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Spielplan für Juni 2019

Prinz Tamino wird von einem wilden Drachen bedroht. In letzter Minute retten ihn drei geheimnisvolle Frauen, Abgesandte der Königin der Nacht. Als der Vogelfänger Papageno auftaucht und sich mit der Heldentat brüstet, bestrafen sie ihn. Dem Prinzen überreichen sie ein Bild von Pamina, der Tochter der Königin, die vom Herrscher des Sonnentempels, Sarastro, gefangen gehalten wird. Tamino verliebt sich in sie. Da erscheint die Königin selbst und befiehlt ihm, zusammen mit Papageno Pamina zu retten. Eine Zauberflöte soll ihn vor Gefahren schützen, der widerstrebende Papageno erhält ein magisches Glockenspiel. Von drei Knaben geführt, machen sich die beiden auf den Weg zu Sarastros Burg. Während Tamino von den Burgwächtern zweimal zurückgewiesen und beim dritten Mal darüber belehrt wird, dass Sarastro nicht der grausame Despot sei, als den ihn die Königin hingestellt hat, findet Papageno Pamina und versucht mit ihr zu fliehen. Ihren Bewacher Monostatos kann er zwar mit Hilfe des Glockenspiels in Schach halten, aber das Erscheinen Sarastros macht alle Anstrengung zunichte. Papageno, Pamina und Tamino müssen in Sarastros Tempel bleiben. Sie werden aufgefordert, sich lebensgefährlichen Prüfungen zu unterziehen. Als erstes müssen sie schweigen lernen, ein vor allem für Papageno schwieriges Unterfangen. Als ein altes Weiblein daherkommt, hält er es nicht mehr aus und fragt sie nach ihrem Namen. Mit einem Donnerschlag verschwindet sie wieder. Papageno tröstet sich mit Speis und Trank, die den beiden auf wundersame Weise serviert werden, nur Tamino schweigt und spielt auf seiner Flöte. Pamina kommt und ist verzweifelt, weil Tamino nicht mehr mit ihr spricht. Ihre Mutter hat zuvor vergeblich versucht, sie zum Mord an Sarastro zu überreden. Als sie ihrem Leben ein Ende machen will, entreißen ihr die drei Knaben den Dolch und führen sie zu Tamino. Beide durchschreiten, von der Flöte geschützt, Feuer und Wasser, und haben damit alle Prüfungen bestanden. Unterdessen wünscht Papageno in seiner Einsamkeit das alte Weib wieder herbei und verspricht ihr, »solange sich nichts Besseres findet«, sie zur Frau zu nehmen. Da verwandelt sie sich plötzlich in ein junges, hübsches Mädchen, aber die Zeit ist noch nicht gekommen, sie wird ihm wieder entrissen. Vor Verzweiflung will er sich das Leben nehmen, doch die drei Knaben erinnern ihn an das Glockenspiel. Sein Klang ruft Papagena herbei, und beide träumen von einer glücklichen Zukunft. Auch das andere Paar ist glücklich: Tamino und Pamina werden in die Gemeinschaft der Eingeweihten aufgenommen und verherrlichen die Ideale von Natur, Weisheit, Vernunft. Nur die Königin der Nacht nimmt ein böses Ende: Als sie versucht, mit ihrem Gefolge in den Tempel einzudringen, wird sie von den Mächten der Finsternis verschlungen. Mozarts ZAUBERFLÖTE, die meistgespielte Oper im deutschen Sprachraum, das vielschichtige Meisterwerk in der ungewöhnlichen Mischung aus Wiener Volkstheater und Freimaurermysterium, Märchen und Mythen, gibt uns bis heute Rätsel auf: Haben Mozart und sein Textdichter Schikaneder mitten im Werk die Fronten gewechselt zwischen der Königin der Nacht und Sarastro? Ist nicht Misstrauen angezeigt gegenüber der allzu heilen Priesterwelt und ihrer Ideologie, die die Welt einteilt in Gut und Böse? Gibt es nicht sogar Spuren einer Distanz zwischen Text und Musik, wie von manchen Mozart-Spezialisten vermutet wird? Gleichwohl ist es gerade die Musik, die die Widersprüche der Handlung ins Welthafte erhebt. Sie denunziert ihre Figuren nicht, sondern verleiht ihren Konflikten eine existentielle Dimension. Ohne sie würde die Oper wie ein irrationales Märchen klingen.


Kategorie: Oper

Jazz & Breakfast im Restaurant Deutsche Oper [rdo]


Kategorie: Klassik

Jules Massenet hat mit DON QUICHOTTE einem Stoff der Weltliteratur auf der Opernbühne ein musikalisches Denkmal gesetzt. In der Welt des Titelhelden ist alles möglich, dort werden Windmühlenflügel zu Riesen, er nimmt es mit einer Horde Banditen auf und die schöne Dulcinea erwidert seine Liebe. Doch der „Ritter von der traurigen Gestalt“ muss erkennen, dass seine Träume in der Realität der anderen keinen Platz finden. Die „Comédie heroique“ DON QUICHOTTE, 1910 in Monte Carlo uraufgeführt, ist Massenets vorletzter Beitrag zum Musiktheater und in mehrfacher Hinsicht ein Werk über das Alter und den Tod: Der 68-jährige Komponist war selbst von Krankheit gezeichnet und brachte im Bett liegend die Noten aufs Papier. Nicht nur mit dem an gebrochenem Herzen sterbenden Don Quichotte fragt Massenet am Ende des Lebens, wie es gelingen kann, die Träume vom eigenen Glück Realität werden zu lassen. Auch mit der schillernden Figur der Dulcinea erzählt er, wie sich hinter einer Fassade vermeintlich purer Lebenslust die Angst vor der Vergänglichkeit verbirgt. DON QUICHOTTE wird inszeniert von dem in Amsterdam lebenden Regisseur, Performer und Zauberer Jakop Ahlbom, der mit seiner ganz speziellen Form des Theaters europaweit gefeiert wird. Seine Produktionen verbinden in einzigartiger Weise Pantomime, Tanz, Musik und Illusion und leben von magischen, surrealistisch-albtraumhaften Bildern, so u. a. in den Stücken VIELFALT [2006], INNENSCHAU [2010], LEBENSRAUM [2012] oder jüngst HORROR [2018].


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

Jules Massenet hat mit DON QUICHOTTE einem Stoff der Weltliteratur auf der Opernbühne ein musikalisches Denkmal gesetzt. In der Welt des Titelhelden ist alles möglich, dort werden Windmühlenflügel zu Riesen, er nimmt es mit einer Horde Banditen auf und die schöne Dulcinea erwidert seine Liebe. Doch der „Ritter von der traurigen Gestalt“ muss erkennen, dass seine Träume in der Realität der anderen keinen Platz finden. Die „Comédie heroique“ DON QUICHOTTE, 1910 in Monte Carlo uraufgeführt, ist Massenets vorletzter Beitrag zum Musiktheater und in mehrfacher Hinsicht ein Werk über das Alter und den Tod: Der 68-jährige Komponist war selbst von Krankheit gezeichnet und brachte im Bett liegend die Noten aufs Papier. Nicht nur mit dem an gebrochenem Herzen sterbenden Don Quichotte fragt Massenet am Ende des Lebens, wie es gelingen kann, die Träume vom eigenen Glück Realität werden zu lassen. Auch mit der schillernden Figur der Dulcinea erzählt er, wie sich hinter einer Fassade vermeintlich purer Lebenslust die Angst vor der Vergänglichkeit verbirgt. DON QUICHOTTE wird inszeniert von dem in Amsterdam lebenden Regisseur, Performer und Zauberer Jakop Ahlbom, der mit seiner ganz speziellen Form des Theaters europaweit gefeiert wird. Seine Produktionen verbinden in einzigartiger Weise Pantomime, Tanz, Musik und Illusion und leben von magischen, surrealistisch-albtraumhaften Bildern, so u. a. in den Stücken VIELFALT [2006], INNENSCHAU [2010], LEBENSRAUM [2012] oder jüngst HORROR [2018].


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Crossover

Andreas Kriegenburg erzählt Verdis OTELLO als Drama über das tödliche Zerbrechen einer großen Liebe in einer durch Krieg konditionierten Gesellschaft. Eine der größten Liebesgeschichten der Literatur scheitert – wie alle anderen großen Liebesgeschichten der Literatur übrigens auch: brutal, grausam und sinnlos. Der schwarze venezianische Kriegsherr Otello, ein Siegertyp und Aufsteiger par excellence, Ehemann einer klugen und unerschrockenen jungen Frau aus guter Familie, wird zum rasenden Mörder aus Eifersucht. Als er erkennen muss, einer Intrige aufgesessen zu sein, tötet er auch sich selbst und ringt im Sterben dem toten Körper der unschuldigen Geliebten letzte leidenschaftliche Küsse ab. Ein Liebestod? Verdi ist nicht Wagner, und an seinem Optimismus in der Frage, ob ein gemeinsamer Tod tatsächlich die völlige Erfüllung aller im Leben ersehnten Vereinigungswünsche bedeuten kann, sind berechtigte Zweifel anzumelden. Ein Gewitter immensen, metaphysischen Ausmaßes überschattet den Anfang des Werkes. Es ist ein apokalyptisches Szenario, das Verdi im Eingang seiner Oper entwirft, die Verdichtung drohenden Unheils. Eine Insel voller Menschen, fern der Heimat, umgeben vom tosenden Meer, das kaum hoffen lässt, die Überlebenden des Feldzugs gegen die Türken wohlbehalten freizugeben. Aus einer Art chorischem „Dies irae“ ragt die Stimme Jagos heraus, der das Unglück beschwört, nicht als Befürchtung, sondern mit wohligem Einverständnis. Wider seine Erwartung entsteigt der Kriegsheld Otello körperlich unversehrt den schäumenden Wassermassen. Den Gegenpol zu jener Apokalypse bildet die Idee der Liebe als ein utopisches Alternativmodell. Die Voraussetzungen für die Verwirklichung dieser Utopie scheinen gegeben und setzen ein gewaltiges Maß an Hoffnung frei. Desdemona liebt Otello, sie hat sich entgegen der Konvention und unter Ausblendung aller Hindernisse frei, trotzig und souverän für diesen Mann entschieden, dem sie ins ferne Zypern gefolgt ist, um die gemeinsame Liebe in radikaler Bejahung leben zu können. Doch der Traum von einer Beziehung ohne Einschränkungen scheitert. Die Größe dieser Liebe wird nicht im Glück sichtbar, sondern an der Schmerzhaftigkeit ihres Zerbrechens. Eine einzige, ungetrübte Begegnung ist dem Paar vergönnt, die es nutzt, um sich einander zu vergewissern, sich ihre einander ergänzenden Motive für die Verbindung in Erinnerung zu rufen. Die Intrige Jagos – mit der Ankunft Otellos auf Zypern in Gang gesetzt – beginnt ihre Wirkung zu entfalten. Meisterhaft sind die Mechanismen der Manipulation, die er entfesselt. Er inszeniert ein Puzzle loser Verdachtsmomente und verräterischer Polaroids, die Otello, einmal mit dem Virus der Eifersucht geimpft, mühelos zu einem Horrorszenario des Liebeverrats und Ehrverlusts zusammensetzt. Wenige gezielte Anstöße durch Jago setzten eine Lawine der Selbstdemontage in Gang, die ungebremst auf das schrecklichst mögliche Ende zurollt. Die Ehrlichkeit, Unschuld und Unvoreingenommenheit Desdemonas und die Größe der Utopie ihrer Liebe nehmen in diesem Licht die Gestalt einer provozierenden Fratze an, werden zum Katalysator eines nicht mehr aufzuhaltenden Unglücks. Verursacher ist Jago, leise und grausam, schillernd in seiner Boshaftigkeit, ein Menschenkenner in jeder seiner Handlungen mit undurchschaubarem Ziel, getrieben von einer Motivation, deren Ursprung größer sein muss als Missgunst, Neid und Rassismus, und die letztlich im Dunkel bleibt. Der Boden, auf dem seine Intrige gedeihen kann, ist der einer Gesellschaft im Kriegszustand. Der Krieg macht den Mann zum Mann und vernichtet ihn umgehend wieder. Dem Kriegshelden beschert er tiefe Glücksgefühle und eine Art Rausch des Existentiellen an der Schwelle des Todes. Der Aufsteiger Otello ist ein großer Krieger, ein Stratege mit Mut und Verantwortungsgefühl, unverwundbar scheint er als Feldherr zu sein, sei es im Kampf gegen ein feindliches Heer oder im Bestehen gegen die Naturgewalten. Seine Reflexe sind trainiert und konditioniert. Schnelle Entscheidungen zu treffen – notfalls auch gegen die eigenen Interessen – bereitet ihm keine Schwierigkeiten. Überall lauert der Feind, lauert die Gewalt, die physische Vernichtung oder – schlimmer noch – der Ehrverlust. Was im Krieg überlebenswichtig ist, erweist sich im zivilen Leben als eher hinderlich. Sich gar auf eine Liebesbeziehung einzulassen, erfordert eine Reihe von menschlichen Möglichkeiten, die für den Krieger den sicheren Untergang bedeuten. Ein Wechsel dieser Sphären überfordert. Sich als Mensch zu zeigen, macht Otello verwundbar. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt lässt ihn daran zweifeln, dass Vertrauen seine Berechtigung haben kann, Hingabe möglich ist und das Glück nicht bloß eine abstrakte Utopie. Otello verliert die Orientierung. Zu groß ist der Kontrast und Widerspruch zum Krieg und seinen Folgen, die ihn noch immer umgeben. Die Perspektive auf Glück muss er als Provokation, wenn nicht gar als eine Falle empfinden. Er gewinnt erst wieder an Orientierung und Sicherheit, als Jago ihm ein unwiderstehliches Angebot macht: Er rückt einen Feind, den mutmaßlichen Zerstörer der Liebesidee Otellos, in dessen Blickfeld. Hier offenbart sich das tiefe emotionale Misstrauen des Protagonisten in die ersehnte Vorstellung von Frieden und privatem Liebesglück. Der Kontrollverlust in den Armen der Geliebten bedroht ihn mehr als der Rückfall in die gewohnten Verhaltensmuster des Kriegers. An dieser Stelle setzt Jago den Hebel an, indem er Otello mit primitivsten Mitteln eine quasi private Kriegssituation vorgaukelt. In einer beinahe kafkaesken Verwandlung mutiert der Ehemann Desdemonas zum Berserker. Die Kettenreaktion der menschlichen Kriegsmaschine nimmt ihren Lauf.


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

„Was habe ich mit Helden und unsterblichen Gestalten zu schaffen? In solcher Umgebung behagt es mir nicht. Ich bin nicht der Musiker der großen Dinge, ich empfinde die kleinen Dinge, und nur sie liebe ich zu behandeln. … So gefiel mir Manon, weil sie ein Mädchen von Herz war und nicht mehr.“ (Giacomo Puccini) Mit MANON LESCAUT feierte Giacomo Puccini seinen ersten großen Erfolg als Opernkomponist. Wie bei seinen späteren Welterfolgen steht auch hier eine Frauengestalt im Mittelpunkt. Manon, Mimì, Tosca, selbst Minnie, das „Mädchen aus dem Goldenen Westen“, das so selbstbewusst mit Revolver und Gebetbuch umzugehen versteht, und schließlich Liù (TURANDOT) passen in diese Reihe außergewöhnlicher Frauen, deren Zartheit und Verletzbarkeit nur noch von ihrer Entschlossenheit und ihrer unbedingten Hingabe an die Liebe übertroffen werden. Interessant sind sie alle, denn sie sind niemals nur Täterin oder nur Opfer, nicht einmal Cio-Cio-San, die am Ende selbst über ihr Schicksal bestimmt. Sie folgen ihrem Herzen, aber ohne große Gesten und leeres Pathos. Vielleicht ist es diese Geradlinigkeit, die sie für Puccini so reizvoll machte, eine Geradlinigkeit, die seinem Ideal von Einfachheit entsprach. Heldinnen im klassischen Sinne sind sie nicht, die Puccinischen Frauen, und sie sind auch keine Engel. Die junge hübsche Manon, die ihren Geliebten Des Grieux ohne zu zögern verlässt, um mit dem betuchten, wenngleich ungeliebten Geronte zu leben, verfügt über einen so ausgeprägten Hang zu luxuriöser Zerstreuung, dass sie ihrer Lust am Vergnügen ihr persönliches Glück, am Ende sogar ihr Leben opfert. Denn obwohl sie sich entschließt, zu Des Grieux zurückzukehren, will sie die beruhigende Sicherheit materiellen Wohlstands nicht missen. Hätte sie darauf verzichtet, ihren Schmuck zusammenzupacken, als die Polizei auf Veranlassung Gerontes vor ihrer Tür erschien, wäre sie der Verhaftung und anschließenden Deportierung möglicherweise entgangen. Abbé Antoine François Prévost, dessen Roman „Geschichte des Chévalier Des Grieux und der Manon Lescaut“ Puccini als Vorlage diente, hatte den ›seltsamen‹ Charakter Manons klar umrissen: „Niemals hing ein junges Mädchen weniger am Gelde als sie, aber sie hatte keinen ruhigen Augenblick bei dem Gedanken, dass sie Not leiden müsse. Was sie brauchte, waren Kurzweil und Zerstreuungen.- hätte sie sich ohne Geldausgaben vergnügen können, sie würde nie auch nur einen Sou angerührt haben.“ Mit überraschender Skrupellosigkeit versteht es die junge Frau, ihre Ziele durchzusetzen, aber das mindert ihren Reiz weder für ihre Liebhaber noch für den Komponisten. Leidenschaftliches Gefühl, starke Kontraste, ein ganz und gar unsentimentaler Blick auf Menschen aus Fleisch und Blut, auf ihre Schwächen, aber auch auf ihr Leiden an Willkür und sozialer Unterdrückung – in seiner Oper gelingt Puccini ein faszinierendes Spektrum an Farben und Stimmungen. Dabei waren seine Ausgangsbedingungen alles andere als ideal, hatte er doch einen Stoff gewählt, der bereits mehrfach zuvor bearbeitet worden war. Er musste sich vor allem an Jules Massenets MANON, 1884 mit großem Erfolg uraufgeführt, messen und war bei der Arbeit mit seinen zahlreichen Librettisten – im Textbuch werden bis zu sieben Autoren genannt – bestrebt, möglichst keine Parallelen zu Massenet erkennbar werden zu lassen. Tatsächlich sind die beiden Werke grundverschieden. Puccini selbst meinte einmal: „Massenets Musik wird eben französisch empfunden sein – Puderquaste und Menuett –, die meine italienisch – Leidenschaft und Verzweiflung.“ Leidenschaft und Verzweiflung, aber auch eine gehörige Portion Realismus haben aus dem Stoff die mitreißende und am Ende erschütternde Geschichte einer eigenwilligen Frau von starker Anziehungskraft gemacht, keiner Heldin, aber eines „Mädchens von Herz“.


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

„Was habe ich mit Helden und unsterblichen Gestalten zu schaffen? In solcher Umgebung behagt es mir nicht. Ich bin nicht der Musiker der großen Dinge, ich empfinde die kleinen Dinge, und nur sie liebe ich zu behandeln. … So gefiel mir Manon, weil sie ein Mädchen von Herz war und nicht mehr.“ (Giacomo Puccini) Mit MANON LESCAUT feierte Giacomo Puccini seinen ersten großen Erfolg als Opernkomponist. Wie bei seinen späteren Welterfolgen steht auch hier eine Frauengestalt im Mittelpunkt. Manon, Mimì, Tosca, selbst Minnie, das „Mädchen aus dem Goldenen Westen“, das so selbstbewusst mit Revolver und Gebetbuch umzugehen versteht, und schließlich Liù (TURANDOT) passen in diese Reihe außergewöhnlicher Frauen, deren Zartheit und Verletzbarkeit nur noch von ihrer Entschlossenheit und ihrer unbedingten Hingabe an die Liebe übertroffen werden. Interessant sind sie alle, denn sie sind niemals nur Täterin oder nur Opfer, nicht einmal Cio-Cio-San, die am Ende selbst über ihr Schicksal bestimmt. Sie folgen ihrem Herzen, aber ohne große Gesten und leeres Pathos. Vielleicht ist es diese Geradlinigkeit, die sie für Puccini so reizvoll machte, eine Geradlinigkeit, die seinem Ideal von Einfachheit entsprach. Heldinnen im klassischen Sinne sind sie nicht, die Puccinischen Frauen, und sie sind auch keine Engel. Die junge hübsche Manon, die ihren Geliebten Des Grieux ohne zu zögern verlässt, um mit dem betuchten, wenngleich ungeliebten Geronte zu leben, verfügt über einen so ausgeprägten Hang zu luxuriöser Zerstreuung, dass sie ihrer Lust am Vergnügen ihr persönliches Glück, am Ende sogar ihr Leben opfert. Denn obwohl sie sich entschließt, zu Des Grieux zurückzukehren, will sie die beruhigende Sicherheit materiellen Wohlstands nicht missen. Hätte sie darauf verzichtet, ihren Schmuck zusammenzupacken, als die Polizei auf Veranlassung Gerontes vor ihrer Tür erschien, wäre sie der Verhaftung und anschließenden Deportierung möglicherweise entgangen. Abbé Antoine François Prévost, dessen Roman „Geschichte des Chévalier Des Grieux und der Manon Lescaut“ Puccini als Vorlage diente, hatte den ›seltsamen‹ Charakter Manons klar umrissen: „Niemals hing ein junges Mädchen weniger am Gelde als sie, aber sie hatte keinen ruhigen Augenblick bei dem Gedanken, dass sie Not leiden müsse. Was sie brauchte, waren Kurzweil und Zerstreuungen.- hätte sie sich ohne Geldausgaben vergnügen können, sie würde nie auch nur einen Sou angerührt haben.“ Mit überraschender Skrupellosigkeit versteht es die junge Frau, ihre Ziele durchzusetzen, aber das mindert ihren Reiz weder für ihre Liebhaber noch für den Komponisten. Leidenschaftliches Gefühl, starke Kontraste, ein ganz und gar unsentimentaler Blick auf Menschen aus Fleisch und Blut, auf ihre Schwächen, aber auch auf ihr Leiden an Willkür und sozialer Unterdrückung – in seiner Oper gelingt Puccini ein faszinierendes Spektrum an Farben und Stimmungen. Dabei waren seine Ausgangsbedingungen alles andere als ideal, hatte er doch einen Stoff gewählt, der bereits mehrfach zuvor bearbeitet worden war. Er musste sich vor allem an Jules Massenets MANON, 1884 mit großem Erfolg uraufgeführt, messen und war bei der Arbeit mit seinen zahlreichen Librettisten – im Textbuch werden bis zu sieben Autoren genannt – bestrebt, möglichst keine Parallelen zu Massenet erkennbar werden zu lassen. Tatsächlich sind die beiden Werke grundverschieden. Puccini selbst meinte einmal: „Massenets Musik wird eben französisch empfunden sein – Puderquaste und Menuett –, die meine italienisch – Leidenschaft und Verzweiflung.“ Leidenschaft und Verzweiflung, aber auch eine gehörige Portion Realismus haben aus dem Stoff die mitreißende und am Ende erschütternde Geschichte einer eigenwilligen Frau von starker Anziehungskraft gemacht, keiner Heldin, aber eines „Mädchens von Herz“.


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

Jules Massenet hat mit DON QUICHOTTE einem Stoff der Weltliteratur auf der Opernbühne ein musikalisches Denkmal gesetzt. In der Welt des Titelhelden ist alles möglich, dort werden Windmühlenflügel zu Riesen, er nimmt es mit einer Horde Banditen auf und die schöne Dulcinea erwidert seine Liebe. Doch der „Ritter von der traurigen Gestalt“ muss erkennen, dass seine Träume in der Realität der anderen keinen Platz finden. Die „Comédie heroique“ DON QUICHOTTE, 1910 in Monte Carlo uraufgeführt, ist Massenets vorletzter Beitrag zum Musiktheater und in mehrfacher Hinsicht ein Werk über das Alter und den Tod: Der 68-jährige Komponist war selbst von Krankheit gezeichnet und brachte im Bett liegend die Noten aufs Papier. Nicht nur mit dem an gebrochenem Herzen sterbenden Don Quichotte fragt Massenet am Ende des Lebens, wie es gelingen kann, die Träume vom eigenen Glück Realität werden zu lassen. Auch mit der schillernden Figur der Dulcinea erzählt er, wie sich hinter einer Fassade vermeintlich purer Lebenslust die Angst vor der Vergänglichkeit verbirgt. DON QUICHOTTE wird inszeniert von dem in Amsterdam lebenden Regisseur, Performer und Zauberer Jakop Ahlbom, der mit seiner ganz speziellen Form des Theaters europaweit gefeiert wird. Seine Produktionen verbinden in einzigartiger Weise Pantomime, Tanz, Musik und Illusion und leben von magischen, surrealistisch-albtraumhaften Bildern, so u. a. in den Stücken VIELFALT [2006], INNENSCHAU [2010], LEBENSRAUM [2012] oder jüngst HORROR [2018].


Kategorie: Oper

Was passiert, wenn der Geliebte oder die Geliebte von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet? Wenn nichts zurückbleibt, wenn eine Existenz einfach ausgelöscht scheint? Man sucht nach den Gründen, bei sich selbst, bei der Gesellschaft, beim Verschwundenen… Georg Friedrich Händels 1707 entstandene Solokantate IL DELIRIO AMOROSO streift genau diese Fragen: Tirso ist gestorben und Clori steigt in den Hades hinab, um ihren Geliebten Tirso zu retten. Doch ihre Liebe scheint nur ein Phantasma zu sein, er schaut sie noch nicht einmal an – trotzdem führt sie ihn auf die elysischen Felder. Mit abwechslungsreichen Orchesterfarben zeichnet Händel hier das Psychogramm einer verlassenen Frau, das aber mehr ist als nur das Abziehbild der Einsam-Wahnsinnigen. Ausgehend von Händels Kantate hat die libanesisch-kanadische Autorin Hyam Yared den Faden weitergesponnen. Durchzogen von mythologischen Anspielungen begegnet uns Clori auf der Suche nach ihrem Geliebten. Am Meeresstrand trifft sie auf Fährmann und Küstenwachmann, die die Existenz Tirsos verleugnen. Neben der Suche nach dem Geliebten rücken die Erinnerungen an eine verflossene Liebe und eine verlassene Heimat immer mehr in den Vordergrund. Der Komponist Zad Moultaka nimmt Händels Musik als Absprungpunkt für seine Imagination einer Höllenfahrt. Das kammermusikalisch besetzte Barockorchester mit Streichern, Cembalo, Blockflöte und Oboe wird durch Schlagzeug und elektronisches Zuspiel erweitert. Regisseur Wolfgang Nägele und seine Ausstatterin Hannah König spüren mit den Darstellern den Gründen für das Verschwinden nach und versuchen den Schwebezustand zwischen Hoffen und Resignation spürbar zu machen. Die Musik des libanesische Komponisten Zad Moultaka lässt sich nicht einem Stil zuordnen, vielmehr verbindet der Allroundkünstler, der auch in der bildenden Kunst zu Hause ist, unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen zu einem eigenwilligen Personalstil. Der junge Regisseur Wolfgang Nägele, der für sein Konzept beim renommierten RING-Award mit dem Tischlerei-Preis bedacht wurde, stellt sich nach Arbeiten u. a. an der Bayerischen Staatsoper München erstmals in Berlin vor.


Kategorie: Oper

Andreas Kriegenburg erzählt Verdis OTELLO als Drama über das tödliche Zerbrechen einer großen Liebe in einer durch Krieg konditionierten Gesellschaft. Eine der größten Liebesgeschichten der Literatur scheitert – wie alle anderen großen Liebesgeschichten der Literatur übrigens auch: brutal, grausam und sinnlos. Der schwarze venezianische Kriegsherr Otello, ein Siegertyp und Aufsteiger par excellence, Ehemann einer klugen und unerschrockenen jungen Frau aus guter Familie, wird zum rasenden Mörder aus Eifersucht. Als er erkennen muss, einer Intrige aufgesessen zu sein, tötet er auch sich selbst und ringt im Sterben dem toten Körper der unschuldigen Geliebten letzte leidenschaftliche Küsse ab. Ein Liebestod? Verdi ist nicht Wagner, und an seinem Optimismus in der Frage, ob ein gemeinsamer Tod tatsächlich die völlige Erfüllung aller im Leben ersehnten Vereinigungswünsche bedeuten kann, sind berechtigte Zweifel anzumelden. Ein Gewitter immensen, metaphysischen Ausmaßes überschattet den Anfang des Werkes. Es ist ein apokalyptisches Szenario, das Verdi im Eingang seiner Oper entwirft, die Verdichtung drohenden Unheils. Eine Insel voller Menschen, fern der Heimat, umgeben vom tosenden Meer, das kaum hoffen lässt, die Überlebenden des Feldzugs gegen die Türken wohlbehalten freizugeben. Aus einer Art chorischem „Dies irae“ ragt die Stimme Jagos heraus, der das Unglück beschwört, nicht als Befürchtung, sondern mit wohligem Einverständnis. Wider seine Erwartung entsteigt der Kriegsheld Otello körperlich unversehrt den schäumenden Wassermassen. Den Gegenpol zu jener Apokalypse bildet die Idee der Liebe als ein utopisches Alternativmodell. Die Voraussetzungen für die Verwirklichung dieser Utopie scheinen gegeben und setzen ein gewaltiges Maß an Hoffnung frei. Desdemona liebt Otello, sie hat sich entgegen der Konvention und unter Ausblendung aller Hindernisse frei, trotzig und souverän für diesen Mann entschieden, dem sie ins ferne Zypern gefolgt ist, um die gemeinsame Liebe in radikaler Bejahung leben zu können. Doch der Traum von einer Beziehung ohne Einschränkungen scheitert. Die Größe dieser Liebe wird nicht im Glück sichtbar, sondern an der Schmerzhaftigkeit ihres Zerbrechens. Eine einzige, ungetrübte Begegnung ist dem Paar vergönnt, die es nutzt, um sich einander zu vergewissern, sich ihre einander ergänzenden Motive für die Verbindung in Erinnerung zu rufen. Die Intrige Jagos – mit der Ankunft Otellos auf Zypern in Gang gesetzt – beginnt ihre Wirkung zu entfalten. Meisterhaft sind die Mechanismen der Manipulation, die er entfesselt. Er inszeniert ein Puzzle loser Verdachtsmomente und verräterischer Polaroids, die Otello, einmal mit dem Virus der Eifersucht geimpft, mühelos zu einem Horrorszenario des Liebeverrats und Ehrverlusts zusammensetzt. Wenige gezielte Anstöße durch Jago setzten eine Lawine der Selbstdemontage in Gang, die ungebremst auf das schrecklichst mögliche Ende zurollt. Die Ehrlichkeit, Unschuld und Unvoreingenommenheit Desdemonas und die Größe der Utopie ihrer Liebe nehmen in diesem Licht die Gestalt einer provozierenden Fratze an, werden zum Katalysator eines nicht mehr aufzuhaltenden Unglücks. Verursacher ist Jago, leise und grausam, schillernd in seiner Boshaftigkeit, ein Menschenkenner in jeder seiner Handlungen mit undurchschaubarem Ziel, getrieben von einer Motivation, deren Ursprung größer sein muss als Missgunst, Neid und Rassismus, und die letztlich im Dunkel bleibt. Der Boden, auf dem seine Intrige gedeihen kann, ist der einer Gesellschaft im Kriegszustand. Der Krieg macht den Mann zum Mann und vernichtet ihn umgehend wieder. Dem Kriegshelden beschert er tiefe Glücksgefühle und eine Art Rausch des Existentiellen an der Schwelle des Todes. Der Aufsteiger Otello ist ein großer Krieger, ein Stratege mit Mut und Verantwortungsgefühl, unverwundbar scheint er als Feldherr zu sein, sei es im Kampf gegen ein feindliches Heer oder im Bestehen gegen die Naturgewalten. Seine Reflexe sind trainiert und konditioniert. Schnelle Entscheidungen zu treffen – notfalls auch gegen die eigenen Interessen – bereitet ihm keine Schwierigkeiten. Überall lauert der Feind, lauert die Gewalt, die physische Vernichtung oder – schlimmer noch – der Ehrverlust. Was im Krieg überlebenswichtig ist, erweist sich im zivilen Leben als eher hinderlich. Sich gar auf eine Liebesbeziehung einzulassen, erfordert eine Reihe von menschlichen Möglichkeiten, die für den Krieger den sicheren Untergang bedeuten. Ein Wechsel dieser Sphären überfordert. Sich als Mensch zu zeigen, macht Otello verwundbar. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt lässt ihn daran zweifeln, dass Vertrauen seine Berechtigung haben kann, Hingabe möglich ist und das Glück nicht bloß eine abstrakte Utopie. Otello verliert die Orientierung. Zu groß ist der Kontrast und Widerspruch zum Krieg und seinen Folgen, die ihn noch immer umgeben. Die Perspektive auf Glück muss er als Provokation, wenn nicht gar als eine Falle empfinden. Er gewinnt erst wieder an Orientierung und Sicherheit, als Jago ihm ein unwiderstehliches Angebot macht: Er rückt einen Feind, den mutmaßlichen Zerstörer der Liebesidee Otellos, in dessen Blickfeld. Hier offenbart sich das tiefe emotionale Misstrauen des Protagonisten in die ersehnte Vorstellung von Frieden und privatem Liebesglück. Der Kontrollverlust in den Armen der Geliebten bedroht ihn mehr als der Rückfall in die gewohnten Verhaltensmuster des Kriegers. An dieser Stelle setzt Jago den Hebel an, indem er Otello mit primitivsten Mitteln eine quasi private Kriegssituation vorgaukelt. In einer beinahe kafkaesken Verwandlung mutiert der Ehemann Desdemonas zum Berserker. Die Kettenreaktion der menschlichen Kriegsmaschine nimmt ihren Lauf.


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Crossover

„Was habe ich mit Helden und unsterblichen Gestalten zu schaffen? In solcher Umgebung behagt es mir nicht. Ich bin nicht der Musiker der großen Dinge, ich empfinde die kleinen Dinge, und nur sie liebe ich zu behandeln. … So gefiel mir Manon, weil sie ein Mädchen von Herz war und nicht mehr.“ (Giacomo Puccini) Mit MANON LESCAUT feierte Giacomo Puccini seinen ersten großen Erfolg als Opernkomponist. Wie bei seinen späteren Welterfolgen steht auch hier eine Frauengestalt im Mittelpunkt. Manon, Mimì, Tosca, selbst Minnie, das „Mädchen aus dem Goldenen Westen“, das so selbstbewusst mit Revolver und Gebetbuch umzugehen versteht, und schließlich Liù (TURANDOT) passen in diese Reihe außergewöhnlicher Frauen, deren Zartheit und Verletzbarkeit nur noch von ihrer Entschlossenheit und ihrer unbedingten Hingabe an die Liebe übertroffen werden. Interessant sind sie alle, denn sie sind niemals nur Täterin oder nur Opfer, nicht einmal Cio-Cio-San, die am Ende selbst über ihr Schicksal bestimmt. Sie folgen ihrem Herzen, aber ohne große Gesten und leeres Pathos. Vielleicht ist es diese Geradlinigkeit, die sie für Puccini so reizvoll machte, eine Geradlinigkeit, die seinem Ideal von Einfachheit entsprach. Heldinnen im klassischen Sinne sind sie nicht, die Puccinischen Frauen, und sie sind auch keine Engel. Die junge hübsche Manon, die ihren Geliebten Des Grieux ohne zu zögern verlässt, um mit dem betuchten, wenngleich ungeliebten Geronte zu leben, verfügt über einen so ausgeprägten Hang zu luxuriöser Zerstreuung, dass sie ihrer Lust am Vergnügen ihr persönliches Glück, am Ende sogar ihr Leben opfert. Denn obwohl sie sich entschließt, zu Des Grieux zurückzukehren, will sie die beruhigende Sicherheit materiellen Wohlstands nicht missen. Hätte sie darauf verzichtet, ihren Schmuck zusammenzupacken, als die Polizei auf Veranlassung Gerontes vor ihrer Tür erschien, wäre sie der Verhaftung und anschließenden Deportierung möglicherweise entgangen. Abbé Antoine François Prévost, dessen Roman „Geschichte des Chévalier Des Grieux und der Manon Lescaut“ Puccini als Vorlage diente, hatte den ›seltsamen‹ Charakter Manons klar umrissen: „Niemals hing ein junges Mädchen weniger am Gelde als sie, aber sie hatte keinen ruhigen Augenblick bei dem Gedanken, dass sie Not leiden müsse. Was sie brauchte, waren Kurzweil und Zerstreuungen.- hätte sie sich ohne Geldausgaben vergnügen können, sie würde nie auch nur einen Sou angerührt haben.“ Mit überraschender Skrupellosigkeit versteht es die junge Frau, ihre Ziele durchzusetzen, aber das mindert ihren Reiz weder für ihre Liebhaber noch für den Komponisten. Leidenschaftliches Gefühl, starke Kontraste, ein ganz und gar unsentimentaler Blick auf Menschen aus Fleisch und Blut, auf ihre Schwächen, aber auch auf ihr Leiden an Willkür und sozialer Unterdrückung – in seiner Oper gelingt Puccini ein faszinierendes Spektrum an Farben und Stimmungen. Dabei waren seine Ausgangsbedingungen alles andere als ideal, hatte er doch einen Stoff gewählt, der bereits mehrfach zuvor bearbeitet worden war. Er musste sich vor allem an Jules Massenets MANON, 1884 mit großem Erfolg uraufgeführt, messen und war bei der Arbeit mit seinen zahlreichen Librettisten – im Textbuch werden bis zu sieben Autoren genannt – bestrebt, möglichst keine Parallelen zu Massenet erkennbar werden zu lassen. Tatsächlich sind die beiden Werke grundverschieden. Puccini selbst meinte einmal: „Massenets Musik wird eben französisch empfunden sein – Puderquaste und Menuett –, die meine italienisch – Leidenschaft und Verzweiflung.“ Leidenschaft und Verzweiflung, aber auch eine gehörige Portion Realismus haben aus dem Stoff die mitreißende und am Ende erschütternde Geschichte einer eigenwilligen Frau von starker Anziehungskraft gemacht, keiner Heldin, aber eines „Mädchens von Herz“.


Kategorie: Oper

Jules Massenet hat mit DON QUICHOTTE einem Stoff der Weltliteratur auf der Opernbühne ein musikalisches Denkmal gesetzt. In der Welt des Titelhelden ist alles möglich, dort werden Windmühlenflügel zu Riesen, er nimmt es mit einer Horde Banditen auf und die schöne Dulcinea erwidert seine Liebe. Doch der „Ritter von der traurigen Gestalt“ muss erkennen, dass seine Träume in der Realität der anderen keinen Platz finden. Die „Comédie heroique“ DON QUICHOTTE, 1910 in Monte Carlo uraufgeführt, ist Massenets vorletzter Beitrag zum Musiktheater und in mehrfacher Hinsicht ein Werk über das Alter und den Tod: Der 68-jährige Komponist war selbst von Krankheit gezeichnet und brachte im Bett liegend die Noten aufs Papier. Nicht nur mit dem an gebrochenem Herzen sterbenden Don Quichotte fragt Massenet am Ende des Lebens, wie es gelingen kann, die Träume vom eigenen Glück Realität werden zu lassen. Auch mit der schillernden Figur der Dulcinea erzählt er, wie sich hinter einer Fassade vermeintlich purer Lebenslust die Angst vor der Vergänglichkeit verbirgt. DON QUICHOTTE wird inszeniert von dem in Amsterdam lebenden Regisseur, Performer und Zauberer Jakop Ahlbom, der mit seiner ganz speziellen Form des Theaters europaweit gefeiert wird. Seine Produktionen verbinden in einzigartiger Weise Pantomime, Tanz, Musik und Illusion und leben von magischen, surrealistisch-albtraumhaften Bildern, so u. a. in den Stücken VIELFALT [2006], INNENSCHAU [2010], LEBENSRAUM [2012] oder jüngst HORROR [2018].


Kategorie: Oper

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt. Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Kategorie: Oper

Andreas Kriegenburg erzählt Verdis OTELLO als Drama über das tödliche Zerbrechen einer großen Liebe in einer durch Krieg konditionierten Gesellschaft. Eine der größten Liebesgeschichten der Literatur scheitert – wie alle anderen großen Liebesgeschichten der Literatur übrigens auch: brutal, grausam und sinnlos. Der schwarze venezianische Kriegsherr Otello, ein Siegertyp und Aufsteiger par excellence, Ehemann einer klugen und unerschrockenen jungen Frau aus guter Familie, wird zum rasenden Mörder aus Eifersucht. Als er erkennen muss, einer Intrige aufgesessen zu sein, tötet er auch sich selbst und ringt im Sterben dem toten Körper der unschuldigen Geliebten letzte leidenschaftliche Küsse ab. Ein Liebestod? Verdi ist nicht Wagner, und an seinem Optimismus in der Frage, ob ein gemeinsamer Tod tatsächlich die völlige Erfüllung aller im Leben ersehnten Vereinigungswünsche bedeuten kann, sind berechtigte Zweifel anzumelden. Ein Gewitter immensen, metaphysischen Ausmaßes überschattet den Anfang des Werkes. Es ist ein apokalyptisches Szenario, das Verdi im Eingang seiner Oper entwirft, die Verdichtung drohenden Unheils. Eine Insel voller Menschen, fern der Heimat, umgeben vom tosenden Meer, das kaum hoffen lässt, die Überlebenden des Feldzugs gegen die Türken wohlbehalten freizugeben. Aus einer Art chorischem „Dies irae“ ragt die Stimme Jagos heraus, der das Unglück beschwört, nicht als Befürchtung, sondern mit wohligem Einverständnis. Wider seine Erwartung entsteigt der Kriegsheld Otello körperlich unversehrt den schäumenden Wassermassen. Den Gegenpol zu jener Apokalypse bildet die Idee der Liebe als ein utopisches Alternativmodell. Die Voraussetzungen für die Verwirklichung dieser Utopie scheinen gegeben und setzen ein gewaltiges Maß an Hoffnung frei. Desdemona liebt Otello, sie hat sich entgegen der Konvention und unter Ausblendung aller Hindernisse frei, trotzig und souverän für diesen Mann entschieden, dem sie ins ferne Zypern gefolgt ist, um die gemeinsame Liebe in radikaler Bejahung leben zu können. Doch der Traum von einer Beziehung ohne Einschränkungen scheitert. Die Größe dieser Liebe wird nicht im Glück sichtbar, sondern an der Schmerzhaftigkeit ihres Zerbrechens. Eine einzige, ungetrübte Begegnung ist dem Paar vergönnt, die es nutzt, um sich einander zu vergewissern, sich ihre einander ergänzenden Motive für die Verbindung in Erinnerung zu rufen. Die Intrige Jagos – mit der Ankunft Otellos auf Zypern in Gang gesetzt – beginnt ihre Wirkung zu entfalten. Meisterhaft sind die Mechanismen der Manipulation, die er entfesselt. Er inszeniert ein Puzzle loser Verdachtsmomente und verräterischer Polaroids, die Otello, einmal mit dem Virus der Eifersucht geimpft, mühelos zu einem Horrorszenario des Liebeverrats und Ehrverlusts zusammensetzt. Wenige gezielte Anstöße durch Jago setzten eine Lawine der Selbstdemontage in Gang, die ungebremst auf das schrecklichst mögliche Ende zurollt. Die Ehrlichkeit, Unschuld und Unvoreingenommenheit Desdemonas und die Größe der Utopie ihrer Liebe nehmen in diesem Licht die Gestalt einer provozierenden Fratze an, werden zum Katalysator eines nicht mehr aufzuhaltenden Unglücks. Verursacher ist Jago, leise und grausam, schillernd in seiner Boshaftigkeit, ein Menschenkenner in jeder seiner Handlungen mit undurchschaubarem Ziel, getrieben von einer Motivation, deren Ursprung größer sein muss als Missgunst, Neid und Rassismus, und die letztlich im Dunkel bleibt. Der Boden, auf dem seine Intrige gedeihen kann, ist der einer Gesellschaft im Kriegszustand. Der Krieg macht den Mann zum Mann und vernichtet ihn umgehend wieder. Dem Kriegshelden beschert er tiefe Glücksgefühle und eine Art Rausch des Existentiellen an der Schwelle des Todes. Der Aufsteiger Otello ist ein großer Krieger, ein Stratege mit Mut und Verantwortungsgefühl, unverwundbar scheint er als Feldherr zu sein, sei es im Kampf gegen ein feindliches Heer oder im Bestehen gegen die Naturgewalten. Seine Reflexe sind trainiert und konditioniert. Schnelle Entscheidungen zu treffen – notfalls auch gegen die eigenen Interessen – bereitet ihm keine Schwierigkeiten. Überall lauert der Feind, lauert die Gewalt, die physische Vernichtung oder – schlimmer noch – der Ehrverlust. Was im Krieg überlebenswichtig ist, erweist sich im zivilen Leben als eher hinderlich. Sich gar auf eine Liebesbeziehung einzulassen, erfordert eine Reihe von menschlichen Möglichkeiten, die für den Krieger den sicheren Untergang bedeuten. Ein Wechsel dieser Sphären überfordert. Sich als Mensch zu zeigen, macht Otello verwundbar. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt lässt ihn daran zweifeln, dass Vertrauen seine Berechtigung haben kann, Hingabe möglich ist und das Glück nicht bloß eine abstrakte Utopie. Otello verliert die Orientierung. Zu groß ist der Kontrast und Widerspruch zum Krieg und seinen Folgen, die ihn noch immer umgeben. Die Perspektive auf Glück muss er als Provokation, wenn nicht gar als eine Falle empfinden. Er gewinnt erst wieder an Orientierung und Sicherheit, als Jago ihm ein unwiderstehliches Angebot macht: Er rückt einen Feind, den mutmaßlichen Zerstörer der Liebesidee Otellos, in dessen Blickfeld. Hier offenbart sich das tiefe emotionale Misstrauen des Protagonisten in die ersehnte Vorstellung von Frieden und privatem Liebesglück. Der Kontrollverlust in den Armen der Geliebten bedroht ihn mehr als der Rückfall in die gewohnten Verhaltensmuster des Kriegers. An dieser Stelle setzt Jago den Hebel an, indem er Otello mit primitivsten Mitteln eine quasi private Kriegssituation vorgaukelt. In einer beinahe kafkaesken Verwandlung mutiert der Ehemann Desdemonas zum Berserker. Die Kettenreaktion der menschlichen Kriegsmaschine nimmt ihren Lauf.


Kategorie: Oper

In ihrem Konzert lässt die BigBand der Deutschen Oper Berlin zwei der ganz Großen des Swing aufeinandertreffen: Auf der einen Seite Frank „The Voice“ Sinatra, der als Sänger, Schauspieler und Entertainer mit seinen Songs wie kaum ein anderer für die die goldene Ära des amerikanischen Swings der 1940er bis 1960er Jahre steht. Mit seiner charismatischen Stimme prägte er das Bild des draufgängerischen Vollblut-Entertainers, der auch im Showbizz erfolgreich sein kann und mit seinem turbulenten Privatleben für Aufsehen sorgt. Ihm zur Seite gestellt wird die Musik von William Basie, der mit seinem Beinamen „Count“ berühmt wurde. Fast 50 Jahre lang prägte er kontinuierlich mit seinem Count Basie Orchestra, das er in klassischer Manier vom Piano aus leitete, den Swing – und kollaborierte mit allen Großen seiner Zeit. Eben auch mit Frank Sinatra. Mehrere Konzerttourneen spielten sie gemeinsam, Alben zeugen von der fruchtbaren Zusammenarbeit. Bei „Sinatra meets Basie“ werden die größten Hits der beiden Künstler zu Gehör kommen – von „The heat is on“ und „88 Basie Street“ über „Come fly with me“ bis „Strangers in the night“ spannt sich der Bogen. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Manfred Honetschläger. Als special guest ist Tom Gaebel mit an Bord, der Mitte der 2000er als „deutscher Frank Sinatra“ bekannt wurde – mittlerweile hat er mit unzähligen Alben, Konzerttourneen und TV-Auftritten seine Vielseitigkeit als Sänger und Entertainer unter Beweis gestellt.


Kategorie: Klassik

Ohrwürmer können wirklich nerven: Man kann sich drehen und wenden, die Ohren durchspülen, ein Rad schlagen oder mit dem Bungeeseil 30 Meter in die Tiefe springen: Sie wollen einfach nicht verschwinden. Manche sind sogar so hartnäckig, dass sie uns das ganze Leben lang begleiten. Es gibt aber auch die guten, die willkommenen Ohrwürmer. Solche, die man pflegen und festhalten will, weil sich eine schöne Erinnerung an sie knüpft: der Schulausflug, das Hockeyspiel oder die erste Liebe. Und manche Ohrwürmer haben sogar die Kraft, in Sekundenschnelle schlechte Stimmung in gute Laune zu verwandeln. Wie entsteht eigentlich ein Ohrwurm? Und haben wir Einfluss darauf, wann er auftaucht und was er mit uns macht? Der Kinderclub hat sich in den letzten Monaten in die Ohrwurmschneiderei zurückgezogen: Es wurden Melodien aufgetrennt, Texte zugeschnitten, Erinnerungen wachgerufen und Rhythmen auf ihre Ohrwurmqualitäten überprüft. Denn in dieser geheimen Werkstatt entstehen die willkommenen und lästigen Begleiter, bevor sie raus in die Welt zu den Ohren der Menschen geschickt werden. Nur selten öffnet die Ohrwurmschneiderei ihre Türen für Gäste – am 22. und 23. Juni 2019 ist es wieder soweit. Aber Vorsicht: Betreten auf eigene Gefahr! Mit: Cary Schorling, Clara Linder, Emilia Warnemünde, Emily Göbel, Kari Geisinger, Laura Lucas, Luna Jonker, María Odriozola, Mia Cuber, Raguel Kaehler, Tamar Aviad, Vivien Rabenhold


Kategorie: Kinder & Jugend

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt. Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Kategorie: Oper

Wir haben nie Zeit. Wir haben kaum Zeit für die Proben zu diesem Projekt. Wir müssen so viel schaffen: Schule, Nachhilfe, Praktikum, Proben, Familie. Und wir haben zu viel Zeit. Es gibt nichts, wofür wir keine Zeit haben. Wir sind so müde. Und uns ist langweilig. Manchmal können wir einfach nicht mehr. Wir langweilen uns zu Tode. Es ist zu viel, was wir schaffen müssen. Wir liegen auf dem Bett und die Zeit will einfach nicht vergehen. Wir tauschen im Jugendclub unseren Alltag. Wir machen ein Praktikum im Leben anderer Menschen, bei uns in Berlin und auf einem anderen Kontinent. Wir finden heraus, was ihre Tage bestimmt. Welche Möglichkeiten haben Sie? Welche Entscheidung müssen Sie treffen? Wir fragen uns und euch: Was tun wir mit unserer Zeit? Was tun unsere Eltern, unsere Zuschauer mit ihrer Zeit? Welche Entscheidungen treffen wir? Wie ist unsere Lebenszeit gut investiert? Und wie viel Zeit haben wir noch? Mit: Betül Kaynar, Edgar Schumacher, Friederike Wolff, Hessam Alawuddin, Leander Chmelar, Leyla Rink, Mahdi Amiri, Mira Antonina Campo Jastrzebski, Philipp Lehnert, Senta Müller, Sofiat Ifedapo Longe


Kategorie: Crossover

Ohrwürmer können wirklich nerven: Man kann sich drehen und wenden, die Ohren durchspülen, ein Rad schlagen oder mit dem Bungeeseil 30 Meter in die Tiefe springen: Sie wollen einfach nicht verschwinden. Manche sind sogar so hartnäckig, dass sie uns das ganze Leben lang begleiten. Es gibt aber auch die guten, die willkommenen Ohrwürmer. Solche, die man pflegen und festhalten will, weil sich eine schöne Erinnerung an sie knüpft: der Schulausflug, das Hockeyspiel oder die erste Liebe. Und manche Ohrwürmer haben sogar die Kraft, in Sekundenschnelle schlechte Stimmung in gute Laune zu verwandeln. Wie entsteht eigentlich ein Ohrwurm? Und haben wir Einfluss darauf, wann er auftaucht und was er mit uns macht? Der Kinderclub hat sich in den letzten Monaten in die Ohrwurmschneiderei zurückgezogen: Es wurden Melodien aufgetrennt, Texte zugeschnitten, Erinnerungen wachgerufen und Rhythmen auf ihre Ohrwurmqualitäten überprüft. Denn in dieser geheimen Werkstatt entstehen die willkommenen und lästigen Begleiter, bevor sie raus in die Welt zu den Ohren der Menschen geschickt werden. Nur selten öffnet die Ohrwurmschneiderei ihre Türen für Gäste – am 22. und 23. Juni 2019 ist es wieder soweit. Aber Vorsicht: Betreten auf eigene Gefahr! Mit: Cary Schorling, Clara Linder, Emilia Warnemünde, Emily Göbel, Kari Geisinger, Laura Lucas, Luna Jonker, María Odriozola, Mia Cuber, Raguel Kaehler, Tamar Aviad, Vivien Rabenhold


Kategorie: Kinder & Jugend

Wir haben nie Zeit. Wir haben kaum Zeit für die Proben zu diesem Projekt. Wir müssen so viel schaffen: Schule, Nachhilfe, Praktikum, Proben, Familie. Und wir haben zu viel Zeit. Es gibt nichts, wofür wir keine Zeit haben. Wir sind so müde. Und uns ist langweilig. Manchmal können wir einfach nicht mehr. Wir langweilen uns zu Tode. Es ist zu viel, was wir schaffen müssen. Wir liegen auf dem Bett und die Zeit will einfach nicht vergehen. Wir tauschen im Jugendclub unseren Alltag. Wir machen ein Praktikum im Leben anderer Menschen, bei uns in Berlin und auf einem anderen Kontinent. Wir finden heraus, was ihre Tage bestimmt. Welche Möglichkeiten haben Sie? Welche Entscheidung müssen Sie treffen? Wir fragen uns und euch: Was tun wir mit unserer Zeit? Was tun unsere Eltern, unsere Zuschauer mit ihrer Zeit? Welche Entscheidungen treffen wir? Wie ist unsere Lebenszeit gut investiert? Und wie viel Zeit haben wir noch? Mit: Betül Kaynar, Edgar Schumacher, Friederike Wolff, Hessam Alawuddin, Leander Chmelar, Leyla Rink, Mahdi Amiri, Mira Antonina Campo Jastrzebski, Philipp Lehnert, Senta Müller, Sofiat Ifedapo Longe


Kategorie: Crossover

William Shakespeares „Hamlet“ ist nicht nur seine vielleicht philosophischste und vielschichtigste Tragödie, das Stück ist zugleich als ein Drama bekannt, in dem nach einem spektakulären Finale sämtliche Protagonisten tot auf der Bühne liegen. Dass man „Hamlet“ aber auch mit „Happy End“ und ohne den großen Monolog des Dänenprinzen mit dem berühmten „Sein oder Nichtsein“ erfolgreich für die Opernbühne adaptieren kann, hat Ambroise Thomas zusammen mit den beiden Librettisten Michel Carré und Jules Barbier bewiesen. Ihr HAMLET ist die bis heute erfolgreichste Adaption des Stoffes und zugleich eine der wichtigsten französischen Opern der 1860er Jahre. Sie entsteht ähnlich wie die Meisterwerke Charles Gounods in jener Umbruchphase, in der sich aus einer Synthese von Elementen der „staatstragenden“ Grand opéra mit solchen der leichteren Opéra comique ein neues Genre, das des „Drame lyrique“ entwickelt: durchkomponiert, mit einer komplexen Musiksprache, aber einem intimeren, lyrischen Tonfall und einer stärker auf die Einzelschicksale der Figuren fokussierenden Dramaturgie. Und so ist auch Thomas’ HAMLET beides: mitreißendes Musikdrama, aber eben auch facettenreiche Poesie im Nachspüren feinster Gefühlsregungen in der musikalischen Gestaltung der Hauptpartien.


Kategorie: Oper

William Shakespeares „Hamlet“ ist nicht nur seine vielleicht philosophischste und vielschichtigste Tragödie, das Stück ist zugleich als ein Drama bekannt, in dem nach einem spektakulären Finale sämtliche Protagonisten tot auf der Bühne liegen. Dass man „Hamlet“ aber auch mit „Happy End“ und ohne den großen Monolog des Dänenprinzen mit dem berühmten „Sein oder Nichtsein“ erfolgreich für die Opernbühne adaptieren kann, hat Ambroise Thomas zusammen mit den beiden Librettisten Michel Carré und Jules Barbier bewiesen. Ihr HAMLET ist die bis heute erfolgreichste Adaption des Stoffes und zugleich eine der wichtigsten französischen Opern der 1860er Jahre. Sie entsteht ähnlich wie die Meisterwerke Charles Gounods in jener Umbruchphase, in der sich aus einer Synthese von Elementen der „staatstragenden“ Grand opéra mit solchen der leichteren Opéra comique ein neues Genre, das des „Drame lyrique“ entwickelt: durchkomponiert, mit einer komplexen Musiksprache, aber einem intimeren, lyrischen Tonfall und einer stärker auf die Einzelschicksale der Figuren fokussierenden Dramaturgie. Und so ist auch Thomas’ HAMLET beides: mitreißendes Musikdrama, aber eben auch facettenreiche Poesie im Nachspüren feinster Gefühlsregungen in der musikalischen Gestaltung der Hauptpartien.


Kategorie: Oper


Kategorie: Klassik

Aus dem Hinterhalt – das ist die Late Night-Reihe, die in den vergangenen Jahren Gäste wie Black Cracker, Andrei Koroliov, Matthew Herbert, Lydia Lunch, Peaches oder N.U. Unruh in die Tischlerei einlud. Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Hauses kommentierten sie fünf Premieren der Großen Bühne. Die erfolgreiche Serie dieser immer nur einmal stattfindenden Performance-Abende wird 2018/2019 mit weiteren Special Guests aus Pop, Rock, Avantgarde oder Bildender Kunst fortgesetzt.


Kategorie: Neue Musik

William Shakespeares „Hamlet“ ist nicht nur seine vielleicht philosophischste und vielschichtigste Tragödie, das Stück ist zugleich als ein Drama bekannt, in dem nach einem spektakulären Finale sämtliche Protagonisten tot auf der Bühne liegen. Dass man „Hamlet“ aber auch mit „Happy End“ und ohne den großen Monolog des Dänenprinzen mit dem berühmten „Sein oder Nichtsein“ erfolgreich für die Opernbühne adaptieren kann, hat Ambroise Thomas zusammen mit den beiden Librettisten Michel Carré und Jules Barbier bewiesen. Ihr HAMLET ist die bis heute erfolgreichste Adaption des Stoffes und zugleich eine der wichtigsten französischen Opern der 1860er Jahre. Sie entsteht ähnlich wie die Meisterwerke Charles Gounods in jener Umbruchphase, in der sich aus einer Synthese von Elementen der „staatstragenden“ Grand opéra mit solchen der leichteren Opéra comique ein neues Genre, das des „Drame lyrique“ entwickelt: durchkomponiert, mit einer komplexen Musiksprache, aber einem intimeren, lyrischen Tonfall und einer stärker auf die Einzelschicksale der Figuren fokussierenden Dramaturgie. Und so ist auch Thomas’ HAMLET beides: mitreißendes Musikdrama, aber eben auch facettenreiche Poesie im Nachspüren feinster Gefühlsregungen in der musikalischen Gestaltung der Hauptpartien.


Kategorie: Oper


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.06.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Die Zauberflöte(2008 Bettina Stöß / stage picture/2008 Bettina Stöß / stage picture) Jazz & Breakfast(Stephan Bögel/Stephan Bögel) Don Quichotte(Thomas Aurin/Thomas Aurin) Delirio(Thomas Aurin/Thomas Aurin) Familienführung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Otello(Barbara Aumüller/Barbara Aumüller) Manon Lescaut(2015 Bettina Stöß/2015 Bettina Stöß) Carmen(Marcus Lieberenz/Marcus Lieberenz) Konzert der BigBand: „Sinatra meets Basie“(Christoph Kassette/Christoph Kassette) „Wurm im Ohr“ – Präsentation des Kinderclubs(Stephan Bögel/Stephan Bögel) „Quality Time“ – Präsentation des Jugendclubs(Stephan Bögel/Stephan Bögel) Hamlet [konzertant](/) Sinfoniekonzert(/) Aus dem Hinterhalt: Don Quichotte(/)

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