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Spielplan für August 2018

Endlich ist es soweit! An diesem Abend steht Kirill Petrenko zum ersten Mal als neuer Chefdirigent am Pult der Berliner Philharmoniker. Für seinen Amtsantritt hat er eines der größten symphonischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts auf das Programm gesetzt: die Neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven. Quasi aus dem Nichts, aus einem einfachen Quintklang, kreiert Beethoven in diesem Werk ein überwältigendes musikalisches Spannungsfeld, das Erlösung und Überhöhung in dem hymnischen, visionären Chorfinale »Freude, schöner Götterfunken« findet.Die Symphonie besitzt in mehrfacher Hinsicht eine große Symbolkraft. Der grandiose Finalsatz mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« könnte zum Einen nicht eindringlicher den Enthusiasmus zum Ausdruck bringen, mit dem Petrenko und die Philharmoniker in die gemeinsame Zukunft starten, zum anderen transportiert die Neunte auch ein wichtiges Statement, ein klares Bekenntnis zur Humanität, zur Gleichheit aller Menschen.Die Aufführung der Symphonie eröffnet darüber hinaus den Beethoven-Schwerpunkt, der diese Spielzeit anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten im Jahr 2020 programmatisch prägt. Gleichzeitig ist sie eine musikalische Hommage an die vorangegangenen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker. Angefangen mit Hans von Bülow, der das Werk in einem Konzert gleich zweimal hintereinander darbot, über Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan, der die Symphonie u. a. bei der Eröffnung der neuerbauten Philharmonie 1963 dirigierte, bis hin zu Claudio Abbado und Sir Simon Rattle hat jeder der Dirigenten mit einer eigenen, unnachahmlichen Interpretation der Neunten Symphonie begeistert.Die Saisoneröffnung bietet auch der Sopranistin Marlis Petersen die Gelegenheit zu ihrem ersten großen Auftritt als Artist in Residence 2019/2020. Die Künstlerin hat bereits mehrfach mit Kirill Petrenko zusammengearbeitet. Im Sommer 2019 gibt sie unter seiner Leitung an der Bayerischen Staatsoper ihr Rollendebüt als Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Das Publikum erlebt sie hier in zwei sehr gegensätzlichen Werken: So singt sie den Solosopran in Beethovens Neunter und den Gesangspart in Alban Bergs Symphonischen Stücken aus der Oper Lulu, die zu Beginn des Saisoneröffnungskonzerts erklingen. Die Rolle der Lulu hat Marlis Petersen den internationalen Durchbruch beschert. In den Symphonischen Stücken, die der Komponist 1934 herausgebracht hat, um Publikum, Dirigenten und Intendanten auf seine neue Oper Lulu neugierig zu machen, präsentiert sie nochmal einige Facetten ihrer Glanzpartie.


Kategorie: Klassik

»Freude, schöner Götterfunken« – in dieser Saison haben die Berliner Philharmoniker einen doppelten Grund sich zu freuen: Kirill Petrenko tritt sein Amt als neuer Chefdirigent des Orchesters an und gleichzeitig jährt sich in dieser Spielzeit der Geburtstag Ludwig van Beethovens zum 250. Mal. Den besonderen Moment seines Antrittskonzerts nutzt Kirill Petrenko daher, sich als Beethoven-Interpret zu präsentieren – mit der Neunten Symphonie, einem der revolutionärsten, zukunftsweisenden Werke des Wiener Meisters. Ihre Freude über den gemeinsamen Aufbruch wollen Petrenko und die Philharmoniker mit möglichst vielen Menschen teilen. Daher gehen die Musikerinnen und Musiker einen Tag nach dem Saisoneröffnungskonzert in der Philharmonie hinaus in die Stadt, um den Berlinerinnen und Berlinern sowie den Gästen der Metropole ihren neuen Chef bei einem Open-Air-Konzert bei freiem Eintritt vorzustellen.Die traumhafte Kulisse für dieses Ereignis bildet das Brandenburger Tor, das Wahrzeichen Berlins, das ebenso wie Beethovens Neunte als Symbol für die Freiheit der Menschen steht. Von 1961 bis 1989 ein Mahnmal für die Trennung der Stadt in Ost und West, wurde es nach dem Mauerfall zum Sinnbild für die Deutsche Einheit und das friedliche Zusammenfinden beider deutscher Staaten.Wie wohl Ludwig van Beethoven das Brandenburger Tor wahrgenommen hat? Als der damals 25-jährige Komponist 1796 zu seinem einzigen Besuch nach Berlin kam, schmückte es erst seit wenigen Jahren das Ende des Boulevards Unter den Linden. Der damalige König Friedrich Wilhelm II. hatte es im klassizistischen Stil errichten lassen, als repräsentativen Prachtbau, auf dem mit Bronzelettern »Friedenstor« stand. Beethoven verbrachte ungefähr zwei Monate in Berlin und stellte in dieser Zeit sein überragendes pianistisches und musikalisches Können auch am königlichen Hof unter Beweis. Wahrscheinlich hat er bei dieser Gelegenheit den Thronfolger kennengelernt, den späteren König Friedrich Wilhelm III., der genauso alt war wie er. Ihm, unter dessen Regentschaft Preußen zu einem modernen Staat reformiert wurde, widmete Beethoven 30 Jahre später seine Neunte Symphonie.Rückschau und Ausblick: An diesem Spätsommerabend erinnert Beethovens Komposition im Schatten des Brandenburger Tors an den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren und gleichzeitig feiert sie den Anfang der Zusammenarbeit zwischen Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern. Ein mitreißendes Geschenk an alle, die mit offenen Ohren und offenem Herzen dabei sein wollen. Dieses Konzert findet mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Bank und der Freunde der Berliner Philharmoniker e. V. statt.


Kategorie: Klassik

Vorabende großer Ereignisse haben ihre eigene Atmosphäre. Das Musikfest Berlin pflegt diese kulturelle Urerfahrung. Ehe das Festival mit Hector Berlioz’ Künstleroper „Benvenuto Cellini“ eröffnet wird, widmet sich Pierre-Laurent Aimard einem anderen französischen Komponisten, der ein gutes Jahrhundert später nicht weniger kontrovers in seiner Zeit wirkte. Olivier Messiaen machte in den späten 1950er Jahren mit dem„Catalogue d’oiseaux“ klar, wohin sein Weg führen würde: nicht zur seriellen Durchorganisation, nicht zum elektronischen Experiment, sondern zurück (oder voran) zur Natur, „in der schon vieles existiert, nur hat man nicht darauf gehört. Man spricht von Tonarten und Modi – die Vögel haben sie. Man spricht von Teilung in kleine Intervalle – die Vögel machen sie. Man sprach seit Wagner viel von Leitmotiven – jeder Vogel ist ein lebendiges Leitmotiv. Man spricht von aleatorischer Musik: das Erwachen der Vögel ist ein aleatorisches Ereignis. Ich habe die Vögel gewählt, andere den Synthesizer.“ Die 13 Stücke des „Catalogue“, zusammengefasst in sieben Heften (Messiaen faszinierten Primzahlen) bilden ähnlich wie Bachs „Wohltemperiertes Clavier“ ein kompositorisches und pianistisches Kompendium. In jedem Stück steht ein Vogel mit seinem Gesang im Mittelpunkt. Er gibt die ,Grundtonart‘ vor. Die Stimmen um ihn her sorgen für Kontrapunkte und Modulationen. Der „Catalogue” ist zugleich ein Bekenntniswerk. Messiaen widmete ihn seinen „geflügelten Vorbildern” und der Pianistin Yvonne Loriod, seiner späteren zweiten Frau.


Kategorie: Klassik

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin in Zusammenarbeit mit Deutschlandfunk Kultur und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik e. V.


Kategorie: Diskussion

Man mag es kaum glauben: Berlin, wo sich Hector Berlioz einst wohl und anerkannt fühlte, mied dessen erste Oper, als sei an ihr irgendetwas Anstößiges. 1838 erlebte „Benvenuto Cellini“ die Premiere in Paris. Der Komponist brachte ein Thema auf die Bühne, das ihn bereits in anderer Form beschäftigt hatte: Die „Symphonie fantastique“ und „Lélio oder die Rückkehr ins Leben“ behandelten „Episoden aus dem Leben des Künstlers“, teils als reine, an der klassischen Hauptgattung orientierte Instrumentalmusik, teils als Mischform aus Musik und Erzählung. Mit „Cellini“ kam der Stoff endlich dorthin, wo er in Frankreich die größte Wirkung erreichen konnte, in die Oper. Die Geschichte um den Renaissance-Bildhauer spielt im Karneval, in dem die Verhältnisse Kopf stehen und Masken ebenso viel offenbaren wie verbergen. Durch das perfekte Kunstwerk gewinnt der Künstler seine Geliebte und Absolution von einem Faschingsmord. Die Oper kam 1852 in Weimar – gerafft und auf Deutsch – heraus. In Berlin wurde sie 1894 erstmals inszeniert und dann nie wieder. Im Konzert-, dem ehemaligen Schauspielhaus, wurde sie 2003 konzertant gegeben. In die Philharmonie kommt sie nun halbszenisch: mit Kostümen, Licht-, Raum und Bewegungsregie, aber ohne Bühnenbild. Sir John Eliot Gardiner leitet ein eingespieltes und engagiertes Ensemble aus Solist*innen, dem Monteverdi Choir und dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique in einer Aufführung, die es nur beim Musikfest Berlin zu hören und zu sehen gibt.


Kategorie: Klassik


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:30.07.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Antrittskonzert: Kirill Petrenko dirigiert Beethovens Neunte Symphonie(Stephan Rabold/Stephan Rabold) Live vom Brandenburger Tor: Kirill Petrenko dirigiert Beethovens Neunte(Andrey Popov/Andrey Popov) Pierre-Laurent Aimard(British Library Sound Archive/British Library Sound Archive) „Quartett der Kritiker“(Promo/) Orchestre Révolutionnaire et Romantique(Wikimedia Commons/Wikimedia Commons)

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