www.berlinchecker.dewww.berlinchecker.de
×

Anzeige



Spielplan für März 2019

Mythen und Legenden werden häufig von national-konservativen Bewegungen zum Zwecke der Macht instrumentalisiert. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit holt sich diese Geschichten zurück – mit queeren und kulturkritischen Lesarten. Die Premiere der siebten Ausgabe bildet zugleich den Auftakt zum diesjährigen Queer Weekend: Das deutsch-schwedische Performance-Duo White on White erkundet darin einen inexistenten, phantasmatischen Nationalstaat: »Tyskland«. Das skandinavische (Zauber-)Wort für Deutschland öffnet hierzu den Projektionen des Nordens auf den Süden Tür und Tor: In der Perspektive von TYSKLAND ist Deutschland ein queerer Garten, wo Joseph Beuys in Form eines blattgoldenen Hasen und Rosa Luxemburg sich zur Guten Nacht küssen, während Theodor und Max ein striktes Regime walten lassen – der Kritischen Theorie, des Anti-Nationalismus und der absoluten Freiheit der Künste. Gefördert aus Mitteln der Spartenübergreifenden Förderung des Landes Berlin Foto: © Esra Rotthoff


Kategorie: Performance

In der Finsternis des Weltalls findet ein Machtkampf statt, von dem wir nicht mehr als eine Ahnung haben. Dunkle Materie gegen dunkle Energie, strukturelle Harmonie gegen systemsprengendes Chaos. Und mittendrin schwebt ein kleiner, kleiner Planet. Und auf diesem kleinen, kleinen Planeten gibt es eine Allee, die durch einen endlosen Wald führt. Und inmitten dieses endlosen Waldes liegt ein uckermärkisches Dorf mit einem Hotel. Es ist Wochenende und es gibt etwas zu feiern. Immanuel und Mathias sind Brüder und Konkurrenten, sie sind Astrophysiker mit extrem gegensätzlichen Temperamenten. Als Immanuel einen bedeutenden Preis verliehen bekommt, lädt seine Frau Mania die Brüder zu einer Landpartie ein. Doch Mathias bringt seine Freundin Magda mit, die gerade nach einem Selbstmordversuch aus Klinik entlassen worden ist. Und urplötzlich taucht auch noch der verschollene Halbbruder David aus Israel auf, der mehr zu wissen scheint, als möglich ist. Durch ein Zusammenspiel von Zufällen und Intrigen kommen die Geheimnisse der Familie ans Licht. Yael Ronen, die humorvollste Therapeutin unter den Theatermacher*innen, ist mit ihrem unerschrockenen Ensemble in eine finstere Gefahrenzone abgetaucht, in die eigenen Abgründe, in die Schwarzen Löcher hinein. So ist ein Stück entstanden, das hinter das inszenierte Glück der Generation Karriere in die dunklen Konflikte eines Familienuniversums führt. Wie halten Menschen einander aus? Von welchen Dämonen werden wir getrieben? Wieviel Macht hat die einzelne Person über sich selbst? Die Überschreitung macht die Grenze sichtbar, auf der Familienfeier wird ein komplexes Geflecht von Abhängigkeiten, Lügen und offenen Wunden freilegt, in dem jeder mehr als nur eine Rolle spielt. Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Rundgang durch das Theater und seine Geschichte Die Historie des Gebäudes beginnt 1827 mit der Errichtung des ersten öffentlichen Konzertsaal Berlins. Wie wurde aus der Berliner Sing-Akademie das Maxim Gorki Theater? Seine Theatergeschichte spiegelt Mauerbau und Mauerfall und erzählt einen Teil Berliner Kulturpolitik in Ost und West. Ein historischer Theaterspaziergang, der im Bühnenbild der abendlichen Vorstellung endet. Der Rundgang findet jeweils am ersten Samstag des Monats statt. Treffpunkt: Kassenfoyer


Kategorie: Führung

Alles beginnt wie im Märchen, einem Märchen in düsteren Zeiten. Der Angestellte Johannes Pinneberg verliebt sich in Emma, die Tochter eines Arbeiters. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Er nennt sie »Lämmchen«, sie ihn »Junge«. Lämmchen wird schwanger, sie heiraten, ziehen an den Rand einer kleinen Stadt und versuchen mit seinem schmalen Gehalt durchzukommen. Als Pinneberg seine Arbeit verliert, müssen sie losziehen, wie tausende Andere auch, dorthin, wo es Arbeit gibt und ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Berlin scheint für die beiden ein Glücksversprechen, denn hier kann sicher jeder durchkommen, wenn er nur fleißig, ehrlich und arbeitsam ist. Pinneberg bekommt eine Stelle als Verkäufer im Warenhaus Mandel, doch die Zeiten werden härter und der Druck auf ihn und sein Lämmchen wächst. Der »kleine Mann« versucht es bis zur Selbstauflösung, steckt jede Demütigung weg, schluckt, buckelt, will um jeden Preis sich und seine Familie durchbringen, wo es doch längst kein Durchkommen mehr gibt. Der aussichtslose Kampf um den letzten Rest Würde endet, als er auch in Berlin seine Arbeit verliert. Pinneberg, sein Lämmchen und ihr »Murkel« finden sich am Rand der Stadt wieder, weggedrängt, nicht mehr dazu gehörend, vergessen. Falladas 1932 erschienener Roman beschreibt ein kleinbürgerliches Milieu und eine Zeit des Übergangs, in der sich die kommende Katastrophe bereits ahnen lässt. Die Geschichte eines kleinen und sehr geduldigen Angestellten wird erzählt, der nicht aufzubegehren im Stande ist, dessen Faust in der Tasche bleibt, der durch eine Welt des Schwindels taumelt und sich hilflos an das Einzige, was scheinbar haltbar ist, klammert: Eine Liebe, eine Frau, ein Kind, sein bedrohtes Glück. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters. Aufführungsrechte: Hakan Savaș Mican / Felix Bloch Erben GmbH &.- Co. KG, Berlin Premiere: 15. Januar 2016 Hinweis: Çiğdem Teke befindet sich derzeit in Elternzeit. Ihre Rolle wird während dieser Zeit von Svenja Liesau gespielt. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Drei Kinder starben im Meer, ertrunken auf ihrem Weg in eine "bessere Zukunft". Sie weigern sich wieder aufzutauchen. Tot wie sie sind, verwehren sie sich den grundlegenden physikalischen, sozialen und politischen Regeln, die sie trotz ihrer kurzen Leben hatten lernen müssen. In der Tiefe des Meeresgrunds begegnen sie dem Publikum mit einem wütenden Vortrag über das Lernen und Erziehung. Was nützt es ein braves, gutes Kind in einer schlechten Welt zu sein? In der achten Ausgabe der Reihe Mythen der Wirklichkeit erkundet der palästinensische Regisseur Bashar Murkus mit seinem Team das Meer als Ursprung von gestern und heute. Das Meer erzählt nicht nur religiöse und romantische Geschichten. An seinen Ufern werden seit der Antike politische Debatten um Grenzen, Heimaten und Spaltungen ausgetragen. Moses spaltete das Meer, Jesus ging über das Wasser und die drei Kinder sind am Boden des Ozeans gefangen. Myths of Reality #8 ثلاثة أطفال موتى في عمق البحر . غرقوا أثناء رحلة بحثهم عن "مستقبلٍ أفضل". رفضوا أن يطفوا جثثاً على وجه الماء، رفضوا كل القوانين الفيزيائية، الاجتماعية والسياسية التي اكتسبوها خلال حياتهم القصيرة. من عمق البحر يقدمون للجمهور محاضرةً صاخبة عن التربية والتعليم. ما معنى ان تكون طفلاً جيداً في عالمٍ سيء ؟ في العمل الثامن من سلسلة "أساطير الواقع" يقدم المخرج الفلسطيني بشار مرقص وطاقم المشروع، عملاً يبحث بالبحر كمصدر لأساطير الحاضر والماضي. البحر كنزٌ من الأساطير العميقة، ليست فقط دينية أو رومانسية، فمنذ عصورٍ كانت شواطئه ملعباً للنقاشات السياسية عن الحدود، الوطن والنزاعات. موسى شقَّ له البحر، المسيح مشى على الماء والأطفال الثلاثة تُركوا جثثاً عالقةً في قاع البحر. Premiere 10. Januar 2019 افتتاح Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


Kategorie: Schauspiel

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Trailer ansehen Premiere: 11. Januar 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


Kategorie: Schauspiel

Drei Kinder starben im Meer, ertrunken auf ihrem Weg in eine "bessere Zukunft". Sie weigern sich wieder aufzutauchen. Tot wie sie sind, verwehren sie sich den grundlegenden physikalischen, sozialen und politischen Regeln, die sie trotz ihrer kurzen Leben hatten lernen müssen. In der Tiefe des Meeresgrunds begegnen sie dem Publikum mit einem wütenden Vortrag über das Lernen und Erziehung. Was nützt es ein braves, gutes Kind in einer schlechten Welt zu sein? In der achten Ausgabe der Reihe Mythen der Wirklichkeit erkundet der palästinensische Regisseur Bashar Murkus mit seinem Team das Meer als Ursprung von gestern und heute. Das Meer erzählt nicht nur religiöse und romantische Geschichten. An seinen Ufern werden seit der Antike politische Debatten um Grenzen, Heimaten und Spaltungen ausgetragen. Moses spaltete das Meer, Jesus ging über das Wasser und die drei Kinder sind am Boden des Ozeans gefangen. Myths of Reality #8 ثلاثة أطفال موتى في عمق البحر . غرقوا أثناء رحلة بحثهم عن "مستقبلٍ أفضل". رفضوا أن يطفوا جثثاً على وجه الماء، رفضوا كل القوانين الفيزيائية، الاجتماعية والسياسية التي اكتسبوها خلال حياتهم القصيرة. من عمق البحر يقدمون للجمهور محاضرةً صاخبة عن التربية والتعليم. ما معنى ان تكون طفلاً جيداً في عالمٍ سيء ؟ في العمل الثامن من سلسلة "أساطير الواقع" يقدم المخرج الفلسطيني بشار مرقص وطاقم المشروع، عملاً يبحث بالبحر كمصدر لأساطير الحاضر والماضي. البحر كنزٌ من الأساطير العميقة، ليست فقط دينية أو رومانسية، فمنذ عصورٍ كانت شواطئه ملعباً للنقاشات السياسية عن الحدود، الوطن والنزاعات. موسى شقَّ له البحر، المسيح مشى على الماء والأطفال الثلاثة تُركوا جثثاً عالقةً في قاع البحر. Premiere 10. Januar 2019 افتتاح Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


Kategorie: Schauspiel

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Trailer ansehen Premiere: 11. Januar 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


Kategorie: Schauspiel

Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Pavian: Jeany (Filmtierschule Harsch) Tiertrainer: René Harsch Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


Kategorie: Schauspiel

»Yeki bud yeki nabud« – »Es gab jemanden, es gab niemanden.« Mit diesem Satz beginnen iranische Märchen. Hat die Leidenschaft vieler Iraner*innen, Geschichten und Märchen zu erzählen, etwas mit der Flucht vor der iranischen Realität zu tun? Choreographin Modjgan Hashemian collagiert Motive persischer Legenden mit Aussagen iranischer Kunstschaffender. Wenn höfliche Unwahrheiten das Spiel bestimmen, Künstler*innen verschwinden und im Keller gebunkerte Bilder und Erinnerungen nach Jahren wieder auftauchen, bleibt die Frage: Wer zensiert hier eigentlich wen? Die Tanzperformance Yeki bud yeki nabud entsteht im Rahmen der Reihe Mythen der Wirklichkeit, in der Märchen und Legenden unterschiedlicher Sprachräume im Heute gespiegelt werden. Premiere: 18. März 2017 Foto: Esra Rotthoff Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten


Kategorie: Zeitgenössischer Tanz

»Yeki bud yeki nabud« – »Es gab jemanden, es gab niemanden.« Mit diesem Satz beginnen iranische Märchen. Hat die Leidenschaft vieler Iraner*innen, Geschichten und Märchen zu erzählen, etwas mit der Flucht vor der iranischen Realität zu tun? Choreographin Modjgan Hashemian collagiert Motive persischer Legenden mit Aussagen iranischer Kunstschaffender. Wenn höfliche Unwahrheiten das Spiel bestimmen, Künstler*innen verschwinden und im Keller gebunkerte Bilder und Erinnerungen nach Jahren wieder auftauchen, bleibt die Frage: Wer zensiert hier eigentlich wen? Die Tanzperformance Yeki bud yeki nabud entsteht im Rahmen der Reihe Mythen der Wirklichkeit, in der Märchen und Legenden unterschiedlicher Sprachräume im Heute gespiegelt werden. Premiere: 18. März 2017 Foto: Esra Rotthoff Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten


Kategorie: Zeitgenössischer Tanz

Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab. Was kommt dabei raus? Ein großer Erfolg! Dritte Generation, 2009 Vor zehn Jahren zeigten Yael Ronen und ihr Ensemble aus israelischen, deutschen und palästinensischen Schauspieler*innen die Premiere ihres Stückes Dritte Generation in der Schaubühne Berlin und kurz darauf in Tel Aviv. Die Aufführungen lösten zum Teil heftigen Debatten aus: für deutsche Verhältnisse wurden Konfliktlinien unter den Beteiligten schonungslos ausgetestet und das auch noch mit Humor! Heute ist die politische Lage in Berlin Grund genug sich erneut mit dem Gordischen Knoten zwischen Israelis, Deutschen und Palästinenser*innen zu befassen. Denn in den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert. Tausende Menschen aus dem Nahen Osten leben mittlerweile neu in Berlin: Zugezogene Israelis (unter anderen Yael Ronen und einige der Schauspieler*innen) genauso wie Menschen aus arabischen Ländern. Seit mindestens fünf Jahren versucht zudem ein wachsender deutscher Nationalismus beide Gruppen gegeneinander auszuspielen. Doch wie ist das Verhältnis zwischen den Neu-Berliner*innen untereinander? Welche Konflikte bringen sie mit, welche entstehen erst hier? Und was hat das alles noch mit der Staatsräson des »Nie wieder« zu tun? Die Next Generation trifft mit ihren Perspektiven auf die Third Generation. Gemeinsam fragen sie nach Ideen für die Zukunft vor dem Hintergrund einer neuen Situation, in der Deutsche glauben, ihre Schuldgefühle ablegen zu können wie eine zu enggewordene Jeansjacke, während Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus »von Tabus befreit« wuchern. Premiere: 8. März 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Yael Ronen Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa


Kategorie: Schauspiel

Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab. Was kommt dabei raus? Ein großer Erfolg! Dritte Generation, 2009 Vor zehn Jahren zeigten Yael Ronen und ihr Ensemble aus israelischen, deutschen und palästinensischen Schauspieler*innen die Premiere ihres Stückes Dritte Generation in der Schaubühne Berlin und kurz darauf in Tel Aviv. Die Aufführungen lösten zum Teil heftigen Debatten aus: für deutsche Verhältnisse wurden Konfliktlinien unter den Beteiligten schonungslos ausgetestet und das auch noch mit Humor! Heute ist die politische Lage in Berlin Grund genug sich erneut mit dem Gordischen Knoten zwischen Israelis, Deutschen und Palästinenser*innen zu befassen. Denn in den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert. Tausende Menschen aus dem Nahen Osten leben mittlerweile neu in Berlin: Zugezogene Israelis (unter anderen Yael Ronen und einige der Schauspieler*innen) genauso wie Menschen aus arabischen Ländern. Seit mindestens fünf Jahren versucht zudem ein wachsender deutscher Nationalismus beide Gruppen gegeneinander auszuspielen. Doch wie ist das Verhältnis zwischen den Neu-Berliner*innen untereinander? Welche Konflikte bringen sie mit, welche entstehen erst hier? Und was hat das alles noch mit der Staatsräson des »Nie wieder« zu tun? Die Next Generation trifft mit ihren Perspektiven auf die Third Generation. Gemeinsam fragen sie nach Ideen für die Zukunft vor dem Hintergrund einer neuen Situation, in der Deutsche glauben, ihre Schuldgefühle ablegen zu können wie eine zu enggewordene Jeansjacke, während Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus »von Tabus befreit« wuchern. Premiere: 8. März 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Yael Ronen Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa


Kategorie: Schauspiel

Süleyman ist ein neugieriger, sonderbarer Junge. Er möchte Tierarzt werden, sammelt Käfer. Dann geht er zur Schule, studiert den Koran, wird radikal. Aus Süleyman wird Süleymankurt. In der türkischsprachigen Mythologie ist der »Mankurt« ein besonders höriger Sklave. Ihm werden die Haare abgeschoren und Kamelleder auf den Kopf genäht. Sein Haar durchdringt, anstatt nach außen zu wachsen, sein Gehirn. Seines Verstandes beraubt, weiß ein Mankurt nicht mehr, dass er mal ein Mensch war. Mythen und Legenden werden häufig von nationalkonservativen Bewegungen instrumentalisiert. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit holt sich diese Geschichten zurück! In der sechsten Ausgabe erzählen Ahmet Sami Özbudak und Serkan Öz vom türkischen Bildungssystem, das zunehmend von religiösen Einflüssen vereinnahmt wird. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa


Kategorie: Schauspiel

Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab. Was kommt dabei raus? Ein großer Erfolg! Dritte Generation, 2009 Vor zehn Jahren zeigten Yael Ronen und ihr Ensemble aus israelischen, deutschen und palästinensischen Schauspieler*innen die Premiere ihres Stückes Dritte Generation in der Schaubühne Berlin und kurz darauf in Tel Aviv. Die Aufführungen lösten zum Teil heftigen Debatten aus: für deutsche Verhältnisse wurden Konfliktlinien unter den Beteiligten schonungslos ausgetestet und das auch noch mit Humor! Heute ist die politische Lage in Berlin Grund genug sich erneut mit dem Gordischen Knoten zwischen Israelis, Deutschen und Palästinenser*innen zu befassen. Denn in den vergangenen zehn Jahren ist viel passiert. Tausende Menschen aus dem Nahen Osten leben mittlerweile neu in Berlin: Zugezogene Israelis (unter anderen Yael Ronen und einige der Schauspieler*innen) genauso wie Menschen aus arabischen Ländern. Seit mindestens fünf Jahren versucht zudem ein wachsender deutscher Nationalismus beide Gruppen gegeneinander auszuspielen. Doch wie ist das Verhältnis zwischen den Neu-Berliner*innen untereinander? Welche Konflikte bringen sie mit, welche entstehen erst hier? Und was hat das alles noch mit der Staatsräson des »Nie wieder« zu tun? Die Next Generation trifft mit ihren Perspektiven auf die Third Generation. Gemeinsam fragen sie nach Ideen für die Zukunft vor dem Hintergrund einer neuen Situation, in der Deutsche glauben, ihre Schuldgefühle ablegen zu können wie eine zu enggewordene Jeansjacke, während Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus »von Tabus befreit« wuchern. Premiere: 8. März 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Yael Ronen Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa


Kategorie: Schauspiel

Yael Ronen und das unerschrockene Ensemble nehmen die Nachwirkungen von #MeToo in ihrer neuen Stückentwicklung Yes but No persönlich: Sie begegnen sich selbst als Opfer und als Täter, sprechen über Übergriffe, über sexuellen Missbrauch, erforschen Begehren und Grenzen, gehen Ängsten und Mindfucks auf den Grund und suchen nach aufrichtiger Kommunikation in Schamregionen. Das Wichtigste ist, dass man ehrlich ist, oder? Wir können doch offen über alles sprechen? Oder nicht? Aber man sollte genau wissen, wo die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Belästigung ist, was angemessen ist, was man sagen darf und was nicht. Vor allem sollte man wissen, wie man das alles herausfindet. Wenn Fantasie und Realität, Ausnahmezustand und Alltag, Begehren und Angst vor dem Verletzen zusammentreffen, kommt die Sprache an ihre Grenzen und es wird schwer, »darüber zu reden«. Und wenn gesprochen wird, dann oft als Zuruf auf der Straße, als Bemerkung auf der Arbeit, stets den Linien des Patriarchats von oben nach unten folgend. Aber wie verändert sich der Umgang mit Scham, Angst und Lust offline in Zeiten der Online-Revolution von #MeToo? Und obwohl das Theater die Konflikte liebt und zur Analyse von gesellschaftlichen Strukturen einlädt, riskiert das Ensemble in diesem Stück etwas Ungewöhnliches: Visionen. Sie brechen auf, um neue Formen von zwischenmenschlicher Kooperation zu erproben – auch mit dem Publikum. Und wo die Sprache versagt, beginnt die Musik mit eigens komponierten Songs des israelischen Superstars und Experten für Beziehungsfragen Shlomi Shaban. Triggerwarnung: Dieses Stück thematisiert u.a. Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff


Kategorie: Schauspiel

Es gibt Momente, in denen kommt alles zusammen. Zum Beispiel Ardas 18. Geburtstag. Ohne Plan, aber mit seinen Jungs Bojan, Danny und Savaş. Auf einer Parkbank ohne Park am Bahnhof: rechts die Glatzen, links die Bullen und in der Mitte die Musik. Es gibt Momente, in denen jemand deine Sprache versteht, ohne dass du viel erzählen musst. Momente, an denen jener Punkt auf deiner zerknitterten biografischen Landkarte auftaucht, an dem du den letzen Sommer deiner Kindheit verbringst, kurz bevor deine Freunde verschwinden und du plötzlich merkst: Du bist allein in einem Land, das dich einen Fremden nennt. Also steh auf! Renn so schnell du kannst und noch schneller! Denn wenn keiner wissen will, wer du bist, musst du es selbst herausfinden. Arda Yılmaz sucht atemlos nach den Bruchstücken einer Sprache, die an eine Kindheit in Almanya erinnert. Vor allem aber sucht Arda einen unbekannten Vater, mit dessen gescheiterter Revolution er irgendwie verwandt ist, ohne sie je geträumt zu haben. Es entsteht eine deutsch-türkische Familiengeschichte in den Wirren der »Gastarbeit« und des türkischen Putsches. Wo ist das Land der Desintegrierten? Wer singt die Lieder alleinkämpfender Mütter? Wie klingt der Chor derer, die ewig fliehen und niemals ankommen? Es gibt Momente, in denen all diese Fragen aufblitzen, bevor sie verschwinden wie im fade-out des letzten Tracks auf der Platte deines Lebens. Premiere 20.5. 2017 Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2018 Trailer ansehen Necati Öziri, Jahrgang 1988 war bis Anfang der Spielzeit 2017/2018 Autor, Dramaturg und künstlerischer Leiter des Studio Я. Sein Debut-Stück Vorhaut (gemeinsam mit Tunçay Kulaoğlu und Miraz Bezar) wurde 2014 im Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt. Sein Stück GET DEUTSCH OR DIE TRYIN' ist ein Musikalbum mit A- und B-Seite, das von Müttern, die auf Columbo und Wodka stehen, erzählt, von abwesenden Vätern, von abgeschobenen Freunden und von Geburtstagen auf den Fluren des Ausländeramts, von Hip-Hop, Soul, Gewalt und vom Leben in einer Sprache, die nicht dir gehört. Der Text entstand 2016 im Rahmen der Literaturwerkstatt Flucht, die mich bedingt des Neuen Instituts für dramatisches Schreiben (NIDS) in Zusammenarbeit mit Gorki und Studio Я. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Solo-Performance von und mit Tobias Herzberg Stand-up-Show von und mit Orit Nahmias Orit Nahmias und Tobias Herzberg laden ein zu einem Doppelabend über Sex – und seine Folgen! Den Anfang macht Tobias Herzberg alias Feygele auf der Klaviatur des sexuellen Eskapismus. Mit einer großen Geste streift er sämtliche Labels von sich: schwul, jüdisch, deutsch, romantisch, nymphoman und unbeschnitten. Eine kämpferische Hymne auf die Perversen und Gefährdeten dieser und aller möglichen Welten. Anschließend spielt Orit Nahmias mit Female Shit: Orit ist aus Israel, aber auf der Bühne ist sie nicht »die Jüdin« und nicht »die Israelin«, sondern ein Sexsymbol! Laut und dreckig spricht sie über ihre kläglichen Versuche, eine erfolgreiche Schauspielerin, Mutter und Ausländerin in Berlin zu sein. Female Shit und Feygele sind Produktionen des Studio Я Foto: Esra Rotthoff


Kategorie: Kabarett

Die Sache ist beschlossen: Der Großfürst soll sterben. Lange haben die fünf jungen Menschen im Untergrund dieses Attentat vorbereitet. Sie haben sich entschlossen zu töten, um der staatlichen Barbarei, die in ihrer Gegenwart, dem Russland von 1905, herrscht, ein Ende zu setzen. Aber das Attentat scheitert, weil einer von ihnen im entscheidenden Moment zögert. Es ist der Moment, in dem aus dem Feind ein Mensch wird, aus dem Befreier ein potenzieller Mörder. Albert Camus’ existentialistischer Klassiker Die Gerechten ist einerseits ein spannender politischer Kriminalfall auf der Basis einer wahren Geschichte rund um Iwan Kalijajew, der im Sommer 1905 als Teil einer radikalen Terrorgruppe, die den sogenannten »Sozialrevolutionären« zugehörte, in einem Attentat den Großfürsten Sergej, Onkel des Zaren, ermordete. Auf der anderen Seite verstrickt Camus seine Figuren in die Dialektik von ideologiekritischer Rechtfertigung und der Inkaufnahme persönlicher Schuld. Die »Gerechten« seines Stücks werden in der Tiefenschärfe bei Camus vor das Tribunal des Publikums geführt, das entscheiden muss: Sind sie Helden, deren Mut das Aufscheinen einer anderen Welt möglich macht? Oder Verblendete, gefangen in Gewalt? Oder ist die Gleichzeitigkeit dieser Wertung denk- und formulierbar? Sebastian Baumgarten, bekannt dafür komplexe theoretische Fragen in sinnliche Bühnensprache zu übersetzen, sucht mit Camus in der russischen Geschichte nach einem Verstärker, der die heutigen Kollisionen im »Zeitalter des Zorns«, wie das 21. Jahrhundert auch genannt wird, erfahrbar macht. Trailer ansehen Aufführungsrechte: Rohwolt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg


Kategorie: Schauspiel

Bühne frei für die Dankesrede, den Monolog, die Umarmung einer israelischen Künstlerin, die ihr deutsches Publikum mit ihrer Dankbarkeit in den Schwitzkasten nimmt. Sie erzählt von dem Verlassen ihres Landes, von der freundlichen Aufnahme in Deutschland, den Sprachkursen, dem Stiftungsdschungel, durch den sie sich durchkämpfen musste, um dort anzukommen, wo sie heute ist – als neuer jüdisch-israelische Star am Himmel der deutschen (Kunst-)Landschaft. Spät versteht man, dass aus dem wortgewaltigen Angriff ihrer Liebe nur die Flucht in den Diasporagarten des Jüdischen Museums möglich ist. Und dort warten schon die Tiger. Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden ist der zweite Teil einer Tetralogie von Sivan Ben Yishai und entstand im Rahmen der Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 im Studio Я, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag Produktionsbild © Dina Schweiger Artist: Moran Sanderovich Fotos © Stefan Loeber


Kategorie: Schauspiel

Mascha ist Deutsche, Jüdin, Aserbaidschanerin, wenn nötig auch Russin oder Türkin, sie beherrscht fünf Sprachen fließend und spricht ein paar weitere, so »wie die Ballermann-Touristen deutsch«. Maschas Freund Elias kämpft mit dem Geheimnis, das Mascha aus ihrer Kindheit in Baku macht. Er akzeptiert nicht, dass sie nicht darüber sprechen will. Mascha aber hasst Diskussionen über ihren »Migrationshintergrund« und Begrifflichkeiten wie »postmigrantisch«, insbesondere wenn ihr Freund aus der ostdeutschen Provinz sie benutzt. Es gibt noch Sami, der auch ohne Worte versteht, aber der ist auf einem anderen Kontinent. Als Mascha Elias plötzlich verliert, bricht sie aus der Welt. Sie reist Hals über Kopf nach Israel und sucht in der Wüste nach einem neuen Leben, einer neuen Liebe, einem neuen Anfang. Brüche und Neuanfänge ziehen sich durch die Biografien der Protagonisten. Die Familiengeschichten von Mascha und ihren Freunden sind geprägt von der Zerbrechlichkeit der Welt: von kollabierenden privaten, politischen und gesellschaftlichen Systemen. Der Russe ist einer, der die Birken liebt - von Olga Grjasnowa. In einer Bühnenfassung von Yael Ronen. Aufführungsrechte beim Rowohlt Verlag, Reinbeck bei Hamburg. © Carl Hanser Verlag. München 2012. Premiere: 16. November 2013 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wird als das Original. Beseelt vom bahnbrechenden Erfolg ihres Superhelden-Remakes Fledermausmann Rises nimmt sich die Filmregisseurin Gordon das heißeste Eisen unserer Tage vor – die allgegenwärtige Political Correctness, die wie ein Fallbeil jede freie Lebensäußerung bedroht. In Zeiten, in denen männlich, weiß, hetero als Dreifach-Malus jedem normalen Mann, der einfach mal seine Meinung sagen will, auf die Stirn gestempelt wird, braucht es schließlich Geschichten, in denen die zum Schweigen gebrachte Mehrheit sich wiederfinden kann. Die passende Grundlage für eine Schreckensvision konsequenten Tugendterrors liefert praktischerweise George Orwells 1984: Ein verunsicherter Held, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei. Ein Weltbestseller mit mehrheitsfähigem Twist, die perfekten Zutaten zu einem Horrorszenario mit Mainstream- Potential. Wenn da nur der verdammte Zeitgeist nicht wäre, all die marginalisierten Partypupser*innen, deren Ideen mittlerweile auch Gordons Filmset erreicht haben und unerbittlich die Stirnen selbst der stärksten Helden malträtieren. Nora Abdel-Maksoud, die komischste unter den politisch korrekten Autoren-Regisseurinnen, wurde für ihre Film- und Theatersatire The Making-of zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Mit The Sequel wagt sie sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz. Uraufführung am 23. November, 20.30 Uhr Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2019 Eine Produktion des Studio / Maxim Gorki Theaters Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater &.- Medien


Kategorie: Schauspiel

Wer auf Hebräisch oder Arabisch die politische Lage im Nahen Osten beschreiben will, spricht schlicht von »The Situation«. In den letzten Jahren hat es viele Menschen mit »Situation«-Hintergrund nach Berlin verschlagen. Einst hielt der Konflikt ihre Leben auseinander, nun treffen sie in der deutschen Hauptstadt aufeinander. Hausregisseurin Yael Ronen versetzt ihre neueste Stückentwicklung am Gorki in einen Neuköllner Deutschkurs. Die Kursteilnehmenden verbindet, dass sie in den letzten Jahren nach Berlin gekommen sind. Aus Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht. Aus Israel und Palästina, wo das politische sowie soziale Klima immer militanter wird. Kein Wunder also, dass im Kurs von Deutschlehrer Stefan die deutsche Grammatik das kleinste Problem ist. Yael Ronen und die Schauspieler*innen, die aus Syrien, Palästina und Israel nach Berlin gekommen sind, setzen sich mit den paradoxen Wiederbegegnungen ihrer »Nachbarn« sowie mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Auf Englisch, Deutsch, Hebräisch und Arabisch und mit deutschen und englischen Übertiteln Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Eingeladen zum Theatertreffen 2016 Premiere: 4. September 2015 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Uraufführung: 13. Januar 2017 Trailer ansehen Nora Abdel-Maksoud wurde für THE MAKING-OF von Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin 2017 ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für das Stück den Kurt-Hübner-Regiepreis 2017. Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Trailer ansehen Premiere: 11. Januar 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


Kategorie: Schauspiel

Junge Männer mit Hintergrund versetzen die deutsche Gesellschaft im Kampf um die abendländische Zivilisation in Angst und Schrecken. Ihr Hintergrund ist meist ein migrantischer, muslimischer oder bildungsferner, oft mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Dann zwingen diese Männer ihre Frauen, Kopftuch zu tragen und statt zu arbeiten oder sich zu bilden, zeugen die Integrationsverweigerer ununterbrochen weitere Kopftuchmädchen. Soweit die gängigen Klischees in der zeitgenössischen »Integrationsdebatte«. Die einzige Hoffnung auf Rettung vor dem Untergang richtet sich nun auf die gute alte deutsche Schule, also: Bildung, Bildung, Bildung!!! Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance: Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern gerade Friedrich Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahe zu bringen, als ihr eine Pistole in die Hände fällt, eine echte! Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen. Mit dieser Geiselnahme beginnt ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama und die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten. Verrücktes Blut - von Nurkan Erpulat, Jens Hillje und Jean-Paul Lilienfeld. Übernahme der Produktion vom Ballhaus Naunynstraße. Eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße und der Ruhrtriennale. Frei nach dem Film La Journée da la Jupe, Drehbuch und Regie Jean-Paul Lilienfeld. Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfoto: Ute Langkafel Premiere: 22. November 2013


Kategorie: Schauspiel

Kuba war immer wieder Projektionsraum für Utopist*innen und Feindbild für deren Kritiker*innen. Im 60. Jahr nach der Revolution hat Rimini Protokoll die Enkelgeneration nach ihren Bezügen zum Mythos und zur Realität der Revolution gefragt und drei von ihnen eingeladen, zu erzählen. Da ist zum Beispiel Daniel, 36, Mathematiker und Filmemacher. Sein Großvater, Faustino Pérez, war einer der vertrautesten Kameraden Fidel Castros und organisierte 1956 das Schiff »Granma«, das die Revolutionäre von Mexiko nach Kuba brachte. Nach deren Triumph wurde Pérez erster Minister für die Rückgewinnung unterschlagener Güter und begann mit der Enteignung der Eliten. Sein Enkel Daniel besitzt noch heute den Katalog einer Auktion auf der edle Haarspangen und Strandvillen versteigert wurden. Doch was kann er sich davon heute kaufen? Neben ihm macht sich auf der Bühne der 24-jährige Softwareprogrammierer Christian auf die Spuren seines Großvaters, der als Kampfpilot in den Bürgerkrieg nach Angola zog, und die Geschichtsstudentin Milagro versucht die Geschichte der Revolution, dank der sie studieren konnte, ins Heute weiterzuschreiben. In Granma. Posaunen aus Havanna begehen mit der 31 jährigen Musikerin Diana, deren Großvater im »Orquesta Maravillas de Florida« spielte, eine Zeitreise über mehrere Generationen und verflechten diese mit den gesellschaftspolitischen Fragen einer Gegenwart, in der sich Kuba rapide verändert. Gemeinsam mit dem Komponisten Ari Benjamin Meyers und vier Posaunen üben sie sich zudem in musikalisch-revolutionärer Praxis: gemeinsam etwas lernen, von dem man vorher nicht dachte, dass es möglich ist. Uraufführung 21. März 2019 In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna. BERLIN CALLING HAVANA | 23. und 24. März im STUDIO Я Anlässlich der Premiere von Granma. Posaunen aus Havanna laden wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus Havanna sowie Berlin ein, künstlerische Positionen in Film, Performance und Text vorzustellen. Produktionsfoto: Esra Rotthoff Alle weiteren Fotos: Mikko Gaestel / Expander Aufführungsrechte: Rimini Protokoll Eine Produktion von Rimini Apparat und Maxim Gorki Theater Berlin. In Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione, Festival TransAmériques (Montréal), Kaserne Basel, Onassis Cultural Centre – Athens, Théatre Vidy Lausanne, LuganoInscena-Lac, Zürcher Theaterspektakel. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna


Kategorie: Schauspiel

Mit dem Frühling beginnt das neue Jahr. Wir laden ein zum Konzert, gemeinsam mit uns zu tanzen und das jahrtausendealte Fest Nouruz zu feiern! Golnar &.- Mahan, ein zeitgenössisches iranisches Jazz-Fusion-Projekt aus Wien, entführen uns in die musikalische Welt iranischer Folklore und Jazz. Dabei erschaffen sie einen kraftvollen und einzigartigen Klang aus der Verbindung von Jazz und orientalischen Folk-Elementen, ungeraden Polyrhythmen und afro-kubanischer Musik. Golnar Shahyars volle Stimme kombiniert Sprechchor-Gesang und Scat-Singing mit Tahrir, einer speziellen Art des vorderasiatischen Jodelns. Mahan Mirarab mit seinen Doppelhalsgitarren hypnotisiert mit seinem groovigen, aber feinen Spiel. Die Musiker*innen werden durch den vielseitigen österreichischen Percussionist, Amir Wahba ergänzt, womit gemeinhin bekannte Grenzen der Musik noch weiter aufgebrochen und verschoben werden. »Ein musikalisches Erlebnis, das einen auf schönste und sanfteste Art in eine andere ferne Dimension entführt.« Mica Austria.« Anschließend Party mit Afagh Irandoost


Kategorie: World Music

Kuba war immer wieder Projektionsraum für Utopist*innen und Feindbild für deren Kritiker*innen. Im 60. Jahr nach der Revolution hat Rimini Protokoll die Enkelgeneration nach ihren Bezügen zum Mythos und zur Realität der Revolution gefragt und drei von ihnen eingeladen, zu erzählen. Da ist zum Beispiel Daniel, 36, Mathematiker und Filmemacher. Sein Großvater, Faustino Pérez, war einer der vertrautesten Kameraden Fidel Castros und organisierte 1956 das Schiff »Granma«, das die Revolutionäre von Mexiko nach Kuba brachte. Nach deren Triumph wurde Pérez erster Minister für die Rückgewinnung unterschlagener Güter und begann mit der Enteignung der Eliten. Sein Enkel Daniel besitzt noch heute den Katalog einer Auktion auf der edle Haarspangen und Strandvillen versteigert wurden. Doch was kann er sich davon heute kaufen? Neben ihm macht sich auf der Bühne der 24-jährige Softwareprogrammierer Christian auf die Spuren seines Großvaters, der als Kampfpilot in den Bürgerkrieg nach Angola zog, und die Geschichtsstudentin Milagro versucht die Geschichte der Revolution, dank der sie studieren konnte, ins Heute weiterzuschreiben. In Granma. Posaunen aus Havanna begehen mit der 31 jährigen Musikerin Diana, deren Großvater im »Orquesta Maravillas de Florida« spielte, eine Zeitreise über mehrere Generationen und verflechten diese mit den gesellschaftspolitischen Fragen einer Gegenwart, in der sich Kuba rapide verändert. Gemeinsam mit dem Komponisten Ari Benjamin Meyers und vier Posaunen üben sie sich zudem in musikalisch-revolutionärer Praxis: gemeinsam etwas lernen, von dem man vorher nicht dachte, dass es möglich ist. Uraufführung 21. März 2019 In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna. BERLIN CALLING HAVANA | 23. und 24. März im STUDIO Я Anlässlich der Premiere von Granma. Posaunen aus Havanna laden wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus Havanna sowie Berlin ein, künstlerische Positionen in Film, Performance und Text vorzustellen. Produktionsfoto: Esra Rotthoff Alle weiteren Fotos: Mikko Gaestel / Expander Aufführungsrechte: Rimini Protokoll Eine Produktion von Rimini Apparat und Maxim Gorki Theater Berlin. In Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione, Festival TransAmériques (Montréal), Kaserne Basel, Onassis Cultural Centre – Athens, Théatre Vidy Lausanne, LuganoInscena-Lac, Zürcher Theaterspektakel. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna


Kategorie: Schauspiel

Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat. Papa liebt dich, der dritter Teil von Sivan Ben Yishais Pentalogie Let The Blood Come Out To Show Them, ist ein Auftragswerk für das Maxim Gorki Theater. Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag AG, Berlin. Deutsche Übersetzung von Maren Kames Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Kuba war immer wieder Projektionsraum für Utopist*innen und Feindbild für deren Kritiker*innen. Im 60. Jahr nach der Revolution hat Rimini Protokoll die Enkelgeneration nach ihren Bezügen zum Mythos und zur Realität der Revolution gefragt und drei von ihnen eingeladen, zu erzählen. Da ist zum Beispiel Daniel, 36, Mathematiker und Filmemacher. Sein Großvater, Faustino Pérez, war einer der vertrautesten Kameraden Fidel Castros und organisierte 1956 das Schiff »Granma«, das die Revolutionäre von Mexiko nach Kuba brachte. Nach deren Triumph wurde Pérez erster Minister für die Rückgewinnung unterschlagener Güter und begann mit der Enteignung der Eliten. Sein Enkel Daniel besitzt noch heute den Katalog einer Auktion auf der edle Haarspangen und Strandvillen versteigert wurden. Doch was kann er sich davon heute kaufen? Neben ihm macht sich auf der Bühne der 24-jährige Softwareprogrammierer Christian auf die Spuren seines Großvaters, der als Kampfpilot in den Bürgerkrieg nach Angola zog, und die Geschichtsstudentin Milagro versucht die Geschichte der Revolution, dank der sie studieren konnte, ins Heute weiterzuschreiben. In Granma. Posaunen aus Havanna begehen mit der 31 jährigen Musikerin Diana, deren Großvater im »Orquesta Maravillas de Florida« spielte, eine Zeitreise über mehrere Generationen und verflechten diese mit den gesellschaftspolitischen Fragen einer Gegenwart, in der sich Kuba rapide verändert. Gemeinsam mit dem Komponisten Ari Benjamin Meyers und vier Posaunen üben sie sich zudem in musikalisch-revolutionärer Praxis: gemeinsam etwas lernen, von dem man vorher nicht dachte, dass es möglich ist. Uraufführung 21. März 2019 In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna. BERLIN CALLING HAVANA | 23. und 24. März im STUDIO Я Anlässlich der Premiere von Granma. Posaunen aus Havanna laden wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus Havanna sowie Berlin ein, künstlerische Positionen in Film, Performance und Text vorzustellen. Produktionsfoto: Esra Rotthoff Alle weiteren Fotos: Mikko Gaestel / Expander Aufführungsrechte: Rimini Protokoll Eine Produktion von Rimini Apparat und Maxim Gorki Theater Berlin. In Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione, Festival TransAmériques (Montréal), Kaserne Basel, Onassis Cultural Centre – Athens, Théatre Vidy Lausanne, LuganoInscena-Lac, Zürcher Theaterspektakel. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna


Kategorie: Schauspiel

KUBA IN 7 SCHNITTEN / CUBA EN 7 CLIPS Studio Я 23/März 19:00 Film-Diskussion mit Marta María Borrás, Bert Hoffmann, Rosa Muñoz Lima Moderiert von Bernd Pickert Anhand von Ausschnitten aus Dokumentarfilmen wird die Geschichte Kubas, ihre künstlerische Darstellung und Rezeption diskutiert. Based on excerpts from documentary films, the history of Cuba, its representation and reception in art are discussed. DREI KURZE ARBEITEN / TRES OBRAS CORTAS Studio Я 23/März 19:00 Anschließend Party Film, Performance, Lesung von und mit José Ramón Hernández Suárez, Ricardo Sarmiento, Marta María Borrás Anschl. Künstler*innengespräch u.a. Yohayna Hernández moderiert von Aljoscha Begrich Drei kubanische Künstler*innen präsentieren Einblicke in ihre Werke. Three Cuban artists present insights into their works.


Kategorie:

Kuba war immer wieder Projektionsraum für Utopist*innen und Feindbild für deren Kritiker*innen. Im 60. Jahr nach der Revolution hat Rimini Protokoll die Enkelgeneration nach ihren Bezügen zum Mythos und zur Realität der Revolution gefragt und drei von ihnen eingeladen, zu erzählen. Da ist zum Beispiel Daniel, 36, Mathematiker und Filmemacher. Sein Großvater, Faustino Pérez, war einer der vertrautesten Kameraden Fidel Castros und organisierte 1956 das Schiff »Granma«, das die Revolutionäre von Mexiko nach Kuba brachte. Nach deren Triumph wurde Pérez erster Minister für die Rückgewinnung unterschlagener Güter und begann mit der Enteignung der Eliten. Sein Enkel Daniel besitzt noch heute den Katalog einer Auktion auf der edle Haarspangen und Strandvillen versteigert wurden. Doch was kann er sich davon heute kaufen? Neben ihm macht sich auf der Bühne der 24-jährige Softwareprogrammierer Christian auf die Spuren seines Großvaters, der als Kampfpilot in den Bürgerkrieg nach Angola zog, und die Geschichtsstudentin Milagro versucht die Geschichte der Revolution, dank der sie studieren konnte, ins Heute weiterzuschreiben. In Granma. Posaunen aus Havanna begehen mit der 31 jährigen Musikerin Diana, deren Großvater im »Orquesta Maravillas de Florida« spielte, eine Zeitreise über mehrere Generationen und verflechten diese mit den gesellschaftspolitischen Fragen einer Gegenwart, in der sich Kuba rapide verändert. Gemeinsam mit dem Komponisten Ari Benjamin Meyers und vier Posaunen üben sie sich zudem in musikalisch-revolutionärer Praxis: gemeinsam etwas lernen, von dem man vorher nicht dachte, dass es möglich ist. Uraufführung 21. März 2019 In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna. BERLIN CALLING HAVANA | 23. und 24. März im STUDIO Я Anlässlich der Premiere von Granma. Posaunen aus Havanna laden wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus Havanna sowie Berlin ein, künstlerische Positionen in Film, Performance und Text vorzustellen. Produktionsfoto: Esra Rotthoff Alle weiteren Fotos: Mikko Gaestel / Expander Aufführungsrechte: Rimini Protokoll Eine Produktion von Rimini Apparat und Maxim Gorki Theater Berlin. In Koproduktion mit Emilia Romagna Teatro Fondazione, Festival TransAmériques (Montréal), Kaserne Basel, Onassis Cultural Centre – Athens, Théatre Vidy Lausanne, LuganoInscena-Lac, Zürcher Theaterspektakel. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Havanna


Kategorie: Schauspiel

Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache. Wir zerbrechen uns darüber nicht den Kopf. Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. […] Wir kommen nicht als Freunde, auch nicht als Neutrale. Wir kommen als Feinde! Joseph Goebbels, 1928 Wie bereits in der Vergangenheit geschehen, erleben wir heute wieder wie antidemokratische Kräfte mit Mitteln der Demokratie legitimiert werden, mediale und reale Präsentationsräume erhalten und ihre Ansichten salonfähig werden. Dann können sie ganz legal anschließend die Demokratie umstürzen und eine autoritäre Diktatur fordern – nicht nur in Polen oder Ungarn, sondern auch in Deutschland. Oliver Frljić hat drei Jahre lang das Nationaltheater in Rijeka geleitet und wurde von seinem Publikum begeistert unterstützt, von katholisch kroatischen Nationalisten erbittert bekämpft. Seitdem inszeniert er in unterschiedlichen Ländern, zuletzt in Österreich und Polen, wo seine Arbeit Klątwa (Der Fluch), die im Juni 2017 im Gorki zu Gast war, in Warschau für Jubel und Protest sorgte. Im Gorki will er der Logik der Politik folgen, um das Theater in Frage zu stellen und das demokratische System zu überdenken. Pünktlich zum 150. Geburtstag von Maxim Gorki untersucht Frljić, ob Gorki dem Gorki helfen kann, die Alternative für Deutschland zu verstehen. Und ob die Alternative für Deutschland helfen kann, das GOЯKI zu verstehen. Oder andersherum? Was ist Demokratie wert, wenn ihre Gegner*innen in ihren Räumen groß aufspielen können? Was ist Theater wert, wenn in seinen Räumen seine Gegner*innen nicht aufspielen können? Uraufführung 15. März 2018


Kategorie: Schauspiel

KUBA IN 7 SCHNITTEN / CUBA EN 7 CLIPS Studio Я 23/März 19:00 Film-Diskussion mit Marta María Borrás, Bert Hoffmann, Rosa Muñoz Lima Moderiert von Bernd Pickert Anhand von Ausschnitten aus Dokumentarfilmen wird die Geschichte Kubas, ihre künstlerische Darstellung und Rezeption diskutiert. Based on excerpts from documentary films, the history of Cuba, its representation and reception in art are discussed. DREI KURZE ARBEITEN / TRES OBRAS CORTAS Studio Я 23/März 19:00 Anschließend Party Film, Performance, Lesung von und mit José Ramón Hernández Suárez, Ricardo Sarmiento, Marta María Borrás Anschl. Künstler*innengespräch u.a. Yohayna Hernández moderiert von Aljoscha Begrich Drei kubanische Künstler*innen präsentieren Einblicke in ihre Werke. Three Cuban artists present insights into their works.


Kategorie:

Im Palästina kurz vor der Erfindung des Christentums herrscht Herodes Antipas als Statthalter der römischen Besatzungsmacht. Sein Einfluss schwindet, ihm droht das Schicksal einer politischen Lame Duck – Druck aus Rom, Druck von der Straße oder besser gesagt aus der Wüste, wo sich um den radikalen Täufer Johannes eine immer größer werdende Schar von Fanatikern sammelt. Herodes feiert ein Fest, um sich Luft zu verschaffen. Aber sein Begehren nach Salome gibt ihm, seinem Hof und vor allem Salome keine Ruhe. Diese hält sich lieber vor der Festung auf. Die Wüste verspricht die Verheißung der Leere und der Übersichtlichkeit, der Klarheit und der Reinheit. Diese Gedanken ergreifen Salome und später den ganzen Hof wie eine Infektion. Doch statt Ordnung bringt der Fundamentalismus den Untergang. Thomaspeter Goergen bricht aus der Vorlage Oscar Wildes einzelne Motive heraus und treibt so das berühmte fin-de-siecle Stück ins Dilemma der Jetztzeit – Perversion und Fundamentalismus als das zerstörerische Gemisch aus diffuser Angst und realer Macht. Ersan Mondtag inszeniert diese Zuspitzung bildgewaltig und lustvoll düster: »Die Besten von nichts überzeugt, die Schlechtesten leidenschaftlich besessen.« W. B. Yeats Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR


Kategorie: Schauspiel

Das Revuetheater ist wieder da! Fast schien es, als hätten die Nazis gesiegt. Das Revuetheater, jene queere Mischung aus Operette, modernem Boulevard, politischem Kabarett, Jazz und neuer Musik war das Genre, das wie kein anderes das Bild der »Goldenen Zwanziger« in Berlin prägte. Doch diese hohe frühpostmoderne Unterhaltungskunst fiel den Nazis und ihrem antisemitisch-homophobem Hass zum Opfer. Die Künstler*innen mussten emigrieren, ihre Werke verschwanden und mit ihnen auch das Genre. Am Gorki wird nun eines dieser Werke 87 Jahre nach der Uraufführung 1931 wieder belebt: Alles Schwindel ist eine echte Wiederentdeckung. Was wie eine klassische Boy-meets-Girl-Story beginnt, wird zu einem aberwitzigen Parcours durch die Scheinwelten der späten Zwanziger Jahre und damit einer Zeit, in der »Tempo« das entscheidende Wort war und »Schritt halten« den Rhythmus vorgab. Die Musik des später nach London emigrierten Mischa Spoliansky kann neben Größen wie Kurt Weill bestehen. Christian Weise hat als Regisseur einen riesen Spaß an solchen Stoffen, von Spoliansky inszenierte er bereits die Operette Wie werde ich reich und glücklich. Er wirft sich mit dem Gorki-Ensemble in den Strudel einer großen Berliner Zeit, die in ihrem Flimmern, aber auch in ihrer bedrohlichen Fragilität politisch und hedonistisch zarte Ähnlichkeiten zu der Stadt hat, wie sie heute zu erleben ist. Ein rasanter Kostüm-, Musik und Tanzabend mit Songs, die im Ohr bleiben und einer verwirrend aktuellen Story. Trailer anschauen Premiere: 17/Dezember 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Von und mit den Golden Gorkis (Ensemble 60+) und dem Ensemble Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring Was können wir zusammen besser als alleine? Für die Begegnung und das Weitergehen in der Erkenntnis, dass man mehr ist als man sich vorstellen kann, laden die Golden Gorkis die Spieler*innen von Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring zum gemeinsamen Bühnenexperiment ein. Mit Henriette Bothe, Peter Fieback, Bernd Ocker Hölters, Martha Hölters-Freier, Vincent Lefrancois Mangold, Koos Martens, Hans Peter Niendorf, Annette Rentz-Lühning, Erdmute Schlusnus, Liz Schmidt, Johanna Skirecki, Renate Sörensen, Gisela Trentmann-Schrick, Frank Wolff und Daniel, Ece, Erdem, Filippos, Frederika, Josua, Kevin, Lea, Lisa, Kaan, Rasha


Kategorie: Schauspiel

Europa, irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Auf einem von politischen Spannungen und kriegsähnlichen Unruhen gezeichneten Kontinent haben sich Nationalismus und Faschismus endgültig durchgesetzt. Eine Frau in den Dreißigern bereitet sich auf den Ausstieg vor, indem sie sich für eine Reality-Show bewirbt, deren Teilnehmer*innen auf den Mars fliegen, um dort eine neue Gesellschaft aufzubauen. Was angesichts der zunehmenden Verrohung als letzter Ausweg erscheint, wird jedoch nur unter bestimmten Bedingungen gewährt: Die Rakete kann nur gemeinsam mit einem Mann als Zweierteam bestiegen werden, damit die Fortpflanzung auf dem fremden Planeten gesichert ist ... Nach Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen (Stück des Jahres 2014) und Und dann kam Mirna (Mülheimer Theatertage 2016) inszenieren Regisseur Sebastian Nübling und Choreografin Tabea Martin eine neue Folge der Geschichte um Sibylle Bergs Anti-Heldin des 21. Jahrhundert, die sich in Teil drei mit der Vorbereitung ihres intergalaktischen Ausstiegs beschäftigt und sich dafür mehr oder weniger überzeugt auf Partnersuche begibt. Uraufführung: 24/September 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Trailer ansehen Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.


Kategorie: Schauspiel

Von und mit den Golden Gorkis (Ensemble 60+) und dem Ensemble Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring Was können wir zusammen besser als alleine? Für die Begegnung und das Weitergehen in der Erkenntnis, dass man mehr ist als man sich vorstellen kann, laden die Golden Gorkis die Spieler*innen von Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring zum gemeinsamen Bühnenexperiment ein. Mit Henriette Bothe, Peter Fieback, Bernd Ocker Hölters, Martha Hölters-Freier, Vincent Lefrancois Mangold, Koos Martens, Hans Peter Niendorf, Annette Rentz-Lühning, Erdmute Schlusnus, Liz Schmidt, Johanna Skirecki, Renate Sörensen, Gisela Trentmann-Schrick, Frank Wolff und Daniel, Ece, Erdem, Filippos, Frederika, Josua, Kevin, Lea, Lisa, Kaan, Rasha


Kategorie: Schauspiel

»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Trailer ansehen Premiere: 11. Januar 2019 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


Kategorie: Schauspiel

Von und mit den Golden Gorkis (Ensemble 60+) und dem Ensemble Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring Was können wir zusammen besser als alleine? Für die Begegnung und das Weitergehen in der Erkenntnis, dass man mehr ist als man sich vorstellen kann, laden die Golden Gorkis die Spieler*innen von Neukölln11 des sonderpädagogischen Förderzentrums am Bienwaldring zum gemeinsamen Bühnenexperiment ein. Mit Henriette Bothe, Peter Fieback, Bernd Ocker Hölters, Martha Hölters-Freier, Vincent Lefrancois Mangold, Koos Martens, Hans Peter Niendorf, Annette Rentz-Lühning, Erdmute Schlusnus, Liz Schmidt, Johanna Skirecki, Renate Sörensen, Gisela Trentmann-Schrick, Frank Wolff und Daniel, Ece, Erdem, Filippos, Frederika, Josua, Kevin, Lea, Lisa, Kaan, Rasha


Kategorie: Schauspiel

Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Pavian: Jeany (Filmtierschule Harsch) Tiertrainer: René Harsch Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


Kategorie: Schauspiel

Musik spielen, heißt es, nicht Musik arbeiten – also auch Cello spielen. Freilich ist es erstmal ein Handwerk, Technik. Out of the Black spielt mit den Techniken und Tönen und Geräuschen eines ganzen Cello-Lebens: als Alterswerk und Kinderspiel. Musikalisch erzählt Frank Wolff, einer der (laut Carl Hegemann) weltbesten Cellisten beziehungsweise der Stadtstreicher von Berlin und Golden Gorkis-Mitglied, seine ganze Cello-Geschichte von den klassischen Anfängen bis zu sensationellen modernen Sounds.- Politisch geht die Reise von Deutschland und Europa nach Amerika und in den Weltraum – und zurück. Von Bach bis Jimi Hendrix und weiter!


Kategorie: Crossover

Eigentlich ist Elisabeth die Vorgängerin von Erin Brockovich: eine junge Frau, die bodenständig und unbeirrt an ihrer Unabhängigkeit festhält und mit allen Mitteln versucht, eine Job zu finden. Deswegen steht sie auch vor dem Anatomischen Institut, um ihre Organe schon zu Lebzeiten verkaufen und damit den Gewerbeschein als Unterwäscheverkäuferin zu finanzieren. Doch die sozialen Umstände schnüren sie enger ein als jedes Korsett: Missgunst und eine Gesellschaft im gnadenlosen Existenzkampf verstricken die immer verzweifelter agierende Elisabeth in ein prekäres Netz aus Notlügen und Heuchelei. Das wird eine verregnete Parade / Da wo man die Leichen halt zersägt / Die Welt ist eine Ahnungslosballade / Von Not und Tod sind alle doch geprägt, heißt es in einem Song, den der bekannte Post-Klezmer-Punk-Musiker Daniel Kahn für diese Inszenierung von Hakan Savaş Mican geschrieben hat. Nach Kleiner Mann - was nun? widmet dieser sich erneut einem Sozialdrama, das mit hellsichtiger Eindringlichkeit den gesellschaftlichen Abstieg der normalen Angestellten zu Beginn der dreißiger Jahre skizziert. Mutig und verzweifelt ringen sie um ein anständiges Leben und etwas Liebe, auch wenn der Ort ihrer Träume in immer größere Ferne rückt: In the mountains of Tibet/ How much schöner could it get/ Dort zersägt man kein Skelett/ Dort verkauft man kein Korsett/ in the mountains of Tibet. Trailer anschauen Premiere: 13. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


Kategorie: Schauspiel

Die Bedeutung des Älterwerdens ist stark vergeschlechtlicht: Männer* haben Erfahrung, Frauen* sind unsichtbar. Wir diskutieren queer-feministische Konzepte für ein glückliches Leben im Alter! Mit Livestream | Social Media #FemAlliances Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Missy Magazine


Kategorie: Diskussion


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:25.02.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Tyskland(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) A Walk on the Dark Side(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Das Theater und seine Geschichte(Haus - 2019/Haus - 2019) Kleiner Mann - was nun?(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) Salty Roads - طرق مالحة(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Die Nacht von Lissabon(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Ein Bericht für eine Akademie(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) YEKI BUD YEKI NABUD (ES GAB JEMANDEN, ES GAB NIEMANDEN)(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) Third Generation – Next Generation(Esra Rotthoff - 2019/Esra Rotthoff - 2019) Süleymankurt(Esra Rotthoff/Esra Rotthoff) Yes but No(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) GET DEUTSCH OR DIE TRYIN'(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) Feygele + Female shit(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Die Gerechten(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Der Russe ist einer, der Birken liebt(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) The Sequel(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) The Situation(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) The Making-of(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) Verrücktes Blut(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) Granma(Mikko Gaestel / Expander - 2019/Mikko Gaestel / Expander - 2019) Golnar & Mahan Trio(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Papa liebt Dich(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Berlin Calling Havana(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) GOᴙKI – Alternative für Deutschland?(Promo/) Salome(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Alles Schwindel(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) So nicht aber so schon(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) NACH UNS DAS ALL - DAS INNERE TEAM KENNT KEINE PAUSE(Ute Langkafel - 2019/Ute Langkafel - 2019) OUT OF THE BLACK – EIN SOLOKONZERT(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Glaube Liebe Hoffnung(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019) Missy Magazine live: »Doing Ageing« — Feminismus im Alter(Maxim Gorki Theater - 2019/Maxim Gorki Theater - 2019)

...nach oben - ...Seite zurück - ...zur Startseite