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Spielplan für September 2019

Ende der 1950er Jahre arbeitet Heiner Müller an einem Stück über Bodenreform und Kollektivierung in der Landwirtschaft der frühen DDR, ein Auftrag des Deutschen Theaters. Die Widersprüche, von denen er in einer eminent formbewussten Sprache erzählt, sind schwindelerregend, unversöhnt stehen die neue Zeit und das alte "Leben auf dem Lande" nebeneinander. Müllers Blick auf die Protagonisten ist mitleidlos, seine Komik lässt keinen ungeschoren, und zugleich erscheinen am Horizont, nicht zuletzt über die Titelfigur, Umrisse eines neuen Menschen, einer anderen, solidarischen Art und Weise miteinander zu leben. Die Uraufführung der Umsiedlerin an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst 1961 wird zum größten Theaterskandal der DDR. Der Schriftstellerverband schließt Müller aus, Regisseur B.K. Tragelehn muss zur Bewährung in den Braunkohletagebau. Erst 1976 darf das Stück in der DDR wieder gespielt werden. Nun, fast 60 Jahre nach der Uraufführung, holen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner Die Umsiedlerin in die Kammerspiele des Deutschen Theaters und in eine Zeit, in der die Fragen, die Müllers Text stellt, unerhörter sind denn je. Kooperation mit der Universität der Künste Berlin


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.


Kategorie: Schauspiel

"…und alle heben sich gleichzeitig empor / von ihren Stangen / und flattern hinauf in die Kuppel / als hätten sie das Loch dort oben im Eisengitter / erst jetzt gesehen…"   Die Schauspielerin Jutta Wachowiak, geboren 1940, spielt die Wärterin in einem geheimnisvollen Park. Dinosaurier werden hier gezüchtet. Es soll ein Vergnügungspark werden. Sie nimmt heimlich einen kleinen Dino mit nach Hause. Er wächst und wächst, lernt Kunststücke und tritt im Zoo auf. Die Geschichte des Parks, den man weder verlassen, noch unkontrolliert betreten darf, vermischt sich mit der Biografie Wachowiaks. Sie hat viel zu erzählen: vom Krieg, von einem Land, das es nicht mehr gibt, von dem Land, in dem sie jetzt lebt. Einst äußerst erfolgreich in Film und Theater der DDR und mehrfach ausgezeichnet, ist für die Schauspielerin nach der Öffnung des Parks nichts mehr so wie es war. Sie haben die Fenster aufgemacht. Die neue Freiheit ließ sich nicht genießen. Die Ignoranz gegenüber Fähigkeiten, Wissen, Ideen und Erlebtem und die Enttäuschung darüber führt sie zu einem Neuanfang nach Essen, zu Arbeiten mit jungen Regisseuren, und zurück nach Berlin an das Deutsche Theater in einen ehemaligen Vergnügungspark.


Kategorie: Schauspiel

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst. Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2018


Kategorie: Schauspiel

"Das Gewitter ist genau über uns", schreibt Moritz Rinke in seinem neuen Stück. Es erzählt von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind.- von einsamen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein. Eduard ist Schönheitschirurg, Charlotte eine erfolgreiche Sängerin. Das Kind, das Charlotte sich gewünscht hatte, haben die beiden nicht bekommen. Nun ist das neu gekaufte Haus zu leer, der Garten zu groß, der nahe See zu still. Umso mehr sprudeln die Pläne: Pläne für ein neues Gartenhaus (Fichtenholz), für die neue Praxis (lindgrün), für Um- und Anbauten, das nächste Gesangskonzert, die nächste Nasenkorrektur… In diese Welt bricht Michael ein. Eduard und "Mick" haben beide Medizin studiert, inzwischen trennen die beiden Welten. Eduard operiert im Krisengebiet der westlichen Seele.- dort entfernt er die Angst, alt und wertlos zu sein. Michael, der jüngere der beiden, arbeitet für eine humanitäre Organisation und kommt eben aus Afghanistan zurück. Was er mitbringt, sind Geschichten von westlicher Gewalt, von Minenopfern, verzweifelten Todeskämpfen und sinnlosem Sterben. Und dann ist da noch Lilly, die junge Nachbarin, eine Medizinstudentin, die nur in den Sommerwochen bei ihrem Vater Marek und dessen amerikanisch-russischer Freundin Eleonora lebt. Als die Nachbarsfamilie zu Besuch kommt, droht die alte Ordnung endgültig zu zerfallen.


Kategorie: Schauspiel

Im Fußballsalon debattiert Christoph Biermann ( 11 FREUNDE ) mit seinen Gästen über Gegenwart und Zukunft der schönsten Nebensache der Welt.


Kategorie: Spezial

"Noch bevor es ein Schiff gab, war der Kapitän schon da. Diese Reise hat mit ihm begonnen, du vermutest, sie wird auch mit ihm enden, und alles dazwischen ist das pulvrige Mehl von Windmühlen, welche auch Riesen sein könnten, die Knochen zermahlen und Brot daraus machen. Tritt leise auf, sonst weckst du sie." Der 15-jährige Caden befindet sich auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft und das verwittert ist von Millionen Fahrten, die in die Vergangenheit zurückreichen. – Aber spielt sich das nicht alles in seinem Kopf ab? Er ist Teil eines aberwitzigen Expeditionsteams auf der Suche nach dem tiefsten Punkt der Erde, dem Marianengraben. – Nun ja, "Expeditionsteam"... Die Grenzen der Realität verschwimmen bei Caden. – "Was soll das heißen, er will dich umbringen?" Vielleicht ist er ein Prophet! Jedes Jahr in den Sommerferien erarbeitet eine Gruppe Jugendlicher von LesArt und dem Jungen DT eine szenische Lesung eines aktuellen Jugendbuchs und bringt diese im September in der Box zur Aufführung. In diesem Jahr ist es der Roman "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman, der meisterhaft mit den unterschiedlichsten Realitätsebenen spielt. Verwendung des Romans "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman unter Vorbehalt der Rechtefreigabe


Kategorie: Kinder & Jugend

Deutsch von Angela Schanelec nach einer Übersetzung von Arina Nestieva Sonja und ihr Onkel Wanja bekommen Besuch auf dem Gut, das sie seit dem Tod von Sonjas Mutter aufopferungsvoll verwalten: Der Gatte der Verstorbenen, den sie damit unterstützen, ein berühmter und verehrter Professor, ist mit seiner neuen jungen Frau zur Erholung aus der Stadt angereist. Nun lässt er hier seinen Launen freien Lauf und wettert gegen die dummen Menschen auf dem Land. Angesichts des wahren Charakters des Professors und unter dem Eindruck zurückgewiesener Liebe, die Onkel Wanja für die neue Frau des Professors, Sonja wiederum für den Arzt und Umweltaktivisten Astrow empfindet, erkennen die beiden, dass sie die letzten 25 Jahre einem Irrtum gedient haben. Anton Tschechow nennt seine großen Stücke Komödien oder Dramen, und beides ist so bezeichnend wie irreführend, und traurigkomisch sind sie alle. Bei Onkel Wanja verweigert Tschechow vollends die Auskunft: Es sind einfach Szenen – „Szenen aus dem Landleben“. Erschienen 1897, nach einer früheren Fassung, die Der Waldschrat hieß. „Mir wird oft vorgeworfen“, sagt Tschechow, „dass ich über Bagatellen schreibe, dass es bei mir keine großen Helden gibt. Wo soll ich sie aber hernehmen? Solange wir jung sind, zwitschern wir munter wie die Spatzen auf dem Misthaufen.- später, wenn wir uns den Vierzigern nähern, sind wir schon Greise und fangen an, an den Tod zu denken. Schöne Helden sind wir!“ Onkel Wanja war 2008 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und wurde von der Zeitschrift „Theater heute“ zur „Inszenierung des Jahres 2008“ gewählt. Für ihre Rollen des Onkel Wanja und Astrow wurden Ulrich Matthes und Jens Harzer zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. Die Inszenierung zeigt außerdem die „Schauspielerin des Jahres“ Constanze Becker.


Kategorie: Schauspiel

"Lauter, immer lauter?" ist das Motto der Deutsch-Israelischen Literaturtage. Am 4. und 8. September bringen sie acht Autorinnen und Autoren zu Lesungen und Debatten über den Umgang mit Populisten und Polarisierungen in Berlin zusammen. Längst ist die rechtspopulistische Herausforderung zum weltweiten Phänomen geworden - nicht nur in den USA, Brasilien oder Italien, wo Populisten bereits die Politik bestimmen. Auch bei uns - in Deutschland und in Israel - werden sie immer lauter. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Was wurde in der Vergangenheit versäumt oder schlicht überhört? Und was muss sich an Frustration und Unmut angesammelt haben, dass viele bereit sind, sich von den Versprechen der Populisten verführen zu lassen?  "Lauter, immer lauter?" mit: Dov Alfon, Friedrich Ani, Sami Berdugo, Maayan Ben Hagai, Franzobel, Dilek Güngör, Mati Shemoelof und Tijan Sila.  Auftakt am 4. September, 20 Uhr, Deutsches Theater, Kammerspiele mit Sami Berdugo und Franzobel. Moderation: Shelly Kupferberg.  Programm unter  boell.de/literaturtage   Die Deutsch-Israelischen Literaturtage 2019 sind eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung und des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin. Medienpartner sind die Berliner Zeitung, rbb Kultur, AVIVA Berlin und das Spitz Magazin.


Kategorie: Lesung

Was bedeutet Demokratie für Menschen, die nicht wählen dürfen? Wer hört zu, wenn man nicht volljährig ist? Welche Formen der Mitsprache brauchen wir? Und was, wenn die Fridays for Future nur der Anfang sind? Der Autor und Regisseur Wilke Weermann hat mit Berliner Schüler_innen gesprochen, die für ihre Zukunft kämpfen. Aus dem Recherchematerial und Interviews entsteht ein Klassenzimmerstück über das politische Lebensgefühl junger Menschen. Ab der 8. Klasse empfohlen Buchung und Information: klassenzimmer@deutschestheater.de   Was bewegt junge Menschen in Europa? Die Inszenierung Rage entsteht im Kontext von YOUNG EUROPE III der European Theatre Convention (ETC). Neun europäische Theater wollen herausfinden, was die junge Generation beschäftigt, was sie nicht mehr ertragen können und ändern wollen. Das Junge DT kooperiert in der Recherche mit den Theatern De Toneelmakerij in Amsterdam und Weöres Sándor Szinház in Szombathely. Eine Kooperation mit De Toneelmakerij, Amsterdam und Weöres Sándor Szinház, Szombathely im Rahmen des Projektes YOUNG EUROPE III der European Theatre Convention (ETC). The production is supported by the European Theatre Convention in the frame of ETC's ENGAGE programme. ENGAGE - Empowering today's audiences through challenging theatre is co-funded by the Creative Europe Programme of the European Union. What does the new generation think? This way for more information: https://www.europeantheatre.eu/news/rage-what-does-the-new-generation-think


Kategorie: Kinder & Jugend

"Noch bevor es ein Schiff gab, war der Kapitän schon da. Diese Reise hat mit ihm begonnen, du vermutest, sie wird auch mit ihm enden, und alles dazwischen ist das pulvrige Mehl von Windmühlen, welche auch Riesen sein könnten, die Knochen zermahlen und Brot daraus machen. Tritt leise auf, sonst weckst du sie." Der 15-jährige Caden befindet sich auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft und das verwittert ist von Millionen Fahrten, die in die Vergangenheit zurückreichen. – Aber spielt sich das nicht alles in seinem Kopf ab? Er ist Teil eines aberwitzigen Expeditionsteams auf der Suche nach dem tiefsten Punkt der Erde, dem Marianengraben. – Nun ja, "Expeditionsteam"... Die Grenzen der Realität verschwimmen bei Caden. – "Was soll das heißen, er will dich umbringen?" Vielleicht ist er ein Prophet! Jedes Jahr in den Sommerferien erarbeitet eine Gruppe Jugendlicher von LesArt und dem Jungen DT eine szenische Lesung eines aktuellen Jugendbuchs und bringt diese im September in der Box zur Aufführung. In diesem Jahr ist es der Roman "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman, der meisterhaft mit den unterschiedlichsten Realitätsebenen spielt. Verwendung des Romans "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman unter Vorbehalt der Rechtefreigabe


Kategorie: Kinder & Jugend

"Noch bevor es ein Schiff gab, war der Kapitän schon da. Diese Reise hat mit ihm begonnen, du vermutest, sie wird auch mit ihm enden, und alles dazwischen ist das pulvrige Mehl von Windmühlen, welche auch Riesen sein könnten, die Knochen zermahlen und Brot daraus machen. Tritt leise auf, sonst weckst du sie." Der 15-jährige Caden befindet sich auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft und das verwittert ist von Millionen Fahrten, die in die Vergangenheit zurückreichen. – Aber spielt sich das nicht alles in seinem Kopf ab? Er ist Teil eines aberwitzigen Expeditionsteams auf der Suche nach dem tiefsten Punkt der Erde, dem Marianengraben. – Nun ja, "Expeditionsteam"... Die Grenzen der Realität verschwimmen bei Caden. – "Was soll das heißen, er will dich umbringen?" Vielleicht ist er ein Prophet! Jedes Jahr in den Sommerferien erarbeitet eine Gruppe Jugendlicher von LesArt und dem Jungen DT eine szenische Lesung eines aktuellen Jugendbuchs und bringt diese im September in der Box zur Aufführung. In diesem Jahr ist es der Roman "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman, der meisterhaft mit den unterschiedlichsten Realitätsebenen spielt. Verwendung des Romans "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman unter Vorbehalt der Rechtefreigabe


Kategorie: Kinder & Jugend

Übersetzung: Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach "Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum." Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen. Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet. Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Michael Raab "Und für einen Augenblick schien die Zeit selbst den Atem anzuhalten. Vor unseren Augen veränderte sich die Welt." Bonn, 1969. Nach 20 Jahren CDU stellen erstmals die Sozialdemokraten den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland: Willy Brandt. Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin will „mehr Demokratie wagen“ und setzt sich für eine andere Ostpolitik ein. Zugleich aber wird er, der die NS-Jahre im skandinavischen Exil erlebt hat, von konservativer Seite als Sozialist und Vaterlandsverräter attackiert. Fünf Jahre und eine gewonnene Bundestagswahl später tritt Brandt zurück. Günter Guillaume, einer seiner engsten Mitarbeiter, ist als Stasi-Spion aufgeflogen. Diese Geschichte erzählt Michael Frayn via Rückblenden aus der Perspektive Guillaumes und seines Führungsoffiziers. Die Inszenierung Tom Kühnels und Jürgen Kuttners kreuzt die große Politik jener Jahre mit Songs und Schlagern. Um zu kommentieren. Und die Emotionen der Figuren zu verstärken oder überhaupt erst sichtbar werden zu lassen. Der englische Autor Michael Frayn hat aus dem Brandt-Guillaume-Komplex einen dichten, genau recherchierten Theatertext gewoben. Nach ihren theatralen Auseinandersetzungen mit der Engführung von elitärer Ästhetik und sozialistischer Utopie bei Peter Hacks ('Die Sorgen und die Macht') und dem heroischen, asozialen Individuum bei Ayn Rand ('Capitalista, Baby!') nähern sich Tom Kühnel und Jürgen Kuttner nun jenen Jahren, in denen die westdeutsche Demokratie in die Moderne eintrat. Und der Osten dabei aufmerksam zusah.


Kategorie: Schauspiel

"Dieses Buch ist in Marseille entstanden, in den erwähnten Cafés, wahrscheinlich sogar, wenn ich zu lange warten musste, in Wartezimmern auf Konsulaten, dann auf Schiffen, auch interniert auf Inseln, in Ellis Island in USA, der Schluss in Mexiko." (Anna Seghers) Marseille im Sommer 1940: Am Rande des Kontinents stauen sich die Flüchtlingsströme. Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, hetzen nach Visa und Transits und hoffen verzweifelt eine der wenigen Passagen nach Übersee zu ergattern. Unter ihnen ein junger Deutscher: Aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen und ausgestattet mit falschen Papieren strandet auch er in der überfüllten Hafenstadt. Hier verliebt er sich in Marie. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, einem Schriftsteller namens Weidel, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde. Eindrücklich schildert Anna Seghers das Chaos, das Warten, die Hoffnung und die Verzweiflung der Flüchtenden – den menschenunwürdigen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Realität ist.


Kategorie: Schauspiel

"Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nicht's am Weg, bald auf - bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte." 1778. Der junge Dichter Jakob Lenz wandert durchs Gebirge, auf dem Weg zum Pfarrer Oberlin, der ihn in sein Haus aufnehmen wird. Dort will Lenz zur Ruhe kommen, will nicht mehr dran denken, woher er kommt und wohin er zu gehen beabsichtigt. Doch Briefe von seinem despotischen Vater, Wiederbegegnungen mit Menschen, die ihn von früher kennen und die Abwesenheit des Pfarrers, der auf eine Reise muss, führen zu einem sich zusehends verschlechternden Geisteszustand. Beklemmend intensiv beschreibt Georg Büchner die Verlorenheit und Einsamkeit eines entwurzelten Menschen und stützt sich dabei auf Quellen von Zeitgenossen des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz, der 1792 nach Jahren der Verelendung tot auf einer Straße in Moskau aufgefunden wurde, und der als einer der bedeutendsten Vertreter des 'Sturm und Drang' gilt.


Kategorie: Schauspiel

"Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war." In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meerjungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonist_innen des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spektakel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkulturellem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.


Kategorie: Schauspiel

Er gilt als der "Vater der Atombombe", war Direktor der Laboratorien in Los Alamos, in denen dieses "Patentspielzeug" entwickelt wurde und hat den Abwurf der Bombe auf Hiroshima bis hin zur Zündhöhe wissenschaftlich begleitet: Dr. J. Robert Oppenheimer. Keine zehn Jahre später, im April 1954, wird er von der Atomenergiekommission in Washington verhört und muss sich verantworten – politisch, moralisch und wissenschaftlich – für die Waffe, die er geschaffen hat, für die Geschwindigkeit dieser Entwicklung und für seine Amerika-Treue. Die tatsächlichen Verhöre, die Heinar Kipphardt als einer der prägenden Autoren des dokumentarischen Theaters für dieses Stück verdichtet hat, sind ein Musterbeispiel für das Verantwortungsproblem des technischen Fortschritts, an dessen Spitze längst nicht mehr nur die Atomtechnologie, sondern auch die Digitalisierung, die Genforschung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen. Die Schaffung neuer Möglichkeiten der Zerstörung, Überwachung und menschlichen Selbstüberschreitung bis hin zur Überwindung der Sterblichkeit im Sinne einer "transhumanity" beschreibt die Doppelgesichtigkeit der Prozesse, die von Menschen gemacht, aber in ihren Konsequenzen weder zu ermessen noch zu kontrollieren sind. Und dennoch scheinen sie – einmal begonnen – unumkehrbar.


Kategorie: Schauspiel

Das Stummfilmensemble 43Characters gestaltet einen überraschenden Stummfilmabend zum Motto der neuen Spielzeit. Details folgen im Tagesprogramm.


Kategorie: Film/Video

Ein König, ein Reich, drei Töchter: Was also läge näher, als auch das Erbe auf drei Schultern zu verteilen? Bekanntermaßen scheitert Lears Vorhaben, weil sich Cordelia, seine Jüngste, nicht so benimmt wie erwartet und ihrem Vater den gewünschten Liebesbeweis vorenthält. Sie wird enterbt. Doch ist das für uns, die wir zeitliche Wesen sind, überhaupt möglich: nicht zu erben, nicht in Sprachen, Geschichten, Traditionen und Weltzustände hineingestellt zu sein? Inwieweit lässt sich ein Erbe ausschlagen, inwiefern wählen? Und umgekehrt, was ist es, das wir weitergeben? Kann man geben, was man nicht hat? Woraus wird Morgen gemacht sein (Victor Hugo)? Zusammen mit dem Ensemble geht Sebastian Hartmann den Spuren des Erbes, der Gabe und des Künftigen in Shakespeares Königsdrama nach. Und sorgt im Zuge dieser Spurensuche für eine höchst überraschende Begegnung: Lear trifft auf den jüngsten Theatertext von Wolfram Lotz, das leichtfüßige, raffinierte, hoch rhythmisierte Sprechstück Die Politiker , einen gedankenschnellen Wortstrom, dessen Kaskaden Kindheitssplitter, Kanister und "klägliche Signale in der Finsternis" umspülen und das als Teil der Inszenierung im Deutschen Theater uraufgeführt wird.


Kategorie: Schauspiel

Ein namenloser IT-Spezialist, Angestellter eines Pariser Softwareunternehmens, unternimmt eine Dienstreise in die Provinz. Präzise und bestechend rational beschreibt er die Stationen seiner Vereinsamung, "das fortschreitende Verlöschen aller menschlichen Beziehungen", seinen Ekel, seinen Selbsthass – auch die Geilheit und Verzweiflung, mit der sein sexuell frustrierter Reisebegleiter und Arbeitskollege Tisserand auf die Welt und den weiblichen Körper blickt. Am Weihnachtsabend eskaliert die Situation. Nach dem Besuch einer Diskothek folgen die beiden einem jungen Liebespaar in die Dünen… "Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen", schreibt Houellebecq in seinem Romandebüt. Ausweitung der Kampfzone wurde in Windeseile zum Kultbuch, rückhaltlos gelobt und wütend bekämpft, zunächst in Frankreich, seit 1999 auch in Deutschland. Heute gilt der Roman als Pioniertat. Sein Titel ist zum Sprichwort geworden, die Kampfzonen zum Synonym für die Seelenlandschaften unserer Gesellschaft.


Kategorie: Schauspiel

Ein namenloser IT-Spezialist, Angestellter eines Pariser Softwareunternehmens, unternimmt eine Dienstreise in die Provinz. Präzise und bestechend rational beschreibt er die Stationen seiner Vereinsamung, "das fortschreitende Verlöschen aller menschlichen Beziehungen", seinen Ekel, seinen Selbsthass – auch die Geilheit und Verzweiflung, mit der sein sexuell frustrierter Reisebegleiter und Arbeitskollege Tisserand auf die Welt und den weiblichen Körper blickt. Am Weihnachtsabend eskaliert die Situation. Nach dem Besuch einer Diskothek folgen die beiden einem jungen Liebespaar in die Dünen… "Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen", schreibt Houellebecq in seinem Romandebüt. Ausweitung der Kampfzone wurde in Windeseile zum Kultbuch, rückhaltlos gelobt und wütend bekämpft, zunächst in Frankreich, seit 1999 auch in Deutschland. Heute gilt der Roman als Pioniertat. Sein Titel ist zum Sprichwort geworden, die Kampfzonen zum Synonym für die Seelenlandschaften unserer Gesellschaft.


Kategorie: Schauspiel

In einer Übersetzung von Henning Bochert Eine F16-Kampfpilotin, selbstbestimmt und unabhängig, wird schwanger, ungeplant. Von nun an tauscht sie das Blau des Himmels gegen das Grau der Monitore, denn sie fliegt eine Drohne – ferngesteuert aus einem klimatisierten Anhänger in der Wüste. Nicht in der Luft, sondern am Boden, folgt sie den Befehlen aus dem Kopfhörer, jene abzuschießen, die andere für schuldig erklären. George Brants Monolog erzählt vom Verschwimmen von Grenzen, fragt nach Verantwortlichkeit, nach den Konsequenzen der modernen Kriegsführung und danach, wer das Urteil über die Schuldigen spricht.


Kategorie: Schauspiel

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst. Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2018


Kategorie: Schauspiel

„Pfui! Pfui über das schlappe Kastratenjahrhundertˮ Zwei ungleiche Geschwister. Kind eins, attraktiv und vom Vater bevorzugt, genießt die Freiheiten und Ausschweifungen des Studentenlebens. Kind zwei sitzt zu Hause, hässlich, ungeliebt und unbefriedigt. Es will das, was das andere hat und intrigiert gegen den Erstgeborenen. Wütend und verzweifelt kehrt dieser dem Establishment den Rücken und gründet eine Bande. Joanna Praml erkundet Schillers Erstlingswerk aus der Perspektive der jugendlichen Spieler_innen: Was tut man für Elternliebe und was für Freiheit und Selbstentfaltung? Welche Katastrophen kann Geschwisterrivalität auslösen? Was führt zur Radikalisierung und wann kippt Opposition in Terror? Infotreffen: 10. September 2019, 18 Uhr, Saal Auswahlworkshop: 20. – 22. September 2019 Probenbeginn: 25. Oktober 2019, ganztägig in den Winterferien


Kategorie: Kinder & Jugend

Deutsche Übersetzung von Hans Wolf in einer Fassung von Jette Steckel und Anika Steinhoff "Keiner denkt oder fühlt oder interessiert sich mehr für irgendwas.- keiner begeistert sich mehr oder glaubt noch an irgendwas außer an seine eigene gottverdammte bequeme Mittelmäßigkeit."   Amerika, 1955. April und Frank Wheeler sind mit ihren zwei Kindern in eine idyllische Vorstadtsiedlung gezogen. Rein äußerlich unterscheidet sich ihr Leben kaum von dem konventionellen, in Gewohnheit erstarrten und nur von gelegentlichen Zerstreuungen erhellten Alltag ihrer Nachbarn – sie haben sich bis zur Ununterscheidbarkeit ihrem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Doch von ihnen geht in den Augen der Anderen Glamour und Zauber aus, sie sind – und so empfinden sie selbst es auch – etwas Besonderes. Die Wheelers wollen sich nicht abfinden mit dem Dahinschwinden der Jugend, sie wollen die verheißungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bietet, nicht verpassen. Als April als Theaterschauspielerin scheitert und die Ehe der Wheelers merklich zu kriseln beginnt, ersinnt sie einen romantischen Ausweg – ein Umzug nach Paris soll die langersehnte Freiheit bringen und vor allem Frank die Chance geben, "sich selbst zu finden". Kurzzeitig belebt dieser Plan ihr Zusammenleben, doch Frank hat zunehmend Angst vor der Veränderung, hat begonnen, sich in seinem Job und mit einer Affäre einzurichten. Die Auseinandersetzungen nehmen zu, brüchige Versöhnungen folgen auf ungewollte Selbstentblößungen und Vorwürfe, bis das Ehepaar die Umzugspläne fallen lässt. Mit dieser Entscheidung verlieren die Wheelers immer rascher und schließlich tragisch im Verlauf eines Sommers jeglichen Halt.    Richard Yates' glanzvoller Roman aus dem Jahr 1961 zeigt in lässigen Momentaufnahmen und doch mit tiefem Ernst gegenüber den Menschen, wie das Erfüllen von gesellschaftlichen Konventionen unsere Sensibilität gegenüber unseren eigenen, tiefen Lebensimpulsen abstumpfen lässt und wie sich in Zeiten des Friedens der Krieg in die zwischenmenschlichen Beziehungen verlagert und einen Lebenstraum vergiftet. Wir danken der Regisseurin Angela Schanelec für die freundliche Genehmigung, einen Ausschnitt aus ihrem Film Orly (2010) in der Inszenierung zu zeigen.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim Fassung von András Dömötör und Meike Schmitz Seit seiner Entdeckung vor mehr als hundert Jahren steht der Planet Solaris im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Es scheint, als habe man tatsächlich außerirdisches  Leben dort gefunden. Allerdings anders, als man sich das vorgestellt hatte: Auf der Solaris gibt es nur einen einzigen Bewohner, einen schleimigen Ozean, der den Planeten fast vollständig umgibt. Ganze Forschergenerationen haben versucht mit diesem Ozean in Kontakt zu treten. Bisher ohne Erfolg. Auch der Psychologe Kris Kelvin hat sein Leben der Erforschung der Solaris gewidmet. Voll Tatendrang macht er sich auf den Weg zur Raumstation, um die Arbeit mit den dort stationierten Wissenschaftlern voranzutreiben. Aber was er vorfindet, ist nicht, was erwartet hatte. Solaris , 1961 erschienen, zählt zu den Meisterwerken der Science-Fiction-Literatur. Stanisław Lem zeichnet darin das Bild einer zukünftigen Menschheit, die sich etwas vollkommen Unbekanntem und Unerklärlichem gegenübersieht. Mit all ihren Mitteln versucht sie, dieses Etwas zu begreifen. Es ist die Unfähigkeit die eigene Perspektive zu verlassen, die letztlich das Zustandekommen eines Kontakts verhindert. „Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern. Menschen suchen wir, niemanden sonst“, heißt es. Lem stellt damit nicht nur die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, sondern verweist auch auf die Beschränktheit des Menschen, die ihm den offenen Blick auf sein Gegenüber verstellt. Auf der vermeintlichen  Suche nach dem anderen, sucht und findet er doch immer nur sich selbst.


Kategorie: Schauspiel

Eingerichtet vom Ensemble nach der Bühnenfassung von Robert Koall "Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. 'Ah', sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. 'Macht das Spaß?'" Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ein Russlanddeutscher aus Berlin-Marzahn, und Maik Klingenberg, sein wohlstandsverwahrloster Klassenkamerad, brechen mit geklautem Lada, aber ohne Plan und Kompass auf zu einer abenteuerlichen Irrfahrt durch die ostdeutsche Provinz. Alexander Riemenschneider inszeniert die berührende und lakonisch-komische Road-Novel über zwei 14-jährige Außenseiter, die nichts zu verlieren haben und auf ihrer Reise die Fremde vor der Haustür und wahre Freundschaft finden. "Eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann … existentiell, tröstlich, groß." Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Programmheft zum Download


Kategorie: Schauspiel

In einer Fassung von Alexander Riemenschneider und Meike Schmitz "Menschen gingen an ihr vorüber, aber keiner sagte etwas. Sie sah nicht aus, als wäre sie verlorengegangen. Sie sah aus, als wartete sie." Eine Stadt irgendwo in Westeuropa. Es ist Winter. Auf dem Markt steht plötzlich ein Mädchen. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Nach einiger Zeit lernt Yiza einen Jungen kennen: Arian. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg. Ihr Ziel: Etwas zu essen und ein warmer Ort, an dem sie bleiben können. Das Mädchen mit dem Fingerhut erzählt die Geschichte zweier Kinder, die auf sich alleingestellt, in der Wildnis unserer Welt ums Überleben kämpfen. Der Autor Michael Köhlmeier schaut ihnen dabei mit großer Empathie über die Schulter und beschreibt, was er aus ihrer Perspektive sieht: Eine Welt, in der das Gutgemeinte oft nicht das Richtige ist und Mitleid sonderbaren Regeln folgt. "Sie mögen Kinder nicht, die Augenbrauen habe wie du", heißt es. Auf diese Weise macht Michael Köhlmeier erfahrbar, was absolute Fremdheit und "Nichtverstehen" bedeuten. Am Ende nimmt Arian Yiza mit zu seinen Freunden. "Die Freunde", schreibt Köhlmeier, "das sind eine Horde von Zerlumpten, die bereits zu alt sind für Mitleid und Rührung." In der Doppeldeutigkeit dieses Satzes bringt er eine für unser zukünftiges Zusammenleben vielleicht entscheidende Beobachtung zum Ausdruck: Die Freunde sind nicht nur zu alt, um Mitleid und Rührung in uns zu wecken, vielleicht haben sie auch schon zu viel erlebt, um selbst noch Mitleid und Rührung empfinden zu können.


Kategorie: Schauspiel

"Ihr tötet uns, wir töten euch, das ist wirklich eine sehr einfache Antwort." Anlässlich des Überfalls auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt für koschere Lebensmittel im Januar 2015 in Paris fragt die Autorin nach dem Grund für eine solch zerstörerische Wut. In einer Welt, in der die Wut alles zu beherrschen scheint, der Dialog zwischen den Menschen aufhört, stellt der Text, angetrieben von Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und Angst die Frage: "Wenn aber die ganze Gemeinschaft das Töten für sich entdeckt hat, auch die Frauen, was entsteht dann?" Jelinek ermittelt mittels griechischer Mythen, wie dem des rasenden Herakles, bezieht sich auf die Ilias, deren zentrales Thema der Zorn war, lässt aber auch die Stimmen von Dschihadisten, aufgeklärten Europäern, Wutbürgern und sich selbst als Autorin beim Schreiben zu Wort kommen. Die Ebenen mischen sich zu einem Wut-Gewitter über Götter, Gewissheiten in Weltanschauungen, Kalaschnikows und über das Verfertigen und Konsumieren von Bildern und Videos der Kämpfe in unserer düsteren Welt. Wann begann alles? Welcher ist der richtige Gott? Brauchen wir überhaupt einen?


Kategorie: Schauspiel

Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft. Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See. Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für die Biografie der Nachkommen? Welche Fragen hätte man noch stellen wollen? Welche Antworten gehen mit dem Tod des Vaters für immer verloren? Und wie viele Geheimnisse nimmt der Mann, der einen großgezogen hat und der nun als Greis da im Bett liegt, eigentlich mit ins Grab? Nach seinen filmischen Arbeiten, die mit schonungslosem Blick deutsche Zustände beschreiben und mit zahlreichen Preisen – darunter der Silberne Bär für Kreuzweg – prämiert wurden, arbeitet Dietrich Brüggemann mit Vater das erste Mal für das Theater.


Kategorie: Schauspiel

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der deutschen Sektion von Reporter ohne Grenzen werden die renommierten PRESS FREEDOM AWARDS in diesem Jahr in Berlin verliehen. Mit den Auszeichnungen ehrt die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen seit 27 Jahren Medienschaffende aus der ganzen Welt, die sich besonders um die Pressefreiheit verdient gemacht haben  –  und zwar in drei unterschiedlichen Kategorien. Wer hat großen Mut bewiesen? Wessen Arbeit hatte besondere Wirkung? Und wer hat trotz schwerster Bedingungen unabhängig berichtet?


Kategorie: Spezial

"Sieht so die Zukunft aus, die wir für uns ins Auge gefasst haben?" Deutsch von Jörn van Dyck Trotz Rückschlägen, Enttäuschungen und familiären Streitigkeiten gibt Familie Wingfield ihre Wünsche und Hoffnungen nicht auf. Obwohl oder gerade weil Tom und Laura mit ihrer Mutter Amanda in einfachen Verhältnissen leben, träumen sie. Sie träumen von einem anderen Leben, von einem besseren Leben, von einem Leben ohne Arbeit in der Fabrik, von Zeit für Kunst, von einer Welt außerhalb der grauen Realität. Ihr Vater hat die Familie vor Jahren verlassen. Tom ernährt sie durch seine Arbeit in einem Lagerhaus, will aber lieber als Schriftsteller arbeiten. Während Amanda von ihrer Jugend schwärmt und die Restfamilie mit übertriebener Mutterliebe traktiert, konzentriert sich die schüchterne Laura ganz auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere. In dieser Menagerie sonderbarer Figuren findet sie Halt und kann die Realität vergessen. Als Tom eines Tages auf Wunsch der Mutter seinen Arbeitskollegen Jim zum Abendessen mitbringt, implodiert ihr Plan, Laura zu verkuppeln, auf absurde Weise. Tennessee Williamsʻ Stück, 1944 uraufgeführt, erzählt von der Fesselung an Träume, die dem Alltag die Angst rauben, ohne ihm standhalten zu können.


Kategorie: Schauspiel

Ein König, ein Reich, drei Töchter: Was also läge näher, als auch das Erbe auf drei Schultern zu verteilen? Bekanntermaßen scheitert Lears Vorhaben, weil sich Cordelia, seine Jüngste, nicht so benimmt wie erwartet und ihrem Vater den gewünschten Liebesbeweis vorenthält. Sie wird enterbt. Doch ist das für uns, die wir zeitliche Wesen sind, überhaupt möglich: nicht zu erben, nicht in Sprachen, Geschichten, Traditionen und Weltzustände hineingestellt zu sein? Inwieweit lässt sich ein Erbe ausschlagen, inwiefern wählen? Und umgekehrt, was ist es, das wir weitergeben? Kann man geben, was man nicht hat? Woraus wird Morgen gemacht sein (Victor Hugo)? Zusammen mit dem Ensemble geht Sebastian Hartmann den Spuren des Erbes, der Gabe und des Künftigen in Shakespeares Königsdrama nach. Und sorgt im Zuge dieser Spurensuche für eine höchst überraschende Begegnung: Lear trifft auf den jüngsten Theatertext von Wolfram Lotz, das leichtfüßige, raffinierte, hoch rhythmisierte Sprechstück Die Politiker , einen gedankenschnellen Wortstrom, dessen Kaskaden Kindheitssplitter, Kanister und "klägliche Signale in der Finsternis" umspülen und das als Teil der Inszenierung im Deutschen Theater uraufgeführt wird.


Kategorie: Schauspiel

Ein namenloser IT-Spezialist, Angestellter eines Pariser Softwareunternehmens, unternimmt eine Dienstreise in die Provinz. Präzise und bestechend rational beschreibt er die Stationen seiner Vereinsamung, "das fortschreitende Verlöschen aller menschlichen Beziehungen", seinen Ekel, seinen Selbsthass – auch die Geilheit und Verzweiflung, mit der sein sexuell frustrierter Reisebegleiter und Arbeitskollege Tisserand auf die Welt und den weiblichen Körper blickt. Am Weihnachtsabend eskaliert die Situation. Nach dem Besuch einer Diskothek folgen die beiden einem jungen Liebespaar in die Dünen… "Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen", schreibt Houellebecq in seinem Romandebüt. Ausweitung der Kampfzone wurde in Windeseile zum Kultbuch, rückhaltlos gelobt und wütend bekämpft, zunächst in Frankreich, seit 1999 auch in Deutschland. Heute gilt der Roman als Pioniertat. Sein Titel ist zum Sprichwort geworden, die Kampfzonen zum Synonym für die Seelenlandschaften unserer Gesellschaft.


Kategorie: Schauspiel

"Was ist das für ein Gott, der für sich muss kämpfen lassen?" Lessings Aufklärungsdrama aus dem Jahr 1779, das zur Zeit der Kreuzzüge spielt, ist ein Plädoyer für religiöse Toleranz. Der eingeforderte interkulturelle Dialog zwischen Christentum, Islam und Judentum, basierend auf Vernunft und Humanität, lässt sich heute im Kontext fortschreitender fundamentalistischer Konflikte wie bereits zu Lessings Zeiten,  nur wie ein Märchen lesen. Ein Märchen, das dem Strukturprinzip der Komödie folgt. Darauf verweisen die Reihung von Zufällen, verwickelte Familienverhältnisse und die glückliche Auflösung der Konflikte. Humor als Statement gegen die Barbarei ist eine Möglichkeit, den alles überschattenden Zerwürfnissen zu begegnen. Der Regisseur Andreas Kriegenburg versteht die Geschichte als archaischen Comic, an dessen Anfang der aus Erde erschaffene Mensch steht. Der Jude Nathan kehrt von einer Geschäftsreise in das muslimisch beherrschte Jerusalem zurück. Sein Haus ist abgebrannt und seine Tochter Recha wurde von einem begnadigten Tempelherrn aus dem Feuer gerettet. Nathans Freund Al Hafi ist zum Schatzmeister des Sultans 'abgestiegen'. Dieser benötigt dringend Geld von Nathan, um seinen Krieg gegen die angreifenden Kreuzritter zu finanzieren. Der Tempelherr wehrt sich gegen seine beginnende Liebe zu Recha. Daja, christliche Gesellschafterin, verrät dem Tempelherrn, dass Recha in Wahrheit ein christliches Waisenkind war. Dass sich Nathan ihrer einst annahm, könnte ihn jetzt nach geltendem Recht auf den Scheiterhaufen bringen.


Kategorie: Schauspiel

Ein Imbissbudenverkäufer raucht heimlich mit seiner Nachbarin nach der Arbeit Zigaretten im Hausflur eines Plattenbaus. Ein Wachmann verliebt sich am Schutzzaun des Ausländerwohnheims in eine der Bewohnerinnen. Nach einem Einbruch in seine Wohnung kann ein Mann nicht zu Hause bleiben und steht plötzlich im Wohnzimmer einer alten Frau. Eine andere Frau verlässt ihren Mann, der Stunden, vielleicht Tage auf die Leuchtanzeige seines Funkweckers blickt. Ein passionierter Lokführer der Nachtschicht sieht zu spät einen lachenden Mann auf den Gleisen, und eine Putzfrau schließt in der Bahnhofskneipe Freundschaft mit einer Friseurin. Leise erzählt Clemens Meyer von nächtlichen Begegnungen am Rande der Großstadt, bei denen Erinnerungen und Sehnsüchte verschmelzen, traurig und hoffnungsvoll, unsentimental und voller Liebe zu den Figuren, die man zu kennen glaubt und über die man dennoch nichts weiß. Der Leipziger Autor Clemens Meyer erhielt für sein Werk zahlreiche Preise, darunter der Preis der Leipziger Buchmesse, und wurde für den Man Booker International Prize 2017 nominiert. Die Verfilmungen seines Romans Als wir träumten  und seiner Erzählung In den Gängen liefen im Wettbewerb der Berlinale.


Kategorie: Schauspiel

Ende der 1950er Jahre arbeitet Heiner Müller an einem Stück über Bodenreform und Kollektivierung in der Landwirtschaft der frühen DDR, ein Auftrag des Deutschen Theaters. Die Widersprüche, von denen er in einer eminent formbewussten Sprache erzählt, sind schwindelerregend, unversöhnt stehen die neue Zeit und das alte "Leben auf dem Lande" nebeneinander. Müllers Blick auf die Protagonisten ist mitleidlos, seine Komik lässt keinen ungeschoren, und zugleich erscheinen am Horizont, nicht zuletzt über die Titelfigur, Umrisse eines neuen Menschen, einer anderen, solidarischen Art und Weise miteinander zu leben. Die Uraufführung der Umsiedlerin an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst 1961 wird zum größten Theaterskandal der DDR. Der Schriftstellerverband schließt Müller aus, Regisseur B.K. Tragelehn muss zur Bewährung in den Braunkohletagebau. Erst 1976 darf das Stück in der DDR wieder gespielt werden. Nun, fast 60 Jahre nach der Uraufführung, holen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner Die Umsiedlerin in die Kammerspiele des Deutschen Theaters und in eine Zeit, in der die Fragen, die Müllers Text stellt, unerhörter sind denn je. Kooperation mit der Universität der Künste Berlin


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.


Kategorie: Schauspiel

"Das Gewitter ist genau über uns", schreibt Moritz Rinke in seinem neuen Stück. Es erzählt von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind.- von einsamen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein. Eduard ist Schönheitschirurg, Charlotte eine erfolgreiche Sängerin. Das Kind, das Charlotte sich gewünscht hatte, haben die beiden nicht bekommen. Nun ist das neu gekaufte Haus zu leer, der Garten zu groß, der nahe See zu still. Umso mehr sprudeln die Pläne: Pläne für ein neues Gartenhaus (Fichtenholz), für die neue Praxis (lindgrün), für Um- und Anbauten, das nächste Gesangskonzert, die nächste Nasenkorrektur… In diese Welt bricht Michael ein. Eduard und "Mick" haben beide Medizin studiert, inzwischen trennen die beiden Welten. Eduard operiert im Krisengebiet der westlichen Seele.- dort entfernt er die Angst, alt und wertlos zu sein. Michael, der jüngere der beiden, arbeitet für eine humanitäre Organisation und kommt eben aus Afghanistan zurück. Was er mitbringt, sind Geschichten von westlicher Gewalt, von Minenopfern, verzweifelten Todeskämpfen und sinnlosem Sterben. Und dann ist da noch Lilly, die junge Nachbarin, eine Medizinstudentin, die nur in den Sommerwochen bei ihrem Vater Marek und dessen amerikanisch-russischer Freundin Eleonora lebt. Als die Nachbarsfamilie zu Besuch kommt, droht die alte Ordnung endgültig zu zerfallen.


Kategorie: Schauspiel

"Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Männer und Frauen sind bloß Schauspieler! Aber die Illusion ist bei denen drüben.- bei uns Schauspielern ist die Wirklichkeit." Die umjubelte Theaterdiva Julia Lambert verfällt einem 20 Jahre jüngeren Bewunderer. Kurz bevor ihr zweiter Frühling im Fiasko endet, übernimmt Julia selbst die Regie und lässt die Tragödie zur Komödie werden. Der 1937 veröffentlichte Roman Theater von William Somerset Maugham wirft einen bissigen Blick hinter die Kulissen des Bühnenbetriebs. Liebe, Leidenschaft, Ehrgeiz und Intrigen werden schonungslos seziert. Dort, in Proben, Gängen und Garderoben, spielen die wahren Dramen des Lebens.


Kategorie: Lesung

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst. Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2018


Kategorie: Schauspiel

„Sie wollten nichts wissen von dem Gedanken, dass einige Schüler unten im Dunkel waren. Sie wollten überhaupt vom Dunkel nichts wissen, alles im Universum sollte hell und licht sein. Mit dem Messer des Lichts wollten sie das Dunkel sauberschaben. Dieser Gedanke wirkt beinahe geisteskrank.“  Peter hat sieben Waisenhäuser und Schreckliches hinter sich, als er überraschend an Biehls renommierter Privatschule aufgenommen wird. Er gilt als normal begabt und funktioniert, dann bekommt er plötzlich ein Problem mit der Zeit und ahnt, dass etwas Großes und Erbarmungsloses hinter dem rigiden System der Schule steht. Mit Katharina, die ähnlichen Fragen auf der Spur ist, gründet er ein Zeit-Laboratorium, um zu untersuchen: Warum haben die Lehrer ihre eigenen Kinder von der Schule genommen? Warum werden Lautsprecher und eine Abhöranlage installiert? Warum wird so viel Wert auf absolute Pünktlichkeit gelegt? Und weshalb wird jemand wie der verhaltensgestörte August aufgenommen? Die drei bilden eine Ersatzfamilie und versuchen, dem geheimen Plan auf die Spur zu kommen, um die Katastrophe zu verhindern. Nichts wird gut. Aber sie entdecken, dass sie der Zeit nicht einfach ausgeliefert sind, sondern sie selbst erschaffen. Dass man die Zeit sogar berühren, festhalten und verändern kann. Und Peter wird klar, dass es jetzt nicht mehr möglich ist aufzugeben, nicht, wenn man etwas wie die Liebe gefunden hat: "Ist man ihr einmal begegnet, dann will man nicht mehr sinken. Dann sehnt man sich für immer nach der Oberfläche." Empfohlen ab 16 Jahren / ab 10. Klasse. Mit freundlicher Unterstützung der K.S. Fischer-Stiftung Verlag:  Gyldendal Group Agency


Kategorie: Kinder & Jugend

Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem "Michelangelo des Verhörs", Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander verflochten, makaber aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können. Der Autor und Kosmopolit Ilija Trojanow recherchierte fast zwanzig Jahre, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Ein eminent politisches Buch, das ein zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit entfaltet. Ilja Trojanow (geb. 1965 in Sofia) floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Bulgarien in den Westen. Er wurde ein deutschsprachiger Autor, preisgekrönt, ein Kosmopolit, der für diesen großen Roman zu den Wurzeln zurückkehrt. Fast zwanzig Jahre lang recherchierte er, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Es ist sein Lebenswerk. Ein eminent politisches Buch und ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.


Kategorie: Schauspiel

F: Wenn ich dazu mal etwas sagen dürfte... Eine Sache, auf die ich mich immer verlassen kann, ist, dass ich mich schäme. Darauf kann ich mich immer verlassen. Ja, und das war's auch schon. B: Was soll das denn heißen? "Juristischer fotografischer Realismus"? K: Im Gegensatz dazu, wie 'Sichtbarkeit' gerade diskutiert wird, müsste es vielmehr darum gehen, dass Frauen genauso unsichtbar sind wie weiße Männer. Dass überhaupt alles Markierte undeutlich sein kann. Um eine optische Politik müsste es gehen, die das alles in das Dunkle zieht, raus aus der Erhellung, in die Nicht-Transparenz. Auf einer besseren Darstellung der Welt müsste man beharren, die sich nicht in der Suche nach Repräsentation erschöpft. In einem Regime der Überdeutlichkeit, der Erhellung, des Realismus also, ist der weiße Mann ja unsichtbar. Es gibt einen Blick, der bestrebt ist, zu repräsentieren, und zugleich der Repräsentation zu entgehen, und der will auch die vollkommen transparente Vermittlung der Welt. Aber gegen die Gefräßigkeit des Auges ginge es ja gerade darum, 'nicht sichtbar' zu sein.    A: Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sind nie symmetrisch. Das Privileg liegt eindeutig bei der Unsichtbarkeit. Man müsste so unsichtbar sein wie die weißen Typen. Und wenn Sichtbarkeit was wert wäre, wäre ich wirklich dabei. Aber es geht eher darum: unsichtbar sein wie weiße Typen. Ja, und natürlich versteh ich auch, dass 'Sichtbarkeit' sein muss, dass eine Haltung zugunsten des Sichtbarmachens in kritischer Absicht erfolgen muss, um für Gleichheit einzutreten, aber die dem ganzen zu Grunde liegende Asymmetrie bleibt leider bestehen. B: Beim Film lässt sich beobachten, dass die meisten, die über ihn nachdenken entweder an die Bewegung glauben und das Bild übergehen, oder am Bild festhalten und die Bewegung übergehen. Sie berücksichtigen dann nicht den Film, der zum Beispiel, wie etwa beim Kinematographen 50 Prozent dessen, was beim Schauen vor den Augen liegt, im Unsichtbaren belässt. Und darum müsste es vielleicht gehen... Ich würde mich gerne im Unsichtbaren lassen. Wie etwa jemand, der versucht illegal eine Grenze zu passieren. Wie jemand, der nicht gesehen werden will, weil es eine Herrschaft der Transparenz gibt, der Beleuchtung, des Erhellens. Die vor allem die betreiben, die nicht gesehen werden. Ich werde gesehen, und will unsichtbar bleiben. Repräsentation ist ja das, was seine eigene Grenze definiert. Und Figuren der Flucht, versuchen das Ziehen einer Grenze zu unterlaufen. Repräsentation versucht immer die Grenzen zu sichern. Das ist genau, was es bedeutet.   Black Maria. So nannte man das 1893 gebaute erste Filmstudio der Welt. Das Schwarz der Dachpappe, aus der es gebaut war, und seine Enge erinnerte an die schwarz lackierten Gefangenentransporter, lahme Pferdekutschen, die man "Black Maria" nannte nach dem damals berühmtesten Rennpferd. Das Haus stand auf Rollen, denn sein Dach, das man öffnen und schließen konnte, folgte der Sonne. Mit Bildern aus dem Tannhäuser Tor Zyklus des Malers und Zeichners Alekos Hofstetter. Wir danken den Kostümwerkstätten der Salzburger Festspiele für die Leihgabe der Spiegelanzüge.


Kategorie: Schauspiel

Diese Show läuft seit 1996 in immer derselben Besetzung. Ein Mann, ein Mikrophon, eine Leinwand – mehr nicht. Und doch ist sie jedes Mal neu. Kein Abend gleicht dem anderen, jeder steht für sich allein. Doch was verbirgt sich hinter der bescheiden "Videoschnipselvortrag" betitelten Bühnendarbietung? An dieser Stelle könnte man die FAZ zitieren, die launisch bemerkt: "Kuttner beweist mit jedem Auftritt, dass man berlinernd zehnmal schneller denken und sprechen kann als nicht berlinernd". Es ginge natürlich auch die Berliner Zeitung, die von Abenden berichtet, "an denen mit großer Verlässlichkeit verwirrende und erhellende Assoziationsketten ausgelöst werden". Oder den Tagesspiegel, der Jürgen Kuttner einen der "letzten Radikalaufklärer der Gegenwart" nennt. Man kann es aber auch lassen und ganz nüchtern anmerken, dass der promovierte Kulturwissenschaftler Jürgen Kuttner in seinen Videoschnipselvorträgen unter Zuhilfenahme einiger gut abgehangener Fernsehausschnitte brandaktuelle gesellschaftliche Zustandsbeschreibungen abliefert. Was jetzt wiederum etwas betulich klingt und unterschlägt, dass diese Abende bei den meisten Zuschauer_innen nicht nur die politisch-moralischen Grundfesten, sondern auch das Zwerchfell schwerstens erschüttern. Mit: Jürgen Kuttner und André Meier, Deutsches Theater


Kategorie: Schauspiel

Aus dem Französischen von Simon Werle "Ich werde schön sein." Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden. "Eine Sache muss schriftlich festgehalten werden: Es handelt sich nicht um ein Plädoyer über das Los der Domestiken. Ich vermute, es gibt eine Gewerkschaft der Hausangestellten – das geht uns nichts an." (Jean Genet)


Kategorie: Schauspiel

F: Wenn ich dazu mal etwas sagen dürfte... Eine Sache, auf die ich mich immer verlassen kann, ist, dass ich mich schäme. Darauf kann ich mich immer verlassen. Ja, und das war's auch schon. B: Was soll das denn heißen? "Juristischer fotografischer Realismus"? K: Im Gegensatz dazu, wie 'Sichtbarkeit' gerade diskutiert wird, müsste es vielmehr darum gehen, dass Frauen genauso unsichtbar sind wie weiße Männer. Dass überhaupt alles Markierte undeutlich sein kann. Um eine optische Politik müsste es gehen, die das alles in das Dunkle zieht, raus aus der Erhellung, in die Nicht-Transparenz. Auf einer besseren Darstellung der Welt müsste man beharren, die sich nicht in der Suche nach Repräsentation erschöpft. In einem Regime der Überdeutlichkeit, der Erhellung, des Realismus also, ist der weiße Mann ja unsichtbar. Es gibt einen Blick, der bestrebt ist, zu repräsentieren, und zugleich der Repräsentation zu entgehen, und der will auch die vollkommen transparente Vermittlung der Welt. Aber gegen die Gefräßigkeit des Auges ginge es ja gerade darum, 'nicht sichtbar' zu sein.    A: Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sind nie symmetrisch. Das Privileg liegt eindeutig bei der Unsichtbarkeit. Man müsste so unsichtbar sein wie die weißen Typen. Und wenn Sichtbarkeit was wert wäre, wäre ich wirklich dabei. Aber es geht eher darum: unsichtbar sein wie weiße Typen. Ja, und natürlich versteh ich auch, dass 'Sichtbarkeit' sein muss, dass eine Haltung zugunsten des Sichtbarmachens in kritischer Absicht erfolgen muss, um für Gleichheit einzutreten, aber die dem ganzen zu Grunde liegende Asymmetrie bleibt leider bestehen. B: Beim Film lässt sich beobachten, dass die meisten, die über ihn nachdenken entweder an die Bewegung glauben und das Bild übergehen, oder am Bild festhalten und die Bewegung übergehen. Sie berücksichtigen dann nicht den Film, der zum Beispiel, wie etwa beim Kinematographen 50 Prozent dessen, was beim Schauen vor den Augen liegt, im Unsichtbaren belässt. Und darum müsste es vielleicht gehen... Ich würde mich gerne im Unsichtbaren lassen. Wie etwa jemand, der versucht illegal eine Grenze zu passieren. Wie jemand, der nicht gesehen werden will, weil es eine Herrschaft der Transparenz gibt, der Beleuchtung, des Erhellens. Die vor allem die betreiben, die nicht gesehen werden. Ich werde gesehen, und will unsichtbar bleiben. Repräsentation ist ja das, was seine eigene Grenze definiert. Und Figuren der Flucht, versuchen das Ziehen einer Grenze zu unterlaufen. Repräsentation versucht immer die Grenzen zu sichern. Das ist genau, was es bedeutet.   Black Maria. So nannte man das 1893 gebaute erste Filmstudio der Welt. Das Schwarz der Dachpappe, aus der es gebaut war, und seine Enge erinnerte an die schwarz lackierten Gefangenentransporter, lahme Pferdekutschen, die man "Black Maria" nannte nach dem damals berühmtesten Rennpferd. Das Haus stand auf Rollen, denn sein Dach, das man öffnen und schließen konnte, folgte der Sonne. Mit Bildern aus dem Tannhäuser Tor Zyklus des Malers und Zeichners Alekos Hofstetter. Wir danken den Kostümwerkstätten der Salzburger Festspiele für die Leihgabe der Spiegelanzüge.


Kategorie: Schauspiel

Bühnenprogramm von und mit Schüler_innen verschiedener freier Schulen zum Motto „Leben ist Vielfalt!“ Anmeldung und Kartenbestellung: info@freie-schulen-berlin.de


Kategorie: Spezial

"Solange ich noch irgendeinen Satz sagen kann, werde ich alles tun, um möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass in einer rechten Regierung nicht die Zukunft Deutschlands liegt."   Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist eine der profiliertesten und beliebtesten Politikerinnen der FDP. Nach dem Jurastudium in Bielefeld und Göttingen gehört sie seit 1978 der Partei an, ist von 1990-2013 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1992-1996 und von 2009-2013 Bundesministerin der Justiz (1996 trat sie aus Protest gegen den geplanten "Großen Lauschangriff" der Regierung zurück). Für ihre politische, sowie ehrenamtliche Arbeit hat sie zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, u. a. das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Hamm-Brücher Medaille. Seit 2014 ist sie Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für Freiheit, engagiert sich u. a. im Verein 'Gegen das Vergessen - Für Demokratie e. V.' und dem 'Deutschen Kinderschutzbund' und gehörte zu den Unterstützerinnen von Alice Schwarzers PorNO-Kampagne. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will für die Freiheit begeistern und das "tu ich weiter, als bekennende Liberale und Kämpferin für das, was in unserem Grundgesetz zu lesen steht" - auch, wenn sie damit aneckt. Viel Gesprächsstoff für die Begegnung mit Gregor Gysi am 22. September im Deutschen Theater!


Kategorie: Spezial

Übersetzung: Eva Pieper Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Alles an ihr scheint fremdbestimmt – durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die streitbaren Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon beispielhaft aufbegehrt, ein heroischer Weg, den Insmene nicht mitgeht. – Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte. Dass Susanne Wolff nach ihrer fulminanten Darstellung des Kreon in Ödipus Stadt ebenfalls in der Regie von Stephan Kimmig nun ausgerechnet diese Rolle spielt, ist mehr als nur eine Ironie des Theaterschicksals. Kreon ist der Mann, der Ismenes halbe Familie umbringt, ihren Vater Ödipus in die tödliche Verbannung schickt und Antigone zum Tod verurteilt. Nach dem großen Antigone-Drama kommt es in Lot Vekemans Fortschreibung des Mythos jedoch nicht zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kreon und Ismene. Im Gegenteil. Beide leben in stiller Abgeschiedenheit weiter und als Kreon Jahre später schwer erkrankt, pflegt sie ihn geduldig bis zu seinem Tod, und so bilden sie, die Überlebenden des Mythos, im Geiste eine Art postapokalyptisches Paar.


Kategorie: Schauspiel

"Wladimir: Also? Wir gehen? Estragon: Gehen wir! (Sie rühren sich nicht von der Stelle.)" Landstraße. Ein Baum. Abend. Zwei Akte, zweimal zwei Personen: Wladimir und Estragon, Pozzo und Lucky. Manchmal geht ein Junge vorbei. Nichts geschieht. Und es ist, wie gleich die erste Replik von Becketts Text sagt, auch "nichts zu machen". Was bleibt, ist das Warten. Und das Sprechen. Als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, sich seiner selbst zu versichern. Als ob die sich wiederholenden Rituale der Rede zugleich dazu dienten, das Leiden an der Leere der Welt, den puren Zeit-Vertreib, erträglich zu machen. Mit ihm zu spielen. Sich zu retten. Während der Vorarbeiten zu seiner Warten auf Godot-Inszenierung ist Dimiter Gotscheff – der große bulgarische Regisseur, der dem europäischen Theater seinen unverwechselbaren Stempel aus Lakonie, Witz, Poesie und Abgründigkeit aufgedrückt hat – im Oktober 2013 gestorben. Es war insbesondere ein Wunsch seiner Schauspieler, das Stück auf die Bühne zu bringen: als liebevolle Hommage.


Kategorie: Schauspiel

Einen Systemwechsel hat sie überstanden, den Mann an die Straußenzucht verloren und die Tochter an ein Leben in den USA. Inge Lohmark, Sport- und Biologielehrerin seit 30 Jahren, weiß, dass man sich an veränderte Umstände anzupassen hat. Und nur die Stärksten überleben. Doch nun will die sterbende Kleinstadt in Vorpommern, in der sie unterrichtet, ihre Schule schließen, ihre Unterrichtsmethoden geraten in die Kritik – und sie, völlig unerwartet, verliebt sich in eine ihrer Schülerinnen. Lohmarks geordnetes Weltbild, ihr Biologismus, bekommt ernsthafte Risse. Judith Schalansky erzählt von einer Zeit des Übergangs: das Alte gibt es nicht mehr, das Neue bleibt fremd. Sie schreibt über Menschen, die zu retten versuchen, was nicht zu retten ist, und über die Nachwendejahre zwischen Verknöcherung und Aufbruch.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

Ein König, ein Reich, drei Töchter: Was also läge näher, als auch das Erbe auf drei Schultern zu verteilen? Bekanntermaßen scheitert Lears Vorhaben, weil sich Cordelia, seine Jüngste, nicht so benimmt wie erwartet und ihrem Vater den gewünschten Liebesbeweis vorenthält. Sie wird enterbt. Doch ist das für uns, die wir zeitliche Wesen sind, überhaupt möglich: nicht zu erben, nicht in Sprachen, Geschichten, Traditionen und Weltzustände hineingestellt zu sein? Inwieweit lässt sich ein Erbe ausschlagen, inwiefern wählen? Und umgekehrt, was ist es, das wir weitergeben? Kann man geben, was man nicht hat? Woraus wird Morgen gemacht sein (Victor Hugo)? Zusammen mit dem Ensemble geht Sebastian Hartmann den Spuren des Erbes, der Gabe und des Künftigen in Shakespeares Königsdrama nach. Und sorgt im Zuge dieser Spurensuche für eine höchst überraschende Begegnung: Lear trifft auf den jüngsten Theatertext von Wolfram Lotz, das leichtfüßige, raffinierte, hoch rhythmisierte Sprechstück Die Politiker , einen gedankenschnellen Wortstrom, dessen Kaskaden Kindheitssplitter, Kanister und "klägliche Signale in der Finsternis" umspülen und das als Teil der Inszenierung im Deutschen Theater uraufgeführt wird.


Kategorie: Schauspiel

Einen Systemwechsel hat sie überstanden, den Mann an die Straußenzucht verloren und die Tochter an ein Leben in den USA. Inge Lohmark, Sport- und Biologielehrerin seit 30 Jahren, weiß, dass man sich an veränderte Umstände anzupassen hat. Und nur die Stärksten überleben. Doch nun will die sterbende Kleinstadt in Vorpommern, in der sie unterrichtet, ihre Schule schließen, ihre Unterrichtsmethoden geraten in die Kritik – und sie, völlig unerwartet, verliebt sich in eine ihrer Schülerinnen. Lohmarks geordnetes Weltbild, ihr Biologismus, bekommt ernsthafte Risse. Judith Schalansky erzählt von einer Zeit des Übergangs: das Alte gibt es nicht mehr, das Neue bleibt fremd. Sie schreibt über Menschen, die zu retten versuchen, was nicht zu retten ist, und über die Nachwendejahre zwischen Verknöcherung und Aufbruch.


Kategorie: Schauspiel

Dov Grinstein ist Stand-up-Comedian, Krakeeler, Alleinunterhalter und Publikumshure. In einem Saal im öden Industriegebiet von Netanja, einer Stadt zwischen Haifa und Tel Aviv, tritt er zu seiner – letzten – Vorstellung an. Er reizt sein Publikum, spricht es direkt an, wird offen beleidigend, entschuldigt sich tränenreich. Er reißt Possen, erzählt faule und geistreiche, vulgäre und unschuldige Witze. Die Shoah und ihre Opfer werden von seinem tabulosen Humor ebenso wenig verschont wie Israels Politik in den Palästinensergebieten. Dov kämpft fast zwei Stunden mit Furor um die Aufmerksamkeit der Leute, niemand darf verloren gehen. Denn er hat mehr zu bieten als eine gelungene Show: Er muss von seinem "persönlichen Tschernobyl" berichten, von dem Trauma, der Schuld, die sein Leben vergiftet hat. David Grossman, 1954 in Jerusalem geboren, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. 2008 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis, 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2017 den Man Booker International Prize für seinen Roman Kommt ein Pferd in die Bar .


Kategorie: Schauspiel

„Sie wollten nichts wissen von dem Gedanken, dass einige Schüler unten im Dunkel waren. Sie wollten überhaupt vom Dunkel nichts wissen, alles im Universum sollte hell und licht sein. Mit dem Messer des Lichts wollten sie das Dunkel sauberschaben. Dieser Gedanke wirkt beinahe geisteskrank.“  Peter hat sieben Waisenhäuser und Schreckliches hinter sich, als er überraschend an Biehls renommierter Privatschule aufgenommen wird. Er gilt als normal begabt und funktioniert, dann bekommt er plötzlich ein Problem mit der Zeit und ahnt, dass etwas Großes und Erbarmungsloses hinter dem rigiden System der Schule steht. Mit Katharina, die ähnlichen Fragen auf der Spur ist, gründet er ein Zeit-Laboratorium, um zu untersuchen: Warum haben die Lehrer ihre eigenen Kinder von der Schule genommen? Warum werden Lautsprecher und eine Abhöranlage installiert? Warum wird so viel Wert auf absolute Pünktlichkeit gelegt? Und weshalb wird jemand wie der verhaltensgestörte August aufgenommen? Die drei bilden eine Ersatzfamilie und versuchen, dem geheimen Plan auf die Spur zu kommen, um die Katastrophe zu verhindern. Nichts wird gut. Aber sie entdecken, dass sie der Zeit nicht einfach ausgeliefert sind, sondern sie selbst erschaffen. Dass man die Zeit sogar berühren, festhalten und verändern kann. Und Peter wird klar, dass es jetzt nicht mehr möglich ist aufzugeben, nicht, wenn man etwas wie die Liebe gefunden hat: "Ist man ihr einmal begegnet, dann will man nicht mehr sinken. Dann sehnt man sich für immer nach der Oberfläche." Empfohlen ab 16 Jahren / ab 10. Klasse. Mit freundlicher Unterstützung der K.S. Fischer-Stiftung Verlag:  Gyldendal Group Agency


Kategorie: Kinder & Jugend

Deutsche Übersetzung von Hans Wolf in einer Fassung von Jette Steckel und Anika Steinhoff "Keiner denkt oder fühlt oder interessiert sich mehr für irgendwas.- keiner begeistert sich mehr oder glaubt noch an irgendwas außer an seine eigene gottverdammte bequeme Mittelmäßigkeit."   Amerika, 1955. April und Frank Wheeler sind mit ihren zwei Kindern in eine idyllische Vorstadtsiedlung gezogen. Rein äußerlich unterscheidet sich ihr Leben kaum von dem konventionellen, in Gewohnheit erstarrten und nur von gelegentlichen Zerstreuungen erhellten Alltag ihrer Nachbarn – sie haben sich bis zur Ununterscheidbarkeit ihrem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Doch von ihnen geht in den Augen der Anderen Glamour und Zauber aus, sie sind – und so empfinden sie selbst es auch – etwas Besonderes. Die Wheelers wollen sich nicht abfinden mit dem Dahinschwinden der Jugend, sie wollen die verheißungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bietet, nicht verpassen. Als April als Theaterschauspielerin scheitert und die Ehe der Wheelers merklich zu kriseln beginnt, ersinnt sie einen romantischen Ausweg – ein Umzug nach Paris soll die langersehnte Freiheit bringen und vor allem Frank die Chance geben, "sich selbst zu finden". Kurzzeitig belebt dieser Plan ihr Zusammenleben, doch Frank hat zunehmend Angst vor der Veränderung, hat begonnen, sich in seinem Job und mit einer Affäre einzurichten. Die Auseinandersetzungen nehmen zu, brüchige Versöhnungen folgen auf ungewollte Selbstentblößungen und Vorwürfe, bis das Ehepaar die Umzugspläne fallen lässt. Mit dieser Entscheidung verlieren die Wheelers immer rascher und schließlich tragisch im Verlauf eines Sommers jeglichen Halt.    Richard Yates' glanzvoller Roman aus dem Jahr 1961 zeigt in lässigen Momentaufnahmen und doch mit tiefem Ernst gegenüber den Menschen, wie das Erfüllen von gesellschaftlichen Konventionen unsere Sensibilität gegenüber unseren eigenen, tiefen Lebensimpulsen abstumpfen lässt und wie sich in Zeiten des Friedens der Krieg in die zwischenmenschlichen Beziehungen verlagert und einen Lebenstraum vergiftet. Wir danken der Regisseurin Angela Schanelec für die freundliche Genehmigung, einen Ausschnitt aus ihrem Film Orly (2010) in der Inszenierung zu zeigen.


Kategorie: Schauspiel

Wie ist ein Projekt von Ärzte ohne Grenzen aufgebaut? Wer sind die Menschen, die vor Ort Hilfe leisten? Bei "live vor Ort" erzählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihren Erlebnissen. Ein Vortrag mit persönlichen Berichten und Fotos. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Gespräch. Rund 41.500 Menschen arbeiten in den weltweiten Projekten von Ärzte ohne Grenzen – 37.800 nationale und mehr als 3.600 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jedes Jahr reisen rund 300 Frauen und Männer aus Deutschland in die Projekte. Die meisten von ihnen sind Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal oder kommen aus anderen medizinischen Berufen. Es gehen jedoch auch Finanz-, Personalfach- und Logistikkräfte mit uns ins Projekt. Bitte melden Sie sich aufgrund der beschränkten Plätze an. Anmeldung und Information unter  anmeldung-veranstaltung@berlin.msf.org  oder service@deutschestheater.de


Kategorie: Spezial

von Arthur Schnitzler


Kategorie: Lesung

"…und alle heben sich gleichzeitig empor / von ihren Stangen / und flattern hinauf in die Kuppel / als hätten sie das Loch dort oben im Eisengitter / erst jetzt gesehen…"   Die Schauspielerin Jutta Wachowiak, geboren 1940, spielt die Wärterin in einem geheimnisvollen Park. Dinosaurier werden hier gezüchtet. Es soll ein Vergnügungspark werden. Sie nimmt heimlich einen kleinen Dino mit nach Hause. Er wächst und wächst, lernt Kunststücke und tritt im Zoo auf. Die Geschichte des Parks, den man weder verlassen, noch unkontrolliert betreten darf, vermischt sich mit der Biografie Wachowiaks. Sie hat viel zu erzählen: vom Krieg, von einem Land, das es nicht mehr gibt, von dem Land, in dem sie jetzt lebt. Einst äußerst erfolgreich in Film und Theater der DDR und mehrfach ausgezeichnet, ist für die Schauspielerin nach der Öffnung des Parks nichts mehr so wie es war. Sie haben die Fenster aufgemacht. Die neue Freiheit ließ sich nicht genießen. Die Ignoranz gegenüber Fähigkeiten, Wissen, Ideen und Erlebtem und die Enttäuschung darüber führt sie zu einem Neuanfang nach Essen, zu Arbeiten mit jungen Regisseuren, und zurück nach Berlin an das Deutsche Theater in einen ehemaligen Vergnügungspark.


Kategorie: Schauspiel

Ein namenloser IT-Spezialist, Angestellter eines Pariser Softwareunternehmens, unternimmt eine Dienstreise in die Provinz. Präzise und bestechend rational beschreibt er die Stationen seiner Vereinsamung, "das fortschreitende Verlöschen aller menschlichen Beziehungen", seinen Ekel, seinen Selbsthass – auch die Geilheit und Verzweiflung, mit der sein sexuell frustrierter Reisebegleiter und Arbeitskollege Tisserand auf die Welt und den weiblichen Körper blickt. Am Weihnachtsabend eskaliert die Situation. Nach dem Besuch einer Diskothek folgen die beiden einem jungen Liebespaar in die Dünen… "Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen", schreibt Houellebecq in seinem Romandebüt. Ausweitung der Kampfzone wurde in Windeseile zum Kultbuch, rückhaltlos gelobt und wütend bekämpft, zunächst in Frankreich, seit 1999 auch in Deutschland. Heute gilt der Roman als Pioniertat. Sein Titel ist zum Sprichwort geworden, die Kampfzonen zum Synonym für die Seelenlandschaften unserer Gesellschaft.


Kategorie: Schauspiel

Ein König, ein Reich, drei Töchter: Was also läge näher, als auch das Erbe auf drei Schultern zu verteilen? Bekanntermaßen scheitert Lears Vorhaben, weil sich Cordelia, seine Jüngste, nicht so benimmt wie erwartet und ihrem Vater den gewünschten Liebesbeweis vorenthält. Sie wird enterbt. Doch ist das für uns, die wir zeitliche Wesen sind, überhaupt möglich: nicht zu erben, nicht in Sprachen, Geschichten, Traditionen und Weltzustände hineingestellt zu sein? Inwieweit lässt sich ein Erbe ausschlagen, inwiefern wählen? Und umgekehrt, was ist es, das wir weitergeben? Kann man geben, was man nicht hat? Woraus wird Morgen gemacht sein (Victor Hugo)? Zusammen mit dem Ensemble geht Sebastian Hartmann den Spuren des Erbes, der Gabe und des Künftigen in Shakespeares Königsdrama nach. Und sorgt im Zuge dieser Spurensuche für eine höchst überraschende Begegnung: Lear trifft auf den jüngsten Theatertext von Wolfram Lotz, das leichtfüßige, raffinierte, hoch rhythmisierte Sprechstück Die Politiker , einen gedankenschnellen Wortstrom, dessen Kaskaden Kindheitssplitter, Kanister und "klägliche Signale in der Finsternis" umspülen und das als Teil der Inszenierung im Deutschen Theater uraufgeführt wird.


Kategorie: Schauspiel

Einen Systemwechsel hat sie überstanden, den Mann an die Straußenzucht verloren und die Tochter an ein Leben in den USA. Inge Lohmark, Sport- und Biologielehrerin seit 30 Jahren, weiß, dass man sich an veränderte Umstände anzupassen hat. Und nur die Stärksten überleben. Doch nun will die sterbende Kleinstadt in Vorpommern, in der sie unterrichtet, ihre Schule schließen, ihre Unterrichtsmethoden geraten in die Kritik – und sie, völlig unerwartet, verliebt sich in eine ihrer Schülerinnen. Lohmarks geordnetes Weltbild, ihr Biologismus, bekommt ernsthafte Risse. Judith Schalansky erzählt von einer Zeit des Übergangs: das Alte gibt es nicht mehr, das Neue bleibt fremd. Sie schreibt über Menschen, die zu retten versuchen, was nicht zu retten ist, und über die Nachwendejahre zwischen Verknöcherung und Aufbruch.


Kategorie: Schauspiel

"Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war." In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meerjungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonist_innen des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spektakel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkulturellem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Jan Bosse und David Heiligers Mitarbeit und zusätzliche Texte von Armin Petras Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf. Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Das jüngste Stück von Ferdinand Schmalz beginnt mit der goldenen Aussicht auf eine kleine Heimat weit außerhalb der Stadt. Heinar hat ein Stück Land gekauft: für sich, seine schwangere Frau Petra und für das ungeborene Kind. Doch was als Sinn-Ganzes gedacht ist, als großer Zusammenhang, läuft bald aus dem Ruder. Fassungslos beobachtet seine Umgebung – die Dorfbewohner, sein Financier und Schwiegervater, seine Freunde, seine Ehefrau – wie der Bauherr nach wochenlanger Meditation eigenhändig und wie ein Irrer zu bauen beginnt. Doch was entsteht, ist kein "haus, / mit wänden, / türen, / fenstern, / keller, / speise-, / kinder-, / schlaf-, / und gästezimmer, / bad und klo, / brause im hause, / krüppelwalmdach, / terrasse, / carport". Statt dieser und ähnlicher Errungenschaften enthüllt Heinar einen strahlend weißen Tempel – "als hätt ein gott ihn / aus der akropolis herausgerissen". Bald wächst die Baustelle ins Unermessliche. "aus den ruinen des kontinents“ heraus erfindet der Tempelherr sich und sein Stück Land ganz neu. Alle anderen bleiben Zaungäste. Was ihnen verrückt erscheint, ist Heiner notwendig.- was er sich erschafft, bleibt ihnen verschlossen. Der Tempelherr baut Fluchten, Säulengänge, labyrinthische Sinnsucher-Strukturen: eine Schöpfung, die alle Zeiten sprengt und aus dem Gestern ins Morgen hineinragt. Ein neues Haus, eine Stadt, ein Gegenentwurf zu allem Bestehenden, ein Mausoleum, das den Bauherrn am Ende verschluckt.


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Neu durchgesehene Fassung nach der Übersetzung von Guido G. Meister In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf „Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..." Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann. Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlustes: Loman wird zum Opfer des bedingungslosen amerikanischen Traums von Erfolg und finanziellem Wohlstand. Kooperation mit der Universität der Künste Berlin Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2017 der Berliner Morgenpost


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:31.08.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
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