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Spielplan für November 2018

Das Konzert findet im Rahmen der Reihe "Prinzip Hoffnung" anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Vocalconsort Berlin statt. "Dass Paul Celan nach seiner schrecklichen Vergangenheit überhaupt Gedichte geschrieben hat, erkenne ich als ein Brunnen von Hoffnung in das Leben", schreibt der Komponist und Singersongwriter Matthias Kadar. Der Liederzyklus "Der Tod ist eine Blume" benennt die Antipoden der lyrischen Welt von Paul Celan: Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Todessehnsucht, von den frühen, dunklen Werken bis hin zu Celans Liebeslyrik wie dem Gedicht "Blume". Die Celan-Vertonungen werden dem berühmten Liederzyklus "Winterreise" von Franz Schubert gegenübergestellt, dessen zentrale Figur zwischen Überschwang und Verzweiflung taumelnd mehr und mehr der hoffnungslosen Melancholie verfällt. David Cavelius hat Lieder des Zyklus für 16 Männerstimmen und Streicher bearbeitet. "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt", spöttelt ein Aphorismus. Ist Hoffnung angesichts von Klimawandel, atomaren Bedrohungen und Katastrophen, Krieg und Hunger obsolet geworden? Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens 2018 rückt das Vocalconsort Berlin, das als einer der besten Kammerchöre Deutschlands gilt, die Hoffnung ins Zentrum einer fünfteiligen Konzertreihe. Francis Poulencs 1943 im besetzten Frankreich komponierte Hymne an die Freiheit "Figure Humaine" eröffnete im August den Zyklus musikalischer Reflexionen über die Hoffnung und ihren Verlust in unterschiedlichen Kontexten - bis hin zur "Johannespassion" von J.S. Bach. So entspannt sich ein musikalischer Diskurs zwischen weltgebundener Hoffnung als Motor des (Über-)Lebens und Deutungen der christlichen Passionsgeschichte als religiöse Quelle der Hoffnung. Dabei reicht das musikalische Spektrum vom Barock zur Neuesten Musik, vom Konzert zur Inszenierung - ganz das Vocalconsort Berlin eben. Das Vocalconsort Berlin gilt als einer der besten und wandlungsfähigsten Kammerchöre Deutschlands. 2003 gegründet, hat das Profiensemble bewusst keinen Chefdirigenten, sondern arbeitet projektweise mit unterschiedlichen Dirigenten, aber vor allem mit festen künstlerischen Partnern wie Daniel Reuss, Folkert Uhde und Sasha Waltz zusammen. Flexibel in Besetzung und Repertoire, überschreitet das Ensemble gern die Grenzen der klassischen Genres und Disziplinen. Für 2018 stehen Monteverdis "Orfeo", choreographiert von Sasha Waltz, Engagements an der Komischen Oper Berlin und an der Semperoper Dresden in Schönbergs "Moses und Aron" auf dem Programm sowie Konzerte und Uraufführungen im Rahmen des 15-jährigen Jubiläums des Ensembles.


Kategorie: Konzert

Ohren öffnen für neue Klänge: Das Trio Catch hat es sich zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichen Klangfarben von Klarinette, Violoncello und Klavier virtuos zur Entfaltung zu bringen und sich gleichzeitig auf die Suche nach einem gemeinsamen, unverwechselbaren Klang zu begeben. In den Konzerten der Reihe "Ohrknacker" steht jeweils ein Werk zeitgenössischer Musik im Mittelpunkt, das zweimal gespielt und dazwischen gemeinsam mit dem Publikum genauer betrachtet wird. Dabei geht es nicht so sehr um die musikwissenschaftliche Analyse des Werks, sondern vielmehr um das persönliche Gespräch und einen direkten Austausch über die Musik. Die Veranstaltung dauert eine gute Stunde, vor und nach dem Konzert ist die Bar im Konzertraum geöffnet. Bei der zweiten Ausgabe begrüßt das Trio Catch Isabel Mundry mit ihrem neuen Stück "Sounds, Archeologies" im Studio C des Radialsystems. Die deutsche Komponistin gehört zu den profiliertesten Komponisten der Gegenwart, ihre Werke zeichnen sich durch eine individuelle, variantenreiche Sprache aus und werden von namhaften Ensembles in großen Konzerthäusern weltweit zur Aufführung gebracht. Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier) trafen sich als Stipendiatinnen bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt und gründeten anschließend das Trio Catch - benannt nach dem Werk "Catch" op. 4 von Thomas Adès. Neben der klassischen Musik bildet die Interpretation zeitgenössischer Musik einen Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit. Das in Hamburg beheimatete Trio arbeitete mit zahlreichen Komponisten zusammen, darunter Mark Andre, Georges Aperghis, Beat Furrer und Helmut Lachenmann. Eine rege Konzerttätigkeit führte das Trio Catch bisher durch ganz Europa sowie zu Festivals wie Ultraschall Berlin, Musica Strasbourg und den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Das Trio ist auch in der Musikvermittlung tätig: An der Musikhochschule Hamburg hat es seit 2014 einen Lehrauftrag inne und gibt als Ensemble in Residence Workshops für die Studierenden der Kompositionsklassen.


Kategorie: Neue Musik


Kategorie:


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:08.11.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Prinzip Hoffnung II: Desperate Hope(Helge Krückeberg/Helge Krückeberg) Ohrknacker: Isabel Mundry(Lennard Rühle/Lennard Rühle) ()

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