www.berlinchecker.de
Anzeige



Spielplan für März 2019

Können Instrumente sprechen? In Peter Eötvös‘ Komposition Speaking Drums ist der Name jedenfalls Programm: Hier spielt der Schlagzeuger verschiedenste Percussion-Instrumente so schnell im Wechsel, dass sie dadurch scheinbar zu sprechen anfangen. Und auch der Interpret selbst ist nicht – wie sonst üblich auf der Bühne – still, sondern steigt in das Gespräch seiner Instrumente mit ein und ruft, flüstert, schreit oder jammert dabei merkwürdige Nonsens-Wörter.Wie man eine Geschichte mit Instrumenten erzählen und seine Emotionen ohne richtige Wörter ausdrücken kann, wird eine Berliner Grundschule in ca. 10-15 Workshops, angelehnt an Eötvös‘ Komposition, erarbeiten. Dabei wird mit Unterstützung von Mitgliedern der Berliner Philharmonikern und weiteren Künstlerinnen und Künstlern ein Percussiontheater entstehen, das die Schülerinnen und Schüler selber entwickeln und gestalten.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Lange wurde das Schlagzeug in der europäischen Kunstmusik eher stiefmütterlich behandelt. Denn obwohl Pauken, Trommeln und Becken an markanten Höhepunkten im Orchester immer mal wieder auftrumpfen durften, fristeten sie sonst ein Schattendasein – oft als bloße Taktgeber. Dies zu ändern, war erklärtes Ziel des Multiperkussionisten Martin Grubinger, dessen Palette von eruptiven Klangkaskaden bis zu zart verklingenden Glockentönen reicht. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass immer mehr Konzertbesucher perkussive Klangwelten für sich entdecken, in denen der athletische Einsatz des Spielers, die physische Präsenz und Wucht der Klänge sowie der Farbenreichtum des Instrumentariums sich zu einer faszinierenden, körperlich-sinnlichen Musik verbinden. Nicht umsonst ist die Aura der Extremsportart ein unverzichtbares Element der Trommelkunst.Im Rahmen seines Debüts bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Martin Grubinger dem Konzert für Schlagzeug und Orchester Speaking Drums, das Peter Eötvös für ihn komponiert hat. Der Werktitel ist Programm, denn der Solist hat hier nicht nur zu trommeln, sondern auch zu sprechen und zu rufen. »Ich habe das bei indischen Trommlern gesehen und gehört«, erklärte Eötvös 2016 in einem Interview. »Sie trommeln das, was sie sagen. Das heißt, sie sprechen einen bestimmten Text und in demselben Tempo, in demselben Rhythmus spielen sie Schlagzeug dazu. Dadurch wird es sehr farbig, aber auch sehr sprechend, als würden sie eine Geschichte mit dem Instrument erzählen. Diese Haltung habe ich für mein Stück übernommen.« Die Texte stammen von Sándor Weöres, der viele Nonsens-Gedichte geschrieben hat, die nur eine rhythmische Funktion erfüllen, sowie von Jayadeva, einem indischen Dichter aus dem 12. Jahrhundert. »Alle Texte«, so Eötvös, »haben eindrückliche Rhythmen. Diese auf Schlaginstrumente und aufs Orchester zu übersetzen, ist ein Genuss.«Eingeleitet wird der von Zubin Mehta dirigierte Abend mit Edgard Varèses Intégrales, das neben virtuosestem Klangraffinement auch mitreißende Rhythmik bietet, da die Stimmen der vier Holz- und sechs Blechblasinstrumente in reizvollem Kontrast zu den von vier Schlagzeugern gespielten 17 in der Partitur geforderten Perkussionsinstrumenten stehen. Raffinierte Orchesterklänge bietet schließlich ­Nikolaj Rimsky-Korsakows Symphonische Suite Scheherazade, in der verschiedene Episoden und Bilder aus Tausendundeiner Nacht in Musik gefasst werden: »Das Meer und Sindbads Schiff, die fantastische Erzählung des Prinzen Kalender, Prinz und Prinzessin, Festtage in Bagdad und das Schiff, das am Felsen mit dem ehernen Reiter zerschellt« (Rimsky-Korsakow).


Kategorie: Klassik

Lange wurde das Schlagzeug in der europäischen Kunstmusik eher stiefmütterlich behandelt. Denn obwohl Pauken, Trommeln und Becken an markanten Höhepunkten im Orchester immer mal wieder auftrumpfen durften, fristeten sie sonst ein Schattendasein – oft als bloße Taktgeber. Dies zu ändern, war erklärtes Ziel des Multiperkussionisten Martin Grubinger, dessen Palette von eruptiven Klangkaskaden bis zu zart verklingenden Glockentönen reicht. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass immer mehr Konzertbesucher perkussive Klangwelten für sich entdecken, in denen der athletische Einsatz des Spielers, die physische Präsenz und Wucht der Klänge sowie der Farbenreichtum des Instrumentariums sich zu einer faszinierenden, körperlich-sinnlichen Musik verbinden. Nicht umsonst ist die Aura der Extremsportart ein unverzichtbares Element der Trommelkunst.Im Rahmen seines Debüts bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Martin Grubinger dem Konzert für Schlagzeug und Orchester Speaking Drums, das Peter Eötvös für ihn komponiert hat. Der Werktitel ist Programm, denn der Solist hat hier nicht nur zu trommeln, sondern auch zu sprechen und zu rufen. »Ich habe das bei indischen Trommlern gesehen und gehört«, erklärte Eötvös 2016 in einem Interview. »Sie trommeln das, was sie sagen. Das heißt, sie sprechen einen bestimmten Text und in demselben Tempo, in demselben Rhythmus spielen sie Schlagzeug dazu. Dadurch wird es sehr farbig, aber auch sehr sprechend, als würden sie eine Geschichte mit dem Instrument erzählen. Diese Haltung habe ich für mein Stück übernommen.« Die Texte stammen von Sándor Weöres, der viele Nonsens-Gedichte geschrieben hat, die nur eine rhythmische Funktion erfüllen, sowie von Jayadeva, einem indischen Dichter aus dem 12. Jahrhundert. »Alle Texte«, so Eötvös, »haben eindrückliche Rhythmen. Diese auf Schlaginstrumente und aufs Orchester zu übersetzen, ist ein Genuss.«Eingeleitet wird der von Zubin Mehta dirigierte Abend mit Edgard Varèses Intégrales, das neben virtuosestem Klangraffinement auch mitreißende Rhythmik bietet, da die Stimmen der vier Holz- und sechs Blechblasinstrumente in reizvollem Kontrast zu den von vier Schlagzeugern gespielten 17 in der Partitur geforderten Perkussionsinstrumenten stehen. Raffinierte Orchesterklänge bietet schließlich ­Nikolaj Rimsky-Korsakows Symphonische Suite Scheherazade, in der verschiedene Episoden und Bilder aus Tausendundeiner Nacht in Musik gefasst werden: »Das Meer und Sindbads Schiff, die fantastische Erzählung des Prinzen Kalender, Prinz und Prinzessin, Festtage in Bagdad und das Schiff, das am Felsen mit dem ehernen Reiter zerschellt« (Rimsky-Korsakow).


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren


Kategorie: Klassik

Die klanglich überaus reizvolle Kombination von Flöte und Harfe hat zahlreiche Komponisten gereizt – unter ihnen auch Wolfgang Amadeus Mozart. Dabei war er im Grunde alles andere als ein Freund der Flöte, wie wir aus einem Brief erfahren, den er im Februar 1778 aus Mannheim an seinen Vater schrieb: »Dann bin ich auch, wie sie wissen, gleich stuff wenn ich immer für ein instrument |: das ich nicht leiden kann :| schreiben soll.« Die beiden Flötenkonzerte, an denen Mozart damals arbeitete, zeigten das Instrument indes von seiner schönsten Seite und geben Grund zu der Annahme, dass Mozart sich mit dem ungeliebten Instrument schnell versöhnte, sobald es von einem exzellenten, intonationssicheren Musiker gespielt wurde. Das war auch der Fall, als er einen Monat später in Paris einen französischen Aristokraten kennenlernte, der – so berichtete Mozart seinem Vater diesmal – »unvergleichlich die flöte spiellt«. Da die Tochter des Grafen überdies »magnifique die Harpfe [sic!]« spielte, reifte in Mozart der Plan zu einem Werk für diese beiden Instrumente. Sein von französischem Esprit erfülltes Konzert für Flöte, Harfe und Orchester steht im Zentrum dieses von Ton Koopman geleiteten Konzerts der Karajan-Akademie.- Solisten sind der philharmonische Soloflötist Mathieu Dufour und die französische Harfenistin Marion Ravot.Am Beginn des abwechslungsreichen Programms steht Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 2 mit der berühmten »Badinerie« als Schlusssatz.- auch in diesem Werk spielt die Flöte eine quasi solistische Rolle. Nach der Pause kommen mit je einer Symphonie der Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel und Joseph Haydn zu Wort. War der eine mit seiner für die Zeit ungewohnt experimentellen Klangsprache einer der wesentlichen Wegbereiter der Klassik, gilt Haydn nicht zuletzt mit seinen 12 »Londoner Symphonien« als einer der Fixsterne dieser Epoche der Musikgeschichte. Eine davon, die Nr. 98 in seinem symphonischen Gesamtschaffen, erklingt zum Abschluss dieses facettenreichen Konzerts.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Brad Mehldau wurde erklärtermaßen von Franz Schubert beeinflusst. Doch auch andere »klassische« Tonsetzer faszinieren ihn: »In den letzten Jahren spiele ich verstärkt Bach und Brahms. Das ist eine Musik, die dich ein ganzes Leben ausfüllen kann. Man lernt daran, verschiedene Stimmen herauszuarbeiten, man entwickelt seine Technik, seine Fertigkeiten vom Blatt zu spielen, man kann daran alles üben.« Wer sich durch die Internetseite des amerikanischen Jazzpianisten und Komponisten klickt oder sich in seine langen Booklet-Texte vertieft, stößt zudem auf umfassende geistesgeschichtliche Überlegungen – von Goethe über Sigmund Freud bis hin zu Rilke und Thomas Mann. Literatur ist neben dem Jazz Mehldaus zweite Leidenschaft, weil sie für ihn eng mit der Musik zusammenhängt: »Es gibt im Deutschen den Begriff Sehnsucht, der mit dem englischen ›longing‹ nur unzureichend übersetzt ist. Manns Schreiben hat etwas von diesem Gefühl, von dem ich denke, dass es auch viel mit Musik zu tun hat. Gemeint ist nicht Sehnsucht im landläufigen Sinn, eher ein Zustand, in den wir hineingeboren werden.« Und weiter: »Wenn man bereit ist, jemanden wirklich in seinem Text zu folgen, dann ist das wie aufmerksames Zuhören.« Natürlich hat sich Brad Mehldau intensiv mit jenen Genres auseinandergesetzt, die seine beiden liebsten Kunstgenres – Musik und Literatur – bündeln. Gemeinsam mit dem britischen Tenor Ian Bostridge stellt er nun in der philharmonischen Reihe Vokal nach Robert Schumanns Dichterliebe auch eine Neukomposition für Stimme und Klavier vor.


Kategorie: Klassik

Schönberg bemerkte einmal scherzhaft über sein Violinkonzert, die Musik sei für eine neue Art von »Geigenspielern mit 6 Fingern« gedacht. Das »Dr. Anton von Webern« gewidmete Werk entstand als eine der ersten großen Kompositionen nach Schönbergs Emigration in die USA und zeichnet sich nicht nur durch die in Zwölftontechnik gehaltene Konzeption, sondern auch durch sein kunstvoll verschränktes, dichtes Satzgefüge und seinen brillanten Solopart aus. Patricia Kopatchinskaja, die Interpretin des Programms, näherte sich diesem Stück auf ungewohnte und sehr erfrischende Weise: über das Melodram Pierrot lunaire, einem Meilenstein auf Schönbergs Weg zu einer neuen Tonsprache. Die Geigerin studierte den Part der Sprechstimme ein, mit dem sie im Late Night-Konzert am 9. März zu erleben ist, und entdeckte viele Elemente des Stücks auch in dem Geigenkonzert, wie z.B. die pointierte Artikulation, die Tonmalerei, den Witz, die Zärtlichkeit und die ständigen Stimmungswechsel. »Die Tonsprache des Konzerts ist neu und expressiv wie Schönbergs Bilder,« verrät sie, »aber die Form alt wie ein Plüschsofa, auf dem man als sechsfingrig geigender Pierrot in einem dodekafonen Traum vielleicht den Schwierigkeiten des Soloparts entgehen könnte.«Nach der Pause hat Kirill Petrenko Peter Tschaikowskys Fünfte Symphonie aufs Programm gesetzt, die heute zu den beliebtesten Schöpfungen des Komponisten zählt. Dieser Erfolg war allerdings nicht abzusehen, da das Werk ungeachtet seiner gelungenen Deutschland-Premiere 1889 in Hamburg bereits zwei Jahre später »völlig in Vergessenheit geraten« war. So berichtet es der Musikkritiker Nikolaj Kaschkin in seinen 1896 veröffentlichen Erinnerungen an Peter Tschaikowsky, in denen es weiter heißt, dass sich »Arthur Nikisch, der jetzige Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses und der Philharmonischen Konzerte in Berlin ihrer annahm und eben diese Symphonie in London, Leipzig, Berlin und Moskau mit glänzendem Erfolg aufführte, so dass man hoffen kann, dass sie den ihr gebührenden Platz im sinfonischen Repertoire einnehmen wird«. Der Einsatz Nikischs, der Tschaikowsky als »Meister seines Faches« und als »Zauberer vor dem Orchester« verehrte, verfehlte seine Wirkung nicht. Immer mehr Dirigenten engagierten sich für das Werk, sodass Tschaikowskys Fünfte heute neben Mozarts Jupiter-Symphonie und Beethovens Eroica zu den weltweit am häufigsten aufgeführten symphonischen Werken überhaupt zählt.


Kategorie: Klassik

Schönberg bemerkte einmal scherzhaft über sein Violinkonzert, die Musik sei für eine neue Art von »Geigenspielern mit 6 Fingern« gedacht. Das »Dr. Anton von Webern« gewidmete Werk entstand als eine der ersten großen Kompositionen nach Schönbergs Emigration in die USA und zeichnet sich nicht nur durch die in Zwölftontechnik gehaltene Konzeption, sondern auch durch sein kunstvoll verschränktes, dichtes Satzgefüge und seinen brillanten Solopart aus. Patricia Kopatchinskaja, die Interpretin des Programms, näherte sich diesem Stück auf ungewohnte und sehr erfrischende Weise: über das Melodram Pierrot lunaire, einem Meilenstein auf Schönbergs Weg zu einer neuen Tonsprache. Die Geigerin studierte den Part der Sprechstimme ein, mit dem sie im Late Night-Konzert am 9. März zu erleben ist, und entdeckte viele Elemente des Stücks auch in dem Geigenkonzert, wie z.B. die pointierte Artikulation, die Tonmalerei, den Witz, die Zärtlichkeit und die ständigen Stimmungswechsel. »Die Tonsprache des Konzerts ist neu und expressiv wie Schönbergs Bilder,« verrät sie, »aber die Form alt wie ein Plüschsofa, auf dem man als sechsfingrig geigender Pierrot in einem dodekafonen Traum vielleicht den Schwierigkeiten des Soloparts entgehen könnte.«Nach der Pause hat Kirill Petrenko Peter Tschaikowskys Fünfte Symphonie aufs Programm gesetzt, die heute zu den beliebtesten Schöpfungen des Komponisten zählt. Dieser Erfolg war allerdings nicht abzusehen, da das Werk ungeachtet seiner gelungenen Deutschland-Premiere 1889 in Hamburg bereits zwei Jahre später »völlig in Vergessenheit geraten« war. So berichtet es der Musikkritiker Nikolaj Kaschkin in seinen 1896 veröffentlichen Erinnerungen an Peter Tschaikowsky, in denen es weiter heißt, dass sich »Arthur Nikisch, der jetzige Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses und der Philharmonischen Konzerte in Berlin ihrer annahm und eben diese Symphonie in London, Leipzig, Berlin und Moskau mit glänzendem Erfolg aufführte, so dass man hoffen kann, dass sie den ihr gebührenden Platz im sinfonischen Repertoire einnehmen wird«. Der Einsatz Nikischs, der Tschaikowsky als »Meister seines Faches« und als »Zauberer vor dem Orchester« verehrte, verfehlte seine Wirkung nicht. Immer mehr Dirigenten engagierten sich für das Werk, sodass Tschaikowskys Fünfte heute neben Mozarts Jupiter-Symphonie und Beethovens Eroica zu den weltweit am häufigsten aufgeführten symphonischen Werken überhaupt zählt.


Kategorie: Klassik

Schönberg bemerkte einmal scherzhaft über sein Violinkonzert, die Musik sei für eine neue Art von »Geigenspielern mit 6 Fingern« gedacht. Das »Dr. Anton von Webern« gewidmete Werk entstand als eine der ersten großen Kompositionen nach Schönbergs Emigration in die USA und zeichnet sich nicht nur durch die in Zwölftontechnik gehaltene Konzeption, sondern auch durch sein kunstvoll verschränktes, dichtes Satzgefüge und seinen brillanten Solopart aus. Patricia Kopatchinskaja, die Interpretin des Programms, näherte sich diesem Stück auf ungewohnte und sehr erfrischende Weise: über das Melodram Pierrot lunaire, einem Meilenstein auf Schönbergs Weg zu einer neuen Tonsprache. Die Geigerin studierte den Part der Sprechstimme ein, mit dem sie im Late Night-Konzert am 9. März zu erleben ist, und entdeckte viele Elemente des Stücks auch in dem Geigenkonzert, wie z.B. die pointierte Artikulation, die Tonmalerei, den Witz, die Zärtlichkeit und die ständigen Stimmungswechsel. »Die Tonsprache des Konzerts ist neu und expressiv wie Schönbergs Bilder,« verrät sie, »aber die Form alt wie ein Plüschsofa, auf dem man als sechsfingrig geigender Pierrot in einem dodekafonen Traum vielleicht den Schwierigkeiten des Soloparts entgehen könnte.«Nach der Pause hat Kirill Petrenko Peter Tschaikowskys Fünfte Symphonie aufs Programm gesetzt, die heute zu den beliebtesten Schöpfungen des Komponisten zählt. Dieser Erfolg war allerdings nicht abzusehen, da das Werk ungeachtet seiner gelungenen Deutschland-Premiere 1889 in Hamburg bereits zwei Jahre später »völlig in Vergessenheit geraten« war. So berichtet es der Musikkritiker Nikolaj Kaschkin in seinen 1896 veröffentlichen Erinnerungen an Peter Tschaikowsky, in denen es weiter heißt, dass sich »Arthur Nikisch, der jetzige Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses und der Philharmonischen Konzerte in Berlin ihrer annahm und eben diese Symphonie in London, Leipzig, Berlin und Moskau mit glänzendem Erfolg aufführte, so dass man hoffen kann, dass sie den ihr gebührenden Platz im sinfonischen Repertoire einnehmen wird«. Der Einsatz Nikischs, der Tschaikowsky als »Meister seines Faches« und als »Zauberer vor dem Orchester« verehrte, verfehlte seine Wirkung nicht. Immer mehr Dirigenten engagierten sich für das Werk, sodass Tschaikowskys Fünfte heute neben Mozarts Jupiter-Symphonie und Beethovens Eroica zu den weltweit am häufigsten aufgeführten symphonischen Werken überhaupt zählt.


Kategorie: Klassik

Wiener Klassik trifft auf Moderne: Das Chamber Orchestra of Europe und Pierre-Laurent Aimard stellen Mozarts Klavierkonzerte B-Dur KV 450 und C-Dur KV 503, in denen der Pianist als Solist und Dirigent in Personalunion auftritt, der Musik Elliott Carters gegenüber, eines der bedeutendsten US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Daniel Barenboim betonte, Carter, der sich als legitimer Nachfolger von Charles Ives verstand, habe die »unterschiedlichsten Welten zusammengebracht«, ohne sie zwangsläufig verbinden zu wollen. Der zweimalige Pulitzer-Preisträger verstarb 2012 im Alter von 103 Jahren. Noch in seinem Todesjahr begann er (erklärtermaßen um sich »zu amüsieren«), eine Reihe kurzer Stücke für Klaviertrio zu komponieren, die er unter dem Titel Epigrams zu einer Suite zusammenstellte: Carters letztes Werk, das Pierre-Laurent Aimard gewidmet ist und in Titel und Struktur auf die antike griechische Gattung der Epigramme anspielt, von deren Prägnanz, überraschenden Wendungen und Witz sich der Komponist (der als Student an der Harvard University griechische Lyrik studierte) sein Leben lang angezogen fühlte. Das Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott entstand rund 20 Jahre zuvor für Heinz Holliger. In ihm gliederte Carter die musikalischen Akteure in drei Gruppen – Klavier, Horn und Holzbläsertrio –, um das »dialektische Wechselspiel zwischen den Instrumenten zu steigern«. Jeder Gruppe werden eigene Ausdruckscharaktere zugeschrieben, wobei der kaleidoskopartige Wechsel »von Kommentar, Antwort, humoristischer Verneinung, Ironie, Unterstützung oder Selbstauslöschung« das mitreißende musikalische Geschehen bestimmt.


Kategorie: Klassik

»Ich habe den Pierrot oft als Geigerin gespielt«, schreibt Patricia Kopatchinskaja auf ihrer Website. »Aber ich sehnte mich immer danach, einmal auch den Sprech- bzw. Gesangspart zu machen.« Die Rede ist von Arnold Schönbergs Melodram Pierrot lunaire, dessen öffentliche Uraufführung am 16. Oktober 1912 in Berlin stattfand und zu einem Triumph wurde: »Schönberg und die Aufführenden«, berichtete Anton Webern, »mußten oft und oft kommen, vor allem natürlich Schönberg.- man schrie im Saal nach ihm immer wieder.« In einer Zeit, in der Patricia Kopatchinskaja aufgrund einer Armverletzung weniger üben konnte, begann die moldawisch-stämmige Violinvirtuosin »unter professioneller Anleitung von Esther de Bros« Pierrots Sprechgesang zu studieren. »Nach einjähriger Arbeit«, so die Virtuosin, »habe ich im Oktober 2017 mit Musikern des Utah Symphony und Thierry Fischer den Schritt gewagt – in der abenteuerlichen Umgebung des Sky-Nachtklubs in Salt Lake City.« Nun wird Patricia Kopatchinskaja Schönbergs expressionistisch geschärfte Miniaturen auch im Rahmen dieser philharmonischen Late Night präsentieren, gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmonikern und Gästen. Ebenfalls in diesem Konzert zu hören: Walzer von Johann Strauß (Sohn) in Arrangements von Arnold Schönberg und Anton Webern, welche in einem legendären Konzert des »Vereins für musikalische Privataufführungen« am 27. Mai 1921 Premiere hatten. Nicht nur die Kuriosität des stilistischen Gegensatzes, sondern auch Schönbergs humorvolle Conference hatten damals zum Erfolg dieses Abends wesentlich beigetragen.


Kategorie: Klassik

In diesem Musiklabor steht die Regiearbeit Peter Sellars im Fokus, dessen Inszenierung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach mit den Berliner Philharmonikern in dieser Saison erneut auf dem Programm steht. Für die einen ein berührendes und intensives Konzerterlebnis, für andere eine überladene Bebilderung, die Fragezeichen hinterlässt. Was also ist dran an Sellars Idee, zusammen mit den Interpreten ganz in die Musik und ihre Struktur einzudringen? Ist nun die klassische Musik dran, wie im Regietheater auf aktuelle Fragestellungen, persönliche Relevanz, Motive und Themen überprüft und zurechtgebogen zu werden? Wie ist das für die Musiker, die Musik im wahrsten Sinne zu verinnerlichen, um sie dann zu verkörpern und auf der Bühne sichtbar werden zu lassen? Wir wollen diesen Gedankengängen auch ganz praktisch in einer musikalisch-szenischen Versuchsreihe nachgehen. Empfohlen ab 16 Jahren


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

»Wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist man einfach nicht vorbereitet auf dieses wogende Klangmeer und diese Dissonanzen«, gesteht Sir Simon Rattle, auf seine für ihn relativ späte erste Begegnung mit Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion zurückblickend. Der Dirigent war damals 30 Jahre alt und vollkommen überwältig von der spannungsreichen, fast modern klingenden Musik sowie der dramatischen Wucht und der Vielschichtigkeit des Werks.Auch auf Bachs Zeitgenossen müssen die Passionen des Komponisten eine irritierende Wirkung aus­geübt haben. So mancher empörte sich über den theatralischen Stil der Werke. »Behüte Gott, ihr Kinder! Ist es doch, als ob man in einer Opera comödie wäre«, soll sich eine adelige Witwe ereifert haben. Johann Sebastian Bach hatte gerade sein erstes Amtsjahr als Thomaskantor hinter sich, als er den Leipzigern die erste Fassung seiner Johannes-Passion präsentierte und seine Zuhörer mitnahm auf eine verstörende Reise in die Abgründe des menschlichen Seins. Sie beginnt mit der Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane und der Verleugnung durch Petrus, der bis dato sein treuester Gefolgsmann war. Sie führt über das Verhör beim römischen Statthalter Pontius Pilatus, der an Jesus keine Schuld erkennen kann, sich trotzdem den Forderungen des Volks beugt und den Mann, der sich unbeirrt Gottes Sohn nennt, kreuzigen lässt, hin zur Todesstätte Golgatha.»Es ist eine schmutzige, ekelhafte Parodie von Gerechtigkeit«, meint der Regisseur Peter Sellars, der nach der aufsehenerregenden szenischen Realisierung der Matthäus-Passion mit Simon ­Rattle auch die Johannes-Passion darstellerisch umsetzte. »Es gibt in diesem Stück viele Heimlichtuereien und gleichzeitig diese unverholene Brutalität, als wäre es eine Geschichte aus heutiger Zeit.« Diese Brutalität kommt vor allem in den Chorszenen zum Tragen, in denen die aggressive Menge den Tod Jesu verlangt – und gleichzeitig macht Bach diesen Chor mit seinen kontemplativen Choralsätzen zum Ruhepol der Passion. Der in Rezitativform gehaltene Bericht des Evangelisten schildert reportageartig die Passionsgeschichte des Johannes-Evangeliums, während die Arien Momente der persönlichen Reflexion und der subjektiven Empfindung widerspiegeln. Sir Simon Rattle hat Bachs Meisterwerk mehrfach mit den Berliner Philharmonikern aufgeführt, zuletzt 2014 in Peter Sellars’ Inszenierung, die in Berlin und bei den Osterfestspielen in Baden-Baden zu erleben war. Diese beeindruckende Aufführung wird nun in dieser Saison mit dem nahezu gleichen Sängerensemble und dem Rundfunkchor Berlin wieder aufgegriffen.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

»Wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist man einfach nicht vorbereitet auf dieses wogende Klangmeer und diese Dissonanzen«, gesteht Sir Simon Rattle, auf seine für ihn relativ späte erste Begegnung mit Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion zurückblickend. Der Dirigent war damals 30 Jahre alt und vollkommen überwältig von der spannungsreichen, fast modern klingenden Musik sowie der dramatischen Wucht und der Vielschichtigkeit des Werks.Auch auf Bachs Zeitgenossen müssen die Passionen des Komponisten eine irritierende Wirkung aus­geübt haben. So mancher empörte sich über den theatralischen Stil der Werke. »Behüte Gott, ihr Kinder! Ist es doch, als ob man in einer Opera comödie wäre«, soll sich eine adelige Witwe ereifert haben. Johann Sebastian Bach hatte gerade sein erstes Amtsjahr als Thomaskantor hinter sich, als er den Leipzigern die erste Fassung seiner Johannes-Passion präsentierte und seine Zuhörer mitnahm auf eine verstörende Reise in die Abgründe des menschlichen Seins. Sie beginnt mit der Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane und der Verleugnung durch Petrus, der bis dato sein treuester Gefolgsmann war. Sie führt über das Verhör beim römischen Statthalter Pontius Pilatus, der an Jesus keine Schuld erkennen kann, sich trotzdem den Forderungen des Volks beugt und den Mann, der sich unbeirrt Gottes Sohn nennt, kreuzigen lässt, hin zur Todesstätte Golgatha.»Es ist eine schmutzige, ekelhafte Parodie von Gerechtigkeit«, meint der Regisseur Peter Sellars, der nach der aufsehenerregenden szenischen Realisierung der Matthäus-Passion mit Simon ­Rattle auch die Johannes-Passion darstellerisch umsetzte. »Es gibt in diesem Stück viele Heimlichtuereien und gleichzeitig diese unverholene Brutalität, als wäre es eine Geschichte aus heutiger Zeit.« Diese Brutalität kommt vor allem in den Chorszenen zum Tragen, in denen die aggressive Menge den Tod Jesu verlangt – und gleichzeitig macht Bach diesen Chor mit seinen kontemplativen Choralsätzen zum Ruhepol der Passion. Der in Rezitativform gehaltene Bericht des Evangelisten schildert reportageartig die Passionsgeschichte des Johannes-Evangeliums, während die Arien Momente der persönlichen Reflexion und der subjektiven Empfindung widerspiegeln. Sir Simon Rattle hat Bachs Meisterwerk mehrfach mit den Berliner Philharmonikern aufgeführt, zuletzt 2014 in Peter Sellars’ Inszenierung, die in Berlin und bei den Osterfestspielen in Baden-Baden zu erleben war. Diese beeindruckende Aufführung wird nun in dieser Saison mit dem nahezu gleichen Sängerensemble und dem Rundfunkchor Berlin wieder aufgegriffen.


Kategorie: Klassik

»Wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist man einfach nicht vorbereitet auf dieses wogende Klangmeer und diese Dissonanzen«, gesteht Sir Simon Rattle, auf seine für ihn relativ späte erste Begegnung mit Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion zurückblickend. Der Dirigent war damals 30 Jahre alt und vollkommen überwältig von der spannungsreichen, fast modern klingenden Musik sowie der dramatischen Wucht und der Vielschichtigkeit des Werks.Auch auf Bachs Zeitgenossen müssen die Passionen des Komponisten eine irritierende Wirkung aus­geübt haben. So mancher empörte sich über den theatralischen Stil der Werke. »Behüte Gott, ihr Kinder! Ist es doch, als ob man in einer Opera comödie wäre«, soll sich eine adelige Witwe ereifert haben. Johann Sebastian Bach hatte gerade sein erstes Amtsjahr als Thomaskantor hinter sich, als er den Leipzigern die erste Fassung seiner Johannes-Passion präsentierte und seine Zuhörer mitnahm auf eine verstörende Reise in die Abgründe des menschlichen Seins. Sie beginnt mit der Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane und der Verleugnung durch Petrus, der bis dato sein treuester Gefolgsmann war. Sie führt über das Verhör beim römischen Statthalter Pontius Pilatus, der an Jesus keine Schuld erkennen kann, sich trotzdem den Forderungen des Volks beugt und den Mann, der sich unbeirrt Gottes Sohn nennt, kreuzigen lässt, hin zur Todesstätte Golgatha.»Es ist eine schmutzige, ekelhafte Parodie von Gerechtigkeit«, meint der Regisseur Peter Sellars, der nach der aufsehenerregenden szenischen Realisierung der Matthäus-Passion mit Simon ­Rattle auch die Johannes-Passion darstellerisch umsetzte. »Es gibt in diesem Stück viele Heimlichtuereien und gleichzeitig diese unverholene Brutalität, als wäre es eine Geschichte aus heutiger Zeit.« Diese Brutalität kommt vor allem in den Chorszenen zum Tragen, in denen die aggressive Menge den Tod Jesu verlangt – und gleichzeitig macht Bach diesen Chor mit seinen kontemplativen Choralsätzen zum Ruhepol der Passion. Der in Rezitativform gehaltene Bericht des Evangelisten schildert reportageartig die Passionsgeschichte des Johannes-Evangeliums, während die Arien Momente der persönlichen Reflexion und der subjektiven Empfindung widerspiegeln. Sir Simon Rattle hat Bachs Meisterwerk mehrfach mit den Berliner Philharmonikern aufgeführt, zuletzt 2014 in Peter Sellars’ Inszenierung, die in Berlin und bei den Osterfestspielen in Baden-Baden zu erleben war. Diese beeindruckende Aufführung wird nun in dieser Saison mit dem nahezu gleichen Sängerensemble und dem Rundfunkchor Berlin wieder aufgegriffen.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Die Organisten der Kathedrale Notre-Dame de Paris gehören automatisch zu den Superstars unter den Organisten. Louis Vierne hatte diesen Posten bis zu seinem Tod 1937 inne, nach dem Zweiten Weltkrieg prägte der legendäre Pierre Cochereau für Jahrzehnte die Orgelmusik in der wohl berühmtesten Kirche Frankreichs. Seit Cochereaus Tod 1984 teilen sich drei Organisten diese Aufgabe. Von denen war Olivier Latry schon mehrfach in der Berliner Philharmonie zu Gast.- nun gibt der jüngste Titularorganist von Notre-Dame sein Philharmonie-Debüt. Der 1980 geborene Vincent Dubois war zunächst Organist der Kathedrale im nordfranzösischen Soissons, bevor er vor zwei Jahren an die Seine berufen wurde. Darüber hinaus ist er Direktor des Konservatoriums im elsässischen Strasbourg. Das Programm beginnt mit einem »Blockbuster« der Orgelliteratur: Franz Liszts Fantasie und Fuge über den Choral Ad nos, ad salutarem undam. Bei der 1850 entstandenen Komposition handelt es sich gewissermaßen um eine Miniaturoper »ohne Worte«. Nach einer Ouvertüre – der Vorhang hebt sich – beginnt eine fast halbstündige Erzählung bestehend aus Duetten und Terzetten, Rezitativen, Arien und Chören sowie einem fulminanten Ende. Orgelmusik vom Feinsten. Danach betritt die Akkordeonistin Marie-Andrée Joerger die Bühne und spielt zusammen mit Vincent Dubois Werke von Gabriel Fauré, Astor Piazzolla und Richard Galliano. Für einen Moment verwandelt sich die Philharmonie in ein argentinisches Café, wenn die beiden Interpreten Astor Piazzollas Tango La muerte del ángel anstimmen.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Sie gehören mit zu den besten Nachwuchsmusikern Deutschlands. In der Jungen Deutschen Philharmonie vereinen sich seit 1974 Musikstudenten im Alter von 18 bis 28 Jahren, die nur ein Ziel haben: später in einem renommierten Symphonieorchester zu spielen. In dem Klangkörper können die jungen Instrumentalisten nicht nur auf professionellem Niveau Orchestererfahrung sammeln, sondern sie lernen auch, wie sie sich demokratisch an der Programmplanung sowie der Wahl der Dirigenten und Solisten beteiligt können. Zeitgenössische Musik bildet einen wichtigen Schwerpunkt des Repertoires und prägt fast jedes Konzertprogramm.Für den diesjährigen Auftritt in der Berliner Philharmonie haben sich die Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie eine Dreifachbegabung eingeladen: Jörg Widmann ist Komponist, Klarinettist sowie Dirigent und präsentiert sich an diesem Abend auch in allen drei Funktionen. Eröffnet wird das Konzert mit dem Andante aus der Klarinettensonate Es-Dur, die Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 15 Jahren komponiert hat. Der Satz betört durch sein inniges, lyrisches Thema und begeisterte Jörg Widmann schon lange.- 2016 hat er ihn für Klarinette, Streichorchester, Harfe und Celesta transkribiert. Des Weiteren dirigiert er seine 2005 entstandene Messe für Orchester, über die er schreibt: »Die Musiker selbst sind die Protagonisten: Soli, Chor und Orchester in einem. In der Monodia des Kyrie gibt es beispielsweise einen Wechselgesang zwischen Chor und Orgel, ohne dass eine Orgel oder ein Chor beteiligt wären. An zentralen liturgischen Stellen, etwa zu Beginn des Kyrie und des Gloria, erscheint das Notenbild wie eine riesenhafte Chorpartitur.- jeder Musiker ›singt‹ auf seinem Instrument den jeweiligen Messetext.«Zwischen den beiden Werken Widmanns erkling die Zweite Symphonie von Robert Schumann, mit der der Komponist 1845/1846 eine schwere psychische Krise zu überwinden suchte und die heute als Inbegriff einer romantischen Symphonie gilt. Im Finale dieses Werks, das übrigens von Mendelsohn Bartholdy uraufgeführt wurde, zitiert der Komponist eine Melodie aus Ludwig van Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte – als Dank an seine Frau Clara, die ihm in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden hat.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

2008 taten sich Mitglieder der Berliner Philharmoniker mit anerkannten Spezialisten aus dem Bereich der Alten Musik zusammen, um das Ensemble Concerto Melante zu gründen. Die Namensgebung enthielt bereits einen versteckten Hinweis darauf, wessen Kompositionen den Musikerinnen und Musikern besonders am Herzen lag: Denn niemand anderes als Georg Philipp Telemann würfelte einst die Buchstaben seines Nachnamens durcheinander, um so zu dem wohlklingenden, italienisch anmutenden Pseudonym »Melante« zu finden. Eine reines Telemann-Ensemble ist das Concerto Melante deshalb aber keineswegs! In Konzerten und auf Tonträgern hat die in wechselnden Besetzungen musizierende Formation nicht nur Kompositionen ihres Namensgebers neu zur Diskussion gestellt, sondern auch immer wieder Interpretationen von Werken zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts vorgestellt.In diesem Konzert, für das sich das Concerto Melante mit dem international besetzten Vokalkollektiv Ensemble Polyharmonique zusammengeschlossen hat, wird neben Kompositionen der Barockkomponisten Biagio Marini, Franz Tunder, Dietrich Becker, Dieterich Buxtehude und Pietro Andrea Ziani ein seit Jahrhunderten nicht mehr aufgeführtes Werk seinem Archivschlaf entrissen: ein Passionsoratorium mit dem etwas sperrigen Titel Natura et quatuor elementa dolentia ad Sepulcrum Christi. Sein Komponist Antonio Cesti war u. a. in Venedig, Florenz, Innsbruck und Wien tätig und zählte im 17. Jahrhundert europaweit zu den erfolgreichsten und meist gespielten Opernkomponisten, schrieb als Mitglied des Franziskanerordens aber auch Musik für die Kirche.


Kategorie: Klassik

»›Try to like it!‹ habe ich zu Prinz Charles gesagt bei unserer seltsamen Begegnung in London, als er meinte: ›Modern music is so difficult to understand!‹ Und ich erlaubte mir, Ophelias Vater Polonius in Shakespeares Hamlet leicht abzuwandeln: ›There is method in our madness‹, wunderbar in der Schlegel-Tieckschen Übersetzung: ›Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode.‹ Wir sollten nicht Spaß, sondern Ernst machen. Ernst im heiteren Sinne des liebevollen Entdeckens und Entwickelns von Kontexten, wie sie jedem von uns auf andere Weise begegnen. Und es macht mir immer wieder Spaß zu sagen: ›Ernst machen‹ – das kann ja heiter werden ...« Helmut Lachenmann hatte schon immer den sportlichen Ehrgeiz, »in die Höhle des Löwen zu gehen, dort, wo sich die Menschen mit ihrem Musikverständnis geborgen und glücklich fühlen, eine Erfahrung zu schaffen, in dieser Geborgenheit, die ja auch eine Art unbewusster Lähmung bedeutet, ein Abenteuer in Gang zu setzen beim Hören.« Aus diesem Grund will er »diesem Orchester, das wir kennen, ein neues Gesicht geben. Das ist Komponieren: aus diesen Instrumenten ein eigenes Instrument zu machen«.Über My Melodies – Musik für acht Hörner und Orchester sagt er, dass es eine besondere Herausforderung gewesen sei, weil er gezwungen war »mit dem Instrumentarium von acht Hörnern so etwas wie eine Harmonik zu finden. Da gibt es jetzt Vierklänge, Zweiklänge, Achtklänge. [...] Es geht darum, immer wieder auf eine andere Weise immer wieder andere Antennen zu entwickeln. Und wenn das stimmt, dann müsste es eigentlich auch einem C-Dur-Dreiklang möglich sein.« Nachdem Sir Simon Rattle 2011 mit Tableau erstmals ein Orchesterwerk Helmut Lachenmanns aufs Programm gesetzt hat, widmen er und die Philharmoniker sich nun Lachenmanns umfangreichen und spektakulär besetztem Werk.Ein Komponist, der sich mit seinem Konzertstück für vier Hörner ebenfalls von der Vervielfachung des Horns als Soloinstrument nicht abschrecken ließ, war Robert Schumann, dessen Zweite Symphonie nach der Pause auf dem Programm steht. In diesem konsequent auf das Finale hin ausgerichteten Werk folgte der große Romantiker dem Vorbild beethovenscher Finalsymphonien. Auch deshalb zog Ernst Gottschald in der Neuen Zeitschrift für Musik 1850 den Vergleich zu Beethovens Neunter Symphonie, wobei Schumann »über Beethoven hinaus« den »größten Forstschritt« in der Instrumentalmusik gemacht habe: »Ludwig konnte es noch nicht mit den bloßen Instrumenten, er musste von der Dichtkunst das Wort borgen, Robert vollbringt’s zum ersten Male mit den bloßen Instrumenten.«


Kategorie: Klassik

»›Try to like it!‹ habe ich zu Prinz Charles gesagt bei unserer seltsamen Begegnung in London, als er meinte: ›Modern music is so difficult to understand!‹ Und ich erlaubte mir, Ophelias Vater Polonius in Shakespeares Hamlet leicht abzuwandeln: ›There is method in our madness‹, wunderbar in der Schlegel-Tieckschen Übersetzung: ›Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode.‹ Wir sollten nicht Spaß, sondern Ernst machen. Ernst im heiteren Sinne des liebevollen Entdeckens und Entwickelns von Kontexten, wie sie jedem von uns auf andere Weise begegnen. Und es macht mir immer wieder Spaß zu sagen: ›Ernst machen‹ – das kann ja heiter werden ...« Helmut Lachenmann hatte schon immer den sportlichen Ehrgeiz, »in die Höhle des Löwen zu gehen, dort, wo sich die Menschen mit ihrem Musikverständnis geborgen und glücklich fühlen, eine Erfahrung zu schaffen, in dieser Geborgenheit, die ja auch eine Art unbewusster Lähmung bedeutet, ein Abenteuer in Gang zu setzen beim Hören.« Aus diesem Grund will er »diesem Orchester, das wir kennen, ein neues Gesicht geben. Das ist Komponieren: aus diesen Instrumenten ein eigenes Instrument zu machen«.Über My Melodies – Musik für acht Hörner und Orchester sagt er, dass es eine besondere Herausforderung gewesen sei, weil er gezwungen war »mit dem Instrumentarium von acht Hörnern so etwas wie eine Harmonik zu finden. Da gibt es jetzt Vierklänge, Zweiklänge, Achtklänge. [...] Es geht darum, immer wieder auf eine andere Weise immer wieder andere Antennen zu entwickeln. Und wenn das stimmt, dann müsste es eigentlich auch einem C-Dur-Dreiklang möglich sein.« Nachdem Sir Simon Rattle 2011 mit Tableau erstmals ein Orchesterwerk Helmut Lachenmanns aufs Programm gesetzt hat, widmen er und die Philharmoniker sich nun Lachenmanns umfangreichen und spektakulär besetztem Werk.Ein Komponist, der sich mit seinem Konzertstück für vier Hörner ebenfalls von der Vervielfachung des Horns als Soloinstrument nicht abschrecken ließ, war Robert Schumann, dessen Zweite Symphonie nach der Pause auf dem Programm steht. In diesem konsequent auf das Finale hin ausgerichteten Werk folgte der große Romantiker dem Vorbild beethovenscher Finalsymphonien. Auch deshalb zog Ernst Gottschald in der Neuen Zeitschrift für Musik 1850 den Vergleich zu Beethovens Neunter Symphonie, wobei Schumann »über Beethoven hinaus« den »größten Forstschritt« in der Instrumentalmusik gemacht habe: »Ludwig konnte es noch nicht mit den bloßen Instrumenten, er musste von der Dichtkunst das Wort borgen, Robert vollbringt’s zum ersten Male mit den bloßen Instrumenten.«


Kategorie: Klassik

Was tun, wenn sich die Eltern streiten? Der kleine Otellino bekommt mit, wie sich seine Eltern – seine schöne Mutter Desdemona und sein Vater Otello, der heldenhafte Soldat, – durch Eifersucht und Missverständnisse immer weiter voneinander entfernen. Jago, ein Freund des Vaters, ist nicht ganz unschuldig an der Situation. Aber Otellino findet seine ganz eigene Lösung, um den Frieden wiederherzustellen. Auf der Grundlage von Verdis Oper Otello haben Aurélien Bello und Tiina Hartmann im Auftrag des Education-Programms der Berliner Philharmoniker und des Festspielhauses Baden-Baden die Geschichte um Eifersucht und Verrat in einem inszenierten Konzert mit Gesang neu interpretiert und arrangiert. In Kooperation mit dem Festspielhaus und Theater Baden-Baden


Kategorie: Klassik

»›Try to like it!‹ habe ich zu Prinz Charles gesagt bei unserer seltsamen Begegnung in London, als er meinte: ›Modern music is so difficult to understand!‹ Und ich erlaubte mir, Ophelias Vater Polonius in Shakespeares Hamlet leicht abzuwandeln: ›There is method in our madness‹, wunderbar in der Schlegel-Tieckschen Übersetzung: ›Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode.‹ Wir sollten nicht Spaß, sondern Ernst machen. Ernst im heiteren Sinne des liebevollen Entdeckens und Entwickelns von Kontexten, wie sie jedem von uns auf andere Weise begegnen. Und es macht mir immer wieder Spaß zu sagen: ›Ernst machen‹ – das kann ja heiter werden ...« Helmut Lachenmann hatte schon immer den sportlichen Ehrgeiz, »in die Höhle des Löwen zu gehen, dort, wo sich die Menschen mit ihrem Musikverständnis geborgen und glücklich fühlen, eine Erfahrung zu schaffen, in dieser Geborgenheit, die ja auch eine Art unbewusster Lähmung bedeutet, ein Abenteuer in Gang zu setzen beim Hören.« Aus diesem Grund will er »diesem Orchester, das wir kennen, ein neues Gesicht geben. Das ist Komponieren: aus diesen Instrumenten ein eigenes Instrument zu machen«.Über My Melodies – Musik für acht Hörner und Orchester sagt er, dass es eine besondere Herausforderung gewesen sei, weil er gezwungen war »mit dem Instrumentarium von acht Hörnern so etwas wie eine Harmonik zu finden. Da gibt es jetzt Vierklänge, Zweiklänge, Achtklänge. [...] Es geht darum, immer wieder auf eine andere Weise immer wieder andere Antennen zu entwickeln. Und wenn das stimmt, dann müsste es eigentlich auch einem C-Dur-Dreiklang möglich sein.« Nachdem Sir Simon Rattle 2011 mit Tableau erstmals ein Orchesterwerk Helmut Lachenmanns aufs Programm gesetzt hat, widmen er und die Philharmoniker sich nun Lachenmanns umfangreichen und spektakulär besetztem Werk.Ein Komponist, der sich mit seinem Konzertstück für vier Hörner ebenfalls von der Vervielfachung des Horns als Soloinstrument nicht abschrecken ließ, war Robert Schumann, dessen Zweite Symphonie nach der Pause auf dem Programm steht. In diesem konsequent auf das Finale hin ausgerichteten Werk folgte der große Romantiker dem Vorbild beethovenscher Finalsymphonien. Auch deshalb zog Ernst Gottschald in der Neuen Zeitschrift für Musik 1850 den Vergleich zu Beethovens Neunter Symphonie, wobei Schumann »über Beethoven hinaus« den »größten Forstschritt« in der Instrumentalmusik gemacht habe: »Ludwig konnte es noch nicht mit den bloßen Instrumenten, er musste von der Dichtkunst das Wort borgen, Robert vollbringt’s zum ersten Male mit den bloßen Instrumenten.«


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Was tun, wenn sich die Eltern streiten? Der kleine Otellino bekommt mit, wie sich seine Eltern – seine schöne Mutter Desdemona und sein Vater Otello, der heldenhafte Soldat, – durch Eifersucht und Missverständnisse immer weiter voneinander entfernen. Jago, ein Freund des Vaters, ist nicht ganz unschuldig an der Situation. Aber Otellino findet seine ganz eigene Lösung, um den Frieden wiederherzustellen. Auf der Grundlage von Verdis Oper Otello haben Aurélien Bello und Tiina Hartmann im Auftrag des Education-Programms der Berliner Philharmoniker und des Festspielhauses Baden-Baden die Geschichte um Eifersucht und Verrat in einem inszenierten Konzert mit Gesang neu interpretiert und arrangiert. In Kooperation mit dem Festspielhaus und Theater Baden-Baden


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Daniel Harding war Assistent von Sir Simon Rattle und Claudio Abbado. Für seinen offiziellen Einstand am Pult des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde er mit dem Royal Philharmonic Society »Best Debut« Award ausgezeichnet. 1996 dirigierte er im Rahmen der Berliner Festwochen zum ersten Mal die Berliner Philharmoniker und debütierte zudem bei den BBC Proms in London – als jüngster Dirigent in der Geschichte dieses renommierten Festivals. Als einer der erfolgreichsten Orchesterleiter seiner Generation ist er heute Musikdirektor des Schwedischen Radio-Symphonieorchesters mit dem er 2017 sein zehnjähriges Jubiläum feierte. 2016 übernahm Daniel Harding dazu die Position des Chefdirigenten beim Orchestre de Paris. Er ist Ehrendirigent des Mahler Chamber Orchestra, das eine mehr als 20-jährige künstlerische Zusammenarbeit mit ihm verbindet, und er war Chefdirigent des Trondheim Symphony Orchestra sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.Dieses Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern lässt Daniel Harding mit der Orchestersuite Three Places in New England beginnen, deren drei Sätzen Charles Ives Überschriften vorangestellt hat, die sich auf naturhafte Szenerien oder Schauplätze aus der amerikanischen Historie beziehen So ist zum Beispiel der erste Satz, The »Saint-Gaudens« in Boston Common, einem Denkmal aus dem amerikanischen Bürgerkrieg gewidmet. Die Musik der Three Places enthält eine Fülle von Anspielungen auf traditionelle Märsche und Lieder, die immer wieder wie aus räumlicher und zeitlicher Distanz in den ruhigen musikalischen Verlauf hineinklingen.Anschließend stehen Alban Bergs Drei Bruchstücke aus der Oper »Wozzeck« auf dem Programm, deren Sopranpart Dorothea Röschmann übernehmen wird. Berg extrahierte 1924 auf Anregung von Herrmann Scherchen Teile aus seinem bereits seit zwei Jahren vorliegenden Bühnenwerk, an dessen Premiere sich bislang kein Dirigent herangetraut hatte. Die zwischen innerem Seelendrama und expressivem Bekenntnis changierende Musik verfehlte ihre Wirkung nicht: Erich Kleiber war von der emotionalen Intensität der Bruchstücke so hingerissen, dass er den Wozzeck am 14. Dezember 1925 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufführte. Hauptwerk des Abends ist Gustav Mahlers Erste Symphonie, zu deren Beginn den Hörer mit dem »Erwachen der Natur am frühesten Morgen« (Mahler) ein musikalisch-räumliches Abbild kreatürlicher Waldeinsamkeit umfängt. Dem rustikalen Scherzo, das Willem Mengelberg schlicht als »Bauerntanz« bezeichnete, folgt der langsame Satz von »einer bald ironisch lustigen, bald unheimlich brütenden Stimmung«, bevor das »mit einem entsetzlichen Aufschrei« beginnende Finale (Mahler) für einen dramatischen Abschluss sorgt.


Kategorie: Klassik

Daniel Harding war Assistent von Sir Simon Rattle und Claudio Abbado. Für seinen offiziellen Einstand am Pult des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde er mit dem Royal Philharmonic Society »Best Debut« Award ausgezeichnet. 1996 dirigierte er im Rahmen der Berliner Festwochen zum ersten Mal die Berliner Philharmoniker und debütierte zudem bei den BBC Proms in London – als jüngster Dirigent in der Geschichte dieses renommierten Festivals. Als einer der erfolgreichsten Orchesterleiter seiner Generation ist er heute Musikdirektor des Schwedischen Radio-Symphonieorchesters mit dem er 2017 sein zehnjähriges Jubiläum feierte. 2016 übernahm Daniel Harding dazu die Position des Chefdirigenten beim Orchestre de Paris. Er ist Ehrendirigent des Mahler Chamber Orchestra, das eine mehr als 20-jährige künstlerische Zusammenarbeit mit ihm verbindet, und er war Chefdirigent des Trondheim Symphony Orchestra sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.Dieses Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern lässt Daniel Harding mit der Orchestersuite Three Places in New England beginnen, deren drei Sätzen Charles Ives Überschriften vorangestellt hat, die sich auf naturhafte Szenerien oder Schauplätze aus der amerikanischen Historie beziehen So ist zum Beispiel der erste Satz, The »Saint-Gaudens« in Boston Common, einem Denkmal aus dem amerikanischen Bürgerkrieg gewidmet. Die Musik der Three Places enthält eine Fülle von Anspielungen auf traditionelle Märsche und Lieder, die immer wieder wie aus räumlicher und zeitlicher Distanz in den ruhigen musikalischen Verlauf hineinklingen.Anschließend stehen Alban Bergs Drei Bruchstücke aus der Oper »Wozzeck« auf dem Programm, deren Sopranpart Dorothea Röschmann übernehmen wird. Berg extrahierte 1924 auf Anregung von Herrmann Scherchen Teile aus seinem bereits seit zwei Jahren vorliegenden Bühnenwerk, an dessen Premiere sich bislang kein Dirigent herangetraut hatte. Die zwischen innerem Seelendrama und expressivem Bekenntnis changierende Musik verfehlte ihre Wirkung nicht: Erich Kleiber war von der emotionalen Intensität der Bruchstücke so hingerissen, dass er den Wozzeck am 14. Dezember 1925 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufführte. Hauptwerk des Abends ist Gustav Mahlers Erste Symphonie, zu deren Beginn den Hörer mit dem »Erwachen der Natur am frühesten Morgen« (Mahler) ein musikalisch-räumliches Abbild kreatürlicher Waldeinsamkeit umfängt. Dem rustikalen Scherzo, das Willem Mengelberg schlicht als »Bauerntanz« bezeichnete, folgt der langsame Satz von »einer bald ironisch lustigen, bald unheimlich brütenden Stimmung«, bevor das »mit einem entsetzlichen Aufschrei« beginnende Finale (Mahler) für einen dramatischen Abschluss sorgt.


Kategorie: Klassik

Daniel Harding war Assistent von Sir Simon Rattle und Claudio Abbado. Für seinen offiziellen Einstand am Pult des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde er mit dem Royal Philharmonic Society »Best Debut« Award ausgezeichnet. 1996 dirigierte er im Rahmen der Berliner Festwochen zum ersten Mal die Berliner Philharmoniker und debütierte zudem bei den BBC Proms in London – als jüngster Dirigent in der Geschichte dieses renommierten Festivals. Als einer der erfolgreichsten Orchesterleiter seiner Generation ist er heute Musikdirektor des Schwedischen Radio-Symphonieorchesters mit dem er 2017 sein zehnjähriges Jubiläum feierte. 2016 übernahm Daniel Harding dazu die Position des Chefdirigenten beim Orchestre de Paris. Er ist Ehrendirigent des Mahler Chamber Orchestra, das eine mehr als 20-jährige künstlerische Zusammenarbeit mit ihm verbindet, und er war Chefdirigent des Trondheim Symphony Orchestra sowie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.Dieses Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern lässt Daniel Harding mit der Orchestersuite Three Places in New England beginnen, deren drei Sätzen Charles Ives Überschriften vorangestellt hat, die sich auf naturhafte Szenerien oder Schauplätze aus der amerikanischen Historie beziehen So ist zum Beispiel der erste Satz, The »Saint-Gaudens« in Boston Common, einem Denkmal aus dem amerikanischen Bürgerkrieg gewidmet. Die Musik der Three Places enthält eine Fülle von Anspielungen auf traditionelle Märsche und Lieder, die immer wieder wie aus räumlicher und zeitlicher Distanz in den ruhigen musikalischen Verlauf hineinklingen.Anschließend stehen Alban Bergs Drei Bruchstücke aus der Oper »Wozzeck« auf dem Programm, deren Sopranpart Dorothea Röschmann übernehmen wird. Berg extrahierte 1924 auf Anregung von Herrmann Scherchen Teile aus seinem bereits seit zwei Jahren vorliegenden Bühnenwerk, an dessen Premiere sich bislang kein Dirigent herangetraut hatte. Die zwischen innerem Seelendrama und expressivem Bekenntnis changierende Musik verfehlte ihre Wirkung nicht: Erich Kleiber war von der emotionalen Intensität der Bruchstücke so hingerissen, dass er den Wozzeck am 14. Dezember 1925 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufführte. Hauptwerk des Abends ist Gustav Mahlers Erste Symphonie, zu deren Beginn den Hörer mit dem »Erwachen der Natur am frühesten Morgen« (Mahler) ein musikalisch-räumliches Abbild kreatürlicher Waldeinsamkeit umfängt. Dem rustikalen Scherzo, das Willem Mengelberg schlicht als »Bauerntanz« bezeichnete, folgt der langsame Satz von »einer bald ironisch lustigen, bald unheimlich brütenden Stimmung«, bevor das »mit einem entsetzlichen Aufschrei« beginnende Finale (Mahler) für einen dramatischen Abschluss sorgt.


Kategorie: Klassik

In Kooperation mit Jeunesses Musicales Berlin.


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik

Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes ein eingespieltes Team – nicht nur als Orchesterkollegen, sondern auch als Kammermusikpartner. Das aus vier philharmonischen Streichern bestehende Philharmonia Quartett besticht durch eine unverwechselbare Klangkultur: Sein Markenzeichen ist jener nuancenreiche und dennoch homogene Klang, an dem die Musiker seit fast 35 Jahren immer wieder feilen und polieren. Die ausgewogene Balance zwischen Individualität und Ensemblegeist bilde – so die Musiker – eine Säule des künstlerischen Erfolgs. Die andere sei die Kontinuität in der Zusammenarbeit. »Es gibt so eine Art unerklärliche Gemeinsamkeit, eine gemeinsame Ensemblesprache, die sich mit der Zeit einstellt.«Was das Philharmonia Quartett noch auszeichnet: Sein Faible für ungewöhnliche Programmzusammenstellungen. An diesem Abend präsentiert es zwei Meilensteine der modernen Quartettliteratur. Das Zweite Streichquartett von Karol Szymanowski aus dem Jahr 1927 bedient zwar in seinem formalen Aufbau noch klassische Formprinzipien, aber hinsichtlich seiner expressiven Tonsprache mit den flirrenden Begleitstimmen, der avantgardistischen Harmonik und den Anklängen an polnische Volksmusik weist das Werk seinen Schöpfer deutlich als Komponisten des 20. Jahrhunderts aus. Ebenso wie Leoš Janáček, dessen fast zeitgleich entstandenes Streichquartett Nr. 2 – Intime Briefe – ein musikalisches Liebesbekenntnis an die 38 Jahre jüngere Kamilla Stösslova, der Muse seiner letzten Lebensjahre, abgibt – pathetisch, leidenschaftlich und hochemotional. Dazwischen erklingt das Sechste der Streichquartette op. 18 von Ludwig van Beethoven. Mit seinen Opus 18 versuchte sich der 30-jährige Komponist erstmals in der damals noch recht jungen Gattung des Streichquartetts. Noch nach seinem eigenen Stil suchend und sich an den Vorbildern von Haydn und Mozart orientierend, zeugen diese ersten Quartette bereits von Beethovens kompositorischer Meisterschaft.


Kategorie: Klassik


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:25.02.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
MusikPLUS - Percussiontheater(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Gastveranstaltung(/) Zubin Mehta und Martin Grubinger(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Konzert mit Karl-Forster-Chor Berlin, Heiko Holtmeier(/) Familienkonzert Karneval der Tiere(/) Ton Koopman und Stipendiaten der Karajan-Akademie(Peter Adamik/Peter Adamik) Konzert mit Edward Gardner, Clémentine Margaine(/) Lunchkonzert(/) Brad Mehldau und Ian Bostridge(Sim Canetty Clark/Sim Canetty Clark) Kirill Petrenko und Patricia Kopatchinskaja(Marco Borggreve/Marco Borggreve) In memoriam Claudio Abbado(Erika Rabau/Erika Rabau) »Late Night« mit Patricia Kopatchinskaja(Marco Borggreve/Marco Borggreve) 4. Musiklabor: Innenansichten eines Regisseurs(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Konzert mit Boris Brovtsyn, Jens Peter Maintz, Eldar Nebolsin, Lukas Böhm, Ni Fan(/) Konzert mit Moskauer Kathedralchor(Moskauer Kathedralchor/Moskauer Kathedralchor) Bachs »Johannes-Passion« mit Simon Rattle und Peter Sellars(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Konzert mit Juliana Kohl, Steffen Kepper, Niklas Schluckebier, Robert Franke(/) Konzert mit Andreas Wittmann, Eloïse Bella Kohn(/) Orgelmatinee: Vincent Dubois und Marie-Andrée Joerger(Heribert Schindler/Heribert Schindler) Familienkonzert: Riesen, Ritter, Monster, Mäuse(/) Konzert mit Markus Poschner, Gabriel Adorján(/) Jörg Widmann dirigiert die Junge Deutsche Philharmonie(Achim Reissner/Achim Reissner) Carte blanche(Peter Adamik/Peter Adamik) Barockmusik mit dem Concerto Melante und Ensemble Polyharmonique(Alessandro Cappone/Alessandro Cappone) Sir Simon Rattle dirigiert Schumann und Lachenmann(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Familienkonzert: »Der Kleine und Otello«(Dorothea Huber/Dorothea Huber) Konzert mit Simon Rössler(/) Konzert mit David Robert Coleman, Nadja Korovina(/) Konzert mit Philharmonischer Chor Berlin, Jörg-Peter Weigle, Janina Staub, Carmen Artaza, Thomas Michael Allen, Hanno Müller-Brachmann(/) Konzert mit Kent Nagano, Jean-Yves Thibaudet(MOOD-1/MOOD-1) Konzert mit Paavo Järvi, Friedrich Rückert, Waltraud Meier(/) Daniel Harding dirigiert Mahlers Erste Symphonie(Harald Hoffmann/Harald Hoffmann) Konzert mit Andreas Peer Kähler, Zirkus Cabuwazi Tempelhof!(/) Konzert mit Stanley Dodds, Özgür Aydin(/) Konzert mit Karina Canellakis, Pekka Kuusisto(/) Sonntagskonzertreihe des Chorverbands Berlin(/) Das Philharmonia Quartett spielt Szymanowski, Beethoven und Janáček(Stefan Röhl/Stefan Röhl)

...nach oben - ...Seite zurück - ...zur Startseite