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Spielplan für Oktober 2018


Kategorie: Klassik

1871 in Wien geboren, 1942 im US-amerikanischen Exil verstorben, nahm Alexander Zemlinsky als Komponist und Pädagoge, bei dem u. a. Arnold Schönberg in die Lehre ging, die Position eines Vermittlers zwischen der Musik der Romantik und jener der klassischen Moderne ein. Der ab 1900 als Kapellmeister in Wien, später auch in Prag und – bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten – an der Berliner Krolloper tätige Zemlinsky schuf acht Opern, vier Symphonien sowie ein umfangreiches Œuvre an Liedern und Kammermusikwerken. Sein 1918 in Wien aus der Taufe gehobenes Zweites Streichquartett op. 15 charakterisierte Anton Webern mit dem Begriff »Wende« und subsummierte damit schlagwortartig die entwicklungsgeschichtliche Bedeutung des Werks: Denn Zemlinskys in den Dienst eines auf die Spitze getriebenen Expressionismus’ gestellte Ökonomie der kompositorischen Mittel ließ Schönbergs drei Jahre später vollzogenen Schritt zur »Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen« nur folgerichtig erscheinen.Das junge, 2013 gegründete französische Quatuor Arod, das u. a. bereits beim Verbier Festival und beim Septembre Musical de Montreux gefeiert wurde, stellt im Rahmen seines Debüts in Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker Zemlinskys epochales Zweites Streichquartett an das Ende eines Konzertprogramms, dessen Spannweite von einem idealtypischen Werk aus der Feder des Begründers der Gattung, Joseph Haydn, bis hin zur Präsentation einer vor kurzen entstandenen Streichquartettkomposition des 1989 in Toulouse geborenen Benjamin Attahir reicht.


Kategorie: Klassik

Warum sieht die Philharmonie aus wie ein Zirkuszelt? Welche Ideen verstecken sich hinter den verschiedenen Elementen in ihrer Architektur? In dieser musikalischen Expedition sind die teilnehmenden Kinder aufgefordert, ganz genau hinzuschauen und dann selbst kreativ zu werden. So entdecken alle die Philharmonie übers Malen, Zeichnen, Basteln und auch Musizieren. Diese Expedition findet im Rahmen des Großen Türöffner-Tags der Sendung mit der Maus statt.


Kategorie: Klassik

Im Umgang mit einigen Musikinstrumenten und Alltagsgegenständen sowie anhand kleiner Versuche erfahren die Teilnehmenden, wie Klang entsteht, wie dessen Eigenschaften (Frequenz, Amplitude und Klangfarbe) verändert werden können und wie wir ihn wahrnehmen. Dazu erfahren sie, wie sich der Klang im großen Saal der Philharmonie in alle Richtungen ausbreitet und überprüfen die Wirkung der akustischen Elemente des Saales. Diese Expedition findet im Rahmen des Großen Türöffner-Tags der Sendung mit der Maus statt.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Sein Klang ist unverwechselbar, und seine Interpretationen zeichnen sich durch Spontaneität und Originalität aus: Nach frühen Wettbewerbserfolgen debütierte der Cellist Alban Gerhardt als 21-Jähriger bei den Berliner Philharmonikern. Seine internationale Karriere hat ihn inzwischen zu fast 250 Orchestern in der ganzen Welt geführt. »Beim Spielen«, sagt er, »gehe ich immer ein Risiko ein. [...] Ich habe zwar ein Konzept von dem, was ich spiele, und trotzdem bin ich am Ende manchmal selbst überrascht, was dabei rauskommt.« Der gebürtige Berliner arbeitet mit vielen zeitgenössischen Komponisten wie Jörg Widmann, Matthias Pintscher oder Osvaldo Golijov zusammen. Im Mai 2014 übernahm er in den philharmonischen Konzerten den Solopart von Unsuk Chins Cellokonzert, das die koreanische Komponistin ihm widmete. Nun präsentiert Alban Gerhardt in europäischer Erstaufführung das neue Konzert für Violoncello und Orchester von Brett Dean, das die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit vier anderen Partnern in Auftrag gegeben haben.Dirigent ist Sakari Oramo, der seine musikalische Karriere als Violinist und Konzertmeister des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters begann, bevor er sich von Jorma Panula an der Sibelius-Akademie zum Orchesterleiter ausbilden ließ. Der australische Musiker Brett Dean wiederum, der bereits im Alter von acht Jahren im Queensland Youth Orchestra Violine spielte, bevor er zur Viola wechselte, war von 1985 bis 2000 Mitglied der Berliner Philharmoniker. In dieser Zeit entdeckte er die Improvisation für sich, welche ihm einen Weg zum Komponieren ebnete. Heute ist Brett Dean weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent tätig. Er erhielt Kompositionsaufträge vom Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic, den BBC Proms, dem Lucerne Festival und anderen.Nach der Pause hat Sakari Oramo die Lemminkäinen-Suite von Jean Sibelius aufs Programm gesetzt, die nach dem gleichnamigen Helden aus dem finnischen Nationalepos Kalevala benannt ist. Die Musik zeichnet die Erlebnisse dieses »Achill der finnischen Mythologie« (Sibelius) nach, wobei die zweite der insgesamt vier Episoden nach Tuonela, in das düstere Totenreich der finnischen Mythologie, führt: Um die Toten an der Rückkehr in das Reich der Lebenden zu hindern, wurde das Land von reißenden Gewässern umschlossen, auf denen ein singender Schwan seine Bahnen zieht. Der düsteren und fahlen Atmosphäre des Totenreichs entsprechend, verzichtete Sibelius bei seiner »Vertonung« weitgehend auf helle Klanganteile, wobei ein elegisches Englischhornthema den Gesang des Schwans wiedergibt.


Kategorie: Klassik

Sein Klang ist unverwechselbar, und seine Interpretationen zeichnen sich durch Spontaneität und Originalität aus: Nach frühen Wettbewerbserfolgen debütierte der Cellist Alban Gerhardt als 21-Jähriger bei den Berliner Philharmonikern. Seine internationale Karriere hat ihn inzwischen zu fast 250 Orchestern in der ganzen Welt geführt. »Beim Spielen«, sagt er, »gehe ich immer ein Risiko ein. [...] Ich habe zwar ein Konzept von dem, was ich spiele, und trotzdem bin ich am Ende manchmal selbst überrascht, was dabei rauskommt.« Der gebürtige Berliner arbeitet mit vielen zeitgenössischen Komponisten wie Jörg Widmann, Matthias Pintscher oder Osvaldo Golijov zusammen. Im Mai 2014 übernahm er in den philharmonischen Konzerten den Solopart von Unsuk Chins Cellokonzert, das die koreanische Komponistin ihm widmete. Nun präsentiert Alban Gerhardt in europäischer Erstaufführung das neue Konzert für Violoncello und Orchester von Brett Dean, das die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit vier anderen Partnern in Auftrag gegeben haben.Dirigent ist Sakari Oramo, der seine musikalische Karriere als Violinist und Konzertmeister des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters begann, bevor er sich von Jorma Panula an der Sibelius-Akademie zum Orchesterleiter ausbilden ließ. Der australische Musiker Brett Dean wiederum, der bereits im Alter von acht Jahren im Queensland Youth Orchestra Violine spielte, bevor er zur Viola wechselte, war von 1985 bis 2000 Mitglied der Berliner Philharmoniker. In dieser Zeit entdeckte er die Improvisation für sich, welche ihm einen Weg zum Komponieren ebnete. Heute ist Brett Dean weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent tätig. Er erhielt Kompositionsaufträge vom Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic, den BBC Proms, dem Lucerne Festival und anderen.Nach der Pause hat Sakari Oramo die Lemminkäinen-Suite von Jean Sibelius aufs Programm gesetzt, die nach dem gleichnamigen Helden aus dem finnischen Nationalepos Kalevala benannt ist. Die Musik zeichnet die Erlebnisse dieses »Achill der finnischen Mythologie« (Sibelius) nach, wobei die zweite der insgesamt vier Episoden nach Tuonela, in das düstere Totenreich der finnischen Mythologie, führt: Um die Toten an der Rückkehr in das Reich der Lebenden zu hindern, wurde das Land von reißenden Gewässern umschlossen, auf denen ein singender Schwan seine Bahnen zieht. Der düsteren und fahlen Atmosphäre des Totenreichs entsprechend, verzichtete Sibelius bei seiner »Vertonung« weitgehend auf helle Klanganteile, wobei ein elegisches Englischhornthema den Gesang des Schwans wiedergibt.


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Sein Klang ist unverwechselbar, und seine Interpretationen zeichnen sich durch Spontaneität und Originalität aus: Nach frühen Wettbewerbserfolgen debütierte der Cellist Alban Gerhardt als 21-Jähriger bei den Berliner Philharmonikern. Seine internationale Karriere hat ihn inzwischen zu fast 250 Orchestern in der ganzen Welt geführt. »Beim Spielen«, sagt er, »gehe ich immer ein Risiko ein. [...] Ich habe zwar ein Konzept von dem, was ich spiele, und trotzdem bin ich am Ende manchmal selbst überrascht, was dabei rauskommt.« Der gebürtige Berliner arbeitet mit vielen zeitgenössischen Komponisten wie Jörg Widmann, Matthias Pintscher oder Osvaldo Golijov zusammen. Im Mai 2014 übernahm er in den philharmonischen Konzerten den Solopart von Unsuk Chins Cellokonzert, das die koreanische Komponistin ihm widmete. Nun präsentiert Alban Gerhardt in europäischer Erstaufführung das neue Konzert für Violoncello und Orchester von Brett Dean, das die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit vier anderen Partnern in Auftrag gegeben haben.Dirigent ist Sakari Oramo, der seine musikalische Karriere als Violinist und Konzertmeister des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters begann, bevor er sich von Jorma Panula an der Sibelius-Akademie zum Orchesterleiter ausbilden ließ. Der australische Musiker Brett Dean wiederum, der bereits im Alter von acht Jahren im Queensland Youth Orchestra Violine spielte, bevor er zur Viola wechselte, war von 1985 bis 2000 Mitglied der Berliner Philharmoniker. In dieser Zeit entdeckte er die Improvisation für sich, welche ihm einen Weg zum Komponieren ebnete. Heute ist Brett Dean weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent tätig. Er erhielt Kompositionsaufträge vom Amsterdamer Concertgebouw Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic, den BBC Proms, dem Lucerne Festival und anderen.Nach der Pause hat Sakari Oramo die Lemminkäinen-Suite von Jean Sibelius aufs Programm gesetzt, die nach dem gleichnamigen Helden aus dem finnischen Nationalepos Kalevala benannt ist. Die Musik zeichnet die Erlebnisse dieses »Achill der finnischen Mythologie« (Sibelius) nach, wobei die zweite der insgesamt vier Episoden nach Tuonela, in das düstere Totenreich der finnischen Mythologie, führt: Um die Toten an der Rückkehr in das Reich der Lebenden zu hindern, wurde das Land von reißenden Gewässern umschlossen, auf denen ein singender Schwan seine Bahnen zieht. Der düsteren und fahlen Atmosphäre des Totenreichs entsprechend, verzichtete Sibelius bei seiner »Vertonung« weitgehend auf helle Klanganteile, wobei ein elegisches Englischhornthema den Gesang des Schwans wiedergibt.


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»Ein Taxi-Chauffeur, ein Weinreisender, ein Ladenmädel, eine Filmkomparsin und ein Mannequin. Was passiert? Nichts? Nichts passiert.« So bewarb die UFA bei der Premiere im Theater am Kurfürstendamm im Februar 1930 ihren neuesten Streifen. Doch das war bloße Koketterie, denn aus der vermeintlichen Ereignislosigkeit entstand ein Meisterwerk. Robert Siodmaks Stummfilm Menschen am Sonntag gilt als einer der wichtigsten Vertreter der »Neuen Sachlichkeit«.- er eröffnet in der Saison 2018/2019 die Orgelkonzertreihe der Berliner Philharmoniker.Der Film zeigt die Alltagserlebnisse junger Berlinerinnen und Berliner. Sie heißen Christl, Wolfgang, Annie, Brigitte und Erwin und wollen einen Ausflug an den Wannsee unternehmen. Gleich zu Beginn werden die Protagonisten wie zufällig erfasst, geraten aber auch wieder aus dem Fokus. Die S-Bahnen und Autos rattern durch das Bild. Es entsteht das Porträt einer Metropole, die auch am Sonntag nicht zur Ruhe kommt. Am Wannsee angekommen, zeigt die Kamera junge Menschen, die ein flüchtiges Glück suchen. Sie tollen im Wasser, liegen am Strand, verlieben sich, bändeln an, erleben schöne Momente und Enttäuschungen.Am Drehbuch wirkte kein Geringerer als Billy Wilder mit. »Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen«, gab dieser Jahrzehnte später zu Protokoll: »Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen, und du sollst nicht langweilen!« Das ist Wilder bei Menschen am Sonntag zweifellos gelungen.Die Berliner Philharmonie verwandelt sich für einen Abend in ein großes Stummfilmkino. An der Orgel erwarten wir mit Thomas Ospital einen Shootingstar unter den Organisten. Noch keine 30 Jahre alt, gehört der Franzose zu den gefragtesten Organisten unserer Zeit, wirkt als Titularorganist an der berühmten Kirche Saint-Eustache in Paris, ist erklärter Cineast und überhaupt ein musikalischer Alleskönner. Film ab!


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Der 1676 in Erfurt geborene Johann Bernhard Bach, genannt »der Ältere«, war ein Cousin zweiten Grades von Johann Sebastian Bach und ist nicht zu verwechseln mit dessen im Jahre 1700 ebenfalls auf den Namen Johann Bernhard geborenem Neffen. Zu Studienzeiten kreuzten sich die Wege von Johann Bernhard und Johann Sebastian Bach in Weimar. Nach ersten Stationen als Organist in Erfurt und Magdeburg lebte er bis zu seinem Tod im Jahre 1749 dann in Eisenach, wo er als Nachfolger seines Onkels Johann Christoph Bach Organist an der Georgenkirche und Cembalist der Hofkapelle war. Dass Johann Sebastian die Musik von Johann Bernhard geschätzt haben muss, geht daraus hervor, dass er in seiner Leipziger Zeit mit dem Collegium Musicum nachweislich Werke von diesem zur Aufführung brachte. Die meisten Kompositionen von Johann Bernhard gingen im Laufe der Jahrhunderte verloren.- überliefert sind heute neben einigen Orgelwerken lediglich vier Orchestersuiten, die den Einfluss von Georg Philipp Telemann, dem Johann Bernhard Bach in Eisenach begegnet war, erahnen lassen.Die Akademie für Alte Musik Berlin – seit 1982 eine der ersten Adressen in Sachen historisch informierter Interpretation und weltweit bekannt für ihren Forschergeist – stellt unter der Leitung ihres Konzertmeisters Georg Kallweit in diesem Konzert zwei Orchestersuiten von Johann Bernhard Bach zur Diskussion. Außerdem sind Concerti für drei bzw. vier Cembali und Orchester zu hören, die in Johann Sebastian Bachs Leipziger Jahren entstanden.


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Frank Peter Zimmermann ist einer der bedeutendsten Geiger unserer Zeit – und einer, der jenseits ausgetretener Repertoirepfade immer wieder nach weniger Vertrautem sucht: »Ich habe die Standardwerke so oft gespielt und auch aufgenommen, dass ich andere bedeutende Werke neben dem großen Strang dem Publikum näherbringen möchte.« In diesem Konzert steht das Violinkonzert Nr.?1 von Bohuslav Martin? im Fokus, das »kaum minder großartig« ist, als die zur gleichen Zeit entstandenen herausragenden Violinkonzerte von Strawinsky, Bartók, Berg, Schönberg, Hindemith und Britten, was sich allerdings »noch nicht herumgesprochen zu haben scheint« (Zimmermann).Martin?, der 1890 in Poli?ka nahe der böhmisch-mährischen Grenze geboren wurde und in jungen Jahren selbst als Violinist in der Tschechischen Philharmonie tätig war, schrieb dieses Stück 1932/1933 für den Violinvirtuosen Samuel Dushkin, für den Strawinsky kurz zuvor sein Violinkonzert komponiert hatte. Das technisch enorm anspruchsvolle Werk zeigt u.?a. mit seinen Schlagzeugeffekten im Mittelteil, wie sehr der tschechische Tonsetzer in den »wilden Zwanzigern« mit dem in Paris grassierenden »Virus des Neoklassizismus« (George Antheil) infiziert worden war. Dennoch sorgen originelle Details wie etwa die gedämpften Streichertriller mit Flatterzungenklängen der Flöte im groß angelegten Kopfsatz oder die vertrackten Synkopen in der zündenden Coda des Finales für einen individuellen Tonfall.Jakub Hr?ša, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast, hat an den Konzertbeginn die Tondichtung Das goldene Spinnrad seines Landsmanns Antonín Dvo?ák gestellt. Die abwechslungsreiche Musik nach einer Sage von Karel Jaromír Erben schildert die tschechische Variante des Aschenputtel-Stoffs. Abgerundet wird der Abend mit Leoš Janá?eks dramatischer und brillant instrumentierter Orchesterrhapsodie Taras Bulba nach der gleichnamigen Novelle Nikolai Gogols, in der die Tragödie des alten Saporoger Kosaken Taras Bulba und die seiner beiden Söhne, Andrij und Ostap, im Aufstand gegen Polen erzählt wird. Die poetische Vorlage bestimmt Form und Satzverlauf: Im ersten Teil evoziert eine grüblerische Musik die zwiespältigen Gefühle des Kosakenhauptmanns, der seinen eigenen Sohn tötet, da ihn dieser um der Liebe zu einer polnischen Adligen willen verraten hat. Im zweiten Satz wird Taras Bulba Zeuge von der Hinrichtung seines zweiten Sohnes Ostap durch die Polen, im dritten Teil wird er selbst verurteilt. Dennoch endet das Werk in einer gewaltigen Apotheose, da sich das Ende der polnischen Okkupation abzeichnet.


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Frank Peter Zimmermann ist einer der bedeutendsten Geiger unserer Zeit – und einer, der jenseits ausgetretener Repertoirepfade immer wieder nach weniger Vertrautem sucht: »Ich habe die Standardwerke so oft gespielt und auch aufgenommen, dass ich andere bedeutende Werke neben dem großen Strang dem Publikum näherbringen möchte.« In diesem Konzert steht das Violinkonzert Nr.?1 von Bohuslav Martin? im Fokus, das »kaum minder großartig« ist, als die zur gleichen Zeit entstandenen herausragenden Violinkonzerte von Strawinsky, Bartók, Berg, Schönberg, Hindemith und Britten, was sich allerdings »noch nicht herumgesprochen zu haben scheint« (Zimmermann).Martin?, der 1890 in Poli?ka nahe der böhmisch-mährischen Grenze geboren wurde und in jungen Jahren selbst als Violinist in der Tschechischen Philharmonie tätig war, schrieb dieses Stück 1932/1933 für den Violinvirtuosen Samuel Dushkin, für den Strawinsky kurz zuvor sein Violinkonzert komponiert hatte. Das technisch enorm anspruchsvolle Werk zeigt u.?a. mit seinen Schlagzeugeffekten im Mittelteil, wie sehr der tschechische Tonsetzer in den »wilden Zwanzigern« mit dem in Paris grassierenden »Virus des Neoklassizismus« (George Antheil) infiziert worden war. Dennoch sorgen originelle Details wie etwa die gedämpften Streichertriller mit Flatterzungenklängen der Flöte im groß angelegten Kopfsatz oder die vertrackten Synkopen in der zündenden Coda des Finales für einen individuellen Tonfall.Jakub Hr?ša, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast, hat an den Konzertbeginn die Tondichtung Das goldene Spinnrad seines Landsmanns Antonín Dvo?ák gestellt. Die abwechslungsreiche Musik nach einer Sage von Karel Jaromír Erben schildert die tschechische Variante des Aschenputtel-Stoffs. Abgerundet wird der Abend mit Leoš Janá?eks dramatischer und brillant instrumentierter Orchesterrhapsodie Taras Bulba nach der gleichnamigen Novelle Nikolai Gogols, in der die Tragödie des alten Saporoger Kosaken Taras Bulba und die seiner beiden Söhne, Andrij und Ostap, im Aufstand gegen Polen erzählt wird. Die poetische Vorlage bestimmt Form und Satzverlauf: Im ersten Teil evoziert eine grüblerische Musik die zwiespältigen Gefühle des Kosakenhauptmanns, der seinen eigenen Sohn tötet, da ihn dieser um der Liebe zu einer polnischen Adligen willen verraten hat. Im zweiten Satz wird Taras Bulba Zeuge von der Hinrichtung seines zweiten Sohnes Ostap durch die Polen, im dritten Teil wird er selbst verurteilt. Dennoch endet das Werk in einer gewaltigen Apotheose, da sich das Ende der polnischen Okkupation abzeichnet.


Kategorie: Klassik

2018 ist das Cello Instrument des Jahres. Aus diesen Anlass veranstaltet der Landesmusikrat Berlin in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker am 14. Oktober einen »Tag des Cellos« im Kammermusiksaal der Philharmonie. Rund um das Instrument bietet das Programm ab 12.30 Uhr bei freiem Eintritt Workshops, Vorträge, Ausstellungen und natürlich viel Musik. Neben den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker – unter deren Schirmherrschaft das Cello-Jahr steht – präsentieren sich u.?a. Schülerinnen und Schüler des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach, junge Musiker des Julius-Stern-Instituts sowie Studierende der beiden Berliner Musikhochschulen. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich bei Musikschulen zu informieren, und es bietet sich die nicht alltägliche Gelegenheit, Instrumenten- und Bogenbauern, die auch gerne Fragen beantworten, bei ihrer Arbeit zuzusehen. Beim Abschlusskonzert um 19 Uhr sind wieder Studierende der Universität der Künste sowie der Musikhochschule »Hanns Eisler« zu hören. Weiterführende Informationen zum Programm unter www.landesmusikrat-berlin.de/Projekte/Instrument-des-Jahres. Empfohlen für Kinder von 6 bis 10 Jahren


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Frank Peter Zimmermann ist einer der bedeutendsten Geiger unserer Zeit – und einer, der jenseits ausgetretener Repertoirepfade immer wieder nach weniger Vertrautem sucht: »Ich habe die Standardwerke so oft gespielt und auch aufgenommen, dass ich andere bedeutende Werke neben dem großen Strang dem Publikum näherbringen möchte.« In diesem Konzert steht das Violinkonzert Nr.?1 von Bohuslav Martin? im Fokus, das »kaum minder großartig« ist, als die zur gleichen Zeit entstandenen herausragenden Violinkonzerte von Strawinsky, Bartók, Berg, Schönberg, Hindemith und Britten, was sich allerdings »noch nicht herumgesprochen zu haben scheint« (Zimmermann).Martin?, der 1890 in Poli?ka nahe der böhmisch-mährischen Grenze geboren wurde und in jungen Jahren selbst als Violinist in der Tschechischen Philharmonie tätig war, schrieb dieses Stück 1932/1933 für den Violinvirtuosen Samuel Dushkin, für den Strawinsky kurz zuvor sein Violinkonzert komponiert hatte. Das technisch enorm anspruchsvolle Werk zeigt u.?a. mit seinen Schlagzeugeffekten im Mittelteil, wie sehr der tschechische Tonsetzer in den »wilden Zwanzigern« mit dem in Paris grassierenden »Virus des Neoklassizismus« (George Antheil) infiziert worden war. Dennoch sorgen originelle Details wie etwa die gedämpften Streichertriller mit Flatterzungenklängen der Flöte im groß angelegten Kopfsatz oder die vertrackten Synkopen in der zündenden Coda des Finales für einen individuellen Tonfall.Jakub Hr?ša, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast, hat an den Konzertbeginn die Tondichtung Das goldene Spinnrad seines Landsmanns Antonín Dvo?ák gestellt. Die abwechslungsreiche Musik nach einer Sage von Karel Jaromír Erben schildert die tschechische Variante des Aschenputtel-Stoffs. Abgerundet wird der Abend mit Leoš Janá?eks dramatischer und brillant instrumentierter Orchesterrhapsodie Taras Bulba nach der gleichnamigen Novelle Nikolai Gogols, in der die Tragödie des alten Saporoger Kosaken Taras Bulba und die seiner beiden Söhne, Andrij und Ostap, im Aufstand gegen Polen erzählt wird. Die poetische Vorlage bestimmt Form und Satzverlauf: Im ersten Teil evoziert eine grüblerische Musik die zwiespältigen Gefühle des Kosakenhauptmanns, der seinen eigenen Sohn tötet, da ihn dieser um der Liebe zu einer polnischen Adligen willen verraten hat. Im zweiten Satz wird Taras Bulba Zeuge von der Hinrichtung seines zweiten Sohnes Ostap durch die Polen, im dritten Teil wird er selbst verurteilt. Dennoch endet das Werk in einer gewaltigen Apotheose, da sich das Ende der polnischen Okkupation abzeichnet.


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2018 ist das Cello Instrument des Jahres. Aus diesen Anlass veranstaltet der Landesmusikrat Berlin in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker am 14. Oktober einen »Tag des Cellos« im Kammermusiksaal der Philharmonie. Rund um das Instrument bietet das Programm ab 12.30 Uhr bei freiem Eintritt Workshops, Vorträge, Ausstellungen und natürlich viel Musik. Neben den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker – unter deren Schirmherrschaft das Cello-Jahr steht – präsentieren sich u.?a. Schülerinnen und Schüler des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach, junge Musiker des Julius-Stern-Instituts sowie Studierende der beiden Berliner Musikhochschulen. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich bei Musikschulen zu informieren, und es bietet sich die nicht alltägliche Gelegenheit, Instrumenten- und Bogenbauern, die auch gerne Fragen beantworten, bei ihrer Arbeit zuzusehen. Beim Abschlusskonzert um 19 Uhr sind wieder Studierende der Universität der Künste sowie der Musikhochschule »Hanns Eisler« zu hören. Weiterführende Informationen zum Programm unter www.landesmusikrat-berlin.de/Projekte/Instrument-des-Jahres. Empfohlen für Kinder von 6 bis 10 Jahren


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Für die Musik sei der Rhythmus »weitaus entscheidender« als die Melodie, befand einst der eng mit Johannes Brahms befreundete Chirurg Theodor Billroth – und zwar deshalb, weil seiner Meinung nach der Rhythmus »das Elementare, unmittelbar mit gewissen Eigenschaften unseres Körpers Verbundene« sei, während die melodische Ausgestaltung einer Komposition eher »von Konvention – Gewohnheit, Mode, Zeitverhältnissen – abhängt«. Den Rhythmus in philharmonischen Konzerten geben die beiden Solopauker und die vier Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker vor, so will man zunächst meinen. Das stimmt, ist aber dennoch nur die halbe Wahrheit: Denn gerade das umfangreiche Instrumentarium der Schlagzeuggruppe verfügt auch über eine ganze Reihe von Melodieinstrumenten unterschiedlichster klanglicher Natur, ohne die das Orchesterrepertoire der letzten Jahrhunderte weitaus weniger farbenprächtig ausgefallen wäre.Im 20. Jahrhundert haben zahlreiche Komponisten das Schlagzeug dann auch für die Kammermusik entdeckt. Unter dem Motto »Im Anfang war der Rhythmus« geben in diesem Konzert die Solopauker Wieland Welzel und Rainer Seegers sowie die Schlagzeuger Simon Rössler und Jan Schlichte im Verbund mit ihren philharmonischen Kolleginnen und Kollegen Jelka Weber (Flöte) und Janne Saksala (Kontrabass) sowie zwei Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker einen Einblick in die faszinierenden Klangwelten, die sich in kammermusikalischen Kompositionen von und mit Schlagzeug eröffnen.


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Es gibt Autorinnen, Talkmasterinnen, Literaturexpertinnen, Hörbuchsprecherinnen und Kabarettistinnen. Und es gibt Elke Heidenreich. Es käme einer anspruchsvollen Fleißarbeit gleich, alle künstlerischen Projekte nennen zu wollen, denen Elke Heidenreich sich in den vergangenen Jahrzehnten widmete. Ihre große Liebe gilt dabei der Musik. Mehr noch, die Musik, insbesondere die Oper, ist aus dem Leben von Elke Heidenreich nicht wegzudenken. »Die Oper ist für mich Literatur und Musik«, erläutert sie. »Ich brauche die Bücher sehr für den Kopf und mein ganzes Leben, aber ich bin ja mit Büchern gefüllt bis obenhin, während ich von Musik nie genug kriegen kann. Ohne Musik könnte ich gar nicht leben. Aber letztlich ist die Frage wie die Wahl zwischen Essen und Trinken – man braucht beides!«Diese Leidenschaft verbindet Elke Heidenreich mit »Oscar«-Preisträger Volker Schlöndorff. Für drei seiner Filme (Der junge Törless, Eine Liebe von Swan und Die verlorene Ehre der Katharina Blum) schrieb kein Geringerer als Hans Werner Henze die Musik. Aus dieser Zusammenarbeit mit dem Komponisten entstand Schlöndorffs Interesse für das Musiktheater. So inszenierte er zum Beispiel 1974 in Frankfurt Katja Kabanowa von Leoš Janá?ek, zwei Jahre später folgte Wir erreichen den Fluss von Hans Werner Henze in Berlin. Weitere Inszenierungen sind La Bohème (1984), Aus einem Totenhaus von Janá?ek (1988 und 2005) sowie Lady Macbeth von Mzensk (Paris 1993). Das alleine wäre schon genug Stoff für eine spannende Unterhaltung, doch Elke Heidenreich und Volker Schlöndorff werden sicherlich auch manch anderes zur Sprache bringen. Vorhang auf!


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Wie Witold Lutos?awski einmal bekannte, schrieb er nur »solche Musik, wie ich sie gern höre«. Kein ungewöhnliches Statement für einen Komponisten des 20. Jahrhunderts, will man meinen – und dennoch eines, das den besonderen Erfolg von Lutos?awskis Musik in Ansätzen zu erklären vermag. Denn obwohl sich die ebenso vielschichtigen wie differenziert gearbeiteten Partituren des studierten Mathematikers durch ein hohes Maß an tonaler und rhythmischer Konstruktion auszeichnen, fanden und finden sie nicht nur die bewundernde Anerkennung von Fachleuten, sondern auch ungewöhnlich viel Zuspruch vonseiten des Publikums. Durchaus verständlich, war Lutos?awskis unterschiedlichen Kompositionstechniken verpflichtete, mitunter auch experimentelle Musik doch nie Selbstzweck, sondern behielt immer das Hörerlebnis im Auge. In seinem zwischen 1950 und 1954 entstandenen Konzert für Orchester verband Lutos?awski typische Elemente der polnischen Volksmusik mit seiner ureigenen kompositorischen Sprache. Ein geschickter Schachzug! Denn viele der Passagen, die beim ersten Hören des Werks avantgardistisch anmuten, erweisen sich als Adaptionen jahrhundertealter musikalischer Traditionen.Der estnische Dirigent Paavo Järvi stellt dieses Meisterwerk Lutos?awskis, das sich nach Aussage seines Komponisten über die Jahrzehnte hinweg seine »Frische bewahren« konnte, in einen Dialog mit Johannes Brahms’ 1877 in Wien uraufgeführter Zweiter Symphonie. Diese ging ihrem Schöpfer (gerade im Vergleich zu dem sich über zwölf Jahre erstreckenden Entstehungsprozess ihrer Vorgängerin) leicht von der Hand: Nachdem er in den Sommermonaten 1877 während eines Ferienaufenthalts in Pörtschach am Wörthersee – laut Brahms »ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten« – mit der Konzeption des Werks begonnen hatte, konnte er die Arbeit an der Partitur bereits im Oktober desselben Jahres abschließen. Nicht zuletzt wegen ihrer heiteren Grundstimmung ist Brahms’ Zweite bis heute wohl seine meistgespielte Symphonie. Mit dem ihm eigenen, hintergründigen Humor teilte Brahms seinem Verleger hingegen mit: »Die neue Symphonie ist so melancholisch, dass Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muss mit Trauerrand erscheinen!«


Kategorie: Klassik

Wie Witold Lutos?awski einmal bekannte, schrieb er nur »solche Musik, wie ich sie gern höre«. Kein ungewöhnliches Statement für einen Komponisten des 20. Jahrhunderts, will man meinen – und dennoch eines, das den besonderen Erfolg von Lutos?awskis Musik in Ansätzen zu erklären vermag. Denn obwohl sich die ebenso vielschichtigen wie differenziert gearbeiteten Partituren des studierten Mathematikers durch ein hohes Maß an tonaler und rhythmischer Konstruktion auszeichnen, fanden und finden sie nicht nur die bewundernde Anerkennung von Fachleuten, sondern auch ungewöhnlich viel Zuspruch vonseiten des Publikums. Durchaus verständlich, war Lutos?awskis unterschiedlichen Kompositionstechniken verpflichtete, mitunter auch experimentelle Musik doch nie Selbstzweck, sondern behielt immer das Hörerlebnis im Auge. In seinem zwischen 1950 und 1954 entstandenen Konzert für Orchester verband Lutos?awski typische Elemente der polnischen Volksmusik mit seiner ureigenen kompositorischen Sprache. Ein geschickter Schachzug! Denn viele der Passagen, die beim ersten Hören des Werks avantgardistisch anmuten, erweisen sich als Adaptionen jahrhundertealter musikalischer Traditionen.Der estnische Dirigent Paavo Järvi stellt dieses Meisterwerk Lutos?awskis, das sich nach Aussage seines Komponisten über die Jahrzehnte hinweg seine »Frische bewahren« konnte, in einen Dialog mit Johannes Brahms’ 1877 in Wien uraufgeführter Zweiter Symphonie. Diese ging ihrem Schöpfer (gerade im Vergleich zu dem sich über zwölf Jahre erstreckenden Entstehungsprozess ihrer Vorgängerin) leicht von der Hand: Nachdem er in den Sommermonaten 1877 während eines Ferienaufenthalts in Pörtschach am Wörthersee – laut Brahms »ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten« – mit der Konzeption des Werks begonnen hatte, konnte er die Arbeit an der Partitur bereits im Oktober desselben Jahres abschließen. Nicht zuletzt wegen ihrer heiteren Grundstimmung ist Brahms’ Zweite bis heute wohl seine meistgespielte Symphonie. Mit dem ihm eigenen, hintergründigen Humor teilte Brahms seinem Verleger hingegen mit: »Die neue Symphonie ist so melancholisch, dass Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muss mit Trauerrand erscheinen!«


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Wie Witold Lutos?awski einmal bekannte, schrieb er nur »solche Musik, wie ich sie gern höre«. Kein ungewöhnliches Statement für einen Komponisten des 20. Jahrhunderts, will man meinen – und dennoch eines, das den besonderen Erfolg von Lutos?awskis Musik in Ansätzen zu erklären vermag. Denn obwohl sich die ebenso vielschichtigen wie differenziert gearbeiteten Partituren des studierten Mathematikers durch ein hohes Maß an tonaler und rhythmischer Konstruktion auszeichnen, fanden und finden sie nicht nur die bewundernde Anerkennung von Fachleuten, sondern auch ungewöhnlich viel Zuspruch vonseiten des Publikums. Durchaus verständlich, war Lutos?awskis unterschiedlichen Kompositionstechniken verpflichtete, mitunter auch experimentelle Musik doch nie Selbstzweck, sondern behielt immer das Hörerlebnis im Auge. In seinem zwischen 1950 und 1954 entstandenen Konzert für Orchester verband Lutos?awski typische Elemente der polnischen Volksmusik mit seiner ureigenen kompositorischen Sprache. Ein geschickter Schachzug! Denn viele der Passagen, die beim ersten Hören des Werks avantgardistisch anmuten, erweisen sich als Adaptionen jahrhundertealter musikalischer Traditionen.Der estnische Dirigent Paavo Järvi stellt dieses Meisterwerk Lutos?awskis, das sich nach Aussage seines Komponisten über die Jahrzehnte hinweg seine »Frische bewahren« konnte, in einen Dialog mit Johannes Brahms’ 1877 in Wien uraufgeführter Zweiter Symphonie. Diese ging ihrem Schöpfer (gerade im Vergleich zu dem sich über zwölf Jahre erstreckenden Entstehungsprozess ihrer Vorgängerin) leicht von der Hand: Nachdem er in den Sommermonaten 1877 während eines Ferienaufenthalts in Pörtschach am Wörthersee – laut Brahms »ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten« – mit der Konzeption des Werks begonnen hatte, konnte er die Arbeit an der Partitur bereits im Oktober desselben Jahres abschließen. Nicht zuletzt wegen ihrer heiteren Grundstimmung ist Brahms’ Zweite bis heute wohl seine meistgespielte Symphonie. Mit dem ihm eigenen, hintergründigen Humor teilte Brahms seinem Verleger hingegen mit: »Die neue Symphonie ist so melancholisch, dass Sie es nicht aushalten. Ich habe noch nie so was Trauriges, Molliges geschrieben: die Partitur muss mit Trauerrand erscheinen!«


Kategorie: Klassik

Gäste werden um einen Unkostenbeitrag von nicht weniger als 20 Euro pro Person gebeten.


Kategorie: Klassik

Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach, war künstlerisch vielseitig begabt: Sie malte, dichtete und komponierte, auch Musik zu Singspielen und anderen dramatischen Werken Johann Wolfgang von Goethes. Anna Amalia war die eigentliche Begründerin der Blütezeit Weimars als Stadt der Künste, da sie nach ihrem Rücktritt von der Regentschaft den »Weimarer Musenhof« um sich versammelte. Sie berief Christoph Martin Wieland als Erzieher des künftigen Herzogs nach Weimar, was gewissermaßen die Weimarer Klassik einläutete. Denn der Autor des Agathon und Musarion erlebte hier eine zweite Blütezeit seiner Dichtung und verbreitete in dem von ihm gegründeten Teutschen Merkur den Ruf Weimars als deutsches Athen in alle Lande. Goethe fielen neben seinen Verwaltungsämtern am Weimarer Hof vielfältige Aufgaben zu, die Herder in einem Brief an Johann Georg Hamann vom 11. Juli 1782 ironisch aufzählte: Der Dichterfürst sei nicht nur allmächtiger Minister, sondern »dazu auch directeur des plaisirs, Hofpoet, Verfassser von schönen Festivitäten, Hofopern, Balletts, Redoutenaufzügen« usw. – kurz das »Faktotum« des Weimarer Musenhofes, dessen Mitglieder Theobald von Oer auf seinem bekannten gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 1860 verewigte. Götz Teutsch widmet diesen Philharmonischen Salon dem illustren Kreis des Weimarer Musenhofs. Gerd Wameling liest Texte von Anna Amalia, Goethe, Schiller, Wieland, Herder u. a., Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Cordelia Höfer (Klavier und Hammerklavier) spielen Werke von Bach, Haydn, Mozart, Johann Graf, Franz Benda, Hummel und Reichardt.


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Philippe Hersants Tristia für Chor und Ensemble, das Teodor Currentzis und sein Ensemble musicAeterna in Berlin vorstellen, basiert auf Gedichten von französischen und russischen Strafgefangenen: »Es geht um die Gefängnismonotonie, um Poesie und starke Worte«, so der einstige Schüler von André Jolivet, der sich an den Exponenten der klassischen Moderne orientiert. »Musikalisch habe ich in verschiedenen Stilen komponiert.- bei den Russen habe ich mich an der Volksmusik orientiert.« Das ergreifende Werk wurde von Anne-Marie Sallé inspiriert, die 2004 das Festival Ombres et Lumières in der Abtei von Clairvaux in Nordfrankreich ins Leben rief, die als Gefängnis genutzt wurde. »Seit 40 Jahren«, so Hersant, »werden die Häftlinge nicht mehr in dieser Abtei verwahrt, sondern in einem modernen Gefängnis nebenan. Anne-Marie Sallé hatte bald das Gefühl, dass es keinen Sinn hatte, hier Konzerte zu veranstalten, während sie die Gefängniswelt in unmittelbarer Nähe ignorierte. Also beschloss sie, im Gefängnis Schreibworkshops durchzuführen, und sie bat Komponisten (Thierry Machuel und mich), Chorstücke über die Gedichte der Gefangenen zu schreiben.« Als Teodor Currentzis Hersants erstes dieser Stücke, Instants limites, hörte, bat er ihn, »diese Arbeit auf 75 Minuten auszudehnen« (Hersant): »So wurde Tristia geboren.« Die Premiere des Werks erfolgte in Perm – einer Stadt, in der es jahrzehntelang ein Lager des Gulag gab. Über die Zusammenarbeit mit Currentzis sagte Hersant: »Teodor ist ein Genie. Er versteht sofort alles. Das habe ich noch nie erlebt.« Mit freundlicher Unterstützung der Aventis Foundation


Kategorie: Klassik

Sein Leben liest sich wie ein Heldenroman: Hineingeboren in einen 50-Quadratmeter-Haushalt, in dem sieben Personen lebten, trat Gustavo Dudamel als 4-Jähriger dem venezolanischen Musikprojekt »El Sistema« bei. Mit elf bekam er Geigenunterricht, ein Jahr darauf probierte er sich erstmals an einem Dirigentenpult aus. 1999 übernahm Dudamel schließlich die Leitung des Nationalen Jugendsymphonieorchesters »Simón Bolívar«, bei dessen Gründer José Antonio Abreu er seine Dirigierstudien fortsetzte. Abreu versorgte seinen Schützling mit Musik- und Philosophiebüchern, brachte ihm Ballettvideos mit Rudolf Nurejew vorbei, rief aber auch schon mal um sechs Uhr morgens an, um mit ihm über Schostakowitsch zu diskutieren. Einmal drückte er ihm eine Partitur mit Mahlers Erster Symphonie in die Hand: »Ein paar Stunden später sagte er: Sing den ersten Satz!« 2004 erlangte der charismatische Venezolaner, der heute zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart zählt, durch seinen Erfolg beim Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb in Bamberg internationale Aufmerksamkeit. Von 2007 bis 2012 war er Chefdirigent der Göteborger Sinfoniker, seit der Spielzeit 2009/2010 ist er Music Director des Los Angeles Philharmonic. Bei seinem diesjährigen Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Gustavo Dudamel mit Gustav Mahler einem Komponisten des Übergangs, dessen Musik sowohl die letzte Blüte der großen romantischen Tradition in sich aufnahm als auch den Beginn einer neuen Epoche: Keiner hat die Gebrochenheit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wohl so gültig formuliert wie er. Denn in seinen Symphonien wusste Mahler den Glanz des Vergangenen ebenso grandios einzufangen wie den Schmerz über dessen Verlust. Auf dem Programm steht Mahlers Fünfte, bei deren Fanfaren-Beginn bereits unverkennbar jene Militäridiome anklingen, die mit ihren Märschen, Signalen und trommelnden Schlagzeugsalven dem Komponisten seit frühester Jugend vertraut waren.Einen anderen Ton stimmt das erste Werk dieser Abende aus der Feder Leonard Bernsteins an, der als Dirigent maßgeblich die Mahler-Renaissance ab den 1960er-Jahren beförderte. Sein Divertimento for Orchestra entstand anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Boston Symphony Orchestra und gibt sich dementsprechend spritzig, bisweilen auch besinnlich und im Ganzen abwechslungsreich und amüsant: eine Musik, die nicht von Militär-, sondern von Festfanfaren eingeleitet wird und während ihrer neun Sätze Tanztypen wie Samba, Turkey Trot und Blues präsentiert, um schließlich auf eine große Schlussapotheose zuzulaufen: »The BSO Forever«.


Kategorie: Klassik

Sein Leben liest sich wie ein Heldenroman: Hineingeboren in einen 50-Quadratmeter-Haushalt, in dem sieben Personen lebten, trat Gustavo Dudamel als 4-Jähriger dem venezolanischen Musikprojekt »El Sistema« bei. Mit elf bekam er Geigenunterricht, ein Jahr darauf probierte er sich erstmals an einem Dirigentenpult aus. 1999 übernahm Dudamel schließlich die Leitung des Nationalen Jugendsymphonieorchesters »Simón Bolívar«, bei dessen Gründer José Antonio Abreu er seine Dirigierstudien fortsetzte. Abreu versorgte seinen Schützling mit Musik- und Philosophiebüchern, brachte ihm Ballettvideos mit Rudolf Nurejew vorbei, rief aber auch schon mal um sechs Uhr morgens an, um mit ihm über Schostakowitsch zu diskutieren. Einmal drückte er ihm eine Partitur mit Mahlers Erster Symphonie in die Hand: »Ein paar Stunden später sagte er: Sing den ersten Satz!« 2004 erlangte der charismatische Venezolaner, der heute zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart zählt, durch seinen Erfolg beim Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb in Bamberg internationale Aufmerksamkeit. Von 2007 bis 2012 war er Chefdirigent der Göteborger Sinfoniker, seit der Spielzeit 2009/2010 ist er Music Director des Los Angeles Philharmonic. Bei seinem diesjährigen Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Gustavo Dudamel mit Gustav Mahler einem Komponisten des Übergangs, dessen Musik sowohl die letzte Blüte der großen romantischen Tradition in sich aufnahm als auch den Beginn einer neuen Epoche: Keiner hat die Gebrochenheit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wohl so gültig formuliert wie er. Denn in seinen Symphonien wusste Mahler den Glanz des Vergangenen ebenso grandios einzufangen wie den Schmerz über dessen Verlust. Auf dem Programm steht Mahlers Fünfte, bei deren Fanfaren-Beginn bereits unverkennbar jene Militäridiome anklingen, die mit ihren Märschen, Signalen und trommelnden Schlagzeugsalven dem Komponisten seit frühester Jugend vertraut waren.Einen anderen Ton stimmt das erste Werk dieser Abende aus der Feder Leonard Bernsteins an, der als Dirigent maßgeblich die Mahler-Renaissance ab den 1960er-Jahren beförderte. Sein Divertimento for Orchestra entstand anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Boston Symphony Orchestra und gibt sich dementsprechend spritzig, bisweilen auch besinnlich und im Ganzen abwechslungsreich und amüsant: eine Musik, die nicht von Militär-, sondern von Festfanfaren eingeleitet wird und während ihrer neun Sätze Tanztypen wie Samba, Turkey Trot und Blues präsentiert, um schließlich auf eine große Schlussapotheose zuzulaufen: »The BSO Forever«.


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Sein Leben liest sich wie ein Heldenroman: Hineingeboren in einen 50-Quadratmeter-Haushalt, in dem sieben Personen lebten, trat Gustavo Dudamel als 4-Jähriger dem venezolanischen Musikprojekt »El Sistema« bei. Mit elf bekam er Geigenunterricht, ein Jahr darauf probierte er sich erstmals an einem Dirigentenpult aus. 1999 übernahm Dudamel schließlich die Leitung des Nationalen Jugendsymphonieorchesters »Simón Bolívar«, bei dessen Gründer José Antonio Abreu er seine Dirigierstudien fortsetzte. Abreu versorgte seinen Schützling mit Musik- und Philosophiebüchern, brachte ihm Ballettvideos mit Rudolf Nurejew vorbei, rief aber auch schon mal um sechs Uhr morgens an, um mit ihm über Schostakowitsch zu diskutieren. Einmal drückte er ihm eine Partitur mit Mahlers Erster Symphonie in die Hand: »Ein paar Stunden später sagte er: Sing den ersten Satz!« 2004 erlangte der charismatische Venezolaner, der heute zu den bedeutendsten Dirigenten der Gegenwart zählt, durch seinen Erfolg beim Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb in Bamberg internationale Aufmerksamkeit. Von 2007 bis 2012 war er Chefdirigent der Göteborger Sinfoniker, seit der Spielzeit 2009/2010 ist er Music Director des Los Angeles Philharmonic. Bei seinem diesjährigen Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Gustavo Dudamel mit Gustav Mahler einem Komponisten des Übergangs, dessen Musik sowohl die letzte Blüte der großen romantischen Tradition in sich aufnahm als auch den Beginn einer neuen Epoche: Keiner hat die Gebrochenheit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wohl so gültig formuliert wie er. Denn in seinen Symphonien wusste Mahler den Glanz des Vergangenen ebenso grandios einzufangen wie den Schmerz über dessen Verlust. Auf dem Programm steht Mahlers Fünfte, bei deren Fanfaren-Beginn bereits unverkennbar jene Militäridiome anklingen, die mit ihren Märschen, Signalen und trommelnden Schlagzeugsalven dem Komponisten seit frühester Jugend vertraut waren.Einen anderen Ton stimmt das erste Werk dieser Abende aus der Feder Leonard Bernsteins an, der als Dirigent maßgeblich die Mahler-Renaissance ab den 1960er-Jahren beförderte. Sein Divertimento for Orchestra entstand anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Boston Symphony Orchestra und gibt sich dementsprechend spritzig, bisweilen auch besinnlich und im Ganzen abwechslungsreich und amüsant: eine Musik, die nicht von Militär-, sondern von Festfanfaren eingeleitet wird und während ihrer neun Sätze Tanztypen wie Samba, Turkey Trot und Blues präsentiert, um schließlich auf eine große Schlussapotheose zuzulaufen: »The BSO Forever«.


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Basierend auf Leonard Bernsteins Erster Symphonie Jeremiah widmen sich die Teilnehmenden verschiedenen musikalischen Formen des Klagens. Nicht nur der biblische Jeremia hat seinem Unmut in Klageliedern Luft gemacht, auch in anderen Kulturen und Epochen sind musikalische Schmerzensrufe zu finden. Was mahnen wir in unserem Alltag an? Wie würden wir unser Leid, Protest, Vorwürfe in Musik umsetzen? Empfohlen ab 16 Jahren


Kategorie: Klassik

Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach, war künstlerisch vielseitig begabt: Sie malte, dichtete und komponierte, auch Musik zu Singspielen und anderen dramatischen Werken Johann Wolfgang von Goethes. Anna Amalia war die eigentliche Begründerin der Blütezeit Weimars als Stadt der Künste, da sie nach ihrem Rücktritt von der Regentschaft den »Weimarer Musenhof« um sich versammelte. Sie berief Christoph Martin Wieland als Erzieher des künftigen Herzogs nach Weimar, was gewissermaßen die Weimarer Klassik einläutete. Denn der Autor des Agathon und Musarion erlebte hier eine zweite Blütezeit seiner Dichtung und verbreitete in dem von ihm gegründeten Teutschen Merkur den Ruf Weimars als deutsches Athen in alle Lande. Goethe fielen neben seinen Verwaltungsämtern am Weimarer Hof vielfältige Aufgaben zu, die Herder in einem Brief an Johann Georg Hamann vom 11. Juli 1782 ironisch aufzählte: Der Dichterfürst sei nicht nur allmächtiger Minister, sondern »dazu auch directeur des plaisirs, Hofpoet, Verfassser von schönen Festivitäten, Hofopern, Balletts, Redoutenaufzügen« usw. – kurz das »Faktotum« des Weimarer Musenhofes, dessen Mitglieder Theobald von Oer auf seinem bekannten gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 1860 verewigte. Götz Teutsch widmet diesen Philharmonischen Salon dem illustren Kreis des Weimarer Musenhofs. Gerd Wameling liest Texte von Anna Amalia, Goethe, Schiller, Wieland, Herder u. a., Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Cordelia Höfer (Klavier und Hammerklavier) spielen Werke von Bach, Haydn, Mozart, Johann Graf, Franz Benda, Hummel und Reichardt.


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»Ich schreibe immer das gleiche Stück, wie es alle Komponisten machen«, sagte Leonard Bernstein hinsichtlich seines symphonischen Schaffens. »Das Werk, das ich mein ganzes Leben lang geschrieben habe, handelt von der Krise unseres Jahrhunderts, der Krise des Glaubens.« Bernsteins Behandlung einer derart existenziellen Thematik innerhalb der bedeutendsten Instrumentalgattung lässt an andere großformatige Werke des 20. Jahrhunderts denken: an die Symphonien Gustav Mahlers, der »mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen« wollte, an die von Jean Sibelius, der in einem Tagebucheintrag von klingenden »Glaubensbekenntnissen« sprach, und an die von Dmitri Schostakowitsch, der über seine Symphonien gesagt haben soll, bei ihnen handele es sich um »Grabdenkmäler«. Für seine Erste Symphonie Jeremiah wählte Bernstein als Symbol für die zentrale Glaubenskrise insgesamt acht Verse aus dem hebräischen »Klagelied Jeremias« über die Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem aus. Der Rückgriff auf melodische Motive aus der traditionellen Kantillation (der im jüdischen Gottesdienst praktizierten Form des Sprechgesangs) hatte zur Folge, dass das ergreifende dreisätzige Werk einen typisch »jüdischen« Tonfall annahm, wodurch es auch eine politische Bedeutung erhielt: »Wie könnte ich«, so Bernstein in einem Interview vor der ersten Aufführung in Pittsburgh am 28.Januar 1944, »die Augen vor den Problemen meines eigenen Volkes verschließen? Ich würde alles, was ich habe, dafür geben, dem Faschismus den Todesstoß versetzen zu können.« Die Leitung von Leonard Bernsteins Erster Symphonie liegt in diesen Konzerten in den Händen von Gustavo Dudamel. Den Vokalpart übernimmt die kanadische Mezzosopranistin Tamara Mumford, die als Absolventin des Lindemann Young Artist Development Programms der New Yorker Metropolitan Opera heute regelmäßiger Gast der bedeutendsten Festivals und Opernhäuser ist.Nach der Pause steht Dmitri Schostakowitschs Fünfte Symphonie auf dem Programm, die seit ihrer triumphalen Premiere am 21. November 1937 im damaligen Leningrad zu den am meisten gespielten Werken des russischen Komponisten zählt. Von offizieller Seite wurde sie als »praktische schöpferische Antwort eines sowjetischen Künstlers auf eine berechtigte Kritik« (Schostakowitsch) verstanden, obwohl in der Musik die sozialistische Forderung nach Monumentalität und Volkstümlichkeit ad absurdum geführt wird. »Der Jubel«, so Schostakowitsch, »ist unter Drohungen erzwungen wie in Boris Godunow. So, als schlage man uns mit einem Knüppel und verlange dazu: ›Jubeln sollt ihr, jubeln sollt ihr.‹«


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Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:30.09.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Lunchkonzert(/) Philharmonisches Debüt: Quatuor Arod(Verena Chen/Verena Chen) 1. Musikalische Expedition: Philharmonie für alle Sinne(Dorothea Huber/Dorothea Huber) 2. Musikalische Expedition: Klangexpedition(Dorothea Huber/Dorothea Huber) EPR Music Awards Concert(/) Konzert mit Ton Koopman, Jean-Guihen Queyras(/) Sakari Oramo und Alban Gerhardt(Benjamin Ealovega/Benjamin Ealovega) Konzert mit Stanley Dodds, Mayumi Kanagawa(/) Familienkonzert ? Peter und der Wolf(/) Konzert mit Alexander Lebek, Studio Chor Berlin, Anastassiya Dranchuk(/) Stummfilm: »Menschen am Sonntag«(Heribert Schindler/Heribert Schindler) Konzert mit Berliner Figuralchor, Cantores minores, Gerhard Oppelt(/) Konzert mit Daniel Hope(/) Konzert mit Wassilij Kulikow, Natalia Kirillova(Anton Zavjyalov/Anton Zavjyalov) Konzert mit Daniel Barenboim, Kian Soltani(/) Zweimal Bach mit der Akademie für Alte Musik Berlin(Uwe Arens/Uwe Arens) Debüt im Deutschlandfunk Kultur(/) Konzert mit Plamena Nikitassova, Sandrine Piau, Sebastian Wienand(/) Jakub Hr?ša und Frank Peter Zimmermann mit einem tschechischen Abend(Pavel Hejnz/Pavel Hejnz) Carte blanche(Peter Adamik/Peter Adamik) Education(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Konzert mit Raphael Haeger(/) Konzert mit Vladimir Jurowski, Sarah Connolly, Torsten Kerl(/) Kammermusik mit den Schlagzeugern der Berliner Philharmoniker(Sebastian Hänel/Sebastian Hänel) Konzert mit Jan Garbarek, Yuri Daniel, Trilok Gurtu, Rainer Brüninghaus(/) Konzert mit Yuri Temirkanov, Yefim Bronfman(/) mit Volker Schlöndorff und Elke Heidenreich(Leonie von Kleist/Leonie von Kleist) Konzert mit RIAS Kammerchor, Justin Doyle(/) Konzert mit Philharmonischer Chor Berlin, Jörg-Peter Weigle, Camilla Nylund, Karina Repova, Tomasz Zagorski, Jozef Benci(/) MusikPLUS Sagenwelt(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Konzert mit Soheil Nasseri(/) Paavo Järvi dirigiert Brahms und Lutos?awski(Kaupo Kikkas/Kaupo Kikkas) Konzert mit Christof Harr, Karen Geisler(/) Matinee der Freunde der Berliner Philharmoniker(/) Philharmonischer Salon(Monika Ritterhaus/Monika Ritterhaus) Konzert mit Lior Shambadal, Maximilian Simon(/) Lauschen von Ungarn bis Taiwan(Sam Zauscher/Sam Zauscher) Konzert mit Kent Nagano(/) Konzert mit Massimo Zanetti, Sonya Yoncheva, Marin Yonchev(/) Konzert mit Gabriel Adorján(/) Poesie hinter Gefängnismauern(musicAeterna/musicAeterna) Gustavo Dudamel dirigiert Mahlers Fünfte Symphonie(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Konzert mit Ewald Danel, Ivo Kahánek, Jan Fišer, Tomáš Jamník(/) 2. Musiklabor: Klagelieder des Jeremia(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Konzert mit Andreas Wittmann, Máté Sz?cs, Yasuko Fuchs-Imanaga, Wenzel Fuchs(/) Gustavo Dudamel dirigiert Bernstein und Schostakowitsch(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus)

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