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Spielplan für Juni 2019

"Ihr tötet uns, wir töten euch, das ist wirklich eine sehr einfache Antwort." Anlässlich des Überfalls auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt für koschere Lebensmittel im Januar 2015 in Paris fragt die Autorin nach dem Grund für eine solch zerstörerische Wut. In einer Welt, in der die Wut alles zu beherrschen scheint, der Dialog zwischen den Menschen aufhört, stellt der Text, angetrieben von Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und Angst die Frage: "Wenn aber die ganze Gemeinschaft das Töten für sich entdeckt hat, auch die Frauen, was entsteht dann?" Jelinek ermittelt mittels griechischer Mythen, wie dem des rasenden Herakles, bezieht sich auf die Ilias, deren zentrales Thema der Zorn war, lässt aber auch die Stimmen von Dschihadisten, aufgeklärten Europäern, Wutbürgern und sich selbst als Autorin beim Schreiben zu Wort kommen. Die Ebenen mischen sich zu einem Wut-Gewitter über Götter, Gewissheiten in Weltanschauungen, Kalaschnikows und über das Verfertigen und Konsumieren von Bildern und Videos der Kämpfe in unserer düsteren Welt. Wann begann alles? Welcher ist der richtige Gott? Brauchen wir überhaupt einen?


Kategorie: Schauspiel

113 Theatertexte hat die Jury der Autorentheatertage 2019 gelesen und diskutiert. Drei dieser Texte kommen in der Langen Nacht der Autorinnen zur Uraufführung, drei weitere stellt unser Ensemble – in Ausschnitten und an besonderen Orten des Deutschen Theaters – im Rahmen eines Leseparcours vor. Svenja Viola Bungarten , geboren 1992 in Koblenz, ist Absolventin der Universität der Künste Berlin. In ihrem zweiten Theaterstück Bonn ist eine Stadt im Meer , das 2019/20 am Theater Münster zur Uraufführung kommt, erzählt sie mit bitterer Komik von den Fluchtrouten durchs Mittelmeer und von einer in Schieflage befindlichen Welt. Caren Jeß , geboren 1985 in Eckernförde, hat in Berlin studiert. Im Stil einer Tierfabel blickt ihr Stück Bookpink auf die Regeln des Zusammenlebens und auf menschliche Abgründe im Federkleid. Das Stück kommt in der kommenden Spielzeit am Schauspielhaus Graz zur Uraufführung. Nele Stuhler , geboren 1989 in Berlin, arbeitet seit ihrem Studium in Gießen als Performerin, Regisseurin und Autorin. Mit ihrem Stück Fische gewann sie den Else-Lasker-Schüler-Preis 2018. Ihr Stück Gaia googelt nicht beschreibt eine turbulente Reise durch den Götterhimmel von Gaia, Uranos, Selene oder Kronos bis zum Anbeginn der Zeit.


Kategorie: Spezial

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Ein Gospelchor auf einer Bühne. Und zwei weitere Menschen. Der eine kommt mir bekannt vor, habe ich nicht sein Bild auf der Theater-Website gesehen? Ein Schauspieler. Aber ist er hier als Schauspieler? Und der andere? Ein Prediger? Ist das dokumentarisches Theater? Nein. Oder? Was ist das hier? Eine Art Gottesdienst? Die Versammlung einer evangelikalen Sekte? Doch einfach Theaterfiktion? Boris Nikitins Stücke gehen an die Ränder des Theaters – und manchmal auch darüber hinaus. Er erkundet die Grenze zwischen (vermeintlicher) Realität und Fiktion, dem Dokument und dessen Fälschung und bevorzugt sprengt er diese Kategorien gleich ganz. Die Theaterabende, die daraus entstehen, sind oft roh, grobkörnig, frontal, direkt. Sie spielen mit Rhetorik, propagandistischen Formen, sind widerspenstig. Und dann berühren sie. Können emotional packen. Plötzlich entsteht ein durch und durch "wahrer" Moment. Aber schon wird er wieder hinterfragt. Was für eine Wirklichkeit wird hier dargestellt – nein, hergestellt? Die Kategorien verschwimmen. Und gerade weil Boris Nikitins Arbeiten so gut wie alles in Frage stellen, gehören sie zum Verführerischsten, was man im Theater erleben kann. "Erst da, wo ich sterben kann – da, wo ich also leben kann, weil ich nicht mehr leben muss – da beginnt das Politische." So formuliert Boris Nikitin einen der Gedanken, die für die Konzeption der Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben entscheidend sind. In der vielleicht größtmöglichen Selbstermächtigung, dem Annehmen des unvermeidlichen Endes, liegt ein entschiedener und entscheidender Anfang. Möglicherweise sind erst jetzt, unter bewusstem Einsatz der eigenen Verletzbarkeit, souveräne Entscheidungen möglich. Was für ein schöner und eigentlich einfacher Gedanke, den die englische Sprache schon im Wort für Verletzbarkeit auf den Punkt bringt: In vulnerability steckt eben auch ability, die Fähigkeit. Was ist diese Fähigkeit, sich verletzbar zu machen, Verletzung auszuhalten, zu bejahen, Kraft aus ihr zu ziehen? Welche Möglichkeiten, Potentiale setzt sie frei? Kann es erst hier richtig politisch werden, da wo die größtmögliche Entschiedenheit entstehen kann? Geht das nur am Ende oder auch mittendrin? Und ist das Predigt? Propaganda? Oder eben doch Theater? Boris Nikitin, 1979 in Basel geboren und Sohn russisch-slowakisch-französisch-jüdischer Einwanderer, ist Regisseur, Autor und Programmmacher. Nach einem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen inszeniert er seit 2008 mehrheitlich in der internationalen freien Szene. Zudem ist er künstlerischer Leiter des Dokumentartheater-Festivals It‘s The Real Thing in Basel. Seine Stücke sind international auf Tour, zuletzt in São Paolo, Moskau, St. Petersburg, Kapstadt, Paris, Amsterdam oder Athen. Für sein bisheriges Werk wurde Nikitin 2017 mit dem J.M.R. Lenz-Dramatikpreis der Stadt Jena ausgezeichnet.


Kategorie: Schauspiel

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Am Anfang wird in René Polleschs neuem Stück gar nicht so sehr der Ort vermisst, eher scheint mit der Zeit etwas nicht zu stimmen. "Warum sind wir bereits am Ende des Stückes? Ich bin doch gerade erst aufgetreten." Es scheint sich dabei, wird später gesagt, sogar um DAS Phänomen unserer Zeit zu handeln. "Wisst ihr, ich bin ganz schön fertig. Eine Sechsstundenfassung von Shakespeares Sommernachtstraum , wer kam eigentlich auf die Idee!!" – "Wenn man es vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, war es schon sehr merkwürdig. Eigentlich gab es keinen Grund für uns anzunehmen, dass wir bereits am Ende des Stückes waren, denn niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass wir den grössten Teil davon schon gespielt hatten." – "Irgendetwas war passiert. Denn auch die Zuschauer gaben zunächst zu Protokoll, dass die Schauspieler aufgetreten waren und sofort das Ende gespielt hatten, und der Theaterabend nach etwa zehn Minuten vorbei war." War das Stück derartig kurzweilig gewesen? Zu unterhaltsam? "Allerdings konnten sich einige von ihnen eine Weile später doch an die fünf Stunden und 50 Minuten eines Sommernachtstraumes erinnern. Die Auskünfte gingen dabei sehr stark auseinander. Einige hatten eine Gruppe von Kindern durch die Wüste ziehen sehen und andere sprachen von einem Wald, in dem dann statt der Elfen et cetera. ein riesiger Affe aufgetreten war." René Pollesch, geboren 1962 in Friedberg, ist Autor und Regisseur. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 1998 uraufgeführte Stücke in eigener Regie, u. a. am Staatstheater Stuttgart, Burgtheater Wien, Thalia Theater Hamburg, Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Zürich, Deutschen Theater Berlin sowie in Warschau, Stockholm, Tokio, Sofia und São Paulo. Von 2001 bis 2007 war er Künstlerischer Leiter des Praters der Berliner Volksbühne. René Pollesch erhielt zahlreiche Preise und Einladungen zu Festivals weltweit. 2012 wurde er mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet und in die Akademie der Künste aufgenommen. Seit 2018 inszeniert er regelmäßig am Deutschen Theater Berlin.


Kategorie: Schauspiel

Ein Kind, das es gar nicht hätte geben dürfen, begibt sich im Heimatland seiner Eltern auf die Suche nach der Großmutter, die ihre Tochter schon lange tot glaubt. Und zwei junge Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben geraten in den Strudel einer nationalen Historie, in dem sich ein Wir formiert, dem sie nicht angehören. Thomas Köck nähert sich in diesem Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig vietnamesischen Migrationsbiographien und einer vietnamesisch-deutschen Geschichte an, die unter historischen Ereignissen, Migrationsdebatten und kollektivem Vergessen verschüttet liegt. Köcks Figuren schaffen sich einen Resonanzraum und sprechen sich in die Geschichte hinein, in der sie nicht vorgesehen waren. Als fingiertes Dokumentationsdrama im hochliterarischen Duktus webt das Stück die biographischen Erzählungen aus Vietnam, aus West- und Ostdeutschland in ein flirrend überzeitliches Netz ein, das am Linearitätsgesetz zweifeln lässt und eine plötzliche Aktualität evoziert. Die Mutter als Waisenkind auf der Suche nach einem Platz in der Welt. Der Vater als Dolmetscher zwischen den Welten, bis die eine Welt plötzlich auseinanderfällt. Im Leipzig der Wendezeit lassen sie sich in den übrig gebliebenen Zwischenräumen nieder. Die ferne Großmutter, die auf der Flucht ihr Kind verliert und auf der Flüchtlingsinsel Pulau Bidong strandet, die sich für immer in sie einschreibt. Und die Tochter, die das verbindende Glied sein möchte und dann doch in ihrer eigenen, einsamen Zeit hängen bleibt. Diese Familie bildet eine Genealogie von Aus-der-Zeit-Gefallenen, jeder in seinem individuellen Unzeit-Limbus, aus dem heraus sie sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen und aneinander vorbeigehen. Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr/Oberösterreich, sozialisiert durch Musik, studierte in Wien und Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft sowie Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Mitarbeit am theatercombinat Wien. Mit Jenseits von Fukuyama gewann er den Osnabrücker Dramatikerpreis 2014, für Isabelle H. (Geopfert wird immer) 2015 den Else Lasker-Schüler-Stückepreis. Köck war 2015/16 Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Mit Paradies fluten (Verirrte Sinfonie) , dem ersten Teil seiner Klimatrilogie, war er eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen. Für seine Theatertexte wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2016 mit dem Kleist-Förderpreis und 2018 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis.


Kategorie: Schauspiel

Am Anfang wird in René Polleschs neuem Stück gar nicht so sehr der Ort vermisst, eher scheint mit der Zeit etwas nicht zu stimmen. "Warum sind wir bereits am Ende des Stückes? Ich bin doch gerade erst aufgetreten." Es scheint sich dabei, wird später gesagt, sogar um DAS Phänomen unserer Zeit zu handeln. "Wisst ihr, ich bin ganz schön fertig. Eine Sechsstundenfassung von Shakespeares Sommernachtstraum , wer kam eigentlich auf die Idee!!" – "Wenn man es vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, war es schon sehr merkwürdig. Eigentlich gab es keinen Grund für uns anzunehmen, dass wir bereits am Ende des Stückes waren, denn niemand von uns konnte sich daran erinnern, dass wir den grössten Teil davon schon gespielt hatten." – "Irgendetwas war passiert. Denn auch die Zuschauer gaben zunächst zu Protokoll, dass die Schauspieler aufgetreten waren und sofort das Ende gespielt hatten, und der Theaterabend nach etwa zehn Minuten vorbei war." War das Stück derartig kurzweilig gewesen? Zu unterhaltsam? "Allerdings konnten sich einige von ihnen eine Weile später doch an die fünf Stunden und 50 Minuten eines Sommernachtstraumes erinnern. Die Auskünfte gingen dabei sehr stark auseinander. Einige hatten eine Gruppe von Kindern durch die Wüste ziehen sehen und andere sprachen von einem Wald, in dem dann statt der Elfen et cetera. ein riesiger Affe aufgetreten war." René Pollesch, geboren 1962 in Friedberg, ist Autor und Regisseur. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 1998 uraufgeführte Stücke in eigener Regie, u. a. am Staatstheater Stuttgart, Burgtheater Wien, Thalia Theater Hamburg, Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Zürich, Deutschen Theater Berlin sowie in Warschau, Stockholm, Tokio, Sofia und São Paulo. Von 2001 bis 2007 war er Künstlerischer Leiter des Praters der Berliner Volksbühne. René Pollesch erhielt zahlreiche Preise und Einladungen zu Festivals weltweit. 2012 wurde er mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet und in die Akademie der Künste aufgenommen. Seit 2018 inszeniert er regelmäßig am Deutschen Theater Berlin.


Kategorie: Schauspiel

Drei Verbrechen stehen im Zentrum von Enis Macis poetischer Kartografie einer verrohenden Welt. Dabei geht es der Autorin weniger um die Täter als um das zugrundeliegende Biosystem, den Humus der Gewalt: die Mitwisser. 27°20‘01.6“N  80°20’40.9“W. Port St. Lucie, Florida, USA. Eine Stadt am Rande der Sümpfe, Platanen und Zypressen zwischen brutalistischen Hausformationen. Die Natur kämpft hier gegen die Zivilisation an. Die Sümpfe wollen die Kultur verschlucken. In dieser seltsam schwülen Atmosphäre wachsen junge Menschen auf, viele sind es nicht mehr. Die Stadt eignet sich eher für Rentner – jenseits von Golfplätzen, anonymen Apartmentblocks und Altenheimen gibt es wenig zu erleben. Da kommt es dem Freundeskreis aus der Highschool gerade recht, als der Teenager Tyler Hadley eine Einladung zu einer Party in seinem Elternhaus an seine WhatsApp-Gruppe schickt. Doch das Treffen der Jugendlichen gerät außer Kontrolle. 38°08‘40.0“N  31°13‘28.1“E  Koruyaka, Türkei, Asien. Am anderen Ende der Welt wird Nevin Yildirim Opfer eines brutalen Verbrechens. Ungeheuerlicherweise ist der Täter für sie kein Unbekannter. Sie will, dass er bestraft wird, auf die Justiz kann sie dabei allerdings nicht erst warten. Wie weit darf sie gehen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen nachvollziehbarem Impuls und blindem Affekt? Kann Rache jemals legitim sein? 51°35‘07.4“N  6°45‘29.6“E. Dinslaken, Deutschland, Europa. Die ehemaligen Industrielandschaften des Ruhrgebiets sind heute von Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsschwund gekennzeichnet. Vielen Bewohnern bietet diese Gegend nur noch wenig Perspektive. Der samstägliche Gang ins Fußballstadion gehört zur kulturellen DNA. Im Lauf der Jahrzehnte haben sich in dieser von Migration geprägten Gegend zwischen stillgelegten Kohlezechen, Industriebrachen und Fußballstadien salafistische Parallelgesellschaften herausgebildet. Die Strukturschwäche der Region eignet sich als Nährboden für Ideologie und Fanatismus. Der junge Nils Donath, leidenschaftlicher Fußballfan mit Kontakten zur Hooliganszene, entschließt sich bald zum denkbar radikalsten Bruch mit der westlichen Kultur.   Wie eine Drohne observiert Enis Maci irritierende Topografien und beschreibt mit großer Poesie eine aus den Fugen geratene Welt. In ihrem lyrischen Epos stellt sie das Ungeheure, Monströse neben das Alltägliche, in dem sich aber bisweilen Abgründe aufzutun scheinen und verknüpft beides zu einem düsteren Panorama. Im Zentrum stehen drei reale Kriminalfälle. Mehr als auf die Täter richtet sie ihren Blick dabei aber auf die Szenerien, auf Ökosysteme, die solches Handeln zulassen. Mal schaut Maci in fast planetarischem Maßstab auf diese Gebiete, mal zoomt sie tief hinein in die Beziehungsgeflechte, die menschlichen Biotope, die den Nährboden aller Taten ihrer Bewohner bilden. Sie unterliegt dabei nie der Versuchung, reißerisch oder sensationsheischend auf die Figuren zu blicken. Stattdessen setzt sie ein alternatives Gericht ein, das die Taten jedoch nicht moralisch werten will, sondern ihre Voraussetzungen, ihre Umgebung befragt. Überall finden sich seltsam passive, resignierte Menschen, die mit irritierendem Verständnis in die Abgründe blicken, mit denen sie konfrontiert sind. Enis Maci entdeckt auf ihrer Landkarte der Mitwisserschaft Mechanismen, die bis in die Mitte unserer Gesellschaft wirksam sind. Enis Maci, geboren 1993 in Gelsenkirchen, hat Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Kultursoziologie an der London School of Economics studiert. 2010 erhielt sie den Förderpreis des Literaturpreises Ruhr. Das Stück Lebendfallen entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt  Flucht, die mich bedingt am Maxim Gorki Theater Berlin. Ihr Stückentwurf Mitwisser wurde 2017 mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnet und 2018 uraufgeführt. Im Oktober 2018 erschienen unter dem Titel Eiscafé Europa Essays von Enis Maci bei Suhrkamp. In der Spielzeit 18/19 ist Maci Hausautorin am Nationaltheater Mannheim. 2018 wurde am Schauspielhaus Wien Enis Macis jüngstes Stück Autos zur Uraufführung gebracht.


Kategorie: Schauspiel

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Das jüngste Stück von Ferdinand Schmalz beginnt mit der goldenen Aussicht auf eine kleine Heimat weit außerhalb der Stadt. Heinar hat ein Stück Land gekauft: für sich, seine schwangere Frau Petra und für das ungeborene Kind. Doch was als Sinn-Ganzes gedacht ist, als großer Zusammenhang, läuft bald aus dem Ruder. Fassungslos beobachtet seine Umgebung – die Dorfbewohner, sein Financier und Schwiegervater, seine Freunde, seine Ehefrau – wie der Bauherr nach wochenlanger Meditation eigenhändig und wie ein Irrer zu bauen beginnt. Doch was entsteht, ist kein "haus, / mit wänden, / türen, / fenstern, / keller, / speise-, / kinder-, / schlaf-, / und gästezimmer, / bad und klo, / brause im hause, / krüppelwalmdach, / terrasse, / carport". Statt dieser und ähnlicher Errungenschaften enthüllt Heinar einen strahlend weißen Tempel – "als hätt ein gott ihn / aus der akropolis herausgerissen". Bald wächst die Baustelle ins Unermessliche. "aus den ruinen des kontinents“ heraus erfindet der Tempelherr sich und sein Stück Land ganz neu. Alle anderen bleiben Zaungäste. Was ihnen verrückt erscheint, ist Heiner notwendig.- was er sich erschafft, bleibt ihnen verschlossen. Der Tempelherr baut Fluchten, Säulengänge, labyrinthische Sinnsucher-Strukturen: eine Schöpfung, die alle Zeiten sprengt und aus dem Gestern ins Morgen hineinragt. Ein neues Haus, eine Stadt, ein Gegenentwurf zu allem Bestehenden, ein Mausoleum, das den Bauherrn am Ende verschluckt.


Kategorie: Schauspiel

Ein Stück Zukunft: Nach partizipativen Formaten, in denen Andres Veiel und Jutta Doberstein Wissenschaftler_innen und Bürger_innen zu Workshops zu den Themen Arbeit, Finanzen, Umwelt etc. zusammengebracht haben, entstand nun ein Theaterstück, das sich in der Zukunft mit Vergangenheit beschäftigt: In einem Untersuchungsausschuss wird im Jahr 2028 die Frage nach der Verantwortung für die Ereignisse der Jahre 2018 bis 2028 gestellt. Die EU befindet sich nach dem Austritt Italiens 2023 in einer der größten Krisen ihrer Geschichte. Anlass genug, gegenzusteuern und in der Rest-EU 2024 ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Doch ein ökonomischer Crash ist nicht mehr aufzuhalten. Ist die Ursache in einer zufälligen Verkettung bester Absichten zu finden? Andres Veiel geht es um die Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft – abseits von Legislaturperioden oder Parteiinteressen. So werden utopische Momente genauso zur Diskussion gestellt wie dystopische. Welche Spuren verfolgen wir? Und welche hinterlassen wir? Koproduktion mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages Informationen zur Recherche und zum Gesamtprojekt auch unter www.welchezukunft.org


Kategorie: Schauspiel

Ein Kind, das es gar nicht hätte geben dürfen, begibt sich im Heimatland seiner Eltern auf die Suche nach der Großmutter, die ihre Tochter schon lange tot glaubt. Und zwei junge Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben geraten in den Strudel einer nationalen Historie, in dem sich ein Wir formiert, dem sie nicht angehören. Thomas Köck nähert sich in diesem Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig vietnamesischen Migrationsbiographien und einer vietnamesisch-deutschen Geschichte an, die unter historischen Ereignissen, Migrationsdebatten und kollektivem Vergessen verschüttet liegt. Köcks Figuren schaffen sich einen Resonanzraum und sprechen sich in die Geschichte hinein, in der sie nicht vorgesehen waren. Als fingiertes Dokumentationsdrama im hochliterarischen Duktus webt das Stück die biographischen Erzählungen aus Vietnam, aus West- und Ostdeutschland in ein flirrend überzeitliches Netz ein, das am Linearitätsgesetz zweifeln lässt und eine plötzliche Aktualität evoziert. Die Mutter als Waisenkind auf der Suche nach einem Platz in der Welt. Der Vater als Dolmetscher zwischen den Welten, bis die eine Welt plötzlich auseinanderfällt. Im Leipzig der Wendezeit lassen sie sich in den übrig gebliebenen Zwischenräumen nieder. Die ferne Großmutter, die auf der Flucht ihr Kind verliert und auf der Flüchtlingsinsel Pulau Bidong strandet, die sich für immer in sie einschreibt. Und die Tochter, die das verbindende Glied sein möchte und dann doch in ihrer eigenen, einsamen Zeit hängen bleibt. Diese Familie bildet eine Genealogie von Aus-der-Zeit-Gefallenen, jeder in seinem individuellen Unzeit-Limbus, aus dem heraus sie sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen und aneinander vorbeigehen. Thomas Köck, geboren 1986 in Steyr/Oberösterreich, sozialisiert durch Musik, studierte in Wien und Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft sowie Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Mitarbeit am theatercombinat Wien. Mit Jenseits von Fukuyama gewann er den Osnabrücker Dramatikerpreis 2014, für Isabelle H. (Geopfert wird immer) 2015 den Else Lasker-Schüler-Stückepreis. Köck war 2015/16 Hausautor am Nationaltheater Mannheim. Mit Paradies fluten (Verirrte Sinfonie) , dem ersten Teil seiner Klimatrilogie, war er eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen. Für seine Theatertexte wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2016 mit dem Kleist-Förderpreis und 2018 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis.


Kategorie: Schauspiel

Oben und unten, links und rechts, gut und böse, Fleisch und Gemüse, das sind einfache Kategorien von früher, in unseren komplexen Zeiten mächtig durcheinander gewürfelt. Wenn es nach Svenja – der Hauptfigur in Café Populaire – ginge, wäre die Welt ganz einfach durch eine Prise Humor und diskursneutralen Sprachgebrauch zu retten. Wie so viele auf ewig zum Kapitalismus Verdammte dieser Erde versucht sie den Spagat zwischen ans System angepasster Leistungsbereitschaft und Reduktion des eigenen ökologischen Fussabdrucks auf ein Minimum. Doch vorerst lauschen ihren Witzen in ihren "humornistischen Tutorials" exakt 8 Follower. Sollte Svenja eine System-Verliererin sein? Doch dann lernt sie den "Don" in sich kennen – eine böse Abspaltung ihrer selbst, der ihren Gerechtigkeitssinn und die Abgründe mächtig zum Wüten bringt. Die Klassengesellschaft lebt! Nora Abdel-Maksoud, vom Fachmagazin Theater heute als Nachwuchsregisseurin des Jahres 2017 und mit dem Kurt Hübner Preis ausgezeichnet, hat ein sensationell ehrliches Stück geschrieben und selbst inszeniert.  Die 1983 in München geborene Nora Abdel-Maksoud ist Schauspielerin, Dramatikerin und Regisseurin. Sie studierte Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Seit 2009 arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin und Regisseurin. Sie spielte u. a. am Hans Otto Theater Potsdam und in Kinofilmen, sowie am Maxim Gorki Theater und am Ballhaus Naunynstraße. 2012 zeigte sie am Ballhaus Naunynstraße ihre erste Regiearbeit Hunting   von Trier , die in einer Hörspielfassung im Deutschlandradio Kultur gesendet wurde. Sie inszenierte auch am Maxim Gorki Theater, Neuen Theater Halle und am Münchner Volkstheater. Ihre Inszenierung  Café Populaire wurde 2019 zum Schweizer Theatertreffen und zum Festival Radikal Jung eingeladen.


Kategorie: Schauspiel

Die Hermann Sudermann Stiftung würdigt mit dem alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin verliehenen Preis herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen Dramatik. Der Preis geht in diesem Jahr an Nora Abdel-Maksoud für ihr am Theater Neumarkt erarbeitetes Stück Café  Populaire . Der Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker ist mit 5.000 EUR dotiert.


Kategorie: Spezial

Oben und unten, links und rechts, gut und böse, Fleisch und Gemüse, das sind einfache Kategorien von früher, in unseren komplexen Zeiten mächtig durcheinander gewürfelt. Wenn es nach Svenja – der Hauptfigur in Café Populaire – ginge, wäre die Welt ganz einfach durch eine Prise Humor und diskursneutralen Sprachgebrauch zu retten. Wie so viele auf ewig zum Kapitalismus Verdammte dieser Erde versucht sie den Spagat zwischen ans System angepasster Leistungsbereitschaft und Reduktion des eigenen ökologischen Fussabdrucks auf ein Minimum. Doch vorerst lauschen ihren Witzen in ihren "humornistischen Tutorials" exakt 8 Follower. Sollte Svenja eine System-Verliererin sein? Doch dann lernt sie den "Don" in sich kennen – eine böse Abspaltung ihrer selbst, der ihren Gerechtigkeitssinn und die Abgründe mächtig zum Wüten bringt. Die Klassengesellschaft lebt! Nora Abdel-Maksoud, vom Fachmagazin Theater heute als Nachwuchsregisseurin des Jahres 2017 und mit dem Kurt Hübner Preis ausgezeichnet, hat ein sensationell ehrliches Stück geschrieben und selbst inszeniert.  Die 1983 in München geborene Nora Abdel-Maksoud ist Schauspielerin, Dramatikerin und Regisseurin. Sie studierte Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Seit 2009 arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin und Regisseurin. Sie spielte u. a. am Hans Otto Theater Potsdam und in Kinofilmen, sowie am Maxim Gorki Theater und am Ballhaus Naunynstraße. 2012 zeigte sie am Ballhaus Naunynstraße ihre erste Regiearbeit Hunting   von Trier , die in einer Hörspielfassung im Deutschlandradio Kultur gesendet wurde. Sie inszenierte auch am Maxim Gorki Theater, Neuen Theater Halle und am Münchner Volkstheater. Ihre Inszenierung  Café Populaire wurde 2019 zum Schweizer Theatertreffen und zum Festival Radikal Jung eingeladen.


Kategorie: Schauspiel

In Kooperation mit africologneFESTIVAL "Setzt die Leute aus dem Theater auf die Gasse", heißt es in Georg Büchners Revolutions-Drama Dantons Tod . Das Schauspielhaus Graz folgte der Aufforderung: Vier Wochen lang bewegte sich das Produktionsteam mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel – darunter Ensemblemitglieder Julia Gräfner und Raphael Muff – in Burkina Faso auf den Spuren der dortigen Revolution von 2014. Auf dieser Reise wurde im Austausch mit den Burkinabè recherchiert, interviewt, musiziert, geprobt und viel erlebt. Aber vor allem wurde das meiste davon mit der Kamera festgehalten. Das Schauspielhaus Graz hat mit dem Regisseur Jan-Christoph Gockel und dem Kameramann Eike Zuleeg einen Film gedreht und nach der Reise ein Theaterstück auf die Bühne gebracht. Im Theaterstück verarbeiten die Schauspieler_innen ihre Erfahrungen spielerisch in Kombination mit filmischem Material, das das Publikum mit auf die Reise nach Westafrika nimmt. Die Revolution frisst ihre Kinder! erzählt von einer Theatertruppe, die nach Burkina Faso reist und dabei in eine Revolution gerät. Die Regisseurin, gespielt von Julia Gräfner, verfällt in einen inszenatorischen Wahn: Endlich ist sie an der Wurzel ihrer Kunst, endlich mischt sich politische Wirklichkeit mit Fiktion. Während in ihrem Team – bestehend aus den zwei Puppenspielern Raphael Muff und Michael Pietsch und dem Musiker Komi Togbonou – die Angst vor der Unberechenbarkeit der Revolution, sowie der Regisseurin, steigt. Auch die Grazer Intendantin Evamaria Salcher sorgt sich über die ausbleibende Kommunikation, und der Schauspieler Florian Köhler probt zuhause sein Solo als Danton. Im Stil einer "Fake-Dokumentation" blickt das Stück hautnah hinter die Kulissen des Stadttheaterbetriebs, der ein ziemlich verrücktes Projekt stemmt. Man sieht die Theatertruppe, wie sie während der Reise auf reale und fiktive Personen trifft, wie sie immer tiefer in den Mythos rund um den (realen) charismatischen Unabhängigkeitskämpfer und 1987 ermordeten Präsidenten Thomas Sankara eintaucht, der dem zu französischen Kolonialzeiten Obervolta genannten Staat 1984 den Namen Burkina Faso gab, übersetzt "Land der aufrechten Menschen". Mutmaßlich war Sankaras Nachfolger Blaise Compaoré an dem Mord von Thomas Sankara beteiligt und regierte danach autokratisch 27 Jahre lang – bis 2014 eine Revolution ausbrach. Ausgangspunkt für diese Stückentwicklung war die Inszenierung Der Auftrag: Dantons Tod von Jan-Christoph Gockel am Schauspielhaus Graz, die im Jahr 2017 mit dem Wiener Nestroypreis ausgezeichnet wurde. Den Hintergrund für die Weiterentwicklung dieser Theaterarbeit in Burkina Faso bildet ein reales Ereignis: Jan-Christoph Gockel hat 2014 den Volksaufstand selbst miterlebt, als er sein Stück Coltan-Fieber für das Festival Les Récréâtrales erarbeitete. Am Tag der geplanten Premiere wurde der damalige Präsident Blaise Compaoré gestürzt. Diese eindrücklichen Erfahrungen der Revolution, bei der sich Kunst und Politik kraftvoll vereinten, wurden in Die Revolution frisst ihre Kinder! verarbeitet. Ende 2019 wird Die Revolution frisst ihre Kinder! als eigenständiger Spielfilm postproduziert. Jan-Christoph Gockel, geboren 1982, schloss nach einem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main im Jahr 2009 sein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin ab. Seitdem ist er als freier Regisseur tätig. Ausgangspunkt für die Stückentwicklung Die Revolution frisst ihre Kinder! war zum einen seine Grazer Inszenierung Der Auftrag: Dantons Tod , die im Jahr 2017 mit dem Wiener Nestroypreis ausgezeichnet wurde, und zum anderen ein reales Ereignis: Jan-Christoph Gockel hat 2014 den Volksaufstand in Burkina Faso miterlebt, als er sein Stück Coltan­Fieber für das Festival Les Récréâtrales erarbeitete. Am Tag der geplanten Premiere wurde der damalige Präsident Blaise Compaoré gestürzt.


Kategorie: Schauspiel

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Die Wissenschaftler_innen Ann, Hannes, Kristina und André haben einen neuen Job angenommen: Sie sollen eine aggressive Konsumenten-Verführungsstrategie für ein neues Produkt entwerfen, wofür das menschliche Belohnungszentrum manipuliert und tief verwurzelte Ängste und Sehnsüchte geschürt werden müssen. Um die allerbesten Arbeitsbedingungen zu haben, werden sie an einen luxuriösen Ort geflogen: Nach Monkey Island, wo nur ein einziges Haus steht. Während die vier hochbezahlten Wissenschaftler_innen ihre perfide Strategie entwerfen, kommen sie sich auch persönlich näher. Abends erzählen sie sich Geschichten aus ihrem Leben, die Art biografische Anekdoten, die man preisgeben kann, ohne vor den anderen schlecht dazustehen. Doch nach und nach entdecken sie im Haus immer mehr Seltsamkeiten: Warum liegen plötzlich Anns Lieblingschips im Küchenschrank? Warum gibt es in der Videothek ausschließlich Filme mit schönen, weizenblonden Protagonistinnen, Hannes’ bevorzugtem Frauentypus? Warum kommt ständig der Song im Radio, den André vor fünf Jahren immer mit seinen Kumpels gehört hat? Das Haus auf Monkey Island ist mit Unterstützung durch das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst entstanden. Rebekka Kricheldorf wurde 1974 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach dem Studium der Romanistik an der Humboldt-Universität Berlin folgte das Studium Szenisches Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin. 2004 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim. Von 2009 bis 2011 war sie Dramaturgin, Hausautorin und Mitglied der Künstlerischen Leitung am Theaterhaus Jena. Ihre Stücke, für die sie mehrfach ausgezeichnet worden ist, werden regelmäßig am Staatstheater Kassel, Stadttheater Bern, Schauspielhaus Hamburg und Theater Osnabrück uraufgeführt. Im Rahmen der Autorentheatertage waren 2010 Villa Dolorosa und 2013 Testosteron am Deutschen Theater Berlin zu sehen. Das Haus auf Monkey Island schrieb Rebekka Kricheldorf als "writer in residence" am Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst.


Kategorie: Schauspiel

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Zeitgenössisches Autor_innentheater ist an vielen Theatern zentraler Bestandteil des Spielplans. Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland sprechen über ihre Arbeitserfahrungen, über den Stellenwert neuer Theaterliteratur und über die drei im Rahmen der Autorentheatertage uraufgeführten Texte.  In Kooperation mit der Dramaturgischen Gesellschaft (dg) (Geschlossene Veranstaltung)


Kategorie: Spezial

Etablierte Autor_innen und hoffnungsvolle Newcomer, schreibende Regisseure und inszenierende Dramatikerinnen: Vertreter_innen aller Formen lebendiger Autor_innenschaft sind während der Festivaltage unsere Gäste. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, elf Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Gespräche über das Schreiben, das Theater und das Leben führen wir mit: Moritz Rinke am 28. Mai, 19.00 Uhr, Saal, vor Westend Caren Jeß ,  Nele Stuhler  und  Svenja Viola Bungarten  am 1. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an den Leseparcours Boris Nikitin am 2. Juni, 19.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben Enis Maci am 3. Juni, 21.40 Uhr, Saal, im Anschluss an Mitwisser Rebekka Kricheldorf am 6. Juni, 19.30 Uhr, Saal, vor Das Haus auf Monkey Island Jan-Christoph Gockel und Ensemble am 6. Juni, 22.00 Uhr, Saal, im Anschluss an Die Revolution frisst ihre Kinder! Lisa Danulat , Eleonore Khuen-Belasi und Svealena Kutschke am 8. Juni, 17.00 Uhr, Saal, vor der Langen Nacht der Autorinnen Saal, Eintritt frei


Kategorie: Spezial

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Drei Frauen, drei Plastikstühle, ein Gehsteig. Agata, Aurelia und Teresa haben es sich gemütlich eingerichtet auf ihrem Beobachtungsposten mit Panoramablick auf die Stadt. Als sie jedoch Risse im Asphalt entdecken, ist es aus mit der Gelassenheit und die drei erfasst ein ernsthaftes Unbehagen. Unangenehme Fragen treten an die immer schneller aufbrechende Oberfläche: Was braucht es und wieviel eigene Initiative ist nötig, um die Welt, so wie sie ist, zu erhalten? Und selbst wenn jemand wirklich das Hinterteil aus dem Sessel bekommt: Was genau an dieser Welt ist überhaupt unverhandelbar, schützenswert und muss – um wirklich jeden Preis – erhalten und verteidigt werden? Ist Wandel aufhaltbar? Schließlich gehört die Einsicht, dass, wer verändern will, auch verlieren wird, zu den unangenehmeren Wahrheiten des menschlichen Daseins.  ruhig Blut ist eine grotesk-philosophische Betrachtung gesellschaftlicher Plattentektonik, eine ragikomische Reflexion über den Status Quo und den ewigen Kreislauf von Revolution und Restauration, über Heimat, den paradoxen Zusammenhang zwischen Rückwärtsgewandtheit und Fortschrittsgläubigkeit der menschlichen Existenz. Das hochassoziative, humorvolle und im wahrsten Sinne abgründige Stück macht augenzwinkernde Anleihen bei den Dramen Samuel Becketts und erinnert in seinem Setting an Werner Schwabs bizarres Stück Die Präsidentinnen .  "In einem sehr eigenen, poetischen Sound entwirft Eleonore Khuen-Belasi ein absurdes Szenario, das über zahlreiche Ankerpunkte in der Gegenwart verfügt und eine reizvolle Einladung zum Spiel ausspricht." (Aus der Begründung der Jury) Eleonore Khuen-Belasi, geboren 1993 in Bozen, hat in Wien Philosophie studiert und war 2018 Hans-Gratzer-Stipendiatin. In dieser Zeit entstand auch ruhig Blut , ihr erstes Theaterstück, das im Rahmen der Langen Nacht der Autorinnen zur Uraufführung kommt.


Kategorie: Schauspiel

Entschuldigung erzählt die Geschichten zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ingrid will raus aus ihrem Leben, Hannah raus dem Gefängnis, wo sie als möglicherweise zu Unrecht verurteilte Mörderin einsitzt, zurück ins Freie. Dennoch überlagern sich Details, bis sie ununterscheidbar werden, flippen ineinander wie das Geräusch der Flipflops, das durch die Erinnerung beider Frauen spukt, oder verschmelzen in identischen Dialogfetzen. Flüsse spielen eine mehr als geografische Rolle – vor allem Heraklits Fluss, in den niemand ein zweites Mal steigen kann. Beide Erzählungen kreisen um die Frage, wo Schuld herkommt, wo sie anfängt, wo sie hin kann und wie sie vielleicht aufgehoben wird – oder eben nicht. Entschuldigung!  "Elegant entrollt die Autorin zwei – auf den ersten Blick sehr ungleiche – Biografien und bringt damit einfache Zuweisungen von Täter_in und Opfer ins Wanken. Darf man sich einfach mal einen Selbstmord gönnen? Und was kostet die Sehnsucht? Danulat stellt brachiale Fragen in den Raum, existenziell und von beeindruckender Konsequenz." (Aus der Begründung der Jury) Lisa Danulat, geboren 1983, studierte Philosophie, Schauspiel und Szenisches Schreiben in Frankfurt am Main, Freiburg und Graz. 2005 wurde ihr erstes Stück Die Sieben Stufen der Akzeptanz  uraufgeführt. 2008 gewann sie mit Too low terrain  bei den Mainzer Autorentagen Text trifft Regie den Preis für das beste Stück. 2009 wurde ihr Jugendstück Topinambur zum Berliner Theatertreffen der Jugend eingeladen. Lisa Danulat war in der Saison 2009/10 Stipendiatin des Autorenlabors am Düsseldorfer Schauspielhaus, erhielt 2010 das Wiener Dramatikerstipendium und war in der Saison 2010/2011 Hausautorin am Staatstheater Mainz. Für ihr Stück Uns kriegt ihr nicht. Das Haus der Jeanne Calment wurde sie mit dem NRW Dramatikerinnen-Preis 2012 ausgezeichnet. 2016 erhielt sie ein Stipendium für das Arbeitsatelier vom DRAMA FORUM.- 2017 nahm sie an der Schreibwerkstatt des Hans-Gratzer-Stipendiums am Schauspielhaus Wien teil. 2018 war Lisa Danulat Stadtschreiberin in Paderborn und für den Retzhofer Dramapreis nominiert.


Kategorie: Schauspiel

113 Theatertexte hat die Jury der Autorentheatertage 2019 gelesen und diskutiert. Drei dieser Texte kommen in der Langen Nacht der Autorinnen zur Uraufführung, drei weitere stellt unser Ensemble – in Ausschnitten und an besonderen Orten des Deutschen Theaters – im Rahmen eines Leseparcours vor. Svenja Viola Bungarten , geboren 1992 in Koblenz, ist Absolventin der Universität der Künste Berlin. In ihrem zweiten Theaterstück Bonn ist eine Stadt im Meer , das 2019/20 am Theater Münster zur Uraufführung kommt, erzählt sie mit bitterer Komik von den Fluchtrouten durchs Mittelmeer und von einer in Schieflage befindlichen Welt. Caren Jeß , geboren 1985 in Eckernförde, hat in Berlin studiert. Im Stil einer Tierfabel blickt ihr Stück Bookpink auf die Regeln des Zusammenlebens und auf menschliche Abgründe im Federkleid. Das Stück kommt in der kommenden Spielzeit am Schauspielhaus Graz zur Uraufführung. Nele Stuhler , geboren 1989 in Berlin, arbeitet seit ihrem Studium in Gießen als Performerin, Regisseurin und Autorin. Mit ihrem Stück Fische gewann sie den Else-Lasker-Schüler-Preis 2018. Ihr Stück Gaia googelt nicht beschreibt eine turbulente Reise durch den Götterhimmel von Gaia, Uranos, Selene oder Kronos bis zum Anbeginn der Zeit.


Kategorie: Spezial

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Drei Frauen, drei Plastikstühle, ein Gehsteig. Agata, Aurelia und Teresa haben es sich gemütlich eingerichtet auf ihrem Beobachtungsposten mit Panoramablick auf die Stadt. Als sie jedoch Risse im Asphalt entdecken, ist es aus mit der Gelassenheit und die drei erfasst ein ernsthaftes Unbehagen. Unangenehme Fragen treten an die immer schneller aufbrechende Oberfläche: Was braucht es und wieviel eigene Initiative ist nötig, um die Welt, so wie sie ist, zu erhalten? Und selbst wenn jemand wirklich das Hinterteil aus dem Sessel bekommt: Was genau an dieser Welt ist überhaupt unverhandelbar, schützenswert und muss – um wirklich jeden Preis – erhalten und verteidigt werden? Ist Wandel aufhaltbar? Schließlich gehört die Einsicht, dass, wer verändern will, auch verlieren wird, zu den unangenehmeren Wahrheiten des menschlichen Daseins.  ruhig Blut ist eine grotesk-philosophische Betrachtung gesellschaftlicher Plattentektonik, eine ragikomische Reflexion über den Status Quo und den ewigen Kreislauf von Revolution und Restauration, über Heimat, den paradoxen Zusammenhang zwischen Rückwärtsgewandtheit und Fortschrittsgläubigkeit der menschlichen Existenz. Das hochassoziative, humorvolle und im wahrsten Sinne abgründige Stück macht augenzwinkernde Anleihen bei den Dramen Samuel Becketts und erinnert in seinem Setting an Werner Schwabs bizarres Stück Die Präsidentinnen .  "In einem sehr eigenen, poetischen Sound entwirft Eleonore Khuen-Belasi ein absurdes Szenario, das über zahlreiche Ankerpunkte in der Gegenwart verfügt und eine reizvolle Einladung zum Spiel ausspricht." (Aus der Begründung der Jury) Eleonore Khuen-Belasi, geboren 1993 in Bozen, hat in Wien Philosophie studiert und war 2018 Hans-Gratzer-Stipendiatin. In dieser Zeit entstand auch ruhig Blut , ihr erstes Theaterstück, das im Rahmen der Langen Nacht der Autorinnen zur Uraufführung kommt.


Kategorie: Schauspiel

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

"Ich träumte nie von soviel Glück, als ich noch das hässliche kleine Entlein war." In den Märchen von Hans Christian Andersen stößt man immer wieder auf Transformationen: Die kleine Meerjungfrau verwandelt sich in einen Menschen, das hässliche Entlein in einen stolzen Schwan. Dass es sich bei diesen Verwandlungen auch um ein maskiertes Spiel mit Geschlechtlichkeit und Sexualität handelt, ist Ausgangspunkt für ein Projekt, das Andersens Märchen den Biografien von Berliner Dragqueens gegenüberstellt. Diese Protagonist_innen des urbanen Nachtlebens machen das Spiel mit Geschlechterrollen zum befreienden Spektakel. Dabei bewegen sie sich an der schillernden Grenze zwischen schamloser Selbstdarstellung und subkulturellem Sendungsbewusstsein. Die Transformation mittels Schminke und Perücken nämlich produziert nicht nur ein neues Ich, sondern damit auch ein neues Selbstbewusstsein. Die so erschaffene Kunstfigur ist der stolze Schwan, in dessen Gestalt sich das hässliche Entlein der Welt stellen kann.


Kategorie: Schauspiel

Fassung von Jan Bosse und David Heiligers Mitarbeit und zusätzliche Texte von Armin Petras Wilhelm Voigt, Schuster mit krimineller Laufbahn, wird aus der Strafanstalt Plötzensee entlassen und steht pass- und identitätslos in Berlin. Ohne Papiere keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere – eine Kaffeemühle. Voigt versucht alles, um wieder am normalen Leben teilhaben zu dürfen und in die Stadtgesellschaft integriert zu sein, doch nimmt von seinem kleinen Schicksal niemand Notiz. Um an seine Personalakten zu gelangen, bricht er ins Potsdamer Polizeirevier ein, was ihn erneut hinter Gitter bringt – nun für volle zehn Jahre. Das ausgeprägte Faible des Gefängnisdirektors für die Armee nutzt Voigt für sich als Weiterbildungsmaßnahme und wird während seiner Haft zum Experten im Militärwesen. Als Voigt rauskommt, steht er obdachlos einer völlig veränderten Stadt gegenüber. Berlin ist zu einer neuzeitlichen Metropole geworden, die auf einen vorbestraften Arbeitslosen nicht gewartet hat. Seine wiedergewonnene Freiheit erweist sich schnell als ihr Gegenteil und er erfährt keine Resozialisierung: die Kaffeemühle dreht sich von vorn. Doch Wilhelm Voigt gibt (sich) nicht auf und schlägt die herrschende Ordnung mit ihren eigenen Waffen. Er erwirbt eine originale Hauptmannsuniform… die Köpenickiade nimmt ihren Lauf. Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick ist ein Urberliner Stück, das 1931 in der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Theater uraufgeführt wurde. 86 Jahre später, an gleicher Stelle, erzählt Jan Bosse das berühmte Märchen mit Milan Peschel in der Titelrolle ins Heute hinein – eine Geschichte vom Mensch draußen.


Kategorie: Schauspiel

Am 12. Mai 1947 erscheint Hanns Eisler, der Karl Marx der Musik, zum ersten Mal vor dem Ausschuss für unamerikanische Umtriebe, "vielleicht der wichtigste Fall, der je vor den Ausschuss gekommen ist" (Richard Nixon). Im Sommer desselben Jahres wird sein Bruder Gerhart, ein kommunistischer Funktionär mit Erfahrungen aus Spanien, China und der Sowjetunion, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zeugin der Anklage: beider Schwester Ruth Fischer, einst die weltweit erste Frau an der Spitze einer großen Partei, der KPD, inzwischen überzeugte Anti-Stalinistin. "In der Familie Eisler herrschen verwandtschaftliche Beziehungen wie in den Shakespeare’schen Königsdramen" (Charlie Chaplin). Zusammen mit der Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot erzählen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner die Geschichte der Linken im 20. Jahrhundert als Familiengeschichte.


Kategorie: Schauspiel

Er gilt als der "Vater der Atombombe", war Direktor der Laboratorien in Los Alamos, in denen dieses "Patentspielzeug" entwickelt wurde und hat den Abwurf der Bombe auf Hiroshima bis hin zur Zündhöhe wissenschaftlich begleitet: Dr. J. Robert Oppenheimer. Keine zehn Jahre später, im April 1954, wird er von der Atomenergiekommission in Washington verhört und muss sich verantworten – politisch, moralisch und wissenschaftlich – für die Waffe, die er geschaffen hat, für die Geschwindigkeit dieser Entwicklung und für seine Amerika-Treue. Die tatsächlichen Verhöre, die Heinar Kipphardt als einer der prägenden Autoren des dokumentarischen Theaters für dieses Stück verdichtet hat, sind ein Musterbeispiel für das Verantwortungsproblem des technischen Fortschritts, an dessen Spitze längst nicht mehr nur die Atomtechnologie, sondern auch die Digitalisierung, die Genforschung und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stehen. Die Schaffung neuer Möglichkeiten der Zerstörung, Überwachung und menschlichen Selbstüberschreitung bis hin zur Überwindung der Sterblichkeit im Sinne einer "transhumanity" beschreibt die Doppelgesichtigkeit der Prozesse, die von Menschen gemacht, aber in ihren Konsequenzen weder zu ermessen noch zu kontrollieren sind. Und dennoch scheinen sie – einmal begonnen – unumkehrbar.


Kategorie: Schauspiel

Sie "finden" einander auf der Party des Schriftstellers Truman Capote in New York: der elegante russische Tänzer Rudolf Nurejew und der plumpe, schmutzfarbene Hund Oblomow. Die innige Zuneigung zwischen den beiden soll weit über Nurejews Tod hinaus Bestand haben und beflügelt Oblomow zu einem ganz überraschenden Liebesbeweis...   Das schöne Quartett Drei Saxophone und ein Klavier spielen schöne Arrangements zu schönen alten und neuen Stücken, schön getastet, schön gehaucht von barock bis modern, Klezmer bis Beat, Steinalt bis Immergrün.  Romy Sydow as Jörg Zeißig ts Christian Fischer bars Rolf Fischer p


Kategorie: Lesung

Jeder Videoschnipselabend hat zwei Elemente. Denn er besteht A aus den Videos und B aus Kuttner, dem Mann also, der sie vorab fürs Publikum aussucht, zerschnipselt und schließlich auf der Bühne präsentiert. Jeder Videoschnipselabend ist anders. Denn jeder Abend hat ein eigenes Motto, eine eigene These. Dabei kann es einerseits um so Grundsätzliches gehen wie Liebe, Sex, Krieg, Kinder, Fußball, Autos, andererseits aber auch um so diffizile Probleme wie das Demokratisierungspotenzial des deutschen Schlagers, die Politiktauglichkeit mittelamerikanischer Rauschkakteen, die ästhetischen Irrungen Mick Jaggers, das Aggressionspotenzial des Handyklingelns des deutschen Außenministers oder die Frage, mit welchen Präsenten man KPDSU Generalsekretären eine Freude machen kann.  Mit: Jürgen Kuttner und André Meier Deutsches Theater


Kategorie: Spezial

Wir sind gegangen, um die Verantwortung loszuwerden. Und keine Hausaufgaben mehr zu machen. Wir mochten Deutschland noch nie. Wir haben es einfach nicht mehr ausgehalten Zuhause. Es war zu viel, nie hatte man seine Ruhe. Wir sind gegangen, um unser eigenes Leben in die Hand zu nehmen, um wirklich zu leben. Ein Camp mitten im Wald. Irgendwo in Brandenburg oder vielleicht schon in Polen. Dort leben sie jetzt, mit Vorrat für ein Jahr und dem Plan, alles anders zu machen und vor allem: Endlich alles machen zu können. Keine Eltern, keine Schule, keine Uni, keine Verantwortung. Die Ausreißer_innen probieren einen radikal neuen Lebensentwurf. Doch als eines Morgens fast ihr gesamtes Essen verschwunden ist, beginnt die Freiheit, die sie sich vorgenommen haben, Brüche zu bekommen. Der Jugendclub 2 hat sich mit der Bedeutung von Familienkonstellationen in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt: Muss es immer Anführer_innen geben? Erwachsene, die jüngeren sagen, was zu tun ist? Sind wir mehr als die Summe unserer Gene und Erfahrungen? Oder werden wir zwangsläufig wie unsere Eltern? Ausbrechen. Sich befreien. Unter sich sein. Außer sich sein. Das wollen sie ausprobieren. Doch irgendwie rutscht es immer wieder in die alten Konventionen zurück. Ist das überhaupt so schlimm? Von und mit:  Sefa Agnew, Jona James Aulepp, Clara Biemer, Greta Bintz, Marie-Louisé Greiner, Nele Leonie Kerber, Frida Anna Lang, Finn Michelis, Wanda Reinhardt, Jasmin Fifassi Sebastiani, Rana Tuzlali


Kategorie: Kinder & Jugend

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

Wir sind gegangen, um die Verantwortung loszuwerden. Und keine Hausaufgaben mehr zu machen. Wir mochten Deutschland noch nie. Wir haben es einfach nicht mehr ausgehalten Zuhause. Es war zu viel, nie hatte man seine Ruhe. Wir sind gegangen, um unser eigenes Leben in die Hand zu nehmen, um wirklich zu leben. Ein Camp mitten im Wald. Irgendwo in Brandenburg oder vielleicht schon in Polen. Dort leben sie jetzt, mit Vorrat für ein Jahr und dem Plan, alles anders zu machen und vor allem: Endlich alles machen zu können. Keine Eltern, keine Schule, keine Uni, keine Verantwortung. Die Ausreißer_innen probieren einen radikal neuen Lebensentwurf. Doch als eines Morgens fast ihr gesamtes Essen verschwunden ist, beginnt die Freiheit, die sie sich vorgenommen haben, Brüche zu bekommen. Der Jugendclub 2 hat sich mit der Bedeutung von Familienkonstellationen in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt: Muss es immer Anführer_innen geben? Erwachsene, die jüngeren sagen, was zu tun ist? Sind wir mehr als die Summe unserer Gene und Erfahrungen? Oder werden wir zwangsläufig wie unsere Eltern? Ausbrechen. Sich befreien. Unter sich sein. Außer sich sein. Das wollen sie ausprobieren. Doch irgendwie rutscht es immer wieder in die alten Konventionen zurück. Ist das überhaupt so schlimm? Von und mit:  Sefa Agnew, Jona James Aulepp, Clara Biemer, Greta Bintz, Marie-Louisé Greiner, Nele Leonie Kerber, Frida Anna Lang, Finn Michelis, Wanda Reinhardt, Jasmin Fifassi Sebastiani, Rana Tuzlali


Kategorie: Kinder & Jugend

Bearbeitung John von Düffel Fassung Karin Henkel, John von Düffel Die Shakespeare-Stücke Coriolan , Julius Cäsar sowie Antonius und Cleopatra erzählen eine kleine Geschichte der Demokratie am Beispiel des alten Rom. Im Frühstadium ( Coriolan ) kommt die Idee der demokratischen Teilhabe durch Volkstribunen auf: als Zugeständnis an das wütende Volk. Doch prompt sehen sich die Volksvertreter mit dem Kriegshelden Coriolan konfrontiert, der von Mitsprache und der wankelmütigen öffentlichen Meinung nichts hält. In der Zeit von Julius Cäsar ist die römische Demokratie wiederum durch einen starken Mann bedroht. In der Nacht vor der Krönung Cäsars beschließt eine Gruppe von Verschwörern um Brutus, zum letzten Mittel zu greifen, um die Demokratie zu retten: Tyrannenmord. Doch Antonius, engster Vertrauter Cäsars, schafft es in seiner Grabrede, die öffentliche Meinung gegen die Demokraten zu drehen. Wenige Jahre später sehen wir in Antonius und Cleopatra den paranoiden, wirklichkeitsfernen Zirkel der Macht. Antonius regiert mit Cäsars Adoptivsohn Oktavius und einem altgedienten Militär in einer Dreiherrschaft. Antonius empfindet angesichts der politischen Machenschaften nur noch Ekel und Erschöpfung. Blindlings stürzt er sich in die Liebe zu Cleopatra, Königin von Ägypten. Doch die Machtspiele Roms holen ihn wieder ein und lassen ihn nochmals das große Rad der Politik drehen, bevor das römische House of Cards endgültig zusammenbricht.


Kategorie: Schauspiel

Wir sind gegangen, um die Verantwortung loszuwerden. Und keine Hausaufgaben mehr zu machen. Wir mochten Deutschland noch nie. Wir haben es einfach nicht mehr ausgehalten Zuhause. Es war zu viel, nie hatte man seine Ruhe. Wir sind gegangen, um unser eigenes Leben in die Hand zu nehmen, um wirklich zu leben. Ein Camp mitten im Wald. Irgendwo in Brandenburg oder vielleicht schon in Polen. Dort leben sie jetzt, mit Vorrat für ein Jahr und dem Plan, alles anders zu machen und vor allem: Endlich alles machen zu können. Keine Eltern, keine Schule, keine Uni, keine Verantwortung. Die Ausreißer_innen probieren einen radikal neuen Lebensentwurf. Doch als eines Morgens fast ihr gesamtes Essen verschwunden ist, beginnt die Freiheit, die sie sich vorgenommen haben, Brüche zu bekommen. Der Jugendclub 2 hat sich mit der Bedeutung von Familienkonstellationen in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt: Muss es immer Anführer_innen geben? Erwachsene, die jüngeren sagen, was zu tun ist? Sind wir mehr als die Summe unserer Gene und Erfahrungen? Oder werden wir zwangsläufig wie unsere Eltern? Ausbrechen. Sich befreien. Unter sich sein. Außer sich sein. Das wollen sie ausprobieren. Doch irgendwie rutscht es immer wieder in die alten Konventionen zurück. Ist das überhaupt so schlimm? Von und mit:  Sefa Agnew, Jona James Aulepp, Clara Biemer, Greta Bintz, Marie-Louisé Greiner, Nele Leonie Kerber, Frida Anna Lang, Finn Michelis, Wanda Reinhardt, Jasmin Fifassi Sebastiani, Rana Tuzlali


Kategorie: Kinder & Jugend

Bulgarien. Zwei Biografien. Die des Anarchisten Konstantin – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Schläge. Und die seines Folterers Metodi, dem "Michelangelo des Verhörs", Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerlich. Die Protagonisten der Macht bleiben die gleichen. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch. Und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Seine Erfahrungen werden negiert, finden keinen Widerhall. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aneinander gekettet, ihre Biografien auf Lebenszeit miteinander verflochten, makaber aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können. Der Autor und Kosmopolit Ilija Trojanow recherchierte fast zwanzig Jahre, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Ein eminent politisches Buch, das ein zeitgeschichtliches Panorama von exemplarischer Gültigkeit entfaltet. Ilja Trojanow (geb. 1965 in Sofia) floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Bulgarien in den Westen. Er wurde ein deutschsprachiger Autor, preisgekrönt, ein Kosmopolit, der für diesen großen Roman zu den Wurzeln zurückkehrt. Fast zwanzig Jahre lang recherchierte er, führte Gespräche mit Zeitzeugen, bezog Originaldokumente mit ein. Es ist sein Lebenswerk. Ein eminent politisches Buch und ein schwindelerregender Blick in den Abgrund zwischen Macht und Widerstand.


Kategorie: Schauspiel

Hänsel und Gretel ist eines der bekanntesten deutschen Märchen. Zwei Geschwister werden von ihren Eltern verstoßen. Ausgesetzt in einem finsteren, bitterkalten Wald entdecken sie ein Haus. Doch was von außen verlockend erscheint, birgt eine dunkle Innenwelt. Die Kinder geraten in die Fänge einer menschenfressenden Hexe und können nur entkommen, indem Gretel die alte Frau tötet. Beladen mit Edelsteinen kehren sie zurück zum Vater und märchenhaft kann gesagt werden: Ende gut, alles gut. Du glaubst, das Märchen zu kennen, oder? Doch was, wenn es ganz anders passiert wäre? Verirrten sich im Wald lädt das Publikum ein, einen neuen Blick auf die Geschichte zu werfen. Dabei verbindet sich die bildmächtige Inszenierung von Robert Lehniger mit der Augmented und Virtual Reality (VR) der CyberRäuber. Es irren verschiedene Versionen von Hänsel und Gretel durch den Wald – auf der Bühne und in der virtuellen Realität. Immer wieder tauchen die Geschwister auf und führen die Zuschauer_innen an die Grenzen zwischen Wirklichkeit und den dunklen Parallelwelten aus Märchen, Fantasy-Romanen und Netflix-Serien. Und die Hexe ist nicht die einzige Gefahr, die im Wald lauert.


Kategorie: Kinder & Jugend

Mit Ukulele, Harmonika und Gitarre empfängt Bernd Stempel zu seinem Abend Das Hexenlied , um darin einer Erzähl- und Liedtradition nachzuspüren, die viele eher an rote Rosen oder öden Deutschunterricht denken lässt: der Ballade. Dass diese aber nichts an Aktualität eingebüßt hat und nicht nur für das Theater, sondern auch für die Bar geschaffen ist, zeigt Bernd Stempel, der seit 1989 im Ensemble des DT ist und 2018 sein 40. Bühnenjubiläum feiert. Zwischen Bühne und Tresen plaudert, musiziert, singt und spielt er sich quer durch bewegende Anekdoten, packende Oden, überraschende Liebesgedichte und unglaubliche Legenden. Das Hexenlied – eine Hommage auf die Kunst des Geschichtenerzählens und eine Einladung, sich darauf einen eigenen Reim zu machen.


Kategorie: Spezial

In unregelmäßigen Abständen bietet das Frei-Boxen dem Ensemble des Deutschen Theaters sowie Regie-Assistent_innen einen Freiraum für Studio-Inszenierungen, Performances und Experimente.


Kategorie: Schauspiel

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Haus, um von ihr ein ­klares Bekenntnis zu hören. Dort trifft er auf Freunde und Konkurrenten, auf ihm gewogene Frauen, auf eine Gesellschaft, die bei Hof ein- und ausgeht und deren formvollendete Umgangsformen er als verlogen und geheuchelt ablehnt. Alceste ist ­allen bekannt: ein anstrengender Charakter, klug, witzig, wohlhabend und voller Hass auf eine Welt, zu der er gehört, wie sie zu ihm. ­Er schlägt um sich, verletzt mit Worten, predigt unbedingte Wahrheit, Kompromisslosigkeit und Weltflucht. Vermutlich ist Der Menschenfeind Molières am meisten autobiographisch geprägtes Stück. Am Hof Ludwigs XIV. angekommen, klarsichtig und verführbar und einer um 21 Jahre jüngeren Frau erlegen, wusste Molière, dass nichts komischer ist als der Mensch im Strudel seiner Schwächen. Der berühmte Komödien­autor durchschaute die Mechanismen des Hofes und dessen Macht-Hierarchie. Auf der anderen Seite wusste er um den ­natürlichen Egoismus des Menschen und sah das Erfordernis ­eines gesellschaftlichen Vertrages. Doch wie sähe ein solcher ­optimalerweise aus?


Kategorie: Schauspiel

Zum Abschluss der Spielzeit gehen wir in den Wald, legen die Kleider ab, reichen uns die Hand und schreien in der Gruppe: Was fasziniert das Feuilleton an der Neuen Rechten so sehr, dass es unheimliche Kuschelporträts in Auftrag gibt und neugierige Reportagen von heimischen Landgütern, die ergebnisoffen fragen, ob am Ende der völkischen Logik vielleicht doch etwas anderes als ein Genozid stehen könnte? Natürlich stellen Balzer und Müller sich den Gang in den Eichenhain nur vor, denn sie sind a) naturbreit und b) haben zu diesem Thema den besten Gast. Denn der Autor  Jörg-Uwe Albig  hat mit "Zornfried" gerade das lustigste Buch zur Frage der medialen Angstlust vor den Rechten veröffentlicht. An diesem fröhlichen Abend über den deutschen Wald sind die Musikvideos unser Lagerfeuer, die Diskussion unter Demokraten soll unsere Bibel sein, die Getränke an der offenen Bar dienen uns als Gitarren. (Mascha Jacobs, der zweite Gast, musste leider wegen einer Terminkollision absagen)


Kategorie: Pop

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.


Kategorie: Schauspiel

Es ist so schwer, jemandem den Unterschied zwischen einem aufstiegssüchtigen Talent und einem verbissenen Karrieristen zu erklären. Es gibt oft für zwei Sachen, die vollkommen unterschiedlich sind, nur ähnliche Begriffe. Ausgerechnet dann, wenn Welten dazwischen liegen, hört sich alles gleich an. Alles gibt sich der allgemeinen Äquivalenz anheim. Wie beim Schlaf, der ja oft auch zwischen Tag und Nacht nicht unterscheidet. Obwohl ihm das Undifferenzierte der Nacht ähnlicher ist. Man hat alles richtig gemacht. Sein innerstes Selbst hat man vor allen anderen ausgebreitet. Aber vor den Drangsalen von Erfolg und Misserfolg ist man nur geschützt, wenn man mehr hat als sich selbst. Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2018


Kategorie: Schauspiel

Deutsche Übersetzung von Hans Wolf in einer Fassung von Jette Steckel und Anika Steinhoff "Keiner denkt oder fühlt oder interessiert sich mehr für irgendwas.- keiner begeistert sich mehr oder glaubt noch an irgendwas außer an seine eigene gottverdammte bequeme Mittelmäßigkeit."   Amerika, 1955. April und Frank Wheeler sind mit ihren zwei Kindern in eine idyllische Vorstadtsiedlung gezogen. Rein äußerlich unterscheidet sich ihr Leben kaum von dem konventionellen, in Gewohnheit erstarrten und nur von gelegentlichen Zerstreuungen erhellten Alltag ihrer Nachbarn – sie haben sich bis zur Ununterscheidbarkeit ihrem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Doch von ihnen geht in den Augen der Anderen Glamour und Zauber aus, sie sind – und so empfinden sie selbst es auch – etwas Besonderes. Die Wheelers wollen sich nicht abfinden mit dem Dahinschwinden der Jugend, sie wollen die verheißungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bietet, nicht verpassen. Als April als Theaterschauspielerin scheitert und die Ehe der Wheelers merklich zu kriseln beginnt, ersinnt sie einen romantischen Ausweg – ein Umzug nach Paris soll die langersehnte Freiheit bringen und vor allem Frank die Chance geben, "sich selbst zu finden". Kurzzeitig belebt dieser Plan ihr Zusammenleben, doch Frank hat zunehmend Angst vor der Veränderung, hat begonnen, sich in seinem Job und mit einer Affäre einzurichten. Die Auseinandersetzungen nehmen zu, brüchige Versöhnungen folgen auf ungewollte Selbstentblößungen und Vorwürfe, bis das Ehepaar die Umzugspläne fallen lässt. Mit dieser Entscheidung verlieren die Wheelers immer rascher und schließlich tragisch im Verlauf eines Sommers jeglichen Halt.    Richard Yates' glanzvoller Roman aus dem Jahr 1961 zeigt in lässigen Momentaufnahmen und doch mit tiefem Ernst gegenüber den Menschen, wie das Erfüllen von gesellschaftlichen Konventionen unsere Sensibilität gegenüber unseren eigenen, tiefen Lebensimpulsen abstumpfen lässt und wie sich in Zeiten des Friedens der Krieg in die zwischenmenschlichen Beziehungen verlagert und einen Lebenstraum vergiftet. Wir danken der Regisseurin Angela Schanelec für die freundliche Genehmigung, einen Ausschnitt aus ihrem Film Orly (2010) in der Inszenierung zu zeigen.


Kategorie: Schauspiel

Berlin 1930. Das Leben ist geprägt von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. In Bordellen und illegalen Kneipen versucht man sich zu betäuben. Aber auch Flitter, Alkohol und Sex können den voranschreitenden Zerfall kaum mehr über decken. Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung schwankt die Metropole zwischen Exzess und Exitus. Auch Jakob Fabian – 32 Jahre alt, promovierter Germanist und zur Zeit Werbetexter in einer Zigarettenfabrik – taumelt durch dieses Treiben. Er erwartet nicht viel vom Leben, schon gar nicht, dass er selbst darauf irgendwie Einfluss nehmen könnte. Ganz anders als sein Freund Labude, der an die Veränderbarkeit der Verhältnisse durch das eigene Handeln glaubt. "Die Menschen anständig und vernünftig zu machen", sagt Fabian, das könnte ein Lebensziel sein, aber es ist hoffnungslos. Nur einmal, für einen kurzen Moment, blitzt die Möglichkeit eines anderen Lebens auf. Fabian verliebt sich in Cornelia und zum ersten Mal seit langem ist da etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt. Aber dann verliert er seine Arbeit und ein unaufhaltsamer, zuletzt tödlicher Absturz beginnt. Nach seinen Adaptionen von Transit und Das Mädchen mit dem Fingerhut wird sich Alexander Riemenschneider mit Fabian nun einem der großen Berlin-Romane widmen.


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

Übersetzung von Angela Schanelec Der Lehrer liebt Mascha, Mascha liebt Kostja, der wiederum liebt Nina, die liebt den Schriftsteller Trigorin, der jedoch nur sich selbst liebt. In Tschechows bittersüßer Komödie Die Möwe geht es um die Liebe im Überstehen des Unglücks, um das Entkommen aus der Öde der Provinz und die Produktion von Kunst: „Wir beschreiben das Leben so wie es ist und weiter weder piep noch pup. Wir haben weder Nah- noch Fernziele, unser Herz ist wie leergefegt. Wir haben keine Politik, an eine Revolution glauben wir nicht, wir haben keinen Gott, haben keine Angst vor Gespenstern. Ob dies eine Krankheit ist oder nicht – es geht nicht um die Bezeichnung, sondern um das Eingeständnis unserer Lage“, so Tschechow an einen Freund und Kollegen. Tschechow gelingt es, das Gefühlselend der leidenden Menschen in ihrer Alltäglichkeit und ihren Leerlauf in einer materiell saturierten Gesellschaft widerzuspiegeln und es gleichzeitig komisch und lachhaft wirken zu lassen. Jürgen Gosch nahm sich nach seiner umjubelten Inszenierung von Onkel Wanja ein weiteres Stück von Tschechow vor. Die Möwe wurde zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen und in der Kritikerumfrage von Theater heute 2009 zur Inszenierung des Jahres gewählt.


Kategorie: Schauspiel

Ein Wohnhaus in Berlin. Darin: ein alter Trinker, ein lesbisches Paar, ein Geflüchteter, eine depressive Frau und ihr Ex-Mann. Um den Alltag, das Neben- und Miteinander dieser Sechs entspinnen sich Fragen nach Gentrifizierung und Verdrängung, vor allem aber nach unserem Umgang mit Fremdem – mit Menschen, die uns nicht verständlich sind, sei es aufgrund von Kultur, Herkunft oder auch nur von Missverständnissen und verstellten Blicken. "Svealena Kutschke zeichnet in zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ein präzises Gesellschaftspanorama und lässt ihre Antiheld_innen so wortgewandt wie hochreflektiert zu Wort kommen: Ihre scheinbare Sprachmächtigkeit, die um die Hintergründe und Untiefen der eigenen Situation weiß, erzählt jedoch vor allem von der eigenen Ohnmacht." (Aus der Begründung der Jury) Svealena Kutschke ist in Lübeck geboren und studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt Stadt aus Rauch (Eichborn, 2017). Für ihre literarische Arbeit erhielt sie verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, unter anderem den Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, das Berliner Senatsstipendium und Aufenthaltsstipendien in China, Polen und Kroatien.- zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden ist ihr erstes Theaterstück.


Kategorie: Schauspiel

"Wie kann ein Mensch gedeihen, wenn er nicht den Tod aufsucht? Den wahren Tod, den wirklichen Tod. Du hast dich dein ganzes Leben bewahrt. Bewahren, bewahren, so ist das furchtsame Verlangen der Menschen, und so steht es auf einem Fleck, und so geht es nicht weiter."   Ein Mann kommt aus dem Gefängnis frei. Widerwillig begibt er sich zurück ins Leben, zurück in die Stadt, in eine Masse aus Fahrzeugen, Lichtern und Menschen. Vier Jahre hat er wegen Totschlags an seiner Geliebten gesessen und hat nun den festen Entschluss gefasst, anständig zu sein. Aber ist das mehr als ein Wort? Einen steinigen, beinah tödlichen Weg muss der Mann gehen bis ihm die Augen aufgehen und er am Ende "sehr verändert und ramponiert" wieder am Alexanderplatz steht. Der Mann, Franz Biberkopf, ist einer von vielen, sein Schicksal eines von tausenden. Um ihn herum sind andere Menschen, Stimmen, Geräusche, Nachrichten, das Wetter, die Bahnen - überall spricht, singt, dampft, kreischt und kracht es. Über das Mittel der Montage und in einer radikalen, neuen Sprache hat Alfred Döblin eine polyphone Welt erschaffen, die die Stadt und das Leben in ihr auf eindrückliche Weise widerspiegelt. Sebastian Hartmanns Zugriff gibt dieser einzigartigen Form des Romans, der Vielschichtigkeit der Stimmen und Erzählformen, Raum. Er zeigt den Menschen im gesellschaftlichen Geflecht, den Einzelnen im Kampf mit sich selbst und den Anderen. Es sind Grundsituationen des Daseins – Liebe, Verrat, Tod – die in einer Symphonie aus Sprache, Bild und Musik erfahrbar werden. Interview mit Sebastian Hartmann zur Inszenierung


Kategorie: Schauspiel


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.06.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
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