werden kann.- wie scheinbar unbestreitbare Fakten diskursiv so weit verbogen und relativiert werden, bis das »objektiv Richtige« zusehends seine bestimmbaren Konturen verliert. Was bleibt von der Wahrheit übrig, wenn sie zwischen divergierenden Deutungen immer weiter zerrieben wird? >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Professor Bernhardi: Von Mobbing, Machenschaften und Überleben


Kategorie: Schauspiel

Internist Bernhardi, Direktor einer renommierten Privatklinik, verweigert einem Pfarrer den Zugang zum Zimmer einer Patientin, der dieser die Sterbesakramente spenden möchte. Im Endstadium einer tödlichen Blutvergiftung, Folge einer unsachgemäßen Abtreibung, deliriert die junge Frau, sie sei völlig geheilt. Bernhardi hält es für seine ärztlich-humanistische Pflicht, ihr ein »glückliches Sterben« zu ermöglichen und sie nicht aus dieser Illusion zu reißen. Der Pfarrer wiederum besteht auf seinem religiösen Auftrag als Seelsorger. Beide scheitern: Während sie diskutieren, verstirbt die Kranke – zuvor noch alarmiert durch das Pflegepersonal, das gegen den Willen des Arztes den Besuch des Pfarrers ankündigte. Für den jüdischstämmigen Bernhardi weitet sich der unglückliche Zwischenfall rasch zu einem politischen Skandal aus, der seine Existenz und die der Klinik zu ruinieren droht. Ihm wird ein gezielter Übergriff auf religiöse Gefühle von Christen unterstellt. Bald bricht ein latent grassierender Antisemitismus überall offen zutage. Der Stiftungsrat des Instituts tritt aus Protest gegen Bernhardi zurück. Konkurrenten in der Ärzteschaft nutzen gezielt antijüdische Ressentiments, um Bernhardi zu suspendieren und so sich und ihre Freunde in die Leitungspositionen zu bringen. Im Parlament erreichen rechte Populisten gar die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Bernhardi. Schließlich versagt selbst der zuständige Minister, Bernhardis Studienfreund Flint, ihm die Unterstützung, um für diesen Einzelfall nicht sein politisches Programm in Gefahr zu bringen. Dafür erfährt Bernhardi plötzlich die Solidarität linker Kreise, die ihn zum Märtyrer machen wollen. Doch er möchte sich nicht für ihre politischen Ziele instrumentalisieren lassen – und verzichtet bewusst auf einen öffentlichen Kampf gegen die Lügen und für seine Rehabilitierung. »Professor Bernhardi« ist einer der wenigen dramatischen Texte, die minutiös einen beruflichen Kontext jenseits der emotionalen und familiären Hintergründe seiner Figuren entfalten. Die Arbeitswelt des Krankenhauses wird zugleich zum modellhaften Ausschnitt einer von Karrierismus, Konkurrenz und Ressentiment dominierten Gesellschaft, deren unterschwellige Triebkraft der Antisemitismus ist. In seiner Inszenierung von Schnitzlers Komödie – als die der Autor sein Stück doppelbödig bezeichnete – geht Thomas Ostermeier dabei besonders der Frage nach, wie ein isolierter Vorfall von einer Gruppe systematisch für die eigenen Machtbestrebungen und Partikularinteressen instrumentalisiert werden kann.- wie scheinbar unbestreitbare Fakten diskursiv so weit verbogen und relativiert werden, bis das »objektiv Richtige« zusehends seine bestimmbaren Konturen verliert. Was bleibt von der Wahrheit übrig, wenn sie zwischen divergierenden Deutungen immer weiter zerrieben wird? >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Professor Bernhardi: Von Mobbing, Machenschaften und Überleben


Kategorie: Schauspiel

»Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.«In Albert Camus’ 1942 erschienenem Roman »Der Fremde« wird der Franzose Meursault zum Mörder. Am Strand von Algier tötet er einen Araber. Im anschließenden Gerichtsprozess verteidigt er sich nicht, obwohl am Ende sein Todesurteil steht. Er, der passive Zuschauer seines Lebens, verfolgt was ihm passiert so leidenschaftslos, als ginge es um einen Anderen. Und es scheint, das Todesurteil würde weniger mit dem Mord an dem namenlos bleibenden Araber begründet als mit eben jener Gleichgültigkeit Meursaults, die dieser als der Welt inhärent begreift.»Das Absurde ist der Zusammenprall des menschlichen Rufes mit dem unbegreiflichen Schweigen der Welt«, schreibt Camus in seinem ebenfalls 1942 publizierten Essay »Der Mythos des Sisyphos«. Es gelte hinzunehmen, dass Welt und Dasein unerträglich sinnfrei seien, und es keine höhere Bedeutung gebe. Doch kann es wirklich darum gehen, zu akzeptieren, was man nicht ändern zu können glaubt?»Der Fremde« ist nach Thomas Bernhards »Das Kalkwerk« die zweite Arbeit des österreichischen Regisseurs Philipp Preuss an der Schaubühne. >>> Essay zum Stück in unserem Blog Pearson's Preview: Camus' »Fremden« träumen


Kategorie: Schauspiel

»Du hast deinen Witz von beiden Seiten abgestutzt und nichts in der Mitte gelassen. … Nun bist du eine Null ohne Ziffern.« (Shakespeare, »König Lear«) In seiner zweiten Arbeit an der Schaubühne begibt sich Herbert Fritsch mitten in die Geschichte der Selbstentdeckung der Welt und schlägt das rätselhafte Kapitel der Null auf: »Die Null irritiert, weil sie dort ein Nichts markiert, wo auch ein Etwas stehen könnte. Und sie fasziniert, weil sie dieses Etwas bezeichnet, ohne zu bestimmen, worin es besteht. An der Null lässt sich studieren, dass die Welt nicht determiniert ist, sondern offen für Operationen des Einsetzens und des Ersetzens.« (Dirk Baecker). Zu lange haben wir mit der Rezeption der Null als Nichts dem Mangel gehuldigt und uns selbst um die sich immer wieder neu erfindende, erprobende Kraft und ästhetische Freiheit der Null gebracht. Herbert Fritsch und sein Ensemble entdecken sie neu, studieren am Nichts der Null die Möglichkeit von Allem und versuchen sich selbst der Abwesenheit von Sinn entgegenzusetzen, ohne selbst Sinn zu sein: »Ich will keine Sehgewohnheiten aufbrechen und nicht dem Bürger die Maske vom Gesicht reißen. Ich will mit dem Nichts spielen, das sich als Etwas ausgibt.« (Herbert Fritsch)


Kategorie: Schauspiel

Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

»Du hast deinen Witz von beiden Seiten abgestutzt und nichts in der Mitte gelassen. … Nun bist du eine Null ohne Ziffern.« (Shakespeare, »König Lear«) In seiner zweiten Arbeit an der Schaubühne begibt sich Herbert Fritsch mitten in die Geschichte der Selbstentdeckung der Welt und schlägt das rätselhafte Kapitel der Null auf: »Die Null irritiert, weil sie dort ein Nichts markiert, wo auch ein Etwas stehen könnte. Und sie fasziniert, weil sie dieses Etwas bezeichnet, ohne zu bestimmen, worin es besteht. An der Null lässt sich studieren, dass die Welt nicht determiniert ist, sondern offen für Operationen des Einsetzens und des Ersetzens.« (Dirk Baecker). Zu lange haben wir mit der Rezeption der Null als Nichts dem Mangel gehuldigt und uns selbst um die sich immer wieder neu erfindende, erprobende Kraft und ästhetische Freiheit der Null gebracht. Herbert Fritsch und sein Ensemble entdecken sie neu, studieren am Nichts der Null die Möglichkeit von Allem und versuchen sich selbst der Abwesenheit von Sinn entgegenzusetzen, ohne selbst Sinn zu sein: »Ich will keine Sehgewohnheiten aufbrechen und nicht dem Bürger die Maske vom Gesicht reißen. Ich will mit dem Nichts spielen, das sich als Etwas ausgibt.« (Herbert Fritsch)


Kategorie: Schauspiel

Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

»Du hast deinen Witz von beiden Seiten abgestutzt und nichts in der Mitte gelassen. … Nun bist du eine Null ohne Ziffern.« (Shakespeare, »König Lear«) In seiner zweiten Arbeit an der Schaubühne begibt sich Herbert Fritsch mitten in die Geschichte der Selbstentdeckung der Welt und schlägt das rätselhafte Kapitel der Null auf: »Die Null irritiert, weil sie dort ein Nichts markiert, wo auch ein Etwas stehen könnte. Und sie fasziniert, weil sie dieses Etwas bezeichnet, ohne zu bestimmen, worin es besteht. An der Null lässt sich studieren, dass die Welt nicht determiniert ist, sondern offen für Operationen des Einsetzens und des Ersetzens.« (Dirk Baecker). Zu lange haben wir mit der Rezeption der Null als Nichts dem Mangel gehuldigt und uns selbst um die sich immer wieder neu erfindende, erprobende Kraft und ästhetische Freiheit der Null gebracht. Herbert Fritsch und sein Ensemble entdecken sie neu, studieren am Nichts der Null die Möglichkeit von Allem und versuchen sich selbst der Abwesenheit von Sinn entgegenzusetzen, ohne selbst Sinn zu sein: »Ich will keine Sehgewohnheiten aufbrechen und nicht dem Bürger die Maske vom Gesicht reißen. Ich will mit dem Nichts spielen, das sich als Etwas ausgibt.« (Herbert Fritsch)


Kategorie: Schauspiel

Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsessen in Paris trifft der junge Édouard um 4 Uhr morgens auf der Place de la République auf Reda, einen Mann algerischer Herkunft. Sie kommen ins Gespräch, beginnen zu flirten, und wenig später nimmt Édouard Reda mit zu sich in seine Einzimmerwohnung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, Reda erzählt von seiner Kindheit und dem Vater, der aus Algerien nach Frankreich geflohen ist. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, tauschen Zärtlichkeiten aus und haben Sex. Doch als Édouard bei ihrer Verabschiedung wenige Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda plötzlich einen Revolver hervorholt und ihn bedroht, schlägt die Situation jäh in Bedrohung und Gewalt um und mündet in die Vergewaltigung Édouards. Am nächsten Morgen begibt sich Édouard in polizeiliche und medizinische Obhut. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die nordfranzösische Provinz zu seiner Schwester Clara und vertraut ihr die Geschichte an. Die Stimmen und Reaktionen seines Umfeldes, der Polizei und der behandelnden Mediziner auf den dramatischen Vorfall enthüllen einen gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und intransparente Machtstrukturen. Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman »Im Herzen der Gewalt« eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus und macht in der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt hörbar. Thomas Ostermeier adaptiert gemeinsam mit Édouard Louis den Roman für die Bühne als deutschsprachige Erstaufführung. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Für Opfer und Täter sprechen.


Kategorie: Schauspiel

»Was tun wir, wenn wir tätig sind?« Die zentrale Frage von »The Human Condition«, Hannah Arendts philosophischem Hauptwerk, das sie 1958 erst in englischer Sprache, zwei Jahre später dann unter dem Titel »Vita activa« in deutscher Sprache veröffentlichte, führt uns mitten hinein ins Zentrum des »Menschseins«: Wer sind wir? Worin besteht ein aktives Leben? Diese Fragen sind von bleibender Aktualität. Und sich ihnen zu widmen, heißt, sich Arendts Denken »ohne Geländer« zu widmen, einem Denken, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begriff und nicht von seinen Grenzen oder gar seiner Sterblichkeit, als Wesen, das handelnd jederzeit die Welt verändern und einen Anfang setzen könne: »Das, was vor dem Menschen war, ist nicht Nichts, sondern Niemand.- seine Erschaffung ist das Anfangen eines Wesens, das selbst im Besitz der Fähigkeit ist, anzufangen: Es ist der Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst.« Diesem Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst wollen sich Patrick Wengenroth und sein Ensemble bedingungslos zur Verfügung stellen. Irrwege nicht ausgeschlossen. Ein Spiel ohne Geländer, Netz und doppelten Boden um Leben und Tod auf den Brettern, die die Welt deuten und bedeuten wollen, voller Werden und Wollen und Wünschen. Please press »play«. Und … Action!


Kategorie: Schauspiel

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsessen in Paris trifft der junge Édouard um 4 Uhr morgens auf der Place de la République auf Reda, einen Mann algerischer Herkunft. Sie kommen ins Gespräch, beginnen zu flirten, und wenig später nimmt Édouard Reda mit zu sich in seine Einzimmerwohnung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, Reda erzählt von seiner Kindheit und dem Vater, der aus Algerien nach Frankreich geflohen ist. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, tauschen Zärtlichkeiten aus und haben Sex. Doch als Édouard bei ihrer Verabschiedung wenige Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda plötzlich einen Revolver hervorholt und ihn bedroht, schlägt die Situation jäh in Bedrohung und Gewalt um und mündet in die Vergewaltigung Édouards. Am nächsten Morgen begibt sich Édouard in polizeiliche und medizinische Obhut. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die nordfranzösische Provinz zu seiner Schwester Clara und vertraut ihr die Geschichte an. Die Stimmen und Reaktionen seines Umfeldes, der Polizei und der behandelnden Mediziner auf den dramatischen Vorfall enthüllen einen gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und intransparente Machtstrukturen. Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman »Im Herzen der Gewalt« eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus und macht in der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt hörbar. Thomas Ostermeier adaptiert gemeinsam mit Édouard Louis den Roman für die Bühne als deutschsprachige Erstaufführung. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Für Opfer und Täter sprechen.


Kategorie: Schauspiel

»Was tun wir, wenn wir tätig sind?« Die zentrale Frage von »The Human Condition«, Hannah Arendts philosophischem Hauptwerk, das sie 1958 erst in englischer Sprache, zwei Jahre später dann unter dem Titel »Vita activa« in deutscher Sprache veröffentlichte, führt uns mitten hinein ins Zentrum des »Menschseins«: Wer sind wir? Worin besteht ein aktives Leben? Diese Fragen sind von bleibender Aktualität. Und sich ihnen zu widmen, heißt, sich Arendts Denken »ohne Geländer« zu widmen, einem Denken, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begriff und nicht von seinen Grenzen oder gar seiner Sterblichkeit, als Wesen, das handelnd jederzeit die Welt verändern und einen Anfang setzen könne: »Das, was vor dem Menschen war, ist nicht Nichts, sondern Niemand.- seine Erschaffung ist das Anfangen eines Wesens, das selbst im Besitz der Fähigkeit ist, anzufangen: Es ist der Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst.« Diesem Anfang des Anfangs oder des Anfangens selbst wollen sich Patrick Wengenroth und sein Ensemble bedingungslos zur Verfügung stellen. Irrwege nicht ausgeschlossen. Ein Spiel ohne Geländer, Netz und doppelten Boden um Leben und Tod auf den Brettern, die die Welt deuten und bedeuten wollen, voller Werden und Wollen und Wünschen. Please press »play«. Und … Action!


Kategorie: Schauspiel

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsessen in Paris trifft der junge Édouard um 4 Uhr morgens auf der Place de la République auf Reda, einen Mann algerischer Herkunft. Sie kommen ins Gespräch, beginnen zu flirten, und wenig später nimmt Édouard Reda mit zu sich in seine Einzimmerwohnung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, Reda erzählt von seiner Kindheit und dem Vater, der aus Algerien nach Frankreich geflohen ist. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, tauschen Zärtlichkeiten aus und haben Sex. Doch als Édouard bei ihrer Verabschiedung wenige Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda plötzlich einen Revolver hervorholt und ihn bedroht, schlägt die Situation jäh in Bedrohung und Gewalt um und mündet in die Vergewaltigung Édouards. Am nächsten Morgen begibt sich Édouard in polizeiliche und medizinische Obhut. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die nordfranzösische Provinz zu seiner Schwester Clara und vertraut ihr die Geschichte an. Die Stimmen und Reaktionen seines Umfeldes, der Polizei und der behandelnden Mediziner auf den dramatischen Vorfall enthüllen einen gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und intransparente Machtstrukturen. Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman »Im Herzen der Gewalt« eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus und macht in der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt hörbar. Thomas Ostermeier adaptiert gemeinsam mit Édouard Louis den Roman für die Bühne als deutschsprachige Erstaufführung. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Für Opfer und Täter sprechen.


Kategorie: Schauspiel

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsessen in Paris trifft der junge Édouard um 4 Uhr morgens auf der Place de la République auf Reda, einen Mann algerischer Herkunft. Sie kommen ins Gespräch, beginnen zu flirten, und wenig später nimmt Édouard Reda mit zu sich in seine Einzimmerwohnung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, Reda erzählt von seiner Kindheit und dem Vater, der aus Algerien nach Frankreich geflohen ist. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, tauschen Zärtlichkeiten aus und haben Sex. Doch als Édouard bei ihrer Verabschiedung wenige Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda plötzlich einen Revolver hervorholt und ihn bedroht, schlägt die Situation jäh in Bedrohung und Gewalt um und mündet in die Vergewaltigung Édouards. Am nächsten Morgen begibt sich Édouard in polizeiliche und medizinische Obhut. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die nordfranzösische Provinz zu seiner Schwester Clara und vertraut ihr die Geschichte an. Die Stimmen und Reaktionen seines Umfeldes, der Polizei und der behandelnden Mediziner auf den dramatischen Vorfall enthüllen einen gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und intransparente Machtstrukturen. Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman »Im Herzen der Gewalt« eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus und macht in der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt hörbar. Thomas Ostermeier adaptiert gemeinsam mit Édouard Louis den Roman für die Bühne als deutschsprachige Erstaufführung. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: Für Opfer und Täter sprechen.


Kategorie: Schauspiel

Der junge Soldat Hofmiller wird auf das Schloss des Herrn von Kekesfalva eingeladen. Die Abendgesellschaft ist ein voller Erfolg: Das Essen ist köstlich, der Wein erlesen, und Hofmiller gelingt es, eine amüsante Anekdote nach der anderen zum Besten zu geben. Betört von seinem Erfolg fordert er zum Abschluss des berauschenden Abends das Mädchen Edith, die Tochter des Schlossherren, zum Tanz auf. Doch Edith wird erst bleich und beginnt dann zu zittern.- die Frauen, die sie flankieren, sind zutiefst geschockt. Hofmiller begreift, dass er einen Fauxpas begangen hat, aber erst als ihn Ediths Cousine aufklärt, dass Edith gelähmt ist, begreift er das Ausmaß seines Vergehens und flieht Hals über Kopf aus dem Schloss. Am nächsten Morgen schickt er einen Blumenstrauß, um sich zu entschuldigen und Edith kontert mit einer Einladung zum Tee. Schon bald ist Hofmiller täglicher Gast im Schloss, genießt die Gastfreundschaft der Familie und merkt nicht, dass sich die psychisch labile Edith unsterblich in ihn verliebt hat. Als Hofmiller die Wahrheit begreift, macht er ihr einen Heiratsantrag, doch als Edith erkennt, dass dies aus Mitleid geschehen ist, schlägt die anfängliche Freude in verzweifelte Wut und Rachsucht um … »Ungeduld des Herzens«, der einzige Roman, den Stefan Zweig zu Ende schrieb, setzt sich mit der Frage auseinander, was wahres Mitleid ist, und wie schwierig es ist, wirklich mit einem anderen Menschen mit zu leiden. Simon McBurney, Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer der legendären britischen Theatergruppe Complicité, die mit visuell starken, körperbetonten Produktionen wie »Street of Crocodiles«, »The three Lives of Lucie Chabrol« und »Caucasian Chalk Circle« die Theaterlandschaft nachhaltig veränderten, gastierte bei F.I.N.D.#15 mit seinem work in progress »Amazon Beaming« an der Schaubühne. Für seine Bühnenfassung von »Ungeduld des Herzens« arbeitet McBurney zum ersten Mal mit einem deutschen Schauspielerensemble. Eine Koproduktion mit Complicité. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: »Ungeduld des Herzens«: Ballspielen mit Simon McBurney


Kategorie: Schauspiel

Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

Der junge Soldat Hofmiller wird auf das Schloss des Herrn von Kekesfalva eingeladen. Die Abendgesellschaft ist ein voller Erfolg: Das Essen ist köstlich, der Wein erlesen, und Hofmiller gelingt es, eine amüsante Anekdote nach der anderen zum Besten zu geben. Betört von seinem Erfolg fordert er zum Abschluss des berauschenden Abends das Mädchen Edith, die Tochter des Schlossherren, zum Tanz auf. Doch Edith wird erst bleich und beginnt dann zu zittern.- die Frauen, die sie flankieren, sind zutiefst geschockt. Hofmiller begreift, dass er einen Fauxpas begangen hat, aber erst als ihn Ediths Cousine aufklärt, dass Edith gelähmt ist, begreift er das Ausmaß seines Vergehens und flieht Hals über Kopf aus dem Schloss. Am nächsten Morgen schickt er einen Blumenstrauß, um sich zu entschuldigen und Edith kontert mit einer Einladung zum Tee. Schon bald ist Hofmiller täglicher Gast im Schloss, genießt die Gastfreundschaft der Familie und merkt nicht, dass sich die psychisch labile Edith unsterblich in ihn verliebt hat. Als Hofmiller die Wahrheit begreift, macht er ihr einen Heiratsantrag, doch als Edith erkennt, dass dies aus Mitleid geschehen ist, schlägt die anfängliche Freude in verzweifelte Wut und Rachsucht um … »Ungeduld des Herzens«, der einzige Roman, den Stefan Zweig zu Ende schrieb, setzt sich mit der Frage auseinander, was wahres Mitleid ist, und wie schwierig es ist, wirklich mit einem anderen Menschen mit zu leiden. Simon McBurney, Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer der legendären britischen Theatergruppe Complicité, die mit visuell starken, körperbetonten Produktionen wie »Street of Crocodiles«, »The three Lives of Lucie Chabrol« und »Caucasian Chalk Circle« die Theaterlandschaft nachhaltig veränderten, gastierte bei F.I.N.D.#15 mit seinem work in progress »Amazon Beaming« an der Schaubühne. Für seine Bühnenfassung von »Ungeduld des Herzens« arbeitet McBurney zum ersten Mal mit einem deutschen Schauspielerensemble. Eine Koproduktion mit Complicité. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: »Ungeduld des Herzens«: Ballspielen mit Simon McBurney


Kategorie: Schauspiel

Aufgeblasene, quietschend bunte Plastikhasen und -blumen, alte Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen, knallige Retro-Reklameposter: Jeff Koons, der angesagteste bildende Künstler der 80er Jahre. Sein Leben ist genauso glänzendglamourös wie seine Kunstwerke, voll schimmernder Oberfläche, Irrsinn und Größenwahn. Koons findet Erfüllung in der Ehe mit Pornodarstellerin und Politikerin Cicciolina, sie bekommen einen Sohn. Doch dann, in den 90ern, beginnt alles nicht mehr so toll zu laufen – seine Kunstwerke werden zu inflationären Preisen verkauft, er wird kritisiert, weil sie unpolitisch sind, gehört auf einmal nicht mehr zur Avantgarde, sondern wird als Massenproduzent von seelenlosem, leicht reproduzierbarem Schund abgetan. Auch seine Beziehung beginnt zu kriseln und endet in einer bitteren Scheidung und einem Rechtsstreit um das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes. Der Text »Jeff Koons« ist ein Experiment. Es beginnt mit dem dritten Akt, springt in den ersten und endet mit dem siebten. Die Form wechselt ständig, Dialogfetzen, Monologe, Beschreibung, Lyrik, die Sprache wird zur Handlung. Die Person Jeff Koons kommt in »Jeff Koons« nicht vor, aber sein Geist schwebt über dem Stück, es geht um das Greifen nach der Lust, der wahren Liebe, der großen Kunst, um das Versuchen und Scheitern, um das Sich-Reinwerfen ins Leben, um einen langen, irren Rausch. »Jeff Koons« ist die erste Arbeit von Lilja Rupprecht an der Schaubühne.


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Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

Der junge Soldat Hofmiller wird auf das Schloss des Herrn von Kekesfalva eingeladen. Die Abendgesellschaft ist ein voller Erfolg: Das Essen ist köstlich, der Wein erlesen, und Hofmiller gelingt es, eine amüsante Anekdote nach der anderen zum Besten zu geben. Betört von seinem Erfolg fordert er zum Abschluss des berauschenden Abends das Mädchen Edith, die Tochter des Schlossherren, zum Tanz auf. Doch Edith wird erst bleich und beginnt dann zu zittern.- die Frauen, die sie flankieren, sind zutiefst geschockt. Hofmiller begreift, dass er einen Fauxpas begangen hat, aber erst als ihn Ediths Cousine aufklärt, dass Edith gelähmt ist, begreift er das Ausmaß seines Vergehens und flieht Hals über Kopf aus dem Schloss. Am nächsten Morgen schickt er einen Blumenstrauß, um sich zu entschuldigen und Edith kontert mit einer Einladung zum Tee. Schon bald ist Hofmiller täglicher Gast im Schloss, genießt die Gastfreundschaft der Familie und merkt nicht, dass sich die psychisch labile Edith unsterblich in ihn verliebt hat. Als Hofmiller die Wahrheit begreift, macht er ihr einen Heiratsantrag, doch als Edith erkennt, dass dies aus Mitleid geschehen ist, schlägt die anfängliche Freude in verzweifelte Wut und Rachsucht um … »Ungeduld des Herzens«, der einzige Roman, den Stefan Zweig zu Ende schrieb, setzt sich mit der Frage auseinander, was wahres Mitleid ist, und wie schwierig es ist, wirklich mit einem anderen Menschen mit zu leiden. Simon McBurney, Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer der legendären britischen Theatergruppe Complicité, die mit visuell starken, körperbetonten Produktionen wie »Street of Crocodiles«, »The three Lives of Lucie Chabrol« und »Caucasian Chalk Circle« die Theaterlandschaft nachhaltig veränderten, gastierte bei F.I.N.D.#15 mit seinem work in progress »Amazon Beaming« an der Schaubühne. Für seine Bühnenfassung von »Ungeduld des Herzens« arbeitet McBurney zum ersten Mal mit einem deutschen Schauspielerensemble. Eine Koproduktion mit Complicité. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: »Ungeduld des Herzens«: Ballspielen mit Simon McBurney


Kategorie: Schauspiel

Aufgeblasene, quietschend bunte Plastikhasen und -blumen, alte Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen, knallige Retro-Reklameposter: Jeff Koons, der angesagteste bildende Künstler der 80er Jahre. Sein Leben ist genauso glänzendglamourös wie seine Kunstwerke, voll schimmernder Oberfläche, Irrsinn und Größenwahn. Koons findet Erfüllung in der Ehe mit Pornodarstellerin und Politikerin Cicciolina, sie bekommen einen Sohn. Doch dann, in den 90ern, beginnt alles nicht mehr so toll zu laufen – seine Kunstwerke werden zu inflationären Preisen verkauft, er wird kritisiert, weil sie unpolitisch sind, gehört auf einmal nicht mehr zur Avantgarde, sondern wird als Massenproduzent von seelenlosem, leicht reproduzierbarem Schund abgetan. Auch seine Beziehung beginnt zu kriseln und endet in einer bitteren Scheidung und einem Rechtsstreit um das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes. Der Text »Jeff Koons« ist ein Experiment. Es beginnt mit dem dritten Akt, springt in den ersten und endet mit dem siebten. Die Form wechselt ständig, Dialogfetzen, Monologe, Beschreibung, Lyrik, die Sprache wird zur Handlung. Die Person Jeff Koons kommt in »Jeff Koons« nicht vor, aber sein Geist schwebt über dem Stück, es geht um das Greifen nach der Lust, der wahren Liebe, der großen Kunst, um das Versuchen und Scheitern, um das Sich-Reinwerfen ins Leben, um einen langen, irren Rausch. »Jeff Koons« ist die erste Arbeit von Lilja Rupprecht an der Schaubühne.


Kategorie: Schauspiel

Love is a catastrophe / Look what it’s done to me / Brought me down here so low / stranded, nowhere to go(Pet Shop Boys) Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit. Machen wir den unseligen Zweierbeziehungen endlich ein Ende – POLYAMORIE ist das neue alte Ding! Ich bin ein Einhorn und liebe wen und so viele ich will. Ich schmeiße jeden Tag die unfassbarsten Partys in meinem Atelier und weißt du, was ...? DU BIST HERZLICH EINGELADEN! WE ARE A MATCH! Denn nur FREUNDE sind FRIENDS – BITTE BITTE KLICK MICH! JETZT und HIER! >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: LOVE HURTS IN TINDER TIMES. Ein Gespräch mit Patrick Wengenroth


Kategorie: Schauspiel

Der junge Soldat Hofmiller wird auf das Schloss des Herrn von Kekesfalva eingeladen. Die Abendgesellschaft ist ein voller Erfolg: Das Essen ist köstlich, der Wein erlesen, und Hofmiller gelingt es, eine amüsante Anekdote nach der anderen zum Besten zu geben. Betört von seinem Erfolg fordert er zum Abschluss des berauschenden Abends das Mädchen Edith, die Tochter des Schlossherren, zum Tanz auf. Doch Edith wird erst bleich und beginnt dann zu zittern.- die Frauen, die sie flankieren, sind zutiefst geschockt. Hofmiller begreift, dass er einen Fauxpas begangen hat, aber erst als ihn Ediths Cousine aufklärt, dass Edith gelähmt ist, begreift er das Ausmaß seines Vergehens und flieht Hals über Kopf aus dem Schloss. Am nächsten Morgen schickt er einen Blumenstrauß, um sich zu entschuldigen und Edith kontert mit einer Einladung zum Tee. Schon bald ist Hofmiller täglicher Gast im Schloss, genießt die Gastfreundschaft der Familie und merkt nicht, dass sich die psychisch labile Edith unsterblich in ihn verliebt hat. Als Hofmiller die Wahrheit begreift, macht er ihr einen Heiratsantrag, doch als Edith erkennt, dass dies aus Mitleid geschehen ist, schlägt die anfängliche Freude in verzweifelte Wut und Rachsucht um … »Ungeduld des Herzens«, der einzige Roman, den Stefan Zweig zu Ende schrieb, setzt sich mit der Frage auseinander, was wahres Mitleid ist, und wie schwierig es ist, wirklich mit einem anderen Menschen mit zu leiden. Simon McBurney, Schauspieler, Regisseur und Mitbegründer der legendären britischen Theatergruppe Complicité, die mit visuell starken, körperbetonten Produktionen wie »Street of Crocodiles«, »The three Lives of Lucie Chabrol« und »Caucasian Chalk Circle« die Theaterlandschaft nachhaltig veränderten, gastierte bei F.I.N.D.#15 mit seinem work in progress »Amazon Beaming« an der Schaubühne. Für seine Bühnenfassung von »Ungeduld des Herzens« arbeitet McBurney zum ersten Mal mit einem deutschen Schauspielerensemble. Eine Koproduktion mit Complicité. >>> Essay zum Stück in Pearson's Preview: »Ungeduld des Herzens«: Ballspielen mit Simon McBurney


Kategorie: Schauspiel

Aufgeblasene, quietschend bunte Plastikhasen und -blumen, alte Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen, knallige Retro-Reklameposter: Jeff Koons, der angesagteste bildende Künstler der 80er Jahre. Sein Leben ist genauso glänzendglamourös wie seine Kunstwerke, voll schimmernder Oberfläche, Irrsinn und Größenwahn. Koons findet Erfüllung in der Ehe mit Pornodarstellerin und Politikerin Cicciolina, sie bekommen einen Sohn. Doch dann, in den 90ern, beginnt alles nicht mehr so toll zu laufen – seine Kunstwerke werden zu inflationären Preisen verkauft, er wird kritisiert, weil sie unpolitisch sind, gehört auf einmal nicht mehr zur Avantgarde, sondern wird als Massenproduzent von seelenlosem, leicht reproduzierbarem Schund abgetan. Auch seine Beziehung beginnt zu kriseln und endet in einer bitteren Scheidung und einem Rechtsstreit um das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes. Der Text »Jeff Koons« ist ein Experiment. Es beginnt mit dem dritten Akt, springt in den ersten und endet mit dem siebten. Die Form wechselt ständig, Dialogfetzen, Monologe, Beschreibung, Lyrik, die Sprache wird zur Handlung. Die Person Jeff Koons kommt in »Jeff Koons« nicht vor, aber sein Geist schwebt über dem Stück, es geht um das Greifen nach der Lust, der wahren Liebe, der großen Kunst, um das Versuchen und Scheitern, um das Sich-Reinwerfen ins Leben, um einen langen, irren Rausch. »Jeff Koons« ist die erste Arbeit von Lilja Rupprecht an der Schaubühne.


Kategorie: Schauspiel

Aufgeblasene, quietschend bunte Plastikhasen und -blumen, alte Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen, knallige Retro-Reklameposter: Jeff Koons, der angesagteste bildende Künstler der 80er Jahre. Sein Leben ist genauso glänzendglamourös wie seine Kunstwerke, voll schimmernder Oberfläche, Irrsinn und Größenwahn. Koons findet Erfüllung in der Ehe mit Pornodarstellerin und Politikerin Cicciolina, sie bekommen einen Sohn. Doch dann, in den 90ern, beginnt alles nicht mehr so toll zu laufen – seine Kunstwerke werden zu inflationären Preisen verkauft, er wird kritisiert, weil sie unpolitisch sind, gehört auf einmal nicht mehr zur Avantgarde, sondern wird als Massenproduzent von seelenlosem, leicht reproduzierbarem Schund abgetan. Auch seine Beziehung beginnt zu kriseln und endet in einer bitteren Scheidung und einem Rechtsstreit um das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes. Der Text »Jeff Koons« ist ein Experiment. Es beginnt mit dem dritten Akt, springt in den ersten und endet mit dem siebten. Die Form wechselt ständig, Dialogfetzen, Monologe, Beschreibung, Lyrik, die Sprache wird zur Handlung. Die Person Jeff Koons kommt in »Jeff Koons« nicht vor, aber sein Geist schwebt über dem Stück, es geht um das Greifen nach der Lust, der wahren Liebe, der großen Kunst, um das Versuchen und Scheitern, um das Sich-Reinwerfen ins Leben, um einen langen, irren Rausch. »Jeff Koons« ist die erste Arbeit von Lilja Rupprecht an der Schaubühne.


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:31.08.19
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Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs(Daniel Seiffert, 2016/Daniel Seiffert, 2016) THE HUMAN CONDITION(Gianmarco Bresadola, 2019/Gianmarco Bresadola, 2019) ICH IST EIN ANDERER DIESES WIR BIN NICHT EINE PFEIFE (Metaware)(Joachim Gern, 2019/Joachim Gern, 2019) Orlando(Stephen Cummiskey, 2019/Stephen Cummiskey, 2019) Das Kalkwerk(Thomas Aurin, 2014/Thomas Aurin, 2014) Jugend ohne Gott(Arno Declair, 2019/Arno Declair, 2019) Streit ums Politische: Hohezeit des Alleinseins oder Epidemie der Einsamkeit?(Promo/) Workshop zu »Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs«(Promo/) Prometheus(Thomas Aurin, 2019/Thomas Aurin, 2019) 50 Jahre Stonewall: Queer Establishment(/) Professor Bernhardi(Arno Declair, 2016/Arno Declair, 2016) Der Fremde(Thomas Aurin, 2016/Thomas Aurin, 2016) NULL(Thomas Aurin, 2018/Thomas Aurin, 2018) LOVE HURTS IN TINDER TIMES(Gianmarco Bresadola, 2017/Gianmarco Bresadola, 2017) Im Herzen der Gewalt(Arno Declair, 2018/Arno Declair, 2018) Ungeduld des Herzens(Gianmarco Bresadola, 2015/Gianmarco Bresadola, 2015) Jeff Koons(Arno Declair, 2018/Arno Declair, 2018)

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