www.berlinchecker.dewww.berlinchecker.de
×

AnzeigeKrimibox



Spielplan für August 2018

Noch ist er nicht offiziell im Amt. Doch Kirill Petrenko, designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, lsst es sich nicht nehmen, bei der Saisonerffnung 2018/2019 sein zuknftiges Orchester zu dirigieren. Mit den beiden Tondichtungen Don Juan sowie Tod und Verklrung von Richard Strauss stehen zwei Werke auf dem Programm, die sich durch eine raffinierte, farbenreiche und schillernde Instrumentation auszeichnen. Sie gelten als Paradestcke fr Orchester. Ideal fr Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker, gemeinsam die ganze Pracht des orchestralen Zusammenspiels zu entfalten.Beide Werke gehren zu der Gruppe jener Tondichtungen, mit denen der junge Richard Strauss das Genre der Programmmusik zu neuen Hhen fhrte und seinen Ruhm als einer der ersten Komponisten seiner Zeit begrndete. Don Juan, der literarische Archetypus des spanischen Frauenhelden, inspirierte zahllose Dichter und Komponisten. Strauss beschreibt eindrucksvoll die Entwicklung des Protagonisten, vom ungestmen, leidenschaftlichen Frauenjger zum innerlich zerrissenen, lebensberdrssigen Mann. Tod und Verklrung wiederum schildert die letzten Stunden eines Todkranken, seine Schmerzen, seine Erinnerungen an schnere Lebenstage und schlielich sein Sterben. Beide Werke haben die Berliner Philharmoniker brigens kurz nach den Urauffhrungen in Weimar 1889 und Eisenach 1890 unter der Leitung des Komponisten gespielt, sie gehren somit quasi zur musikalischen DNA des Orchesters. Dass Strauss die Chance bekam, seine Tondichtungen in Berlin aufzufhren, verdankte er seinem Mentor Hans von Blow, dem damaligen Chefdirigenten der Philharmoniker. Wenige Tage bevor Strauss seinen Don Juan dirigierte, hatte Blow das Werk bereits in einem philharmonischen Abonnementkonzert vorgestellt und damit das Missfallen des selbstbewussten Komponisten erregt, der seinen Eltern schrieb: Also Blow hat mein Werk in Tempi, in allen total vergriffen, von dem poetischen Inhalt keine Ahnung [...].Als Strauss seine beiden Tondichtungen schrieb, stand er am Anfang einer phnomenalen Karriere.- Ludwig van Beethoven hingegen hatte bereits den Gipfel des Ruhms erklommen, als er seine Siebte Symphonie komponierte. Mit ihrem optimistischen, mitreienden und schwungvollen Gestus riss sie bereits bei der Urauffhrung 1813 das Publikum zu Beifallsstrmen hin. Der Rezensent der Wiener allgemeinen musikalischen Zeitung konstatierte, dass die Symphonie in allen Teilen so klar, in jedem Thema so gefllig und leicht falich ist, da jeder Musikfreund, ohne eben Kenner zu seyn, von ihrer Schnheit mchtig angezogen wird, und zur Begeisterung entglht.


Kategorie: Klassik

Am 9. November 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann auf dem Reichstagsbalkon gegen Mittag die Republik aus. Zwei Stunden spter folgte der zweite Republikausruf durch Karl Liebknecht gegenber dem Hauptportal des Berliner Stadtschlosses, vor dem lebhaftes Gedrnge herrschte. Liebknecht verkndete, so die Vossische Zeitung am 10. November 1918, dass der Arbeiter- und Soldatenrat das Schloss in seinen Schutz genommen habe. Die rund 1200 Rume des zum Schloss der Republik gewandelten Hohenzollernbaus dienten fortan Verwaltung und Reprsentation, wobei bereits 1920 der Beschluss fiel, das Kunstgewerbemuseum hier einzuquartieren. Das Stadtschloss war aber auch Brohaus, und es wurde mehr und mehr wissenschaftliches Zentrum: In das Gebude zogen die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Frderung der Wissenschaften, der als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg gegrndete Deutsche Akademische Austauschdienst, ab 1925 auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Auch das unter Raummangel leidende Psychologische Institut der Universitt fand hier eine neue Heimat, und mit ihm das als Berliner Phonogramm-Archiv begrndete Lautarchiv, das auf Initiative des Musikpsychologen Carl Stumpf eingerichtet worden war: Die heutige Idee des Wissenschaftsstandorts Humboldt Forum scheint schon damals Wirklichkeit gewesen zu sein. Mitte der 1920er-Jahre zhlte auch die Deutsche Kunstgemeinschaft zu den neuen Mietern, die der wirtschaftlichen Not der bildenden Knstler entgegenzuwirken versuchte kaum jemand hatte seinerzeit das Geld, um Drucke, Bilder oder Skulpturen zu kaufen.Auch die Musik fand ihren Platz. Denn ab Mai 1932 wurden die Schlossmusiken ins Leben gerufen, die unter freiem Himmel im Schlterhof stattfanden: Erich Kleiber erffnete sie gemeinsam mit der Kapelle der Staatsoper Unter den Linden. Kurz darauf dirigierte er an dem historischen Ort auch erstmals die Berliner Philharmoniker. Nachdem das Orchester 2016 erstmals ein Open-Air-Konzert am Tag nach der Saisonerffnung am Kulturforum gegeben hat, findet es in diesem Jahr im wiedererrichteten Schlterhof statt dem Zentrum des neu errichteten Humboldt Forums, in dem ab 2019 u.?a. Dauerausstellungen des Ethnologischen Museums und des Museums fr Asiatische Kunst (Stiftung Preuischer Kulturbesitz Staatliche Museen zu Berlin), die Berlin-Ausstellung (Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin) und das Humboldt Labor (Humboldt-Universitt zu Berlin) ihren Platz bekommen werden. Dirigent ist Kirill Petrenko, der Beethovens Siebte Symphonie sowie Don Juan und Tod und Verklrung von Richard Strauss aufs Programm gesetzt hat. Vorverkauf ab 14. Mai 2018


Kategorie: Klassik


Kategorie: Klassik


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:01.07.18
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Zur Saisonerffnung: Kirill Petrenko dirigiert Beethoven und Strauss(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Konzert mit Kirill Petrenko(Humboldt Forum im Berliner Schloss/Humboldt Forum im Berliner Schloss) Konzert mit Alexander Melnikov(Musikfest Berlin/Musikfest Berlin)

...nach oben - ...Seite zurück - ...zur Startseite