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Spielplan für Oktober 2018

Fassung von Jan Bosse und David Heiligers Mitarbeit und zusätzliche Texte von Armin Petras Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf. Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.


Kategorie: Schauspiel

Leon ist das einsamste Kind der Welt. Auf jeden Fall fühlt er sich so. Seine Eltern sind auf dem Sofa festgewachsen, auf dem Schulweg wird er von rappenden Rowdies verkloppt und nicht mal die Lehrerin mag ihn. Warum ist das Leben so schwer, wenn man nicht reinpasst? Doch eines Tages landet ein Raumschiff hinter Leons Haus. Die ungewöhnliche Bekanntschaft mit dem Außerirdischen Klakalnamanazdta – kurz: Walter – gibt Leon die extraterrestrische Kraft seine Probleme anzugehen. Es geht um eine skurrile Freundschaft und die kleinen, aber entscheidenden Schritte, die es braucht, um sich in der Welt zu behaupten. Die Inszenierung von Salome Dastmalchi richtet sich vor allem an Nicht-Muttersprachler_innen und jüngere Zuschauer_innen. Bei der anschließenden Nachbereitung mit den Schauspieler_innen bietet die Geschichte eine anregende Grundlage, um in Austausch zu kommen über Ausgrenzung, das Gefühl fremd zu sein und Chancen der Selbstermächtigung. Empfohlen für Schüler_innen ab der 5. Klasse und für Willkommensklassen. Für eine individuelle Terminabsprache wenden Sie sich gern an Maura Meyer unter Klassenzimmer@deutschestheater.de . Mit freundlicher Unterstützung von EnBW .


Kategorie:

"erschütternd, dass es für das Leben, wie es ist, nicht bessre Gründe gibt" Noch versprechen der neue Tag und das Licht der aufgehenden Sonne eine hoffnungsvolle Zukunft. Doch in der ausgekühlten Welt, in der Familie Krause auf die Geburt eines Babys wartet, stehen die Menschen vereinzelt und entwurzelt, bahnt sich eine neue Liebe an und erlischt, sehen sich zwei Studienfreunde nach langer Zeit wieder und stellen fest, dass eine unüberwindbare Kluft sie und ihre Weltanschauungen nun trennt. Vor Sonnenaufgang – schon der Titel des 1889 uraufgeführten Dramendebüts von Gerhart Hauptmann deutet eine transitorische Situation, einen Schwellenzustand an. Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer seziert in seiner Neubearbeitung die Bruchstellen unserer Gegenwart und macht am Beispiel einer Familie und ihrer Konflikte größere gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar, zeigt die Beschädigungen und Entmenschlichungen hinter einer bürgerlichen Fassade und die Erosionserscheinungen eines demokratischen politischen Systems. In einer scheinbar einfachen Geschichte und profanen Alltagsschilderungen entwickelt der luzide Text eine tragische Wucht.


Kategorie: Schauspiel

Songs und Stories über Inzest, Unschuld und Klassenbewusstsein. Eine musikalische Lesung mit Erzählungen von Ian McEwan und Songs von Ray Davies.


Kategorie: Spezial

Jens Balzer und Tobi Müller laden zum Popsalon mit Gästen in die Bar des Deutschen Theaters. Die Runde bespricht Bilder und Töne aus der aktuellen Pop-Produktion. Getränkekonsum ist erwünscht, die Raucherterrasse bleibt zugänglich.


Kategorie: Spezial

Obwohl er beides hasst – Spazierengehen wie Museumsbesuche – spaziert der Musikkritiker Reger seit über dreißig Jahren ins Wiener Kunsthistorische Museum, wo er im Bordone-Saal seine Vormittage verbringt. Dort betrachtet er die sogenannten Meisterwerke, vornehmlich Tintorettos Weißbärtigen Mann , um mit großer Lust und Akribie in ihnen das Unfertige, das Fragmentarische und Fehlerhafte zu entdecken. Stets an seiner Seite: der Saaldiener Irrsigler, der ihm als Ansprechpartner und Sprachrohr dient. Eigentlich nämlich ist Reger die Museumssitzbank über die Jahrzehnte zum Denk- und Lesezimmer geworden. Umgeben von den Alten Meistern, inmitten der idealen Raumtemperatur und perfekten Lichtverhältnisse, durchblättert er die Bücher der Großen Geister, sucht die Wahrheit und findet ihre Lücke. Im Grunde genommen aber sichert ihm diese verrückte Gewohnheit das Überleben – vor allem nach dem Tod seiner Frau, der ihn die eigene Unvollkommenheit schmerzhaft deutlich spüren lässt. Thom Luz liest in Thomas Bernhards 1985 erschienenen Roman den Wunsch nach Begegnung und inszeniert ihn in einem Erinnerungsraum als assoziativ-musikalische Annäherung an den einsamen Menschen in seinem ganzen Scheitern.


Kategorie: Schauspiel

Ein Stück Zukunft: Nach partizipativen Formaten, in denen Andres Veiel und Jutta Doberstein Wissenschaftler_innen und Bürger_innen zu Workshops zu den Themen Arbeit, Finanzen, Umwelt etc. zusammengebracht haben, entstand nun ein Theaterstück, das sich in der Zukunft mit Vergangenheit beschäftigt: In einem Untersuchungsausschuss wird im Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 gestellt. Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2023 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass genug, gegenzusteuern und in der Rest-EU 2024 ein bedingungsloses Grundeinkommen ein zuführen. Doch ein ökonomischer Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Ist die Ursache in einer zufälligen Verkettung bester Absichten zu finden? Andres Veiel geht es um die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legislaturperioden oder Parteiinteressen. So werden utopische Momente genauso zur Diskussion gestellt wie dystopische. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinter lassen wir? Koproduktion mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages


Kategorie: Schauspiel

"Es brennt Licht." Leopold nimmt Franz mit in seine Wohnung, sie haben Sex. Aus dieser zunächst unbedeutenden Begegnung entwickelt sich eine feste Beziehung. Franz verlässt seine Freundin Anna und zieht zu Leopold. Nach und nach wird ihre Liebe von der sie umgebenden Kleinbürgerlichkeit zerfressen. Die Lust aufeinander wird immer weniger, falsche Machtspiele zerstören das Vertrauen, sie benutzen einander, um den eigenen Schmerz erträglicher zu machen. Leopold und Franz geraten in eine Spirale aus Schande, Selbstbehauptung und Scham. Schließlich will Anna Franz zurückgewinnen, Leopold bringt seine Ex-Freundin Vera ins Spiel – am Ende schlafen alle miteinander. Die Orgie endet tragisch. Alle begehren sich, aber keiner wird glücklich.   Rainer Werner Fassbinder, geboren 1945 in Bayern, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Deutschen Films. Seine Filme laufen auch heute noch weltweit auf Festivals, seine Stücke werden regelmäßig auf deutschen Bühnen gezeigt, Museen widmen sich in Retrospektiven seiner Arbeit. Mit 19 Jahren schreibt er 1964 sein zweites Theaterstück Tropfen auf heiße Steine , das bis zu seinem Tod im Jahre 1982 unaufgeführt bleibt. 2000 verfilmt es der französische Regisseur François Ozon unter dem Titel Gouttes d’eau sur pierres brulantes . Eingeladen zum Festival radikal jung 2018


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:30.09.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Der Hauptmann von Köpenick(Arno Declair/Arno Declair) Mein ziemlich seltsamer Freund Walter(/) Vor Sonnenaufgang(Arno Declair/Arno Declair) Have a Cup of Tea mit Sophie Rois(/) Popsalon(/) Alte Meister(Arno Declair/Arno Declair) Welche Zukunft?! Let Them Eat Money(Arno Declair/Arno Declair) Tropfen auf heiße Steine(Viktor Reim/Viktor Reim)

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