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Spielplan für Februar 2019

Aus dem Hinterhalt – das ist die Late Night-Reihe, die in den vergangenen Jahren Gäste wie Black Cracker, Andrei Koroliov, Matthew Herbert, Lydia Lunch, Peaches oder N.U. Unruh in die Tischlerei einlud. Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Hauses kommentierten sie fünf Premieren der Großen Bühne. Die erfolgreiche Serie dieser immer nur einmal stattfindenden Performance-Abende wird 2018/2019 mit weiteren Special Guests aus Pop, Rock, Avantgarde oder Bildender Kunst fortgesetzt.


Kategorie: Neue Musik

Amina, mittellose Waise, und Elvino, der reichste Bauer im Dorf, wollen heiraten. Doch als Amina nachts im Zimmer des nach langer Abwesenheit zurückgekehrten Grafen Rodolfo gefunden wird, zerbricht die trügerische Idylle in den Schweizer Alpen: Elvino löst die Verlobung auf und kehrt zurück zu seiner verflossenen Geliebten Lisa. Erst als Amina in Schwindel erregender Höhe wie ein Geist der Dorfgemeinschaft erscheint, wird ihre Unschuld offenbar: Schlafwandelnd war sie nicht Herrin ihrer Sinne – aus der Trance erwacht, findet sie sich als Braut Elvinos wieder. Bellini und sein Librettist Romani wählten für ihre fünfte Zusammenarbeit ein lyrisch-romantisches Sujet und begaben sich aufs Terrain der semi-seria, der halbernsten Oper mit glücklichem Ausgang. Ins Zentrum rücken sie das Seelenleben Aminas: In ihren beiden großen Schlafwandelszenen spürt die Musik der zwischen Liebe, Eifersucht und vermeintlicher Schuld zerrissenen jungen Frau nach. Diese Ausnahmemomente inspirierten den Komponisten zu einigen seiner berührendsten „melodie lunghe, lunghe, lunghe“ [Verdi]. Jossi Wieler und Sergio Morabito erarbeiten ihre 2012 für die Staatsoper Stuttgart entstandene Inszenierung in der kongenialen Ausstattung von Anna Viebrock neu für die Deutsche Oper Berlin. Die romantische Idylle des Schweizer Bergdorfes übersetzen sie in die biedere Enge eines Dorfgasthofes.


Kategorie: Oper

Jazz & Breakfast im Restaurant Deutsche Oper [rdo]


Kategorie: Klassik

Politische Prozesse mit ihrer ganz eigenen Dynamik stehen im Zentrum von Modest Mussorgskijs einziger vollendeter Oper BORIS GODUNOW. Zwar schuf er mit der Partie des Zaren Boris eine der eindrücklichsten Opernfiguren überhaupt. Es ist das Portrait eines klugen Herrschers und gütigen Familienvaters, der es mit geschickter Heirat und guter Regierungsarbeit, aber auch der grausamen Bluttat eines Kindermordes auf den Zarenthron gebracht hat. Und zugleich wird das Scheitern dieses Herrschers gezeigt, der, von äußeren Feinden bedrängt, letztlich an seiner inneren Gewissensnot zerbricht. Boris ist hierbei kein autonomes Individuum, das aktiv das politische Geschehen zu lenken und beeinflussen vermag und letztlich an seinen tragischen Verstrickungen heroisch scheitert. Vielmehr ist er den Zwängen politischer Prozesse unterworfen, die er nur wenig mehr aktiv zu beeinflussen vermag als sein Volk, das, als eine Art zweiter Protagonist des Stückes, von Mussorgskij in beeindruckenden Chorszenen auf die Bühne gebracht wird. Dieses Volk erscheint in seinem Leid unter der absolutistischen Macht von Zar und Adel ebenso wie als rasender Mob in der finalen Revolutionsszene der Oper als eine anonyme, ohne Bewusstsein für die eigene Rolle, Macht und Verantwortung handelnde Masse. Aus dieser löst der Komponist aber immer wieder einzelne Figuren. Mit manchmal nur wenigen Sätzen gelingt es ihm hierbei, ihnen ein individuelles Gesicht und Schicksal zu geben und damit auf Seiten der Herrscher wie der Herrschenden ein differenziertes und ambivalentes Bild von Macht und Ohnmacht individuellen Handelns zu zeichnen. Es inszenierte der englische Regisseur Richard Jones. Er arbeitet regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden, und hat unter anderem an der New York City Opera, der English National Opera, den Opernhäusern in Amsterdam und Frankfurt und bei den Bregenzer Festspielen gearbeitet. Sein Berliner Debüt gab er 2004 mit Alban Bergs WOZZECK an der Komischen Oper Berlin. Mit BORIS GODUNOW hat er erstmals an der Deutschen Oper Berlin inszeniert.


Kategorie: Oper

Enrico will seine Schwester Lucia mit dem mächtigen Lord Arturo Bucklaw verheiraten, um seine Existenz zu retten. Lucia hat dagegen Edgardo Ravenswood ewige Treue geschworen, dem Todfeind Enricos, der alte Rechte auf dessen Besitz geltend macht. Mit einem gefälschten Brief, der Edgardo der Untreue bezichtigt, und indem er Lucia verantwortlich macht für den Untergang der Familie, gelingt es Enrico, Lucia zur Heirat mit Lord Bucklaw zu bewegen. Edgardo erscheint auf der Hochzeit und verflucht Lucia. Sie tötet ihren Mann. Edgardo fordert Enrico zum Duell. Lucia wird von Wahnsinn befallen, der zum Tod führt. Edgardo ersticht sich, als er die Totenglocke hört. Donizettis wohl berühmteste tragische Oper geht auf Sir Walter Scotts populären Roman von 1819 zurück: The Bride of Lammermoor. Salvatore Cammarano ist in seinem Libretto einen radikalen Weg gegangen, indem er nicht nur die politischen Voraussetzungen des Konflikts zwischen den Ashtons und Ravenswoods vernachlässigte und die gesamte Vorgeschichte in einige Andeutungen in den Dialogen verbannte, sondern auch das komplexe Beziehungsgeflecht des Romans reduzierte auf die Konflikte zwischen Enrico Ashton, seiner Schwester Lucia und deren Geliebten Edgardo. Regisseur und Ausstatter Filippo Sanjusts Inszenierung ist in der Entstehungszeit des Werkes (1835) angesiedelt. Ein Zwischenvorhang mit aufgemaltem wallendem königsblauem Vorhang und einem in geisterhaft flatterndem Gewand irrenden Mädchen suggeriert den romantischen Theaterraum. Die Bühnenbilder erinnern an Reprintausgaben alter Bücher. Die schwarzen Gewänder, roten Schärpen, weißen Kragen, Federbüsche und Stulpen der schottischen Mannen bilden dazu einen farbenprächtigen Kontrast – und einen angemessenen Rahmen für eines der Hauptwerke des italienischen Belcanto. Es war das Verdienst der Maria Callas, die auch in Italien vernachlässigten Werke Donizettis zu neuem Leben erweckt zu haben. Von Schallplattenaufnahmen kennt man den nahezu vibratolosen innigen Gefühlston der Callas, der, wie für viele Rollen des hochdramatischen Koloraturfachs, auch Maßstäbe gesetzt hat für die Interpretation der Lucia. Von extremen Leidenschaften wird das Handeln der Protagonisten bestimmt: einerseits vom Hass Enricos auf Edgardo (Cavatine „Cruda … funesta smania“, 1. Akt) und auf Lucia, die sich seinen Plänen entgegenstellt, und andererseits von der Liebe Lucias zu Edgardo (Cavatine „Regna nel silenzio“, 1. Akt). Dass diese Liebe zugleich Lucias Untergang bedeutet, kommt in Donizettis Musik meisterlich zum Ausdruck: die Koloraturen, die im 1. Akt ihr Überwältigtsein von der Liebe beschreiben, werden in ihrer Wahnsinnsarie auf dem dramatischen Höhepunkt der Oper zu Zeichen ihrer geistigen Verwirrung. Ein zweiter Moment von äußerster emotionaler Dramatik ist das Sextett „Chi mi frena in tal momento“ im 2. Akt. Über dieses Sextett schrieb Giacomo Puccini: „In einer Beziehung übertreffen wir Italiener die deutschen Komponisten, nämlich in der Fähigkeit, unendliche Traurigkeit in der Dur-Tonart auszudrücken. Edgardo und Lucia sind tief verzweifelt – so sehr, dass Lucia schließlich dem Wahnsinn verfällt und Edgardo Selbstmord begeht.- und was finden wir in der Singstimme? Zuckerpflaumen! Süßen Honig! – obwohl Lucia singt: „Ich bin von Himmel und Erde verraten! Weinen möchte ich, doch Tränen sind mir versagt. Verzweiflung verzehrt mein Herz.“ Dieses Sextett wird mit Recht als die berühmteste Opernensemble-Weise, die je geschrieben wurde, angesehen. Es ist ein Meisterwerk der Polyphonie …“


Kategorie: Oper

Klassisches Kunstlied und moderne Lyrik: Die Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Haus für Poesie vereint Liederabend und Dichterlesung. An jedem der vier Abende im Foyer der Deutschen Oper wird ein Dichter eigene Werke vorstellen, die in inhaltlichem Bezug zu den Liedern des Programms stehen.


Kategorie: Klassik

„Bezogen auf den Theatereffekt erscheint mir der RIGOLETTO als das beste Sujet, das ich bisher in Musik gesetzt habe […]. Dort gibt es Situationen von großer Kraft, Abwechslungsreichtum, Temperament, Pathos.“ (Verdi an Antonio Somma, 22. April 1853) Mit der Beschreibung der Qualitäten seines 1851 uraufgeführten melodramma nach Victor Hugos Erfolgsstück „Le roi s’amuse“ benennt Verdi zugleich die Herausforderungen, denen sich jede Produktion dieser Oper stellen muss: RIGOLETTO ist ein Meisterwerk, dessen Besonderheit in der Konfrontation psychologischer Charakterzeichnung mit den Unwahrscheinlichkeiten einer fantastischen Handlung liegt. Wie ein romantischer Schauerroman klingt diese Geschichte: Als Narr im Dienste des Herzogs von Mantua ist der missgestaltete Rigoletto zum Hassobjekt aller Höflinge geworden. Unterschiedslos verspottet er alle, die sein Herr – ein berüchtigter Schürzenjäger – ins Elend gerissen hat. Doch zugleich hat er Angst davor, dass seiner Tochter Gilda ein ähnliches Schicksal drohen könnte und hält sie deshalb versteckt. Doch muss Rigoletto erleben, dass sein Versuch, inmitten einer von Willkür und Gewalt beherrschten Umgebung seine private heile Welt zu bewahren, zum Scheitern verurteilt ist: Auch Gilda wird vom Herzog verführt und geht für ihn sogar in den Tod. Ihre emotionale Glaubwürdigkeit gewinnt die Geschichte durch Verdis Musik. Durch sie wird RIGOLETTO zu einer Tragödie, die sich aus dem Aufeinandertreffen dreier völlig verschiedener Menschen ergibt: Der Herzog, der zwar einerseits ein Wüstling ist, dem Verdi jedoch so verführerische Musik geschrieben hat, dass nicht nur Gilda, sondern auch das Publikum regelmäßig seinem Charme erliegt.- Rigoletto, der einer jener typischen Verdi-Menschen ist, die die Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen in sich bergen.- und schließlich Gilda, die in strahlender Reinheit die Prinzipien von Unschuld und Mitleid verkörpert. Man glaubt in RIGOLETTO vor allem diesen Menschen und begreift durch sie selbst die aberwitzigsten Zufälle der Opernhandlung als unentrinnbares Schicksal. Dieses Spiel mit den Wirkungskräften des Musiktheaters interessierte auch Jan Bosse bei seiner ersten Berliner Opernarbeit. Sein RIGOLETTO spielt im Zuschauerraum eines Opernhauses, und wie bei seinen vorherigen Operninszenierungen, Monteverdis L’ORFEO und Cavallis LA CALISTO wird auch diesmal die Grenze zwischen Publikum und Bühne aufgehoben.


Kategorie: Oper

Amina, mittellose Waise, und Elvino, der reichste Bauer im Dorf, wollen heiraten. Doch als Amina nachts im Zimmer des nach langer Abwesenheit zurückgekehrten Grafen Rodolfo gefunden wird, zerbricht die trügerische Idylle in den Schweizer Alpen: Elvino löst die Verlobung auf und kehrt zurück zu seiner verflossenen Geliebten Lisa. Erst als Amina in Schwindel erregender Höhe wie ein Geist der Dorfgemeinschaft erscheint, wird ihre Unschuld offenbar: Schlafwandelnd war sie nicht Herrin ihrer Sinne – aus der Trance erwacht, findet sie sich als Braut Elvinos wieder. Bellini und sein Librettist Romani wählten für ihre fünfte Zusammenarbeit ein lyrisch-romantisches Sujet und begaben sich aufs Terrain der semi-seria, der halbernsten Oper mit glücklichem Ausgang. Ins Zentrum rücken sie das Seelenleben Aminas: In ihren beiden großen Schlafwandelszenen spürt die Musik der zwischen Liebe, Eifersucht und vermeintlicher Schuld zerrissenen jungen Frau nach. Diese Ausnahmemomente inspirierten den Komponisten zu einigen seiner berührendsten „melodie lunghe, lunghe, lunghe“ [Verdi]. Jossi Wieler und Sergio Morabito erarbeiten ihre 2012 für die Staatsoper Stuttgart entstandene Inszenierung in der kongenialen Ausstattung von Anna Viebrock neu für die Deutsche Oper Berlin. Die romantische Idylle des Schweizer Bergdorfes übersetzen sie in die biedere Enge eines Dorfgasthofes.


Kategorie: Oper

Als Ideal einer Verschmelzung von Klangschönheit, Ausdruck und Virtuosität steht der Begriff „Belcanto“ seit über 400 Jahren für die Faszinationskraft, die vom Einsatz der menschlichen Stimme auf der Opernbühne ausgehen kann. Doch seit Claudio Monteverdi mit dem „possente spirto“ in L’ORFEO die erste Bravourarie der Geschichte schrieb, steht die Kunst des „schönen Gesangs“ in einem Spannungsverhältnis nicht nur zu den Geschichten, die Oper erzählt, sondern auch zum Publikum, das diese kunstvoll kodierte Sprache der Gefühle entschlüsseln muss. Denn was schön ist und was glaubhafter Ausdruck eines Gefühls ist, entscheidet jede Generation aufs Neue. Auch deshalb haben Komponisten wie Rossini, Donizetti, Verdi und Meyerbeer den Belcanto fortwährend entwickelt und dramatisiert, und auch als die Oper einen anderen Weg einschlug, änderte sich dennoch immer wieder der Stil, mit dem Sänger, Dirigenten und Regisseure sich dem Phänomen Belcanto näherten. Das Symposion von Deutscher Oper Berlin und Deutschlandfunk Kultur blickt in Vorträgen und Diskussionen auf diese Entwicklung zurück, stellt aber auch die Frage, wie heute, im 21. Jahrhundert, die Opern des Belcanto gesungen und dargestellt werden: Was klingt für uns heute schön? Wie verhalten sich Virtuosität und szenische Glaubwürdigkeit zueinander? Und wie kann die Szene adäquat auf diese Musiksprache reagieren?


Kategorie: Lecture Performance

Enrico will seine Schwester Lucia mit dem mächtigen Lord Arturo Bucklaw verheiraten, um seine Existenz zu retten. Lucia hat dagegen Edgardo Ravenswood ewige Treue geschworen, dem Todfeind Enricos, der alte Rechte auf dessen Besitz geltend macht. Mit einem gefälschten Brief, der Edgardo der Untreue bezichtigt, und indem er Lucia verantwortlich macht für den Untergang der Familie, gelingt es Enrico, Lucia zur Heirat mit Lord Bucklaw zu bewegen. Edgardo erscheint auf der Hochzeit und verflucht Lucia. Sie tötet ihren Mann. Edgardo fordert Enrico zum Duell. Lucia wird von Wahnsinn befallen, der zum Tod führt. Edgardo ersticht sich, als er die Totenglocke hört. Donizettis wohl berühmteste tragische Oper geht auf Sir Walter Scotts populären Roman von 1819 zurück: The Bride of Lammermoor. Salvatore Cammarano ist in seinem Libretto einen radikalen Weg gegangen, indem er nicht nur die politischen Voraussetzungen des Konflikts zwischen den Ashtons und Ravenswoods vernachlässigte und die gesamte Vorgeschichte in einige Andeutungen in den Dialogen verbannte, sondern auch das komplexe Beziehungsgeflecht des Romans reduzierte auf die Konflikte zwischen Enrico Ashton, seiner Schwester Lucia und deren Geliebten Edgardo. Regisseur und Ausstatter Filippo Sanjusts Inszenierung ist in der Entstehungszeit des Werkes (1835) angesiedelt. Ein Zwischenvorhang mit aufgemaltem wallendem königsblauem Vorhang und einem in geisterhaft flatterndem Gewand irrenden Mädchen suggeriert den romantischen Theaterraum. Die Bühnenbilder erinnern an Reprintausgaben alter Bücher. Die schwarzen Gewänder, roten Schärpen, weißen Kragen, Federbüsche und Stulpen der schottischen Mannen bilden dazu einen farbenprächtigen Kontrast – und einen angemessenen Rahmen für eines der Hauptwerke des italienischen Belcanto. Es war das Verdienst der Maria Callas, die auch in Italien vernachlässigten Werke Donizettis zu neuem Leben erweckt zu haben. Von Schallplattenaufnahmen kennt man den nahezu vibratolosen innigen Gefühlston der Callas, der, wie für viele Rollen des hochdramatischen Koloraturfachs, auch Maßstäbe gesetzt hat für die Interpretation der Lucia. Von extremen Leidenschaften wird das Handeln der Protagonisten bestimmt: einerseits vom Hass Enricos auf Edgardo (Cavatine „Cruda … funesta smania“, 1. Akt) und auf Lucia, die sich seinen Plänen entgegenstellt, und andererseits von der Liebe Lucias zu Edgardo (Cavatine „Regna nel silenzio“, 1. Akt). Dass diese Liebe zugleich Lucias Untergang bedeutet, kommt in Donizettis Musik meisterlich zum Ausdruck: die Koloraturen, die im 1. Akt ihr Überwältigtsein von der Liebe beschreiben, werden in ihrer Wahnsinnsarie auf dem dramatischen Höhepunkt der Oper zu Zeichen ihrer geistigen Verwirrung. Ein zweiter Moment von äußerster emotionaler Dramatik ist das Sextett „Chi mi frena in tal momento“ im 2. Akt. Über dieses Sextett schrieb Giacomo Puccini: „In einer Beziehung übertreffen wir Italiener die deutschen Komponisten, nämlich in der Fähigkeit, unendliche Traurigkeit in der Dur-Tonart auszudrücken. Edgardo und Lucia sind tief verzweifelt – so sehr, dass Lucia schließlich dem Wahnsinn verfällt und Edgardo Selbstmord begeht.- und was finden wir in der Singstimme? Zuckerpflaumen! Süßen Honig! – obwohl Lucia singt: „Ich bin von Himmel und Erde verraten! Weinen möchte ich, doch Tränen sind mir versagt. Verzweiflung verzehrt mein Herz.“ Dieses Sextett wird mit Recht als die berühmteste Opernensemble-Weise, die je geschrieben wurde, angesehen. Es ist ein Meisterwerk der Polyphonie …“


Kategorie: Oper

Als Ideal einer Verschmelzung von Klangschönheit, Ausdruck und Virtuosität steht der Begriff „Belcanto“ seit über 400 Jahren für die Faszinationskraft, die vom Einsatz der menschlichen Stimme auf der Opernbühne ausgehen kann. Doch seit Claudio Monteverdi mit dem „possente spirto“ in L’ORFEO die erste Bravourarie der Geschichte schrieb, steht die Kunst des „schönen Gesangs“ in einem Spannungsverhältnis nicht nur zu den Geschichten, die Oper erzählt, sondern auch zum Publikum, das diese kunstvoll kodierte Sprache der Gefühle entschlüsseln muss. Denn was schön ist und was glaubhafter Ausdruck eines Gefühls ist, entscheidet jede Generation aufs Neue. Auch deshalb haben Komponisten wie Rossini, Donizetti, Verdi und Meyerbeer den Belcanto fortwährend entwickelt und dramatisiert, und auch als die Oper einen anderen Weg einschlug, änderte sich dennoch immer wieder der Stil, mit dem Sänger, Dirigenten und Regisseure sich dem Phänomen Belcanto näherten. Das Symposion von Deutscher Oper Berlin und Deutschlandfunk Kultur blickt in Vorträgen und Diskussionen auf diese Entwicklung zurück, stellt aber auch die Frage, wie heute, im 21. Jahrhundert, die Opern des Belcanto gesungen und dargestellt werden: Was klingt für uns heute schön? Wie verhalten sich Virtuosität und szenische Glaubwürdigkeit zueinander? Und wie kann die Szene adäquat auf diese Musiksprache reagieren?


Kategorie: Lecture Performance

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt. Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Kategorie: Oper

Als Ideal einer Verschmelzung von Klangschönheit, Ausdruck und Virtuosität steht der Begriff „Belcanto“ seit über 400 Jahren für die Faszinationskraft, die vom Einsatz der menschlichen Stimme auf der Opernbühne ausgehen kann. Doch seit Claudio Monteverdi mit dem „possente spirto“ in L’ORFEO die erste Bravourarie der Geschichte schrieb, steht die Kunst des „schönen Gesangs“ in einem Spannungsverhältnis nicht nur zu den Geschichten, die Oper erzählt, sondern auch zum Publikum, das diese kunstvoll kodierte Sprache der Gefühle entschlüsseln muss. Denn was schön ist und was glaubhafter Ausdruck eines Gefühls ist, entscheidet jede Generation aufs Neue. Auch deshalb haben Komponisten wie Rossini, Donizetti, Verdi und Meyerbeer den Belcanto fortwährend entwickelt und dramatisiert, und auch als die Oper einen anderen Weg einschlug, änderte sich dennoch immer wieder der Stil, mit dem Sänger, Dirigenten und Regisseure sich dem Phänomen Belcanto näherten. Das Symposion von Deutscher Oper Berlin und Deutschlandfunk Kultur blickt in Vorträgen und Diskussionen auf diese Entwicklung zurück, stellt aber auch die Frage, wie heute, im 21. Jahrhundert, die Opern des Belcanto gesungen und dargestellt werden: Was klingt für uns heute schön? Wie verhalten sich Virtuosität und szenische Glaubwürdigkeit zueinander? Und wie kann die Szene adäquat auf diese Musiksprache reagieren?


Kategorie: Lecture Performance

Als Vorbereitung auf den Vorstellungsbesuch bieten wir Workshops für Kinder mit einem Eltern- oder Großelternteil an. Dabei ist Mitmachen gefragt: Mit Stimme, Theaterspiel und einfachen Instrumenten entdeckt Ihr das Stück und die Inszenierung.


Kategorie: Workshop

Amina, mittellose Waise, und Elvino, der reichste Bauer im Dorf, wollen heiraten. Doch als Amina nachts im Zimmer des nach langer Abwesenheit zurückgekehrten Grafen Rodolfo gefunden wird, zerbricht die trügerische Idylle in den Schweizer Alpen: Elvino löst die Verlobung auf und kehrt zurück zu seiner verflossenen Geliebten Lisa. Erst als Amina in Schwindel erregender Höhe wie ein Geist der Dorfgemeinschaft erscheint, wird ihre Unschuld offenbar: Schlafwandelnd war sie nicht Herrin ihrer Sinne – aus der Trance erwacht, findet sie sich als Braut Elvinos wieder. Bellini und sein Librettist Romani wählten für ihre fünfte Zusammenarbeit ein lyrisch-romantisches Sujet und begaben sich aufs Terrain der semi-seria, der halbernsten Oper mit glücklichem Ausgang. Ins Zentrum rücken sie das Seelenleben Aminas: In ihren beiden großen Schlafwandelszenen spürt die Musik der zwischen Liebe, Eifersucht und vermeintlicher Schuld zerrissenen jungen Frau nach. Diese Ausnahmemomente inspirierten den Komponisten zu einigen seiner berührendsten „melodie lunghe, lunghe, lunghe“ [Verdi]. Jossi Wieler und Sergio Morabito erarbeiten ihre 2012 für die Staatsoper Stuttgart entstandene Inszenierung in der kongenialen Ausstattung von Anna Viebrock neu für die Deutsche Oper Berlin. Die romantische Idylle des Schweizer Bergdorfes übersetzen sie in die biedere Enge eines Dorfgasthofes.


Kategorie: Oper

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes.- zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt. Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso wenig wie mit Ruggero zusammenbleiben, dem sie schließlich doch alles gestanden hat, der ihr aber nichts als eine langweilige Ehe auf dem Lande zu bieten hat. Dieser von Magda selbstbestimmte Ausgang der Geschichte geht ganz auf Puccini zurück, der konventionellere Lösungen, die ihm die Librettisten vorschlugen, ablehnte. Startenor Rolando Villazón, der sich auch als Romanautor („Kunststücke“) und Regisseur einen Namen gemacht hat, nahm sich 2015 der selten gespielten Oper an und strich die sich in der Verschränkung von Oper und Unterhaltungstheater schon ankündigende Pluralität der „Roaring Twenties“ heraus. Aus den Übertreibungen im Text und in der Musik, aus denen die Komik erwächst, zieht er Spuren zu symbolistischen und expressionistischen Zeichen des Träumens und der Sehnsucht.


Kategorie: Oper

„Bezogen auf den Theatereffekt erscheint mir der RIGOLETTO als das beste Sujet, das ich bisher in Musik gesetzt habe […]. Dort gibt es Situationen von großer Kraft, Abwechslungsreichtum, Temperament, Pathos.“ (Verdi an Antonio Somma, 22. April 1853) Mit der Beschreibung der Qualitäten seines 1851 uraufgeführten melodramma nach Victor Hugos Erfolgsstück „Le roi s’amuse“ benennt Verdi zugleich die Herausforderungen, denen sich jede Produktion dieser Oper stellen muss: RIGOLETTO ist ein Meisterwerk, dessen Besonderheit in der Konfrontation psychologischer Charakterzeichnung mit den Unwahrscheinlichkeiten einer fantastischen Handlung liegt. Wie ein romantischer Schauerroman klingt diese Geschichte: Als Narr im Dienste des Herzogs von Mantua ist der missgestaltete Rigoletto zum Hassobjekt aller Höflinge geworden. Unterschiedslos verspottet er alle, die sein Herr – ein berüchtigter Schürzenjäger – ins Elend gerissen hat. Doch zugleich hat er Angst davor, dass seiner Tochter Gilda ein ähnliches Schicksal drohen könnte und hält sie deshalb versteckt. Doch muss Rigoletto erleben, dass sein Versuch, inmitten einer von Willkür und Gewalt beherrschten Umgebung seine private heile Welt zu bewahren, zum Scheitern verurteilt ist: Auch Gilda wird vom Herzog verführt und geht für ihn sogar in den Tod. Ihre emotionale Glaubwürdigkeit gewinnt die Geschichte durch Verdis Musik. Durch sie wird RIGOLETTO zu einer Tragödie, die sich aus dem Aufeinandertreffen dreier völlig verschiedener Menschen ergibt: Der Herzog, der zwar einerseits ein Wüstling ist, dem Verdi jedoch so verführerische Musik geschrieben hat, dass nicht nur Gilda, sondern auch das Publikum regelmäßig seinem Charme erliegt.- Rigoletto, der einer jener typischen Verdi-Menschen ist, die die Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen in sich bergen.- und schließlich Gilda, die in strahlender Reinheit die Prinzipien von Unschuld und Mitleid verkörpert. Man glaubt in RIGOLETTO vor allem diesen Menschen und begreift durch sie selbst die aberwitzigsten Zufälle der Opernhandlung als unentrinnbares Schicksal. Dieses Spiel mit den Wirkungskräften des Musiktheaters interessierte auch Jan Bosse bei seiner ersten Berliner Opernarbeit. Sein RIGOLETTO spielt im Zuschauerraum eines Opernhauses, und wie bei seinen vorherigen Operninszenierungen, Monteverdis L’ORFEO und Cavallis LA CALISTO wird auch diesmal die Grenze zwischen Publikum und Bühne aufgehoben.


Kategorie: Oper

Sie geht hoch hinaus und tief hinab. Sie ist schrill und laut, zart und leise. Sie kann gurren und brummen, säuseln und juchzen. Die Stimme ist ein vielseitiges Instrument. Und jeder hat sie immer dabei! Opernsänger der Deutschen Oper zeigen, wie man damit Gefühle ausdrücken, Figuren erschaffen und jede Menge Spaß haben kann. Das etwa einstündige Konzert findet zwei Mal statt und richtet sich an Kinder ab 5 Jahren: Ein Termin sonntagvormittags an Familien (17. Februar 2019), einer freitags an Schulklassen (15. Februar 2019).


Kategorie: Klassik

Enrico will seine Schwester Lucia mit dem mächtigen Lord Arturo Bucklaw verheiraten, um seine Existenz zu retten. Lucia hat dagegen Edgardo Ravenswood ewige Treue geschworen, dem Todfeind Enricos, der alte Rechte auf dessen Besitz geltend macht. Mit einem gefälschten Brief, der Edgardo der Untreue bezichtigt, und indem er Lucia verantwortlich macht für den Untergang der Familie, gelingt es Enrico, Lucia zur Heirat mit Lord Bucklaw zu bewegen. Edgardo erscheint auf der Hochzeit und verflucht Lucia. Sie tötet ihren Mann. Edgardo fordert Enrico zum Duell. Lucia wird von Wahnsinn befallen, der zum Tod führt. Edgardo ersticht sich, als er die Totenglocke hört. Donizettis wohl berühmteste tragische Oper geht auf Sir Walter Scotts populären Roman von 1819 zurück: The Bride of Lammermoor. Salvatore Cammarano ist in seinem Libretto einen radikalen Weg gegangen, indem er nicht nur die politischen Voraussetzungen des Konflikts zwischen den Ashtons und Ravenswoods vernachlässigte und die gesamte Vorgeschichte in einige Andeutungen in den Dialogen verbannte, sondern auch das komplexe Beziehungsgeflecht des Romans reduzierte auf die Konflikte zwischen Enrico Ashton, seiner Schwester Lucia und deren Geliebten Edgardo. Regisseur und Ausstatter Filippo Sanjusts Inszenierung ist in der Entstehungszeit des Werkes (1835) angesiedelt. Ein Zwischenvorhang mit aufgemaltem wallendem königsblauem Vorhang und einem in geisterhaft flatterndem Gewand irrenden Mädchen suggeriert den romantischen Theaterraum. Die Bühnenbilder erinnern an Reprintausgaben alter Bücher. Die schwarzen Gewänder, roten Schärpen, weißen Kragen, Federbüsche und Stulpen der schottischen Mannen bilden dazu einen farbenprächtigen Kontrast – und einen angemessenen Rahmen für eines der Hauptwerke des italienischen Belcanto. Es war das Verdienst der Maria Callas, die auch in Italien vernachlässigten Werke Donizettis zu neuem Leben erweckt zu haben. Von Schallplattenaufnahmen kennt man den nahezu vibratolosen innigen Gefühlston der Callas, der, wie für viele Rollen des hochdramatischen Koloraturfachs, auch Maßstäbe gesetzt hat für die Interpretation der Lucia. Von extremen Leidenschaften wird das Handeln der Protagonisten bestimmt: einerseits vom Hass Enricos auf Edgardo (Cavatine „Cruda … funesta smania“, 1. Akt) und auf Lucia, die sich seinen Plänen entgegenstellt, und andererseits von der Liebe Lucias zu Edgardo (Cavatine „Regna nel silenzio“, 1. Akt). Dass diese Liebe zugleich Lucias Untergang bedeutet, kommt in Donizettis Musik meisterlich zum Ausdruck: die Koloraturen, die im 1. Akt ihr Überwältigtsein von der Liebe beschreiben, werden in ihrer Wahnsinnsarie auf dem dramatischen Höhepunkt der Oper zu Zeichen ihrer geistigen Verwirrung. Ein zweiter Moment von äußerster emotionaler Dramatik ist das Sextett „Chi mi frena in tal momento“ im 2. Akt. Über dieses Sextett schrieb Giacomo Puccini: „In einer Beziehung übertreffen wir Italiener die deutschen Komponisten, nämlich in der Fähigkeit, unendliche Traurigkeit in der Dur-Tonart auszudrücken. Edgardo und Lucia sind tief verzweifelt – so sehr, dass Lucia schließlich dem Wahnsinn verfällt und Edgardo Selbstmord begeht.- und was finden wir in der Singstimme? Zuckerpflaumen! Süßen Honig! – obwohl Lucia singt: „Ich bin von Himmel und Erde verraten! Weinen möchte ich, doch Tränen sind mir versagt. Verzweiflung verzehrt mein Herz.“ Dieses Sextett wird mit Recht als die berühmteste Opernensemble-Weise, die je geschrieben wurde, angesehen. Es ist ein Meisterwerk der Polyphonie …“


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes.- zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt. Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso wenig wie mit Ruggero zusammenbleiben, dem sie schließlich doch alles gestanden hat, der ihr aber nichts als eine langweilige Ehe auf dem Lande zu bieten hat. Dieser von Magda selbstbestimmte Ausgang der Geschichte geht ganz auf Puccini zurück, der konventionellere Lösungen, die ihm die Librettisten vorschlugen, ablehnte. Startenor Rolando Villazón, der sich auch als Romanautor („Kunststücke“) und Regisseur einen Namen gemacht hat, nahm sich 2015 der selten gespielten Oper an und strich die sich in der Verschränkung von Oper und Unterhaltungstheater schon ankündigende Pluralität der „Roaring Twenties“ heraus. Aus den Übertreibungen im Text und in der Musik, aus denen die Komik erwächst, zieht er Spuren zu symbolistischen und expressionistischen Zeichen des Träumens und der Sehnsucht.


Kategorie: Oper

Sie geht hoch hinaus und tief hinab. Sie ist schrill und laut, zart und leise. Sie kann gurren und brummen, säuseln und juchzen. Die Stimme ist ein vielseitiges Instrument. Und jeder hat sie immer dabei! Opernsänger der Deutschen Oper zeigen, wie man damit Gefühle ausdrücken, Figuren erschaffen und jede Menge Spaß haben kann. Das etwa einstündige Konzert findet zwei Mal statt und richtet sich an Kinder ab 5 Jahren: Ein Termin sonntagvormittags an Familien (17. Februar 2019), einer freitags an Schulklassen (15. Februar 2019).


Kategorie: Klassik

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt. Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Kategorie: Oper

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes.- zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt. Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso wenig wie mit Ruggero zusammenbleiben, dem sie schließlich doch alles gestanden hat, der ihr aber nichts als eine langweilige Ehe auf dem Lande zu bieten hat. Dieser von Magda selbstbestimmte Ausgang der Geschichte geht ganz auf Puccini zurück, der konventionellere Lösungen, die ihm die Librettisten vorschlugen, ablehnte. Startenor Rolando Villazón, der sich auch als Romanautor („Kunststücke“) und Regisseur einen Namen gemacht hat, nahm sich 2015 der selten gespielten Oper an und strich die sich in der Verschränkung von Oper und Unterhaltungstheater schon ankündigende Pluralität der „Roaring Twenties“ heraus. Aus den Übertreibungen im Text und in der Musik, aus denen die Komik erwächst, zieht er Spuren zu symbolistischen und expressionistischen Zeichen des Träumens und der Sehnsucht.


Kategorie: Oper

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt. Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Kategorie: Oper

Quälende Zweifel und lähmende Depressionen begleiteten den Entstehungsprozess von Giacomo Puccinis letzter Oper TURANDOT. Aus der zunächst diffusen Angst, seine Oper nicht mehr abschließen zu können, trieb Puccini sich selbst und sein Librettisten-Duo Giuseppe Adami und Renato Simoni zur Eile an. Ein Neuanfang sollte es werden, geboren aus einer kompositorischen Krise, in die ihn die musikalischen Entwicklungen, ja Umwälzungen der Gegenwart geworfen hatten, ein Befreiungsschlag, ein Aufbruch zu neuen Ufern. Schon der Stoff sollte die Abkehr von den Themen der Vergangenheit signalisieren. Puccini war auf der Suche nach dem „reinen Mythos“, der Essenz dessen, was er bislang in psychologisch-realistischer Kleinteiligkeit auf dem Theater erzählt hatte. Ihm schwebte ein märchenhaft-phantastisches Drama vor und er hatte es gefunden, als Simoni ihn im Frühjahr 1920 auf den Turandot-Stoff, in Form der Märchenkomödie Carlo Gozzis (1762), aufmerksam machte. Von nervöser Ungeduld getrieben begleitete er – penibel wie immer – die Konzeption und Ausführung des Librettos. Im Mittelpunkt der Oper steht die grausame Prinzessin Turandot, die ihr Volk terrorisiert. Ihre, einem Fluch gleichende, Gewaltherrschaft, unter der ein ganzes Land ächzt, lässt sich nur durch die Verheiratung Turandots bannen. Potentielle Ehekandidaten müssen eine schwere Prüfung über sich ergehen lassen. Wer die drei Rätsel der Prinzessin nicht lösen kann, auf den wartet die Enthauptung. Obwohl schon unzählige Prinzen den Tod gefunden haben, finden sich immer noch neue Kandidaten, die sich von der Schönheit Turandots hypnotisieren lassen und bereitwillig ihren Fragen stellen. Calaf, Sohn eines vertriebenen Machthabers aus fremdem Land, durchbricht wider alle Erwartung dieses Schema. Er beantwortet die Fragen und steigert seinen Triumph, indem er die Machtverhältnisse umkehrt, das grausame Rätselspiel verlängert, und der Prinzessin eine Gegenfrage stellt. Sollte sie in der Lage sein, diese zu beantworten, verspricht er, sie von ihrem Heiratsversprechen zu entbinden. Indem Puccini in den ursprünglich persischen Märchenstoff eine neue Figur – die Sklavin Liù – einführt, eine Frauengestalt, die an die Heldinnen seiner früheren Opern erinnert, beleuchtet er die bestialische Brutalität Turandots nur noch deutlicher. Liù zerbricht – wie vor ihr diverse Puccini-Heroinen – an der grausamen, ihr Fühlen missachtenden Wirklichkeit. Als ihr klar wird, dass sie Calaf, den sie liebt, nicht für sich gewinnen kann, opfert sie für den Geliebten ihr Leben. Nach den Vorstellungen Puccinis sollte in der Schlussszene „die Liebe explodieren“ und „die Menschlichkeit der Liebe alle Grausamkeit überstrahlen“. Die eiskalte Prinzessin würde in ihrem Wesen eine komplette Wandlung erfahren. Als Mitte 1924 bei Puccini Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurde, war die Oper – mit Ausnahme jener Schlussszene – praktisch vollendet. Ob es die schwere Krankheit war oder Puccinis Unfähigkeit, sich glaubhaft aus der dramaturgischen Sackgasse zu befreien, in die ihn die wunderbare, märchenhafte aber psychologisch kaum nachvollziehbare Verwandlung der Turandot geführt hatte, bleibt letztendlich Spekulation. Puccini starb an den Folgen einer Operation am 29. November 1924 in einem Brüsseler Krankenhaus und hinterließ das unvollendete Werk, das sein Kollege Franco Alfano – nach den Skizzen des Meisters – abschloss. Toscanini brachte TURANDOT am 25. April 1925 an der Mailänder Scala zur Uraufführung. Obwohl Puccini mit seiner TURANDOT zu einem bedingungslosen Neuanfang nicht in der Lage gewesen war, macht sich der Einfluss seiner Erfahrung mit Werken zeitgenössischer Komponisten doch bemerkbar. Zwar hat dies zu keiner radikalen Änderung seiner Tonsprache geführt, aber seine Ausdrucksmittel sind ungewöhnlicher, subtiler, aber auch härter und dramatischer geworden. Mit der Partie der Turandot hat er einen völlig neuen Typ eines an Wagners schwere Heroinen erinnernden italienischen hochdramatischen Soprans geschaffen.


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes.- zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt. Die Hauptfigur Magda lebt im Haus des Bankiers Rambaldo, von dem sie sich aushalten lässt. Der Dichter Prunier, regelmäßiger Gast im Hause Rambaldo und enger Freund von Magdas Kammerzofe Lisette, entwirft das Bild einer Schwalbe (La Rondine = Die Schwalbe). Er prophezeit Magda, dass sie wie eine Schwalbe der Sonne und der Liebe entgegen fliegen wird. Ruggero, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, der zum ersten Mal Paris besucht, wird von den Freunden Magdas in das Tanzlokal bei Bullier geführt. Magda tritt dort inkognito auf und verliebt sich in Ruggero. Rambaldo überrascht die beiden, gerade als sie sich ihre Liebe gestehen. Magda trennt sich offiziell von ihm und seinem Geld. Sie zieht mit Ruggero an die Riviera und lebt dort in Bescheidenheit und mit Gewissensbissen, weil sie ihrem Neuen nichts von ihrem Vorleben als Mätresse Rambaldos erzählt hat. Dieser wäre bereit zu verzeihen, wenn sie zu ihm zurückkehrte, das will sie aber ebenso wenig wie mit Ruggero zusammenbleiben, dem sie schließlich doch alles gestanden hat, der ihr aber nichts als eine langweilige Ehe auf dem Lande zu bieten hat. Dieser von Magda selbstbestimmte Ausgang der Geschichte geht ganz auf Puccini zurück, der konventionellere Lösungen, die ihm die Librettisten vorschlugen, ablehnte. Startenor Rolando Villazón, der sich auch als Romanautor („Kunststücke“) und Regisseur einen Namen gemacht hat, nahm sich 2015 der selten gespielten Oper an und strich die sich in der Verschränkung von Oper und Unterhaltungstheater schon ankündigende Pluralität der „Roaring Twenties“ heraus. Aus den Übertreibungen im Text und in der Musik, aus denen die Komik erwächst, zieht er Spuren zu symbolistischen und expressionistischen Zeichen des Träumens und der Sehnsucht.


Kategorie: Oper

Als „Salomé“ von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich. Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der SALOME 1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen. Die Oper beginnt ohne Vorspiel, und wir werden direkt in Salomes Welt hineinkatapultiert. Salome lebt in einer perfekten bürgerlichen Welt. Sie ist die Tochter der Herodias. Mit ihr lebt sie bei ihrem Stiefvater Herodes – ein mächtiger Mann in einer Männerwelt. Und er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner neuen Tochter, der kleinen Prinzessin. Und sie zu ihm. In dieser Familienkonstellation wächst das Kind Salome heran. Und in der Nacht, wenn alle anderen schlafen, imaginiert sie sich ihre eigene Welt. Sie nimmt den Kampf mit ihrem neuen Vater auf, der sie einschüchtert, der sie begehrt, der mit ihr spielt. Diesen Vater, diesen Mann will sie besiegen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, und sie schaut sich selbst zu, wie sie spielt: Vater, Mutter, Kind. Das ist eine hochexplosive Welt, in die sie sich hineinträumt. Aus diesen dunklen Träumen heraus erschafft sich Salome in der Nacht eine Gestalt, einen Gegenentwurf zu der Welt, in der sie sich befindet. Dieses Wesen ist Jochanaan. In dem Familienspiel fungiert er als der Anti-Vater, als die Waffe gegen den Vater, als Erlöser- und Retterfigur. Und wenn der Tag anbricht, sitzt Jochanaan mit Vater, Mutter und dem kriegerischen Kind mit am Tisch. Gemeinsam mit Jochanaan wird Salome diese Ordnung aufsprengen. SALOME ist die erste Arbeit von Claus Guth an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1999, als er bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg CRONACA DEL LUOGO von Luciano Berio inszenierte, gehört er zu den gefragtesten Opernregisseuren der Welt. Salzburg, wo er unter anderem die „Da Ponte Trilogie“ [mit Anna Netrebko als Susanna in LE NOZZE DI FIGARO] inszenierte, Bayreuth [DER FLIEGENDE HOLLÄNDER 2003], Zürich, Mailand, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden und das Theater an der Wien gehören zu seinen regelmäßigen Stationen wie auch die Staatsoper im Schillertheater.


Kategorie: Oper

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik

Alle kleinen Entdecker sind herzlich willkommen! In gemütlichem Rahmen sind Kinder zwischen 3 und 4 Jahren eingeladen, neue Klangwelten zu erleben, mitzumachen, sich zu bewegen und sich von den Klängen der Musiker verzaubern zu lassen.


Kategorie: Klassik


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:23.12.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Aus dem Hinterhalt: La Sonnambula(Eike Walkenhorst/Eike Walkenhorst) La Sonnambula(Chris Gloag/Chris Gloag) Jazz & Breakfast(Michaela Dzuma/Michaela Dzuma) Boris Godunow(Bernd Uhlig/Bernd Uhlig) Lucia di Lammermoor(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Lieder und Dichter(Agentur/Agentur) Rigoletto(2016 Bettina Stöß/2016 Bettina Stöß) Belcanto-Symposion(/) Führung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Carmen(Marcus Lieberenz/Marcus Lieberenz) Familien-Workshop(Dorothea Tuch/Dorothea Tuch) La Rondine(2015 Bettina Stöß/2015 Bettina Stöß) Kinderkonzert: Starke Stimmen(Marcus Lieberenz/Marcus Lieberenz) Familienführung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Turandot(2015 Bettina Stöß/2015 Bettina Stöß) Salome(2016 Monika Rittershaus/2016 Monika Rittershaus) Knirpskonzert: Ein Boot, ein Stock, ein Regenschirm(Stephan Bögel/Stephan Bögel)

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