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Spielplan für Januar 2019

Die Gattungen Streichquartett und Klaviertrio bilden in der Musikgeschichte seit dem 18. Jahrhundert einen Schwerpunkt in der Kammermusik, während das Klavierquartett abgesehen von einigen markanten Ausnahmen von Brahms oder Dvořák zu einem Schattendasein verurteilt war. Auch bis heute hat sich daran wenig geändert. Das Notos Quartett hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, das historische Repertoire für seine Formation zu pflegen und die Lücke im Bereich Klavierquartett in der Gegenwart zu schließen. Das Konzert schlägt einen Bogen von Morton Feldmans "Four Instruments", einem Klassiker für Klavierquartett, bis hin zu drei aktuellen Werken. Das Tagesticket für Freitag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1324763 Im Radio: Deutschlandfunk Kultur, Tonart Klassik, 28.01.2019, 1.05 Uhr kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 13.02.2019, 21.04 Uhr Das Notos Quartett gilt als eine "der herausragenden Kammermusikformationen der Gegenwart" (FONO FORUM 09/2017). Das Quartett ist bestrebt darin, neben den bekannten Meisterwerken auch verschollene und vergessene Werke der Gattung Klavierquartett aufzuspüren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seit seiner Gründung 2007 wurde das Quartett bereits mit zahlreichen Preisen bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. 2017 wurde ihm darüber hinaus der zu diesem Zeitpunkt renommierte deutsche Musikpreis ECHO Klassik verliehen. Als Reaktion auf die ECHO Pop-Verleihung im April 2018, in der ein Album mit antisemitischem und menschenverachtendem Gedankengut mit einem Preis ausgezeichnet wurde, gaben die Musiker*innen des Notos Quartetts als erste Künstler*innen ihren ECHO wieder zurück. In der kommenden Saison führen Konzerttourneen das Notos Quartett nach Japan und China sowie in Konzertsäle wie die Tonhalle Zürich, das Konzerthaus Berlin, das International House of Music in Moskau und die Wigmore Hall in London. Darüber hinaus wird es ihm gewidmete Werke von Komponisten wie Beat Furrer und Bryce Dessner zur Uraufführung bringen. Zu den Wegbegleiter*innen, Lehrer*innen und Förderer*innen des Quartetts zählen u.a. das Alban Berg Quartett und das Mandelring Quartett.


Kategorie: Neue Musik

Chaya Czernowins "Ayre" ist ein akustischer mikroskopischer Blick auf kleinste musikalische Bewegungen, die in ihrer Summe unerwartet ein neues Raumgefühl kreieren. In seinem Spätwerk "Plektó" erweitert Iannis Xenakis die Stilmittel vieler seiner Werke, darunter rhythmische Komplexität und massive Klangeruptionen mit kontrapunktisch dicht verflochtenen Linien. Johanna Maria Staud verwendet einen Vers aus einem Gedicht der US-amerikanischen Lyrikerin Elisabeth Bishop für eine Auseinandersetzung mit der Post-Lachenmann-Moderne. Mit "Pomen I" für Viola solo stellt sich Paul Beckett als neues Mitglied des ensemble recherche mit einem Solostück für sein Instrument vor. Abschließend kommt Christian Masons neues Werk "Zwischen den Sternen" zur Uraufführung. Der Komponist definiert Komponieren für sich als "Suche im Klang nach flüchtigen Verfestigungen immaterieller Erfahrungen". Das Tagesticket für Freitag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1324763 Im Radio: Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 18.01.2019, 20.03 Uhr, live kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 20.02.2019, 21.04 Uhr Mit rund 600 Uraufführungen seit der Gründung 1985 hat das ensemble recherche die Entwicklung der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik entscheidend mitgestaltet. Impulse werden gesetzt mit Konzerten, Musiktheater, Kursen für Komponist*innen und Instrumentalist*innen, Kinder- und Jugendklangprojekten und der gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester veranstalteten Ensemble-Akademie Freiburg. Im Repertoire des neunköpfigen Ensembles sind Klassiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Werke aus Impressionismus und Expressionismus, Komponist*innen der Zweiten Wiener und der Darmstädter Schule und experimentierfreudige Vertreter*innen der Gegenwartskunst. Das ensemble recherche wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Diapason d'Or. Es wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und vom Kulturamt der Stadt Freiburg institutionell gefördert.


Kategorie: Neue Musik

Als in den 1980er-Jahren die digitale Klangverarbeitung ihren Siegeszug antrat, verschwand in Windeseile ein ganzes Repertoire von elektronischen Musikstücken. Zu den Opfern der Digitalisierung gehörte auch "Stries" von Bernard Parmegiani, ein Triptychon für Tonband und (analoge) Synthesizer aus dem Jahr 1980. Sebastian Berweck hat sich als Archäologe betätigt, das Werk restauriert, Dateien lesbar gemacht und die alten Synthesizer aufgetrieben. Aus anachronistischen Geräten - Yamaha CS-40M, EMS Synthi AKS und Roland System 100/System 100M - erwächst erneut "eine atmosphärische Klangwelt voller Drones und kleiner Klangcharaktere, die aber weder als Alliteration an die Wirklichkeit noch als musikalische Erzählung verstanden werden wollen" (Sebastian Berweck). Sie zeigen, dass Immersion keine Erfindung von heute ist. Eines der ersten elektr(on)ischen Werke überhaupt stammt aus dem Jahr 1938. Johanna Beyer, Schülerin von Henry Cowell, schrieb "Music of the spheres" für drei nicht weiter spezifizierte "elektrische Instrumente". Diese Sphärenmusik fungierte als utopisches Interludium in dem größeren, fragmentarischen Werk "Status Quo", das den politischen Stand der Dinge heftig kritisierte. Das Tagesticket für Freitag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1324763 Im Radio: Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 19.01.2019, ca. 21.45 Uhr kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 03.04.2019, 21.04 Uhr


Kategorie: Neue Musik

Ein Programm über Zauberei und damit über die Spannung zwischen Schein und Sein, über das (manchmal hinterhältige, aber immer überraschende) Spiel mit Illusionen, aber auch über die Kombinationsgabe, die zum Beispiel für Passwörter gebraucht wird. Wie im wirklichen Leben, so sind auch die Passwörter im gleichnamigen Vokalwerk von Georges Aperghis zufällig und sinnlos, eine "Polyphonie der Bedeutungen, die nichts mehr bedeutet". Valerio Sannicandro hat für seine "Zaubersprüche" Texte in Althochdeutsch verwendet. Das dunkle und ebenso ironisch gebrochene Werk evoziert Rituale, bei denen die Sänger*innen in verschiedenen Konstellationen auftreten und mit rein vokalen Mitteln eine Spazialisierung des Klangs erreichen. Michael Beils "Die Drei" ist Teil seines Werkzyklus' über Goethes "Hexeneinmaleins" und spielt mit klanglichen und strukturellen Kombinationsmöglichkeiten, die sich aus der Zahl 3 für sechs Sänger*innen ergeben. Auch Michael Pelzel spielt in seinem "Etüdenbuch zu Diabelli" mit Kombinationen. Das Stück ist die Vorstufe zu einem Musiktheater über den Taschenspieler Grazio Diabelli, einen vormals grandiosen Zauberkünstler, den seine Kunst verlassen hat. Mit welcher Zauberkunst und Magie die beiden jungen Komponistinnen Sara Glojnarić und Yiran Zhao aufwarten, bleibt noch eine Überraschung. Sicher ist jedenfalls: Es handelt sich um ein Programm, mit dem die Neuen Vocalsolisten verzaubern werden. Das Tagesticket für Samstag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1324770 Im Radio: Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 19.01.2019, live kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 10.04.2019, 21.04 Uhr Die sieben Konzert- und Opernsolisten der Neuen Vocalsolisten, vom Koloratursopran über den Countertenor bis hin zum schwarzen Bass, verstehen sich vor allem als Forscher*innen und Entdecker*innen. Dabei bewegt sich das Vokalensemble insbesondere auf dem Terrain des gegenwärtigen Musiktheaters - unter Nutzung der Elektronik und Videokunst. Auch interdisziplinäre Arbeit mit Bildender Kunst, Literatur sowie Elementen der Alten Musik gehört zum Konzept. Internationale Beachtung fanden in den vergangenen Jahren Musiktheaterproduktionen wie "Freizeitspektakel" von Hannes Seidl und Daniel Kötter oder José-María Sánchez-Verdús "Aura" mit europaweiten Aufführungen.


Kategorie: Neue Musik

1983 schrieb die Komponistin Bunita Marcus für das japanische Ensemble Sound-Space ARK eine "Music for Japan". Sie habe eigentlich "ein hässliches Stück" schreiben wollen, sagt Marcus, aber ihr Lehrer Morton Feldman rühmte die "vielfältigen und suggestiven Bilder", die beim Publikum halluzinöse Wirkungen entfalteten. 33 Jahre später schrieb die britische Komponistin Naomi Pinnock für das deutsch-isländische Ensemble Adapter eine "Music for Europe". Die Besetzung ist identisch, der geographische und damit politische Fokus ein anderer. Ausgangspunkt für die Komposition war das während des ersten Weltkriegs entstandene Gemälde "Hoch und strahlend steht der Mond" von Paul Klee. Pinnock verknüpft in ihrer "Musik für Europa" die Erinnerung an eine der großen Katastrophen des Kontinents mit der Entscheidung Großbritanniens für den Brexit im Jahr 2016. Bei Ultraschall werden diese beiden Werke durch ein neues Werk der amerikanischen Komponistin Natacha Diels ergänzt, die die Instrumentalbesetzung um Live-Elektronik erweitert. Das Tagesticket für Samstag finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1324770 Im Radio: Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 06.02.2019, 20.03 Uhr kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 17.04.2018, 21.04 Uhr Das Ensemble Adapter ist ein deutsch-isländisches Ensemble für Neue Musik mit Sitz in Berlin. Den Kern der Gruppe bildet ein Quartett aus Flöte, Klarinette, Harfe und Schlagzeug. Gemeinsam mit fest ausgewählten Instrumentalist*innen entstehen daraus Kammermusikbesetzungen mit bis zu 10 Spieler*innen. Neben zahlreichen Uraufführungen widmet Adapter sich in Konzerten und im Studio einem individuellen und internationalen Repertoire zeitgenössischer Musik. In eigenen Projekten und Koproduktionen erprobt das Ensemble außerdem grenzübergreifende Arbeitsweisen in verschiedenen Genres.


Kategorie: Neue Musik

Was passiert, wenn zwei Menschen nach langer Zeit wieder aufeinandertreffen? Ihr halbes Leben lang wartet Penelope auf die Rückkehr Ulisses und macht dabei die Sehnsucht zu ihrem Lebensinhalt, bevor Ulisse nach Jahrzehnten des Krieges und des Umherirrens zurückkehrt. Doch was ist geblieben von der einstigen Vertrautheit? Ist eine Heimkehr nach dem Durchlebten überhaupt noch möglich? Und was bedeutet Heimat für jede*n einzelne*n? Diesen Fragen geht das Musiktheater "RETURNING HOME" in der Regie von Ludger Engels anhand von Claudio Monteverdis Oper "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" (1640) in Spiegelung mit fast zeitgleich entstandenen koreanischen "Gagok"-Gesängen nach. Die zunächst so verschieden erscheinenden musikalischen Ausdrucksformen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Motiven von Heimat, Fremde und Sehnsucht auseinandersetzen, treffen im musikalischen und räumlichen Dialog zweier Ensembles aufeinander, überlagern einander und verbinden sich. Die Protagonist*innen bewegen sich durch neu entstehende Orte der Begegnung mit sich selbst und dem Anderen - dem vom Vertrauten Abweichenden. Das Solistenensemble Kaleidoskop wurde 2006 gegründet. Im Laufe der Jahre hat sich das Ensemble stetig gewandelt und immer wieder innovative Formen der Musikvermittlung erprobt. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus anderen Genres sucht Kaleidoskop nach neuen Aufführungsformen. Das Repertoire reicht vom Frühbarock bis zur aktuellen Musik, auch eigene Musikkonzepte werden entworfen. Kaleidoskop arbeitet eng mit dem Radialsystem in Berlin zusammen und ist zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Kunstfest Weimar, den KunstFestSpielen Herrenhausen, dem Sydney Festival, dem Holland Festival, Wien Modern oder den Donaueschinger Musiktagen und war Ensemble in Residence u.a. bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker. Kaleidoskop spielt an Häusern wie dem Concertgebouw Brügge, Harpa in Reykjavík, Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden oder Kampnagel Hamburg, dem Berghain und der Philharmonie. Im Laufe des künstlerischen Engagements hat das Solistenensemble mit Künstler*innen wie Sasha Waltz, Sabrina Hölzer, Jennifer Walshe, Georg Nussbaumer, Laurent Chétouane, Sebastian Claren und der Band Mouse on Mars zusammengearbeitet. Der Regisseur und Musiker Ludger Engels war bis 2013 Chefregisseur und stellvertretender Intendant am Theater Aachen. Er wurde neben seinen Opern- und Schauspielproduktionen international besonders durch seine interdisziplinären Projekte bekannt. Für die KunstFestSpiele Herrenhausen entstanden u.a. die Klanginstallation "Chorus" und das Musiktheater "Semele Walk" in der Couture von Vivienne Westwood. Seine letzten Arbeiten waren u.v.a. "Intolleranza 1960" mit dem Kunst- und Performancefestival NO NO!, die Theaterinstallation "FaustIn and out/Urfaust" und die Uraufführung des Raum-Klang-Projekts "tempi agitati" mit den Neuen Vocalsolisten. Gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop erarbeitete er die Performance "Bajazzo Road Opera" (2017) oder "RETURNING HOME" (2018/2019). Seit 2015 ist Ludger Engels Studiengangsleiter und Mentor für das Fach Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.


Kategorie: Musiktheater

Was passiert, wenn zwei Menschen nach langer Zeit wieder aufeinandertreffen? Ihr halbes Leben lang wartet Penelope auf die Rückkehr Ulisses und macht dabei die Sehnsucht zu ihrem Lebensinhalt, bevor Ulisse nach Jahrzehnten des Krieges und des Umherirrens zurückkehrt. Doch was ist geblieben von der einstigen Vertrautheit? Ist eine Heimkehr nach dem Durchlebten überhaupt noch möglich? Und was bedeutet Heimat für jede*n einzelne*n? Diesen Fragen geht das Musiktheater "RETURNING HOME" in der Regie von Ludger Engels anhand von Claudio Monteverdis Oper "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" (1640) in Spiegelung mit fast zeitgleich entstandenen koreanischen "Gagok"-Gesängen nach. Die zunächst so verschieden erscheinenden musikalischen Ausdrucksformen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Motiven von Heimat, Fremde und Sehnsucht auseinandersetzen, treffen im musikalischen und räumlichen Dialog zweier Ensembles aufeinander, überlagern einander und verbinden sich. Die Protagonist*innen bewegen sich durch neu entstehende Orte der Begegnung mit sich selbst und dem Anderen - dem vom Vertrauten Abweichenden. Das Solistenensemble Kaleidoskop wurde 2006 gegründet. Im Laufe der Jahre hat sich das Ensemble stetig gewandelt und immer wieder innovative Formen der Musikvermittlung erprobt. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus anderen Genres sucht Kaleidoskop nach neuen Aufführungsformen. Das Repertoire reicht vom Frühbarock bis zur aktuellen Musik, auch eigene Musikkonzepte werden entworfen. Kaleidoskop arbeitet eng mit dem Radialsystem in Berlin zusammen und ist zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Kunstfest Weimar, den KunstFestSpielen Herrenhausen, dem Sydney Festival, dem Holland Festival, Wien Modern oder den Donaueschinger Musiktagen und war Ensemble in Residence u.a. bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker. Kaleidoskop spielt an Häusern wie dem Concertgebouw Brügge, Harpa in Reykjavík, Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden oder Kampnagel Hamburg, dem Berghain und der Philharmonie. Im Laufe des künstlerischen Engagements hat das Solistenensemble mit Künstler*innen wie Sasha Waltz, Sabrina Hölzer, Jennifer Walshe, Georg Nussbaumer, Laurent Chétouane, Sebastian Claren und der Band Mouse on Mars zusammengearbeitet. Der Regisseur und Musiker Ludger Engels war bis 2013 Chefregisseur und stellvertretender Intendant am Theater Aachen. Er wurde neben seinen Opern- und Schauspielproduktionen international besonders durch seine interdisziplinären Projekte bekannt. Für die KunstFestSpiele Herrenhausen entstanden u.a. die Klanginstallation "Chorus" und das Musiktheater "Semele Walk" in der Couture von Vivienne Westwood. Seine letzten Arbeiten waren u.v.a. "Intolleranza 1960" mit dem Kunst- und Performancefestival NO NO!, die Theaterinstallation "FaustIn and out/Urfaust" und die Uraufführung des Raum-Klang-Projekts "tempi agitati" mit den Neuen Vocalsolisten. Gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop erarbeitete er die Performance "Bajazzo Road Opera" (2017) oder "RETURNING HOME" (2018/2019). Seit 2015 ist Ludger Engels Studiengangsleiter und Mentor für das Fach Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.


Kategorie: Musiktheater

Was passiert, wenn zwei Menschen nach langer Zeit wieder aufeinandertreffen? Ihr halbes Leben lang wartet Penelope auf die Rückkehr Ulisses und macht dabei die Sehnsucht zu ihrem Lebensinhalt, bevor Ulisse nach Jahrzehnten des Krieges und des Umherirrens zurückkehrt. Doch was ist geblieben von der einstigen Vertrautheit? Ist eine Heimkehr nach dem Durchlebten überhaupt noch möglich? Und was bedeutet Heimat für jede*n einzelne*n? Diesen Fragen geht das Musiktheater "RETURNING HOME" in der Regie von Ludger Engels anhand von Claudio Monteverdis Oper "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" (1640) in Spiegelung mit fast zeitgleich entstandenen koreanischen "Gagok"-Gesängen nach. Die zunächst so verschieden erscheinenden musikalischen Ausdrucksformen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Motiven von Heimat, Fremde und Sehnsucht auseinandersetzen, treffen im musikalischen und räumlichen Dialog zweier Ensembles aufeinander, überlagern einander und verbinden sich. Die Protagonist*innen bewegen sich durch neu entstehende Orte der Begegnung mit sich selbst und dem Anderen - dem vom Vertrauten Abweichenden. Das Solistenensemble Kaleidoskop wurde 2006 gegründet. Im Laufe der Jahre hat sich das Ensemble stetig gewandelt und immer wieder innovative Formen der Musikvermittlung erprobt. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus anderen Genres sucht Kaleidoskop nach neuen Aufführungsformen. Das Repertoire reicht vom Frühbarock bis zur aktuellen Musik, auch eigene Musikkonzepte werden entworfen. Kaleidoskop arbeitet eng mit dem Radialsystem in Berlin zusammen und ist zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Kunstfest Weimar, den KunstFestSpielen Herrenhausen, dem Sydney Festival, dem Holland Festival, Wien Modern oder den Donaueschinger Musiktagen und war Ensemble in Residence u.a. bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker. Kaleidoskop spielt an Häusern wie dem Concertgebouw Brügge, Harpa in Reykjavík, Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste Dresden oder Kampnagel Hamburg, dem Berghain und der Philharmonie. Im Laufe des künstlerischen Engagements hat das Solistenensemble mit Künstler*innen wie Sasha Waltz, Sabrina Hölzer, Jennifer Walshe, Georg Nussbaumer, Laurent Chétouane, Sebastian Claren und der Band Mouse on Mars zusammengearbeitet. Der Regisseur und Musiker Ludger Engels war bis 2013 Chefregisseur und stellvertretender Intendant am Theater Aachen. Er wurde neben seinen Opern- und Schauspielproduktionen international besonders durch seine interdisziplinären Projekte bekannt. Für die KunstFestSpiele Herrenhausen entstanden u.a. die Klanginstallation "Chorus" und das Musiktheater "Semele Walk" in der Couture von Vivienne Westwood. Seine letzten Arbeiten waren u.v.a. "Intolleranza 1960" mit dem Kunst- und Performancefestival NO NO!, die Theaterinstallation "FaustIn and out/Urfaust" und die Uraufführung des Raum-Klang-Projekts "tempi agitati" mit den Neuen Vocalsolisten. Gemeinsam mit dem Solistenensemble Kaleidoskop erarbeitete er die Performance "Bajazzo Road Opera" (2017) oder "RETURNING HOME" (2018/2019). Seit 2015 ist Ludger Engels Studiengangsleiter und Mentor für das Fach Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.


Kategorie: Musiktheater

Wenn der Zweck den Zweck hat, den Zweck zu bezwecken, aber der Zweck seinen Zweck nicht bezweckt, hat der Zweck dann keinen Zweck? Zungenbrecher, Zweckfreiheit! Wir lieben es, zu spielen - miteinander und gegeneinander. Jemand will gewinnen, jemand anderes muss verlieren. So ist das, denn es gibt Regeln. Doch wann wird aus Spiel Ernst? Und wer stellt die Regeln auf - dafür, wie wir miteinander umgehen sollten, Räume aufteilen, Sprachen lernen? Welche Sprache hat die eigene Stimme überhaupt? Und hat mein Körper Sprache(n) verinnerlicht? Kann er Sprachregeln durchspielen, Regeln auf den Prüfstand bringen oder sogar Realitäten verändern? Sechs Tänzer*innen und vier Jugendliche fordern die Regeln unterschiedlicher, internationaler Spielanleitungen mit ihren (Körper)Sprachen heraus: Zungen werden größer. Kringeln sich. Lallen lachend. Schnalzen zweckvoll. Küssen zwecklos. Zucken lustvoll. Schmecken. Werden sauer. Brechen. ! tongue twisters ! Die Berliner Choreographin Modjgan Hashemian bewegt sich an Orten, an denen zeitgenössischer Tanz, Körper und Körperlichkeit offiziell verblasst scheinen - wie im Iran oder Irak. In ihren Performances gehen verschiedene Themenkomplexe organisch ineinander über und finden sich in den jeweiligen sozialen, politischen und künstlerischen Kontexten wieder. Ihre Tanzstücke verweben verschiedene Kunstgenres mit dokumentarischen und teils biographischen Fragmenten. Formate hinter der Bühne wie Workshops, Vorträge und soziales Engagement sind dabei inspirative Quellen und immer auch projektbezogene Recherche. Die Bedürfnisse nicht sichtbarer Künstler*innen und das Vernetzen tanzaffiner Menschen sind essentiell in ihrer Arbeit. Seit vier Jahren nun erforscht Modjgan Hashemian in "Der- Die- Das Körper" das Erlernen einer neuen Sprache in Verbindung mit Bewegung. Sprache ändert sich mit der Zeit, wir verändern die Sprache und die Sprache verändert uns. In "tongue twisters" wandeln sich Regelwerke von Sprachhandlungen und Spielen zu choreographischen Anweisungen und eröffnen subversive Räume.


Kategorie: Zeitgenössischer Tanz


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:23.12.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik(Uwe Arens/Uwe Arens) Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik(Christina Schlosser/Christina Schlosser) Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik(Promo/Promo) Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik(Manu Theobald/Manu Theobald) RETURNING HOME(Sihoon Kim/Sihoon Kim) tongue twisters(Neda Navaee/Neda Navaee)

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