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Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Linienstraße 227 - 10178 Berlin

Prater - Kastanienallee 7-9 - 10435 Berlin

Tel (030) 24 065 - 5 / Fax (030) 24 065 642

Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember

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Spielplan für Mai 2018

Anno 1774, kurz vor der Französischen Revolution. Irgendwo zwischen Potsdam und Berlin entkommt eine Gruppe französischer Libertins der neuen ultrakonservativen Regierung Ludwigs des XVI. Gemeinsam treffen sie sich mit dem legendären deutschen Freidenker und Verführer Duc de Walchen (Helmut Berger). In einem Land, das von einem bigotten Tugendregime beherrscht wird, haben die von der durchtriebenen Duchesse de Valselay (Ingrid Caven) geführten Expats eine Mission: die Libertinage nach Deutschland zu exportieren, eine Philosophie, die auf der Ablehnung moralischer Grenzen und Autoritäten beruht. Auf der Suche nach Partnern entdecken die Expats, dass diese verkommene Parklandschaft der Treffpunkt einer Gruppe dekadenter lokaler Libertines und freidenkender Höflinge Friedrich des Großen ist. Doch da die eigentümlichen Deutschen für einen derartig radikalen Trend noch nicht zu begeistern sind, entwickelt die ehrgeizige Herzogin de Valselay raffinierte Strategien zur besseren Vermarktung der Libertinage. Albert Serra inszeniert ein tableau vivant des alten Europa, in der neue Moden und moderne Wirtschaftspraktiken groteske Formen annehmen. Albert Serra, der „connoisseur of obscurity“ (Artforum), gilt als einer der jungen Meisterregisseure des unabhängigen europäischen Kinos. In seinen Filmen, Installationen, Theateraufführungen und Performances hat Serra eine einzigartige Landschaft historischer und literarischer Figuren wie Don Quichotte, Casanova, Ludwig XIV., Fassbinder und Goethe geschaffen. Liberté ist die erste Theaterarbeit des preisgekrönten katalanischen Film- und Theaterregisseurs im deutschsprachigen Raum. [logo ramon llull 100] Deutsch, Französisch und Italienisch mit Deutschen und Englischen Übertiteln.


Kategorie: Schauspiel

Vom Hörsaal auf die Bühne - Wäre Josin während ihres Studiums nicht doch dem Ruf der Musik gefolgt, fände man sie heute wohl eher im OP als im Konzertsaal. Statt dem Skalpell entschied sie sich fürs Mikro und seziert heute Bits, Bytes, Songschnipsel und Klangpatterns, um daraus elegische Pop-Hymnen zu kreieren. Ihre Musikalität kommt dabei nicht von ungefähr. Als Tochter zweier Opernsänger*innen umgab sich die Multiinstrumentalistin schon früh mit Musik und referenziert in ihren Songs gleichermaßen Einflüsse aus Klassik und Elektronika. Das Ergebnis – zu hören auf ihrer Debüt EP „Epilogue“ – besticht durch glasklaren Gesang, versöhnt Klavier mit programmiertem Beat und klingt dabei nicht selten nach einer würdigen Alternative zu Radiohead. Vor ihrer großen Solotour im Frühjahr präsentierte Josin ihren melancholischen Pop bereits im Vorprogramm von Bands und Künstler*innen wie RY X, Boy, Roosevelt und Sóley.


Kategorie: Konzert

Bühnenmeister i.R. Achim Busch gibt in einer ca. 90-minütigen Führung Einblicke in die Geschichte des Hauses, seine Architektur und technischen Gegebenheiten. Tickets können für 3 Euro an der Theaterkasse erworben werden.


Kategorie:

Anno 1774, kurz vor der Französischen Revolution. Irgendwo zwischen Potsdam und Berlin entkommt eine Gruppe französischer Libertins der neuen ultrakonservativen Regierung Ludwigs des XVI. Gemeinsam treffen sie sich mit dem legendären deutschen Freidenker und Verführer Duc de Walchen (Helmut Berger). In einem Land, das von einem bigotten Tugendregime beherrscht wird, haben die von der durchtriebenen Duchesse de Valselay (Ingrid Caven) geführten Expats eine Mission: die Libertinage nach Deutschland zu exportieren, eine Philosophie, die auf der Ablehnung moralischer Grenzen und Autoritäten beruht. Auf der Suche nach Partnern entdecken die Expats, dass diese verkommene Parklandschaft der Treffpunkt einer Gruppe dekadenter lokaler Libertines und freidenkender Höflinge Friedrich des Großen ist. Doch da die eigentümlichen Deutschen für einen derartig radikalen Trend noch nicht zu begeistern sind, entwickelt die ehrgeizige Herzogin de Valselay raffinierte Strategien zur besseren Vermarktung der Libertinage. Albert Serra inszeniert ein tableau vivant des alten Europa, in der neue Moden und moderne Wirtschaftspraktiken groteske Formen annehmen. Albert Serra, der „connoisseur of obscurity“ (Artforum), gilt als einer der jungen Meisterregisseure des unabhängigen europäischen Kinos. In seinen Filmen, Installationen, Theateraufführungen und Performances hat Serra eine einzigartige Landschaft historischer und literarischer Figuren wie Don Quichotte, Casanova, Ludwig XIV., Fassbinder und Goethe geschaffen. Liberté ist die erste Theaterarbeit des preisgekrönten katalanischen Film- und Theaterregisseurs im deutschsprachigen Raum. [logo ramon llull 100] Deutsch, Französisch und Italienisch mit Deutschen und Englischen Übertiteln.


Kategorie: Schauspiel

Der Neugierige in Manhattan ist eine Performance von Tobias Spichtig in Kollaboration mit Theresa Patzschke. Die Arbeit ist nach dem Schubertlied Der Neugierige für Klavier und Bariton aus dem Zyklus Die schöne Müllerin (1823) benannt. Tobias Spichtig ist Künstler und lebt in Berlin und Zürich. Seine Arbeit wurde zuletzt unter anderem im Kölnischen Kunstverein, in der Kunsthalle Zürich und im Hammer Museum in Los Angeles gezeigt. Theresa Patzschke ist eine Berliner Autorin und Musikerin und arbeitet als Performerin oft mit anderen Künstlern zusammen. Unter anderem hat sie in Stücken von Anne Imhof und von Calla Henkel und Max Pitegoff mitgewirkt.


Kategorie: Performance

„Wirst du nie aufhören, es alles hin- und herzuwälzen? Pause. Es? Pause. Es alles. Pause. In deinem armen Kopf.“ In Footfalls (Tritte, 1976) kann M sich weder aus ihrer Mutterbindung, noch aus ihren eigenen Gedankenschleifen befreien. Becketts Figuren sind gefangen. In den glänzenden Trümmern ihrer Sprache. Und den Grenzbereichen der Bühne. In diesen drei selten gespielten Einaktern lässt er sie in immer neuen Varianten des Leerlaufs das existenzielle Nichts durchschreiten. Eh Joe (He, Joe, 1966) ist die erste TV-Arbeit Becketts. Der alte Joe sagt kein Wort, aus dem Off wird er von einer Frau angeklagt. Sein Gesicht eine Landschaft. Joe wird von dem legendären dänischen Schauspieler Morten Grunwald gespielt, der vor allem durch seine Rolle des Benny Frandsen in den Olsenbanden-Filmen berühmt wurde. In dem völlig dunklen Bühnenraum von Not I (Nicht Ich, 1972) befinden sich gar keine Darsteller mehr. Nur noch ein angestrahlter Mund, er stößt ein atemloses Wörter-Inferno hinaus. Das Stück gilt als einer der innovativsten Entwürfe der Theatergeschichte, der visionär die Brücke zur Performance Art schlug. In der Balance von bildhaftem Text und szenischem „Image“ markieren die Stücke auf frappierende Weise die Schnittstelle vom „Text-Erzählen“ zum heutigen „Bild-Erzählen“. Und sie führen uns zurück zur Quintessenz des Theaters: Körper, Raum, Stimme. Durch rhythmisierte Bewegungsabläufe, absolute Prägnanz der Form und Konzentration findet man wieder jähen Kontakt zur Welt. Inszeniert werden die drei Stücke von Walter Asmus, dem langjährigen künstlerischen Mitarbeiter von Samuel Beckett. Er hat international bereits alle Stücke Becketts inszeniert und lebt in Berlin. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Ein Klavierkonzert mit Dominique Lawalrée, dem belgischen Komponisten und Interpreten, dessen Werk mehr als 500 Kompositionen und 29 Alben mit einem ganz persönlichen und intimen Sound umfasst. Dominique Lawalrée wurde am 18. Oktober 1954 in Brüssel geboren und ist seit 1976 aktiver Komponist. Mit seinem Werk strebt er nach einem „bestimmten Ausdruck spiritueller Innerlichkeit“ und seine Kompositionen laden zu einer tiefen Hörerfahrung eines einzigartigen und bezaubernden Klangs ein. Anfang 2017 veröffentlichte das New Yorker Label Catch Wave Ltd. eine Zusammenstellung seiner Arbeiten. In dieser Sammlung findet der Zuhörer die Klänge von Klavier, Synthesizern, Percussion, Jukebox, Orgel und Gesang, die alle von Lawalrée aufgeführt werden. Mit diesen Werkzeugen erstellt Dominique Miniaturthemen, die in Zeitlupe über die Lautsprecher galoppieren, unseren normalen Sinn für Dynamik und Ton ausdehnen und die Stereoebene mühelos erweitern. In seiner Verspieltheit kindlich und surreal bis auf die Knochen dreht sich die Musik wie ein Karussell in der Rothko-Kapelle. Lawalrées Gespür für Timbre, Ton und übergreifende Komposition ist wie der Eindruck eines Heimatfilms, dessen Charme in der Erfahrung von Intimität liegt, die nur wenige teilen. Eine Beschwörung der Unschuld.


Kategorie: Konzert

Ihr zählt mehrmals am Tag die Herzen unter euren letzten Avocado-Toast-Post? Ihr kramt in euren Jugendzimmern nach alten Tennis Pokalen? Ihr durchsucht euer Handy nach dem besten Tinder-Profilbild? Ihr wartet auf Anerkennung im Job? Orden? Royale Ehen? Ihr habt Angst, dass bald kein Hahn mehr nach euch kräht? Ihr könnt jetzt aufhören. Schafft mit uns eure Bedeutung ab: Schreibt eure Gedichte und veröffentlicht sie nicht, kommt von irgendwoher und geht irgendwohin, legt euren Namen ab oder tauft euch wie eine Busendhaltestelle, ohne Kontexte, ohne Biografien. Im Workshop-Format Seid egal! arbeiten wir mit Design-Thinking Methoden und in Gruppenarbeiten an der individuellen Irrelevanz der Teilnehmer*innen. Aus (gereinigtem) Abfall basteln die Teilnehmer*innen Prototypen, die symbolisch ihre persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten in der Wichtigkeitsabnahme greifbar machen. So lernen sie Schritt für Schritt, wie sie selbst die Methoden zu Minderung der eigenen Bedeutung entwickeln und in ihren Alltag integrieren können.


Kategorie: Lesung

HB: Herzlichen Willkommen im Heartbreak Hotel. Aktuell sind leider, leider, leider alle unsere Mitarbeiter im Gespräch. Wir kümmern uns um Sie, sobald der nächste Mitarbeiter frei ist. Hören Sie solange die 100 traurigsten Lieder der Welt. Die 100 traurigsten Lieder der Welt werden gespielt. W: Hallo, ich bin gestern von Ihrem Fünf-Meter-Turm gesprungen. Das habe ich mich nie getraut und wollte es einmal probieren, weil es so ein schönes Gefühl sein soll. Naja, ich wollte Ihnen sagen, jemand hat vergessen, das Wasser einzulassen. Musste denn das so sein? Dass das, was mich glücklich machen soll, wieder die Quelle meines Elends wird? Ansonsten fühle ich mich hier ganz wohl. Die Einsamkeit in dieser paradiesischen Gegend ist Balsam für mein geschundenes Herz." Nach den Leiden des jungen Werther, der Beat-Generation und ausgewählter Popmusik. Besetzung Regie: Marlene Knobloch Dramaturgie: Lucien Strauch Texte: Marlene Knobloch, Lily Kuhlmann, Lucien Strauch, Goethe und wahrscheinlich viele andere Schmusiker: Julian Knobloch-Krippner Bühne: Marco Cucuiu Regieassistenz: Lily Kuhlmann, Emma Meyer Technische Leitung: Leander Hagen P14 Leitung: Vanessa Unzalu Troya


Kategorie: Schauspiel

Die Bühne dreht sich. Angelina Dreem Eins trägt eine Latex-Maske mit langen schwarzen Haaren. Sie sitzt auf einem Sofa in hochglänzender Reality-TV-Ästhetik und rekelt sich in Pose. Das Bühnendisplay dreht sich weiter. Set zwei zeigt Fitnessgeräte und Wellnessbereich, Angelina Dreem Zwei fährt in einen Tomografiescanner. Angelina Dreems Leben ist eine Soap. Aber ihr Leben ist auch real. Angelina Dreem ist krank. Sie hat Krebs. Im Laufe des Stückes existieren immer neue Doppelgänger von ihr, die von einer Rabbit-Hole-Realität in die andere fallen. Älter werden, Frau sein, sie/man selbst bleiben, sich selbst dann doch wieder austreiben. Die Frage in Women in Trouble ist, ob es etwas zu lernen gibt. Kann das nächste Leben ein besseres Leben werden? „Was mich überhaupt nicht interessiert, ist Ironie.“ Susanne Kennedy, 1977 geboren, traut dem Theater nicht recht. Oder anders: Sie will zurück zum Kern des Theaters. Deshalb setzt sie ihren Schauspielern Masken auf und spielt Text als Voice-Over vom Band. Gegen die Präsenz, die die Bühne so schwer wiegen lässt, und die im richtigen Moment doch den Beweis liefert, dass uns das Ritual des Theaters auch nach 2500 Jahren noch immer alles sagen kann. Kennedy ist dem Tod auf der Spur. Ihre Operninszenierung Orfeo (2015) hat den Untertitel „Eine Sterbeübung“ und auch ihre aktuelle Regiearbeit Die Selbstmord-Schwestern (2017), nach Jeffrey Eugenides’ Roman The Virgin Suicides, blickt aus der Perspektive des Todes auf das Leben. Warum muss Medea ihre Kinder immer wieder ermorden, warum muss Hamlet immer wieder sterben? „Wir haben das Bedürfnis, an einem Ort zusammenzukommen, um mitzuerleben, wie Menschen lieben, leiden, morden, sterben. Schauspieler sind wie Stalker, sie nehmen uns mit in einen Raum der Wünsche. Sie sind ortskundig, wo wir uns fremd fühlen“, glaubt Kennedy. Mit der Marieluise-Fleißer-Bearbeitung Fegefeuer in Ingolstadt (2013) und der Fassbinder-Adaption Warum läuft Herr R. Amok? (2014) wurde sie an den Münchner Kammerspielen zu einer der gefragtesten Theatermacherinnen der Republik. In Women in Trouble karussellen die Double durch keimfreie Kulissen: Ist es ein hyperrealistisches Scientology-Center, eine virtuelle Krebsklinik – oder schon das Nachleben? Seit über 15 Jahren beschäftigt uns die Idee des Anthropozäns. Sie besagt, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden ist. Wir kratzen nicht nur an der Oberfläche der Natur, sondern verändern sie tiefgreifend. Natur und Kultur, Lebewesen und technische Objekte bilden ein neuartiges Kräfteverhältnis. Kennedy sagt, es gälte in diesem Moment loszulassen: „Das Subjekt ist doch kein Thema mehr! Die Dinge, die wir mal erfunden haben, um den Menschen auf der Bühne zu repräsentieren, greifen nicht mehr. Sich selbst zu finden, heißt, sich selber zu verlieren.“ In ihrer ersten Inszenierung für die Volksbühne entwickelt die Regisseurin Vervielfältigungskabinette, in denen aufgesplitterte Menschen in ungeschönter Menschlichkeit sichtbar werden. Mit jeder Umdrehung verändert sich die Matrix. Koproduktion: Theater Rotterdam Copyright: Gilles Deleuze & Felix Guattari, Anti-Oedipus. Capitalism and Schizophrenia, übers. v. Robert Hurley.New York, 1977 / Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie, übers. v. Bernd Schwibs. Frankfurt am Main, 1974. Les Èditions de Minuit und Suhrkamp Verlag John Cassavetes, Opening Night, Drehbuch, USA, 1977 / Opening Night, übers. v. Brigitte Landes,S. Fischer Verlag Theater & Medien Antonin Artaud, The Theatre and its Double, übers. v. Mary Caroline Richards. New York, 1958. / Das Theater und sein Double, übers. v. Gerd Henniger. Matthes & Seitz. Berlin, 2012 Aufführungsrechte mit freundlicher Genehmigung der Verlage. Dank an Angelina Dreem, Margaret V Haines und Apichatpong Weerasethakul. [logo rotterdam 100]


Kategorie: Schauspiel

Die Bühne dreht sich. Angelina Dreem Eins trägt eine Latex-Maske mit langen schwarzen Haaren. Sie sitzt auf einem Sofa in hochglänzender Reality-TV-Ästhetik und rekelt sich in Pose. Das Bühnendisplay dreht sich weiter. Set zwei zeigt Fitnessgeräte und Wellnessbereich, Angelina Dreem Zwei fährt in einen Tomografiescanner. Angelina Dreems Leben ist eine Soap. Aber ihr Leben ist auch real. Angelina Dreem ist krank. Sie hat Krebs. Im Laufe des Stückes existieren immer neue Doppelgänger von ihr, die von einer Rabbit-Hole-Realität in die andere fallen. Älter werden, Frau sein, sie/man selbst bleiben, sich selbst dann doch wieder austreiben. Die Frage in Women in Trouble ist, ob es etwas zu lernen gibt. Kann das nächste Leben ein besseres Leben werden? „Was mich überhaupt nicht interessiert, ist Ironie.“ Susanne Kennedy, 1977 geboren, traut dem Theater nicht recht. Oder anders: Sie will zurück zum Kern des Theaters. Deshalb setzt sie ihren Schauspielern Masken auf und spielt Text als Voice-Over vom Band. Gegen die Präsenz, die die Bühne so schwer wiegen lässt, und die im richtigen Moment doch den Beweis liefert, dass uns das Ritual des Theaters auch nach 2500 Jahren noch immer alles sagen kann. Kennedy ist dem Tod auf der Spur. Ihre Operninszenierung Orfeo (2015) hat den Untertitel „Eine Sterbeübung“ und auch ihre aktuelle Regiearbeit Die Selbstmord-Schwestern (2017), nach Jeffrey Eugenides’ Roman The Virgin Suicides, blickt aus der Perspektive des Todes auf das Leben. Warum muss Medea ihre Kinder immer wieder ermorden, warum muss Hamlet immer wieder sterben? „Wir haben das Bedürfnis, an einem Ort zusammenzukommen, um mitzuerleben, wie Menschen lieben, leiden, morden, sterben. Schauspieler sind wie Stalker, sie nehmen uns mit in einen Raum der Wünsche. Sie sind ortskundig, wo wir uns fremd fühlen“, glaubt Kennedy. Mit der Marieluise-Fleißer-Bearbeitung Fegefeuer in Ingolstadt (2013) und der Fassbinder-Adaption Warum läuft Herr R. Amok? (2014) wurde sie an den Münchner Kammerspielen zu einer der gefragtesten Theatermacherinnen der Republik. In Women in Trouble karussellen die Double durch keimfreie Kulissen: Ist es ein hyperrealistisches Scientology-Center, eine virtuelle Krebsklinik – oder schon das Nachleben? Seit über 15 Jahren beschäftigt uns die Idee des Anthropozäns. Sie besagt, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden ist. Wir kratzen nicht nur an der Oberfläche der Natur, sondern verändern sie tiefgreifend. Natur und Kultur, Lebewesen und technische Objekte bilden ein neuartiges Kräfteverhältnis. Kennedy sagt, es gälte in diesem Moment loszulassen: „Das Subjekt ist doch kein Thema mehr! Die Dinge, die wir mal erfunden haben, um den Menschen auf der Bühne zu repräsentieren, greifen nicht mehr. Sich selbst zu finden, heißt, sich selber zu verlieren.“ In ihrer ersten Inszenierung für die Volksbühne entwickelt die Regisseurin Vervielfältigungskabinette, in denen aufgesplitterte Menschen in ungeschönter Menschlichkeit sichtbar werden. Mit jeder Umdrehung verändert sich die Matrix. Koproduktion: Theater Rotterdam Copyright: Gilles Deleuze & Felix Guattari, Anti-Oedipus. Capitalism and Schizophrenia, übers. v. Robert Hurley.New York, 1977 / Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie, übers. v. Bernd Schwibs. Frankfurt am Main, 1974. Les Èditions de Minuit und Suhrkamp Verlag John Cassavetes, Opening Night, Drehbuch, USA, 1977 / Opening Night, übers. v. Brigitte Landes,S. Fischer Verlag Theater & Medien Antonin Artaud, The Theatre and its Double, übers. v. Mary Caroline Richards. New York, 1958. / Das Theater und sein Double, übers. v. Gerd Henniger. Matthes & Seitz. Berlin, 2012 Aufführungsrechte mit freundlicher Genehmigung der Verlage. Dank an Angelina Dreem, Margaret V Haines und Apichatpong Weerasethakul. [logo rotterdam 100]


Kategorie: Schauspiel

HB: Herzlichen Willkommen im Heartbreak Hotel. Aktuell sind leider, leider, leider alle unsere Mitarbeiter im Gespräch. Wir kümmern uns um Sie, sobald der nächste Mitarbeiter frei ist. Hören Sie solange die 100 traurigsten Lieder der Welt. Die 100 traurigsten Lieder der Welt werden gespielt. W: Hallo, ich bin gestern von Ihrem Fünf-Meter-Turm gesprungen. Das habe ich mich nie getraut und wollte es einmal probieren, weil es so ein schönes Gefühl sein soll. Naja, ich wollte Ihnen sagen, jemand hat vergessen, das Wasser einzulassen. Musste denn das so sein? Dass das, was mich glücklich machen soll, wieder die Quelle meines Elends wird? Ansonsten fühle ich mich hier ganz wohl. Die Einsamkeit in dieser paradiesischen Gegend ist Balsam für mein geschundenes Herz." Nach den Leiden des jungen Werther, der Beat-Generation und ausgewählter Popmusik. Besetzung Regie: Marlene Knobloch Dramaturgie: Lucien Strauch Texte: Marlene Knobloch, Lily Kuhlmann, Lucien Strauch, Goethe und wahrscheinlich viele andere Schmusiker: Julian Knobloch-Krippner Bühne: Marco Cucuiu Regieassistenz: Lily Kuhlmann, Emma Meyer Technische Leitung: Leander Hagen P14 Leitung: Vanessa Unzalu Troya


Kategorie: Schauspiel

Was ist Heimat anderes als Erinnerung und Liebe? Ein Leben, flüchtiger noch als alle Empfindung, verweht im Lauf der Zeit, gebeugt im Schoß der Erde, und doch steht der Erinnernde stets mutig unbeugsam am Steuer dessen, was ihm das Leben lebenswert ist, nicht kampflos gibt er irgendeine dieser Spuren auf im rinnenden Sand. Kein Gesetz kann das Band zerreißen, das den Erinnernden an seine Laster, an sein Haus, an seine Wunden kettet. Denn es ist ihm eigen, dem Erinnernden, dem Liebenden, dass er seinen Kompass nicht verliert und weniger noch den Ursprung. Der rote Berg ist Ausgangspunkt und Ziel einer ungewissen Fahrt ins Sein, deren Vergeblichkeit nicht eingesehen werden kann und darf, so wie der erste Herzschlag und der letzte. Ein Kind liebt einen Mann und der Mann das Kind. Die Liebe, Geborgenheit, aus der Not geboren, die plötzlich nicht mehr sein darf. Eine Not, die nicht hätte sein dürfen. Liebe stirbt nicht, die Menschen schon, den Staffelstab einander reichend. In seinem Bild Der Lebensbaum zeigt Gustav Klimt drei Gestalten, rechts zwei Liebende, Erfüllung genannt, und links vom Baum die einzelne, zu den beiden Liebenden herüber schielende, Erwartung genannt. So wie schon Kain Abel das gesegnete Opfer neidete, so neidet seit jeher im Menschen die Erwartung der Erfüllung ihre Seligkeit. Der Mensch, der in seiner Nussschale auf den Wogen des Daseins ausgeliefert treibt, wird ungleich beschenkt und betrogen. So wird dem Mädchen Aida der Vater genommen und ein anderer, Mehmet, geschenkt. In dieser Liebe kann sie überleben, in der Fremde ist plötzlich auch dieser Lebensbaum entwurzelt auf unverstandenem Boden. Wie urteilen wir über Liebe? Kann das Maß ein anderes sein, als der Mensch selbst? Szenische Lesung mit Christoph Franken und Tobias Lenel Text/Einrichtung: Reihaneh Youzbashi Dizaji Musik: James Douglas Kamera: Richard Marx


Kategorie: Lesung

Nach Motiven des Romans von Jeffrey Eugenides Die Selbstmord-Schwestern ist der erste Roman von Jeffrey Eugenides. In dem Werk – das auch durch die gleichnamige Verfilmung von Sofia Coppola bekannt wurde – erzählt der Autor vom Vorstadt-Leben der Familie Lisbon, einer durchschnittlichen Mittelstands-Familie. Mit dem Freitod der jüngsten Schwester Cecilia, die sich aus dem Fenster stürzt, beginnt jedoch das Jahr der Selbstmorde. Zusehends offenbart sich, dass im Innern des Einfamilienhauses alle Kinderwünsche und Jugendträume an der kühlen Irrationalität der Eltern scheitern. Eugenides nähert sich dem Leben der fünf Lisbon Schwestern, indem er die Verarbeitung des Traumas einer benachbarten Gruppe heranreifender Jungen als Ausgangspunkt nimmt, vor deren Augen sich die pubertierenden Schwestern das Leben genommen haben. Sie verehren die Mädchen und wollen ihre Rätselhaftigkeit und das, was sich im Innern des Hauses abspielt, verstehen. Sie dokumentieren ihre Beobachtungen und teilen sie mit den Leser*innen. In der psychedelischen Inszenierung von Susanne Kennedy folgen die Zuschauer dem Jahr der Selbstmorde in der Struktur des Tibetischen Totenbuchs, flankiert von Texten des Drogen-Philosophen Timothy Leary. Er lädt die Zuschauer*innen zu einer Reise ein und eröffnet möglicherweise eine gegensätzliche Perspektive zu der von Eugenides beschriebenen beklemmend bürgerlichen Welt, indem er unsere gewohnte Wahrnehmung hinsichtlich des Lebens und des Todes befragt. Die Figuren auf der Bühne vergegenwärtigen ihre Erinnerung an die Mädchen. Sie haben sich zusammengefunden, um ihrer zu gedenken. Sie sind die Begleiter ihres Todes, während sie sich immer wieder neu zu ihnen ins Verhältnis setzen: Mal sind es die Mädchen selbst, die aus ihnen sprechen, mal ihre Beobachtungen von einst. In sich wiederholenden Ritualen ertasten sie ihre Beziehung zu den Lisbons, eröffnen Blicke auf sie und sich selbst. Berlin-Premiere am 15.03.2018 Eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen.


Kategorie: Schauspiel

Lesung Silvia Rieger und Vorführung des Dokumentarfilms Nacht und Nebel von Alain Resnais „Adolf Eichmann kommt in das KL Auschwitz, um Höß Einzelheiten mitzuteilen, die mit Himmlers Entscheidung, das KL Auschwitz zum Ort der 'Endlösung der Judenfrage', d.h. der Judenvernichtung auszuwählen, verbunden sind. Eichmann vereinbart mit Höß, daß die Massenvernichtung nur mit Hilfe von Gas durchgeführt werden könne, da die Erschießung einer solch großen Zahl von Menschen, darunter Frauen und Kinder, für die SS-Männer eine zu große Belastung sei.“ (Kalendarium, S. 108) Alain Resnais, Nacht und Nebel, 1956. 32 Minuten.


Kategorie: Sonstiges

Podiumsdiskussion, freier Eintritt, Voranmeldung erforderlich an besucherservice@volksbuehne-berlin.de Mit Doris Kolesch, [Susanne Kennedy](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/166/susanne-kennedy) und Ekkehard Knörer Konzipiert und moderiert von Jörn Schafaff Die erste Spielzeit der neuen Volksbühne ist voll im Gange, nach und nach kommen immer mehr Inszenierungen, Veranstaltungen und Formate hinzu, ein Repertoire beginnt sich abzuzeichnen. Die Programmgestaltung steht im Kontext einer vielerorts geführten Auseinandersetzung über die Vorstellungen, Bedingungen und Möglichkeiten dessen, was Theater heute ist und sein kann. Nun lädt die Volksbühne zu einem Podiumsgespräch über ihre programmatischen Fluchtlinien ein: Welche Idee von Theater zeichnet sich ab? Welche Bedeutung hat die Verbindung zu anderen künstlerischen Disziplinen? In welcher Form setzt sich das Angebot der Volksbühne mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinander? Und wie steht alles dies im Verhältnis zu aktuellen Praktiken und Diskursen, die derzeit in Deutschland und international zu beobachten sind? Das Gespräch bringt Perspektiven der Theaterwissenschaft, der Theaterkritik und der Theaterpraxis zusammen: Die Haus-Regisseurin der Volksbühne Susanne Kennedy, die Theaterwissenschaftlerin Doris Kolesch und und den Kritiker Ekkehard Knörer (Merkur, Cargo). Moderiert wird das Gespräch von dem Kunstwissenschaftler Jörn Schafaff. Der Titel der Veranstaltung, DAZWISCHEN, deutet auf den Bereich, in dem die genannten Fragen in der Volksbühne und andernorts verhandelt werden: in den Zwischenräumen, die sich zwischen Theater und anderen künstlerischen Disziplinen, zwischen Schauspiel und Performance auftun. Zwischen Theatralität als ästhetischer und Theatralität als anthropologischer Kategorie, zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren, zwischen Körpern und Stimmen. Zwischen den virtuellen Erlebnisräumen digitaler Medien und dem Präsenzraum der Theateraufführung, zwischen Lokalität und Globalität, zwischen Gemeinschaft und gesellschaftlicher Fragmentierung. Zwischen dem Anspruch auf Zeitgenossenschaft und der Bewahrung eines kulturellen Erbes. Diese Zwischenräume werden im Gespräch gemeinsam mit dem Podium und dem Publikum diskutiert.


Kategorie: Diskurs

Nach Motiven des Romans von Jeffrey Eugenides Die Selbstmord-Schwestern ist der erste Roman von Jeffrey Eugenides. In dem Werk – das auch durch die gleichnamige Verfilmung von Sofia Coppola bekannt wurde – erzählt der Autor vom Vorstadt-Leben der Familie Lisbon, einer durchschnittlichen Mittelstands-Familie. Mit dem Freitod der jüngsten Schwester Cecilia, die sich aus dem Fenster stürzt, beginnt jedoch das Jahr der Selbstmorde. Zusehends offenbart sich, dass im Innern des Einfamilienhauses alle Kinderwünsche und Jugendträume an der kühlen Irrationalität der Eltern scheitern. Eugenides nähert sich dem Leben der fünf Lisbon Schwestern, indem er die Verarbeitung des Traumas einer benachbarten Gruppe heranreifender Jungen als Ausgangspunkt nimmt, vor deren Augen sich die pubertierenden Schwestern das Leben genommen haben. Sie verehren die Mädchen und wollen ihre Rätselhaftigkeit und das, was sich im Innern des Hauses abspielt, verstehen. Sie dokumentieren ihre Beobachtungen und teilen sie mit den Leser*innen. In der psychedelischen Inszenierung von Susanne Kennedy folgen die Zuschauer dem Jahr der Selbstmorde in der Struktur des Tibetischen Totenbuchs, flankiert von Texten des Drogen-Philosophen Timothy Leary. Er lädt die Zuschauer*innen zu einer Reise ein und eröffnet möglicherweise eine gegensätzliche Perspektive zu der von Eugenides beschriebenen beklemmend bürgerlichen Welt, indem er unsere gewohnte Wahrnehmung hinsichtlich des Lebens und des Todes befragt. Die Figuren auf der Bühne vergegenwärtigen ihre Erinnerung an die Mädchen. Sie haben sich zusammengefunden, um ihrer zu gedenken. Sie sind die Begleiter ihres Todes, während sie sich immer wieder neu zu ihnen ins Verhältnis setzen: Mal sind es die Mädchen selbst, die aus ihnen sprechen, mal ihre Beobachtungen von einst. In sich wiederholenden Ritualen ertasten sie ihre Beziehung zu den Lisbons, eröffnen Blicke auf sie und sich selbst. Berlin-Premiere am 15.03.2018 Eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen.


Kategorie: Schauspiel


Kategorie: Tanz

Rund 20 Jahre ist es her, dass Alex Murray-Leslie und Melissa Logan 1997, im Hinterhof der Akademie der Bildenden Künste München, das Kunstkollektiv Chicks on Speed ins Leben gerufen haben. Seitdem experimentieren sie in den Zwischenwelten von Design und Elektropop, bespielen im Kunstkontext gerne Themen wie Kommerzialisierung und Massenproduktion und treiben ihre kreative Sprache kontinuierlich in neue Grenzbereiche. Chicks on Speed kollaborierten bereits mit Künstler*innen wie Douglas Gordon, Francesca von Habsburg, Yoko Ono, Karl Lagerfeld, Anat Ben David und Peter Weibel. Sie haben Bücher veröffentlicht, halten regelmäßig Vorträge und treten bei weltweiten Festivals und in bekannten Museen und Galerien wie dem Centre Pompidou, der Venedig Biennale oder dem MoMA in New York auf. Um das Jubiläum gebührend zu begehen, präsentieren sie ihren Stilmix aus neuen Medien, Fashionhacks und visueller Livemusik unter dem Titel On Speed: Chicks flying for 20 years mit zahlreichen Gästen im Großen Haus.


Kategorie: Konzert

In diesem Solo leitet die dänische Choreographin das Publikum durch einen Raum, in dem Performances, Filme, Texte und Bilder durch Bewegung und Sprache zum Leben erweckt werden: Exzess, Nacktheit, erotische Orgien, ritueller Genuss, Publikumsbeteiligung und politisches Engagement sind spezifische Ausdrucksweisen einer sexuellen Utopie, die der Gegenkultur der 1960er Jahre entsprang. 69 positions funktioniert als Tour durch das Archiv sexueller Performances. Das Publikum kann sich mit der Darstellerin auf der Bühne frei bewegen, während Ingvartsen ihren Körper in ein Feld physischer Erprobungen und seltsamer sexueller Praktiken verwandelt, um Fragen der Sexualität auf den Grund zu gehen, die bis heute nicht beantwortet sind.


Kategorie: Tanz

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Albert Serra, Der Tod Von Ludwig XIV (La mort de Louis XIV), Frankreich/Portugal/Spanien, 2016, 115’, OmU, DCP. Leid und Sterben machen auch vor den Mächtigsten, ja Absoluten nicht Halt: Der Sonnenkönig Ludwig XIV. – eine Paraderolle für die Truffaut-Ikone Jean-Pierre Léaud – verspürt im August 1715 nach einem Spaziergang plötzlich Schmerzen im Bein. Die nächsten Tage verbringt er in seiner Kammer, führt die Regierungsgeschäfte bestmöglich weiter und gleitet allmählich seinem Tod entgegen. Ein Historienfilm als Kammerspiel, Opulenz auf engstem Raum, der Totentanz eines Bettlägerigen – während um den Kranken herum schon so eifrig wie eifersüchtig an der Zukunft ohne ihn gebastelt wird. „Eine hypnotisierende Elegie.“ (New York Times) „60 Jahre nachdem Jean-Pierre Leaud mit Sie küßten und sie schlugen ihn seinen Durchbruch hatte, inszeniert Albert Serra ihn als sterbenden Sonnenkönig in einer pompösen, majestätischen Studie über Tod und Vergänglichkeit. Sicherlich der schönste Film in Cannes 2016." (Sight & Sound) Festivals: 69. Internationale Filmfestspiele Cannes Jean-Vigo-Preis 2016 - Bester Spielfilm Mit: Jean-Pierre Léaud, Patrick d’Assumçao, Marc Susini, Irène Silvagni, Bernard Belin, Jacques Henric Regie: [Albert Serra](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/249/albert-serra) Drehbuch: [Albert Serra](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/249/albert-serra), Thierry Lounas Bildgestaltung: Jonathan Ricquebourg Kamera: Julien Hogert, Artur Tort Ton: Jordi Ribas, Anne Dupouy Schnitt: Ariadna Ribas, Artur Tort, [Albert Serra](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/249/albert-serra) Musik: Marc Verdaguer Visuelle Effekte: André Rosado, Xavier Pérez Produktionsdesign: [Sebastian Vogler](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/3298/sebastian-vogler) Kostüme: Nina Avramovic Produzenten: Thierry Lounas, [Albert Serra](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/249/albert-serra), Joaquim Sapinho, Claire Bonnefoy Ausführende Produzenten: Claire Bonnefoy, Montse Triola Produziert von: Capricci Production in Zusammenarbeit mit: Rosa Filmes, Andergraun Films, Bobi Lux Katalanisch mit deutschen und englischen Untertiteln.


Kategorie: Film/Video

In diesem Solo leitet die dänische Choreographin das Publikum durch einen Raum, in dem Performances, Filme, Texte und Bilder durch Bewegung und Sprache zum Leben erweckt werden: Exzess, Nacktheit, erotische Orgien, ritueller Genuss, Publikumsbeteiligung und politisches Engagement sind spezifische Ausdrucksweisen einer sexuellen Utopie, die der Gegenkultur der 1960er Jahre entsprang. 69 positions funktioniert als Tour durch das Archiv sexueller Performances. Das Publikum kann sich mit der Darstellerin auf der Bühne frei bewegen, während Ingvartsen ihren Körper in ein Feld physischer Erprobungen und seltsamer sexueller Praktiken verwandelt, um Fragen der Sexualität auf den Grund zu gehen, die bis heute nicht beantwortet sind.


Kategorie: Tanz

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Nkisi ist der Name von Melika Ngombe Kolongo, einer Künstlerin, die in Belgien aufgewachsen ist und heute in London lebt. Als Mitbegründerin von Non-Worldwide, ist es die raison d'être des „Kollektivs afrikanischer Künstler und der Diaspora, den Klang als ihr primäres Medium zu nutzen, um die sichtbaren und unsichtbaren Strukturen zu artikulieren, die in der Gesellschaft Binaritäten erzeugen und somit Macht verteilen“. So sind Nkisis Ethos und Musik von einer gewissen Punksensibilität, gepaart mit einem politischen Druck gegen Konformität, geprägt. Ihre DJ-Sets zeichnen sich durch ein breites Spektrum von Einflüssen aus, die eine rasante und aufregende Erfahrung im Tanz darstellen. Nkisi wird begleitet von Oli XL, einem Produzenten, Bildenden Künstler und Leiter des Stockholmer Labels [W-I](http://w-i.zone/). Er erforschte neue Wege, um mit seinem Relic-Projekt physische Musik zu veröffentlichen und setzte dazu Teile aus Verbraucherelektronik in 3D-gedruckte Formen. Heraus kam die EP „Location“ von Celyn June, bestehend aus Skulpturen, die als Musikspieler doppeln. Siehe [hier](http://w-i.zone/shop/location). Seine eigene Musik erschien auf PANs Ambient-Compilation "Mono no Aware" und Anfang 2018 auf Posh Isolation's Compilation [“I Could Go Anywhere But Again I Go With You”](https://poshisolation.bandcamp.com/album/i-could-go-anywhere-but-again-i-go-with-you). [https://soundcloud.com/nkisi https://soundcloud.com/oli_xl](https://soundcloud.com/oli_xl)


Kategorie: Konzert

Mal ehrlich: Wir Berliner sind gierig. Wir wollen immer das Goldenste, das Heftigste, das Wahnsinnigste. Wir tun so, als hätte das Wochenende fünf Tage. Wir skippen den Vorspann und springen direkt zur Schlussszene. Einmal alles, bitte. Mit extra Sahne. Best of Poetry Slam ist genau das Richtige. Ein Slam für die, die schon viele Slams gesehen haben, und ein Slam für die, die noch gar keine kennen, aber gerne hoch einsteigen. Das sind die, die die Bühnen des Landes abreißen und die Youtubekanäle zum überlaufen bringen. Und vor allem die, die man gerne mehr als nur fünf Minuten sieht. Deshalb haben die Poetinnen und Poeten hier auch 10 Minuten Zeit, um die Gunst des Publikums zu erringen. Es treten an: Team LSD (Volker Strübing / Micha Ebeling), Katharina Huboi, Tanasgol Sabbagh, Sulaiman Masomi. Spezialgast: Bodo Wartke Moderation: Julian Heun und Wolf Hogekamp Präsentiert von den [Edellauchs](https://www.facebook.com/edellauchs/) und [Bastard Slam [Poetry Slam in der Ritter Butzke]](https://www.facebook.com/BastardSlam/)


Kategorie: Lesung

In diesem Solo leitet die dänische Choreographin das Publikum durch einen Raum, in dem Performances, Filme, Texte und Bilder durch Bewegung und Sprache zum Leben erweckt werden: Exzess, Nacktheit, erotische Orgien, ritueller Genuss, Publikumsbeteiligung und politisches Engagement sind spezifische Ausdrucksweisen einer sexuellen Utopie, die der Gegenkultur der 1960er Jahre entsprang. 69 positions funktioniert als Tour durch das Archiv sexueller Performances. Das Publikum kann sich mit der Darstellerin auf der Bühne frei bewegen, während Ingvartsen ihren Körper in ein Feld physischer Erprobungen und seltsamer sexueller Praktiken verwandelt, um Fragen der Sexualität auf den Grund zu gehen, die bis heute nicht beantwortet sind.


Kategorie: Tanz

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Am 2. April 2018 wäre der große französische Chansonnier Serge Gainsbourg 90 Jahre alt geworden. Fast zeitgleich bring The Birthday Party- und Bad Seeds-Gründungsmitglied Mick Harvey seine Interpretationen von Gainsbourgs Schaffen auf große The Songs of Serge Gainsbourg Europatour und hierfür auch in die Volksbühne. Harvey begann bereits vor über 20 Jahren Gainsbourgs Werk ins Englische zu übertragen und mit seinem eigenen xy zu versehen. 2017 veröffentlichte er mit Volume 4 - Intoxicated Women den letzten Teil des Songzyklus, der den Fokus auf Gainsborugs Schaffen in den 60er Jahren ­­­– geprägt von Duetten mit France Galle, Juliette Greco nicht zuletzt Brigitte Bardot – legt. Die Songrecherche führte Harvey von Klassikern wie dem gemeinsam mit der Berliner Pop-Sängerin Andrea Schroeder ins Deutsche redigierten Je T'aime (Moi non plus) bis hin zu obskureren Gainsbourg-Stücken wie The Drowned One/La Noyée und Wolfy Teeth/Dents de Lait, Dents de Loup, die lediglich in TV-Aufnahmen aus den 60ern dokumentiert wurden. In Berlin, wo ein nicht unerheblicher Teil der Songs aufgenommen wurde, präsentiert Harvey nun, begleitet von einem Streichquartett, Stücke aller vier zwischen 1995 und 2017 veröffentlichten Alben.


Kategorie: Konzert

Während die Politik auf europäischer und nationaler Ebene an demokratischer Legitimation verliert und sich Neoliberalismus und Rechtspopulismus, als Konkurrenten oder Partner, immer weiter in den Regierungen verankern, zeigt sich in den Städten das Potential zur linken Gegenbewegung. Ob im “Solidarity City”-Netzwerk, das an verschiedenen Orten in Europa Menschen ohne formal gleiche Rechte die gleiche Teilhabe etwa am Wohnungs- und Arbeitsmarkt ermöglichen will, in Recht-auf-Stadt-Initiativen, die seit Jahren für eine “Stadt für alle” kämpfen, oder in “Hack the City”-Projekten, die Städte von unten digitalisieren statt die neoliberale Smart City zu akzeptieren, in der profitorientierte Firmen Daten einzelner Bewohner*innen zur vermeintlichen Verbesserung der Sicherheit sammeln. In vielen Städten Südeuropas versuchen linke Basisinitiativen, die bereits an Macht in den Rathäusern gewonnen haben, sich die bestehenden Institutionen anzueignen. Und auch in einem ganz anderen Kontext scheint die Selbstorganisation auf lokaler Ebene eine Chance auf einen Neubeginn darzustellen: In Aleppo etwa, wo die Bewohner*innen widerständige Wege finden durch neue soziale Zusammenschlüsse zu (über-)leben und die Stadt samt Nachbarschaften neu gestalten. Welche Chancen liegen darin, wenn Städte neu aufgebaut werden müssen? Was zeichnet all diese Initiativen aus und welche Perspektiven eröffnen sie für eine progressive Politik? Lässt sich mit lokaler Macht gegen Neoliberalismus, Rechtspopulismus (und Zerstörung) vorgehen? Wie lassen sich Institutionen übernehmen und soziale Bewegungen stärken? Lässt sich gar ein linkes Städtenetzwerk bilden, um den Kapitalismus dezentral zu erodieren? Referentinnen/Panelistinnen: Lisa Vollmer, interdisziplinäre Stadt- und Bewegungsforscherin, Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar (angefragt) Nina Scholz, Journalistin und Aktivistin bei Kotti und Co, Berlin Jennifer Schubert forscht zu ‘Informal City Making – Tools for Civic Participation in Neighborhoods’, Design Research Lab, Universität der Künste Berlin N.N., Aktivistin von Solidarity City Berlin Zoya Masoud, Architektin und Koordinatorin von „Unsere Stadt, unsere Geschichte“ am Museum für Islamische Kunst, Mitarbeiterin im “Aleppo Basar” am Museum für Islamische Kunst


Kategorie: Diskurs

HB: Herzlichen Willkommen im Heartbreak Hotel. Aktuell sind leider, leider, leider alle unsere Mitarbeiter im Gespräch. Wir kümmern uns um Sie, sobald der nächste Mitarbeiter frei ist. Hören Sie solange die 100 traurigsten Lieder der Welt. Die 100 traurigsten Lieder der Welt werden gespielt. W: Hallo, ich bin gestern von Ihrem Fünf-Meter-Turm gesprungen. Das habe ich mich nie getraut und wollte es einmal probieren, weil es so ein schönes Gefühl sein soll. Naja, ich wollte Ihnen sagen, jemand hat vergessen, das Wasser einzulassen. Musste denn das so sein? Dass das, was mich glücklich machen soll, wieder die Quelle meines Elends wird? Ansonsten fühle ich mich hier ganz wohl. Die Einsamkeit in dieser paradiesischen Gegend ist Balsam für mein geschundenes Herz." Nach den Leiden des jungen Werther, der Beat-Generation und ausgewählter Popmusik. Besetzung Regie: Marlene Knobloch Dramaturgie: Lucien Strauch Texte: Marlene Knobloch, Lily Kuhlmann, Lucien Strauch, Goethe und wahrscheinlich viele andere Schmusiker: Julian Knobloch-Krippner Bühne: Marco Cucuiu Regieassistenz: Lily Kuhlmann, Emma Meyer Technische Leitung: Leander Hagen P14 Leitung: Vanessa Unzalu Troya


Kategorie: Schauspiel

Buchpremiere Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches [Die Pinocchio Theorie](https://www.merve.de/index.php/book/show/480)(Merve) präsentiert Steven Shaviro eine Diskussion über Spekulative Zeit. Es wurde oft gesagt, dass wir in einem historischen Moment leben, in dem es „einfacher ist, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen“ (Mark Fisher). Wir scheinen in einer erhöhten ewigen Gegenwart gefangen zu sein, die durch Mediensättigung, Finanzspekulation und unerbittliche unternehmerische Innovation gekennzeichnet ist. Alles verändert sich ständig – genau hier, gerade jetzt – und dennoch scheint nichts wirklich anders zu sein. In einer Zeit unaufhörlicher Neuerungen und verschärfter Aktualität fällt es uns immer schwerer, uns eine Zukunft vorzustellen, die sich nicht nur auf die Gegenwart beschränkt. In seinem Vortrag versucht Steven Shaviro, ein anderes Konzept von Zukunft zu erforschen: eine, die „real, aber nicht wirklich“ ist (eine Formulierung, die unabhängig voneinander von den Philosophen Alfred North Whitehead und Gilles Deleuze vorgeschlagen wurde). Vor dem Hintergrund der Art und Weise, wie unser Zeitgefühl von Finanzialisierung und Verschuldungsplänen geprägt ist, wird der Vortrag alternative Zukunftskonzepte thematisieren, die sich in der Fabulation von Science-Fiction-Erzählungen ebenso wie in den Rhythmusformen zeitgenössischer Popmusik und Musikvideos ausdrücken. Steven Shaviros Präsentation beginnt um 20:00, das Screening der Musikvideos ab 19:00.


Kategorie: Diskurs

Es wird viel Kunst gemacht, aber zu wenig über Kunst gestritten. Beim Live-Talkformat NUN – Die Kunst der Stunde, organisiert und moderiert von den Publizist*innen Annika von Taube, Anne Waak und Holm Friebe, diskutieren Gäste aus der Berliner Kunst- und Kulturszene aktuelle Fragestellungen. Dieses Mal: Berlin Biennale – Was bisher geschah. 20 Jahre nach der ersten Ausstellung erinnern wir mit Akteuren und Zeitzeugen an Höhe- und Tiefpunkte von zehn Ausgaben. Wofür standen sie, wie haben sie Berlin verändert, was bleibt? Garniert wird das Ganze mit kurzweiligen Vorträgen wie dem kunsthistorischen Crashkurs 1000 Meisterwerke und der Architekturkolumne Berlinesque. Die NUN-Edition dieser Ausgabe stammt von der Künstlerin Caroline Kryzecki.


Kategorie: Diskurs

Die Slam Poeten Lukas Diestel und Jonathan Löffelbein, Macher von "Worst of Chefkoch", dem Foodblog des Jahres 2017, wagen den Schritt in die Offline-Welt. Neben einigen der skurrilen Rezepte des Blogs, die live zubereitet und verköstigt werden, haben sie dabei auch andere eigene Texte im Gepäck. Teils humorvoll, teils nachdenklich, mit typischen Worst of Chefkoch-Kommentaren, ganzen Kochanleitungen, aber auch Texten, die mit dem Blog nichts zu tun haben. Kurzgeschichten, idiotische Gedichte, alles Mögliche. In der Kochshow der etwas anderen Art wird gekocht, gelesen und vor allen Dingen gelacht. "Wenn es der Salzstangenauflauf schafft, dann können wir es alle schaffen."


Kategorie:

Seit über einem Jahrzehnt ist Phuong-Dan Resident und Veranstalter der Reihe Gatto Musculoso im Hamburger Golden Pudel Club mit Gästen wie Lena Willikens, Beppe Loda, Tolouse Low Trax, Vladimir Ivkovic, Veronica Vasicka und Ron Morelli. An diesem Abend im Roten Salon liegt der Fokus allerdings mehr auf dem Zuhören und der experimentellen Seite elektronischer Musik. Als weiterer Gast wird Nika Son, ebenfalls ein Resident des Golden Pudel Clubs, ein Live-Set spielen. Beeinflusst von Musique Concrète und den äußeren Gefilden elektronischer Musik, erarbeitet sie ihre Kompositionen aus bearbeiteten und rhythmisch-fragmentierten Field Recordings, die sie mit analogen Synthesizerflächen, verstreuten Stimmfetzen und gefilterten Tape-loops verwebt. Neben ihrem Solo-Musikprojekt kollaboriert sie seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Künstlern, u.a. dem Musiker F#X und der Filmemacherin Helena Wittmann. Sie hat bei verschiedenen Labels wie MMODEMM, Sky Walking, Anti-Ghost Moon Ray und ihrem eigenen Label Noctui veröffentlicht.


Kategorie: Konzert

Ein Stück für 25 Performer*innen, 19 Songs und einen DJ. Sie bewegen sich, sie tanzen. Und nehmen sehr berühmte Lieder aus 30 Jahren Popgeschichte beim Wort – The Beatles, Nick Cave, Céline Dion oder Queen. In der Tanz- und Theatergeschichte gilt The show must go on als erster Klassiker des 21. Jahrhunderts und tourt seit 17 Jahren erfolgreich durch die Welt. Die Uraufführung war allerdings ein Skandal. Weil sie Alltagsgesten auf die hohe Bühne bringt und mit explosivem Humor Konventionen bricht. In dieser Inszenierung wird The show must go on von Mitarbeiter*innen der Volksbühne und Freund*innen neu interpretiert. Produktion: Théâtre de la Ville (Paris), Gasthuis (Amsterdam), Centre Chorégraphique National Montpellier Languedoc-Roussillon (Montpellier), Arteleku Gipuzkoako Foru Aldundia (San Sebastian), R.B. (Paris). Förderung von R.B. Jérôme Bel durch Direction regionale des affaires culturelles d’Ile de France (French Ministry of Culture and Communication), Förderung der internationalen Touren R.B. Jérôme Bel durch Institut Français (French Ministry of Foreign Affairs). Musik von Leonard Bernstein, David Bowie, Nick Cave, Norman Gimbel and Charles Fox, J. Horner, W.Jennings, Mark Knopfler, John Lennon and Paul Mac Cartney, Louiguy, Galt Mac Dermott, George Michael, Erick "More" Morillo and M. Quashie, Edith Piaf, The Police et Hugh Padgham, Queen, Lionel Richie, A.Romero Monge and R. Ruiz, Paul Simon


Kategorie: Performance

Eine Performance für drei Tänzer und einen Musiker. In dieser kollaborativen Arbeit von Steven Warwick and Carlos María Romero werden Körper und Klang zu einer zeitlichen Skulptur. In Bezug auf gegenwärtige Gefühle der Isolierung wird die Handlungsfähigkeit in einer Ära des beängstigenden Populismus thematisiert.


Kategorie:

Iphigenie ist der letzte Teil der Antiken-Trilogie von Mohammad Al Attar und Omar Abusaada. Sie entstand in Zusammenarbeit mit nicht-professionellen Darstellerinnen, die aus Syrien flüchten mussten und in Deutschland leben. In dieser Adaption wird die griechische Tragödie als Schauspiel-Casting inszeniert. Neun junge Frauen bewerben sich für den Part der Iphigenie. Abusaada und Al Attar verweben die Erinnerungen und Erfahrungen der Frauen mit Motiven und Passagen aus dem Euripidischen Text. Nach der großen Resonanz auf die Uraufführung im Tempelhofer Hangar wechselt die Aufführung ins Große Haus am Rosa-Luxemburg-Platz. Ko-Produzent: Arab Fund for Arts and Culture (AFAC) im Rahmen der Arab European Creative Platform (AECP). Gefördert durch Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz, Arend und Brigitte Oetker, Heinz und Heide Dürr Stiftung, Charlotte von Koerber. In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung und der Heinrich Böll Stiftung e.V. http://www.arabculturefund.org The Arab Fund for Arts and Culture (AFAC) was established in 2007 by local cultural lobbyists as an independent initiative that funds individuals and organizations in the fields of cinema, performing arts, literature, music and visual arts while facilitating cultural exchange, research and cooperation across the Arab world and globally. Arabisch mit deutschen und englischen Übertiteln.


Kategorie: Schauspiel

Die endlose Zahl der Kolumnisten, Experten und Redakteure, die in Zeitschriften, Radios oder Fernsehsendungen berichten, hat es unmöglich gemacht, das Zeitgenössische zu verstehen. Um diesen Trend umzukehren, müssen wir nicht nur unser Dilemma überdenken, sondern auch die Werkzeuge, die wir zum Verständnis nutzen. All die Prinzipien, Werte, Überzeugungen, Dinge, die getan werden müssen, und Dinge, die unbedingt zu vermeiden sind, die Verbote und Erlaubnisse, Skandale und Urteile haben uns dumm gemacht. Es ist dieser ganze Apparat, dessen man sich endlich entledigen sollte. Nur wie? Zum Beispiel, indem wir die Hypothese aufstellen, dass die Gegenwart es immer erlaubt, etwas anderes zu sagen – jedes Ereignis, jeder Fall, jede Debatte, jede Frage und jedes Problem warten darauf, dass jemand sie ernst nimmt, anstatt eine vorgefasste moralische oder politische Agenda auf sie anzuwenden. Das werden wir an diesem Abend erleben. Zufällig ausgewählte Gegenstände aus den politischen, intellektuellen oder ästhetischen Nachrichten werden behandelt, wie sie es verdienen würden, behandelt zu werden: experimentell, ohne Grenzen und ohne Berücksichtigung von Ernsthaftigkeiten. Auf den Epic Fail der zeitgenössischen moralischen Soziologie, Politologie oder des Journalismus müssen wir mit der Akzeptanz dieses Epic Fail des Denkens, mit allem fertig zu werden, antworten – das eigene, vorhersehbare Versagen muss akzeptiert werden. Idioten und Dickschädel sind nicht willkommen.


Kategorie: Diskurs

An diesem Abend präsentiert die in Berlin ansässige Postrock-Band Cavern of Anti-Matter der beiden Stereolab-Mitglieder Tim Gane (Gitarrist/Songwriter) und Joe Dilworth (Drums) und des Synth-Spezialisten Holger Zapf ihr gerade frisch auf dem eigenen Duophonic-Label erschienenes drittes Album Hormone Lemonade. Darauf erzeugt das Trio aus modularen Synthesizern und selbstgebauten Drum-Machines hypnotische Soundstrukturen, die, angereichert mit minimalen Gitarrenmelodien und Live-Schlagzeug, ein reichhaltiges Gesamtwerk aus Experiment, Improvisation und Raffinesse ergeben.


Kategorie: Konzert

Eine Spielgeschichte über Leben, Tod und die Illusion des freien Willens gegenüber dem großen Algorithmus im Himmel. Im ausufernden Purgatorium eines städtischen Junkspace zwischen IKEA und einem stillgelegen Flughafen ringen die zwei Leitcharaktere – Geliebte, Geschwister, Kollegen und Freundfeinde – mit ihrer Hinfälligkeit in einer Welt, in der nichts so ist wie es scheint. Die Synthetisierung der Umwelt und der darin hausenden Geschöpfe, in der generatives maschinelles Lernen auf vergleichende Mythologie trifft, erzeugt ein erkennbares und doch geisterhaftes Bild der materiellen Welt, einen Schatten der Gegenwart. Dabei entfaltet sich, weil die Spielenden beteiligt sind, eine Erzählung in Echtzeit. Diese Arbeit führt Stränge einer Praxis zusammen, die Text, Zeichnung und Dramaturgie umspannt, und ist die erste Arbeit dieser Art der in Berlin ansässigen Künstlerin Jesse Darling, die dabei mit dem Spielarchitekten Christian Kokott zusammenarbeitet. Bild: Überblicksansicht der Ausdehnung eines IKEA-Geländes, die von einem an den Radierungen von Gustave Doré geschulten neuronalen Bildgenerator gestaltet wurde. Work in progress 2018.


Kategorie: Neue Medien

Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr. Kein Nacheinlass. Eintritt: Gratis, nach Anmeldung unter: campus@br.de Moderation: Stephan Karkowsky Kennen Sie Spitzenforscher, die in der Lage sind, ihren Forschungsgegenstand einem Laien in einem kurzen Vortrag spannend und lebendig zu erklären? Nein? Wir schon! In der Sendung “Campus Talks – Forschung auf den Punkt gebracht” bringen Wissenschaftler ihre Forschung auf den Punkt. Vom Ameisenforscher über den Risikoforscher bis hin zur Erforschung des Weltraums: Hier erzählen Wissenschaftler*innen der unterschiedlichsten Disziplinen Spannendes aus ihrer Arbeit, verständlich und unterhaltsam – auf dieser Bühne, vor Publikum. Jeder Teilnehmer hat 13 Minuten Zeit. Erlaubt sind weder PowerPoint noch Teleprompter. Die freie Rede zählt! Die Sendung „Campus Talks“ wird jeden Dienstag um 22.15 in ARD-alpha ausgestrahlt.


Kategorie:

Ich wünschte mir, dass ich noch geblieben wäre. Dass ich dann doch noch länger geblieben wäre, nicht jetzt schon nach Hause gegangen wäre. Jetzt wünschte ich ganz fest, dass ich wieder Ich wäre. Und dass sich alles wieder so drehen würde wie vorher. Hinter mir da knallt es in der Welt. Das Licht strahlt und blendet mich. Mir wird ein bisschen schwindlig. Vielleicht, weil die Lampen so sehr schwanken. Das ist wie in den letzten Minuten auf einem untergehenden Boot. Dann lausche ich einer Unterhaltung, von der ich nichts verstehen kann, aber eine ganze Weile bin ich selbst sehr unterhalten davon. Ich bin total benebelt, stolpere auf die Straße. Ich schwanke ein bisschen. Stehe direkt am Highway. Als ich im Augenwinkel ein Auto sehe, das mich... Besetzung Mit: Lail Braslawski, Tom Garus, Milan Herms, Lioba Kippe, Gesa Kreye, Noah Roos, Fee Aviv Marschall, Marike Voß, Tamara Welcher Regie: Charlotte Brandhorst Videokonzeption: Luna Zscharnt Musikkonzeption: Lilith Krause, Fee Aviv Marschall Musik: Fee Aviv Marschall Maske: Zelal Yesilyurt Grundraum: Maike Krych, Konrad Walkow Technische Leitung: Leander Hagen P14-Leitung: Vanessa Unzalu Troya


Kategorie: Schauspiel

In Zusammenarbeit mit Acropolis Cinema Im selben Jahr geboren und weniger als 600 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen haben sich Luise Donschen und Helena Wittmann zu zwei der aufregendsten jungen Filmemacherinnen ihrer Generation entwickelt. In Freundschaft und Zusammenarbeit verbunden werden beide von einem ähnlichen Filmverständnis geleitet, das sich auf das Bild und seine Fähigkeit bezieht, erfahrbare Wahrheiten zu enthüllen. Ihre Debütfilme, Casanovagen und Drift – offiziell ausgewählt für die Filmfestivals in Berlin und Venedig – zeugen in ganzer Klarheit von ihrer je eigenen und sich doch ergänzenden Vorgehensweise. An diesem letzten von zwei Abenden mit den Filmemacherinnen wird das Programm von einer unveröffentlichten Szene aus Donschens Film Casanovagen mit John Malkovich eröffnet, gefolgt von Drift, dem erstaunlichen Wittmann-Debüt von 2017, das bisher noch nie in Berlin zu sehen war. "Drift, zusammen mit Theresa George geschrieben, verbindet eine Ansammlung bewegter Stilleben über das Meer, bewegte Bilder, stimmungsvoll und von Nika Breithaupts durchdringendem Sounddesign und Musik motiviert. Diese Bilder handeln von zwei Menschen, die gerufen wurden, um über den Ozean zu reisen - in die Familie, in ungewisse Zukünfte, auf Umwegen. Es sind auch Bilder über das Meer und unsere Sinne: über das Küstengeschrei des Ozeans, über das mythische Gemurmel und Raunen des Meeres, über das Auf und Ab der Wellen, die sich in langen und kurzen Frequenzen entfalten. In Drift erscheinen Menschen, Wasser und Wellen als gebeugte Muster." (Stefan Helmreich) Im Anschluss an die Filmvorführung Q&A mit Luise Donschen, dem Filmkritiker Jordan Cronk und dem Filmkurator der Volksbühne Giulio Bursi. Programm: Luise Donschen, unveröffentlichtes Material aus Casanovagen, HD, Farbe, 12’, 2018 Helena Wittmann, Drift, 2K, Farbe, 95’, 2017 Helena Wittmann und Luise Donschen im Gespräch mit Jordan Cronk und Giulio Bursi Alle Filme sind in Deutsch und Englisch mit englischen Untertiteln Helena Wittmann, Drift, 2K, Farbe, 95’, 2017 - Berlin-Premiere Zwei Frauen verbringen ein gemeinsames Wochenende an der Nordsee. Spaziergänge am Strand, Fischbrötchen im Imbiss, mobile Wettervorhersagen. Himmel, Horizont, Wasser. Bald wird die eine zu ihrer Familie nach Argentinien zurückkehren und die andere versuchen, dem Ozean ein Stück näher zu kommen. Sie reist in die Karibik, und die Fremde macht sie verletzlich. Dann ist das Land außer Sicht. Auf einem Segelschiff überquert sie den Atlantischen Ozean. Eine Welle folgt der anderen, sie gleichen sich nie. Gedanken verirren sich, die Zeit löst sich aus gewohnten Bahnen, und die Dünung wiegt in tiefen Schlaf. Das Meer übernimmt die Erzählung, und als die andere wieder darin vorkommt, ist zwar der Boden unter ihren Füßen fest, der Wind jedoch liegt noch in ihren Haaren. Sie kehrt zurück, und die eine könnte fragen: "Hast du dich verändert?" "Man fragt sich, wie Wittmann, die ihren Film völlig unabhängig produziert hat, so jung zu einer so entschiedenen, klaren Ästhetik gelangen konnte. Und wie mag angesichts dieser Mischung aus visueller Perfektion und Empfindsamkeit ihr nächster Film aussehen? Manchmal sind die schönsten Bilder eines Festivals die noch nicht gesehenen zukünftiger Filme, denen man jetzt schon entgegenfiebert.“ Katja Nicodemus, Die Zeit [Trailer Drift](https://vimeo.com/231396998) Luise Donschen wurde 1982 in Berlin geboren. Sie studierte Ethnologie, Germanistik und Film in Hamburg und Belgrad. 2012 machte sie ihren Abschluss an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit dem Kurzfilm MACHT, DASS MIR INNE WIRD, WAS ICH DURCH EUCH VERLOREN HABE! Er lief erfolgreich auf internationalen Filmfestivals. CASANOVAGEN ist ihr Debutfilm. Helena Wittmann wurde am 5. Oktober 1982 in Neuss, Deutschland geboren. Nach ihrem Studium der Medienwissenschaften und Romanistik in Erlangen und Hamburg besuchte sie ab 2007 die Hochschule für bildende Künste (HFBK) in Hamburg, wo sie 2014 ihren Abschluss machte. Ihre Arbeiten, darunter die Kurzflme WILDNIS (2013) und 21,3°C (2014), wurden international auf Filmfestivals und Ausstellungen gezeigt. Für ihren ersten Langflm DRIFT arbeitete sie eng mit der Ethnologin Teresa George und der Musikerin Nika Breithaupt zusammen. Jordan Cronk arbeitet als Filmkritiker und Programmierer in Los Angeles. Er gründete im Januar 2016 Acropolis Cinema, eine Screening-Reihe für experimentelle, internationale und nichtverteilte Filme, und ist Co-Direktor des Locarno in Los Angeles Film Festival, jetzt in seiner zweiten Ausgabe. Er schreibt regelmäßig Beiträge zu Cinema Scope, Film Comment und Sight & Sound und schreibt eine monatliche Kolumne über das Repertoire-Kino von Los Angeles für den Hollywood Reporter. Seine Texte wurden auch von Frieze, BOMB, der Village Voice und der Los Angeles Review of Books veröffentlicht. Zusätzlich zu seiner Arbeit mit Acropolis und Locarno in Los Angeles, arbeitet Jordan freiberuflich für die American Cinematheque in Hollywood. Beim 70. Locarno Festival war er Mitglied der ersten Jury von "Signs of Life".


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Ich wünschte mir, dass ich noch geblieben wäre. Dass ich dann doch noch länger geblieben wäre, nicht jetzt schon nach Hause gegangen wäre. Jetzt wünschte ich ganz fest, dass ich wieder Ich wäre. Und dass sich alles wieder so drehen würde wie vorher. Hinter mir da knallt es in der Welt. Das Licht strahlt und blendet mich. Mir wird ein bisschen schwindlig. Vielleicht, weil die Lampen so sehr schwanken. Das ist wie in den letzten Minuten auf einem untergehenden Boot. Dann lausche ich einer Unterhaltung, von der ich nichts verstehen kann, aber eine ganze Weile bin ich selbst sehr unterhalten davon. Ich bin total benebelt, stolpere auf die Straße. Ich schwanke ein bisschen. Stehe direkt am Highway. Als ich im Augenwinkel ein Auto sehe, das mich... Besetzung Mit: Lail Braslawski, Tom Garus, Milan Herms, Lioba Kippe, Gesa Kreye, Noah Roos, Fee Aviv Marschall, Marike Voß, Tamara Welcher Regie: Charlotte Brandhorst Videokonzeption: Luna Zscharnt Musikkonzeption: Lilith Krause, Fee Aviv Marschall Musik: Fee Aviv Marschall Maske: Zelal Yesilyurt Grundraum: Maike Krych, Konrad Walkow Technische Leitung: Leander Hagen P14-Leitung: Vanessa Unzalu Troya


Kategorie: Schauspiel

Live, voll improvisiert und ohne zweite Takes haben Exploded View ihr von Drones, tiefen Basslinien und Dub getragenes, selbstbetiteltes Debüt irgendwo in den untiefen Mexico Citys in ein Tascam 388 8-Spurgerät gespielt. Das Studio? Ein sorgfältig ausgestatteter Resonanzkörper in dem kein noch so kleines Klangdetail verloren geht. Das Ziel? Die frisch geschlossene, aus einer gemeinsamen Mexiko-Tour resultierte musikalische Seilschaft zwischen der Sängerin Anika (Stones Throw) und einem Line-Up aus lokalen Produzenten schnellstmöglich auf Tape manifestieren. Auf die Veröffentlichung der Aufnahmen beim düsteren Qualitätslabel Sacred Bones (Zola Jesus, The Soft Moon, Pharmakon) folgten weltweite Konzerte und zuletzt ihre Summer Came Early EP. Im Frühjahr gehen Exploded View mit einem Großteil der Stammbesetzung, klirrenden Noise-Pop Collagen und jeder Menge Vintage-Equipment auf Tour durch Europa.


Kategorie: Konzert

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Die Serie [Rheingold](https://www.volksbuehne.berlin/de/programm/fullscreen/869/rheingold) feiert am 23.04.18 auf Volksbühne Fullscreen ihre Online-Premiere. Ab diesem Tag wird wöchentlich je eine Folge ausgestrahlt. Am 25.5. präsentiert die Volksbühne alle zehn Folgen von Rheingold einmalig als Preview auf der Großen Bühne. Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch mit Jan Bonny und Alex Wissel statt. Offener Einlass zwischen 18:00 und 21:00. [Rheingold](https://www.volksbuehne.berlin/de/programm/fullscreen/869/rheingold) ist eine augenzwinkernde Gesellschaftssatire, welche um den Aufstieg und Fall eines Düsseldorfer Kunstberaters kreist, der durch die Manipulation von Rechnungen (Künstler-Collagen!) ein Vermögen verdiente und dafür zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Mit leichtem Ton entwerfen der Regisseur Jan Bonny und der Künstler Alex Wissel ein zeitgenössisches Sittenspiel über die Rolle der Kunst im neoliberalen Wandel und den Verlust politischer und humanitärer Werte einer ganzen Generation. Gedreht in der Volksbühne, werden die Bühnenbilder die Unwirklichkeit dieses wahren Märchens nochmals überhöhen. Eine mehrteilige Geschichte über die Sehnsüchte eines Hochstaplers und die große Frage: Wie wurde aus dem Beuys-Diktum „Jeder Mensch ist ein Künstler“ die Ich-AG? Eine Auftragsarbeit für Volksbühne Fullscreen. Produktion: Volksbühne Berlin. Besetzung Mit: Bibiana Beglau, Jean-Luc Bubert, Franziska Hartmann, Joachim Król, Ronald Kukulies, Shenja Lacher, Emma Meyer, Günther Möbius, Edith Saldanha, Julian Sark, Johanna Schäfer-Asch, Roland Silbernagl, Cem Lukas Yeginer, Oleg Zhukov Regie: [Jan Bonny](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/269/jan-bonny) Konzept, Buch: [Jan Bonny](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/269/jan-bonny), [Alex Wissel](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/423/alex-wissel) Bühnenbild: [Alex Wissel](https://www.volksbuehne.berlin/de/haus/kuenstler-innen/423/alex-wissel) Kamera: Jakob Beurle Kuratorin: [Elodie Evers](https://www.volksbuehne.berlin/de/service/team/245/elodie-evers) Künstlerische Produktionsleitung: John McKiernan


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Buchpremiere Als Leon, ein Münchner Single, bei Sturm in den Salzburger Alpen auf Lukas trifft, scheinen die Götter ihre Hände im Spiel zu haben: Ein Schneeball kommt ins Rollen, nur fragt sich, wer ihn angestoßen hat. Die Kiesel, die ihr Ball aufsammeln will, müssen aus Bergregionen mit heißen Temperaturen stammen. Lukas ist Kaminbauer von Beruf und versteht sein Handwerk.- aber auch Leon zieht alle Register, nun da er Feuer gefangen hat. Ein Besuch bei dem attraktiven, jedoch um zwanzig Jahre jüngeren Lukas in Wien soll die Weichen stellen. Währenddessen kümmert sich Brian, ein Choreograph, um die Proben zu seinem Ballett, dem „Prometheus“: Benannt nach jenem griechischen Gott, der den Menschen das Feuer gebracht und ihnen damit ein verhängnisvolles Geschenk gemacht hat. Und schließlich ist da noch Ingrid, eine lebhafte Schauspielerin. Ihr Freund Anselm ist Maler und nennt sie Lulu, nur kann man Lulu nicht malen. Am Ende scheint der Ball, der unsere Protagonisten zusammenführt, aber seine ganz eigene Vorstellung davon zu haben, wohin die Reise geht. Lukas, Leon, Brian und Ingrid – sie alle lassen uns bald nicht mehr los, da sie uns zu den ewig gültigen Fragen führen. Da ist der Wunsch, sich selbst zu finden und treu zu bleiben – und dabei am liebsten für immer jung zu sein. Und natürlich ist es ein Roman über die Liebe. Reinhard Schultze wurde in Aachen geboren und wuchs im Rheinland und in Genf (französische Schweiz) auf. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Auslandsaufenthalten unter anderem in New York und Abschluss seiner Promotion arbeitete er als Anwalt und Justiziar einer Landesfilmförderung in Potsdam-Babelsberg, bevor er 2000 nach München wechselte, wo er seither lebt und arbeitet. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen (Product Placement im Spielfilm, C.H. Beck) ist dies sein literarisches Debüt.


Kategorie: Lesung

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Über eine Dekade treibt der einsame Koloss Helga Blohm Dynastie durch musikalische Gewässer. Vorbei an Schiffbrüchigen und Ertrinkenden geht die Reise im Schatten der Ozeanriesen, deren Bugwelle schon ganze Generationen Glücksritter und Sinnsuchende versenkte. Filigrane Melodien und psychedelische Klangspielereien sind nur die Spitze des Eisberges. Wer sich dabei zu sicher fühlt, sollte keinen Blick unter die Oberfläche riskieren. Ein finsterer Monolith kurz vor dem Auseinanderbrechen, erbaut aus Sehnsüchten und zerschellten Träumen in einer Zeit, als musikalischer Eklektizismus noch nicht zu einer Parodie verkommen und ein soziales Medium die Faust in einer Fresse war. Illusions- aber nicht hoffnungslos. Während die HBD gemeinsam mit ihren Fans älter und die Lebensumstände komplizierter wurden, wird das Feuer unter dem musikalischen Schmelztiegel weiter mit Begeisterung am Leben erhalten. Gemeinsam immer weiterzumachen, das kann eine echte Alternative sein. Bevor sich die Band in das Hermetic Reich Studio zurückzieht, um die mittlerweile siebente Platte einzuspielen, werden die neuen Stücke, gepaart mit bewährten Klassikern, auf Europatour präsentiert. Hängt Euch in das Schlepptau der HBD und lasst Euch ein Stück mitnehmen.


Kategorie: Konzert

Deutschland-Premiere Fabrizio Ferraro, Les Unwanted de Europa, 2017, 111’, DCP Französisch, Deutsch, Katalanisch mit englischen Untertiteln Katalonien, südöstliche Pyrenäen. Die Elemente und eine mineralische Landschaft. Im Februar 1939, entlang der "Lister Route", rücken die Geflüchteten des Spanischen Bürgerkriegs langsam vor. Unter ihnen drei antifaschistische Milizen. Nur ein Jahr später begibt sich eine andere Gruppe von "Unerwünschten" auf dieselbe Route durch die Pyrenäen, diesmal jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Es ist eine Gruppe aus Antifaschisten, Ausländern und Juden, die aus dem besetzten und "kollaborierenden" Frankreich fliehen. Der Philosoph Walter Benjamin ist einer von ihnen. Ferraro, der dessen letzten Tage porträtiert, beschäftigt sich nicht nur mit einem historisch und philosophisch faszinierenden Thema, sondern hat auch einen Landschaftsfilm von immenser Schönheit erschaffen. (Internationales Filmfestival Rotterdam) Der Film, der in leuchtendem Schwarz und Weiß entlang der Hügel der südöstlichen Pyrenäen gedreht wurde, zeichnet die letzten Tage des Philosophen Walter Benjamin nach, während er von Frankreich nach Spanien flieht, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen. In geduldigen Schritten und mit nur wenig Dialog nimmt Benjamin eine kleine Gruppe von Geflüchteten auf, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg durch die üppige, imposante Landschaft. Indem er lange Passagen aus stillen Beobachtungen mit kurzen Dialogen und mitreißenden, von John Cage vertonten Interludien kombiniert, verlässt Ferraro traditionelle narrative Wege. Auf diese Weise gestaltet er Benjamins Reise eher kontemplativ und gleichzeitig die metaphysischen Dimensionen der Mission des Protagonisten und zeigt zugleich die Resonanzen mit Europas anhaltender Flüchtlingskrise auf. In Anklang an Stimmung und Ästhetik von Albert Serras früher Folklore-Neuinterpretationen (Honor of the Knights, Birdsong) weist Les Unwanted de Europa Ferraro als einen Künstler mit ausgeprägtem Gespür für filmische Zeit und historisches Gedächtnis aus. (Jordan Cronk, Film Comment) Regisseur und Drehbuchautor Fabrizio Ferraro studierte Filmwissenschaft und Sprachphilosophie, widmete sich dann der Fotografie und organisierte Filmtreffen und Retrospektiven. Im Jahr 2006 veröffentlichte er das Werk Breviary of amateur audiovisual aesthetics-Nature, image, ethics. Zwischen 2006 und 2008 realisierte er eine Tetralogie aus Filmstudien über Amateurfilm, 2009 führte er Regie für Je suis Simone - La condition ouvrière, gefolgt von Piano sul pianeta. Im Jahr 2011 drehte er Penultimo Paesaggio, der von der Öffentlichkeit und Kritik angesichts seiner unkonventionellen Verkaufsmethode gefeiert wurde, gefolgt von Cossale Sentimento. Einflussreiche italienische Filmkritiker definierten Ferraro als "einen der zurückgezogensten, überraschendsten und wichtigsten italienischen Filmemacher". Mit: Euplemio Macrì, Catarina Wallenstein, Marco Teti, Bruno Duchêne, Pau Riba, Vicenç Altaió, Marta Reggio Kamera: Giancarlo Leggeri Ton: Amanda Villavieja, Erwan Kerzanet, Francesco Principini, Albert Roig Künstlerische Leitung & Kostüme: Sebastian Vogler Produziert von Passepartout (Italien), Eddie Saeta (Spanien) und Rai Cinema.


Kategorie: Film/Video

Empathie ist ein gestürztes Imperium. RIP. Niemand konnte mehr mit ihren nächtlichen Spaziergängen umgehen, bombardiert von den Goldfinken der Nachbarschaft, die einen anschreien mit ihren Geschichten über Pestizide und verrückte, aus hauchdünnen Eiern geschlüpfte Kinder... Ich verstehe die Hochhausspringer und die Schlafmittel-Schlucker. Es war zu viel, dem Familienhund zuzuhören, als er anfing, über seinen Herzschmerz wegen seiner abgehackten Hoden zu klagen, über seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie, seine Unzufriedenheit mit seinem Gewicht ... als hätten wir nicht schon genug Emotionsarbeit... Oh ja, ich verstehe Jeanne d'Arcs letzte Worte an den Richter: Zündet eure Feuer an! Today Is Tomorrow folgt einem TV-Nachrichtensender und seinen Moderatorinnen in dem Versuch, mit den umstrittenen Wahrheiten dieses lauten und absurden Planeten umzugehen. KEIN NACHEINLASS!


Kategorie: Schauspiel

Neben Mette Ingvartsen und Boris Charmatz als fest assoziierten Künstler*innen öffnet sich die Volksbühne ab März einer zukunftsorientierten Tanzinstitution: Die Staatliche Ballettschule Berlin setzt in ihrer Ausbildung des Nachwuchses entschieden auf neue choreografische Formen. Bereits zur Eröffnung der Volksbühne war sie im Rahmen von Fous de danse – Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof dabei. Mit der Premiere von The Contemporaries – im Hier und Jetzt (Volume 2) wird aus der ersten Begegnung auf Tempelhof eine regelmäßige Kooperation am Rosa-Luxemburg-Platz. Die jungen Tänzer*innen des Landesjugendballetts Berlin präsentieren Arbeiten von Wayne McGregor, Marco Goecke, Mauro de Candia und Gregor Seyffert. Sie vereinen die Virtuosität des klassischen Tanzes, die Expressivität des modernen Tanzes und die Experimentierfreude des zeitgenössischen Tanzes an einem Abend.


Kategorie: Tanz

Die Bühne dreht sich. Angelina Dreem Eins trägt eine Latex-Maske mit langen schwarzen Haaren. Sie sitzt auf einem Sofa in hochglänzender Reality-TV-Ästhetik und rekelt sich in Pose. Das Bühnendisplay dreht sich weiter. Set zwei zeigt Fitnessgeräte und Wellnessbereich, Angelina Dreem Zwei fährt in einen Tomografiescanner. Angelina Dreems Leben ist eine Soap. Aber ihr Leben ist auch real. Angelina Dreem ist krank. Sie hat Krebs. Im Laufe des Stückes existieren immer neue Doppelgänger von ihr, die von einer Rabbit-Hole-Realität in die andere fallen. Älter werden, Frau sein, sie/man selbst bleiben, sich selbst dann doch wieder austreiben. Die Frage in Women in Trouble ist, ob es etwas zu lernen gibt. Kann das nächste Leben ein besseres Leben werden? „Was mich überhaupt nicht interessiert, ist Ironie.“ Susanne Kennedy, 1977 geboren, traut dem Theater nicht recht. Oder anders: Sie will zurück zum Kern des Theaters. Deshalb setzt sie ihren Schauspielern Masken auf und spielt Text als Voice-Over vom Band. Gegen die Präsenz, die die Bühne so schwer wiegen lässt, und die im richtigen Moment doch den Beweis liefert, dass uns das Ritual des Theaters auch nach 2500 Jahren noch immer alles sagen kann. Kennedy ist dem Tod auf der Spur. Ihre Operninszenierung Orfeo (2015) hat den Untertitel „Eine Sterbeübung“ und auch ihre aktuelle Regiearbeit Die Selbstmord-Schwestern (2017), nach Jeffrey Eugenides’ Roman The Virgin Suicides, blickt aus der Perspektive des Todes auf das Leben. Warum muss Medea ihre Kinder immer wieder ermorden, warum muss Hamlet immer wieder sterben? „Wir haben das Bedürfnis, an einem Ort zusammenzukommen, um mitzuerleben, wie Menschen lieben, leiden, morden, sterben. Schauspieler sind wie Stalker, sie nehmen uns mit in einen Raum der Wünsche. Sie sind ortskundig, wo wir uns fremd fühlen“, glaubt Kennedy. Mit der Marieluise-Fleißer-Bearbeitung Fegefeuer in Ingolstadt (2013) und der Fassbinder-Adaption Warum läuft Herr R. Amok? (2014) wurde sie an den Münchner Kammerspielen zu einer der gefragtesten Theatermacherinnen der Republik. In Women in Trouble karussellen die Double durch keimfreie Kulissen: Ist es ein hyperrealistisches Scientology-Center, eine virtuelle Krebsklinik – oder schon das Nachleben? Seit über 15 Jahren beschäftigt uns die Idee des Anthropozäns. Sie besagt, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden ist. Wir kratzen nicht nur an der Oberfläche der Natur, sondern verändern sie tiefgreifend. Natur und Kultur, Lebewesen und technische Objekte bilden ein neuartiges Kräfteverhältnis. Kennedy sagt, es gälte in diesem Moment loszulassen: „Das Subjekt ist doch kein Thema mehr! Die Dinge, die wir mal erfunden haben, um den Menschen auf der Bühne zu repräsentieren, greifen nicht mehr. Sich selbst zu finden, heißt, sich selber zu verlieren.“ In ihrer ersten Inszenierung für die Volksbühne entwickelt die Regisseurin Vervielfältigungskabinette, in denen aufgesplitterte Menschen in ungeschönter Menschlichkeit sichtbar werden. Mit jeder Umdrehung verändert sich die Matrix. Koproduktion: Theater Rotterdam Copyright: Gilles Deleuze & Felix Guattari, Anti-Oedipus. Capitalism and Schizophrenia, übers. v. Robert Hurley.New York, 1977 / Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie, übers. v. Bernd Schwibs. Frankfurt am Main, 1974. Les Èditions de Minuit und Suhrkamp Verlag John Cassavetes, Opening Night, Drehbuch, USA, 1977 / Opening Night, übers. v. Brigitte Landes,S. Fischer Verlag Theater & Medien Antonin Artaud, The Theatre and its Double, übers. v. Mary Caroline Richards. New York, 1958. / Das Theater und sein Double, übers. v. Gerd Henniger. Matthes & Seitz. Berlin, 2012 Aufführungsrechte mit freundlicher Genehmigung der Verlage. Dank an Angelina Dreem, Margaret V Haines und Apichatpong Weerasethakul. [logo rotterdam 100]


Kategorie: Schauspiel

Bühnenmeister i.R. Achim Busch gibt in einer ca. 90-minütigen Führung Einblicke in die Geschichte des Hauses, seine Architektur und technischen Gegebenheiten. Tickets können für 3 Euro an der Theaterkasse erworben werden.


Kategorie:

Die Bühne dreht sich. Angelina Dreem Eins trägt eine Latex-Maske mit langen schwarzen Haaren. Sie sitzt auf einem Sofa in hochglänzender Reality-TV-Ästhetik und rekelt sich in Pose. Das Bühnendisplay dreht sich weiter. Set zwei zeigt Fitnessgeräte und Wellnessbereich, Angelina Dreem Zwei fährt in einen Tomografiescanner. Angelina Dreems Leben ist eine Soap. Aber ihr Leben ist auch real. Angelina Dreem ist krank. Sie hat Krebs. Im Laufe des Stückes existieren immer neue Doppelgänger von ihr, die von einer Rabbit-Hole-Realität in die andere fallen. Älter werden, Frau sein, sie/man selbst bleiben, sich selbst dann doch wieder austreiben. Die Frage in Women in Trouble ist, ob es etwas zu lernen gibt. Kann das nächste Leben ein besseres Leben werden? „Was mich überhaupt nicht interessiert, ist Ironie.“ Susanne Kennedy, 1977 geboren, traut dem Theater nicht recht. Oder anders: Sie will zurück zum Kern des Theaters. Deshalb setzt sie ihren Schauspielern Masken auf und spielt Text als Voice-Over vom Band. Gegen die Präsenz, die die Bühne so schwer wiegen lässt, und die im richtigen Moment doch den Beweis liefert, dass uns das Ritual des Theaters auch nach 2500 Jahren noch immer alles sagen kann. Kennedy ist dem Tod auf der Spur. Ihre Operninszenierung Orfeo (2015) hat den Untertitel „Eine Sterbeübung“ und auch ihre aktuelle Regiearbeit Die Selbstmord-Schwestern (2017), nach Jeffrey Eugenides’ Roman The Virgin Suicides, blickt aus der Perspektive des Todes auf das Leben. Warum muss Medea ihre Kinder immer wieder ermorden, warum muss Hamlet immer wieder sterben? „Wir haben das Bedürfnis, an einem Ort zusammenzukommen, um mitzuerleben, wie Menschen lieben, leiden, morden, sterben. Schauspieler sind wie Stalker, sie nehmen uns mit in einen Raum der Wünsche. Sie sind ortskundig, wo wir uns fremd fühlen“, glaubt Kennedy. Mit der Marieluise-Fleißer-Bearbeitung Fegefeuer in Ingolstadt (2013) und der Fassbinder-Adaption Warum läuft Herr R. Amok? (2014) wurde sie an den Münchner Kammerspielen zu einer der gefragtesten Theatermacherinnen der Republik. In Women in Trouble karussellen die Double durch keimfreie Kulissen: Ist es ein hyperrealistisches Scientology-Center, eine virtuelle Krebsklinik – oder schon das Nachleben? Seit über 15 Jahren beschäftigt uns die Idee des Anthropozäns. Sie besagt, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden ist. Wir kratzen nicht nur an der Oberfläche der Natur, sondern verändern sie tiefgreifend. Natur und Kultur, Lebewesen und technische Objekte bilden ein neuartiges Kräfteverhältnis. Kennedy sagt, es gälte in diesem Moment loszulassen: „Das Subjekt ist doch kein Thema mehr! Die Dinge, die wir mal erfunden haben, um den Menschen auf der Bühne zu repräsentieren, greifen nicht mehr. Sich selbst zu finden, heißt, sich selber zu verlieren.“ In ihrer ersten Inszenierung für die Volksbühne entwickelt die Regisseurin Vervielfältigungskabinette, in denen aufgesplitterte Menschen in ungeschönter Menschlichkeit sichtbar werden. Mit jeder Umdrehung verändert sich die Matrix. Koproduktion: Theater Rotterdam Copyright: Gilles Deleuze & Felix Guattari, Anti-Oedipus. Capitalism and Schizophrenia, übers. v. Robert Hurley.New York, 1977 / Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie, übers. v. Bernd Schwibs. Frankfurt am Main, 1974. Les Èditions de Minuit und Suhrkamp Verlag John Cassavetes, Opening Night, Drehbuch, USA, 1977 / Opening Night, übers. v. Brigitte Landes,S. Fischer Verlag Theater & Medien Antonin Artaud, The Theatre and its Double, übers. v. Mary Caroline Richards. New York, 1958. / Das Theater und sein Double, übers. v. Gerd Henniger. Matthes & Seitz. Berlin, 2012 Aufführungsrechte mit freundlicher Genehmigung der Verlage. Dank an Angelina Dreem, Margaret V Haines und Apichatpong Weerasethakul. [logo rotterdam 100]


Kategorie: Schauspiel

Eine Stückentwicklung in Zusammenarbeit mit Els Malnascuts, das Jugendtheater der Sala Beckett in Barcelona Zwei Dimensionen verbunden für einen Bruchteil einer Sekunde, die eine Ewigkeit dauern wird. Oder wenigstens 90 Minuten. Es öffnet sich Windows. Von hier aus kann ich all meine ungelebten Möglichkeiten sehen. Möglichkeiten von denen ich nie hätte Träumen können. Ich stehe neben mir, außerhalb von mir. Mal mehr, mal weniger. Aber was ist der Punkt? Was bring es mir zu wissen, wieviel Zentimeter ich von mir selbst verrückt bin. Das Einzige worin ich mir sicher bin ist, dass das von unserem Standpunkt aus egal ist. Wir sind HERE. Vor über vier Jahren kamen Elena Martín und Max Grosse Majench zu P14. Max blieb und Elena ging zurück nach Barcelona und baute zusammen mit Alba Sàez, Anna Serrano, Guillem Barbosa und Xavi Gamito in der Sala Beckett in Barcelona das Jugendtheater ELS MALNASCUTS auf. Seit drei Jahren besuchen wir uns gegenseitig mit Gastspielen und nutzen die Zeit um miteinander zu Arbeiten und uns zu inspirieren. Sechs Mal haben wir im Handgepäck und am Zoll vorbei alles mitgenommen was wir für unsere Gastspiele brauchten. Manche von P14 sind in Barcelona geblieben, einige von ELS MALNASCUTS leben heute in Berlin. HERE ist ein Experiment, das unsere Liebesgeschichte und unsere Fernbeziehung weiter denkt. Zwei Städte, zwei Inszenierungen, zwei Ensembles deren Proben und Aufführungen zeitgleich stattfinden und die versuchen die Entfernung technisch zu überwinden. Zwei Geschichten die aufeinandertreffen, sich überschneiden, ergänzen und miteinander verschmelzen. https://www.salabeckett.cat/activitat-resta/here-sci-thriller/ Besetzung BERLIN: Mit: Jakob Bach, Robert Knorr, Frieda Knüpling, Clara de Pin, Magdalena Weber Regie und Dramaturgie: Marina Prados, Paula Knüpling Regie und Dramaturgie Assistenz: Luis Krummennacher Regie und Produktionsassistenz: Núria Frías P14 Leitung: Vanessa Unzalu Troya Technische Leitung: Leander Hagen Video: Ailin Formia i Arnau Montserrat Kostüm: Seline Sensan Kostüm Assistenz: Milla Knüpling Bühne: Angela Ribera Bühne Assistenz: Emma Knüpling Besonderen Dank an: Julia Ribera (Regie und Produktionassistenz) Max Grosse Majench Malnascuts / Sala Beckett Barcelona BARCELONA: Mit: Lluís Arruga, Cristina Colom, Gregor Eistert, Èric Pons, Marc Solé, Gina Vall, Núria Vilanova Regie und Dramaturgie: Marina Prados, Paula Knüpling Regie und Produktionassistenz: Núria Ramis, Louise Good Video: Joan Esteve, Victor Ruiz-Colomer Musik: Sara Vidal Kostüm: Daniel Rodríguez, Lluc Valverde Bühne: Albert García-Alzórriz Theaterpädagogische Leitung: Elena Martín, Alba Sàez, Anna Serrano y Xavi Gamito Besonderen Dank an: Julia Ribera (Regie und Produktionassistenz) P14 Volksbühne Berlin Ventura Auf Deutsch, Katalanisch, Spanisch und Englisch.


Kategorie: Schauspiel

Richard von der Schulenburg präsentiert sein Album Wanderung durch Wald und Flur, bezaubernde Musik ohne lästigen Schnörkel. Nina wird den Abend umrahmen. Der Geist der deutschen Romantik ist hier stark ausgeprägt und bietet eine zeitlose Ergänzung des klassischen Teutonischen Synthie-Expressionismus, der von Hans-Joachim Roedelius in den späten Siebzigern bis zu Wolfgang Voigts GAS in den 90ern erkundet wurde. Doch auch 2017 kann selbst eine Landwanderung dunkel werden, wie Wanderung durch Wald und Flur in seinem Übergang von luftigen Melodien und erfrischend nieselnden Atmosphären zum Wehmütig-Bittersüßen zeigt. Umrahmt wird der Konzertabend von Nina, die mit ihrer Musik-Auswahl jeglichem einfachen Verständnis vermeintlicher Dichotomien von Drone und Concrète trotzt. [https://soundcloud.com/v-i-s-music https://soundcloud.com/hellonina](https://soundcloud.com/hellonina)


Kategorie: Konzert


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:10.04.18
© Fotos der Vorstellungen: Liberté(/) Josin(/) Theaterführung mit Achim Busch(/) Liberté(/) facetime mit Tobias Spichtig und Theresa Patzschke: Der Neugierige in Manhattan(/) Nicht Ich / Tritte / He, Joe(/) Dominique Lawalrée(/) Seid egal! Ein Zwei-Stunden-Intensiv-Workshop zur Selbstverirrelevanzierung(/) Leiden ohne Liebe (aua aua, OHWEH OHWEH)(/) Women in Trouble(/) Women in Trouble(/) Leiden ohne Liebe (aua aua, OHWEH OHWEH)(/) Der rote Berg(/) Die Selbstmord-Schwestern(/) Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945(/) DAZWISCHEN: Ein Gespräch über die Ausweitung des Theaters in Raum und Zeit(/) Die Selbstmord-Schwestern(/) Tangonacht(/) On Speed: Chicks flying for 20 years(/) 69 Positions(/) Today Is Tomorrow(/) Der Tod von Ludwig XIV. (La mort de Louis XIV)(/) 69 Positions(/) Today Is Tomorrow(/) Nkisi (live), Oli XL (DJ)(/) Best of Poetry Slam(/) 69 Positions(/) Today Is Tomorrow(/) Mick Harvey plays the Songs of Serge Gainsbourg feat. Xanthe Waite, James Johnston, Larry Mullins, Yoyo Röhm & String Quartet(/) Armen Avanessian & Enemies #24: School of Disobedience Nr 4: Rebellische Städte(/) Leiden ohne Liebe (aua aua, OHWEH OHWEH)(/) Armen Avanessian & Enemies #25: Steven Shaviro: Speculative Time – Science Fiction and Music Videos in the Neoliberal Era(/) Talkshow: NUN - Die Kunst der Stunde #8 Berlin Biennale – Was bisher geschah(/) POETRY & KITCHEN: Worst of Chefkoch mit Lukas Diestel und Jonathan Löffelbein(/) Gatto Musculoso Listening Session with Nika Son & Phuong-Dan(/) The show must go on(/) Grüner Abend: Steven Warwick & Carlos María Romero: HQ: (I feel so Mezzaniney)(/) Iphigenie(/) Armen Avanessian & Enemies #26: Epic Fail. An Anti Newsroom with Laurent de Sutter(/) Cavern of Anti-Matter, Ulrika Spacek(/) Bardo(/) Campus Talks – Forschung auf den Punkt gebracht(/) Betrunken am Highway(/) Ein Bild der Komplizenschaft. Filme von Helena Wittmann und Luise Donschen(/) Betrunken am Highway(/) Exploded View Support: Warm Graves(/) Today Is Tomorrow(/) Rheingold, Folgen 1-10: Filmscreening und Podiumsgespräch(/) Schneefeuerball(/) Today Is Tomorrow(/) Helga Blohm Dynastie(/) Les Unwanted de Europa(/) Today Is Tomorrow(/) The Contemporaries – im Hier und Jetzt (Volume 2)(/) Women in Trouble(/) Theaterführung mit Achim Busch(/) Women in Trouble(/) Here(/) Roter Salon presents Richard von der Schulenburg – Wanderung durch Wald und Flur (live), Nina (DJ)(/)

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