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Spielplan für Februar 2019

Wer auf Hebräisch oder Arabisch die politische Lage im Nahen Osten beschreiben will, spricht schlicht von »The Situation«. In den letzten Jahren hat es viele Menschen mit »Situation«-Hintergrund nach Berlin verschlagen. Einst hielt der Konflikt ihre Leben auseinander, nun treffen sie in der deutschen Hauptstadt aufeinander. Hausregisseurin Yael Ronen versetzt ihre neueste Stückentwicklung am Gorki in einen Neuköllner Deutschkurs. Die Kursteilnehmenden verbindet, dass sie in den letzten Jahren nach Berlin gekommen sind. Aus Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht. Aus Israel und Palästina, wo das politische sowie soziale Klima immer militanter wird. Kein Wunder also, dass im Kurs von Deutschlehrer Stefan die deutsche Grammatik das kleinste Problem ist. Yael Ronen und die Schauspieler*innen, die aus Syrien, Palästina und Israel nach Berlin gekommen sind, setzen sich mit den paradoxen Wiederbegegnungen ihrer »Nachbarn« sowie mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinander. Auf Englisch, Deutsch, Hebräisch und Arabisch und mit deutschen und englischen Übertiteln Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Eingeladen zum Theatertreffen 2016 Premiere: 4. September 2015 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Wir schreiben das Jahr 2030: Die EU hat aufgehört zu existieren, Europa ist endgültig nach rechts gekippt. Die national-konservativen Parteien haben die Macht in der bisher sogenannten Freien Welt übernommen. Alle staatlichen Institutionen, Gerichte, Medien, Militär und Kulturinstitutionen sind unter ihrer Kontrolle gleichgeschaltet. Natürlich sind die Grenzen dicht, Tausende ertrinken im Mittelmeer und verhungern vor den Toren Europas. Alle Menschen innerhalb der Festung werden umfassend durch den Staat überwacht. Jeglicher Widerstand, jede Regierungskritik wird mit langen Gefängnisaufenthalten oder der Todesstrafe geahndet. Opposition findet nur noch heimlich statt. In den Katakomben des Warschauer Kulturpalastes gibt es heute ein konspiratives Konzert, bei dem sich der polnische Widerstand versammelt. Wie die Solidarnosc die sowjetische Vorherrschaft von Polen aus stürzte, so soll auch hier und heute eine neue Keimzelle der Gegenbewegung begründet werden, die sich in ganz Europa verbreiten wird. Die Frontfrau der Band Moja Prywatna Apokalipsa führt die Versammlung an. Sie wird toben, brennen und zu Gewalt verführen. Und sie will jeden im Raum für ihre Gedanken gewinnen. Nach dem politischen Wirbel um Krzysztof Minkowskis Inszenierung O dwóch takich co ukradli księżyc (Die zwei Monddiebe) in der Spielzeit 2016/17 kehrt die Warschauer Ausnahmeschauspielerin Marta Malikowska mit Punk zurück ins Studio Я. Ihr dystopisches, performatives Konzert konfrontiert uns mit der Frage, wann die demokratischen Mittel erschöpft sind, sich gegen menschenverachtende Politik zu stellen. Wann ist es zu spät, die Welle aufzuhalten? Unter welchen Umständen ist politische Gewalt gerechtfertigt? Und wo sind die Grenzen des politischen und künstlerischen Protestes? Auf Polnisch mit deutschen Übertiteln Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Foto: Wojtek Zrałek-Kossakowski Passend zum Thema findet am 30/September um 18.00 Uhr eine Diskussion über Widerstand und politische Gewalt statt. Es diskutieren der langjährige Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele und Nilüfer Koç, Ko-Vorsitzende des Kurdischen Nationalkongresses. Informationen und Karten: hier


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Rundgang durch das Theater und seine Geschichte Die Historie des Gebäudes beginnt 1827 mit der Errichtung des ersten öffentlichen Konzertsaal Berlins. Wie wurde aus der Berliner Sing-Akademie das Maxim Gorki Theater? Seine Theatergeschichte spiegelt Mauerbau und Mauerfall und erzählt einen Teil Berliner Kulturpolitik in Ost und West. Ein historischer Theaterspaziergang, der im Bühnenbild der abendlichen Vorstellung endet. Der Rundgang findet jeweils am ersten Samstag des Monats statt. Treffpunkt: Kassenfoyer


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»You leave in the morning with everything you own…Run away, turn away, run away, turn away, run away.« So besangen Bronski Beat die Flucht eines Jungen aus einer engen Welt von versagter Anerkennung und Unterdrückung in die ferne große, freie Stadt: London, New York, Berlin… Diese Metropolen waren und sind der Ort, an dem sich Menschen neu finden und erfinden können, traditionelle Rollen und Bilder verweigern und in Frage stellen, ihre Zugehörigkeiten neu aushandeln, Partnerschaft und Familie neu definieren, all das ausprobieren, was ihnen die Familie Zuhause verweigert hat, zu leben. Kann man anders Mann sein? Anders Frau? Kann man aufhören, Sohn oder Tochter zu sein? Kann man Herrschaft verweigern und anders lieben und leben? Die Liebe und wie sie gelebt werden soll, scheint weiterhin das diskursive Schlachtfeld der Stunde zu sein, auf dem viele gegenwärtige Konflikte um geschlechtliche, sexuelle und kulturelle Identitäten in unserem alltäglichen Leben ausgetragen werden. Was kann und soll ein "Mann", eine "Frau" heute sein? Wie definiert sich in Zukunft Familie, wie Nation und Zugehörigkeit? Falk Richter erkundet mit dem Ensemble des Gorki in diesem Rechercheprojekt die Frage, was passiert, wenn auch die jungen Männer aus dem Patriarchat aussteigen. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters. Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag GmbH, Theater &.- Medien. Falk Richter wird im Juli 2016 auf der Abschlusskundgebung des Christopher Street Day 2016 mit dem Soul-of Stonewall Award 2016 in der Kategorie Kultur ausgezeichnet. Aus der Begründung: "Das soziale Gefüge einer Gesellschaft, das Sie mit Worten, Musik, Tanz, Schweiß und Tränen ein aufs andere Mal sezieren, ist leuchtendes Beispiel dafür, was ein einzelner Mensch mit seinen Worten an einem einzigen Abend bewirken kann. Vielleicht nicht immer gleich bei allen Zuhörern und Besuchern. Aber mit jeder Aufführung werden es mehr." Premiere: 11. Januar 2014 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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»Ich liebe es, wenn Menschen aus der Dunkelheit hervortreten.« David Lynch Man verliert leicht die Zuversicht, schaut man auf das politische und kulturelle Europa der Gegenwart. Mephistoland ist ein Horrorszenario, ist eine Vision und doch schon Realität. Denn hier proklamieren Theaterintendanten eine »gesunde, nationalistische« Kultur.- hier herrschen wieder Homophobie und Antisemitismus und gigantische Heiligenstatuen werden als Glaubensbekenntnisse einer neuen Zeit errichtet. Hier grassiert die Schizophrenie, Regisseure verlieren den Verstand, Schauspieler wechseln ihr Wesen, das Land und Theaterbesucher sperren sich hungerstreikend in Käfige… Eine Theatertruppe im Ausnahmezustand, weil sie weiß: Die Zeit des Spiels für das Spiel ist bald vorbei. Der gefürchtete Ministerpräsident beruft einen Freund zum Intendanten ihres Hauses, der die Aufgabe des Theaters darin sieht, den seelischen wie geistigen Aufschwung des gesamten Volkes zu befördern und zu beflügeln. Der Wind dreht sich, von nun ist kein Schutz mehr vor dem Hereinbruch der Politik in die Kunst möglich. Der ungarische Regisseur András Dömötör inszeniert einen abgründig komischen Trip durch eine absurde Welt, in der sich Realität und Fiktion, Horror und Groteske munter paaren. Eine Produktion vom Studio Я / Maxim Gorki Theater Premiere: 9. Juni 2016 Trailer ansehen Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Mascha ist Deutsche, Jüdin, Aserbaidschanerin, wenn nötig auch Russin oder Türkin, sie beherrscht fünf Sprachen fließend und spricht ein paar weitere, so »wie die Ballermann-Touristen deutsch«. Maschas Freund Elias kämpft mit dem Geheimnis, das Mascha aus ihrer Kindheit in Baku macht. Er akzeptiert nicht, dass sie nicht darüber sprechen will. Mascha aber hasst Diskussionen über ihren »Migrationshintergrund« und Begrifflichkeiten wie »postmigrantisch«, insbesondere wenn ihr Freund aus der ostdeutschen Provinz sie benutzt. Es gibt noch Sami, der auch ohne Worte versteht, aber der ist auf einem anderen Kontinent. Als Mascha Elias plötzlich verliert, bricht sie aus der Welt. Sie reist Hals über Kopf nach Israel und sucht in der Wüste nach einem neuen Leben, einer neuen Liebe, einem neuen Anfang. Brüche und Neuanfänge ziehen sich durch die Biografien der Protagonisten. Die Familiengeschichten von Mascha und ihren Freunden sind geprägt von der Zerbrechlichkeit der Welt: von kollabierenden privaten, politischen und gesellschaftlichen Systemen. Der Russe ist einer, der die Birken liebt - von Olga Grjasnowa. In einer Bühnenfassung von Yael Ronen. Aufführungsrechte beim Rowohlt Verlag, Reinbeck bei Hamburg. © Carl Hanser Verlag. München 2012. Premiere: 16. November 2013 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Mit Fortsetzungen von Filmen ist es wie mit Regierungskoalitionen: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab. Ist das Pferd aber noch nicht ganz hinüber, gibt es genug Gründe, weiterzumachen: Ein gut geöltes Team, jubelnde Massen, volle Kassen. In einem solchen Fall lässt es sich locker verkraften, dass ein Sequel selten besser wird als das Original. Beseelt vom bahnbrechenden Erfolg ihres Superhelden-Remakes Fledermausmann Rises nimmt sich die Filmregisseurin Gordon das heißeste Eisen unserer Tage vor – die allgegenwärtige Political Correctness, die wie ein Fallbeil jede freie Lebensäußerung bedroht. In Zeiten, in denen männlich, weiß, hetero als Dreifach-Malus jedem normalen Mann, der einfach mal seine Meinung sagen will, auf die Stirn gestempelt wird, braucht es schließlich Geschichten, in denen die zum Schweigen gebrachte Mehrheit sich wiederfinden kann. Die passende Grundlage für eine Schreckensvision konsequenten Tugendterrors liefert praktischerweise George Orwells 1984: Ein verunsicherter Held, der gegen Denk- und Sprechverbote kämpft, gegen Überwachung, Neusprech und Gedankenpolizei. Ein Weltbestseller mit mehrheitsfähigem Twist, die perfekten Zutaten zu einem Horrorszenario mit Mainstream- Potential. Wenn da nur der verdammte Zeitgeist nicht wäre, all die marginalisierten Partypupser*innen, deren Ideen mittlerweile auch Gordons Filmset erreicht haben und unerbittlich die Stirnen selbst der stärksten Helden malträtieren. Nora Abdel-Maksoud, die komischste unter den politisch korrekten Autoren-Regisseurinnen, wurde für ihre Film- und Theatersatire The Making-of zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt. Mit The Sequel wagt sie sich an die unvermeidliche Fortsetzung, allen guten Ratschlägen zum Trotz. Uraufführung am 23. November, 20.30 Uhr Eine Produktion des Studio / Maxim Gorki Theaters Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater &.- Medien


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Jugoslawien – ein Land, das es nicht mehr gibt. Zugrunde gegangen in den Bruderkriegen der 90er Jahre. Zum zweiten Mal seit 1914 stand Sarajevo im Zentrum eines Konflikts, der scheinbar bis auf den heutigen Tag nicht enden will. Viele Menschen machten sich von dort aus auf den Weg nach Berlin, auf der Flucht, auf der Suche nach Arbeit oder einem anderen Leben. Wie erleben diese Berliner die Konflikte heute? Die Kinder der Opfer von Kriegsverbrechen leben hier neben den Kindern der Täter. Wie treffen sie aufeinander? Common Ground heißt übersetzt Gemeinsamkeit, gemeinsamer Boden oder auch Bezugserde. Yael Ronen bringt in ihrem neuen Projekt SchauspielerInnen zusammen, die aus Belgrad oder Sarajevo, aus Novi Sad oder Prijedor nach Berlin gekommen sind. Was ist ihr Common Ground? Das Theaterstück wird kollektiv erarbeitet, basierend auf einer gemeinsamen Reise nach Bosnien, auf Begegnungen mit Familienmitgliedern der Protagonisten und mit Experten. Das Theater wird dabei zum sicheren Raum, in dem über Begriffe wie Schuld und Sühne, Vergebung und Vergessen gestritten wird, in dem Klischees, Vorurteile und gegensätzliche Narrative lustvoll aufeinanderprallen. Eingeladen zum Theatertreffen 2015 und Gewinner des Publikumspreises "Stücke 2015" Mülheimer Theatertage! Common Ground wird durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin gefördert. Premiere: 14. März 2014 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Premiere: 11. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


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Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Uraufführung: 13. Januar 2017 Trailer ansehen Nora Abdel-Maksoud wurde für THE MAKING-OF von Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin 2017 ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für das Stück den Kurt-Hübner-Regiepreis 2017. Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Pavian: Jeany von Reiswitz (Filmtierschule Harsch) Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


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Eine Filmregisseurin will ein Superhelden-Remake made in Germany realisieren. Doch einige Crew-Mitglieder sind dem buchstäblichen Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein lächerlich kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie. In The Making-of verwirbelt Nora Abdel-Maksoud Themen, an denen man sich nur die Finger verbrennen kann. Eine bösartige Satire auf Filmbusiness und Theaterideale, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann. Alles dargebracht mithilfe zuschreibungstorpedierender Performancestrategien, in Echtzeit geschnitten und ganz ohne Kamera – dafür live und in 3D! Uraufführung: 13. Januar 2017 Trailer ansehen Nora Abdel-Maksoud wurde für THE MAKING-OF von Theater heute als beste Nachwuchsregisseurin 2017 ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für das Stück den Kurt-Hübner-Regiepreis 2017. Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eine Produktion des Studio Я / Maxim Gorki Theaters Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Pavian: Jeany von Reiswitz (Filmtierschule Harsch) Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


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»Heute ist alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch – weil sie dem falschen Geschlecht angehören« Jens Jessen über die #metoo Debatte Auf der Suche nach den Haupt- und Nebenrollen im Drama der Geschlechter kehren die Regisseurin Suna Gürler, der Autor Lucien Haug und fünf Schauspieler*innen, u.a. des Exil Ensembles, an den Ursprung der Erzählung zurück: Adam, der Erste, die Hauptfigur schlechthin, tritt auf. Alles, was er tut, verursacht Aufmerksamkeit. Er würde sich gerne dagegen wehren, der Erleider und Verursacher von allem zu sein. Doch was hat dieses Ur-Bild eines Mannes noch mit den Figuren zu tun, denen wir heute begegnen? Das Team hat dafür „echte“ Männer zu ihren Erwartungen, Ängsten und Hoffnungen befragt und ein Stück entwickelt, in dem die Frage nach heutigem Rollenverständnis auch das Theater selbst aufs Glatteis führt. Wer wird eigentlich gesehen und gehört? Wer spricht für wen? Mit Wortwitz und vollem Körpereinsatz bringt das Stück die Verhältnisse ins Rutschen. Trailer ansehen Eine Produktion des Exil Ensembles und des Maxim Gorki Theaters, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die LOTTO-Stiftung Berlin, die Stiftung Mercator und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa Aufführungsrechte Suna Gürler &.- Lucien Haug Foto: Esra Rotthoff


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Jahrelang hat die Gutsbesitzerin Ranjewskaja ihr Geld zum Fenster rausgeworfen und Schuldenberge angehäuft. Nun soll der Kirschgarten, seit Generationen im Besitz der Familie, versteigert werden. Der Unternehmer Lopachin schlägt zur Rettung des Guts vor, den Kirschgarten abzuholzen und profitable Ferienwohnungen zu errichten. Doch die Schuldner wollen davon nichts wissen, bis der Tag der Wahrheit unmittelbar bevorsteht und die alte Heimat in Gefahr gerät, verloren zu gehen. »Es ist kein Drama geworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar eine Farce«. So verteidigte Anton Tschechow seinen Kirschgarten stets gegenüber all jenen, die darin einen wehmütigen Abgesang auf die alte Tradition sahen. Tatsächlich beschreibt er voll heiterer Ironie eine Gesellschaft im Übergang, in der das Altvertraute sich verflüssigt und die Umrisse einer neuen Welt sichtbar werden. Wie Clowns stolpern seine Figuren in einem absurd komischen Endspiel zwischen Sehnsucht, Einsamkeit, sanfter Vorfreude und ihren Verlustängsten umher, ohne festen Grund unter den Füßen zu spüren. Nurkan Erpulat inszeniert Tschechows Komödie als letzten Heimatabend einer verunsicherten Gesellschaft vor ihrem Ausverkauf. Der Kirschgarten - Eine Komödie von Anton Tschechow. Deutsch von Angela Schanelec. Nach einer Übersetzung von Arina Nestieva. Rechte an der Übersetzung beim S. Fischer Verlag GmbH, Theater &.- Medien. Premiere: 15. November 2013 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Ein Zug, der sich in dunkler Nacht unter der Erde mit über 100 km/h einem unbekannten Ziel nähert. Im Zug sitzt eine Gruppe älterer Frauen ordentlich eingereiht auf einer Sitzbank. Ein namenloses weibliches Ich sitzt ihnen gegenüber und beobachtet, verurteilt und seziert sie gnadenlos. Je weiter der Zug vorankommt, desto schmerzhaftere Erinnerungen bröckeln aus den Untiefen des Bewusstseins hervor, die sich beide Parteien gegenseitig vorwerfen. Sie erzählen von überlebten Kriegen, von sexuellem Missbrauch, von gescheiterten Mütter-Vorbildern. Die Autorin Sivan Ben Yishai wird für ihre sprachliche Wucht gefeiert, mit der sie scheinbar politische Gewissheiten sprengt. Für das Gorki schreibt sie nun ein Generationenportrait über die Emanzipation vom Patriarchat. Papa liebt dich, der dritter Teil von Sivan Ben Yishais Pentalogie Let The Blood Come Out To Show Them, ist ein Auftragswerk für das Maxim Gorki Theater. Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag AG, Berlin. Deutsche Übersetzung von Maren Kames Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Eine junge Frau erzählt: »Ein älterer Typ nimmt mich über eine Mitfahrgelegenheit nach Berlin mit. Unterwegs fragt er, ob ich Lust hätte, ein bisschen im Wald spazieren zu gehen …« Wie kommt es, dass wir meinen, das Ende der Geschichte zu kennen? Was ist das für ein Narrativ, das davon ausgeht, dass man als Frau vergewaltigt, belästigt, begrapscht wird? Ein Narrativ, das den Beginn vorweg nimmt, sobald auf dem nächtlichen Nachhauseweg der Schlüssel als Waffe unbewusst in der Hand liegt, man nicht in die bis auf einen Mann leere U-Bahn einsteigt oder doch nicht die kurze Hose anzieht. Ist es unaufhaltsam, das alte Spiel? Man hat einen Körper und das Leben ist so oder man hat einen anderen Körper und das Leben ist anders, arrangier dich bitte damit. Und dann kommt die Silvesternacht 2016 in Köln und plötzlich gilt es »unsere Frauen« zu beschützen. Aber: Welche Frauen sind damit gemeint und wem gehören die nochmal? Regisseurin Suna Gürler begibt sich mit sechs jungen nicht-professionellen Schauspieler*innen zwischen 18 und 24 Jahre, auf die Spur vermeintlich allgemeingültiger Vorstellungen und Verabredungen, die sich um Geist, Körper und Daseinsberechtigung von Frauen ranken. Draußen auf der Straße wie beim Surfen im Internet lauert eine Gefahr nach der anderen, es gilt vorsichtig zu sein, zu lächeln, nicht anzuecken. Danke für die Tipps, aber sind wir noch nicht weiter? Eine rhythmische Suchbewegung über die Frage, wie viel Raum Frauen in unserer Gesellschaft eigentlich zusteht, wo dieser zu finden ist und warum er immer noch nicht selbstverständlich geworden ist. Trailer ansehen Eingeladen zu Radikal jung 2017 - Das Festival für junge Regie Eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2017 Einzelne Szenen entstanden unter Verwendung von Textauszügen von Lena Dunham, Pola Oloixarac, Laurie Penny, Auszügen aus Jean Kilbournes Film Killing Us Softly IV und Blogs aus dem Internet. Im Kontext der Inszenierung Stören bietet Gorki X ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für Schulen, Bildungsträger und Vereine an. Mehr Informationen: x@gorki.de STÖREN wird gefördert durch die Stiftung Mercator. Eine Produktion des Maxim Gorki Theater. Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Im Sommer 1917 fuhr Lenin mit Erlaubnis des Deutschen Kaisers in einem plombierten Zug nach Petrograd und entfachte die Funken der Oktoberrevolution. Doch die Zugfahrt hinterließ auch im Transitland Spuren: 1918 versuchte Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Stadtschlosses die freie sozialistische Republik auszurufen. In der Geschichtsschreibung dominieren Männer. 99 Jahre später lädt die argentinische Regisseurin Lola Arias, die sich in ihren Arbeiten gemeinsam mit nicht-professionellen Darsteller*Innen mit geschichtlicher Aufarbeitung auseinandersetzt, Menschen zwischen 10 und 86 auf die Bühne, um ihre Geschichten zu erzählen. Gemeinsam werden sie ihr eigenes Leben rekonstruieren und das von Salomea Genin. Salomea Genin musste als Kind einer jüdischen Familie vor dem nationalsozialistischen Terror nach Australien fliehen, wo sie vom kommunistischen Traum inspiriert wurde. Bei einem Besuch in der DDR beschloss sie, den Aufbau des sozialistischen Staates auf deutschem Boden zu unterstützen. Sie arbeitete viele Jahre für die Staatssicherheit als IM, bis sie erkannte, dass die DDR ein Polizeistaat geworden war, und damit brach. Der biografische Bericht Salomea Genins wird flankiert von den Geschichten einer Übersetzerin, einer Schauspielerin, einer Punksängerin und einer vietnamesischen Vertragsarbeiterin, sowie einem Puppenspieler, einer 16jährigen Aktivistin und einer Schülerin aus Berlin Pankow. Sie berichten vom Singen kommunistischer Arbeitslieder vor den Fabriken, von den Lehren der Sozialistischen Brüderländer, von der Überwachung im Alltag, von Konzerten in Kirchenräumen, vom Diskutieren in den Theatern der Wendezeit, von den brennenden Asylbewerberunterkünften in Ostdeutschland und den Forderungen der Geflüchteten heute. Ihre Erzählungen und subjektiven Wahrheiten zeichnen ein Bild vom Persönlichen im Politischen, vom Scheitern und Wiederaufstehen. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters und Teil des Festivals Uniting Backgrounds - Theater zur Demokratie Premiere: 8. Oktober 2016 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Im Sommer 1917 fuhr Lenin mit Erlaubnis des Deutschen Kaisers in einem plombierten Zug nach Petrograd und entfachte die Funken der Oktoberrevolution. Doch die Zugfahrt hinterließ auch im Transitland Spuren: 1918 versuchte Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Stadtschlosses die freie sozialistische Republik auszurufen. In der Geschichtsschreibung dominieren Männer. 99 Jahre später lädt die argentinische Regisseurin Lola Arias, die sich in ihren Arbeiten gemeinsam mit nicht-professionellen Darsteller*Innen mit geschichtlicher Aufarbeitung auseinandersetzt, Menschen zwischen 10 und 86 auf die Bühne, um ihre Geschichten zu erzählen. Gemeinsam werden sie ihr eigenes Leben rekonstruieren und das von Salomea Genin. Salomea Genin musste als Kind einer jüdischen Familie vor dem nationalsozialistischen Terror nach Australien fliehen, wo sie vom kommunistischen Traum inspiriert wurde. Bei einem Besuch in der DDR beschloss sie, den Aufbau des sozialistischen Staates auf deutschem Boden zu unterstützen. Sie arbeitete viele Jahre für die Staatssicherheit als IM, bis sie erkannte, dass die DDR ein Polizeistaat geworden war, und damit brach. Der biografische Bericht Salomea Genins wird flankiert von den Geschichten einer Übersetzerin, einer Schauspielerin, einer Punksängerin und einer vietnamesischen Vertragsarbeiterin, sowie einem Puppenspieler, einer 16jährigen Aktivistin und einer Schülerin aus Berlin Pankow. Sie berichten vom Singen kommunistischer Arbeitslieder vor den Fabriken, von den Lehren der Sozialistischen Brüderländer, von der Überwachung im Alltag, von Konzerten in Kirchenräumen, vom Diskutieren in den Theatern der Wendezeit, von den brennenden Asylbewerberunterkünften in Ostdeutschland und den Forderungen der Geflüchteten heute. Ihre Erzählungen und subjektiven Wahrheiten zeichnen ein Bild vom Persönlichen im Politischen, vom Scheitern und Wiederaufstehen. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters und Teil des Festivals Uniting Backgrounds - Theater zur Demokratie Premiere: 8. Oktober 2016 Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Abends, eine junge Frau allein in ihrer Wohnung. Freundinnen kontaktieren sie per Skype und per Chat, Kurznachrichten treffen ein, die Mutter ruft an. Einige Stockwerke tiefer im Keller: ein gefesselter und geknebelter Mann… Sibylle Berg hat eine Textfläche für die Choreographin Tabea Martin, den Regisseur Sebastian Nübling und vier Schauspielerinnen des Maxim Gorki Theaters geschrieben. Von den Medien und der Werbeindustrie produzierte Frauenbilder, der Imperativ eines erfolgreichen Lebensentwurfs und eigene Ängste und Sehnsüchte schlagen sich in den Leben der jungen Frauen nieder: nächtliche Prügeltouren durch die Stadt, Körperkult und Fitnesswahn, Shoppingexzesse zwischen den BWL-Vorlesungen und der Vertrieb von selbstsynthetisierten Drogen über das Internet. Daneben stehen Fragen danach, wie die Frauen leben wollen und wo sie die Ursachen für ihre Orientierungslosigkeit suchen. Es entsteht die wütende, beißend-komische Bestandsaufnahme einer jungen Frau, die sich selbst und andere Frauen in ihren Reaktionen auf die Welt befragt. „Es sagt mir nichts, das so genannte Draußen“ wurde von der Fachzeitschrift „Theater Heute“ zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2014 gewählt Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen - von Sibylle Berg. Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters in Kooperation mit dem jungen theater basel. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg. Premiere: 23. November 2013 Trailer ansehen Hinweis: Bei dieser Inszenierung ist leider kein Nacheinlass möglich für Zuschauer*innen, die verspätet kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Herzlich Willkommen an Bord des polnischen Regierungsflugszeugs Tupolew Tu-154M vom Warschauer Flughafen »Chopin« nach Smolensk. Unter den Passagieren befinden sich der polnische Präsident Lech Kaczyński mit seiner Ehefrau, zahlreiche Abgeordnete des Parlaments, hochrangige Offiziere und Kirchenvertreter. Ihre Stewardess Beata wird Sie auf dem Flug begleiten und für Ihr Wohlergehen sorgen. Sie wird Ihnen das Märchen Die zwei Monddiebe erzählen, in dessen Verfilmung die Zwillinge Lech und Jarosław Kaczyński als Kinder die Hauptrollen spielten. Sie wird Sie von der polnischen Gastfreundschaft überzeugen und mit traditioneller polnischer Küche verwöhnen. Beata freut sich sehr darauf, Sie zudem über die wunderbaren Reformen in Polen zu informieren, die durch die neue Regierung nun möglich sind. Schließen Sie Ihren Sicherheitsgurt und genießen Sie Ihren Flug mit musikalischen Delikatessen und einer patriotischen One-Woman-Show. Die Reihe MYTHEN DER WIRKLICHKEIT wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten


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Es gibt Momente, in denen kommt alles zusammen. Zum Beispiel Ardas 18. Geburtstag. Ohne Plan, aber mit seinen Jungs Bojan, Danny und Savaş. Auf einer Parkbank ohne Park am Bahnhof: rechts die Glatzen, links die Bullen und in der Mitte die Musik. Es gibt Momente, in denen jemand deine Sprache versteht, ohne dass du viel erzählen musst. Momente, an denen jener Punkt auf deiner zerknitterten biografischen Landkarte auftaucht, an dem du den letzen Sommer deiner Kindheit verbringst, kurz bevor deine Freunde verschwinden und du plötzlich merkst: Du bist allein in einem Land, das dich einen Fremden nennt. Also steh auf! Renn so schnell du kannst und noch schneller! Denn wenn keiner wissen will, wer du bist, musst du es selbst herausfinden. Arda Yılmaz sucht atemlos nach den Bruchstücken einer Sprache, die an eine Kindheit in Almanya erinnert. Vor allem aber sucht Arda einen unbekannten Vater, mit dessen gescheiterter Revolution er irgendwie verwandt ist, ohne sie je geträumt zu haben. Es entsteht eine deutsch-türkische Familiengeschichte in den Wirren der »Gastarbeit« und des türkischen Putsches. Wo ist das Land der Desintegrierten? Wer singt die Lieder alleinkämpfender Mütter? Wie klingt der Chor derer, die ewig fliehen und niemals ankommen? Es gibt Momente, in denen all diese Fragen aufblitzen, bevor sie verschwinden wie im fade-out des letzten Tracks auf der Platte deines Lebens. Premiere 20.5. 2017 Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2018 Trailer ansehen Necati Öziri, Jahrgang 1988 war bis Anfang der Spielzeit 2017/2018 Autor, Dramaturg und künstlerischer Leiter des Studio Я. Sein Debut-Stück Vorhaut (gemeinsam mit Tunçay Kulaoğlu und Miraz Bezar) wurde 2014 im Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt. Sein Stück GET DEUTSCH OR DIE TRYIN' ist ein Musikalbum mit A- und B-Seite, das von Müttern, die auf Columbo und Wodka stehen, erzählt, von abwesenden Vätern, von abgeschobenen Freunden und von Geburtstagen auf den Fluren des Ausländeramts, von Hip-Hop, Soul, Gewalt und vom Leben in einer Sprache, die nicht dir gehört. Der Text entstand 2016 im Rahmen der Literaturwerkstatt Flucht, die mich bedingt des Neuen Instituts für dramatisches Schreiben (NIDS) in Zusammenarbeit mit Gorki und Studio Я. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Herzlich Willkommen an Bord des polnischen Regierungsflugszeugs Tupolew Tu-154M vom Warschauer Flughafen »Chopin« nach Smolensk. Unter den Passagieren befinden sich der polnische Präsident Lech Kaczyński mit seiner Ehefrau, zahlreiche Abgeordnete des Parlaments, hochrangige Offiziere und Kirchenvertreter. Ihre Stewardess Beata wird Sie auf dem Flug begleiten und für Ihr Wohlergehen sorgen. Sie wird Ihnen das Märchen Die zwei Monddiebe erzählen, in dessen Verfilmung die Zwillinge Lech und Jarosław Kaczyński als Kinder die Hauptrollen spielten. Sie wird Sie von der polnischen Gastfreundschaft überzeugen und mit traditioneller polnischer Küche verwöhnen. Beata freut sich sehr darauf, Sie zudem über die wunderbaren Reformen in Polen zu informieren, die durch die neue Regierung nun möglich sind. Schließen Sie Ihren Sicherheitsgurt und genießen Sie Ihren Flug mit musikalischen Delikatessen und einer patriotischen One-Woman-Show. Die Reihe MYTHEN DER WIRKLICHKEIT wird gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten


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Im Palästina kurz vor der Erfindung des Christentums herrscht Herodes Antipas als Statthalter der römischen Besatzungsmacht. Sein Einfluss schwindet, ihm droht das Schicksal einer politischen Lame Duck – Druck aus Rom, Druck von der Straße oder besser gesagt aus der Wüste, wo sich um den radikalen Täufer Johannes eine immer größer werdende Schar von Fanatikern sammelt. Herodes feiert ein Fest, um sich Luft zu verschaffen. Aber sein Begehren nach Salome gibt ihm, seinem Hof und vor allem Salome keine Ruhe. Diese hält sich lieber vor der Festung auf. Die Wüste verspricht die Verheißung der Leere und der Übersichtlichkeit, der Klarheit und der Reinheit. Diese Gedanken ergreifen Salome und später den ganzen Hof wie eine Infektion. Doch statt Ordnung bringt der Fundamentalismus den Untergang. Thomaspeter Goergen bricht aus der Vorlage Oscar Wildes einzelne Motive heraus und treibt so das berühmte fin-de-siecle Stück ins Dilemma der Jetztzeit – Perversion und Fundamentalismus als das zerstörerische Gemisch aus diffuser Angst und realer Macht. Ersan Mondtag inszeniert diese Zuspitzung bildgewaltig und lustvoll düster: »Die Besten von nichts überzeugt, die Schlechtesten leidenschaftlich besessen.« W. B. Yeats Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR


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Wer war Stepan Bandera? In der Ukraine kennen alle seinen Namen. Im russisch-ukrainischen Krieg wird der Mythos um den Partisanenführer wiederbelebt – und zwar von beiden Seiten. Während ihn das russische Fernsehen als eine Art ukrainischen Hitler zeichnet, wird er in der Ukraine als Nationalheld gefeiert und auf Briefmarken abgebildet. Yuriy Gurzhy und Marina Frenk zeigen die Ergebnisse ihrer Recherche in Form einer HipHopera. Der Soundtrack zu Bandera wurde als digitales Album bei Balkan Beats Records im April 2018 veröffentlicht. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


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Im Palästina kurz vor der Erfindung des Christentums herrscht Herodes Antipas als Statthalter der römischen Besatzungsmacht. Sein Einfluss schwindet, ihm droht das Schicksal einer politischen Lame Duck – Druck aus Rom, Druck von der Straße oder besser gesagt aus der Wüste, wo sich um den radikalen Täufer Johannes eine immer größer werdende Schar von Fanatikern sammelt. Herodes feiert ein Fest, um sich Luft zu verschaffen. Aber sein Begehren nach Salome gibt ihm, seinem Hof und vor allem Salome keine Ruhe. Diese hält sich lieber vor der Festung auf. Die Wüste verspricht die Verheißung der Leere und der Übersichtlichkeit, der Klarheit und der Reinheit. Diese Gedanken ergreifen Salome und später den ganzen Hof wie eine Infektion. Doch statt Ordnung bringt der Fundamentalismus den Untergang. Thomaspeter Goergen bricht aus der Vorlage Oscar Wildes einzelne Motive heraus und treibt so das berühmte fin-de-siecle Stück ins Dilemma der Jetztzeit – Perversion und Fundamentalismus als das zerstörerische Gemisch aus diffuser Angst und realer Macht. Ersan Mondtag inszeniert diese Zuspitzung bildgewaltig und lustvoll düster: »Die Besten von nichts überzeugt, die Schlechtesten leidenschaftlich besessen.« W. B. Yeats Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: schaefersphilippen™ Theater und Medien GbR


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Wer war Stepan Bandera? In der Ukraine kennen alle seinen Namen. Im russisch-ukrainischen Krieg wird der Mythos um den Partisanenführer wiederbelebt – und zwar von beiden Seiten. Während ihn das russische Fernsehen als eine Art ukrainischen Hitler zeichnet, wird er in der Ukraine als Nationalheld gefeiert und auf Briefmarken abgebildet. Yuriy Gurzhy und Marina Frenk zeigen die Ergebnisse ihrer Recherche in Form einer HipHopera. Der Soundtrack zu Bandera wurde als digitales Album bei Balkan Beats Records im April 2018 veröffentlicht. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Foto: Esra Rotthoff


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»Die Gemeinschaft der europäischen Völker zerbrach, als – und weil – sie den Ausschluss und die Verfolgung seines schwächsten Mitglieds zuließ.« Hannah Arendt In einer Gegenwart, in der Europa droht in Neofaschismen abzudriften, beansprucht eine Gruppe von Schauspieler*innen eine Roma Armee zu Selbstverteidigungszwecken. Eine schnelle Eingreiftruppe zum Kampf gegen strukturelle Diskriminierung, Rassismus und Antiziganismus, aber auch als Emanzipation aus einer internalisierten Opferrolle. Die Schauspieler*innen sind Romnija, Rom und Romani Traveller aus Österreich, Serbien, Deutschland, dem Kosovo, Rumänien, England und Schweden, sie sind auch israelischdeutsch- türkisch-Berliner Gadjé – sprich die Roma Armee ist übernational, divers, feministisch, queer. Initiiert von den Schwestern Simonida und Sandra Selimović tritt sie als kollektive Selbstermächtigung im Gorki in künstlerische Aktion mit Hausregisseurin Yael Ronen: Im gemeinsamen Rechercheprozess werden persönlich gefasste Erfahrungen, historische Kontaminationen und aktuelle Vorfälle erkundet, woraus ein Theaterstück entwickelt wird. Zusammen mit den bildenden Künstler*innen Delaine und Damian Le Bas aus England entwerfen sie eine Vision für ein Safe European Home in Gypsyland Europa, wie die Le Bas’ es nennen. Uraufführung: 14/September 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Trailer ansehen Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes “THE POWER OF NARRATIVES. WHY CRAFTING A COUNTER-NARRATIVE ON ROMA CAN SHAPE THE FUTURE OF EUROPE” Von Anna Mirga-Kruszelnicka Eine Rede gehalten im Maxim Gorki Theater am 16. September 2017 (auf Englisch)


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Der Ton wird schärfer. Es heißt wieder Wir gegen Die: Die Autoritären - alte Alphamänner, neurechte Front-Frauen - propagieren ihre Vorstellung von Nation und Identität. Und die anderen sind »die Verräter«. Aber wie lässt sich der Kampfbegriff »Verrat« in diesem Endzeit-Szenario wirklich beschreiben? Falk Richter beschäftigt sich nach SMALL TOWN BOY wieder mit den neuralgischen Punkten unserer gegenwärtigen Verfasstheit, die angesichts der alarmierenden politischen Entwicklungen geprägt ist von Hilflosigkeit, Überforderung und egozentrischer Paranoia. Für das Recherche-Projekt arbeiten sich die SchauspielerInnen Mareike Beykirch, Mehmet Ateşçi, Knut Berger , Orit Nahmias, Daniel Lommatzsch und Çiğdem Teke durch das Dickicht heutiger ideologischer Verläufe, auf der Suche nach der Frage Was macht einen zum Verräter? Was haben wir verraten? Mit wem haben wir kollaboriert? Ausgangspunkt ihrer Suche nach einer politischen und persönlichen Familienaufstellung ist ein Kinderzimmer in den 90igern: Dort formieren sich die ProtagonistInnen zu einer unerschrockenen Garagenband und stürzen sich mit dem musikalischen Backup von Depeche Mode über Punk bis zu Whitney Houston lustvoll und selbstironisch in ein unübersichtliches Konfliktfeld. Sie erzählen von blinden Flecken in der eigenen Familiengeschichte und dem was nicht gesagt wird, durchforsten Trumps Tweets, Hate Speech wie heutige Sprechmechanismen – und suchen hartnäckig nach einer Vision für eine Gesellschaft der Vielen und Unterschiedlichen. Trailer ansehen Uraufführung: 28. April 2017 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters. Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag GmbH, Theater &.- Medien Hinweis: Çiğdem Teke befindet sich derzeit in Elternzeit. Ihre Rolle wird während dieser Zeit von Margarita Breitkreiz gespielt.


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Yael Ronen und das unerschrockene Ensemble nehmen die Nachwirkungen von #MeToo in ihrer neuen Stückentwicklung Yes but No persönlich: Sie begegnen sich selbst als Opfer und als Täter, sprechen über Übergriffe, über sexuellen Missbrauch, erforschen Begehren und Grenzen, gehen Ängsten und Mindfucks auf den Grund und suchen nach aufrichtiger Kommunikation in Schamregionen. Das Wichtigste ist, dass man ehrlich ist, oder? Wir können doch offen über alles sprechen? Oder nicht? Aber man sollte genau wissen, wo die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Belästigung ist, was angemessen ist, was man sagen darf und was nicht. Vor allem sollte man wissen, wie man das alles herausfindet. Wenn Fantasie und Realität, Ausnahmezustand und Alltag, Begehren und Angst vor dem Verletzen zusammentreffen, kommt die Sprache an ihre Grenzen und es wird schwer, »darüber zu reden«. Und wenn gesprochen wird, dann oft als Zuruf auf der Straße, als Bemerkung auf der Arbeit, stets den Linien des Patriarchats von oben nach unten folgend. Aber wie verändert sich der Umgang mit Scham, Angst und Lust offline in Zeiten der Online-Revolution von #MeToo? Und obwohl das Theater die Konflikte liebt und zur Analyse von gesellschaftlichen Strukturen einlädt, riskiert das Ensemble in diesem Stück etwas Ungewöhnliches: Visionen. Sie brechen auf, um neue Formen von zwischenmenschlicher Kooperation zu erproben – auch mit dem Publikum. Und wo die Sprache versagt, beginnt die Musik mit eigens komponierten Songs des israelischen Superstars und Experten für Beziehungsfragen Shlomi Shaban. Triggerwarnung: Dieses Stück thematisiert u.a. Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Trailer ansehen Foto: Esra Rotthoff


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Der Bericht für eine Akademie erzählt von einer Menschwerdung. Der Menschenaffe Rotpeter hat sich lückenlos in die k.-u.-k.-High Society integriert. Einstmals verschleppt und eingesperrt hat er sich in einem irrsinnigen Lernvorgang vom Zoo über das Varieté in die Mitte der menschlichen Gesellschaft gearbeitet. Die Assimilation hat einen hohen Preis: die Aufgabe des Ursprungs, die Verleugnung der Identität, die Erkenntnis, dass die Menschenwelt »äffischer« ist als die Welt der Affen. Wo ist der Platz für die Rotpeters, die Unnormierten, die Unbehausten, die Unangepassten? Was ist der Preis der Normierung, Integration, der Anpassung? Kafka suchte in seinen Erzählungen immer wieder Sujets, in denen Tiere in die sozialen Systeme von Menschen geraten. Tiere als die Verwandten, die den Menschen ihre hinter der Maske der Zivilisation verdrängte Geschichte als Spiegel vorhalten, Tiere als Störfaktor, aber auch als Gejagte, Gefährdete und Ausgestoßene. Dahinter verbirgt sich auch die Frage nach zivilisatorischer Anpassung, die erforderlich ist, um ganz Mensch zu werden, auch wenn damit deren »Menschwerdung« mit der Unterjochung des eigenen Ursprungs verbunden ist. Oliver Frljić, bekannt für seine zivilisationskritischen Provokationen, nimmt deshalb nicht ohne Grund Kafkas Erzählung Ein Bericht für eine Akademie zur Grundlage seiner zweiten Inszenierung für das Gorki. Anhand des erzählerischen Materials entwickelt er eine Geschichte der gewaltsamen Menschwerdung und befragt diesen Akt der Selbst- und Fremdvergewaltigung dessen, der einst die Freiheit kannte und im Gefängnis der Privilegierten, der Angepassten, der Normierten landet. Premiere 8. Februar 2019 Pavian: Jeany von Reiswitz (Filmtierschule Harsch) Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin


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Attila, der Hunnenkönig, ist ein blutiges Biest, das Europa zerstört hat. Im Westen als Archetyp des Bösen verteufelt, sehen ungarische Nationalisten in Attila den idealen König: Ein Held, der ein enormes Reich zusammengehalten hat, ein Rächer seines Volks – die Geißel Gottes! Und jetzt kommt er zurück, um zu klären, was Osten und was Westen heißt, und wer mit Recht zu Hause lebt, hier in Europa! Der Budapester Regisseur András Dömötör treibt die nationalistisch-ungarische Utopie der Rückkehr des Hunnenkönigs auf die Spitze. Uraufführung: 28/September 2017 Die Reihe Mythen der Wirklichkeit wird gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa


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»Es gibt keine Rückkehr aus dem Exil. Wir sind eine Emigrantengeneration – ob wir weggegangen oder zu Hause geblieben sind. Die Füße der einen trugen sie aus Deutschland hinaus, unter den Füßen der anderen ist Deutschland weggegangen.« Erich Maria Remarque, 1968 Der Hafen von Lissabon war der Ort, an dem sich für viele Exilant*innen die Möglichkeit einer Flucht aus dem faschistischen Europa verband. Von hier gingen die Schiffe in die USA, für die meisten war die Schwelle zur Freiheit – ein Ticket und ein Visum – eine unüberwindliche. Die Nacht von Lissabon ist der Bericht von Helen und Josef und ihrer verzweifelten Liebe auf der Flucht durch Europa. Hakan Savaş Micans Überschreibung folgt Remarques Erzählung auf einer heutigen Reise von Osnabrück über Zürich und Paris bis nach Lissabon. Mican sprengt die geographischen und zeitlichen Grenzen und verwebt sein persönliches Reisetagebuch mit der Geschichte des Buches. In das Schicksal des Paares spiegelt er das Ringen um Verortungen von Arbeitsmigrant*innen und die nicht geschriebenen Biografien der namenlosen Toten in den Fluten des Mittelmeers. Damals wie heute lässt der rettende Hafen Menschen auf der Flucht zu Schmuggler*innen ihres eigenen Überlebens werden. Wie kann eine sich selbst als »frei« bezeichnende Gesellschaft funktionieren, wenn das Leben nur so viel gilt, wie der Stempel in deinem Pass? Mit Remarque geht Mican der Frage der Zugehörigkeit auf einem Kontinent nach, der sich als kulturelle und geographische Festung neu zu definieren versucht. Er erzählt aber auch von der Hoffnung, vom Wunder der Liebe und von der Möglichkeit der Solidarität. Zusammen mit dem Videokünstler Benjamin Krieg ist Mican auf den Spuren Remarques durch Europa gereist und zeichnet mit Dimitrij Schaad, Anastasia Gubareva und einer vierköpfigen Live-Band ein Zeit und Raum ausmessendes Bild von Aufbruch und Nie-Ankommen. Premiere: 11. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Aufführungsrechte: Die Nacht von Lissabon nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque, erschienen im Verlag Kiepenheuer &.- Witsch (Köln). Die Bühnenrechte wurden vermittelt durch Mohrbooks (Zürich) für New York Unversity, successor-in-interest to the literary rights of The Estate of the Late Paulette Goddard Remarque


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»Es gibt einen Schiffbruch, Zwillinge werden getrennt, die Schwester legt die Kleidung des verschollenen Bruders an und geht als dieser Bruder in ein unbekanntes Königreich, um diesen Bruder zu suchen. Sie findet ihn in sich. Das ist so ziemlich das, was in Außer sich passiert.« Sasha Marianna Salzmann Alis Zwillingsbruder Anton ist verschwunden. Nach Jahren kommt eine Postkarte ohne Absender ins Haus, beschriftet nur mit dem Wort »Istanbul«. Ali stürzt in die Wirrnisse dieser Stadt: Die Straßen biegen sich, Farben und Konturen verschwimmen. Ali fängt an zu vergessen, warum sie gekommen war und was sie sucht. In einem Club lernt sie Katho kennen, der sie durch die Nachtszene Istanbuls führt. Sie begegnet Aglaja, die zur Symbolfigur der Gezipark-Proteste wird. Und irgendwo in Spiegeln von Bars und um die Ecke biegend, erahnt sie Anton und rennt ihm nach. In Sasha Marianna Salzmanns gefeiertem Debütroman AUSSER SICH versucht Ali Geschlecht, Sprache, Länder hinter sich zu lassen, bis sie versteht: es geht nicht weiter, wenn sie nicht weiß, was vorher war. Sie entschließt sich, wieder zurückzugehen und das zu tun, wovor sie immerzu weggelaufen ist: Ihre Familie zu befragen. Warum sind wir so oft gegangen? Was ist dieses Rennen in uns? 100 Jahre jüdische Familiengeschichte entspinnen sich über Odessa, Czernowitz, Grosny, Wolgograd, Moskau, Deutschland, Deutschland, Deutschland und dann Istanbul am Hafen, wo Katho von Odessa erzählt. Hausregisseur Sebastian Nübling betritt mit dem Ensemble diese opulente Landschaft von Figuren und Geschichten. Eine Odyssee der Wandlungen und Umbrüche. Was bedeutet es heute, »Ich« sagen zu können? Mögliche Bruchstücke von Identität suchen immer wieder neue Anordnungen. Premiere 12. Oktober 2018 TRAILER ANSEHEN Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Die Sache ist beschlossen: Der Großfürst soll sterben. Lange haben die fünf jungen Menschen im Untergrund dieses Attentat vorbereitet. Sie haben sich entschlossen zu töten, um der staatlichen Barbarei, die in ihrer Gegenwart, dem Russland von 1905, herrscht, ein Ende zu setzen. Aber das Attentat scheitert, weil einer von ihnen im entscheidenden Moment zögert. Es ist der Moment, in dem aus dem Feind ein Mensch wird, aus dem Befreier ein potenzieller Mörder. Albert Camus’ existentialistischer Klassiker Die Gerechten ist einerseits ein spannender politischer Kriminalfall auf der Basis einer wahren Geschichte rund um Iwan Kalijajew, der im Sommer 1905 als Teil einer radikalen Terrorgruppe, die den sogenannten »Sozialrevolutionären« zugehörte, in einem Attentat den Großfürsten Sergej, Onkel des Zaren, ermordete. Auf der anderen Seite verstrickt Camus seine Figuren in die Dialektik von ideologiekritischer Rechtfertigung und der Inkaufnahme persönlicher Schuld. Die »Gerechten« seines Stücks werden in der Tiefenschärfe bei Camus vor das Tribunal des Publikums geführt, das entscheiden muss: Sind sie Helden, deren Mut das Aufscheinen einer anderen Welt möglich macht? Oder Verblendete, gefangen in Gewalt? Oder ist die Gleichzeitigkeit dieser Wertung denk- und formulierbar? Sebastian Baumgarten, bekannt dafür komplexe theoretische Fragen in sinnliche Bühnensprache zu übersetzen, sucht mit Camus in der russischen Geschichte nach einem Verstärker, der die heutigen Kollisionen im »Zeitalter des Zorns«, wie das 21. Jahrhundert auch genannt wird, erfahrbar macht. Trailer ansehen Aufführungsrechte: Rohwolt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg


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Eigentlich ist Elisabeth die Vorgängerin von Erin Brockovich: eine junge Frau, die bodenständig und unbeirrt an ihrer Unabhängigkeit festhält und mit allen Mitteln versucht, eine Job zu finden. Deswegen steht sie auch vor dem Anatomischen Institut, um ihre Organe schon zu Lebzeiten verkaufen und damit den Gewerbeschein als Unterwäscheverkäuferin zu finanzieren. Doch die sozialen Umstände schnüren sie enger ein als jedes Korsett: Missgunst und eine Gesellschaft im gnadenlosen Existenzkampf verstricken die immer verzweifelter agierende Elisabeth in ein prekäres Netz aus Notlügen und Heuchelei. Das wird eine verregnete Parade / Da wo man die Leichen halt zersägt / Die Welt ist eine Ahnungslosballade / Von Not und Tod sind alle doch geprägt, heißt es in einem Song, den der bekannte Post-Klezmer-Punk-Musiker Daniel Kahn für diese Inszenierung von Hakan Savaş Mican geschrieben hat. Nach Kleiner Mann - was nun? widmet dieser sich erneut einem Sozialdrama, das mit hellsichtiger Eindringlichkeit den gesellschaftlichen Abstieg der normalen Angestellten zu Beginn der dreißiger Jahre skizziert. Mutig und verzweifelt ringen sie um ein anständiges Leben und etwas Liebe, auch wenn der Ort ihrer Träume in immer größere Ferne rückt: In the mountains of Tibet/ How much schöner could it get/ Dort zersägt man kein Skelett/ Dort verkauft man kein Korsett/ in the mountains of Tibet. Trailer anschauen Premiere: 13. Januar 2018 Foto: Esra Rotthoff Bühnenfotos: Ute Langkafel


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Junge Männer mit Hintergrund versetzen die deutsche Gesellschaft im Kampf um die abendländische Zivilisation in Angst und Schrecken. Ihr Hintergrund ist meist ein migrantischer, muslimischer oder bildungsferner, oft mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Dann zwingen diese Männer ihre Frauen, Kopftuch zu tragen und statt zu arbeiten oder sich zu bilden, zeugen die Integrationsverweigerer ununterbrochen weitere Kopftuchmädchen. Soweit die gängigen Klischees in der zeitgenössischen »Integrationsdebatte«. Die einzige Hoffnung auf Rettung vor dem Untergang richtet sich nun auf die gute alte deutsche Schule, also: Bildung, Bildung, Bildung!!! Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance: Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern gerade Friedrich Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahe zu bringen, als ihr eine Pistole in die Hände fällt, eine echte! Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen. Mit dieser Geiselnahme beginnt ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama und die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten. Verrücktes Blut - von Nurkan Erpulat, Jens Hillje und Jean-Paul Lilienfeld. Übernahme der Produktion vom Ballhaus Naunynstraße. Eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße und der Ruhrtriennale. Frei nach dem Film La Journée da la Jupe, Drehbuch und Regie Jean-Paul Lilienfeld. Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg. Foto: Esra Rotthoff Bühnenfoto: Ute Langkafel Premiere: 22. November 2013


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Mythen und Legenden werden häufig von national-konservativen Bewegungen zum Zwecke der Macht instrumentalisiert. Die Reihe Mythen der Wirklichkeit holt sich diese Geschichten zurück – mit queeren und kulturkritischen Lesarten. Die Premiere der siebten Ausgabe bildet zugleich den Auftakt zum diesjährigen Queer Weekend: Das deutsch-schwedische Performance-Duo White on White erkundet darin einen inexistenten, phantasmatischen Nationalstaat: »Tyskland«. Das skandinavische (Zauber-)Wort für Deutschland öffnet hierzu den Projektionen des Nordens auf den Süden Tür und Tor: In der Perspektive von TYSKLAND ist Deutschland ein queerer Garten, wo Joseph Beuys in Form eines blattgoldenen Hasen und Rosa Luxemburg sich zur Guten Nacht küssen, während Theodor und Max ein striktes Regime walten lassen – der Kritischen Theorie, des Anti-Nationalismus und der absoluten Freiheit der Künste. Gefördert aus Mitteln der Spartenübergreifenden Förderung des Landes Berlin Foto: © Esra Rotthoff


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Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.01.19
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