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Spielplan für Januar 2019

Sprachgewaltig überprüft der Theatermacher Einar Schleef die eige­ne Sprache, denn Sprache heißt Mündigkeit, heißt Schuld, heißt Individualität. Ein Chor – indifferent in Geschlecht und Menge – durchpflügt das Gesprochene auf der Suche nach dem eigenen Identitätstransfer. In seinen Tagebüchern leistet Schleef Erinnerungsarbeit. Im Stakkato von Wort und Bewegung konstruiert und dekonstruiert sich eine neue Vielheit. Was ist, wenn die Identitätsbildung unterbleibt? Wenn Störung das Ziel ist? “Heute ist Sprechen. Ich habe nie so viel nachgedacht, warum der Körper mich quält, niederdrückt, wie das Sprechen in mir mich abwürgt. Jetzt kommen die Niederlagen. Ich bin kaum zu verstehen.” “Tarzan rettet Berlin” von Janina Audick, Martina Bosse, Brigitte Cuvelier und Christine Groß, langjährige Chorleiterin bei Einar Schleef, transferiert den Chor in das Jahr 2019. Diese kooperieren mit Sprecher­*innen aus dem Hier und Jetzt. Ein Chor, der sich jeder Zuschreibung und Etikettierung entzieht, als Bedingung der Zusammenkunft, als Sprachrohr und Ereignis.


Kategorie: Schauspiel

Sprachgewaltig überprüft der Theatermacher Einar Schleef die eige­ne Sprache, denn Sprache heißt Mündigkeit, heißt Schuld, heißt Individualität. Ein Chor – indifferent in Geschlecht und Menge – durchpflügt das Gesprochene auf der Suche nach dem eigenen Identitätstransfer. In seinen Tagebüchern leistet Schleef Erinnerungsarbeit. Im Stakkato von Wort und Bewegung konstruiert und dekonstruiert sich eine neue Vielheit. Was ist, wenn die Identitätsbildung unterbleibt? Wenn Störung das Ziel ist? “Heute ist Sprechen. Ich habe nie so viel nachgedacht, warum der Körper mich quält, niederdrückt, wie das Sprechen in mir mich abwürgt. Jetzt kommen die Niederlagen. Ich bin kaum zu verstehen.” “Tarzan rettet Berlin” von Janina Audick, Martina Bosse, Brigitte Cuvelier und Christine Groß, langjährige Chorleiterin bei Einar Schleef, transferiert den Chor in das Jahr 2019. Diese kooperieren mit Sprecher­*innen aus dem Hier und Jetzt. Ein Chor, der sich jeder Zuschreibung und Etikettierung entzieht, als Bedingung der Zusammenkunft, als Sprachrohr und Ereignis.


Kategorie: Schauspiel

Einar Schleef Selbstporträt Bild: Akademie der Künste, Berlin, Einar-Schleef-Archiv, Nr. 599_22 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 “Erinnern ist Arbeit. Was ich beim Verlassen der DDR nicht wusste, wie groß mein inneres Gepäck wurde und wie mächtig die Erinnerungen, und wie schwer die Erschütterung durch die neue Umgebung, die neuen Lebensverhältnisse war”, heißt es 1992 im fünfbändigen Tagebuch von Einar Schleef, das er bereits als Neunjähriger zu schreiben begann und bis zu seinem frühen Tod immer wieder überschrieben und rückblickend kommentiert hat. Insbesondere dieses umfangreiche “Tagebuch 1953–2001”, eine Erinnerung “von unten”, in der Schleef schonungslos Alltägliches und Geschichte miteinander verwebt, ist der Ausgangspunkt der Veranstaltung “ Erinnern ist Arbeit ”, kuratiert von Aenne Quiñones in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Müller-Schwefe und Sabine Reich. Als Einstieg in den Abend wird der Film “ Im freien Fall nach oben, Regisseur Einar Schleef und das Theater heute. ” von Wilma Kottusch gezeigt. Anschließend lesen die Schauspieler*innen Benny Claessens und Mira Partecke Schleef-Texte und verschiedene Künstler*innen – Etel Adnan , Jan Brokof , Fabian Hinrichs , Luise Meier , Masha Qrella und Tatjana Turanskyj – wurden eingeladen, Schleefs Werk aus heutiger Sicht zu kommentieren. 12.01., 18:00 Uhr / HAU2 Film “Im freien Fall nach oben, Regisseur Einar Schleef und das Theater heute” (1993, 44min) von Wilma Kottusch 12.01., 19:00 Uhr / HAU2 Texte von Einar Schleef gelesen von Benny Claessens und Mira Partecke und Künstlerische Kommentare von Etel Adnan, Jan Brokof, Fabian Hinrichs, Luise Meier, Masha Qrella und Tatjana Turanskyj 12.01., 23:00 Uhr / WAU Disko mit DJ Tinko Rohst (Oye Records)  Eintritt frei


Kategorie: Performance

Einar Schleef Selbstporträt Bild: Akademie der Künste, Berlin, Einar-Schleef-Archiv, Nr. 599_22 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 “Erinnern ist Arbeit. Was ich beim Verlassen der DDR nicht wusste, wie groß mein inneres Gepäck wurde und wie mächtig die Erinnerungen, und wie schwer die Erschütterung durch die neue Umgebung, die neuen Lebensverhältnisse war”, heißt es 1992 im fünfbändigen Tagebuch von Einar Schleef, das er bereits als Neunjähriger zu schreiben begann und bis zu seinem frühen Tod immer wieder überschrieben und rückblickend kommentiert hat. Insbesondere dieses umfangreiche “Tagebuch 1953–2001”, eine Erinnerung “von unten”, in der Schleef schonungslos Alltägliches und Geschichte miteinander verwebt, ist der Ausgangspunkt der Veranstaltung “ Erinnern ist Arbeit ”, kuratiert von Aenne Quiñones in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Müller-Schwefe und Sabine Reich. Als Einstieg in den Abend wird der Film “ Im freien Fall nach oben, Regisseur Einar Schleef und das Theater heute. ” von Wilma Kottusch gezeigt. Anschließend lesen die Schauspieler*innen Benny Claessens und Mira Partecke Schleef-Texte und verschiedene Künstler*innen – Etel Adnan , Jan Brokof , Fabian Hinrichs , Luise Meier , Masha Qrella und Tatjana Turanskyj – wurden eingeladen, Schleefs Werk aus heutiger Sicht zu kommentieren. 12.01., 18:00 Uhr / HAU2 Film “Im freien Fall nach oben, Regisseur Einar Schleef und das Theater heute” (1993, 44min) von Wilma Kottusch 12.01., 19:00 Uhr / HAU2 Texte von Einar Schleef gelesen von Benny Claessens und Mira Partecke und Künstlerische Kommentare von Etel Adnan, Jan Brokof, Fabian Hinrichs, Luise Meier, Masha Qrella und Tatjana Turanskyj 12.01., 23:00 Uhr / WAU Disko mit DJ Tinko Rohst (Oye Records)  Eintritt frei


Kategorie: Performance

Sprachgewaltig überprüft der Theatermacher Einar Schleef die eige­ne Sprache, denn Sprache heißt Mündigkeit, heißt Schuld, heißt Individualität. Ein Chor – indifferent in Geschlecht und Menge – durchpflügt das Gesprochene auf der Suche nach dem eigenen Identitätstransfer. In seinen Tagebüchern leistet Schleef Erinnerungsarbeit. Im Stakkato von Wort und Bewegung konstruiert und dekonstruiert sich eine neue Vielheit. Was ist, wenn die Identitätsbildung unterbleibt? Wenn Störung das Ziel ist? “Heute ist Sprechen. Ich habe nie so viel nachgedacht, warum der Körper mich quält, niederdrückt, wie das Sprechen in mir mich abwürgt. Jetzt kommen die Niederlagen. Ich bin kaum zu verstehen.” “Tarzan rettet Berlin” von Janina Audick, Martina Bosse, Brigitte Cuvelier und Christine Groß, langjährige Chorleiterin bei Einar Schleef, transferiert den Chor in das Jahr 2019. Diese kooperieren mit Sprecher­*innen aus dem Hier und Jetzt. Ein Chor, der sich jeder Zuschreibung und Etikettierung entzieht, als Bedingung der Zusammenkunft, als Sprachrohr und Ereignis.


Kategorie: Schauspiel

Sprachgewaltig überprüft der Theatermacher Einar Schleef die eige­ne Sprache, denn Sprache heißt Mündigkeit, heißt Schuld, heißt Individualität. Ein Chor – indifferent in Geschlecht und Menge – durchpflügt das Gesprochene auf der Suche nach dem eigenen Identitätstransfer. In seinen Tagebüchern leistet Schleef Erinnerungsarbeit. Im Stakkato von Wort und Bewegung konstruiert und dekonstruiert sich eine neue Vielheit. Was ist, wenn die Identitätsbildung unterbleibt? Wenn Störung das Ziel ist? “Heute ist Sprechen. Ich habe nie so viel nachgedacht, warum der Körper mich quält, niederdrückt, wie das Sprechen in mir mich abwürgt. Jetzt kommen die Niederlagen. Ich bin kaum zu verstehen.” “Tarzan rettet Berlin” von Janina Audick, Martina Bosse, Brigitte Cuvelier und Christine Groß, langjährige Chorleiterin bei Einar Schleef, transferiert den Chor in das Jahr 2019. Diese kooperieren mit Sprecher­*innen aus dem Hier und Jetzt. Ein Chor, der sich jeder Zuschreibung und Etikettierung entzieht, als Bedingung der Zusammenkunft, als Sprachrohr und Ereignis.


Kategorie: Schauspiel

Kunst als Vermeidung von Leben und von Tod? In “Avoiding deLIFEath” präsentiert Ivo Dimchev eine Show, die multimedial, aber auch real und handwerklich ist. Über mehrere Stunden hinweg – das Publikum kann jederzeit dazukommen – untersucht der Performancekünstler  einige seiner kreativen Lieblingsbeschäftigungen wie Schreiben, Malen, Klavierspielen oder Konzerte zu geben. Ein fulminanter künstlerischer Trip, getreu Dimchevs Motto: “Ich fliege lieber in der Hölle, als mich im Himmel zu ducken.” Ivo Dimchev “Avoiding deLIFEath“ / Trailer


Kategorie: Tanztheater

Auch (und erst recht) im Jahr des drohenden Brexits bietet British Shorts filmischen Perspektiven abseits des Mainstreams eine Plattform und bringt international preisgekrönte Kurzfilme auf die Leinwände Berlins. Mit dabei sind zahlreiche Welt- und Deutschlandpremieren – von Drama, Comedy, Animation, Doku, Experi­men­tal­film, Musikvideo, Thriller bis Horror. Im Rahmen der Festivaleröffnung im HAU2 werden die für den Jurypreis nominierten Beiträge vorgestellt und ein Programmquerschnitt mit Werken aller Genres präsentiert. Im Anschluss an das Eröffnungs-Screening wird der Start in eine aufregende Filmwoche mit einem Konzert von La Tourette gefeiert. Die beiden Musiker*innen kennt man von früheren Inkarnationen: Pianistin und Sängerin Tonia Reeh machte als Monotekktoni einzigartig kunstvollen Krach und veröffentlichte unter ihrem bürgerlichen Namen beeindruckende Alben wie "Boykiller". Rudi Fischerlehner spielte schon in so vielen Formationen Schlagzeug, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Ihr erstes gemeinsames Album "The Great Mickey Mouse Swindle" (solaris empire) strotzt nur so vor rasanten Tempowechseln und Stilbrüchen. "Fordernd, drängend, ungeduldig. Also dringend nötig im hiesigen Wischiwaschi-Wellness-Pop." (Christina Mohr, Kaputt Mag) Das gesamte British Shorts Festivalprogramm vom 17.–23. Januar – mit allen Screenings, Konzerten, Parties, einem kostenlosen Filmworkshop inklusive 48-Stunden-Filmprojekt, einer Ausstellung, einem Open Screening und Gesprächen im HAU Hebbel am Ufer, Sputnik Kino, Acudkino, City Kino Wedding und Kino Zukunft – er­scheint am 1. Januar auf www.britishshorts.de.


Kategorie: Pop

Kunst als Vermeidung von Leben und von Tod? In “Avoiding deLIFEath” präsentiert Ivo Dimchev eine Show, die multimedial, aber auch real und handwerklich ist. Über mehrere Stunden hinweg – das Publikum kann jederzeit dazukommen – untersucht der Performancekünstler  einige seiner kreativen Lieblingsbeschäftigungen wie Schreiben, Malen, Klavierspielen oder Konzerte zu geben. Ein fulminanter künstlerischer Trip, getreu Dimchevs Motto: “Ich fliege lieber in der Hölle, als mich im Himmel zu ducken.” Ivo Dimchev “Avoiding deLIFEath“ / Trailer


Kategorie: Tanztheater

Kunst als Vermeidung von Leben und von Tod? In “Avoiding deLIFEath” präsentiert Ivo Dimchev eine Show, die multimedial, aber auch real und handwerklich ist. Über mehrere Stunden hinweg – das Publikum kann jederzeit dazukommen – untersucht der Performancekünstler  einige seiner kreativen Lieblingsbeschäftigungen wie Schreiben, Malen, Klavierspielen oder Konzerte zu geben. Ein fulminanter künstlerischer Trip, getreu Dimchevs Motto: “Ich fliege lieber in der Hölle, als mich im Himmel zu ducken.” Ivo Dimchev “Avoiding deLIFEath“ / Trailer


Kategorie: Tanztheater

Im bored of singing behind a microphone, though I like it, I love the restriction of it ... I like the oppression of it, but it's time to revisit the Madonna format. She failed in it ... I saw it at Madison Square Garden ... she overloaded it. We'll do less, more quiet, more kind to the eyes ... more loving. Ivo Dimchev Choreograf, Künstler, Sänger, Songwriter, Performancekünstler, Provokateur… In seiner aktuellen Aufführung präsentiert Ivo Dimchev ein völlig neues Format. Sein jüngstes Album trägt den Titel “Sculptures” und die Songs darauf bilden die Grund­lage dieses einzigartigen Abends zwischen Popkonzert und zeitgenössischem Tanz. Dimchev begreift seine Songs als dreidimensionale Gebilde, die er mit choreografischen Elementen zu Skulpturen erweitert. Seine Stimme betont dabei die dunkle Poesie seiner Texte, so dass die Zuschauer*innen sich auf ein bewegendes Erlebnis freuen können.    “Sculptures" / Auszug


Kategorie: Tanztheater

Zum ersten Plattenspieler im neuen Jahr trifft Thomas Meinecke auf die multitalentierte Künstlerin Sho Madjozi. Geboren als Tochter einer südafrikanischen Mutter und eines schwedischen Vaters, ist sie momentan eine der aufregendsten Rapperinnen Südafrikas. Sie vermischt Hip-Hop und Gqom und hat es geschafft, die Xitsonga-Sprache in die Mainstream-Musikszene zu bringen. Lernt sie und ihre Musik kennen, um sie später beim CTM Festival live im Konzert zu erleben!        Sho Madjozi - Huku


Kategorie: Pop

Das Eröffnungskonzert der Festival-Ausgabe 2019 kombiniert zwei Projekte, die Kulturen und Traditionen, in denen sie Raum greifen, herausfordern, erweitern, aber auch fortführen. Die brasilianische Künstler*in Linn da Quebrada präsentiert  ihr audiovisuelles Album Pajubá mit einem 10-köpfigen Ensemble in einer großen Bühnenperformance. Das Album, dessen Titel auf einen Jargon verweist, der vor allem von der queeren Community Brasiliens genutzt wird, wird als brasilianische Antwort auf Beyoncés Lemonade gehandelt. Quebradas Songs gelten als “Hymnen für alle Femmes und Queers ihres Landes” (Remezcla). Durchaus kontraintuitiv macht sich die Musikerin dabei das oft gewaltgesättigte Genre des Funk Carioca als Medium zu eigen, um Transphobie und andere gewalttätige Strukturen Brasiliens offen anzuprangern. Unerschrocken und wortstark tritt sie für diejenigen ein, denen Teilhabe und Raum verweigert wird, und exponiert dabei – wie Mykki Blanco treffend bemerkt – “ihren Intellekt ebenso sehr wie ihre Queerness”. Auftreten wird Quebrada an zwei aufeinander folgenden Abenden gemeinsam mit den DJs Pininga und Badsista , Backing-Gesang von Jup do Bairro , Perkussion von Dominique Vieira und den Tänzer*innen Veronica and Slim Soledad . Zuvor tritt Rabih Beaini gemeinsam mit den Tarawangsawelas auf. Das Duo aus dem indonesischen Bandung interpretiert auf zeitgenössische Weise Tarawangsa, eine minimalistische sakrale Musik aus Sunda, West Java. In ihrer Zusammenarbeit, die auch auf dem 2017 auf Morphine veröffentlichten Album Wanci zu hören ist, finden die Musiker zu einer behutsamen Annäherung und kontemporären Neubestimmung eines der mystischsten und spirituellsten Musiktraditionen Indonesiens. Der gemeinsame Auftritt ist Teil des Nusasonic-Programms am CTM 2019, einer Initiative, die sich mit der Gegenwart und Vielfalt experimenteller Sound- und Musikpraktiken in Südostasien befasst und diese mit Soundkulturen in Europa und andernorts in Austausch bringt.


Kategorie: Performance

Die brasilianische Künstler*in Linn da Quebrada präsentiert  ihr audiovisuelles Album Pajubá mit einem 10-köpfigen Ensemble in einer großen Bühnenperformance. Das Album, dessen Titel auf einen Jargon verweist, der vor allem von der queeren Community Brasiliens genutzt wird, wird als brasilianische Antwort auf Beyoncés Lemonade gehandelt. Quebradas Songs gelten als “Hymnen für alle Femmes und Queers ihres Landes” (Remezcla). Durchaus kontraintuitiv macht sich die Musikerin dabei das oft gewaltgesättigte Genre des Funk Carioca als Medium zu eigen, um Transphobie und andere gewalttätige Strukturen Brasiliens offen anzuprangern. Unerschrocken und wortstark tritt sie für diejenigen ein, denen Teilhabe und Raum verweigert wird, und exponiert dabei – wie Mykki Blanco treffend bemerkt – “ihren Intellekt ebenso sehr wie ihre Queerness”. Auftreten wird Quebrada an zwei aufeinander folgenden Abenden gemeinsam mit den DJs Pininga und Badsista , Backing-Gesang von Jup do Bairro , Perkussion von Dominique Vieira und den Tänzer*innen  Veronica and Slim Soledad . Den Auftakt des Abends gestaltet der queeren Künstler und Saxophonist Bendik Giske unterstützt. Giskes Performances setzen auf Körperlichkeit, Verletzlichkeit und Ausdauer und transzendieren musikalisch Anklänge von Jazz und Clubmusik. Seine jüngste EP ist just auf dem norwegischen Label Smalltown Supersound erschienen.


Kategorie: Performance

Die beharrliche Aktualität alter, von vielen als überkommen angesehener Musikformen, und das ausdauernde Bemühen einzelner Künstler*innen, sie neu zu vergegenwärtigen, sind Gegenstand dieses Konzertabends.  In ihrem Stück “Avant Joik” erkunden die experimentelle Vokalistin Maja S. K. Ratkje und Sängerin Katarina Barruk , die dem indigenen Volk der Sámi angehört, den Joik (eine Vokaltradition der Sámi). Die Norwegerin Ratkje ist bekannt geworden durch ihr von der Kritik gefeiertes Album Voice (2002), das ausschließlich aus den vielseitigen Facetten ihrer experimentellen Vokaltechniken zusammengesetzt ist. Barruk hingegen hat sich einen Namen damit gemacht, ihre heimische Ume Saami-Sprache vor dem Aussterben zu bewahren und trotzt dabei hartnäckig dem Umstand, dass heute nur noch ungefähr zehn muttersprachliche Sprecher*innen leben. Der bretonische Dudelsackspieler Erwan Keravec hat sich vorgenommen, die vormodernen Folk-Traditionen des Dudelsacks mit aktueller Musik und gegenwärtigem Empfinden zu verbinden. Für sein Projekt “Sonneurs” hat er u.a. die Komponisten Wolfgang Mitterer und Susumu Yoshida eingeladen, gemeinsam Wege zu finden, die kulturellen und klanglichen Identitäten des bretonischen Dudelsacks neu zu formen. Entstanden ist eine Serie einzigartiger Quartette für schottischen Dudelsack, bretonischen Dudelsack (Biniou) und zwei Blasinstrumente aus der bretonischen Volksmusik: Bombarde und Trélombarde. Die Stücke erkunden in zeitgenössischem Repertoire bisher ungehörte Klangfarben, Harmonien und Dissonanzen.


Kategorie: Pop

Thomas Ankersmit präsentiert sein Stück “Perceptual Geography“ in einer Weltpremiere. Der Begriff “Perceptual Geography“ geht auf die 2009 verstorbenen Klangkünstlerin Maryanne Amacher zurück, die damit ihre bahnbrechenden Experimente mit den räumlichen Arrangements klanglicher Phänomene und den dadurch erreichbaren Erfahrungen beschrieb. Ankersmits Stück baut nicht nur auf Amachers umfangreichen Recherchen zur Wahrnehmung, psychoakustischen Phänomenen, der Verräumlichung von Klang und der wachsenden Rolle der Zuhörer*innen auf – es ist anlässlich des zehnten Todesjahres von Amacher auch eine Hommage an die außergewöhnlich kompromisslose und beharrliche Klangkünstlerin und Pionierin.  Ankersmit nennt Amachers Arbeit als eine seiner größten Inspirationsquellen. Beide trafen sich 2000 erstmals persönlich und waren bis zu ihrem Tod befreundet. Amacher wäre 2019 80 Jahre alt geworden. Sie hinterließ ein einzigartiges Werk und wegweisende Klangforschungen, die bisher noch zu wenig erschlossen sind. In einer Zeit in der wir glauben alles bequem über Kopfhörer und Bildschirme konsumieren zu können, verschuf Amacher ihren Hörer*innen intensive, räumliche und ganzkörperliche Wahrnehmungserfahrungen, die nur im gegenwärtigen Augenblick und dem gegebenen physischen Raum möglich sind. Ankersmits Instrument ist ein Serge Modular-Synthesizer, der von Amachers Partner Sergei Tcherepnin entwickelt wurde.  In der zweiten Performance des Abends präsentiert die  Londoner Komponistin und Cellistin Lucy Railton, ihr Debütalbum “Paradise 94“, das 2018 auf Modern Love erschienen ist. Railton zeigt in einem kontrastreichen Kaleidoskop unterschiedlicher Experimente Verbindungen zwischen elektroakustischen und modernen klassischen Entwicklungslinien auf. Auf “Paradise 94“ verknüpft sie Archivmaterial, Feld- und Studioaufnahmen mit dem Klang ihres Cellos zu einem autobiographischen Narrativ. Ihr Fokus auf den Interaktionen klanglicher Details, auf psychoakustischen Effekten und dramaturgischen Wendungen jenseits von Konventionen, erzeugt so etwas wie ein spekulatives Mapping der Entwicklung, Mutationen und des Beharrens von Klangkulturen: “man kann erst dann anfangen, etwas so richtig aufzumischen, wenn man es wirklich kennt“.


Kategorie: Schauspiel

Aus der Zusammenarbeit des mittlerweile in Paris lebenden Duos 9T Antiope (Sara Bigdeli Shamloo und Nima Aghiani) und dem visuellen Künstler Rainer Kohlberger ist das Stück “Nocebo” entstanden. Der Begriff beschreibt die beeinträchtigende bis krankmachende Wirkung negativer Erwartungen von Patient*innen gegenüber ihren Therapien. 9TAntiope und Kohlberger erzählen “die Geschichten von Menschen, die aufgegeben, sich in vollständige Isolation und letztlich in ein freiwilliges Koma zurückgezogen haben”. Durch Bilder, Sound und Text imaginieren die Künstler*innen Bilder aus dem komatösen Innenleben. Die audiovisuelle Komposition ist die Reflektion eigener Erfahrungen mit nahestehenden Personen in einem solchen vegetativen Zustand. Das Stück feiert bei CTM 2019 seine Berlin-Premiere, nach erstmaliger Aufführung beim SET x CTM Festival im Juli 2018 in Teheran. Die Kollaboration ist eine von mehreren Auftragsarbeiten, die im Rahmen der fortlaufenden Kooperation des CTM Festivals mit dem iranischen SET Experimental Art Festival entwickelt wurde. Der österreichische Künstler Stefan Fraunberger stellt neues Material seines mittlerweile zwei Dekaden andauernden Langzeitprojekts “Quellgeister” vor, das sich als eine alchemistische Forschung über den “Einfluss von Natur auf Kultur“ versteht. “Quellgeister” unternimmt eine klangliche Archäologie von Zeit und Witterung veränderter Orgeln in verlassenen transsilvanischen Kirchen. Fraunberger sieht diese Instrumente in den liminalen Bereichen “jenseits von Natur und Kultur” und zugleich in kulturellen Wüsten europäischer Gegenwart verortet. In Aufnahme-Sessions in den verfallenen Kirchen versucht er die Instrumente in ihrer sonischen Entrückung spielerisch zu erkunden, um das erarbeitete Material von “hinter dem Vorhang der Moderne” später in anderen Räumen wiederzugeben. Die Arbeit an den Instrumenten ist kein musealer Versuch einer sentimentalen Renovierung des Verlorenen. Vielmehr ist das Projekt eine Spekulation über die zunehmend unmenschliche Identität des Fortbestehens der Dinge und über eine post-humane Zukunft, in der die Natur machtvoll in das Kontrollphantasma der Moderne interveniert.


Kategorie: Pop

Colin Self präsentiert sein aktuelles, jüngst auf RVNG erschienenes Album “Siblings” im Zusammenspiel mit einem Chor und einem Streicherensemble. Die LP dient als das letzte Kapitel seiner spekulativen Science-Fiction-Operette “Elation. Siblings”, das vom Werk der einflussreichen feministischen Denkerin Donna Haraway inspiriert wurde, beschäftigt sich mit neuen Formen von Verwandtschaft und Gemeinschaft und Methoden kollektiven Überlebens angesichts der fortschreitenden Umweltzerstörung. Der in Berlin lebende Künstler und Komponist Colin Self erschafft Musik, Performances und Environments und arbeitet dafür häufig kollaborativ nach einem Do-It-Together Prinzip. Er war Teil einer DIS Magazine Boyband, des Drag Ensembles Chez Deep und Holly Herndon’s A/V Trio und Ensemble. Self ist außerdem Mitverfasser der Oper “The Fool” (Elation V) und leitet Xhoir, einen Vokalworkshop für Gruppen. Maria W Horn wird den Abend eröffnen. Mit extremen Klängen und herausfordernden Kompositionen verfolgt die schwedische Musikerin die Modulation der mentalen Zustände ihrer Hörer*innen und transportiert sie zu Wahrnehmungen jenseits des Aufführungsraumes und der Aufführungszeit. Mit dem Hintergrundwissen aus dem Studium der elektroakustischen Komposition am Royal College of Music in Stockholm und an der Universität der Künste in Berlin, oszilliert ihre Arbeit zwischen minimalistischen Strukturen und der durchdringenden Kraft elektronischer Klänge.


Kategorie: Pop

Aurélie Nyirabikali Lierman untersucht mit ihrer Arbeit „Sogokuru“ überlieferte und gegenwärtige Formen des Animismus in Ruanda. Dabei setzt sie sich mit Strategien auseinander, die dieser Weltanschauung trotz brutaler Unterdrückung während des Kolonialregimes und zahlreicher gesellschaftlicher Umbrüche das Überleben ermöglichten. Die in Ruanda geborene und in Belgien aufgewachsene Lierman findet den Hauptgegenstand ihres Projekts im Leben ihres 108-jährigen Großvaters, einem der letzten traditionellen Jäger und Heiler des Landes. In vorkolonialer Zeit geboren, musste er nicht nur die belgischen und deutschen Kolonialregime erdulden, er erlebte zudem den Unabhängigkeitskampf der 1950er Jahre, überlebte den Genozid und die Kriegsgreuel der 1990er Jahre und bietet bis heute dem nicht immer einfachen Alltag und der Politik im gegenwärtigen Ruanda die Stirn. Das Stück ist eines von zwei durch das CTM 2019 Radio Lab ermöglichte Auftragswerke. Seit 2014 fördert das Radio Lab die Entstehung neuer künstlerischer Werke, die künstlerische Möglichkeiten des Mediums Radio mit denjenigen der Live-Performance verknüpfen und sich zugleich mit dem jeweiligen Festivalthema auseinandersetzen.  Der Klangkünstler und Kulturwissenschaftler Pedro Oliveira beschäftigt sich mit Artikulationen von Gewalt in Klang- und Hörpraktiken. Seine künstlerische Forschung widmet sich der Untersuchung der disziplinarischen Nutzung von Klangphänomenen in staatlichen Sicherheitssystemen, aber auch der Vielfalt gewalttätiger und oftmals widerständiger Klang- und Musikformen der Straße. In seinem für das CTM Festival und für Deutschlandfunk Kultur entwickelten neuen Stück befasst er sich mit Techniken der algorithmischen Akzenterkennung durch Klangbiometrien im deutschen Migrations- und Grenzsystem. Dabei geht es ihm darum aufzuzeigen, inwiefern sich in den Sicherheitsarchitekturen und ihren taxonomischen Praktiken koloniale Gewaltverhältnisse fortsetzen und welche Möglichkeiten es gibt, sich diesen Gewaltregimen zu widersetzen.


Kategorie: Pop

Als Musiker, Musikwissenschaftler und Betreiber des Labels Nawa Recordings setzt sich Khyam Allami für neue Formen arabischer Musik ein. Dabei adressiert er auch die Voreingenommenheit gängiger Musiktechnologie, die, zumeist in westlichen Ländern entwickelt, alles andere als kulturell neutral ist. Der im Irak geborene Künstler Allami präsentiert die Premiere seines Stückes Kawalees: Part II für Hybrid-Piano und Elektronik. Grundlage des Stückes ist ein von Allami entwickeltes Plugin für Ableton Live namens „Comma“, das die weltweit populäre Musiksoftware endlich auch für Künstler*innen nutzbar machen soll, die in den Traditionen nahöstlicher Musik zu Hause sind. Erstmals können mit Comma mikrotonale Stimmungen in Echtzeit verändert werden - ein Feature, das bisher in allen gängigen Musiksoftwares fehlt und es unmöglich macht traditionelle arabische Modi zu spielen. Mit Kawalees und Comma reflektiert Allami nicht nur fortdauernde kulturelle und ökonomische Asymmetrien zwischen verschiedenen Teilen der Welt, sondern präsentiert einen praktischen Vorschlag, um diese zu überwinden. Die Zusammenarbeit von Rabih Beaini und Pouja Pour-Amin ist eine brodelnde Mischung aus Lärm, Free Jazz und Elektronik, die für ein Ensemble aus elektronischen und akustischen Instrumenten geschrieben wurde. Der in Teheran beheimatete Komponist und Multi-Instrumentalist Pouja Pour-Amin ist ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Musikszenen. Beaini, auch bekannt als Morphosis und als Betreiber des Morphine Labels, ist kein Unbekannter für Freunde des CTM. 2016 war er Gastkurator des Musikprogramms. In den letzten Jahren konzentrierte er sich auf Begegnungen mit Musiker*innen aus unterschiedlichen klanglichen und geographischen Regionen. Das Konzert bei CTM 2019 ist die Berlin-Premiere dieser Zusammenarbeit, nach erstmaliger Aufführung beim SET x CTM Festival im Juli 2018 in Teheran. Die Kollaboration ist eine von mehreren Auftragsarbeiten, die im Rahmen der fortlaufenden Kooperation des CTM Festival mit dem iranischen SET Experimental Art Festival entwickelt wurde.


Kategorie: Pop

Das Projekt von Nguyễn + Transitory “Bird Bird, Touch Touch, Sing Sing (work-in-progress)” ist die Weiterentwicklung einer Produktion, die im Rahmen von “Residenzen Berlin – Detroit – Berlin” während des HAU-Festivals “Detroit – Berlin: One Circle” entstanden ist. In ihrer Performance befassen sie sich mit Narrativen und Erfahrungen von Queerness in Südostasien und in der Diaspora mit Möglichkeiten (de-)kolonialer Ansätze in Klang, Noise und Rhythmus. Ihr Auftritt ist Teil des Nusasonic-Programms am CTM 2019, einer Initiative, die sich mit der Gegenwart und Vielfalt experimenteller Sound- und Musikpraktiken in Südostasien befasst und diese mit Soundkulturen in Europa und andernorts in Austausch bringt. Produzentin Dasha Rush, Schauspieler und Tänzer Valentin Tszin und der visuelle Künstler Stanislav Glazov präsentieren ihr Stück “Les Territoires Éphémères” zur Aufführung bringen. Die audiovisuelle Performance adressiert anhand von generativen Bildern, Bewegung und abstrakter Poesie die Ungereimtheiten und Fehlerhaftigkeit von Erinnerung und Wahrnehmung.


Kategorie: Performance


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.01.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Tarzan rettet Berlin(Janina Audick/Janina Audick) Erinnern ist Arbeit(Akademie der Künste, Berlin, Einar-Schleef-Archiv, Nr. 599_22VG Bild-Kunst, Bonn 2018/Akademie der Künste, Berlin, Einar-Schleef-Archiv, Nr. 599_22VG Bild-Kunst, Bonn 2018) Avoiding deLIFEath(Promo/) British Shorts Film Festival(Promo/) Sculptures(Promo/) Plattenspieler mit Thomas Meinecke und Sho Madjozi(Anthony Bila/Anthony Bila) Linn da Quebrada “Pajubá” / Tarawangsawelas & Rabih Beaini(Promo/) Linn da Quebrada “Pajubá” / Bendik Giske(Promo/) Maja S. K. Ratkje & Katarina Barruk – “Avant Joik” / Erwan Keravec – “Sonneurs”(Promo/) Thomas Ankersmit – “Perceptual Geography” / Lucy Railton – “Paradise 94”(Alex Inglizian/Alex Inglizian) 9T Antiope & Rainer Kohlberger – “Nocebo” / Stefan Fraunberger – “Quellgeister #3 Bussd”(Promo/) Maria W Horn / Colin Self – “Siblings”(Johnathan Grassi/Johnathan Grassi) Aurélie Nyirabikali – “Sogokuru” / Pedro Oliveira – “A Series of Gaps Rather Than a Presence”(Promo/) Khyam Allami – “Kawalees: Part II” / Rabih Beaini & Pouja Pour-Amin Ensemble(Khyam Allami/Khyam Allami) Nguyễn + Transitory (Nguyễn Baly und Tara Transitory) – “Touch Touch, Bird Bird, Sing Sing (Work in Progress)” / Dasha Rush, Valentin Tszin, Stanislav Glazov – “Les Territoires Éphémères”(Promo/)

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