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Spielplan für Januar 2019

Eigentlich ist Elisabeth die Vorgängerin von Erin Brockovich: eine junge Frau, die bodenständig und unbeirrt an ihrer Unabhängigkeit festhält und mit allen Mitteln versucht, eine Job zu finden. Deswegen steht sie auch vor dem Anatomischen Institut, um ihre Organe schon zu Lebzeiten verkaufen und damit den Gewerbeschein als Unterwäscheverkäuferin zu finanzieren. Doch die sozialen Umstände schnüren sie enger ein als jedes Korsett: Missgunst und eine Gesellschaft im gnadenlosen Existenzkampf verstricken die immer verzweifelter agierende Elisabeth in ein prekäres Netz aus Notlügen und Heuchelei. Das wird eine verregnete Parade / Da wo man die Leichen halt zersägt / Die Welt ist eine Ahnungslosballade / Von Not und Tod sind alle doch geprägt, heißt es in einem Song, den der bekannte Post-Klezmer-Punk-Musiker Daniel Kahn für diese Inszenierung von Hakan Savaş Mican geschrieben hat. Nach Kleiner Mann - was nun? widmet dieser sich erneut einem Sozialdrama, das mit hellsichtiger Eindringlichkeit den gesellschaftlichen Abstieg der normalen Angestellten zu Beginn der dreißiger Jahre skizziert. Mutig und verzweifelt ringen sie um ein anständiges Leben und etwas Liebe, auch wenn der Ort ihrer Träume in immer größere Ferne rückt: In the mountains of Tibet/ How much schöner could it get/ Dort zersägt man kein Skelett/ Dort verkauft man kein Korsett/ in the mountains of Tibet. Trailer anschauen Premiere: 13. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Uraufführung: 13. Januar 2017 Trailer ansehen Nora Abdel-Maksoud wurde für THE MAKING-OF von Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin 2017 ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für das Stück den Kurt-Hübner-Regiepreis 2017. Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Yael Ronen und das unerschrockene Ensemble nehmen die Nachwirkungen von #MeToo in ihrer neuen Stückentwicklung Yes but No persönlich: Sie begegnen sich selbst als Opfer und als Täter, sprechen über Übergriffe, über sexuellen Missbrauch, erforschen Begehren und Grenzen, gehen Ängsten und Mindfucks auf den Grund und suchen nach aufrichtiger Kommunikation in Schamregionen. Das Wichtigste ist, dass man ehrlich ist, oder? Wir können doch offen über alles sprechen? Oder nicht? Aber man sollte genau wissen, wo die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Belästigung ist, was angemessen ist, was man sagen darf und was nicht. Vor allem sollte man wissen, wie man das alles herausfindet. Wenn Fantasie und Realität, Ausnahmezustand und Alltag, Begehren und Angst vor dem Verletzen zusammentreffen, kommt die Sprache an ihre Grenzen und es wird schwer, »darüber zu reden«. Und wenn gesprochen wird, dann oft als Zuruf auf der Straße, als Bemerkung auf der Arbeit, stets den Linien des Patriarchats von oben nach unten folgend. Aber wie verändert sich der Umgang mit Scham, Angst und Lust offline in Zeiten der Online-Revolution von #MeToo? Und obwohl das Theater die Konflikte liebt und zur Analyse von gesellschaftlichen Strukturen einlädt, riskiert das Ensemble in diesem Stück etwas Ungewöhnliches: Visionen. Sie brechen auf, um neue Formen von zwischenmenschlicher Kooperation zu erproben – auch mit dem Publikum. Und wo die Sprache versagt, beginnt die Musik mit eigens komponierten Songs des israelischen Superstars und Experten für Beziehungsfragen Shlomi Shaban. Triggerwarnung: Dieses Stück thematisiert u.a. Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff


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Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Uraufführung: 13. Januar 2017 Trailer ansehen Nora Abdel-Maksoud wurde für THE MAKING-OF von Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin 2017 ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für das Stück den Kurt-Hübner-Regiepreis 2017. Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Rundgang durch das Theater und seine Geschichte Die Historie des Gebäudes beginnt 1827 mit der Errichtung des ersten öffentlichen Konzertsaal Berlins. Wie wurde aus der Berliner Sing-Akademie das Maxim Gorki Theater? Seine Theatergeschichte spiegelt Mauerbau und Mauerfall und erzählt einen Teil Berliner Kulturpolitik in Ost und West. Ein historischer Theaterspaziergang, der im Bühnenbild der abendlichen Vorstellung endet. Der Rundgang findet jeweils am ersten Samstag des Monats statt. Treffpunkt: Kassenfoyer


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Die Sache ist beschlossen: Der Großfürst soll sterben. Lange haben die fünf jungen Menschen im Untergrund dieses Attentat vorbereitet. Sie haben sich entschlossen zu töten, um der staatlichen Barbarei, die in ihrer Gegenwart, dem Russland von 1905, herrscht, ein Ende zu setzen. Aber das Attentat scheitert, weil einer von ihnen im entscheidenden Moment zögert. Es ist der Moment, in dem aus dem Feind ein Mensch wird, aus dem Befreier ein potenzieller Mörder. Albert Camus’ existentialistischer Klassiker Die Gerechten ist einerseits ein spannender politischer Kriminalfall auf der Basis einer wahren Geschichte rund um Iwan Kalijajew, der im Sommer 1905 als Teil einer radikalen Terrorgruppe, die den sogenannten »Sozialrevolutionären« zugehörte, in einem Attentat den Großfürsten Sergej, Onkel des Zaren, ermordete. Auf der anderen Seite verstrickt Camus seine Figuren in die Dialektik von ideologiekritischer Rechtfertigung und der Inkaufnahme persönlicher Schuld. Die »Gerechten« seines Stücks werden in der Tiefenschärfe bei Camus vor das Tribunal des Publikums geführt, das entscheiden muss: Sind sie Helden, deren Mut das Aufscheinen einer anderen Welt möglich macht? Oder Verblendete, gefangen in Gewalt? Oder ist die Gleichzeitigkeit dieser Wertung denk- und formulierbar? Sebastian Baumgarten, bekannt dafür komplexe theoretische Fragen in sinnliche Bühnensprache zu übersetzen, sucht mit Camus in der russischen Geschichte nach einem Verstärker, der die heutigen Kollisionen im »Zeitalter des Zorns«, wie das 21. Jahrhundert auch genannt wird, erfahrbar macht. Trailer ansehen Aufführungsrechte: Rohwolt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg


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Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wird als das Original. Beseelt vom bahnbrechenden Erfolg ihres Superhelden-Remakes Fledermausmann Rises nimmt sich die Filmregisseurin Gordon das heißeste Eisen unserer Tage vor – die allgegenwärtige Political Correctness, die wie ein Fallbeil jede freie Lebensäußerung bedroht. In Zeiten, in denen männlich, weiß, hetero als Dreifach-Malus jedem normalen Mann, der einfach mal seine Meinung sagen will, auf die Stirn gestempelt wird, braucht es schließlich Geschichten, in denen die zum Schweigen gebrachte Mehrheit sich wiederfinden kann. Die passende Grundlage für eine Schreckensvision konsequenten Tugendterrors liefert praktischerweise George Orwells 1984: Ein verunsicherter Held, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei. Ein Weltbestseller mit mehrheitsfähigem Twist, die perfekten Zutaten zu einem Horrorszenario mit Mainstream- Potential. Wenn da nur der verdammte Zeitgeist nicht wäre, all die marginalisierten Partypupser*innen, deren Ideen mittlerweile auch Gordons Filmset erreicht haben und unerbittlich die Stirnen selbst der stärksten Helden malträtieren. Nora Abdel-Maksoud, die komischste unter den politisch korrekten Autoren-Regisseurinnen, wurde für ihre Film- und Theatersatire The Making-of zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Mit The Sequel wagt sie sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz. Uraufführung am 23. November, 20.30 Uhr Eine Produktion des Studio / Maxim Gorki Theaters Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater &.- Medien


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Junge Männer mit Hintergrund versetzen die deutsche Gesellschaft im Kampf um die abendländische Zivilisation in Angst und Schrecken. Ihr Hintergrund ist meist ein migrantischer, muslimischer oder bildungsferner, oft mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Dann zwingen diese Männer ihre Frauen, Kopftuch zu tragen und statt zu arbeiten oder sich zu bilden, zeugen die Integrationsverweigerer ununterbrochen weitere Kopftuchmädchen. Soweit die gängigen Klischees in der zeitgenössischen »Integrationsdebatte«. Die einzige Hoffnung auf Rettung vor dem Untergang richtet sich nun auf die gute alte deutsche Schule, also: Bildung, Bildung, Bildung!!! Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance: Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern gerade Friedrich Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahe zu bringen, als ihr eine Pistole in die Hände fällt, eine echte! Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen. Mit dieser Geiselnahme beginnt ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama und die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten. Verrücktes Blut - von Nurkan Erpulat, Jens Hillje und Jean-Paul Lilienfeld. Übernahme der Produktion vom Ballhaus Naunynstraße. Eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße und der Ruhrtriennale. Frei nach dem Film La Journée da la Jupe, Drehbuch und Regie Jean-Paul Lilienfeld. Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfoto: Ute Langkafel Premiere: 22. November 2013


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Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wird als das Original. Beseelt vom bahnbrechenden Erfolg ihres Superhelden-Remakes Fledermausmann Rises nimmt sich die Filmregisseurin Gordon das heißeste Eisen unserer Tage vor – die allgegenwärtige Political Correctness, die wie ein Fallbeil jede freie Lebensäußerung bedroht. In Zeiten, in denen männlich, weiß, hetero als Dreifach-Malus jedem normalen Mann, der einfach mal seine Meinung sagen will, auf die Stirn gestempelt wird, braucht es schließlich Geschichten, in denen die zum Schweigen gebrachte Mehrheit sich wiederfinden kann. Die passende Grundlage für eine Schreckensvision konsequenten Tugendterrors liefert praktischerweise George Orwells 1984: Ein verunsicherter Held, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei. Ein Weltbestseller mit mehrheitsfähigem Twist, die perfekten Zutaten zu einem Horrorszenario mit Mainstream- Potential. Wenn da nur der verdammte Zeitgeist nicht wäre, all die marginalisierten Partypupser*innen, deren Ideen mittlerweile auch Gordons Filmset erreicht haben und unerbittlich die Stirnen selbst der stärksten Helden malträtieren. Nora Abdel-Maksoud, die komischste unter den politisch korrekten Autoren-Regisseurinnen, wurde für ihre Film- und Theatersatire The Making-of zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Mit The Sequel wagt sie sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz. Uraufführung am 23. November, 20.30 Uhr Eine Produktion des Studio / Maxim Gorki Theaters Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater &.- Medien


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Dein für immer, meist geliebte Frau, solang diese Maschine zu ihm gehört. Hamlet. Shakespeare, Hamlet Mit diesen Worten endet Hamlets berühmter Brief an Ophelia, in dem er versucht, dem einzig geliebten Menschen seinen Ausstieg aus dem System der Norm anzukündigen. Das Wort »machine« taucht bei Shakespeare nur ein einziges Mal auf. Es bezeichnet den Körper, der in der barocken frühaufklärerischen Zeit oft als Maschine, als aus vielen Teilen zusammengesetztes Wunderwerk, bezeichnet wurde. Shakespeares Stück selbst ist eine solche Theaterzaubermaschine. Eine Reflexion über Tod und Religion, über Norm und Wahnsinn, über Macht und Ohnmacht. Und neben all dem auch ein großer Text über das Theater selbst. 1977 schrieb Heiner Müller mit Die Hamletmaschine eine Adaption, die die Maschine im Titel führt. Das Exil Ensemble ist seit der Spielzeit 2016/17 Teil des Gorki. Die sieben Schauspieler*innen spüren mit Sebastian Nübling diesem und anderen Texten nach und forschen in dem ergebnisoffen angelegten Projekt nach der eigenen Position. Sie folgen mit Hamletmaschine dem Dramatiker, der die Position des Intellektuellen in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, radikal in Frage stellt, sezieren Müller folgend Shakespeare und setzen die verbleibenden Fragmente wieder zusammen. Trailer ansehen Premiere 24. Februar 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Die Schüsse auf Rosa Luxemburg »waren der Anfang einer Ereigniskette, an deren Ende nicht mehr deutsche Juden- und Kommunistenmörder am Landwehrkanal standen, sondern die Soldaten der Sowjetarmee«. Heiner Müller hatte stets ein obsessives Interesse an »Umwegen der Geschichte«. Wären Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht nicht ermordet worden, dann hätte es keinen Hitler gegeben, keinen Krieg mit der Sowjetunion, keine Mauer in Berlin – und wahrscheinlich keinen Stalin... Vor hundert Jahren, am 15. Januar 1919, wurde Rosa Luxemburg in Berlin erschossen. Vor 90 Jahren Heiner Müller in Sachsen geboren. Eine späte Begegnung mit Texten von Rosa, Heiner und anderen, mit Whisky und Cigarren, im Anschluss an die Vorstellung Die Hamletmaschine. Mit Schauspieler*innen des Ensembles Foto: Esra Rotthoff


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Jahrelang hat die Gutsbesitzerin Ranjewskaja ihr Geld zum Fenster rausgeworfen und Schuldenberge angehäuft. Nun soll der Kirschgarten, seit Generationen im Besitz der Familie, versteigert werden. Der Unternehmer Lopachin schlägt zur Rettung des Guts vor, den Kirschgarten abzuholzen und profitable Ferienwohnungen zu errichten. Doch die Schuldner wollen davon nichts wissen, bis der Tag der Wahrheit unmittelbar bevorsteht und die alte Heimat in Gefahr gerät, verloren zu gehen. »Es ist kein Drama geworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar eine Farce«. So verteidigte Anton Tschechow seinen Kirschgarten stets gegenüber all jenen, die darin einen wehmütigen Abgesang auf die alte Tradition sahen. Tatsächlich beschreibt er voll heiterer Ironie eine Gesellschaft im Übergang, in der das Altvertraute sich verflüssigt und die Umrisse einer neuen Welt sichtbar werden. Wie Clowns stolpern seine Figuren in einem absurd komischen Endspiel zwischen Sehnsucht, Einsamkeit, sanfter Vorfreude und ihren Verlustängsten umher, ohne festen Grund unter den Füßen zu spüren. Nurkan Erpulat inszeniert Tschechows Komödie als letzten Heimatabend einer verunsicherten Gesellschaft vor ihrem Ausverkauf. Der Kirschgarten - Eine Komödie von Anton Tschechow. Deutsch von Angela Schanelec. Nach einer Übersetzung von Arina Nestieva. Rechte an der Übersetzung beim S. Fischer Verlag GmbH, Theater &.- Medien. Premiere: 15. November 2013 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Mythen der Wirklichkeit #8 Drei Kinder ertrinken im Meer und weigern sich, wieder aufzutauchen. Tot wie sie sind, verwehren sie sich grundlegenden physikalischen und sozialen Regeln, die sie trotz ihrer kurzen Leben hatten lernen müssen. Gibt es irgendeinen Grund, ein braves, ein gutes Kind in einer schlechten Welt zu sein? Und was ist das alles Wert, wenn nicht mal Eltern ihre Kinder beschützen können? Moses spaltete das Meer, Jesus ging über das Wasser und die drei Kinder sind am Boden des Ozeans gefangen. Das Meer erzählt nicht nur religiöse und romantische Geschichten. An seinen Ufer werden seit der Antike politische Debatten um Grenzen, Heimaten und Spaltungen ausgetragen. In der achten Ausgabe der Reihe Mythen der Wirklichkeit erkundet der palästinensische Regisseur Bashar Murkus mit den Schauspieler*innen Maryam Abu Khaled und Karim Daoud vom Exil Ensemble sowie Shaden Kanboura vom Khashabi-Ensemble in Haifa das Meer als Ursprung der Mythologien von gestern und heute. Myths of Reality #8 ثلاثة أطفال غرقوا في البحر ورفضوا العودة. لقد ماتوا . و رفضوا اتباع القوانین الفیزیائیة والاجتماعیة البدائیة التي تعلموها في حیاتهم القصیرة . هل یوجد أي سبب لیكون طفًل جید في عالم سيء؟ ما قیمة المرء إذا لم یتمكن الوالدان من حمایة أطفالهم ؟ موسى شق البحر. یسوع مشى علي الماء وثلاثة أطفال عالقون في قاع المحیط. لایخبر البحر القصص الدینیة والرومانسیة فقط ، فمنذ العصور القدیمة تجري على ضفتیه مناقشات حول المواضیع السیاسیة عن الحدود والوطن, الشعور بالوطن والانقسام عنه. في الجزء الثامن من سلسلة أساطیر الواقع یستكشف المخرج الفلسطیني بشار مرقص مع الممثلین مریم ابو خالد وكریم داود من مسرح المنفى والممثلة شادن كانبورا من مسرح خشابي في حیفا البحر كأصل أساطیر الامس والیوم. Premiere 10. Januar 2019 افتتاح Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


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»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Premiere: 11. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


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Mythen der Wirklichkeit #8 Drei Kinder ertrinken im Meer und weigern sich, wieder aufzutauchen. Tot wie sie sind, verwehren sie sich grundlegenden physikalischen und sozialen Regeln, die sie trotz ihrer kurzen Leben hatten lernen müssen. Gibt es irgendeinen Grund, ein braves, ein gutes Kind in einer schlechten Welt zu sein? Und was ist das alles Wert, wenn nicht mal Eltern ihre Kinder beschützen können? Moses spaltete das Meer, Jesus ging über das Wasser und die drei Kinder sind am Boden des Ozeans gefangen. Das Meer erzählt nicht nur religiöse und romantische Geschichten. An seinen Ufer werden seit der Antike politische Debatten um Grenzen, Heimaten und Spaltungen ausgetragen. In der achten Ausgabe der Reihe Mythen der Wirklichkeit erkundet der palästinensische Regisseur Bashar Murkus mit den Schauspieler*innen Maryam Abu Khaled und Karim Daoud vom Exil Ensemble sowie Shaden Kanboura vom Khashabi-Ensemble in Haifa das Meer als Ursprung der Mythologien von gestern und heute. Myths of Reality #8 ثلاثة أطفال غرقوا في البحر ورفضوا العودة. لقد ماتوا . و رفضوا اتباع القوانین الفیزیائیة والاجتماعیة البدائیة التي تعلموها في حیاتهم القصیرة . هل یوجد أي سبب لیكون طفًل جید في عالم سيء؟ ما قیمة المرء إذا لم یتمكن الوالدان من حمایة أطفالهم ؟ موسى شق البحر. یسوع مشى علي الماء وثلاثة أطفال عالقون في قاع المحیط. لایخبر البحر القصص الدینیة والرومانسیة فقط ، فمنذ العصور القدیمة تجري على ضفتیه مناقشات حول المواضیع السیاسیة عن الحدود والوطن, الشعور بالوطن والانقسام عنه. في الجزء الثامن من سلسلة أساطیر الواقع یستكشف المخرج الفلسطیني بشار مرقص مع الممثلین مریم ابو خالد وكریم داود من مسرح المنفى والممثلة شادن كانبورا من مسرح خشابي في حیفا البحر كأصل أساطیر الامس والیوم. Premiere 10. Januar 2019 افتتاح Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


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Wer auf Hebräisch oder Arabisch die politische Lage im Nahen Osten beschreiben will, spricht schlicht von »The Situation«. In den letzten Jahren hat es viele Menschen mit »Situation«-Hintergrund nach Berlin verschlagen. Einst hielt der Konflikt ihre Leben auseinander, nun treffen sie in der deutschen Hauptstadt aufeinander. Hausregisseurin Yael Ronen versetzt ihre neueste Stückentwicklung am Gorki in einen Neuköllner Deutschkurs. Die Kursteilnehmenden verbindet, dass sie in den letzten Jahren nach Berlin gekommen sind. Aus Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht. Aus Israel und Palästina, wo das politische sowie soziale Klima immer militanter wird. Kein Wunder also, dass im Kurs von Deutschlehrer Stefan die deutsche Grammatik das kleinste Problem ist. Yael Ronen und die Schauspieler*innen, die aus Syrien, Palästina und Israel nach Berlin gekommen sind, setzen sich mit den paradoxen Wiederbegegnungen ihrer »Nachbarn« sowie mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Auf Englisch, Deutsch, Hebräisch und Arabisch und mit deutschen und englischen Übertiteln Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Eingeladen zum Theatertreffen 2016 Premiere: 4. September 2015 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Bühne frei für die Dankesrede, den Monolog, die Umarmung einer israelischen Künstlerin, die ihr deutsches Publikum mit ihrer Dankbarkeit in den Schwitzkasten nimmt. Sie erzählt von dem Verlassen ihres Landes, von der freundlichen Aufnahme in Deutschland, den Sprachkursen, dem Stiftungsdschungel, durch den sie sich durchkämpfen musste, um dort anzukommen, wo sie heute ist – als neuer jüdisch-israelische Star am Himmel der deutschen (Kunst-)Landschaft. Spät versteht man, dass aus dem wortgewaltigen Angriff ihrer Liebe nur die Flucht in den Diasporagarten des Jüdischen Museums möglich ist. Und dort warten schon die Tiger. Die Geschichte vom Leben und Sterben des neuen Juppi Ja Jey Juden ist der zweite Teil einer Tetralogie von Sivan Ben Yishai und entstand im Rahmen der Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 im Studio Я, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag Produktionsbild © Dina Schweiger Artist: Moran Sanderovich Fotos © Stefan Loeber


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Im Palästina kurz vor der Erfindung des Christentums herrscht Herodes Antipas als Statthalter der römischen Besatzungsmacht. Sein Einfluss schwindet, ihm droht das Schicksal einer politischen Lame Duck – Druck aus Rom, Druck von der Straße oder besser gesagt aus der Wüste, wo sich um den radikalen Täufer Johannes eine immer größer werdende Schar von Fanatikern sammelt. Herodes feiert ein Fest, um sich Luft zu verschaffen. Aber sein Begehren nach Salome gibt ihm, seinem Hof und vor allem Salome keine Ruhe. Diese hält sich lieber vor der Festung auf. Die Wüste verspricht die Verheißung der Leere und der Übersichtlichkeit, der Klarheit und der Reinheit. Diese Gedanken ergreifen Salome und später den ganzen Hof wie eine Infektion. Doch statt Ordnung bringt der Fundamentalismus den Untergang. Thomaspeter Goergen bricht aus der Vorlage Oscar Wildes einzelne Motive heraus und treibt so das berühmte fin-de-siecle Stück ins Dilemma der Jetztzeit – Perversion und Fundamentalismus als das zerstörerische Gemisch aus diffuser Angst und realer Macht. Ersan Mondtag inszeniert diese Zuspitzung bildgewaltig und lustvoll düster: »Die Besten von nichts überzeugt, die Schlechtesten leidenschaftlich besessen.« W. B. Yeats Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR


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»Dunkler Kontinent« oder »Rohstofflager der Welt«, noch immer denken wir über Afrika in Stereotypen. Und noch immer ist der Maßstab, mit dem wir den Zustand des Kontinents beurteilen, das Entwicklungsmodell des Westens – selbst wenn sich dieses als zerstörerisch erwiesen hat. In seinem bahnbrechenden Manifest Aftrotopia stöbert Felwine Sarr gewaltige Möglichkeitsräume innerhalb der afrikanischen Wirklichkeit auf. Deniz Utlu spricht mit mit dem senegalesischen Autor und Wirtschaftswissenschaftler über dessen ernüchternde Analyse, die eine ermutigende Utopie enthält. Kooperation mit dem Forum Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung


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Das Revuetheater ist wieder da! Fast schien es, als hätten die Nazis gesiegt. Das Revuetheater, jene queere Mischung aus Operette, modernem Boulevard, politischem Kabarett, Jazz und neuer Musik war das Genre, das wie kein anderes das Bild der »Goldenen Zwanziger« in Berlin prägte. Doch diese hohe frühpostmoderne Unterhaltungskunst fiel den Nazis und ihrem antisemitisch-homophobem Hass zum Opfer. Die Künstler*innen mussten emigrieren, ihre Werke verschwanden und mit ihnen auch das Genre. Am Gorki wird nun eines dieser Werke 87 Jahre nach der Uraufführung 1931 wieder belebt: Alles Schwindel ist eine echte Wiederentdeckung. Was wie eine klassische Boy-meets-Girl-Story beginnt, wird zu einem aberwitzigen Parcours durch die Scheinwelten der späten Zwanziger Jahre und damit einer Zeit, in der »Tempo« das entscheidende Wort war und »Schritt halten« den Rhythmus vorgab. Die Musik des später nach London emigrierten Mischa Spoliansky kann neben Größen wie Kurt Weill bestehen. Christian Weise hat als Regisseur einen riesen Spaß an solchen Stoffen, von Spoliansky inszenierte er bereits die Operette Wie werde ich reich und glücklich. Er wirft sich mit dem Gorki-Ensemble in den Strudel einer großen Berliner Zeit, die in ihrem Flimmern, aber auch in ihrer bedrohlichen Fragilität politisch und hedonistisch zarte Ähnlichkeiten zu der Stadt hat, wie sie heute zu erleben ist. Ein rasanter Kostüm-, Musik und Tanzabend mit Songs, die im Ohr bleiben und einer verwirrend aktuellen Story. Trailer anschauen Premiere: 17/Dezember 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Was ist heute eigentlich liberal - die FDP etwa? Jakob Augstein im Gespräch mit Christian Lindner über Europa, Liberalismus und die Zukunft der FDP Was ist heute eigentlich liberal – die FDP etwa? Freie Demokraten wollen sie sein. Freiheit, Freihandel und Freidenkertum betonen. Bis 2015 bezeichnete sich die FDP als „die Liberalen“. Mittlerweile hat sich die Partei einen neunen Anstrich verpasst und den Liberalismus aus dem Namen gestrichen. „Aber nicht aus dem Programm“, bekräftigt FDP-Parteivorsitzender Christian Lindner. „Der Fortschritt einer Gesellschaft kommt von den Rändern, also von den Abweichlern, von den Außenseitern von den Newcomern. Die bringen Bewegung rein. Die Aufgabe des Liberalismus muss es daher sein, die Offenheit der Gesellschaft und den fairen Wettbewerb in der Wirtschaft zu gewährleisten“, so Christian Lindner. Er wünscht sich einen Aufbruch und am besten eine damit verbundene neue Regierungsbildung. Herausforderungen gibt es genug: Bildung, Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit, Europa – welche Rolle dabei die FDP spielt, steht zur Diskussion.


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»Es gibt einen Schiffbruch, Zwillinge werden getrennt, die Schwester legt die Kleidung des verschollenen Bruders an und geht als dieser Bruder in ein unbekanntes Königreich, um diesen Bruder zu suchen. Sie findet ihn in sich. Das ist so ziemlich das, was in Außer sich passiert.« Sasha Marianna Salzmann Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden. Nach Jahren kommt eine Postkarte ohne Absender ins Haus, beschriftet nur mit dem Wort »Istanbul«. Ali stürzt in die Wirrnisse dieser Stadt: Die Straßen biegen sich, Farben und Konturen verschwimmen. Ali fängt an zu vergessen, warum sie gekommen war und was sie sucht. In einem Club lernt sie Katho kennen, der sie durch die Nachtszene Istanbuls führt. Sie begegnet Aglaja, die zur Symbolfigur der Gezipark-Proteste wird. Und irgendwo in Spiegeln von Bars und um die Ecke biegend, erahnt sie Anton und rennt ihm nach. In Sasha Marianna Salzmanns gefeiertem Debütroman AUSSER SICH versucht Ali Geschlecht, Sprache, Länder hinter sich zu lassen, bis sie versteht: es geht nicht weiter, wenn sie nicht weiß, was vorher war. Sie entschließt sich, wieder zurückzugehen und das zu tun, wovor sie immerzu weggelaufen ist: Ihre Familie zu befragen. Warum sind wir so oft gegangen? Was ist dieses Rennen in uns? 100 Jahre jüdische Familiengeschichte entspinnen sich über Odessa, Czernowitz, Grosny, Wolgograd, Moskau, Deutschland, Deutschland, Deutschland und dann Istanbul am Hafen, wo Katho von Odessa erzählt. Hausregisseur Sebastian Nübling betritt mit dem Ensemble diese opulente Landschaft von Figuren und Geschichten. Eine Odyssee der Wandlungen und Umbrüche. Was bedeutet es heute, »Ich« sagen zu können? Mögliche Bruchstücke von Identität suchen immer wieder neue Anordnungen. Premiere 12. Oktober 2018 TRAILER ANSEHEN Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Die Sache ist beschlossen: Der Großfürst soll sterben. Lange haben die fünf jungen Menschen im Untergrund dieses Attentat vorbereitet. Sie haben sich entschlossen zu töten, um der staatlichen Barbarei, die in ihrer Gegenwart, dem Russland von 1905, herrscht, ein Ende zu setzen. Aber das Attentat scheitert, weil einer von ihnen im entscheidenden Moment zögert. Es ist der Moment, in dem aus dem Feind ein Mensch wird, aus dem Befreier ein potenzieller Mörder. Albert Camus’ existentialistischer Klassiker Die Gerechten ist einerseits ein spannender politischer Kriminalfall auf der Basis einer wahren Geschichte rund um Iwan Kalijajew, der im Sommer 1905 als Teil einer radikalen Terrorgruppe, die den sogenannten »Sozialrevolutionären« zugehörte, in einem Attentat den Großfürsten Sergej, Onkel des Zaren, ermordete. Auf der anderen Seite verstrickt Camus seine Figuren in die Dialektik von ideologiekritischer Rechtfertigung und der Inkaufnahme persönlicher Schuld. Die »Gerechten« seines Stücks werden in der Tiefenschärfe bei Camus vor das Tribunal des Publikums geführt, das entscheiden muss: Sind sie Helden, deren Mut das Aufscheinen einer anderen Welt möglich macht? Oder Verblendete, gefangen in Gewalt? Oder ist die Gleichzeitigkeit dieser Wertung denk- und formulierbar? Sebastian Baumgarten, bekannt dafür komplexe theoretische Fragen in sinnliche Bühnensprache zu übersetzen, sucht mit Camus in der russischen Geschichte nach einem Verstärker, der die heutigen Kollisionen im »Zeitalter des Zorns«, wie das 21. Jahrhundert auch genannt wird, erfahrbar macht. Trailer ansehen Aufführungsrechte: Rohwolt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg


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»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Premiere: 11. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


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Die junge Elizaveta Bam hat sich in ihrem Zimmer eingesperrt, weil sie wegen eines »abscheulichen Verbrechens« verhaftet werden soll. Ihre beiden Verfolger wollen sie dem Gesetz ausliefern, ohne ihr einen Grund nennen zu können. Die vage Vermutung, dass sich hier nun eine realistische Krimi-Tragödie entfalten könnte, löst sich schnell in Luft auf. Die Situation gerät völlig aus den Fugen und die zu Beginn existentielle Gefahr schlägt in ein clowneskes Spiel um. Christian Weise befragt mit dem Exil Ensemble einen der wichtigsten Texte des absurden Theaters auf seine Doppelbödigkeit: Wenn die herrschende Ideologie absolute Gleichförmigkeit verlangt, wie kann oberflächliches Geplapper zum Instrument der Kritik werden? Trailer ansehen Eine Produktion des Maxim Gorki Theater, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die LOTTO-Stiftung Berlin und die Stiftung Mercator. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg, Deutsche Übersetzung Alexander Nitzberg Fotos: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache. Wir zerbrechen uns darüber nicht den Kopf. Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. […] Wir kommen nicht als Freunde, auch nicht als Neutrale. Wir kommen als Feinde! Joseph Goebbels, 1928 Wie bereits in der Vergangenheit geschehen, erleben wir heute wieder wie antidemokratische Kräfte mit Mitteln der Demokratie legitimiert werden, mediale und reale Präsentationsräume erhalten und ihre Ansichten salonfähig werden. Dann können sie ganz legal anschließend die Demokratie umstürzen und eine autoritäre Diktatur fordern – nicht nur in Polen oder Ungarn, sondern auch in Deutschland. Oliver Frljić hat drei Jahre lang das Nationaltheater in Rijeka geleitet und wurde von seinem Publikum begeistert unterstützt, von katholisch kroatischen Nationalisten erbittert bekämpft. Seitdem inszeniert er in unterschiedlichen Ländern, zuletzt in Österreich und Polen, wo seine Arbeit Klątwa (Der Fluch), die im Juni 2017 im Gorki zu Gast war, in Warschau für Jubel und Protest sorgte. Im Gorki will er der Logik der Politik folgen, um das Theater in Frage zu stellen und das demokratische System zu überdenken. Pünktlich zum 150. Geburtstag von Maxim Gorki untersucht Frljić, ob Gorki dem Gorki helfen kann, die Alternative für Deutschland zu verstehen. Und ob die Alternative für Deutschland helfen kann, das GOЯKI zu verstehen. Oder andersherum? Was ist Demokratie wert, wenn ihre Gegner*innen in ihren Räumen groß aufspielen können? Was ist Theater wert, wenn in seinen Räumen seine Gegner*innen nicht aufspielen können? Uraufführung 15. März 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Die junge Elizaveta Bam hat sich in ihrem Zimmer eingesperrt, weil sie wegen eines »abscheulichen Verbrechens« verhaftet werden soll. Ihre beiden Verfolger wollen sie dem Gesetz ausliefern, ohne ihr einen Grund nennen zu können. Die vage Vermutung, dass sich hier nun eine realistische Krimi-Tragödie entfalten könnte, löst sich schnell in Luft auf. Die Situation gerät völlig aus den Fugen und die zu Beginn existentielle Gefahr schlägt in ein clowneskes Spiel um. Christian Weise befragt mit dem Exil Ensemble einen der wichtigsten Texte des absurden Theaters auf seine Doppelbödigkeit: Wenn die herrschende Ideologie absolute Gleichförmigkeit verlangt, wie kann oberflächliches Geplapper zum Instrument der Kritik werden? Trailer ansehen Eine Produktion des Maxim Gorki Theater, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die LOTTO-Stiftung Berlin und die Stiftung Mercator. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg, Deutsche Übersetzung Alexander Nitzberg Fotos: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Ein Chor (65 min., 1996) Von Merlyn Solakhan Der Film Ein Chor über einen armenischen Chor in Paris vermittelt einen Eindruck vom Leben in der Diaspora. Schwalbennest (20 min., 2007) von Bülent Arınlı und Şehbal Şenyurt Der Kurzfilm Schwalbennest erzählt von dem armenischen Waisenhaus »Schwalbennest« in der Nähe Istanbuls, in dem Hrant Dink tätig war.


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Mit Hrant Dinks Anwältin Fethiye Çetin und Karin Karakaşlı, einer Autorin bei der Zeitschrift Agos, stellen zwei langjährige Mitstreiterinnen Hrant Dinks im Gespräch Bezüge zur heutigen Situation nicht nur in der Türkei her.


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Vor 12 Jahren, am 19. Januar 2007, wurde der armenische Journalist Hrant Dink vor dem Gebäude seiner Zeitung »Agos« in Istanbul erschossen. Auch wenn der Mörder gefasst und verurteilt wurde, wurden die Drahtzieher im Staatsapparat bis heute nicht zur Verantwortung gezogen. Das hat Gründe. Hrant Dink setzte sich stets für die Versöhnung zwischen Armenier*innen und Türk*innen ein, thematisierte kompromisslos die Verantwortung der Täter am Genozid damals und forderte unermüdlich die Demokratisierung der Türkei. Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur von »Cumhuriyet«, hat eine Auswahl von Hrant Dinks Texten zusammengestellt, kontrastiert durch Protokolle des Prozesses gegen die Mörder. Der Abend wird durch zwei Filme, ein Podiumsgespräch und ein Konzert gerahmt. Der Kurzfilm Im Schwalbennest (2007) erzählt von dem armenischen Waisenhaus bei Istanbul, an dessen Aufbau Dink selbst als Kind beteiligt war. Der Film Ein Chor (1996) über einen armenischen Chor in Paris vermittelt einen Eindruck vom Leben in der Diaspora. Im Studio werden mit der Anwältin der Familie Dink, Fethiye Çetin und Karin Karakaşlı, einer Autorin der Zeitung »Agos«, zwei langjährige Mitstreiterinnen im Gespräch Bezüge zur heutigen Situation – nicht nur in der Türkei – herstellen. Im Anschluss daran lassen Stepan Gantralyan und Meline Popovian ihre Songs von Liebe und Sehnsucht in der ihnen eigenen Mischung aus armenischer Poesie und Leid klingen. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters in der Spielzeit 2018/2019


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Stepan Gantralyan und Meline Popovian spielen Songs von Liebe und Sehnsucht in der ihnen eigenen Mischung aus armenischer Poesie und Leid.


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»Es gibt einen Schiffbruch, Zwillinge werden getrennt, die Schwester legt die Kleidung des verschollenen Bruders an und geht als dieser Bruder in ein unbekanntes Königreich, um diesen Bruder zu suchen. Sie findet ihn in sich. Das ist so ziemlich das, was in Außer sich passiert.« Sasha Marianna Salzmann Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden. Nach Jahren kommt eine Postkarte ohne Absender ins Haus, beschriftet nur mit dem Wort »Istanbul«. Ali stürzt in die Wirrnisse dieser Stadt: Die Straßen biegen sich, Farben und Konturen verschwimmen. Ali fängt an zu vergessen, warum sie gekommen war und was sie sucht. In einem Club lernt sie Katho kennen, der sie durch die Nachtszene Istanbuls führt. Sie begegnet Aglaja, die zur Symbolfigur der Gezipark-Proteste wird. Und irgendwo in Spiegeln von Bars und um die Ecke biegend, erahnt sie Anton und rennt ihm nach. In Sasha Marianna Salzmanns gefeiertem Debütroman AUSSER SICH versucht Ali Geschlecht, Sprache, Länder hinter sich zu lassen, bis sie versteht: es geht nicht weiter, wenn sie nicht weiß, was vorher war. Sie entschließt sich, wieder zurückzugehen und das zu tun, wovor sie immerzu weggelaufen ist: Ihre Familie zu befragen. Warum sind wir so oft gegangen? Was ist dieses Rennen in uns? 100 Jahre jüdische Familiengeschichte entspinnen sich über Odessa, Czernowitz, Grosny, Wolgograd, Moskau, Deutschland, Deutschland, Deutschland und dann Istanbul am Hafen, wo Katho von Odessa erzählt. Hausregisseur Sebastian Nübling betritt mit dem Ensemble diese opulente Landschaft von Figuren und Geschichten. Eine Odyssee der Wandlungen und Umbrüche. Was bedeutet es heute, »Ich« sagen zu können? Mögliche Bruchstücke von Identität suchen immer wieder neue Anordnungen. Premiere 12. Oktober 2018 TRAILER ANSEHEN Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Vor hundert Jahren, im Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg in Berlin ermordet – nur wenige Tage bevor das Frauenwahlrecht in die Tat umgesetzt wurde. Wie steht es heute um die politische Teilhabe von Frau*en? Welche Forderungen von damals sind noch aktuell? Wie lassen sich Fragen von Klasse und Genderemanzipation zusammendenken? Und wie können auf diese Weise Intersektionalität und rassismuskritischer Feminismus im politischen Feld etabliert werden? Darüber diskutiert Missy-Herausgeberin Margarita Tsomou mit drei Gästen aus Wissenschaft, Publizistik und Politik. Die Künstlerin Jana Kreisl wird per Graphic Recording die Diskussion live illustrieren. Alle Zuschauer*innen im Saal oder zu Hause können per Hashtag #FemAlliances über die Social-Media-Wall mitdiskutieren und Fragen stellen. Zum Livestream | Social Media: #FemAlliances In Zusammenarbeit mit dem Missy Magazine


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Im Schatten Hitlers und Stalins, die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs noch in Körper und Seele, finden sich 1935 in Paris 250 Schriftsteller*innen aus der ganzen Welt zusammen. Von Paul Nizon bis Bertolt Brecht, von Aragon bis Pasternak, von André Malraux bis Tretjakow, von Anna Seghers, Lion Feuchtwanger bis Robert Musil trifft sich die intellektuelle Elite, um »heute die Kultur zu retten« (Bertolt Brecht). Der Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur war der Versuch der antifaschistischen Intellektuellen, mit einem öffentlichen Großereignis zu zeigen, dass Europa nicht komplett an den Faschismus verloren gegangen ist. Das Ziel war die Organisation einer breiten Volksfrontbewegung, um der Wirklichkeit des sich immer mehr ausbreitenden Faschismus etwas entgegen zu setzen. Von heute aus gesehen erscheint der Kongress einerseits beeindruckend, als Moment der solidarischen Mobilisierung. Andererseits erzählt der Fortgang der Geschichte auch von der Ohnmacht der Sprache und des Denkens. Das renommierte Dokumentartheater-Duo Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura nimmt die Originalreden zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Kunst und Kultur und erkundet die unheimliche Aktualität der damals gehaltenen Reden. Auszug aus Heinrich Manns Rede, die er während des InternationalenSchriftstellerkongresses in Paris 1935 gehalten hat Text lesen Performance im Rahmen des Festivals War or Peace - Crossroads of History 1918 / 2018


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Im Schatten Hitlers und Stalins, die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs noch in Körper und Seele, finden sich 1935 in Paris 250 Schriftsteller*innen aus der ganzen Welt zusammen. Von Paul Nizon bis Bertolt Brecht, von Aragon bis Pasternak, von André Malraux bis Tretjakow, von Anna Seghers, Lion Feuchtwanger bis Robert Musil trifft sich die intellektuelle Elite, um »heute die Kultur zu retten« (Bertolt Brecht). Der Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur war der Versuch der antifaschistischen Intellektuellen, mit einem öffentlichen Großereignis zu zeigen, dass Europa nicht komplett an den Faschismus verloren gegangen ist. Das Ziel war die Organisation einer breiten Volksfrontbewegung, um der Wirklichkeit des sich immer mehr ausbreitenden Faschismus etwas entgegen zu setzen. Von heute aus gesehen erscheint der Kongress einerseits beeindruckend, als Moment der solidarischen Mobilisierung. Andererseits erzählt der Fortgang der Geschichte auch von der Ohnmacht der Sprache und des Denkens. Das renommierte Dokumentartheater-Duo Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura nimmt die Originalreden zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Kunst und Kultur und erkundet die unheimliche Aktualität der damals gehaltenen Reden. Auszug aus Heinrich Manns Rede, die er während des InternationalenSchriftstellerkongresses in Paris 1935 gehalten hat Text lesen Performance im Rahmen des Festivals War or Peace - Crossroads of History 1918 / 2018


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Wer auf Hebräisch oder Arabisch die politische Lage im Nahen Osten beschreiben will, spricht schlicht von »The Situation«. In den letzten Jahren hat es viele Menschen mit »Situation«-Hintergrund nach Berlin verschlagen. Einst hielt der Konflikt ihre Leben auseinander, nun treffen sie in der deutschen Hauptstadt aufeinander. Hausregisseurin Yael Ronen versetzt ihre neueste Stückentwicklung am Gorki in einen Neuköllner Deutschkurs. Die Kursteilnehmenden verbindet, dass sie in den letzten Jahren nach Berlin gekommen sind. Aus Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht. Aus Israel und Palästina, wo das politische sowie soziale Klima immer militanter wird. Kein Wunder also, dass im Kurs von Deutschlehrer Stefan die deutsche Grammatik das kleinste Problem ist. Yael Ronen und die Schauspieler*innen, die aus Syrien, Palästina und Israel nach Berlin gekommen sind, setzen sich mit den paradoxen Wiederbegegnungen ihrer »Nachbarn« sowie mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Auf Englisch, Deutsch, Hebräisch und Arabisch und mit deutschen und englischen Übertiteln Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Eingeladen zum Theatertreffen 2016 Premiere: 4. September 2015 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Premiere: 11. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


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Ein Scharfschütze sitzt auf einem Haus, das jederzeit einstürzen könnte. Ein junger Künstler behütet einen Zirkus, der längst leer steht. Ein Filmemacher hält die Ruinen seiner Stadt fest. Eine Krankenschwester sucht nach Leben in den Leichen. Ayham Majid Agha, Oberspielleiter des Exil-Ensembles, verwandelt in seiner ersten Berliner Arbeit das Studio Я in eine Konfliktzone, um der unheimlichen Verbindung zwischen Töten, Einsamkeit und Brüchigkeit nachzugehen. قناص يجلس على سطح منزل قد ينهار في أي لحظة، فنان شاب يحمي السرك الفارغ منذ وقت طويل، صانع أفلام يسجل الدمار في مدينته، ممرضه تبحث عن حياة بين الجثث. في عمله الأول في برلين (هيكل عظمي لفيل في الصحراء)، أيهم مجيد آغا، المخرج الفني لـ " فرقه المنفى " في مسرح مكسيم غوركي، يحول استوديو (يا) "Я” إلى ساحة صراع من اجل تتبع الرابط المبهر بين القتل والوحدة والهشاشة. Uraufführung: 14/September 2017 Trailer ansehen Eine Produktion des Studio Я/ Maxim Gorki Theaters unter Mitwirkung des Exil Ensembles, gefördert aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes, der LOTTO-Stiftung Berlin und der Stiftung Mercator. Der Text entstand im Rahmen der Literaturwerkstatt Flucht, die mich bedingt des Neuen Instituts für dramatisches Schreiben (NIDS) in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater und Studio Я, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Ausgezeichnet mit dem Preis der jungen Theaterkritik bei 'Radikal Jung 2018 - Das Festival für junge Regie'


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Europa, irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Auf einem von politischen Spannungen und kriegsähnlichen Unruhen gezeichneten Kontinent haben sich Nationalismus und Faschismus endgültig durchgesetzt. Eine Frau in den Dreißigern bereitet sich auf den Ausstieg vor, indem sie sich für eine Reality-Show bewirbt, deren Teilnehmer*innen auf den Mars fliegen, um dort eine neue Gesellschaft aufzubauen. Was angesichts der zunehmenden Verrohung als letzter Ausweg erscheint, wird jedoch nur unter bestimmten Bedingungen gewährt: Die Rakete kann nur gemeinsam mit einem Mann als Zweierteam bestiegen werden, damit die Fortpflanzung auf dem fremden Planeten gesichert ist ... Nach Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen (Stück des Jahres 2014) und Und dann kam Mirna (Mülheimer Theatertage 2016) inszenieren Regisseur Sebastian Nübling und Choreografin Tabea Martin eine neue Folge der Geschichte um Sibylle Bergs Anti-Heldin des 21. Jahrhundert, die sich in Teil drei mit der Vorbereitung ihres intergalaktischen Ausstiegs beschäftigt und sich dafür mehr oder weniger überzeugt auf Partnersuche begibt. Uraufführung: 24/September 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Trailer ansehen Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.


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Ein Scharfschütze sitzt auf einem Haus, das jederzeit einstürzen könnte. Ein junger Künstler behütet einen Zirkus, der längst leer steht. Ein Filmemacher hält die Ruinen seiner Stadt fest. Eine Krankenschwester sucht nach Leben in den Leichen. Ayham Majid Agha, Oberspielleiter des Exil-Ensembles, verwandelt in seiner ersten Berliner Arbeit das Studio Я in eine Konfliktzone, um der unheimlichen Verbindung zwischen Töten, Einsamkeit und Brüchigkeit nachzugehen. قناص يجلس على سطح منزل قد ينهار في أي لحظة، فنان شاب يحمي السرك الفارغ منذ وقت طويل، صانع أفلام يسجل الدمار في مدينته، ممرضه تبحث عن حياة بين الجثث. في عمله الأول في برلين (هيكل عظمي لفيل في الصحراء)، أيهم مجيد آغا، المخرج الفني لـ " فرقه المنفى " في مسرح مكسيم غوركي، يحول استوديو (يا) "Я” إلى ساحة صراع من اجل تتبع الرابط المبهر بين القتل والوحدة والهشاشة. Uraufführung: 14/September 2017 Trailer ansehen Eine Produktion des Studio Я/ Maxim Gorki Theaters unter Mitwirkung des Exil Ensembles, gefördert aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes, der LOTTO-Stiftung Berlin und der Stiftung Mercator. Der Text entstand im Rahmen der Literaturwerkstatt Flucht, die mich bedingt des Neuen Instituts für dramatisches Schreiben (NIDS) in Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater und Studio Я, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Ausgezeichnet mit dem Preis der jungen Theaterkritik bei 'Radikal Jung 2018 - Das Festival für junge Regie'


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Alles beginnt wie im Märchen, einem Märchen in düsteren Zeiten. Der Angestellte Johannes Pinneberg verliebt sich in Emma, die Tochter eines Arbeiters. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Er nennt sie »Lämmchen«, sie ihn »Junge«. Lämmchen wird schwanger, sie heiraten, ziehen an den Rand einer kleinen Stadt und versuchen mit seinem schmalen Gehalt durchzukommen. Als Pinneberg seine Arbeit verliert, müssen sie losziehen, wie tausende Andere auch, dorthin, wo es Arbeit gibt und ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Berlin scheint für die beiden ein Glücksversprechen, denn hier kann sicher jeder durchkommen, wenn er nur fleißig, ehrlich und arbeitsam ist. Pinneberg bekommt eine Stelle als Verkäufer im Warenhaus Mandel, doch die Zeiten werden härter und der Druck auf ihn und sein Lämmchen wächst. Der »kleine Mann« versucht es bis zur Selbstauflösung, steckt jede Demütigung weg, schluckt, buckelt, will um jeden Preis sich und seine Familie durchbringen, wo es doch längst kein Durchkommen mehr gibt. Der aussichtslose Kampf um den letzten Rest Würde endet, als er auch in Berlin seine Arbeit verliert. Pinneberg, sein Lämmchen und ihr »Murkel« finden sich am Rand der Stadt wieder, weggedrängt, nicht mehr dazu gehörend, vergessen. Falladas 1932 erschienener Roman beschreibt ein kleinbürgerliches Milieu und eine Zeit des Übergangs, in der sich die kommende Katastrophe bereits ahnen lässt. Die Geschichte eines kleinen und sehr geduldigen Angestellten wird erzählt, der nicht aufzubegehren im Stande ist, dessen Faust in der Tasche bleibt, der durch eine Welt des Schwindels taumelt und sich hilflos an das Einzige, was scheinbar haltbar ist, klammert: Eine Liebe, eine Frau, ein Kind, sein bedrohtes Glück. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters. Aufführungsrechte: Hakan Savaș Mican / Felix Bloch Erben GmbH &.- Co. KG, Berlin Premiere: 15. Januar 2016 Hinweis: Çiğdem Teke befindet sich derzeit in Elternzeit. Ihre Rolle wird während dieser Zeit von Svenja Liesau gespielt. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat. Papa liebt dich, der dritter Teil von Sivan Ben Yishais Pentalogie Let The Blood Come Out To Show Them, ist ein Auftragswerk für das Maxim Gorki Theater. Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag AG, Berlin. Deutsche Übersetzung von Maren Kames Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Yael Ronen und das unerschrockene Ensemble nehmen die Nachwirkungen von #MeToo in ihrer neuen Stückentwicklung Yes but No persönlich: Sie begegnen sich selbst als Opfer und als Täter, sprechen über Übergriffe, über sexuellen Missbrauch, erforschen Begehren und Grenzen, gehen Ängsten und Mindfucks auf den Grund und suchen nach aufrichtiger Kommunikation in Schamregionen. Das Wichtigste ist, dass man ehrlich ist, oder? Wir können doch offen über alles sprechen? Oder nicht? Aber man sollte genau wissen, wo die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Belästigung ist, was angemessen ist, was man sagen darf und was nicht. Vor allem sollte man wissen, wie man das alles herausfindet. Wenn Fantasie und Realität, Ausnahmezustand und Alltag, Begehren und Angst vor dem Verletzen zusammentreffen, kommt die Sprache an ihre Grenzen und es wird schwer, »darüber zu reden«. Und wenn gesprochen wird, dann oft als Zuruf auf der Straße, als Bemerkung auf der Arbeit, stets den Linien des Patriarchats von oben nach unten folgend. Aber wie verändert sich der Umgang mit Scham, Angst und Lust offline in Zeiten der Online-Revolution von #MeToo? Und obwohl das Theater die Konflikte liebt und zur Analyse von gesellschaftlichen Strukturen einlädt, riskiert das Ensemble in diesem Stück etwas Ungewöhnliches: Visionen. Sie brechen auf, um neue Formen von zwischenmenschlicher Kooperation zu erproben – auch mit dem Publikum. Und wo die Sprache versagt, beginnt die Musik mit eigens komponierten Songs des israelischen Superstars und Experten für Beziehungsfragen Shlomi Shaban. Triggerwarnung: Dieses Stück thematisiert u.a. Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff


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Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat. Papa liebt dich, der dritter Teil von Sivan Ben Yishais Pentalogie Let The Blood Come Out To Show Them, ist ein Auftragswerk für das Maxim Gorki Theater. Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag AG, Berlin. Deutsche Übersetzung von Maren Kames Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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57 Jahre nach dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen begibt sich das musikalische Schauspiel Lö Grand Bal Almanya erneut auf eine Zeitreise. Diesmal durch sechs denkwürdige Dekaden der Arbeitsmigration, besungen mit verschollen geglaubtem Liedgut, dokumentiert durch waschechtes Archivmaterial und begleitet von leidenschaftlichen Wanderern, die sich die Seele aus dem Leib singen, sich ungezügelt in Rage reden und penibel nach Antworten auf wichtigste Fragen der migrantischen Menschheit suchen: Warum wurde dem millionsten Gastarbeiter bei seiner Ankunft 1964 ein Moped geschenkt und kein Feuerlöscher, wie es ursprünglich geplant war? Ist das seit der historischen Bananeneuphorie 1989 hartnäckig kursierende Gerücht, die Mauer wäre ausschließlich auf Türkenköpfe gefallen, ein anatolisches Post-Faktum? Ab welchem Mindestalter darf ein Muselmane das Bundesverdienstkreuz stolz an seiner Brust baumeln lassen? Und was geht blutechten Nazis durch den Kopf, wenn sie den eigenen Gedankendung aus dem Munde einer morgenländischen Ziegenliebhaberin nicht nur stilvoller, sondern wahrhaftiger aufgetischt bekommen? Diesen Fragen widmete sich Regisseur Nurkan Erpulat bereits 2010 in Lö Bal Almanya am Ballhaus Naunynstrasse. Die Neuinszenierung am Gorki zeigt nicht nur einen Tapeten-, sondern vor allem einen Paradigmenwechsel. Denn in den letzten acht Jahren hat sich Doyçland fast bis zur Unkenntlichkeit veschönert. Nur die totenblasse Lesart der deutsch-türkischen Wanderlust bleibt wie immer eine erbärmliche Untertreibung. Der nächste Anlauf also, sich dem Wahnsinn mit neuen Fragen spielerisch zu stellen. Trailer ansehen Premiere: 25. Mai 2018 Foto: Esra Rotthoff


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Jugoslawien – ein Land, das es nicht mehr gibt. Zugrunde gegangen in den Bruderkriegen der 90er Jahre. Zum zweiten Mal seit 1914 stand Sarajevo im Zentrum eines Konflikts, der scheinbar bis auf den heutigen Tag nicht enden will. Viele Menschen machten sich von dort aus auf den Weg nach Berlin, auf der Flucht, auf der Suche nach Arbeit oder einem anderen Leben. Wie erleben diese Berliner die Konflikte heute? Die Kinder der Opfer von Kriegsverbrechen leben hier neben den Kindern der Täter. Wie treffen sie aufeinander? Common Ground heißt übersetzt Gemeinsamkeit, gemeinsamer Boden oder auch Bezugserde. Yael Ronen bringt in ihrem neuen Projekt SchauspielerInnen zusammen, die aus Belgrad oder Sarajevo, aus Novi Sad oder Prijedor nach Berlin gekommen sind. Was ist ihr Common Ground? Das Theaterstück wird kollektiv erarbeitet, basierend auf einer gemeinsamen Reise nach Bosnien, auf Begegnungen mit Familienmitgliedern der Protagonisten und mit Experten. Das Theater wird dabei zum sicheren Raum, in dem über Begriffe wie Schuld und Sühne, Vergebung und Vergessen gestritten wird, in dem Klischees, Vorurteile und gegensätzliche Narrative lustvoll aufeinanderprallen. Eingeladen zum Theatertreffen 2015 und Gewinner des Publikumspreises "Stücke 2015" Mülheimer Theatertage! Common Ground wird durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin gefördert. Premiere: 14. März 2014 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Wir schreiben das Jahr 2030: Die EU hat aufgehört zu existieren, Europa ist endgültig nach rechts gekippt. Die national-konservativen Parteien haben die Macht in der bisher sogenannten Freien Welt übernommen. Alle staatlichen Institutionen, Gerichte, Medien, Militär und Kulturinstitutionen sind unter ihrer Kontrolle gleichgeschaltet. Natürlich sind die Grenzen dicht, Tausende ertrinken im Mittelmeer und verhungern vor den Toren Europas. Alle Menschen innerhalb der Festung werden umfassend durch den Staat überwacht. Jeglicher Widerstand, jede Regierungskritik wird mit langen Gefängnisaufenthalten oder der Todesstrafe geahndet. Opposition findet nur noch heimlich statt. In den Katakomben des Warschauer Kulturpalastes gibt es heute ein konspiratives Konzert, bei dem sich der polnische Widerstand versammelt. Wie die Solidarnosc die sowjetische Vorherrschaft von Polen aus stürzte, so soll auch hier und heute eine neue Keimzelle der Gegenbewegung begründet werden, die sich in ganz Europa verbreiten wird. Die Frontfrau der Band Moja Prywatna Apokalipsa führt die Versammlung an. Sie wird toben, brennen und zu Gewalt verführen. Und sie will jeden im Raum für ihre Gedanken gewinnen. Nach dem politischen Wirbel um Krzysztof Minkowskis Inszenierung O dwóch takich co ukradli księżyc (Die zwei Monddiebe) in der Spielzeit 2016/17 kehrt die Warschauer Ausnahmeschauspielerin Marta Malikowska mit Punk zurück ins Studio Я. Ihr dystopisches, performatives Konzert konfrontiert uns mit der Frage, wann die demokratischen Mittel erschöpft sind, sich gegen menschenverachtende Politik zu stellen. Wann ist es zu spät, die Welle aufzuhalten? Unter welchen Umständen ist politische Gewalt gerechtfertigt? Und wo sind die Grenzen des politischen und künstlerischen Protestes? Auf Polnisch mit deutschen Übertiteln Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Foto: Wojtek Zrałek-Kossakowski Passend zum Thema findet am 30/September um 18.00 Uhr eine Diskussion über Widerstand und politische Gewalt statt. Es diskutieren der langjährige Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele und Nilüfer Koç, Ko-Vorsitzende des Kurdischen Nationalkongresses. Informationen und Karten: hier


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Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.01.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
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