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Deutsches Theater Berlin

Schumannstraße 13 A - 10117 Berlin

Tel: 030 28441-0 / Fax: 030 2824-117

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Spielplan für Mai 2018

Bearbeitung John von Düffel Fassung Karin Henkel, John von Düffel Die Shakespeare-Stücke Coriolan , Julius Cäsar sowie Antonius und Cleopatra erzählen eine kleine Geschichte der Demokratie am Beispiel des alten Rom. Im Frühstadium ( Coriolan ) kommt die Idee der demokratischen Teilhabe durch Volkstribunen auf: als Zugeständnis an das wütende Volk. Doch prompt sehen sich die Volksvertreter mit dem Kriegshelden Coriolan konfrontiert, der von Mitsprache und der wankelmütigen öffentlichen Meinung nichts hält. In der Zeit von Julius Cäsar ist die römische Demokratie wiederum durch einen starken Mann bedroht. In der Nacht vor der Krönung Cäsars beschließt eine Gruppe von Verschwörern um Brutus, zum letzten Mittel zu greifen, um die Demokratie zu retten: Tyrannenmord. Doch Antonius, engster Vertrauter Cäsars, schafft es in seiner Grabrede, die öffentliche Meinung gegen die Demokraten zu drehen. Wenige Jahre später sehen wir in Antonius und Cleopatra den paranoiden, wirklichkeitsfernen Zirkel der Macht. Antonius regiert mit Cäsars Adoptivsohn Oktavius und einem altgedienten Militär in einer Dreiherrschaft. Antonius empfindet angesichts der politischen Machenschaften nur noch Ekel und Erschöpfung. Blindlings stürzt er sich in die Liebe zu Cleopatra, Königin von Ägypten. Doch die Machtspiele Roms holen ihn wieder ein und lassen ihn nochmals das große Rad der Politik drehen, bevor das römische House of Cards endgültig zusammenbricht.


Kategorie: Schauspiel

"Ich würde sie noch einmal reinholen. Ich würde keinen auf See lassen, auch nicht, wenn ich weiß, wer es ist." Es sind Schiffbrüchige, die Kapitän Freytag aus einem seeuntüchtigen Boot retten und an Bord seines Schiffes bringen lässt – einem Feuerschiff, Fixpunkt und Lotsenzentrale in schwierigen Gewässern. Die Geretteten erweisen sich jedoch als Kriminelle auf der Flucht. In ihrem Boot haben sie Waffen versteckt, mit Gewaltausübung sind sie nicht zimperlich und sie wollen um jeden Preis weiter mit einem neuen Motor, einem neuen Boot, notfalls aber auch mit dem Feuerschiff selbst. Doch das Feuerschiff darf seine Position nicht verlassen, und Kapitän Freytag ist bei seinem letzten Einsatz nicht bereit, die Sicherheit auf See zu opfern. Zwischen ihm und dem Anführer der Bande Dr. Caspary kommt zu einer Auseinandersetzung, die weit mehr ist als ein Machtspiel und Streit um das Kommando. Es ist ein existentieller Kampf um die Fragen von Sicherheit oder Freiheit, Kontrolle oder Risiko, Ordnung und Anarchie. Diese Fragen entzweien auch Kapitän Freytag und seinen Sohn Fred, der ganz anderer Meinung darüber ist, wie man mit der Bedrohung umzugehen hat und seinen Vater für einen Feigling hält. Während der Kapitän auf Besonnenheit setzt, will Fred mit Gewalt auf Gewalt antworten. Er will, dass etwas geschieht. Aber was?


Kategorie: Schauspiel

Ende 2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in bosnischen und internationalen Medien skandalisiert. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Der Autorin geht es jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Schwangerschaftstests, Instagram, Chauvinismus, Großmütter, Piercings, Gesellschaftsutopien, Pornographie, Kritische Theorie, Abtreibungen und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind. Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten über die Notwendigkeit wegzugehen, um über den eigenen Körper, das eigene Leben bestimmen zu können. Und dass es egal ist, aus einer Gesellschaft ausgestoßen zu werden, der man nie angehört hat.


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Jan Bosse und David Heiligers Mitarbeit und zusätzliche Texte von Armin Petras Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf. Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.


Kategorie: Schauspiel

Übersetzung: Eva Pieper Dreitausend Jahre hat niemand mehr an sie gedacht, war ihr Leben vergessen ebenso wie ihr Tod: Unerlöst befindet sich Ismene in einem Zwischenreich, nach einem Dasein ohne eigenen Inhalt und einem Ableben ohne Erinnerung. Alles an ihr scheint fremdbestimmt – durch die antiken Helden ihrer Familie, den Vater Ödipus, die streitbaren Brüder Eteokles und Polyneikes, besonders aber durch ihre Schwester Antigone, die gegen die Tyrannei ihres Onkels Kreon beispielhaft aufbegehrt, ein heroischer Weg, den Insmene nicht mitgeht. – Jetzt, dreitausend Jahre später, hat die niederländische Autorin Lot Vekemans diese Figur in der Vergessenheit aufgesucht und sie aus dem Schatten treten lassen. Nach einer Ewigkeit des Schweigens stellt sich Ismene ihrer Geschichte. Dass Susanne Wolff nach ihrer fulminanten Darstellung des Kreon in Ödipus Stadt ebenfalls in der Regie von Stephan Kimmig nun ausgerechnet diese Rolle spielt, ist mehr als nur eine Ironie des Theaterschicksals. Kreon ist der Mann, der Ismenes halbe Familie umbringt, ihren Vater Ödipus in die tödliche Verbannung schickt und Antigone zum Tod verurteilt. Nach dem großen Antigone-Drama kommt es in Lot Vekemans Fortschreibung des Mythos jedoch nicht zu einer erbitterten Auseinandersetzung zwischen Kreon und Ismene. Im Gegenteil. Beide leben in stiller Abgeschiedenheit weiter und als Kreon Jahre später schwer erkrankt, pflegt sie ihn geduldig bis zu seinem Tod, und so bilden sie, die Überlebenden des Mythos, im Geiste eine Art postapokalyptisches Paar.


Kategorie: Schauspiel

Mindestens zweimal pro Spielzeit laden die DT Freunde zu einer Talkshow mit Ensemblemitgliedern. Moderator Jürgen Büsselberg spricht dabei mit seinen Gästen nicht allein über Theater und Schauspielerei, sondern fragt auch gern nach privaten Erinnerungen und Geschichten.


Kategorie: Schauspiel

Aus dem Französischen von Simon Werle "Ich werde schön sein." Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden. "Eine Sache muss schriftlich festgehalten werden: Es handelt sich nicht um ein Plädoyer über das Los der Domestiken. Ich vermute, es gibt eine Gewerkschaft der Hausangestellten – das geht uns nichts an." (Jean Genet)


Kategorie: Schauspiel

Aus dem Französischen von Simon Werle "Ich werde schön sein." Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Bis die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger werden. "Eine Sache muss schriftlich festgehalten werden: Es handelt sich nicht um ein Plädoyer über das Los der Domestiken. Ich vermute, es gibt eine Gewerkschaft der Hausangestellten – das geht uns nichts an." (Jean Genet)


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Tilmann Köhler und Juliane Koepp "Was reden sie. Ich, Medea, hätte meine Kinder umgebracht. Ich, Medea, hätte mich an dem ungetreuen Jason rächen wollen. Wer soll das glauben." Verstoßen aus dem königlichen Palast, in dem sie mit ihrem Mann Jason und ihren Kindern Exil fand, erzählt Medea ihre Version ihrer Geschichte: Wie sie ihr Land verlassen musste, wie sie ein entsetzliches Verbrechen entdeckte und unbequeme Fragen stellte, und wie ein Netz aus Verleumdungen und Lügen sie aus dem Palast vertrieb. Medea. Stimmen entstand als radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist sie die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Christa Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die "wilde Frau" als Mörderin hinzustellen. Erstes Motiv aber sind für die Autorin die selbstzerstörerischen Tendenzen unserer abendländischen Zivilisation: Kolonialismus, Fremdenhass, Ausgrenzung. Wenn am Schluss das Volk aufgehetzt und blind vor Hass gegen die Fremde ist, bleibt Medea nur zu fragen: "Ist eine Welt zu denken, eine Zeit, in die ich passen könnte" – ein wütendes Fragen, ein Anrennen gegen Resignation, auf der Suche nach einem Neuanfang, nach neuen Werte-Hierarchien – nach der Zukunft.


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Ulrike Zemme Fassung von Daniela Löffner und David Heiligers "Die Elite – das sind nicht wir! Wir sind etwas Anderes. Wir sind Sommergäste in unserem Land ... Zugereiste. Wir sind ausschließlich damit beschäftigt, uns einen bequemen Platz im Leben zu suchen. Wir tun nichts und reden entsetzlich viel." Das Landhaus von Rechtsanwalt Bassow und seiner Frau Warwara. Hier trifft sich eine privilegierte Runde: Ärzte, Schriftsteller, Fabrikanten, Ingenieure. Die gehobene Mittelschicht hat die Stadt verlassen um den Sommer im Grünen zu verbringen. Sie haben Zeit, sie haben Geld und führen ein überwiegend angenehmes, sorgenfreies Leben. Und doch fühlen sie sich einsam, biografielos und leer, sind von sich selbst ermattet und müde von ihren Freiheiten. Da helfen die diversen Bindungen, Verhältnisse und Freundschaften auch nicht weiter. Sie sehnen sich nach einer anderen Zukunft – mit erlösender Liebe und einer sinnhaften Erde. Sie reden, streiten, lamentieren und diskutieren. Wie mit diesem Weltschmerz umgehen? Was für eine Realität anstreben? Wozu sich weiter hetzen und warum Ideale verfolgen? Welche Vision entwerfen? Warwara: "Dieses Abwägen, dieses Berechnen! Wir haben so eine Angst vor dem Leben! Was soll das? Wir versinken im Selbstmitleid!" Maxim Gorki schrieb Sommergäste 1904, am Vorabend der Russischen Revolution. Laut eigener Aussage wollte er mit diesem Szenenreigen und Beziehungsgeflecht "die moderne bürgerlich-materialistische Intelligenz darstellen". Er zeigt eine bequem gewordene Gesellschaft, die sich ihrer selbst nicht mehr sicher ist und in der es ruhelos rumort. Eine umwälzende Zeitenwende wirft ihre Schatten voraus auf diese Sommergäste und ihre suchenden Seelen.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim Fassung von András Dömötör und Meike Schmitz Seit seiner Entdeckung vor mehr als hundert Jahren steht der Planet Solaris im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Es scheint, als habe man tatsächlich außerirdisches  Leben dort gefunden. Allerdings anders, als man sich das vorgestellt hatte: Auf der Solaris gibt es nur einen einzigen Bewohner, einen schleimigen Ozean, der den Planeten fast vollständig umgibt. Ganze Forschergenerationen haben versucht mit diesem Ozean in Kontakt zu treten. Bisher ohne Erfolg. Auch der Psychologe Kris Kelvin hat sein Leben der Erforschung der Solaris gewidmet. Voll Tatendrang macht er sich auf den Weg zur Raumstation, um die Arbeit mit den dort stationierten Wissenschaftlern voranzutreiben. Aber was er vorfindet, ist nicht, was erwartet hatte. Solaris , 1961 erschienen, zählt zu den Meisterwerken der Science-Fiction-Literatur. Stanis?aw Lem zeichnet darin das Bild einer zukünftigen Menschheit, die sich etwas vollkommen Unbekanntem und Unerklärlichem gegenübersieht. Mit all ihren Mitteln versucht sie, dieses Etwas zu begreifen. Es ist die Unfähigkeit die eigene Perspektive zu verlassen, die letztlich das Zustandekommen eines Kontakts verhindert. „Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern. Menschen suchen wir, niemanden sonst“, heißt es. Lem stellt damit nicht nur die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, sondern verweist auch auf die Beschränktheit des Menschen, die ihm den offenen Blick auf sein Gegenüber verstellt. Auf der vermeintlichen  Suche nach dem anderen, sucht und findet er doch immer nur sich selbst.


Kategorie: Schauspiel

Neu durchgesehene Fassung nach der Übersetzung von Guido G. Meister In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.


Kategorie: Schauspiel

Übersetzt von Hans Wollschläger Fassung: Sebastian Hartmann und Ensemble Mit seinem Ulysses aus dem Jahr 1922 ist James Joyce unterwegs an den Rändern des Erzählens. Auf der Folie von Homers Odyssee verfolgen wir die Wege und Irrwege Leopold Blooms durch den Dubliner Alltag des 16. Juni 1904. Umstandslos schichtet Joyce Ebenen übereinander, wechselt zwischen verschiedensten Sprachregistern, Stilen und Diskursen, verstrickt das Zischen gebratener Nieren mit Shakespeare-Diskussionen mit dem Friedhof mit dem Bordell. Ein Jahrhunderttext, der die Figuren, von denen er spricht, erst hervorbringt, multiperspektivisch in sich gebrochen, und dadurch nicht nur erfahrbar macht, dass Sprache mehr ist als Abbildung und Information, sondern zugleich die Möglichkeitsbedingungen gegenwärtiger Subjektivität in den Blick bekommt.


Kategorie: Schauspiel

Am Morgen ist alles wie immer: Aufwachen, Kaffeetrinken, ein Kuss für Frau und Kinder und ab mit dem Vorort-Bus ins Büro. Doch schon am Abend ist alles anders: Ein zweites Ich besetzt den Platz am Esstisch. Die Kleinfamilie, Einfamilienhaus, Garten mit Fichte, wird in ihren Grundfesten erschüttert, ein Spiel um Identität, Wahrnehmung und Möglichkeiten beginnt. Das Phänomen der Verdoppelung ist außerdem ansteckend, eine zweite Frau macht das Chaos perfekt – bis niemand mehr weiß, was wahr, wer was und wer wahr ist. Zudem sind die zwei anderen Ichs ungleich freier, lässiger, schlafen nackt und auch öfter miteinander, entführen in neue Welten. An die verhasste Fichte im Vorgarten legen sie ganz einfach die Säge an, kreischend, kichernd… Und am nächsten Morgen: Alles wie immer? Roland Schimmelpfennig spielt in seinem Auftragswerk für das Deutsche Theater mit der Tristesse des Alltags, der ganz alltäglichen, schmerzvollen Sehnsucht und der Erschütterbarkeit von Identitäten. Wie weit wagt man sich aus der Komfortzone des sicheren Alltags heraus, um sein anderes Ich kennenzulernen? Erschreckt es einen oder findet man sogar Gefallen an diesem? Der Wechsel zwischen Narrativ und direktem Erleben, zwischen Konstruktion und Magie, der die Dramaturgie Roland Schimmelpfennigs prägt, zeigt die Figuren dieses Stückes sowohl in ihrer Zerrissenheit als auch in ihrer Lust am Spiel. Im Bemühen, ihre eigene Spaltung zu fassen, bewegen sie sich wie in einer theatralen Versuchsanordnung, sind Erzähler und Erzählte, Götter und Opfer, tragisch und komisch zugleich.


Kategorie: Schauspiel

Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft. Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See. Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für die Biografie der Nachkommen? Welche Fragen hätte man noch stellen wollen? Welche Antworten gehen mit dem Tod des Vaters für immer verloren? Und wie viele Geheimnisse nimmt der Mann, der einen großgezogen hat und der nun als Greis da im Bett liegt, eigentlich mit ins Grab? Nach seinen filmischen Arbeiten, die mit schonungslosem Blick deutsche Zustände beschreiben und mit zahlreichen Preisen – darunter der Silberne Bär für Kreuzweg – prämiert wurden, arbeitet Dietrich Brüggemann mit Vater das erste Mal für das Theater.


Kategorie: Schauspiel

"Eine Zukunft, die jetzt keine mehr ist, sondern Gegenwart." Inspiriert von der Präsidentenwahl in den USA, widmet sich die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem aktuellen Stück Am Königsweg den "Königen" dieser Welt. "Gewählt ist gewählt", doch wie konnte es dazu kommen? Wie kommt es, dass Kapitalismus und Macht stets gleichbedeutend sind mit immer wiederkehrenden veralteten Männlichkeitsbildern? Warum ist der Rechtspopulismus immer auch mit der Blindheit seiner Wähler verbunden? Hängt die Blindheit mit dem Ödipus-Komplex zusammen? Und wenn ja, warum hat sich dieses Phänomen auch 2000 Jahre später noch nicht erledigt? Oder sind es letztlich Miss Piggy und Kermit der Frosch, die hier ihr Unwesen treiben? Und alles ist nur ein Puppenspiel mit tödlichem Ausgang? Miss Piggy, "als blinde Seherin hergerichtet", wird mit uns in die Zukunft blicken.


Kategorie: Schauspiel

Für die Bühne bearbeitet von Bo hr. Hansen Deutsch von Renate Bleibtreu / Fassung Anne Lenk und David Heiligers "Ich habe zwei Reden geschrieben. Du kannst dir aussuchen, welche es sein soll. Eine ist grün, die andere ist gelb." Die Familie, sagt Thomas Vinterberg, gewinnt immer. Sie überdauert die Verbrechen, die sie begeht. Sie hält stand, wenn draußen alles zerbricht. Sie gebiert Ungeheuer und Leid, Glück und Liebe. Sie ist Ort von Verdrängung und Lüge, von Nähe und Sehnsucht. Sie straft und rächt, sie umarmt und verzeiht. In ihr spürt jeder Scham und Schuld, Vertrauen und Geborgenheit – egal ob Täter oder Opfer, ob handelnd oder reagierend. Sie ist Zuflucht und Zumutung, Nest und Gefängnis. In sie wird man geworfen. Ihr kann man nicht entkommen. Familie fürs Leben. Helge Klingenfeldt-Hansen, Vater von vier Kindern, feiert 60. Geburtstag: Verwandte und Freunde sind gekommen, Wiedersehensfreude mischt sich mit altbekannten Konflikten, es ist ein Fest wie viele – hätte nicht Tochter Linda vor kurzem Selbstmord begangen. Und würde ihr Zwillingsbruder Christian nicht diese Rede halten: Er serviert der versammelten Gesellschaft eine Geschichte aus der Kindheit und gibt ihr den Titel "Wenn Vater ins Bad wollte..." Ihr Sohn, sagt Mutter Else, hatte schon als kleiner Junge sehr viel Fantasie. Und Vater Helge: "Meine Familie war mir immer das Wichtigste. Euch, meine Kinder, heranwachsen zu sehen – war das Schönste, was ich erleben durfte."


Kategorie: Schauspiel

"Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell." Claire Zachanassian kehrt als mächtige Frau von Welt in ihr Heimatdorf Güllen zurück. Vor Jahrzehnten musste sie aus dem Dorf fliehen, weil sie ein uneheliches Kind von Alfred Ill erwartete. Dieser leugnete die Vaterschaft und gewann mit Hilfe bestochener Zeugen den von Claire gegen ihn initiierten Prozess. Nun will sich Claire, inzwischen amerikanische Milliardärin, an ihm und den Dorfbewohnern rächen. Aus der Ferne hat sie alle Firmen in Güllen aufgekauft und pleite gehen lassen. Den Bewohnern der Stadt bietet sie eine Milliarde, wenn man ihr Ill opfert. Zunächst empört und dann doch verzaubert vom nahenden Reichtum, verfallen die Güllener in einen Kaufrausch und erwarten von Ill, dass er für das Gemeinwohl freiwillig aus dem Leben scheidet. Den Regisseur Bastian Kraft interessiert an Friedrich Dürrenmatts bösartigem Gedankenspiel die Frage, wie wir mit den Wunden umgehen, die uns zugefügt wurden und welche Komplizenschaft private Selbstjustiz mit der sozialen Dominanz des Kapitals eingeht.


Kategorie: Schauspiel

Sie war die Frau, die auf die Pop-Art schoss. Im Juni 1968 wurde Andy Warhol von drei Pistolenkugeln lebensgefährlich verletzt, Jahre später starb er an den Spätfolgen des Attentats. Die Schützin kam aus dem Umfeld von Warhols Factory: Valerie Solanas. Nach ihren Motiven gefragt, antwortete sie: "Ich habe eine Menge schwerwiegender Gründe. Lesen Sie mein Manifest, und Sie wissen wer ich bin." Vier Monate später wurde ihr SCUM-Manifesto veröffentlicht: ein feministischer Text, radikal, voller Furor und zugleich voller Witz. SCUM, das lasen die einen als Abkürzung für "Society for Cutting Up Men" (Gesellschaft zur Vernichtung der Männer). Ebenso aber ist SCUM (Abschaum) die Selbstbezeichnung einer weiblichen, zukünftigen Elite, "dominierenden, sicheren, selbstvertrauenden, widerlichen, gewalttätigen, eigensüchtigen, unabhängigen, stolzen, sensationshungrigen, frei rotierenden, arroganten Frauen, die sich imstande fühlen, das Universum zu regieren." "Lesen Sie mein Manifest, und Sie wissen, wer ich bin." Mit dieser Aussage hat Valerie Solanas, die sich stets als Schriftstellerin verstand, dazu beigetragen, dass ihr Text meist mit ihrer Biographie kurzgeschlossen wird. Dagegen setzen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner den Zorn, die Anmaßung und die Kraft dieses Manifests selbst. Weit über die Frage hinaus, ob Frauen Vorstandsposten in Unternehmen einnehmen sollten, denkt Solanas darin die soziale Ebene und eine gesellschaftliche Utopie stets mit. Die Musik kommt von Christiane Rösinger, einstige Gründerin und Sängerin der Lassie Singers, und Andreas Spechtl, Frontmann bei Ja, Panik.


Kategorie: Schauspiel

Mit Christoph Biermann (11FREUNDE) und Gästen


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Anlässlich seines 75. Geburtstages versucht Rosa von Praunheim, das Unmögliche möglich zu machen: sein Leben in einen Theaterabend zu stecken. Ensemblemitglied Božidar Kocevski wird sich zusammen mit dem Musiker Heiner Bomhard auf die Reise durch ein bewegtes Leben machen, das von Sexualität genauso geprägt ist wie von der ständigen Angst, am Abgrund zu stehen. Angefangen bei der Kindheit und ersten Abenteuern in New York und Los Angeles, wird es Wiederbegegnungen der ganz eigenen Art mit Lotti Huber und Tante Luzi genauso geben wie mit Rosas Mutter. In frech-frivolen Songs mit Titeln wie Kleiner Penis , Analverkehr oder Sex After Death wird es nicht nur um vordergründige Provokation gehen, sondern immer auch um die Verletzlichkeit und bevorstehende Endlichkeit nach 75 lebhaften Probejahren, Träume in die Realität zu verpflanzen.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Kai Borowsky Poprischtschin ist ein kleiner Beamter im Staatsdienst. Jeden Tag müht er sich in seinem grauen Alltag ab, ist unglücklich in seinem Beruf und auch noch hoffnungslos in die Tochter seines höchsten Chefs verliebt. Er träumt vom sozialen Aufstieg und zieht sich mehr und mehr aus der ihn demütigenden Realität zurück, um sich schließlich komplett in eine Scheinwelt zu flüchten. Nikolai Gogol beschreibt in „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ die Situation eines Mannes, der keine Chance mehr hat auf Karriere und Aufstieg in der Gesellschaft, sich aber weigert, dies zu akzeptieren. Stattdessen versucht er, seinen Minderwertigkeitskomplex durch ein bis zum Größenwahn gesteigertes Omnipotenzgefühl zu bewältigen. Samuel Finzi spielt den Wahnsinnigen, der mit 42 Jahren eine neue Karriere startet.


Kategorie: Schauspiel

Vom 5. bis zum 9. Juli 2017 befand sich eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten Industrienationen versuchten in Hamburg ein internationales System zu erhalten, dessen Überleben von Trump, Erdo?an und Putin abhängt. Dabei wurden sie von rund 31.000 Polizisten geschützt und bis zu 80.000 Menschen kamen bei Demonstrationen zusammen, um ihren Unmut gegen den Gipfel auszudrücken. Die Bilder, die den meisten Menschen von diesem G20-Gipfel in Erinnerung blieben, sind die brennender Autos, eingeschlagener Schaufenster und schwerer Auseinandersetzungen.   Gernot Grünewald und sein Ensemble haben während dieser vier Tage ein anderes Bild erlebt. Das Bild einer Stadt, die sich neu findet – ganz im Sinne der Polis, die auf den alten, den ursprünglichen Begriff der Politik verweist: Räume, die nicht immer verortbar sind, sondern aus dem Miteinanderhandeln- und sprechen entstehen, Räume, die im Dazwischen liegen. Politik ist auf einmal spürbar, greifbar, findet um einen herum auf der Straße statt und macht einen fassungslos, wenn man in Trumps Gesicht in einem vorbeifahrenden Auto blickt.   Beobachter_innen werden zu Teilnehmer_innen und so stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wie steht es um unsere Demokratie und wo stehe ich?


Kategorie: Schauspiel

Münchner Kammerspiele, 29. September 1922, Uraufführung  Trommeln in der Nacht  –  Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft kommt ein Mann ins aufständische Berlin zurück. Der erste Weg führt ihn zu seiner einstigen Geliebten. Dort, im Wohnzimmer ihrer Eltern, erfährt er, dass die Frau sich soeben mit einem anderen verlobt hat, einem Kriegsgewinnler, der eines Tages die Fabrik des Vaters in die Zukunft führen soll. Aus Enttäuschung und Wut wendet sich der Mann den sozialistischen Straßenkämpfen zu und wird zum wichtigen Akteur im Spartakusaufstand gegen die konservative Regierung. Die gewaltsame Besetzung des Zeitungsviertels durch die Aufständischen steht unmittelbar bevor. Da besinnt sich die Frau und verlässt ihren Neu-Verlobten, um ihren einstigen Geliebten zurückzuholen. Dieser, vor die Wahl zwischen seiner Frau und dem Aufstand gestellt, zögert kurz, bevor er sich entscheidet.  …  Trommeln in der Nacht   von  Bertolt Brecht In der Variante, die Brecht 1922 ersonnen und mit der er Zeit seines Lebens gehadert hat, entscheidet Kragler sich für den Rückzug ins Private: Er lässt die Aufständischen stehen und geht mit seiner Frau nach Hause.  Termin dieser Version: 10. Mai  …  Trommeln in der Nacht   nach  Bertolt Brecht Inder Variante, die Christopher Rüping gemeinsam mit seinem Ensemble nach Skizzen von Bertolt Brecht entwickelt hat, entscheidet Kragler sich gegen den Rückzug ins Private und für den Aufbruch ins Politische: Er lässt Anna stehen und zieht mit den Revolutionären ins Zeitungsviertel.  Termin dieser Version: 11. Mai  Nach  Der Spieler ,  Hamlet  und zuletzt Miranda Julys   Der erste fiese Typ  inszeniert Christopher Rüping, Hausregisseur der Münchner Kammerspiele, das Stück mit zwei verschiedenen Schlussvarianten, die abwechselnd auf dem Spielplan stehen. Dass die Uraufführung vor fast 100 Jahren an den Kammerspielen stattfand, ist dabei mehr als nur ein Detail.  Diese Inszenierung wurde zum Theatertreffen 2018 eingeladen. In der Jurybegründung heißt es dazu: "In zwei Stunden gelingt dem Ensemble ein immens unterhaltsamer, berührender und bestärkender Abend über die Macht des Theaters, den Aufbruch in neue Zeiten und die Liebe als weites Feld."


Kategorie: Schauspiel

Kunst und Politik hängen seit Anbeginn eng zusammen und stellen sich gegenseitig gern in Frage. So auch jetzt, wenn die Geste des Als-Ob und der Verfremdungsansatz sich als wiederkehrende Muster in politischen Debatten vorfinden. Wenn die Diskussion um Geschlechterverhältnisse, Identitätspolitik und Political Correctness die Grenze zwischen Kunstfreiheit und ethischer Verantwortung aufzeigt, gilt es zu fragen: Was ist politisch an der Kunst und wann betrachten wir Politik als etwas Künstliches?


Kategorie: Schauspiel

Münchner Kammerspiele, 29. September 1922, Uraufführung  Trommeln in der Nacht  –  Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft kommt ein Mann ins aufständische Berlin zurück. Der erste Weg führt ihn zu seiner einstigen Geliebten. Dort, im Wohnzimmer ihrer Eltern, erfährt er, dass die Frau sich soeben mit einem anderen verlobt hat, einem Kriegsgewinnler, der eines Tages die Fabrik des Vaters in die Zukunft führen soll. Aus Enttäuschung und Wut wendet sich der Mann den sozialistischen Straßenkämpfen zu und wird zum wichtigen Akteur im Spartakusaufstand gegen die konservative Regierung. Die gewaltsame Besetzung des Zeitungsviertels durch die Aufständischen steht unmittelbar bevor. Da besinnt sich die Frau und verlässt ihren Neu-Verlobten, um ihren einstigen Geliebten zurückzuholen. Dieser, vor die Wahl zwischen seiner Frau und dem Aufstand gestellt, zögert kurz, bevor er sich entscheidet.  …  Trommeln in der Nacht   von  Bertolt Brecht In der Variante, die Brecht 1922 ersonnen und mit der er Zeit seines Lebens gehadert hat, entscheidet Kragler sich für den Rückzug ins Private: Er lässt die Aufständischen stehen und geht mit seiner Frau nach Hause.  Termin dieser Version: 10. Mai  …  Trommeln in der Nacht   nach  Bertolt Brecht Inder Variante, die Christopher Rüping gemeinsam mit seinem Ensemble nach Skizzen von Bertolt Brecht entwickelt hat, entscheidet Kragler sich gegen den Rückzug ins Private und für den Aufbruch ins Politische: Er lässt Anna stehen und zieht mit den Revolutionären ins Zeitungsviertel.  Termin dieser Version: 11. Mai  Nach  Der Spieler ,  Hamlet  und zuletzt Miranda Julys   Der erste fiese Typ  inszeniert Christopher Rüping, Hausregisseur der Münchner Kammerspiele, das Stück mit zwei verschiedenen Schlussvarianten, die abwechselnd auf dem Spielplan stehen. Dass die Uraufführung vor fast 100 Jahren an den Kammerspielen stattfand, ist dabei mehr als nur ein Detail.  Diese Inszenierung wurde zum Theatertreffen 2018 eingeladen. In der Jurybegründung heißt es dazu: "In zwei Stunden gelingt dem Ensemble ein immens unterhaltsamer, berührender und bestärkender Abend über die Macht des Theaters, den Aufbruch in neue Zeiten und die Liebe als weites Feld."


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Tilmann Köhler und Juliane Koepp "Was reden sie. Ich, Medea, hätte meine Kinder umgebracht. Ich, Medea, hätte mich an dem ungetreuen Jason rächen wollen. Wer soll das glauben." Verstoßen aus dem königlichen Palast, in dem sie mit ihrem Mann Jason und ihren Kindern Exil fand, erzählt Medea ihre Version ihrer Geschichte: Wie sie ihr Land verlassen musste, wie sie ein entsetzliches Verbrechen entdeckte und unbequeme Fragen stellte, und wie ein Netz aus Verleumdungen und Lügen sie aus dem Palast vertrieb. Medea. Stimmen entstand als radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist sie die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Christa Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die "wilde Frau" als Mörderin hinzustellen. Erstes Motiv aber sind für die Autorin die selbstzerstörerischen Tendenzen unserer abendländischen Zivilisation: Kolonialismus, Fremdenhass, Ausgrenzung. Wenn am Schluss das Volk aufgehetzt und blind vor Hass gegen die Fremde ist, bleibt Medea nur zu fragen: "Ist eine Welt zu denken, eine Zeit, in die ich passen könnte" – ein wütendes Fragen, ein Anrennen gegen Resignation, auf der Suche nach einem Neuanfang, nach neuen Werte-Hierarchien – nach der Zukunft.


Kategorie: Schauspiel

Vom 5. bis zum 9. Juli 2017 befand sich eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten Industrienationen versuchten in Hamburg ein internationales System zu erhalten, dessen Überleben von Trump, Erdo?an und Putin abhängt. Dabei wurden sie von rund 31.000 Polizisten geschützt und bis zu 80.000 Menschen kamen bei Demonstrationen zusammen, um ihren Unmut gegen den Gipfel auszudrücken. Die Bilder, die den meisten Menschen von diesem G20-Gipfel in Erinnerung blieben, sind die brennender Autos, eingeschlagener Schaufenster und schwerer Auseinandersetzungen.   Gernot Grünewald und sein Ensemble haben während dieser vier Tage ein anderes Bild erlebt. Das Bild einer Stadt, die sich neu findet – ganz im Sinne der Polis, die auf den alten, den ursprünglichen Begriff der Politik verweist: Räume, die nicht immer verortbar sind, sondern aus dem Miteinanderhandeln- und sprechen entstehen, Räume, die im Dazwischen liegen. Politik ist auf einmal spürbar, greifbar, findet um einen herum auf der Straße statt und macht einen fassungslos, wenn man in Trumps Gesicht in einem vorbeifahrenden Auto blickt.   Beobachter_innen werden zu Teilnehmer_innen und so stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wie steht es um unsere Demokratie und wo stehe ich?


Kategorie: Schauspiel

Fassung von David Heiligers und Stephan Kimmig "Es stimmt, dass mein Atheismus auf keiner soliden Grundlage fußt.- es wäre anmaßend von mir, das zu behaupten." Es ist das Jahr 2022. Frankreich steht vor einer elementaren Umwälzung. Bei den Wahlen hat sich Mohammed Ben Abbes durchgesetzt und wird der erste muslimische Präsident in einem europäischen Land – ein Paradigmenwechsel mit weitreichenden innenpolitischen wie außenpolitischen Folgen. Mittendrin: François, Literaturwissenschaftler, Mitte Vierzig, depressiv vereinsamter Single und Trinker. Ein verlorener Intellektueller und am Individualismus Krankender in einer Gesellschaft des Wettbewerbs, die kurz vor einem Bürgerkrieg zwischen Rechtsextremen der Identitären Bewegung und gewaltbereiten Salafisten steht. Der erstarkte Front National und die aufstrebende Bruderschaft der Muslime , die Entsprechungen dieser Strömungen auf Parteienebene, haben die erstarrte politische Landschaft aufgewirbelt und den Wahlkampf bestimmt. Nun haben also die Muslime gewonnen, und zwar auf friedlichem, legalem und demokratischem Wege. Und Frankreich hat mit Ben Abbes endlich wieder einen smarten, charismatischen und strahlenden Präsidenten, der seine versprochenen Reformen unmittelbar und tatkräftig umsetzt. Was aber heißt das, wenn der Islam an die Macht kommt? Für Frankreich, für Europa, für François? Michel Houellebecqs Unterwerfung erschien am Tag des Anschlags auf Charlie Hebdo. Zu Unrecht wurde daraufhin seiner Fiktion vorschnell der Vorwurf einer islamophoben Dystopie gemacht. Wohlgemerkt ist es auch keine utopische Fantasie geworden. Houellebecq bewegt sich vielmehr im Spalt zwischen dem albtraumhaften Ende des alten Europas und dem verlockenden Neubeginn eines goldenen Zeitalters. In seiner typisch humorvollen, schonungslosen und prophezeienden Manier erklärt er der Ära der Ökonomie den endgültigen Bankrott. Unterwerfung ist nicht die Geschichte einer feindlichen Übernahme, sondern erzählt, wie die Bruderschaft der Muslime für eine sinnsuchende, säkulare und laizistische westliche Republik auf einmal zu einer echten Alternative wird. Der Islam sagt dem ungebremsten Kapitalismus den Kampf an und gibt dem taumelnden Europa seine ureigenen Werte zurück: Keine Politik mehr unter dem Diktat der Wirtschaft, sondern eine der Bildung, der Familie, des Sozialen, des Kollektivs, der Kultur und der Moral. Keine so schlechte Zukunftsprognose. Oder? Kommentar von Joachim Hake, Direktor der Katholischen Akademie Berlin


Kategorie: Schauspiel

Anlässlich seines 75. Geburtstages versucht Rosa von Praunheim, das Unmögliche möglich zu machen: sein Leben in einen Theaterabend zu stecken. Ensemblemitglied Božidar Kocevski wird sich zusammen mit dem Musiker Heiner Bomhard auf die Reise durch ein bewegtes Leben machen, das von Sexualität genauso geprägt ist wie von der ständigen Angst, am Abgrund zu stehen. Angefangen bei der Kindheit und ersten Abenteuern in New York und Los Angeles, wird es Wiederbegegnungen der ganz eigenen Art mit Lotti Huber und Tante Luzi genauso geben wie mit Rosas Mutter. In frech-frivolen Songs mit Titeln wie Kleiner Penis , Analverkehr oder Sex After Death wird es nicht nur um vordergründige Provokation gehen, sondern immer auch um die Verletzlichkeit und bevorstehende Endlichkeit nach 75 lebhaften Probejahren, Träume in die Realität zu verpflanzen.


Kategorie: Schauspiel

Eingerichtet vom Ensemble nach der Bühnenfassung von Robert Koall "Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. 'Ah', sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. 'Macht das Spaß?'" Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, ein Russlanddeutscher aus Berlin-Marzahn, und Maik Klingenberg, sein wohlstandsverwahrloster Klassenkamerad, brechen mit geklautem Lada, aber ohne Plan und Kompass auf zu einer abenteuerlichen Irrfahrt durch die ostdeutsche Provinz. Alexander Riemenschneider inszeniert die berührende und lakonisch-komische Road-Novel über zwei 14-jährige Außenseiter, die nichts zu verlieren haben und auf ihrer Reise die Fremde vor der Haustür und wahre Freundschaft finden. "Eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann … existentiell, tröstlich, groß." Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Programmheft zum Download


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim Fassung von András Dömötör und Meike Schmitz Seit seiner Entdeckung vor mehr als hundert Jahren steht der Planet Solaris im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Es scheint, als habe man tatsächlich außerirdisches  Leben dort gefunden. Allerdings anders, als man sich das vorgestellt hatte: Auf der Solaris gibt es nur einen einzigen Bewohner, einen schleimigen Ozean, der den Planeten fast vollständig umgibt. Ganze Forschergenerationen haben versucht mit diesem Ozean in Kontakt zu treten. Bisher ohne Erfolg. Auch der Psychologe Kris Kelvin hat sein Leben der Erforschung der Solaris gewidmet. Voll Tatendrang macht er sich auf den Weg zur Raumstation, um die Arbeit mit den dort stationierten Wissenschaftlern voranzutreiben. Aber was er vorfindet, ist nicht, was erwartet hatte. Solaris , 1961 erschienen, zählt zu den Meisterwerken der Science-Fiction-Literatur. Stanis?aw Lem zeichnet darin das Bild einer zukünftigen Menschheit, die sich etwas vollkommen Unbekanntem und Unerklärlichem gegenübersieht. Mit all ihren Mitteln versucht sie, dieses Etwas zu begreifen. Es ist die Unfähigkeit die eigene Perspektive zu verlassen, die letztlich das Zustandekommen eines Kontakts verhindert. „Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern. Menschen suchen wir, niemanden sonst“, heißt es. Lem stellt damit nicht nur die Frage nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis, sondern verweist auch auf die Beschränktheit des Menschen, die ihm den offenen Blick auf sein Gegenüber verstellt. Auf der vermeintlichen  Suche nach dem anderen, sucht und findet er doch immer nur sich selbst.


Kategorie: Schauspiel

"Eine Zukunft, die jetzt keine mehr ist, sondern Gegenwart." Inspiriert von der Präsidentenwahl in den USA, widmet sich die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem aktuellen Stück Am Königsweg den "Königen" dieser Welt. "Gewählt ist gewählt", doch wie konnte es dazu kommen? Wie kommt es, dass Kapitalismus und Macht stets gleichbedeutend sind mit immer wiederkehrenden veralteten Männlichkeitsbildern? Warum ist der Rechtspopulismus immer auch mit der Blindheit seiner Wähler verbunden? Hängt die Blindheit mit dem Ödipus-Komplex zusammen? Und wenn ja, warum hat sich dieses Phänomen auch 2000 Jahre später noch nicht erledigt? Oder sind es letztlich Miss Piggy und Kermit der Frosch, die hier ihr Unwesen treiben? Und alles ist nur ein Puppenspiel mit tödlichem Ausgang? Miss Piggy, "als blinde Seherin hergerichtet", wird mit uns in die Zukunft blicken.


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf „Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..." Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann. Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlustes: Loman wird zum Opfer des bedingungslosen amerikanischen Traums von Erfolg und finanziellem Wohlstand. Kooperation mit der Universität der Künste Berlin Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2017 der Berliner Morgenpost


Kategorie: Schauspiel

"Es brennt Licht." Leopold nimmt Franz mit in seine Wohnung, sie haben Sex. Aus dieser zunächst unbedeutenden Begegnung entwickelt sich eine feste Beziehung. Franz verlässt seine Freundin Anna und zieht zu Leopold. Nach und nach wird ihre Liebe von der sie umgebenden Kleinbürgerlichkeit zerfressen. Die Lust aufeinander wird immer weniger, falsche Machtspiele zerstören das Vertrauen, sie benutzen einander, um den eigenen Schmerz erträglicher zu machen. Leopold und Franz geraten in eine Spirale aus Schande, Selbstbehauptung und Scham. Schließlich will Anna Franz zurückgewinnen, Leopold bringt seine Ex-Freundin Vera ins Spiel – am Ende schlafen alle miteinander. Die Orgie endet tragisch. Alle begehren sich, aber keiner wird glücklich.   Rainer Werner Fassbinder, geboren 1945 in Bayern, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Deutschen Films. Seine Filme laufen auch heute noch weltweit auf Festivals, seine Stücke werden regelmäßig auf deutschen Bühnen gezeigt, Museen widmen sich in Retrospektiven seiner Arbeit. Mit 19 Jahren schreibt er 1964 sein zweites Theaterstück Tropfen auf heiße Steine , das bis zu seinem Tod im Jahre 1982 unaufgeführt bleibt. 2000 verfilmt es der französische Regisseur François Ozon unter dem Titel Gouttes d’eau sur pierres brulantes . Eingeladen zum Festival radikal jung 2018


Kategorie: Schauspiel

Theodor Püppi, ich habe dauernd Angst um euch. Aber ihr seid schließlich meine Kinder und nicht auf den Kopf gefallen. Romy Siehst du, und genau das ist das Problem! Mit dir als Vater muss man den ganzen Scheiß alleine regeln, sogar Sorgenmachen um sich selbst, weil du nicht mal das für einen übernimmst. Theodor ist ein unmöglicher, ein unfassbarer Vater, von dem nicht zu erwarten ist, dass er seinen drei Kindern in konventioneller Weise beim Großwerden hilft. Im Gegenteil. Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin rasant-komisch das Katastrophenszenario einer abenteuerlichen Kindheit und die nächtliche Suche der geschwisterlichen Schicksalsgemeinschaft nach ihrem verschwundenen Vater. Ein Vater, von dem es keine Erlösung gibt.  Den Roman hat Anja Behrens zusammen mit drei Ensemblemitgliedern und sechs Kindern und Jugendlichen auf der Bühne gebracht. Die in Dänemark lebende Regisseurin ist bekannt für ihre dichten, bildstarken und atmosphärischen Inszenierungen. Der Roman Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren ist im Verlag Hoffmann und Campe erschienen. Pressestimmen zum Roman


Kategorie: Schauspiel

„Ein Weg ist ein Weg auch im Nebel." Ist da ein Riss im Boden? Und was ist mit dem großen Riss durchs Gelände? Mit der phantastischen Wachheit des Einsamen beobachtet Herr Geiser seine Umwelt. Es regnet seit Wochen. Was, wenn der Berg ins Rutschen kommt und das Haus, das Dorf, das ganze Tal verschüttet für alle Zeit? Herr Geiser beginnt zu sammeln: Wissen, das nicht verloren gehen darf: Daten, Fakten, Listen, Notizen. Auch, um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, das in letzter Zeit deutliche Lücken aufweist. Einen nächtlichen Fluchtversuch in Richtung seiner alten Heimat Basel bricht er unversehens ab und kehrt zurück in sein Haus am Berg. Oder war er überhaupt je weg gewesen? Dem eigenen Verschwinden ist nicht zu entkommen. Für Der Mensch erscheint im Holozän (1979) ließ sich Max Frisch vom Sonderling und Einsiedler Armand Schulthess inspirieren, der im Tessin einen enzyklopädischen Garten anlegte und zeitlebens versuchte, das humane Universum zu rekonstruieren. In seiner ersten Arbeit für das Deutsche Theater nähert sich der Schweizer Regisseur Thom Luz mit seinem Ensemble auf assoziativ-musikalische Weise diesem Text, der in ungewissen Zeiten wieder an Bedeutung gewinnt. Ein Versuch von Ordnung der Wirklichkeit im natürlichen Chaos, ein theatraler Vorgang über den unvermeidlichen Verfall des menschlichen Körpers und gegen das unaufhaltsame Abhandenkommen der Welt. In einer Fassung von Thom Luz und David Heiligers Essay von Peter von Matt Impulsvortrag über Max Frisch von Beatrice von Matt


Kategorie: Schauspiel

Jens Balzer und Tobi Müller laden zum Popsalon mit Gästen in die Bar des Deutschen Theaters. Die Runde bespricht Bilder und Töne aus der aktuellen Pop-Produktion. Getränkekonsum ist erwünscht, die Raucherterrasse bleibt zugänglich.


Kategorie: Schauspiel

BEST OF UNART 2018 4x7 Unart-Gruppen haben Anfang des Jahres in Berlin, Dresden, Frankfurt/Main und Hamburg ihre jeweils 15-minütigen Performances in den Finalen präsentiert. Aus jeder Stadt wurden von Jurys zwei Gruppen für Best of Unart ausgewählt. Das sind sie: Deadline(Berlin) - Angst vor mir (Berlin) - Ich bin eine Performance (Dresden) - Einkreisen (Dresden) - (n)ich(t)einfach ich (Frankfurt) - Inside Out (Frankfurt) - Haptisch (Hamburg) -  Perspektivlosigkeit (Hamburg) Die acht Performances aus den vier Städten werden im Mai am Deutschen Theater in Berlin zu Gast sein, um ihre herausragenden Performances zu zeigen. Unterschiedlich, abgefahren, digital,analog, crazy, charmant und voller Power. UNART-FINALE SCHÖN, SCHÖNER, SCHEITERN – !SAFE SPACE! – YOUTUBE GENERATION – ICH BIN MEHR ALS DU SIEHST – WAS MACHT MICH GLÜCKLICH? – ANGST VOR MIR – DEADLINE Sieben Titel, sieben Gruppen, dreißig Jugendliche, acht Coaches: Drei Monate lang haben sie experimentiert, geforscht und probiert.- sind gescheitert, haben Deadlines gesetzt und sich aus der Komfortzone bewegt. Beim UNART-Finale zeigen sie nun ihre mit Coaches professionell erarbeiteten Performances. Witzig, ernst, schräg und voller Farben. In Berlin entscheiden vier Performance-Experten und eine Jugendjurorin über die Auswahl der zwei Performances für das BEST OF UNART (16. Mai in den Kammerspielen). Zu ihnen zählen zwei Mitglieder des international renommierten Performance-Kollektivs Gob Squad , die bildende Künstlerin und Performerin Elisa Duca und der Dramaturg Joshua Wicke .  UNART ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Thalia Theater Hamburg, dem Staatsschauspiel Dresden und dem Deutschen Theater Berlin. WIE FUNKTIONIERT UNART? UNART ist ein Wettbewerb für performatives Theater. Er findet alle zwei Jahre statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Aufführungen 2018. Jurys haben aus den Bewerbungen 28 Jugendgruppen ausgewählt, die jetzt mit Künstlern an ihren Ideen arbeiten. Etwa 1000 Jugendliche waren in den vergangenen Jahren schon bei UNART dabei. Alle Teilnehmer wurden von Experten-Jurys ausgewählt, von Künstlern gecoacht und von vier großen Theatern bei der Umsetzung ihrer Idee unterstützt.   UNART ist für Performergruppen aus Berlin, Hamburg und umliegenden Gemeinden, Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, Dresden und der Region Dresden. Bewerben kann sich bei UNART jeder, der eine Idee für eine Performance hat, die nicht mehr als 15 Minuten dauert und live auf der Bühne stattfinden soll. Und das in einer Gruppe mit mindestens zwei, höchstens elf weiteren Teammitglieder zwischen 14 und 20 Jahren. Es geht darum, für Ideen und Themen aus der eigenen Lebenswelt, eine künstlerische, performative Form zu finden. Gearbeitet wird mit Sprechtheater, Video, Musik, Tanz oder anderen Mitteln. Die nächste Chance zur Bewerbung besteht im Sommer 2019. Im Februar und März 2018 sind die Performances der aktuell ausgewählten Gruppen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Dresden zu sehen. Je zwei Gruppen aus diesen vier Städten fahren danach zum Auftritt beim BEST OF UNART. 2018 findet das BEST OF UNART in Berlin und Hamburg statt.  Mehr Infos: unart.net


Kategorie: Schauspiel

Ein junger Mann am Sterbebett seines Vaters. Der Vater ist auf der Schwelle – noch da und schon weg. Man kann noch mit ihm reden, vielleicht hört er es noch, aber er wird nicht mehr antworten. Der junge Mann schaut zurück auf sein eigenes Leben, schaut zugleich in seine eigene Zukunft. Die westliche Kulturgeschichte arbeitet sich seit Anbeginn an der Figur des Vaters ab. Das verwandtschaftliche Verhältnis dient dabei als Projektionsfläche für mal stabilisierende, mal erdrückende Autorität. Doch spätestens seit der Durchsetzung vergeschlechtlichter Arbeitsteilung in der frühen Industriegesellschaft sind die viel beschäftigten Väter vor allem eins: abwesend – ob auf Arbeit, im Krieg oder auf hoher See. Was aber bedeutet die drohende, sehr konkrete Abwesenheit im Moment des Sterbens für die Biografie der Nachkommen? Welche Fragen hätte man noch stellen wollen? Welche Antworten gehen mit dem Tod des Vaters für immer verloren? Und wie viele Geheimnisse nimmt der Mann, der einen großgezogen hat und der nun als Greis da im Bett liegt, eigentlich mit ins Grab? Nach seinen filmischen Arbeiten, die mit schonungslosem Blick deutsche Zustände beschreiben und mit zahlreichen Preisen – darunter der Silberne Bär für Kreuzweg – prämiert wurden, arbeitet Dietrich Brüggemann mit Vater das erste Mal für das Theater.


Kategorie: Schauspiel

Ende 2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in bosnischen und internationalen Medien skandalisiert. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Der Autorin geht es jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Schwangerschaftstests, Instagram, Chauvinismus, Großmütter, Piercings, Gesellschaftsutopien, Pornographie, Kritische Theorie, Abtreibungen und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind. Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten über die Notwendigkeit wegzugehen, um über den eigenen Körper, das eigene Leben bestimmen zu können. Und dass es egal ist, aus einer Gesellschaft ausgestoßen zu werden, der man nie angehört hat.


Kategorie: Schauspiel

In einer Fassung von Nora Schlocker und Birgit Lengers Es beginnt mit einem Pakt: Um aufzupassen auf Frieder, der versucht hat sich das Leben zu nehmen, zieht Höppner mit ihm in ein leerstehendes Haus mitten im Dorf. Diese Verantwortung für den gemeinsamen Freund wird geteilt zwischen Vera, die weder in der Liebe noch beim Thema Eigentum an Exklusivität glaubt und Cäcilia, die sich weigert das Leben ihrer reichen Eltern zu erben. Mit der bildschönen Brandstifterin Pauline und dem schwulen Kiffer Harry ist die WG der eigenwilligen Einzelgänger komplett. Das Leben im Auerhaus – getauft nach dem Madness-Song Our House – ist Notwehr gegen das vorgefertigte Leben "Birth, school, bummbumm, work, death". Es ist aber auch die Praxis des richtigen Lebens mit Aufstehen, Essenklauen, gemeinsamem Kochen, Federballspielen, Feiern und vor allem mit viel reden, reden um Frieders Leben. Verbunden durch das gemeinsame Versprechen steuern die Sechs aufs Abitur und eine ungewisse Zukunft zu, leben den Alltag und setzen ihn immer wieder außer Kraft. Es ist die Zeit ihres Lebens. Doch sie ist endlich… Auerhaus erzählt von der Utopie von Gemeinschaft und vom heftigen Augenblick des Erwachsenwerdens, in dem das Leben an die Tür klopft und man sich entscheiden muss. Es geht um alles: Freundschaft und Liebe, Gegenwart und Zukunft, Leben und Tod.


Kategorie: Schauspiel

Was geschieht, wenn eine Künstlerin ein bereits existierendes Werk, das nicht von ihr selber stammt, einem Akt der Aneignung zuführt – also die gleiche Arbeit noch einmal produziert, sie kopiert, sie mit kleinen, aber um so bedeutsameren Veränderungen versieht oder sie in einen anderen Kontext stellt? Das Schaffen von Elaine Sturtevant, Louise Lawler oder Sherrie Levine zeigt, wie unterschiedlich, wie produktiv, wie politisch brisant die künstlerischen Techniken sein können, die sich im Laufe der vergangenen 50 Jahre im Bereich der "Appropriation Art" herausgebildet haben. Die in München lebende Regisseurin Anta Helena Recke ist die vielleicht erste Theaterschaffende, die dieses in der Bildenden Kunst längst etablierte Paradigma in einer radikalen Geste auf die Darstellende Kunst übertragen will.  Ihre Arbeit Mittelreich  ist eine Kopie der Inszenierung Mittelreich  von Anna-Sophie Mahler aus dem Jahr 2015. In ihrer ersten Produktion für die Münchner Kammerspiele übernimmt Anta Helena Recke alle Parameter von Anna-Sophie Mahlers Mittelreich “ originalgetreu. Es wird der gleiche Text gesprochen. Die Szenographie ist identisch. Nur die Schauspieler_innen werden ausgetauscht. Es stehen ausschließlich schwarze Darsteller_nnen auf der Bühne. Mit dieser Strategie der abweichenden Wiederholung will sich  Mittelreich  in den Kanon des deutschen Sprechtheaters einschreiben und so die Vorzeichen problematisieren, unter denen genau dieser Kanon immer weiter hervorgebracht wird. Denn: Fast alle Menschen, die an deutschen Stadt- und Staatstheatern auf und hinter der Bühne arbeiten, sind weiß. Der Gedanke hinter dem im deutschsprachigen Raum verbreiteten und weltweit einmaligen Konzept des Ensemblebetriebs war es einmal, dass in einem Ensemble die hiesige Gesellschaft widergespiegelt wird. Die Menschen, die man auf der Straße sah, sollten auch im Ensemble vertreten sein.  Heutzutage steht das Bild, das in Theaterensembles von der Gesellschaft gezeichnet wird, in krassem Gegensatz zu dem Bild, das die in Deutschland lebenden Menschen abgeben. Fakt ist, schwarze Körper kommen vor, und sie sind alles andere als eine Ausnahme. Der strukturelle Rassismus, der alle gesellschaftlichen Ebenen prägt, wird in der Besetzungspraxis der städtischen Theater lediglich auf besonders plastische Weise lesbar.  Mittelreich  stellt sich dieser Prognose und der in ihr zum Ausdruck kommenden Strategie der Beschwichtigung und des Aufschubs von Veränderung entgegen. Warum nicht im Gang der Geschichte einfach mal die Abkürzung nehmen? Diese Inszenierung wurde zum Theatertreffen 2018 eingeladen. In der Jurybegründung heißt es dazu: „Während auf der Bühne die bereits bei Bierbichler/Mahler verhandelten Themen wie Privilegien, Ausgrenzung und Verdrängung neu und doppelt ins Schwingen geraten, fordert die „Kopie“ eine Reflexion der eigenen Wahrnehmungsmuster sowie der Institution Theater und ihrer strukturellen Rassismen.“


Kategorie: Schauspiel

Wie klingt eine gerechte Sprache, was ist pure Polemik und wer kritisiert die Kritik? Häufig schottet das kritische Wort uns voneinander ab und verschiebt den Fokus auf die Frage nach der Freiheit der Kunst und der politischen Korrektheit. Verpflichtet die gegenwärtige Empörungskultur und sinkende Toleranz zu einer Zensur von Kunst und Sprache? Als Kritiker_innenfestival wollen wir daher über unser Sprechen sprechen – nicht bis wir keine, sondern bis wir ganz viele Antworten haben.


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Was geschieht, wenn eine Künstlerin ein bereits existierendes Werk, das nicht von ihr selber stammt, einem Akt der Aneignung zuführt – also die gleiche Arbeit noch einmal produziert, sie kopiert, sie mit kleinen, aber um so bedeutsameren Veränderungen versieht oder sie in einen anderen Kontext stellt? Das Schaffen von Elaine Sturtevant, Louise Lawler oder Sherrie Levine zeigt, wie unterschiedlich, wie produktiv, wie politisch brisant die künstlerischen Techniken sein können, die sich im Laufe der vergangenen 50 Jahre im Bereich der "Appropriation Art" herausgebildet haben. Die in München lebende Regisseurin Anta Helena Recke ist die vielleicht erste Theaterschaffende, die dieses in der Bildenden Kunst längst etablierte Paradigma in einer radikalen Geste auf die Darstellende Kunst übertragen will.  Ihre Arbeit Mittelreich  ist eine Kopie der Inszenierung Mittelreich  von Anna-Sophie Mahler aus dem Jahr 2015. In ihrer ersten Produktion für die Münchner Kammerspiele übernimmt Anta Helena Recke alle Parameter von Anna-Sophie Mahlers Mittelreich “ originalgetreu. Es wird der gleiche Text gesprochen. Die Szenographie ist identisch. Nur die Schauspieler_innen werden ausgetauscht. Es stehen ausschließlich schwarze Darsteller_nnen auf der Bühne. Mit dieser Strategie der abweichenden Wiederholung will sich  Mittelreich  in den Kanon des deutschen Sprechtheaters einschreiben und so die Vorzeichen problematisieren, unter denen genau dieser Kanon immer weiter hervorgebracht wird. Denn: Fast alle Menschen, die an deutschen Stadt- und Staatstheatern auf und hinter der Bühne arbeiten, sind weiß. Der Gedanke hinter dem im deutschsprachigen Raum verbreiteten und weltweit einmaligen Konzept des Ensemblebetriebs war es einmal, dass in einem Ensemble die hiesige Gesellschaft widergespiegelt wird. Die Menschen, die man auf der Straße sah, sollten auch im Ensemble vertreten sein.  Heutzutage steht das Bild, das in Theaterensembles von der Gesellschaft gezeichnet wird, in krassem Gegensatz zu dem Bild, das die in Deutschland lebenden Menschen abgeben. Fakt ist, schwarze Körper kommen vor, und sie sind alles andere als eine Ausnahme. Der strukturelle Rassismus, der alle gesellschaftlichen Ebenen prägt, wird in der Besetzungspraxis der städtischen Theater lediglich auf besonders plastische Weise lesbar.  Mittelreich  stellt sich dieser Prognose und der in ihr zum Ausdruck kommenden Strategie der Beschwichtigung und des Aufschubs von Veränderung entgegen. Warum nicht im Gang der Geschichte einfach mal die Abkürzung nehmen? Diese Inszenierung wurde zum Theatertreffen 2018 eingeladen. In der Jurybegründung heißt es dazu: „Während auf der Bühne die bereits bei Bierbichler/Mahler verhandelten Themen wie Privilegien, Ausgrenzung und Verdrängung neu und doppelt ins Schwingen geraten, fordert die „Kopie“ eine Reflexion der eigenen Wahrnehmungsmuster sowie der Institution Theater und ihrer strukturellen Rassismen.“


Kategorie: Schauspiel

Neu durchgesehene Fassung nach der Übersetzung von Guido G. Meister In einem abgelegenen Wirtshaus rauben zwei Frauen die Gäste aus und bringen sie um. Ihr Ziel: mit der Beute an einem anderen Ort ein besseres Leben anzufangen. Sohn und Bruder Jan ist seit vielen Jahren in der Welt unterwegs. Als er eines Tages nach Hause zurückkehrt, gibt er sich nicht zu erkennen, sondern will erkannt werden. Zu spät erst wird das Duo entdecken, wen sie dieses Mal ums Leben gebracht haben.


Kategorie: Schauspiel

In der Autorenwerkstatt in der Box präsentiert das Deutsche Theater zwei Stücke von Studierenden des Studiengangs Szenisches Schreiben, gespielt von Studierenden des Studiengangs Schauspiel der UdK, inszeniert von Laurent Chétouane und Fabian Gerhardt für das Wildwuchs-Festival des Hans Otto Theaters Potsdam.


Kategorie: Schauspiel

"Wladimir: Also? Wir gehen? Estragon: Gehen wir! (Sie rühren sich nicht von der Stelle.)" Landstraße. Ein Baum. Abend. Zwei Akte, zweimal zwei Personen: Wladimir und Estragon, Pozzo und Lucky. Manchmal geht ein Junge vorbei. Nichts geschieht. Und es ist, wie gleich die erste Replik von Becketts Text sagt, auch "nichts zu machen". Was bleibt, ist das Warten. Und das Sprechen. Als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, sich seiner selbst zu versichern. Als ob die sich wiederholenden Rituale der Rede zugleich dazu dienten, das Leiden an der Leere der Welt, den puren Zeit-Vertreib, erträglich zu machen. Mit ihm zu spielen. Sich zu retten. Während der Vorarbeiten zu seiner Warten auf Godot-Inszenierung ist Dimiter Gotscheff – der große bulgarische Regisseur, der dem europäischen Theater seinen unverwechselbaren Stempel aus Lakonie, Witz, Poesie und Abgründigkeit aufgedrückt hat – im Oktober 2013 gestorben. Es war insbesondere ein Wunsch seiner Schauspieler, das Stück auf die Bühne zu bringen: als liebevolle Hommage.


Kategorie: Schauspiel

Ronald hat alles. Privat kann ihm seine Frau Kathleen wunderbare Neuigkeiten mitteilen. Und beruflich steht er kurz davor, Schütz, der in Ruhestand geht, als Direktor zu beerben. Ronald ist ein Lehrer, wie man ihn sich wünscht: authentische Respektsperson und bewunderter Kumpeltyp in einem – von den Schülern geliebt und den Kollegen gebraucht, mit Respekt bei den Eltern und Wertschätzung beim Chef. Er ist charismatisch, intelligent und redegewandt. Aber Ronald trägt ein Geheimnis in sich. Eine Krankheit, die seine Vergangenheit bestimmt hat und seine Zukunft bedroht. Und natürlich hat auch Ronald Schwächen, Neider und Gegner. Ein Beben kündigt sich an und dessen Erschütterungen versetzen Ronald urplötzlich vor das Nichts. Nach dem autobiographischen Roman Die Welt im Rücken , in dem er vom Leben mit seiner eigenen manisch-depressiven Erkrankung erzählt, injiziert Thomas Melle das gleiche Schicksal nun der Hauptfigur von Versetzung . Auf der Projektionsfläche von Ronalds bipolarer Störung stellt er in diesem Auftragswerk für das Deutsche Theater Berlin allgemeingültige Fragen nach Zurechenbarkeit und Teilhabe, Verantwortung und Vertrauen, Erfolg und Ansehen. Wie reagiert eine von Leistungsdruck und Gesundheitswahn geprägte Gesellschaft, wenn eines ihrer Mitglieder sich für sie als scheinbar ungesund erweist? Was ist Realität und was nicht? Ist alles Wahrheit oder alles Lüge? Wo liegt die Norm? Wer sind wir? Und will man im Zweifel lieber Täter oder Opfer sein? Nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2018 Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2018


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Ulrike Zemme Fassung von Daniela Löffner und David Heiligers "Die Elite – das sind nicht wir! Wir sind etwas Anderes. Wir sind Sommergäste in unserem Land ... Zugereiste. Wir sind ausschließlich damit beschäftigt, uns einen bequemen Platz im Leben zu suchen. Wir tun nichts und reden entsetzlich viel." Das Landhaus von Rechtsanwalt Bassow und seiner Frau Warwara. Hier trifft sich eine privilegierte Runde: Ärzte, Schriftsteller, Fabrikanten, Ingenieure. Die gehobene Mittelschicht hat die Stadt verlassen um den Sommer im Grünen zu verbringen. Sie haben Zeit, sie haben Geld und führen ein überwiegend angenehmes, sorgenfreies Leben. Und doch fühlen sie sich einsam, biografielos und leer, sind von sich selbst ermattet und müde von ihren Freiheiten. Da helfen die diversen Bindungen, Verhältnisse und Freundschaften auch nicht weiter. Sie sehnen sich nach einer anderen Zukunft – mit erlösender Liebe und einer sinnhaften Erde. Sie reden, streiten, lamentieren und diskutieren. Wie mit diesem Weltschmerz umgehen? Was für eine Realität anstreben? Wozu sich weiter hetzen und warum Ideale verfolgen? Welche Vision entwerfen? Warwara: "Dieses Abwägen, dieses Berechnen! Wir haben so eine Angst vor dem Leben! Was soll das? Wir versinken im Selbstmitleid!" Maxim Gorki schrieb Sommergäste 1904, am Vorabend der Russischen Revolution. Laut eigener Aussage wollte er mit diesem Szenenreigen und Beziehungsgeflecht "die moderne bürgerlich-materialistische Intelligenz darstellen". Er zeigt eine bequem gewordene Gesellschaft, die sich ihrer selbst nicht mehr sicher ist und in der es ruhelos rumort. Eine umwälzende Zeitenwende wirft ihre Schatten voraus auf diese Sommergäste und ihre suchenden Seelen.


Kategorie: Schauspiel

Der fast vergessene Politroman des Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis, It Can’t Happen Here , erlebt derzeit eine regelrechte Wiedergeburt. Geschrieben 1935 unter dem Eindruck der Machtergreifung Adolf Hitlers, erzählt Lewis die Geschichte des nicht für möglich gehaltenen Aufstiegs eines amerikanischen Polit-Outsiders und Populisten namens Buzz Windrip zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Windrip gewinnt die Wahl 1936 gegen Roosevelt und verwandelt die USA mit Unterstützung einer "Liga der Vergessenen Männer" binnen kürzester Zeit in eine Diktatur. Eines der ersten Opfer seiner Herrschaft ist neben der Unterwanderung der Justiz die Pressefreiheit, geschildert anhand des Zeitungsherausgebers Doremus Jessup, der unter den zunehmenden Repressalien zu leiden hat, zunächst auf dem Papier, dann körperlich… Die verbreitete Meinung in den USA Mitte der dreißiger Jahre mit Blick auf die politischen Verhältnisse in Deutschland war: Das kann hier nicht passieren. Heute denken viele in Deutschland genau das mit Blick auf die USA.


Kategorie: Schauspiel

In der Autorenwerkstatt in der Box präsentiert das Deutsche Theater zwei Stücke von Studierenden des Studiengangs Szenisches Schreiben, gespielt von Studierenden des Studiengangs Schauspiel der UdK, inszeniert von Laurent Chétouane und Fabian Gerhardt für das Wildwuchs-Festival des Hans Otto Theaters Potsdam.


Kategorie: Schauspiel

Übersetzt von Hans Wollschläger Fassung: Sebastian Hartmann und Ensemble Mit seinem Ulysses aus dem Jahr 1922 ist James Joyce unterwegs an den Rändern des Erzählens. Auf der Folie von Homers Odyssee verfolgen wir die Wege und Irrwege Leopold Blooms durch den Dubliner Alltag des 16. Juni 1904. Umstandslos schichtet Joyce Ebenen übereinander, wechselt zwischen verschiedensten Sprachregistern, Stilen und Diskursen, verstrickt das Zischen gebratener Nieren mit Shakespeare-Diskussionen mit dem Friedhof mit dem Bordell. Ein Jahrhunderttext, der die Figuren, von denen er spricht, erst hervorbringt, multiperspektivisch in sich gebrochen, und dadurch nicht nur erfahrbar macht, dass Sprache mehr ist als Abbildung und Information, sondern zugleich die Möglichkeitsbedingungen gegenwärtiger Subjektivität in den Blick bekommt.


Kategorie: Schauspiel

Anlässlich seines 75. Geburtstages versucht Rosa von Praunheim, das Unmögliche möglich zu machen: sein Leben in einen Theaterabend zu stecken. Ensemblemitglied Božidar Kocevski wird sich zusammen mit dem Musiker Heiner Bomhard auf die Reise durch ein bewegtes Leben machen, das von Sexualität genauso geprägt ist wie von der ständigen Angst, am Abgrund zu stehen. Angefangen bei der Kindheit und ersten Abenteuern in New York und Los Angeles, wird es Wiederbegegnungen der ganz eigenen Art mit Lotti Huber und Tante Luzi genauso geben wie mit Rosas Mutter. In frech-frivolen Songs mit Titeln wie Kleiner Penis , Analverkehr oder Sex After Death wird es nicht nur um vordergründige Provokation gehen, sondern immer auch um die Verletzlichkeit und bevorstehende Endlichkeit nach 75 lebhaften Probejahren, Träume in die Realität zu verpflanzen.


Kategorie: Schauspiel

1970 schrieb Heiner Müller das Lehrstück Mauser , inspiriert durch die Figur des Revolutionärs Buntschuk, der in Michail Scholochows Roman Der stille Don  an der wochenlangen „Arbeit“ des Tötens verzweifelt. In Müllers Adaption, einer durch Rückblenden gedehnten Sterbeszene, muss sich der Revolutionär A vor dem Revolutionstribunal der Partei (Chor) für seine „Arbeit“ im Dienste des roten Terrors in der Stadt Witebsk rechtfertigen. Neben zahllosen Konterrevolutionären hatte er auch seinen Vorgänger B erschossen, weil dieser Mitleid mit den Bauern, den „Feinden der Revolution aus Unwissenheit“, zeigte. Dass A zuletzt im Rausch tötet, ist sein menschliches wie politisches Versagen – das Kollektiv verlangt sein Einverständnis in die eigene Auslöschung. In ihrem eigens für diesen „Müllersalon“ verfassten Kommentar MAUSER KOMM.  laden die Autorin Franziska K. Huhn, der Schauspieler Sebastian Schneider und der Musiker Sir Henry das Publikum zu einer Zeitreise ein: vom russischen Witebsk gegen Ende des russischen Bürgerkriegs 1922 über die Uraufführung von Mauser 1975 in Texas, Müllers eigener Inszenierung 1991 im Deutschen Theater bis hin zu einer gesamtdeutschen Gegenwart, der die wirklichkeitsverändernde Kraft abhanden gekommen zu sein scheint – während weltweit die Kriegsschauplätze zunehmen. „Das einzige, was ein Kunstwerk kann“, erklärte Heiner Müller einmal, „ist Sehnsucht wecken nach einem anderen Zustand der Welt. Und diese Sehnsuchtist revolutionär.“


Kategorie: Schauspiel

Bearbeitung John von Düffel Fassung Karin Henkel, John von Düffel Die Shakespeare-Stücke Coriolan , Julius Cäsar sowie Antonius und Cleopatra erzählen eine kleine Geschichte der Demokratie am Beispiel des alten Rom. Im Frühstadium ( Coriolan ) kommt die Idee der demokratischen Teilhabe durch Volkstribunen auf: als Zugeständnis an das wütende Volk. Doch prompt sehen sich die Volksvertreter mit dem Kriegshelden Coriolan konfrontiert, der von Mitsprache und der wankelmütigen öffentlichen Meinung nichts hält. In der Zeit von Julius Cäsar ist die römische Demokratie wiederum durch einen starken Mann bedroht. In der Nacht vor der Krönung Cäsars beschließt eine Gruppe von Verschwörern um Brutus, zum letzten Mittel zu greifen, um die Demokratie zu retten: Tyrannenmord. Doch Antonius, engster Vertrauter Cäsars, schafft es in seiner Grabrede, die öffentliche Meinung gegen die Demokraten zu drehen. Wenige Jahre später sehen wir in Antonius und Cleopatra den paranoiden, wirklichkeitsfernen Zirkel der Macht. Antonius regiert mit Cäsars Adoptivsohn Oktavius und einem altgedienten Militär in einer Dreiherrschaft. Antonius empfindet angesichts der politischen Machenschaften nur noch Ekel und Erschöpfung. Blindlings stürzt er sich in die Liebe zu Cleopatra, Königin von Ägypten. Doch die Machtspiele Roms holen ihn wieder ein und lassen ihn nochmals das große Rad der Politik drehen, bevor das römische House of Cards endgültig zusammenbricht.


Kategorie: Schauspiel

"Der Deutsche Schlager ist eine ernste Sache, eine todernste Sache." (Wolfgang Buschlinger)   EIGENTLICH gibt es diesen Abend gar nicht.   EIGENTLICH sind Nils Strunk und Sebastian Fuchs gar nicht Andreas Wunsch und Hansi Hucke.   EIGENTLICH sind sie gar keine Schlager-Stars, die als GLITZER seit mehr als 10 Jahren Konzerte vor hunderttausenden Fans spielen.   EIGENTLICH hat Marcel Kohler gar keine Late-Night-Show, in die er die beiden auf ein Gespräch über Pathos, Ironie, Naivität, Kitsch und Scham einladen könnte.   Und SIE, SIE sind EIGENTLICH gar kein Testpublikum einer Pilotsendung,   denn EIGENTLICH hören Sie gar keinen Schlager.   EIGENTLICH hört niemand Schlager.   EIGENTLICH.   Für einen Abend werden Sebastian Fuchs, Nils Strunk und Marcel Kohler die, die sie niemals sein wollten.


Kategorie: Schauspiel

Von einem gewissen Punkt gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen. Franz Kafkas "ins endlose angelegte Geschichte" erzählt die abenteuerliche, dann albtraumhafte Lebensreise eines 16-jährigen Exilanten wider Willen. Fortgeschickt von seinen Eltern wird Karl Roßmann nach der Überfahrt von einem reichen Onkel aufgenommen und eingeführt in eine neue Welt unbegrenzter Möglich­keiten. Ebenso überraschend und unwiderruflich verstößt ihn dieser wieder. Auf sich allein gestellt wird Karl von Gaunern ausgenutzt, ist autoritären Vorgesetzten in undurchschaubaren Systemen ausgeliefert. Und er begegnet den Zumutungen übergriffiger Frauen: unberechenbaren oder bedürftigen Töchtern, mütterlichen Köchinnen, despotischen Sängerinnen. Sein Leben erscheint ihm wie ein einziger Widerspruch, als würde er in einem nicht enden wollenden Prozess Prüfungen unterzogen, die er nicht begreifen oder gar bestehen kann. Sein Handlungsraum wird immer enger. In einer Verkehrung des Amerikanischen Traums, seiner Glücks- und Freiheitsversprechen, stellt Kafka in diesem Romanfragment existentielle Fragen nach dem Ausgesetztsein in einer Welt, in der sich das Individuum zunehmend fremd erscheint. Dušan David Pa?ízeks Inszenierung erzählt von Willkür, vom Verlust verbindlicher Werte – und von dem Wunsch nach Ankunft und Erlösung in ­einer anderen Welt.  Zum Kämpfen gezwungen Ein Gespräch mit dem Kafka-Biografen Reiner Stach


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Mojca Megusar und Ulrich Gehmacher Zwei Freunde. Vince ist bei der freiwilligen Feuerwehr und dealt. Jon dreht vielversprechende Low-Budget-Filme. Seit der High School haben sich die beiden nicht mehr gesehen. Nun treffen sie sich wieder in ihrer Heimat Lansing, Michigan. Jon, weil beim örtlichen Film-Festival sein Debüt gezeigt wird, Vince, weil er reden will. Mit Jon. Was eigentlich geschah damals wirklich, als seine große Liebe Amy etwas mit Jon anfing?


Kategorie: Schauspiel

Wir zoomen in die Innenwelten der sechs Figuren, die neben der Sehnsucht nach dem Glück, nach Intensität und gleichzeitig nach dem Normalsein das Sonderbare in sich entdecken und lernen, es auszuleben. Plötzlich scheint etwas Neues möglich, eine Wende, ein Aufbruch- bis die Uhr 2:14 anzeigt und alles endet. Es treten auf: Nicole (Mutter, der irgendetwas entgangen ist), Denis (Lehrer, der nur noch Sand schmeckt), Katrina (Mädchen mit dem verwandelten Tattoo), Norbert (Junge, der blind spielt), Josi (Mädchen, das Würmer isst), Linus (Junge, der eine 70jährige liebt), Karl (Stimme, die aus einem Radio ertönt). Außerdem: Englischlehrer, Psychologe, 2 Paar Eltern, Bikinimädchen, Der Wald, Die Menschheit, Beleidigungen 1 bis 22, Marc, Tätowierer, Arzt, Die Dame mit dem Bandwurm, Die Museumsbesucher, Die Fäulnis, Der Verkäufer, Komplimente 1 bis 20, Schüler, der keine Diktate mag 1, Schüler, der keine Diktate mag 2, Ein nettes Mädchen, Ein zweites nettes Mädchen, Zwei nette Mädchen gleichzeitig, Mädchen, die sich im Schlamm wälzen, Psychologen, Sexologen und Urologen, Der Weihnachtsmann, Zurückgebliebene Teenagerin 1, Zurückgebliebene Teenagerin 2, Zurückgebliebener Teenager. Skurril und kantig formuliert, symbolgeladen und mit pointiert ineinander geschobenen Szenen zelebriert 2 Uhr 14 bei aller tief empfundenen Melancholie die Kraft der Veränderung und die Lust am Leben.


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Bearbeitung John von Düffel Fassung Karin Henkel, John von Düffel Die Shakespeare-Stücke Coriolan , Julius Cäsar sowie Antonius und Cleopatra erzählen eine kleine Geschichte der Demokratie am Beispiel des alten Rom. Im Frühstadium ( Coriolan ) kommt die Idee der demokratischen Teilhabe durch Volkstribunen auf: als Zugeständnis an das wütende Volk. Doch prompt sehen sich die Volksvertreter mit dem Kriegshelden Coriolan konfrontiert, der von Mitsprache und der wankelmütigen öffentlichen Meinung nichts hält. In der Zeit von Julius Cäsar ist die römische Demokratie wiederum durch einen starken Mann bedroht. In der Nacht vor der Krönung Cäsars beschließt eine Gruppe von Verschwörern um Brutus, zum letzten Mittel zu greifen, um die Demokratie zu retten: Tyrannenmord. Doch Antonius, engster Vertrauter Cäsars, schafft es in seiner Grabrede, die öffentliche Meinung gegen die Demokraten zu drehen. Wenige Jahre später sehen wir in Antonius und Cleopatra den paranoiden, wirklichkeitsfernen Zirkel der Macht. Antonius regiert mit Cäsars Adoptivsohn Oktavius und einem altgedienten Militär in einer Dreiherrschaft. Antonius empfindet angesichts der politischen Machenschaften nur noch Ekel und Erschöpfung. Blindlings stürzt er sich in die Liebe zu Cleopatra, Königin von Ägypten. Doch die Machtspiele Roms holen ihn wieder ein und lassen ihn nochmals das große Rad der Politik drehen, bevor das römische House of Cards endgültig zusammenbricht.


Kategorie: Schauspiel

Vater Ubu – fett und feige – wird von seiner machtversessenen Gattin Mutter Ubu zum Königsmord angestiftet. Hinterhältig massakriert er die gesamte Herrscherfamilie und reißt die polnische Krone an sich. Auf dem Thron angelangt, verfolgt Vater Ubu unverhohlen seine Ziele: Reichtum und Macht. Alle Adligen werden in der Enthirnungsmaschine hingerichtet und ihr Besitz eingezogen, die Richter entlassen – für Gerechtigkeit sorgt Vater Ubu ab jetzt persönlich – und das Finanzsystem durch die Einführung exorbitanter Steuern reformiert. Lange lässt sich das Volk diese Frechheiten nicht gefallen. Angeführt vom rechtmäßigen Thronfolger, dem einzigen überlebenden Sohn des Königs, wagt es den Aufstand. Dann greift noch der russische Zar in den Konflikt ein und ein blutiger Krieg entbrennt. Alfred Jarrys absurd-komisches Spiel über niedere Instinkte, Habgier und Machtmissbrauch löste bei seiner Uraufführung 1896 einen gewaltigen Skandal aus und gilt heute als wichtigster Vorläufer des modernen Theaters. König Ubu zeigt den Prototyp des egomanen Spießers, des dummdreisten Tyrannen, dessen Spuren sich unübersehbar, quer durch die Geschichte, bis ins Heute ziehen. Fassung András Dömötör und Meike Schmitz


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Kristo Šagor Gegenwart und Zukunft, Kind- und Erwachsensein, Isolation und Gemeinschaft, analoge und digitale Welt, Aufbruch und Absturz – zwischen diesen Begriffspaaren bewegen sich Erik, Stanko, Emily, Bea, Lenny, Annika, Vanessa, Li und Henk. Obwohl sie Klassenraum und Lehrerin teilen, könnten die Welten, in denen sie sich bewegen unterschiedlicher nicht sein. Ein unausweichlich düsterer Kosmos tut sich auf: Da sind Annika und ihr kleiner Bruder, die liebevoll und manisch zugleich tote Tiere von der Straße sammeln und sie bestatten, das pumelige Mobbing-Opfer Vanessa, das sich mit Hilfe ihrer Drohne im Netz verzweifelt eine schlanke neue Identität zusammenbastelt. Bea, Schulschwänzerin und wiederholt suizidal, schläft aus Protest gegen ihre Eltern gleich mit zwei Jungs und Computer-Nerd Lenny, der durch dreistes digitales Strippenziehen seine Mitschüler hackt oder per Smartphone fernsteuert. Der Regisseur Kristo Šagor greift zusammen mit seinem Team die multiperspektivische Erzählweise des Autors auf, treibt das digitale Verwirrspiel mit Mitteln wie Live-Video weiter, richtet den Blick aber dennoch auf die Zusammenhänge der scheinbar von einander isolierten, apokalyptisch und beklemmend anmutenden Puzzleteile. Was ist gültig? Meine Realität oder deine? Mit freundlicher Unterstützung der K.S. Fischer-Stiftung


Kategorie: Schauspiel

Was geschieht, wenn ein Passagierflugzeug von Terroristen entführt wird und auf ein ausverkauftes Fußballstadion zurast? Was geschieht, wenn der Terror unseren Alltag beherrscht? Welche juristischen, moralischen und philosophischen Mittel hat unsere Gesellschaft in solch einer Ausnahmesituation? Darf die Würde des Menschen angetastet werden, wenn dadurch vermeintlich mehr Menschen gerettet werden können? Anhand eines juristischen Konstrukts werden diese Fragen in Ferdinand von Schirachs erstem Theaterstück plastisch: An Bord von Flug LH 2047 von Berlin-Tegel nach München sind 164 Menschen. Die Maschine, von einem Terroristen entführt, nimmt Kurs auf die Allianz Arena. Major Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr, muss reagieren. Wie lauten seine Befehle? Soll er, darf er die Passagiermaschine abschießen, wenn die Terroristen nicht einlenken? Die Uhr tickt, und Lars Koch trifft eine Entscheidung. Wenige Wochen später muss er sie vor einem Schöffengericht rechtfertigen. *** Die deutschlandweiten Abstimmungsergebnisse finden Sie unter folgendem Link: terror.kiepenheuer-medien.de/ Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis "Aufführung des Jahres 2015/16" der TheaterGemeinde Berlin


Kategorie: Schauspiel

Vom 5. bis zum 9. Juli 2017 befand sich eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten Industrienationen versuchten in Hamburg ein internationales System zu erhalten, dessen Überleben von Trump, Erdo?an und Putin abhängt. Dabei wurden sie von rund 31.000 Polizisten geschützt und bis zu 80.000 Menschen kamen bei Demonstrationen zusammen, um ihren Unmut gegen den Gipfel auszudrücken. Die Bilder, die den meisten Menschen von diesem G20-Gipfel in Erinnerung blieben, sind die brennender Autos, eingeschlagener Schaufenster und schwerer Auseinandersetzungen.   Gernot Grünewald und sein Ensemble haben während dieser vier Tage ein anderes Bild erlebt. Das Bild einer Stadt, die sich neu findet – ganz im Sinne der Polis, die auf den alten, den ursprünglichen Begriff der Politik verweist: Räume, die nicht immer verortbar sind, sondern aus dem Miteinanderhandeln- und sprechen entstehen, Räume, die im Dazwischen liegen. Politik ist auf einmal spürbar, greifbar, findet um einen herum auf der Straße statt und macht einen fassungslos, wenn man in Trumps Gesicht in einem vorbeifahrenden Auto blickt.   Beobachter_innen werden zu Teilnehmer_innen und so stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wie steht es um unsere Demokratie und wo stehe ich?


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Vom 5. bis zum 9. Juli 2017 befand sich eine Stadt im Ausnahmezustand. Die Staats- und Regierungschefs der zwanzig größten Industrienationen versuchten in Hamburg ein internationales System zu erhalten, dessen Überleben von Trump, Erdo?an und Putin abhängt. Dabei wurden sie von rund 31.000 Polizisten geschützt und bis zu 80.000 Menschen kamen bei Demonstrationen zusammen, um ihren Unmut gegen den Gipfel auszudrücken. Die Bilder, die den meisten Menschen von diesem G20-Gipfel in Erinnerung blieben, sind die brennender Autos, eingeschlagener Schaufenster und schwerer Auseinandersetzungen.   Gernot Grünewald und sein Ensemble haben während dieser vier Tage ein anderes Bild erlebt. Das Bild einer Stadt, die sich neu findet – ganz im Sinne der Polis, die auf den alten, den ursprünglichen Begriff der Politik verweist: Räume, die nicht immer verortbar sind, sondern aus dem Miteinanderhandeln- und sprechen entstehen, Räume, die im Dazwischen liegen. Politik ist auf einmal spürbar, greifbar, findet um einen herum auf der Straße statt und macht einen fassungslos, wenn man in Trumps Gesicht in einem vorbeifahrenden Auto blickt.   Beobachter_innen werden zu Teilnehmer_innen und so stellt man sich zwangsläufig die Frage: Wie steht es um unsere Demokratie und wo stehe ich?


Kategorie: Schauspiel

Übersetzung: Eva Pieper und Alexandra Schmiedebach "Es ist verrückt, wie man anfängt zu hoffen, dass jemand stirbt. Aufgibt. Loslässt. Mach ruhig. Geh ruhig. Es ist gut. Wir schaffen es schon. Wir schaffen es schon ohne dich. Das war ein Irrtum." Ein Friedhof. Zwei Menschen. Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsamer Verlust und zehn Jahre Trennung, Schweigen. Aus Anlass einer Grabverlegung kommen "Sie" und "Er" wieder zusammen. Gift soll aus einer nahegelegenen Fabrik ausgetreten sein und die Umbettung der Toten notwendig machen. Unterdessen betrachten die Frau und der Mann ihr umgebettetes Leben, das eines Silvesterabends sang- und klanglos auseinanderging. Was ist aus ihr und ihm geworden? Was aus ihrer Trauer, ihrem Leben? Und wer hat sich was vorzuwerfen? Zwischen Abrechnung und Annäherung, Trost und Trauer, Zärtlichkeit und Härte oszillieren die Szenen dieser Wiederbegegnung: das Porträt eines Paares, dessen Schicksal schon vorbei zu sein scheint – und das dennoch noch einmal durch alles hindurchgehen muss, in der Hoffnung, in einem Leben nach ihrem Leben anzukommen. Dagmar Manzel wurde 2014 für ihre Rolle "Sie" mit dem Deutschen Theaterpreis 'Der Faust' ausgezeichnet. Gift von Lot Vekemans ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Tilmann Köhler und Juliane Koepp "Was reden sie. Ich, Medea, hätte meine Kinder umgebracht. Ich, Medea, hätte mich an dem ungetreuen Jason rächen wollen. Wer soll das glauben." Verstoßen aus dem königlichen Palast, in dem sie mit ihrem Mann Jason und ihren Kindern Exil fand, erzählt Medea ihre Version ihrer Geschichte: Wie sie ihr Land verlassen musste, wie sie ein entsetzliches Verbrechen entdeckte und unbequeme Fragen stellte, und wie ein Netz aus Verleumdungen und Lügen sie aus dem Palast vertrieb. Medea. Stimmen entstand als radikale Korrektur des gängigen Medea-Bildes. Erst seit Euripides, vorher nicht, ist sie die blutrünstige Furie, die ihre Kinder mordet. Christa Wolf fragt nach der Deutungshoheit über Historie – und danach, wessen Interesse es ist, die "wilde Frau" als Mörderin hinzustellen. Erstes Motiv aber sind für die Autorin die selbstzerstörerischen Tendenzen unserer abendländischen Zivilisation: Kolonialismus, Fremdenhass, Ausgrenzung. Wenn am Schluss das Volk aufgehetzt und blind vor Hass gegen die Fremde ist, bleibt Medea nur zu fragen: "Ist eine Welt zu denken, eine Zeit, in die ich passen könnte" – ein wütendes Fragen, ein Anrennen gegen Resignation, auf der Suche nach einem Neuanfang, nach neuen Werte-Hierarchien – nach der Zukunft.


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf „Ich werd's dir und allen anderen zeigen, dass Willy Loman nicht umsonst gestorben ist..." Der Traum, Nummer Eins zu werden. Der Traum vom ganz großen Glück, Erfolg und Ruhm. Der Traum von Anerkennung. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens ist dieser Traum von Willy Loman nicht in Erfüllung gegangen. 36 Jahre reiste er als Handelsvertreter durch die Lande und nun ist er am Ende. Die Stammkunden sind verzogen oder verstorben, die jüngeren Kollegen arbeiten effizienter, die unzähligen Autofahrten sind eine Qual. Als ihn der neue, junge Chef feuert, gerät er in eine existenzielle Sinnkrise. Loman sieht nur einen Ausweg: Selbstmord, als Autounfall getarnt, damit seine Familie mit der Lebensversicherung weiterleben kann. Tod eines Handlungsreisenden ist eine Gesellschaftstragödie und die Geschichte eines Identitätsverlustes: Loman wird zum Opfer des bedingungslosen amerikanischen Traums von Erfolg und finanziellem Wohlstand. Kooperation mit der Universität der Künste Berlin Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2017 der Berliner Morgenpost


Kategorie: Schauspiel

Die  Gala Global feiert die Weltbürgerschaft – auf dem Vorplatz werden verschiedene Weltbürger_innen, die dem Theaterkollektiv Turbo Pascal zuvor in Berlin begegnet sind, aus einer Limousine vorgefahren und betreten den roten Teppich.Wer ist es – sind es Easy-Jetsetter_innen, weltgewandte Berliner_innen, Geflüchtete, Globalisierungsgewinner_innen oder Aktivist_innen? Und verstehen die Weltbürgerinnen und -bürger alle das gleiche darunter? Wer kann schon in der ganzen Welt zu Hause sein? Wem sind die Wege in die Welt verbaut?Wer will sie vielleicht gar nicht betreten? Verschiedene Vertreter_innen und Gegner_innen von Weltbürgerschaft verwickeln die Zuschauer_innen in ihre Vorstellungen der  Gala Global . Der Vorplatz des Deutschen Theaters wird so zur Arena für Status- und Repräsentationsspiele, für gemischte Weltbürger_innengefühle und für unterschiedliche Haltungen zur Welt, zur Nation, zur Stadt.  Die Recherche begann im September 2017 mit Interviews im Recherchemobil auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters.


Kategorie: Schauspiel

Aus dem Russischen von Thomas Reschke "Wenn einer spricht, heißt das noch lange nicht, dass er ein Mensch ist." Der Professor Filipp Filippowitsch Preobrashenski sammelt auf einer Moskauer Straße den völlig verwahrlosten und misshandelten Hund Bello auf und lockt ihn zu sich nach Hause. Der auf Verjüngung spezialisierte Mediziner will ein Experiment wagen. Er pflanzt dem Hund die Hirnanhangdrüse und die Hoden eines kürzlich verstorbenen Säufers ein. Aus dem dankbaren und unterwürfigen Tier entwickelt sich innerhalb weniger Wochen ein äußerlich und geistig vermenschlichter Hund. Allerdings erbte er die Eigenschaften des proletarischen Trunkenboldes und bringt den bürgerlichen Haushalt des Professors durch seine Aufsässigkeit und Trinkerei gehörig durcheinander. Er klaut Geld und lässt sich vom Hauskomitee gegen den Professor aufhetzen. Bulgakow, einer der größten Satiriker der russischen Literatur richtet sich mit seiner Novelle aus dem Jahre 1925, die an Motive aus Mary Shellys Frankenstein und Goethes Faust erinnert, gegen die Wissenschaftsgläubigkeit und die naive Utopie, die menschliche Natur durch den neuen Sowjetmenschen verbessern zu können. Bulgakows Verleger ließ seinerzeit über ein Parteimitglied ausrichten: "Sie ist eine ätzende Attacke auf unsere gegenwärtigen Verhältnisse und kommt auf keinen Fall für eine Veröffentlichung in Betracht..."


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Jan Bosse und David Heiligers Mitarbeit und zusätzliche Texte von Armin Petras Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf. Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.


Kategorie: Schauspiel

Ende 2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in bosnischen und internationalen Medien skandalisiert. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Der Autorin geht es jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Schwangerschaftstests, Instagram, Chauvinismus, Großmütter, Piercings, Gesellschaftsutopien, Pornographie, Kritische Theorie, Abtreibungen und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind. Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten über die Notwendigkeit wegzugehen, um über den eigenen Körper, das eigene Leben bestimmen zu können. Und dass es egal ist, aus einer Gesellschaft ausgestoßen zu werden, der man nie angehört hat.


Kategorie: Schauspiel

Finn, ein Versicherungsmakler, schlägt die Augen auf und weiß, dass er nie mehr aufstehen will. Seine Schwester Linda hat einen Wolf gesehen und hofft, dass ihre vom Konkurs bedrohte Therme demnächst in einem Naturschutzgebiet stehen wird. Erwin, der Vater der beiden, würde gern einmal ein normales Gespräch führen, über das Wetter oder die Sterne. Monika, Verkäuferin im Supermarkt, wurde vom Chef eine Beförderung versprochen. Vielleicht die Leitung eines Marktes in Holland. Ihr Mann Thomas, Polizist, würde mitgehen. Herr und Frau Schmidt fühlen sich beobachtet. Von einem Tier? Mira, schwanger, möchte ihr Kind nicht bekommen. Josef, der Vater, möchte es unbedingt haben. Gabi und Rainer suchen eine Wohnung oder tun nur so. Ira, eine ältere Dame, vermisst ihren Ehemann. Er wollte nur einen Spaziergang machen? Dea Loher verwebt die einzelnen Episoden. Die Figuren treffen in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander, sehen sich in überraschenden Begegnungen wieder. Es entsteht ein düsteres und dennoch der Komik nicht entbehrendes Panorama von Menschen unserer Zeit. Immer am Abgrund und doch hoffnungsvoll. Ein Auftragswerk des Deutschen Theater Berlin


Kategorie: Schauspiel

Am Morgen ist alles wie immer: Aufwachen, Kaffeetrinken, ein Kuss für Frau und Kinder und ab mit dem Vorort-Bus ins Büro. Doch schon am Abend ist alles anders: Ein zweites Ich besetzt den Platz am Esstisch. Die Kleinfamilie, Einfamilienhaus, Garten mit Fichte, wird in ihren Grundfesten erschüttert, ein Spiel um Identität, Wahrnehmung und Möglichkeiten beginnt. Das Phänomen der Verdoppelung ist außerdem ansteckend, eine zweite Frau macht das Chaos perfekt – bis niemand mehr weiß, was wahr, wer was und wer wahr ist. Zudem sind die zwei anderen Ichs ungleich freier, lässiger, schlafen nackt und auch öfter miteinander, entführen in neue Welten. An die verhasste Fichte im Vorgarten legen sie ganz einfach die Säge an, kreischend, kichernd… Und am nächsten Morgen: Alles wie immer? Roland Schimmelpfennig spielt in seinem Auftragswerk für das Deutsche Theater mit der Tristesse des Alltags, der ganz alltäglichen, schmerzvollen Sehnsucht und der Erschütterbarkeit von Identitäten. Wie weit wagt man sich aus der Komfortzone des sicheren Alltags heraus, um sein anderes Ich kennenzulernen? Erschreckt es einen oder findet man sogar Gefallen an diesem? Der Wechsel zwischen Narrativ und direktem Erleben, zwischen Konstruktion und Magie, der die Dramaturgie Roland Schimmelpfennigs prägt, zeigt die Figuren dieses Stückes sowohl in ihrer Zerrissenheit als auch in ihrer Lust am Spiel. Im Bemühen, ihre eigene Spaltung zu fassen, bewegen sie sich wie in einer theatralen Versuchsanordnung, sind Erzähler und Erzählte, Götter und Opfer, tragisch und komisch zugleich.


Kategorie: Schauspiel

Der fast vergessene Politroman des Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis, It Can’t Happen Here , erlebt derzeit eine regelrechte Wiedergeburt. Geschrieben 1935 unter dem Eindruck der Machtergreifung Adolf Hitlers, erzählt Lewis die Geschichte des nicht für möglich gehaltenen Aufstiegs eines amerikanischen Polit-Outsiders und Populisten namens Buzz Windrip zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Windrip gewinnt die Wahl 1936 gegen Roosevelt und verwandelt die USA mit Unterstützung einer "Liga der Vergessenen Männer" binnen kürzester Zeit in eine Diktatur. Eines der ersten Opfer seiner Herrschaft ist neben der Unterwanderung der Justiz die Pressefreiheit, geschildert anhand des Zeitungsherausgebers Doremus Jessup, der unter den zunehmenden Repressalien zu leiden hat, zunächst auf dem Papier, dann körperlich… Die verbreitete Meinung in den USA Mitte der dreißiger Jahre mit Blick auf die politischen Verhältnisse in Deutschland war: Das kann hier nicht passieren. Heute denken viele in Deutschland genau das mit Blick auf die USA.


Kategorie: Schauspiel

Tragödie in fünf Akten aus dem Französischen übertragen von Friedrich Schiller "Ich suche Mich selbst, und finde mich nicht mehr." In Theseus Palast – der König ist seit längerem verschollen – toben verbotene Leidenschaften: Seine Frau Phädra liebt verzweifelt ihren Stiefsohn Hippolyt. Dieser wiederum liebt die feindliche Gefangene Aricia. Als Theseus Tod gemeldet wird, brechen die verborgenen Geheimnisse ans Tageslicht, werden Schuld und Scham zu irrationaler Hoffnung auf die Erfüllung verzweifelter Sehnsüchte. Doch der König lebt und kehrt schon bald zurück… Phädra ist bei Racine ein Mensch ohne die Gnade Gottes. Ihr Begehren und das Gefühl von Schuld, das ihr Verlangen heraufbeschwört, quälen sie bis aufs Blut. Racine schrieb dieses Meisterwerk der klassischen Sprache 1677 als einen kategorischen Text über den nach Wahrheit suchenden und in seinen Leidenschaften verlorenen Menschen – ein Geschöpf voller Irrtum. Im Heute steht dieser Text wie ein Monolith – fremd, tief, gewaltig. Die präzise Sprache beschwört Bilder und Szenen wie aus einem anderen Universum: voller Maßlosigkeit, Widersprüchlichkeit, Kampf, Tragik und Leidenschaft.


Kategorie: Schauspiel

Die Freundinnen Nini und Jameelah sind unzertrennlich, unbesiegbar und zum ersten Mal verliebt. Der Ernst des Lebens ist ganz weit weg oder wird ignoriert, wie Jameelahs drohende Abschiebung. Denn es ist Sommer, Ferienbeginn. Alles ist möglich. Berlin ist Spielplatz und Experimentierfeld. Mit rücksichtsloser Leichtigkeit streifen die zwei 14-jährigen durch die Stadt, klauen bei Pimkie, knutschen im Freibad. Auf dem Schulklo wird der Lieblingscocktail "Tigermilch" aus Milch, Mariacron und Maracujasaft im Müllermilchbecher gemixt. Dann geht’s mit Ringelstrümpfen ausgerüstet "auf die Kurfürsten", um an Männern zu üben wie an Fröschen. Das Projekt heißt "Entjungferung", geübt wird, damit es nicht weh tut, wenn es mal ernst wird. Die pubertäre Dauerparty gleicht einem Tanz am Abgrund und endet abrupt im echten Leben, als beide nachts auf ihrem Kinderspielplatz Zeuginnen eines Mordes werden. Und als der Falsche die Schuld auf sich nimmt, steht plötzlich alles auf dem Spiel – Aufenthaltsgenehmigung, Unschuld, Freundschaft. Mit freundlicher Unterstützung der K.S. Fischer-Stiftung


Kategorie: Schauspiel

Kafka hatte einzelne Gedanken auf kleine Zettel notiert. Dieser Aphorismus, Ausweis einer Welt, in der das Verstehen an seine Grenzen kommt, trägt die Nummer 16. Seltsame und völlig absurde Realitätsverschiebungen, das Scheitern der Figuren, ihr vergebliches Streben, ihre Paranoia sind die Themen in vielen Texten Kafkas. Jene Geschichten über die Rätselhaftigkeit der Welt, der der Einzelne oft ohnmächtig gegenüber steht, entbehren mitunter nicht einer gewissen Komik. In einer Welt in der jede Veränderung in der Realität als Bedrohung empfunden wird, unabhängig von der Realität der Bedrohung, die Grenzen zwischen Psyche des Individuums und der Gesellschaft verschwinden, liegt es nahe sich dem erzählerischen Werk Kafkas zuzuwenden. Wenn alle Prinzipien relativ geworden sind, ist Angst das einzige Prinzip, das noch gilt. Deren Kräftefeld und ihre Folgen vermessen Andreas Kriegenburg und sein Ensemble, in und mit den Texten Kafkas.


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:10.04.18
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