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Spielplan für August 2018

Nach dem überwältigenden Erfolg der von aller Patina befreiten West Side Story inszeniert Barrie Kosky nun mit Leonard Bernsteins weniger bekannten Comic Operetta Candide ein Werk, das in keine Schublade zu passen scheint: Das rasante Voltaire-Operetten-Musical rund um die Frage »Warum passieren guten Menschen schlimme Sachen?« ist wildes Roadmovie, satirische Philosophiestunde und eine Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte zugleich! Knall auf Fall muss der nicht ganz so wohlgeborene Candide nach der Enthüllung seiner Liebe zur edlen Baronesse Kunigunde die geliebte Heimat verlassen. Arglos und unbekümmert macht er sich auf eine Reise durch die Welt, angetrieben vom Credo seines Lehrers Pangloss, das da lautet: Die Welt, wie sie ist, ist die einzige, die es gibt, und folglich auch die bestmögliche. Nun begegnet Candide auf seiner Reise von Bulgarien bis Lissabon, von Paraguay bis Venedig allerdings nichts als haarsträubende Grausamkeit von Natur und Mensch: Krieg, Prostitution, Menschenhandel, Erdbeben und gleich eine Vielzahl an verschiedensten Morden. Vom promiskuitiven, erstochenen Großinqusitor bis zum erhängten und wiederaufstehenden Philosophen pflastern bizarre Tote und Untote den Weg von Candides wundersamer Reise. Doch angetrieben durch seinen unüberwindbaren Optimismus, lässt sich Candide von nichts in seinem Glauben an das Gute und an die Liebe zu Kunigunde beirren. Schließlich darf er sein Herzblatt nach unzähligen Abenteuern rund um den Globus endlich wieder in die Arme schließen – doch was ist nach all dem Erlebten noch geblieben von der einst schwärmerischen Liebe? Voltaire, Ikone der französischen Philosophie, schuf 1759 mit seiner satirischen Novelle Candide ou l’Optimisme einen Meilenstein der europäischen Aufklärung. Scharfzüngig, und stets die Wirklichkeit im Blick, kritisierte er die weltbejahenden Lehren deutscher Philosophen wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Wolff. Ein außergewöhnlich anspruchsvoller Stoff für ein Musical, dessen sich Leonard Bernstein 1953, unmittelbar nach seinen ersten Broadway-Erfolgen, annahm. Während seine fast gleichzeitig komponierte West Side Story amerikanischer kaum sein könnte, gilt Candide als Bernsteins Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte. Nach zahlreichen Versionen liegt seit Ende der 1990er Jahre eine Fassung vor, die sich mit ihrem scharfen Humor am voltaireschen Original orientiert und Bernsteins mitreißende Musik zu seiner Comic Operetta voll zur Geltung bringt. Barrie Koskys Inszenierung, mit mehr als 800 Kostümen auf fast leerer Bühne, schlägt einen wilden Bogen von der Aufklärung bis in unsere Gegenwart! Bitter-bissig bestechende Unterhaltung, aktueller denn je! Comic Operetta in zwei Akten von Leonard Bernstein [1956/1999] Fassung des Royal National Theatre in großer Orchesterbesetzung Buch von Hugh Wheeler nach der Novelle Candide ou l’Optimisme von Voltaire Adaptiert von John Caird Songtexte von Richard Wilbur Zusätzliche Songtexte von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein Orchestrierungen von Leonard Bernstein und Hershey Kay Weitere Orchestrierungen von Bruce Coughlin Deutsche Fassung von Martin G. Berger [2017]


Kategorie: Oper

Nach dem großen Erfolg mit  Clivia  verschlägt es die Geschwister Pfister unter der bewährten Führung von Regisseur Stefan Huber dieses Mal in die Welt des Fußballs! Paul Abrahams Operette  Roxy und ihr Wunderteam  ist eine verrückt-turbulente Sportsatire über eine Braut auf der Flucht, die einer ganzen Fußballmannschaft den Kopf verdreht. Dazu die feurige Musik des  Ball im Savoy -Komponisten mit ihrer Mischung aus Jazz, Puszta und Operettenschmelz – abgerundet mit einem Schuss Stadiongesang. Die Mannschaft von Kapitän Gjurka Karoly feiert gerade den Sieg über das englische Team, da platzt die Braut Roxy ins Hotelzimmer der Fußballer, auf der Flucht vor ihrem dümmlichen Bräutigam Bobby und ihrem Onkel, dem schottischen Saucen-, Ketchup- und Mixed-Pickles-Fabrikanten Sam Cheswick, der dem Ruf seiner Landsleute in puncto Geiz und Sparsamkeit alle Ehre macht. Kurzerhand wird die »Braut, die sich nicht traut« im Gepäck verstaut und mit ins ungarische Trainingslager genommen. Doch Ex-Bräutigam Bobby und Sam Cheswick heften sich an ihre Fersen. Der eine, weil er seiner zukünftigen Ehegattin hinterhertrauert, der andere, weil er die aussichtsreiche Verbindung zum Sohn eines einflussreichen Automatenbuffets-Herstellers flöten gehen sieht. Doch auch Mannschaftskapitän Gjurka Karoly sieht sich vor Herausforderungen gestellt: Zum einen gilt es die Mannschaft für die Revanche gegen das englische Team fit zu machen – was nicht leichter wird, als sich ein Mädchenpensionat im gleichen Hotel wie die Fußballer einnistet. Zum anderen entdeckt Gjurka ungeahnte Gefühle für die neue Teamkameradin ... Die Liebesverwirrung droht gar in einer sportlichen und emotionalen Niederlage zu enden! Aber Roxy ist gewitzt und selbstbewusst genug, um nicht nur ihr Wunderteam, sondern auch sich selbst zum Sieg zu führen. Wir möchten darauf hinweisen, dass im zweiten Teil der Aufführung an einer Stelle unvermittelt ein stroboskop-ähnlicher Lichteffekt ausgelöst wird. Paul Abrahams Operette wurde unter dem Titel 3:1 für die Liebe 1936 in Budapest uraufgeführt, also gute fünf Jahre nach seinem Durchbruch in Berlin mit den drei Operetten Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy und nach Abrahams Rückkehr in seine ungarische Heimat im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten. 1937 bringt Abraham sein neuestes Werk als Roxy und ihr Wunderteam in Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung, stilecht im Beisein der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Die von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzte Austragung der Olympischen Spiele 1936 geben Abraham und seinen Librettisten reichlich Stoff für ihre parodistische Sportoperette mit Sitte und Moral als ergiebigem Ziel für unterhaltsamen Spott! Verwandlungen und das Spiel mit »Sitte und Moral« sind Markenzeichen der Geschwister Pfister, und so darf man gespannt sein auf eine schottische Ursli Pfister (Christoph Marti), die 11 Männer zum Tanzen bringt, auf Toni Pfister (Tobias Bonn) als singenden und tanzenden Fußballkapitän und auf Fräulein Schneider (Andreja Schneider) als resolute Pensionatsleiterin. Eines ist auf jeden Fall sicher: »Immer Sport, Sport, Sport ist das große Wort.« Libretto von Alfred Grünwald und Hans Weigel Bühnenpraktische Rekonstruktion von Matthias Grimmiger und Henning Hagedorn Neu eingerichtet von Kai Tietje und Stefan Huber


Kategorie: Operette

Nach dem großen Erfolg mit  Clivia  verschlägt es die Geschwister Pfister unter der bewährten Führung von Regisseur Stefan Huber dieses Mal in die Welt des Fußballs! Paul Abrahams Operette  Roxy und ihr Wunderteam  ist eine verrückt-turbulente Sportsatire über eine Braut auf der Flucht, die einer ganzen Fußballmannschaft den Kopf verdreht. Dazu die feurige Musik des  Ball im Savoy -Komponisten mit ihrer Mischung aus Jazz, Puszta und Operettenschmelz – abgerundet mit einem Schuss Stadiongesang. Die Mannschaft von Kapitän Gjurka Karoly feiert gerade den Sieg über das englische Team, da platzt die Braut Roxy ins Hotelzimmer der Fußballer, auf der Flucht vor ihrem dümmlichen Bräutigam Bobby und ihrem Onkel, dem schottischen Saucen-, Ketchup- und Mixed-Pickles-Fabrikanten Sam Cheswick, der dem Ruf seiner Landsleute in puncto Geiz und Sparsamkeit alle Ehre macht. Kurzerhand wird die »Braut, die sich nicht traut« im Gepäck verstaut und mit ins ungarische Trainingslager genommen. Doch Ex-Bräutigam Bobby und Sam Cheswick heften sich an ihre Fersen. Der eine, weil er seiner zukünftigen Ehegattin hinterhertrauert, der andere, weil er die aussichtsreiche Verbindung zum Sohn eines einflussreichen Automatenbuffets-Herstellers flöten gehen sieht. Doch auch Mannschaftskapitän Gjurka Karoly sieht sich vor Herausforderungen gestellt: Zum einen gilt es die Mannschaft für die Revanche gegen das englische Team fit zu machen – was nicht leichter wird, als sich ein Mädchenpensionat im gleichen Hotel wie die Fußballer einnistet. Zum anderen entdeckt Gjurka ungeahnte Gefühle für die neue Teamkameradin ... Die Liebesverwirrung droht gar in einer sportlichen und emotionalen Niederlage zu enden! Aber Roxy ist gewitzt und selbstbewusst genug, um nicht nur ihr Wunderteam, sondern auch sich selbst zum Sieg zu führen. Wir möchten darauf hinweisen, dass im zweiten Teil der Aufführung an einer Stelle unvermittelt ein stroboskop-ähnlicher Lichteffekt ausgelöst wird. Paul Abrahams Operette wurde unter dem Titel 3:1 für die Liebe 1936 in Budapest uraufgeführt, also gute fünf Jahre nach seinem Durchbruch in Berlin mit den drei Operetten Viktoria und ihr Husar, Blume von Hawaii und Ball im Savoy und nach Abrahams Rückkehr in seine ungarische Heimat im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten. 1937 bringt Abraham sein neuestes Werk als Roxy und ihr Wunderteam in Wien zur deutschsprachigen Erstaufführung, stilecht im Beisein der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Die von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzte Austragung der Olympischen Spiele 1936 geben Abraham und seinen Librettisten reichlich Stoff für ihre parodistische Sportoperette mit Sitte und Moral als ergiebigem Ziel für unterhaltsamen Spott! Verwandlungen und das Spiel mit »Sitte und Moral« sind Markenzeichen der Geschwister Pfister, und so darf man gespannt sein auf eine schottische Ursli Pfister (Christoph Marti), die 11 Männer zum Tanzen bringt, auf Toni Pfister (Tobias Bonn) als singenden und tanzenden Fußballkapitän und auf Fräulein Schneider (Andreja Schneider) als resolute Pensionatsleiterin. Eines ist auf jeden Fall sicher: »Immer Sport, Sport, Sport ist das große Wort.« Libretto von Alfred Grünwald und Hans Weigel Bühnenpraktische Rekonstruktion von Matthias Grimmiger und Henning Hagedorn Neu eingerichtet von Kai Tietje und Stefan Huber


Kategorie: Operette

Nach dem überwältigenden Erfolg der von aller Patina befreiten West Side Story inszeniert Barrie Kosky nun mit Leonard Bernsteins weniger bekannten Comic Operetta Candide ein Werk, das in keine Schublade zu passen scheint: Das rasante Voltaire-Operetten-Musical rund um die Frage »Warum passieren guten Menschen schlimme Sachen?« ist wildes Roadmovie, satirische Philosophiestunde und eine Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte zugleich! Knall auf Fall muss der nicht ganz so wohlgeborene Candide nach der Enthüllung seiner Liebe zur edlen Baronesse Kunigunde die geliebte Heimat verlassen. Arglos und unbekümmert macht er sich auf eine Reise durch die Welt, angetrieben vom Credo seines Lehrers Pangloss, das da lautet: Die Welt, wie sie ist, ist die einzige, die es gibt, und folglich auch die bestmögliche. Nun begegnet Candide auf seiner Reise von Bulgarien bis Lissabon, von Paraguay bis Venedig allerdings nichts als haarsträubende Grausamkeit von Natur und Mensch: Krieg, Prostitution, Menschenhandel, Erdbeben und gleich eine Vielzahl an verschiedensten Morden. Vom promiskuitiven, erstochenen Großinqusitor bis zum erhängten und wiederaufstehenden Philosophen pflastern bizarre Tote und Untote den Weg von Candides wundersamer Reise. Doch angetrieben durch seinen unüberwindbaren Optimismus, lässt sich Candide von nichts in seinem Glauben an das Gute und an die Liebe zu Kunigunde beirren. Schließlich darf er sein Herzblatt nach unzähligen Abenteuern rund um den Globus endlich wieder in die Arme schließen – doch was ist nach all dem Erlebten noch geblieben von der einst schwärmerischen Liebe? Voltaire, Ikone der französischen Philosophie, schuf 1759 mit seiner satirischen Novelle Candide ou l’Optimisme einen Meilenstein der europäischen Aufklärung. Scharfzüngig, und stets die Wirklichkeit im Blick, kritisierte er die weltbejahenden Lehren deutscher Philosophen wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Wolff. Ein außergewöhnlich anspruchsvoller Stoff für ein Musical, dessen sich Leonard Bernstein 1953, unmittelbar nach seinen ersten Broadway-Erfolgen, annahm. Während seine fast gleichzeitig komponierte West Side Story amerikanischer kaum sein könnte, gilt Candide als Bernsteins Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte. Nach zahlreichen Versionen liegt seit Ende der 1990er Jahre eine Fassung vor, die sich mit ihrem scharfen Humor am voltaireschen Original orientiert und Bernsteins mitreißende Musik zu seiner Comic Operetta voll zur Geltung bringt. Barrie Koskys Inszenierung, mit mehr als 800 Kostümen auf fast leerer Bühne, schlägt einen wilden Bogen von der Aufklärung bis in unsere Gegenwart! Bitter-bissig bestechende Unterhaltung, aktueller denn je! Comic Operetta in zwei Akten von Leonard Bernstein [1956/1999] Fassung des Royal National Theatre in großer Orchesterbesetzung Buch von Hugh Wheeler nach der Novelle Candide ou l’Optimisme von Voltaire Adaptiert von John Caird Songtexte von Richard Wilbur Zusätzliche Songtexte von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein Orchestrierungen von Leonard Bernstein und Hershey Kay Weitere Orchestrierungen von Bruce Coughlin Deutsche Fassung von Martin G. Berger [2017]


Kategorie: Oper

In überwältigenden Naturbildern und mit viel Liebe zu kleinsten Details inszeniert Barrie Kosky Tschaikowskis melancholisches Seelendrama über die Hoffnungen, Sehnsüchte und das Scheitern von vier jungen Menschen, die am Ende erkennen müssen: Zum Fassen nahe war das Glück! – »Es ist ein ganz selten gewordener poetischer Realismus von geradezu filmischer Direktheit.« [concerti.de] Vier junge Menschen werden einander zum Schicksal. Als der Dichter Lenski seine Verlobte Olga besucht und einen geheimnisvollen Freund mit sich bringt, ist es um Olgas Schwester – die introvertierte Tatjana – geschehen. Mit dem Überschwang der ersten Liebe verfällt sie Jewgeni Onegin und schreibt dem Angebeteten einen bekennenden Liebesbrief … Doch hart weist der Tatjanas Gefühle von sich. Ein wütender Streit Onegins mit Lenski endet in der Katastrophe. Jahre später begegnet er erneut Tatjana – nun ist sie es, die Onegins plötzliches Liebesflehen nicht erhören will … Mit Jewgeni Onegin glückte Tschaikowski der Durchbruch als Opernkomponist und zugleich ein einzigartiger Beitrag zum modernen Musiktheater, ein Panorama der Gefühle junger Menschen. Barrie Koskys Inszenierung der »lyrischen Szenen« wartet mit einem opulenten Bühnenbild auf, das der Poesie der Figuren und ihrer Tragödie die Weite des natürlichen Raumes als Metapher unterlegt.  Jewgeni Onegin verführt mit unvergesslicher Musik und wirklich großen Lebensthemen: Was bedeuten Liebe, Entscheidung, Verantwortung und Schicksal? Libretto von Pjotr I. Tschaikowski und Konstantin S. Schilowski nach dem gleichnamigen Roman in Versen von Alexandr S. Puschkin Eine Koproduktion mit dem Opernhaus Zürich Im Repertoire seit 31. Januar 2016 HANDLUNG L'INTRIGUE KONU Die Sehnsucht verlieren, um weiter zu leben Barrie Kosky im Gespräch über Landschaften, Marmelade und rätselhafte Beziehungen Veranstaltung teilen Facebook Twitter W a s k o m m t ? Zeig' mir mehr! weniger Do 22.08. Candide Fr 23.08. Roxy und ihr Wunderteam Sa 24.08. Roxy und ihr Wunderteam So 25.08. Candide Fr 30.08. Jewgeni Onegin Sa 31.08. Candide So 01.09. Kinderfest in der Komischen Oper Berlin Do 22.08. 19:30 Candide Fr 23.08. 19:30 Roxy und ihr Wunderteam Sa 24.08. 19:30 Roxy und ihr Wunderteam So 25.08. 19:00 Candide Fr 30.08. 19:30 Jewgeni Onegin Sa 31.08. 18:00 Candide So 01.09. 10:00 Kinderfest in der Komischen Oper Berlin Fr 06.09. 16:00 Führung Spezial Requisite Fr 06.09. 19:30 Plateau Effect Sa 07.09. 14:00 Führung Spezial Maske Sa 07.09. 16:00 Führung Sa 07.09. 17:00 Oper & Dinner Sa 07.09. 19:30 Roxy und ihr Wunderteam So 08.09. 11:00 Kammerkonzert 1: Goldberg-Variationen


Kategorie: Oper

Nach dem überwältigenden Erfolg der von aller Patina befreiten West Side Story inszeniert Barrie Kosky nun mit Leonard Bernsteins weniger bekannten Comic Operetta Candide ein Werk, das in keine Schublade zu passen scheint: Das rasante Voltaire-Operetten-Musical rund um die Frage »Warum passieren guten Menschen schlimme Sachen?« ist wildes Roadmovie, satirische Philosophiestunde und eine Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte zugleich! Knall auf Fall muss der nicht ganz so wohlgeborene Candide nach der Enthüllung seiner Liebe zur edlen Baronesse Kunigunde die geliebte Heimat verlassen. Arglos und unbekümmert macht er sich auf eine Reise durch die Welt, angetrieben vom Credo seines Lehrers Pangloss, das da lautet: Die Welt, wie sie ist, ist die einzige, die es gibt, und folglich auch die bestmögliche. Nun begegnet Candide auf seiner Reise von Bulgarien bis Lissabon, von Paraguay bis Venedig allerdings nichts als haarsträubende Grausamkeit von Natur und Mensch: Krieg, Prostitution, Menschenhandel, Erdbeben und gleich eine Vielzahl an verschiedensten Morden. Vom promiskuitiven, erstochenen Großinqusitor bis zum erhängten und wiederaufstehenden Philosophen pflastern bizarre Tote und Untote den Weg von Candides wundersamer Reise. Doch angetrieben durch seinen unüberwindbaren Optimismus, lässt sich Candide von nichts in seinem Glauben an das Gute und an die Liebe zu Kunigunde beirren. Schließlich darf er sein Herzblatt nach unzähligen Abenteuern rund um den Globus endlich wieder in die Arme schließen – doch was ist nach all dem Erlebten noch geblieben von der einst schwärmerischen Liebe? Voltaire, Ikone der französischen Philosophie, schuf 1759 mit seiner satirischen Novelle Candide ou l’Optimisme einen Meilenstein der europäischen Aufklärung. Scharfzüngig, und stets die Wirklichkeit im Blick, kritisierte er die weltbejahenden Lehren deutscher Philosophen wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Wolff. Ein außergewöhnlich anspruchsvoller Stoff für ein Musical, dessen sich Leonard Bernstein 1953, unmittelbar nach seinen ersten Broadway-Erfolgen, annahm. Während seine fast gleichzeitig komponierte West Side Story amerikanischer kaum sein könnte, gilt Candide als Bernsteins Liebeserklärung an die europäische Musikgeschichte. Nach zahlreichen Versionen liegt seit Ende der 1990er Jahre eine Fassung vor, die sich mit ihrem scharfen Humor am voltaireschen Original orientiert und Bernsteins mitreißende Musik zu seiner Comic Operetta voll zur Geltung bringt. Barrie Koskys Inszenierung, mit mehr als 800 Kostümen auf fast leerer Bühne, schlägt einen wilden Bogen von der Aufklärung bis in unsere Gegenwart! Bitter-bissig bestechende Unterhaltung, aktueller denn je! Comic Operetta in zwei Akten von Leonard Bernstein [1956/1999] Fassung des Royal National Theatre in großer Orchesterbesetzung Buch von Hugh Wheeler nach der Novelle Candide ou l’Optimisme von Voltaire Adaptiert von John Caird Songtexte von Richard Wilbur Zusätzliche Songtexte von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein Orchestrierungen von Leonard Bernstein und Hershey Kay Weitere Orchestrierungen von Bruce Coughlin Deutsche Fassung von Martin G. Berger [2017]


Kategorie: Oper


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:30.07.19
© Fotos der Vorstellungen: [+][-]
Candide(Monika Rittershaus/Monika Rittershaus) Roxy und ihr Wunderteam(Iko Freese / drama-berlin.de/Iko Freese / drama-berlin.de) Jewgeni Onegin(Iko Freese / drama-berlin.de/Iko Freese / drama-berlin.de)

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