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Deutsches Theater Berlin

Schumannstraße 13 A - 10117 Berlin

Tel: 030 28441-0 / Fax: 030 2824-117

service@deutschestheater.de / www.deutschestheater.de

Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember

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Spielplan für April 2018

Jazz & Breakfast – eine Veranstaltungsreihe des Restaurants Deutsche Oper [rdo] und der Deutschen Oper Berlin: Eine reizvolle – und wohl in der Stadt einmalige – Mischung von akustischen und frühstückskulinarischen Genüssen. In enger Zusammenarbeit mit Sebastian „Sese“ Krol und Rüdiger „Rübe“ Ruppert aus der BigBand der Deutschen Oper Berlin [und natürlich hauptberuflich im Orchester der Deutschen Oper Berlin] hat Restaurantinhaber Martin Hattenbach vom rdo diesmal fünf Konzerte im Angebot.


Kategorie: Klassik

Erich Wolfgang Korngold sprach von seinem „Meisterwerk“: DAS WUNDER DER HELIANE fasst alles zusammen, was das Musiktheater Korngolds ausmacht – und geht in den Dimensionen noch einen Schritt darüber hinaus: eine riesige Partitur und Orchesterbesetzung, rauschhaftes Pathos und hochexpressive Harmonien, die mit den schillernden Farben der Polytonalität spielen – eine Musik von packender Dramatik und großer Sinnlichkeit. Die Hamburger Uraufführung 1927 war erfolgreich und über ein Dutzend weiterer Häuser setzten das neueste Werk des damals neben Richard Strauss meistgespielten Opernkomponisten auf ihre Spielpläne. So auch 1928 die Städtische Oper Berlin unter Bruno Walter, doch hier, wie auch an anderen Orten, blieb die Anerkennung aus: Intrigen spielten eine Rolle, aber auch der Vorwurf, mit dieser spätromantischen Partitur aus der Zeit gefallen zu sein. Mit dem von den Nazis verhängten Aufführungsverbot des jüdischen Korngold verschwand DAS WUNDER DER HELIANE gänzlich aus dem Repertoire – bis zum heutigen Tag. Die Geschichte vom eiskalten Herrscher ohne Liebesfähigkeit, dessen Frau Heliane, die sich einem dionysischen Fremden hingibt, und einem Volk, das auf ein erlösendes Wunder wartet, ist märchenhaft und zeitlos. Regisseur Christof Loy, der nach JENUFA, FALSTAFF und EDWARD II. zum vierten Mal an der Deutschen Oper Berlin arbeitet, interessiert eine genaue psychologische Lesart der Figuren. Marc Albrecht, dem Haus seit vielen Jahren eng verbunden, weckt Korngolds große, opulente und blühende Musik aus dem Dornröschen-Schlaf.


Kategorie: Oper

Tannhäuser sehnt sich aus dem Reich der Venus in sein irdisches Leben zurück. Erst mit dem Anruf der Jungfrau Maria gelingt es ihm, der Göttin zu entkommen. Hermann von Thüringen und seine ritterliche Jagdgesellschaft heißen den lang Verschollenen willkommen. Die Aussicht auf die Begegnung mit der geliebten Elisabeth bewegt ihn zur Heimkehr. In einem Sängerwettstreit auf der Wartburg soll das Wesen der Liebe ergründet werden. Die geladenen Sänger singen von der Reinheit des Gefühls, Tannhäuser jedoch preist die Leidenschaft der Venus. Das offene Bekenntnis zur Lust bringt die Gesellschaft in Aufruhr.- man will mit Waffen gegen Tannhäuser vorgehen, doch Elisabeth, obgleich selbst verletzt, schützt sein Leben. Der Landgraf erlegt Tannhäuser eine Bußfahrt nach Rom auf. Die Pilger jedoch kehren ohne Tannhäuser zurück.- nur er allein hat nicht die päpstliche Vergebung erlangt. Ihm droht ewige Verdammnis, der er durch die Rückkehr zu Venus zu entgehen hofft. Die Anrufung von Elisabeths Namen lässt ihn wieder zur Besinnung kommen – im Angesicht ihres Todes findet seine zerrissene Seele nunmehr auch Erlösung. Das Theater als Traumort: Ausgehend von der Überlegung, dass Venus und Elisabeth lediglich zwei Möglichkeiten darstellen, die eine Person in sich zu vereinen vermag, ist Wagners Oper Ausgangspunkt für ein Bühnen-Spiel mit den Facetten und Möglichkeiten im zwischenmenschlichen Miteinander. Nicht nur der mittelalterliche Moralkodex, dem das Personal des Stückes vordergründig unterworfen, ist dabei eine der bestimmenden Ebenen, sondern auch die Wandlungen des Blickwinkels, die durch die entgegenstehenden dispositionellen Ausprägungen in einer Person möglich sind. Nicht mehr der Hin- und Hergerissene steht im Zentrum der Beachtung, sondern viel stärker als allgemein üblich die Hin- und Herreißende: Venus / Elisabeth. TANNHÄUSER aus der Sicht der einen Frau, die viel mehr ist als lediglich Hure oder Heilige. Mehr als dieses „Entweder-Oder“ interessiert uns, in diesem Werk der „Kunst der Liebe“ nachzuspüren. „Da Ludwig der Milde, Landgraf von Thüringen, auf einem Kreuzzug im Morgenlande gestorben war, verließ er keine Kinder, und das Land fiel an seinen Bruder Hermann. Zu dessen Zeiten blühte in deutschen Landen der Minnesang und ward geübt und geliebt von Fürsten und Edeln, und Fürst Hermann versammelte viele Sänger zu seinem glänzenden Hofhalt auf der Wartburg. Eine Zeit nach ihm lebte auch ein Minnesänger im Frankenlande, der führte wie die meisten seiner Sanggenossen ein Wanderleben. Da habe ihn, als er am Hörseelenberge vorüberzog, die Erscheinung eines wunderholden Frauenbildes aufgehalten, das sei niemand anders als eben Frau Venus selbst gewesen, und ihm gewinkt, ihr in den Berg hineinzufolgen, und obschon auch ihn der treue Eckart gewarnt, habe der Ritter doch nicht zu widerstehen vermocht, und sei hineingegangen, und habe sich von Frau Venus umstricken lassen, und habe ein ganzes Jahr im Berge verweilt. Viele alte Lieder singen und sagen, wie nun die Reue über den Tannhäuser gekommen, daß er sich besonnen und in sich gegangen, und habe wieder aus dem Berge herausbegehrt. Als er solches nun äußerte, erinnerte Frau Venus ihn an seinen Eid, den er ihr geschworen, allein Tannhäuser leugnete ihr solches in ihr schönes Gesicht hinein. Darauf erbot sie sich, ihm eine andere Gespielin statt ihrer zu geben, aber er sprach, so er solches täte, müsse er ewig ob solcher Vielweiberei in der Glut der Hölle brennen. Da lachte Frau Venus hell auf und fragte ihn, was er doch von der Hölle Glut schwatze. Ob er diese je bei ihr empfunden habe? Ob nicht ihr roter Mund zu allen Stunden ihm freundlich zugelacht? So ging der Streit noch eine Weile fort, bis Tannhäuser in seiner Undankbarkeit für alles Liebe und Gute, was Frau Venus an ihm getan, sie eine Teufelin schimpfte. Das nahm Frau Venus endlich übel und drohte, es ihm entgelten zu lassen. Da schrie der Tannhäuser die Jungfrau Maria an, ihm von dem Weibe zu helfen, und da sprach Frau Venus mit Stolz: Nun könne er hingehn, er möge sich nur bei dem Greise beurlauben – er werde dennoch ihr Lob noch preisen. Nun ging der Tannhäuser reuevoll aus dem Venusberge und wallete gen Rom zum Papst Urban, dem klagte und beichtete er seine Sünden und bekannte, daß er bei einer Frau mit Namen Venus ein Jahr lang gewesen. Der Papst hielt in seiner Hand den hohen Stab mit dem römischen Doppelkreuze und sprach zu dem reuigen Sänger: So wenig der dürre Stab hier grünet, kommst du, der du bei des Teufels Hulde warst, zu Gottes Hulde! Vergebens flehte der Tannhäuser, ihm eine jahrelange Buße aufzuerlegen, dann zog er wie der aus dem ewigen Rom voll Leid und Jammer und klagte bitterlich, daß des Papstes hartes Wort ihn auf ewig von Maria, der himmlischen Huldin, scheide, daß Gott ihn nicht annehme, und verwünschete sich wieder zu Frau Venus in den Hörseelenberg. Die stand schon da und lachte hell und spottete ihm entgegen recht teufelisch: Seid gottwillkommen, Tannhäuser, mein lieber Herr, ich hab Euer recht lang entbehrt, mein auserkorener Buhle!, und lachte noch einmal und riß ihn durch die Höhlenpforte mit sich hinab. Aber am dritten Tage danach, da hub des Papstes Stab an zu grünen, und nun sandte der Papst Boten aus in alle Lande, wo der Tannhäuser hingekommen wäre – der war aber wieder in dem Berg bei seinem schlimmen Lieb …“ (Ludwig Bechstein)


Kategorie: Oper

Es kann beruhigend sein zu wissen, dass die Tränen, die auf der Bühne vergossen werden, falsch sind, dass die Gefühle nur gespielt sind und die Schmerzen von den Darstellern nicht wirklich durchlitten werden. Beruhigung aber ist nicht die Sache der jungen italienischen Komponisten an der Schwelle zum 20. Jahrhundert, im Gegenteil: aufrütteln wollten sie die Zuschauer, sie hineinziehen in den Strudel der Gefühle, sie überrumpeln mit den komischen und tragischen Wendungen, die ihre dem Leben abgeschauten Geschichten nehmen. In der literarischen Bewegung des ‚verismo’ [abgeleitet aus ‚il vero’ = das Wahre/die Wahrheit] fanden sie ihr Anliegen vorgeformt, und es ist nur konsequent, dass Pietro Mascagni als Vorlage für seinen Erstling eine Novelle von deren Hauptvertreter Giovanni Verga auswählte. Cavalleria rusticana [der deutsche Titel ist: Sizilianische Bauernehre] hatte seine Bühnentauglichkeit schon in einer Dramatisierung unter Beweis gestellt, die auch in Mascagnis Heimatstadt Livorno gezeigt wurde. 1880 war die Erzählung erschienen in der Sammlung Vita dei campi, was eigentlich Leben auf dem Lande heißt, wegen der Herkunft des Autors in der deutschen Übersetzung jedoch meist Sizilianische Dorfgeschichten genannt wird. Mühelos gewann Mascagni mit seinem Erstling den Kompositionswettbewerb, den der Verleger Sonzogno 1888/89 für Operneinakter ausgeschrieben hatte. Die überaus erfolgreiche Uraufführung im römischen Teatro Costanzi am 17. Mai 1890 darf als Geburtsstunde des musikalischen ‚verismo’ gelten. Zwei Jahre später erst schrieb Ruggero Leoncavallo die Kurzoper PAGLIACCI mit dem berühmten Prolog. Der deutsche Titel DER BAJAZZO setzt richtigerweise die Hauptfigur in die Einzahl, die Mehrzahl im italienischen Original wurde von dem berühmten Sänger Victor Maurel erzwungen, der als Tonio den Prolog zu singen hatte und dessen Rolle sonst im Titel des Werks nicht erschienen wäre. Der gesungene Prolog enthalt das Credo des ‚verismo’: „Der Künstler ist ein Mensch und muss für Menschen schreiben. [...] Wir sind Menschen aus Fleisch und Blut und wir atmen genauso wie Ihr den Hauch dieser verlorenen Welt.“ Der dialektische Kunstgriff Leoncavallos ist, dass in seiner den „Vermischten Meldungen“ einer Zeitung ähnelnden Geschichte die Tragödie sich gerade deshalb zuspitzt, weil der Darsteller des Bajazzo Spiel und Ernst nicht mehr zu trennen vermag. Die Kombination dieser beiden Kulminationspunkte des musikalischen „verismo“ zum Doppelabend, im Englischen mit dem Kürzel CAV & PAG versehen, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingebürgert. Wie Zwillinge gleichen sie sich und konnten doch nicht unterschiedlicher sein: die Ouvertüre wird durch Gesang unterbrochen, ein Zwischenspiel verbindet die beiden Akte [ja, natürlich ist CAVALLERIA RUSTICANA auch ein Zweiakter, nur die Wettbewerbsbedingungen forderten, dass auf dem Titelblatt ‚in einem Akt’ steht!], süditalienisches Ambiente in der Gegenwart der Autoren, Genreszenen der Chöre mit Beschreibung von Orangenduft oder Kirchenglocken. Sonst aber: spätes Aufblühen von Belcanto bei Mascagni, Leitmotive und vielfältige Orchestereffekte bei Leoncavallo, Dominanz der Kirche und der engstirnigen Moral fast wie bei Garcia Lorca hier und pralles Leben mit Lust auf Zerstreuung dort.


Kategorie: Oper

Erich Wolfgang Korngold sprach von seinem „Meisterwerk“: DAS WUNDER DER HELIANE fasst alles zusammen, was das Musiktheater Korngolds ausmacht – und geht in den Dimensionen noch einen Schritt darüber hinaus: eine riesige Partitur und Orchesterbesetzung, rauschhaftes Pathos und hochexpressive Harmonien, die mit den schillernden Farben der Polytonalität spielen – eine Musik von packender Dramatik und großer Sinnlichkeit. Die Hamburger Uraufführung 1927 war erfolgreich und über ein Dutzend weiterer Häuser setzten das neueste Werk des damals neben Richard Strauss meistgespielten Opernkomponisten auf ihre Spielpläne. So auch 1928 die Städtische Oper Berlin unter Bruno Walter, doch hier, wie auch an anderen Orten, blieb die Anerkennung aus: Intrigen spielten eine Rolle, aber auch der Vorwurf, mit dieser spätromantischen Partitur aus der Zeit gefallen zu sein. Mit dem von den Nazis verhängten Aufführungsverbot des jüdischen Korngold verschwand DAS WUNDER DER HELIANE gänzlich aus dem Repertoire – bis zum heutigen Tag. Die Geschichte vom eiskalten Herrscher ohne Liebesfähigkeit, dessen Frau Heliane, die sich einem dionysischen Fremden hingibt, und einem Volk, das auf ein erlösendes Wunder wartet, ist märchenhaft und zeitlos. Regisseur Christof Loy, der nach JENUFA, FALSTAFF und EDWARD II. zum vierten Mal an der Deutschen Oper Berlin arbeitet, interessiert eine genaue psychologische Lesart der Figuren. Marc Albrecht, dem Haus seit vielen Jahren eng verbunden, weckt Korngolds große, opulente und blühende Musik aus dem Dornröschen-Schlaf.


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

Eine faszinierende Frauengestalt steht im Zentrum von Dmitrij Schostakowitschs Oper LADY MACBETH VON MZENSK: Zwar schreckt die russische Kaufmannsfrau Katerina Ismailowa nicht davor zurück, ihren Mann und ihren Schwiegervater zu ermorden, doch schafft es der Komponist, dass man sie und ihre Taten weniger verurteilt als vielmehr versteht. Katerina sei eine Frau, die um der Liebe willen zu allem fähig sei, beschrieb Schostakowitsch das Wesen seiner Titelheldin und zeigt in seiner Oper die Entwicklung einer Frau, die durch die Härte und Rohheit ihrer Umgebung pervertiert wird. Als diese zweite Oper Schostakowitschs 1934 uraufgeführt wurde, befand sich der damals erst 26-Jährige auf einem ersten Gipfelpunkt seines kompositorischen Schaffens, der parallel auch durch Werke wie die vierte Sinfonie markiert wird. Das vier Jahre später erfolgte Aufführungsverbot durch Stalin, der sich an musikalischen Kühnheiten, aber wohl auch an der humanistischen Kernaussage des Stücks stieß, bedeutete für die Rezeption der LADY MACBETH VON MZENSK zwar eine Zäsur, konnte den Welterfolg der Oper jedoch letztlich nicht aufhalten. An der Deutschen Oper Berlin wird Schostakowitschs Werk von einem Regisseur inszeniert, der erstmalig in Deutschland arbeitet. In Skandinavien jedoch gehört der Norweger Ole Anders Tandberg zu den bekanntesten Schauspielregisseuren und hat sich mit Arbeiten wie DIE ZAUBERFLÖTE [Stockholm] und DIE HEIMKEHR DES ODYSSEUS [Oslo] in den letzten Jahren auch zunehmend im Musiktheater profiliert.


Kategorie: Oper

Tannhäuser sehnt sich aus dem Reich der Venus in sein irdisches Leben zurück. Erst mit dem Anruf der Jungfrau Maria gelingt es ihm, der Göttin zu entkommen. Hermann von Thüringen und seine ritterliche Jagdgesellschaft heißen den lang Verschollenen willkommen. Die Aussicht auf die Begegnung mit der geliebten Elisabeth bewegt ihn zur Heimkehr. In einem Sängerwettstreit auf der Wartburg soll das Wesen der Liebe ergründet werden. Die geladenen Sänger singen von der Reinheit des Gefühls, Tannhäuser jedoch preist die Leidenschaft der Venus. Das offene Bekenntnis zur Lust bringt die Gesellschaft in Aufruhr.- man will mit Waffen gegen Tannhäuser vorgehen, doch Elisabeth, obgleich selbst verletzt, schützt sein Leben. Der Landgraf erlegt Tannhäuser eine Bußfahrt nach Rom auf. Die Pilger jedoch kehren ohne Tannhäuser zurück.- nur er allein hat nicht die päpstliche Vergebung erlangt. Ihm droht ewige Verdammnis, der er durch die Rückkehr zu Venus zu entgehen hofft. Die Anrufung von Elisabeths Namen lässt ihn wieder zur Besinnung kommen – im Angesicht ihres Todes findet seine zerrissene Seele nunmehr auch Erlösung. Das Theater als Traumort: Ausgehend von der Überlegung, dass Venus und Elisabeth lediglich zwei Möglichkeiten darstellen, die eine Person in sich zu vereinen vermag, ist Wagners Oper Ausgangspunkt für ein Bühnen-Spiel mit den Facetten und Möglichkeiten im zwischenmenschlichen Miteinander. Nicht nur der mittelalterliche Moralkodex, dem das Personal des Stückes vordergründig unterworfen, ist dabei eine der bestimmenden Ebenen, sondern auch die Wandlungen des Blickwinkels, die durch die entgegenstehenden dispositionellen Ausprägungen in einer Person möglich sind. Nicht mehr der Hin- und Hergerissene steht im Zentrum der Beachtung, sondern viel stärker als allgemein üblich die Hin- und Herreißende: Venus / Elisabeth. TANNHÄUSER aus der Sicht der einen Frau, die viel mehr ist als lediglich Hure oder Heilige. Mehr als dieses „Entweder-Oder“ interessiert uns, in diesem Werk der „Kunst der Liebe“ nachzuspüren. „Da Ludwig der Milde, Landgraf von Thüringen, auf einem Kreuzzug im Morgenlande gestorben war, verließ er keine Kinder, und das Land fiel an seinen Bruder Hermann. Zu dessen Zeiten blühte in deutschen Landen der Minnesang und ward geübt und geliebt von Fürsten und Edeln, und Fürst Hermann versammelte viele Sänger zu seinem glänzenden Hofhalt auf der Wartburg. Eine Zeit nach ihm lebte auch ein Minnesänger im Frankenlande, der führte wie die meisten seiner Sanggenossen ein Wanderleben. Da habe ihn, als er am Hörseelenberge vorüberzog, die Erscheinung eines wunderholden Frauenbildes aufgehalten, das sei niemand anders als eben Frau Venus selbst gewesen, und ihm gewinkt, ihr in den Berg hineinzufolgen, und obschon auch ihn der treue Eckart gewarnt, habe der Ritter doch nicht zu widerstehen vermocht, und sei hineingegangen, und habe sich von Frau Venus umstricken lassen, und habe ein ganzes Jahr im Berge verweilt. Viele alte Lieder singen und sagen, wie nun die Reue über den Tannhäuser gekommen, daß er sich besonnen und in sich gegangen, und habe wieder aus dem Berge herausbegehrt. Als er solches nun äußerte, erinnerte Frau Venus ihn an seinen Eid, den er ihr geschworen, allein Tannhäuser leugnete ihr solches in ihr schönes Gesicht hinein. Darauf erbot sie sich, ihm eine andere Gespielin statt ihrer zu geben, aber er sprach, so er solches täte, müsse er ewig ob solcher Vielweiberei in der Glut der Hölle brennen. Da lachte Frau Venus hell auf und fragte ihn, was er doch von der Hölle Glut schwatze. Ob er diese je bei ihr empfunden habe? Ob nicht ihr roter Mund zu allen Stunden ihm freundlich zugelacht? So ging der Streit noch eine Weile fort, bis Tannhäuser in seiner Undankbarkeit für alles Liebe und Gute, was Frau Venus an ihm getan, sie eine Teufelin schimpfte. Das nahm Frau Venus endlich übel und drohte, es ihm entgelten zu lassen. Da schrie der Tannhäuser die Jungfrau Maria an, ihm von dem Weibe zu helfen, und da sprach Frau Venus mit Stolz: Nun könne er hingehn, er möge sich nur bei dem Greise beurlauben – er werde dennoch ihr Lob noch preisen. Nun ging der Tannhäuser reuevoll aus dem Venusberge und wallete gen Rom zum Papst Urban, dem klagte und beichtete er seine Sünden und bekannte, daß er bei einer Frau mit Namen Venus ein Jahr lang gewesen. Der Papst hielt in seiner Hand den hohen Stab mit dem römischen Doppelkreuze und sprach zu dem reuigen Sänger: So wenig der dürre Stab hier grünet, kommst du, der du bei des Teufels Hulde warst, zu Gottes Hulde! Vergebens flehte der Tannhäuser, ihm eine jahrelange Buße aufzuerlegen, dann zog er wie der aus dem ewigen Rom voll Leid und Jammer und klagte bitterlich, daß des Papstes hartes Wort ihn auf ewig von Maria, der himmlischen Huldin, scheide, daß Gott ihn nicht annehme, und verwünschete sich wieder zu Frau Venus in den Hörseelenberg. Die stand schon da und lachte hell und spottete ihm entgegen recht teufelisch: Seid gottwillkommen, Tannhäuser, mein lieber Herr, ich hab Euer recht lang entbehrt, mein auserkorener Buhle!, und lachte noch einmal und riß ihn durch die Höhlenpforte mit sich hinab. Aber am dritten Tage danach, da hub des Papstes Stab an zu grünen, und nun sandte der Papst Boten aus in alle Lande, wo der Tannhäuser hingekommen wäre – der war aber wieder in dem Berg bei seinem schlimmen Lieb …“ (Ludwig Bechstein)


Kategorie: Oper

Jahrtausende alt ist der klassische chinesische Tanz. Er gehört zu den großen Schätzen der Menschheit. Bei SHEN YUN kann man ihn in seiner ursprünglichen Form erleben – als poetische Sprache ohne Worte, die uralte Werte und Tugenden vermittelt. 5.000 Jahre chinesische Kultur hinterließen eine Fülle an literarischen Klassikern, historischen Epen und Volksmärchen. Geschichten voller Göttlichkeit und Magie – aus einer Welt, in der Helden gegen Dämonen kämpfen, Abenteuer in himmlischen Sphären erleben oder tief auf dem Meeresgrund Paläste entdecken. In Szenen voller Überraschungen, Dramatik und Humor erlebt das Publikum Helden wie den „Affenkönig“ und den verrückten Mönch.- ehrwürdige Kaiser, Generäle und Weisheitslehrer, Feen aus himmlischen Welten — sie alle verkörpern die Seele Chinas. Hinzukommen klassische Tänze und Folklore unterschiedlicher Ethnien. Das Bühnengeschehen hallt in einer Musik wider, die erzählerischer kaum sein könnte. Das SHEN YUN Sinfonieorchester entfaltet Majestät, Epos und exotische Verspieltheit, indem es westliche und traditionelle chinesische Instrumente vereint. Historische Melodien erwarten den Hörer genauso wie dramatische musikalische Schilderungen. Ein riesiges, animiertes Bühnenbild entführt die Zuschauer auf eine Reise durch Raum und Zeit, in verschiedene Dynastien und Landschaften. Die historisch inspirierten Kostüme bezaubern durch scheinbare Schwerelosigkeit: Zarte Seidenstoffe, Fächer und Accessoires in strahlendem Farbenspiel. Der Zuschauer wird Teil einer kulturellen Renaissance, denn die Mission von SHEN YUN ist, Chinas verlorenes Erbe wiederzubeleben und mit der Welt zu teilen. Das Ensemble wurde 2006 in New York gegründet, wo es uneingeschränkte künstlerische Freiheit genießt. In Nordamerika und Asien gilt SHEN YUN seit Jahren als Sensation. Im April 2018 feiert das unabhängige Ensemble aus New York sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. Hier finden Sie weitere Informationen zu SHEN YUN, zu SHEN YUN Performing Arts sowie zum SHEN YUN Symphony Orchestra.


Kategorie: Ballet

Jahrtausende alt ist der klassische chinesische Tanz. Er gehört zu den großen Schätzen der Menschheit. Bei SHEN YUN kann man ihn in seiner ursprünglichen Form erleben – als poetische Sprache ohne Worte, die uralte Werte und Tugenden vermittelt. 5.000 Jahre chinesische Kultur hinterließen eine Fülle an literarischen Klassikern, historischen Epen und Volksmärchen. Geschichten voller Göttlichkeit und Magie – aus einer Welt, in der Helden gegen Dämonen kämpfen, Abenteuer in himmlischen Sphären erleben oder tief auf dem Meeresgrund Paläste entdecken. In Szenen voller Überraschungen, Dramatik und Humor erlebt das Publikum Helden wie den „Affenkönig“ und den verrückten Mönch.- ehrwürdige Kaiser, Generäle und Weisheitslehrer, Feen aus himmlischen Welten — sie alle verkörpern die Seele Chinas. Hinzukommen klassische Tänze und Folklore unterschiedlicher Ethnien. Das Bühnengeschehen hallt in einer Musik wider, die erzählerischer kaum sein könnte. Das SHEN YUN Sinfonieorchester entfaltet Majestät, Epos und exotische Verspieltheit, indem es westliche und traditionelle chinesische Instrumente vereint. Historische Melodien erwarten den Hörer genauso wie dramatische musikalische Schilderungen. Ein riesiges, animiertes Bühnenbild entführt die Zuschauer auf eine Reise durch Raum und Zeit, in verschiedene Dynastien und Landschaften. Die historisch inspirierten Kostüme bezaubern durch scheinbare Schwerelosigkeit: Zarte Seidenstoffe, Fächer und Accessoires in strahlendem Farbenspiel. Der Zuschauer wird Teil einer kulturellen Renaissance, denn die Mission von SHEN YUN ist, Chinas verlorenes Erbe wiederzubeleben und mit der Welt zu teilen. Das Ensemble wurde 2006 in New York gegründet, wo es uneingeschränkte künstlerische Freiheit genießt. In Nordamerika und Asien gilt SHEN YUN seit Jahren als Sensation. Im April 2018 feiert das unabhängige Ensemble aus New York sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. Hier finden Sie weitere Informationen zu SHEN YUN, zu SHEN YUN Performing Arts sowie zum SHEN YUN Symphony Orchestra.


Kategorie: Ballet

„Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ ist der Ausgangspunkt für ein großes Jugendprojekt, in dem es um Fragen geht, die jeden von uns betreffen: Was macht eigentlich Herkunft aus? Sind es die Vorfahren der Familie, ein soziales Umfeld, ein Land, die Religion, eine Stadt? Ist es die Zugehörigkeit zu einer wie auch immer definierten Gruppe? Oder der individuelle Lebensweg, mit seinen Entscheidungen wie Zufällen? In einem mehrwöchigen Labor wird diesen Fragen zusammen mit jungen Menschen nicht nur biografisch, sondern auch musikalisch nachgegangen: Wie ist es möglich, ein erinnertes Hören hörbar zu machen und den Ohren des anderen die eigene Herkunft erfahrbar werden zu lassen? Die künstlerische Leitung des Projekts liegt in den Händen von Bernarda Horres. Die Regisseurin arbeitet in Schauspiel und Oper gleichermaßen, hat unter anderem am Schauspiel Köln, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, in den Sophiensaelen, am Landestheater Linz und der Staatsoper Hannover gearbeitet. In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin hat sie 2016 das Projekt WAS ICH SCHON IMMER SAGEN WOLLTE inszeniert.


Kategorie: Workshop

Jahrtausende alt ist der klassische chinesische Tanz. Er gehört zu den großen Schätzen der Menschheit. Bei SHEN YUN kann man ihn in seiner ursprünglichen Form erleben – als poetische Sprache ohne Worte, die uralte Werte und Tugenden vermittelt. 5.000 Jahre chinesische Kultur hinterließen eine Fülle an literarischen Klassikern, historischen Epen und Volksmärchen. Geschichten voller Göttlichkeit und Magie – aus einer Welt, in der Helden gegen Dämonen kämpfen, Abenteuer in himmlischen Sphären erleben oder tief auf dem Meeresgrund Paläste entdecken. In Szenen voller Überraschungen, Dramatik und Humor erlebt das Publikum Helden wie den „Affenkönig“ und den verrückten Mönch.- ehrwürdige Kaiser, Generäle und Weisheitslehrer, Feen aus himmlischen Welten — sie alle verkörpern die Seele Chinas. Hinzukommen klassische Tänze und Folklore unterschiedlicher Ethnien. Das Bühnengeschehen hallt in einer Musik wider, die erzählerischer kaum sein könnte. Das SHEN YUN Sinfonieorchester entfaltet Majestät, Epos und exotische Verspieltheit, indem es westliche und traditionelle chinesische Instrumente vereint. Historische Melodien erwarten den Hörer genauso wie dramatische musikalische Schilderungen. Ein riesiges, animiertes Bühnenbild entführt die Zuschauer auf eine Reise durch Raum und Zeit, in verschiedene Dynastien und Landschaften. Die historisch inspirierten Kostüme bezaubern durch scheinbare Schwerelosigkeit: Zarte Seidenstoffe, Fächer und Accessoires in strahlendem Farbenspiel. Der Zuschauer wird Teil einer kulturellen Renaissance, denn die Mission von SHEN YUN ist, Chinas verlorenes Erbe wiederzubeleben und mit der Welt zu teilen. Das Ensemble wurde 2006 in New York gegründet, wo es uneingeschränkte künstlerische Freiheit genießt. In Nordamerika und Asien gilt SHEN YUN seit Jahren als Sensation. Im April 2018 feiert das unabhängige Ensemble aus New York sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. Hier finden Sie weitere Informationen zu SHEN YUN, zu SHEN YUN Performing Arts sowie zum SHEN YUN Symphony Orchestra.


Kategorie: Ballet

„Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ ist der Ausgangspunkt für ein großes Jugendprojekt, in dem es um Fragen geht, die jeden von uns betreffen: Was macht eigentlich Herkunft aus? Sind es die Vorfahren der Familie, ein soziales Umfeld, ein Land, die Religion, eine Stadt? Ist es die Zugehörigkeit zu einer wie auch immer definierten Gruppe? Oder der individuelle Lebensweg, mit seinen Entscheidungen wie Zufällen? In einem mehrwöchigen Labor wird diesen Fragen zusammen mit jungen Menschen nicht nur biografisch, sondern auch musikalisch nachgegangen: Wie ist es möglich, ein erinnertes Hören hörbar zu machen und den Ohren des anderen die eigene Herkunft erfahrbar werden zu lassen? Die künstlerische Leitung des Projekts liegt in den Händen von Bernarda Horres. Die Regisseurin arbeitet in Schauspiel und Oper gleichermaßen, hat unter anderem am Schauspiel Köln, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, in den Sophiensaelen, am Landestheater Linz und der Staatsoper Hannover gearbeitet. In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin hat sie 2016 das Projekt WAS ICH SCHON IMMER SAGEN WOLLTE inszeniert.


Kategorie: Workshop

Jahrtausende alt ist der klassische chinesische Tanz. Er gehört zu den großen Schätzen der Menschheit. Bei SHEN YUN kann man ihn in seiner ursprünglichen Form erleben – als poetische Sprache ohne Worte, die uralte Werte und Tugenden vermittelt. 5.000 Jahre chinesische Kultur hinterließen eine Fülle an literarischen Klassikern, historischen Epen und Volksmärchen. Geschichten voller Göttlichkeit und Magie – aus einer Welt, in der Helden gegen Dämonen kämpfen, Abenteuer in himmlischen Sphären erleben oder tief auf dem Meeresgrund Paläste entdecken. In Szenen voller Überraschungen, Dramatik und Humor erlebt das Publikum Helden wie den „Affenkönig“ und den verrückten Mönch.- ehrwürdige Kaiser, Generäle und Weisheitslehrer, Feen aus himmlischen Welten — sie alle verkörpern die Seele Chinas. Hinzukommen klassische Tänze und Folklore unterschiedlicher Ethnien. Das Bühnengeschehen hallt in einer Musik wider, die erzählerischer kaum sein könnte. Das SHEN YUN Sinfonieorchester entfaltet Majestät, Epos und exotische Verspieltheit, indem es westliche und traditionelle chinesische Instrumente vereint. Historische Melodien erwarten den Hörer genauso wie dramatische musikalische Schilderungen. Ein riesiges, animiertes Bühnenbild entführt die Zuschauer auf eine Reise durch Raum und Zeit, in verschiedene Dynastien und Landschaften. Die historisch inspirierten Kostüme bezaubern durch scheinbare Schwerelosigkeit: Zarte Seidenstoffe, Fächer und Accessoires in strahlendem Farbenspiel. Der Zuschauer wird Teil einer kulturellen Renaissance, denn die Mission von SHEN YUN ist, Chinas verlorenes Erbe wiederzubeleben und mit der Welt zu teilen. Das Ensemble wurde 2006 in New York gegründet, wo es uneingeschränkte künstlerische Freiheit genießt. In Nordamerika und Asien gilt SHEN YUN seit Jahren als Sensation. Im April 2018 feiert das unabhängige Ensemble aus New York sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. Hier finden Sie weitere Informationen zu SHEN YUN, zu SHEN YUN Performing Arts sowie zum SHEN YUN Symphony Orchestra.


Kategorie: Ballet

„Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ ist der Ausgangspunkt für ein großes Jugendprojekt, in dem es um Fragen geht, die jeden von uns betreffen: Was macht eigentlich Herkunft aus? Sind es die Vorfahren der Familie, ein soziales Umfeld, ein Land, die Religion, eine Stadt? Ist es die Zugehörigkeit zu einer wie auch immer definierten Gruppe? Oder der individuelle Lebensweg, mit seinen Entscheidungen wie Zufällen? In einem mehrwöchigen Labor wird diesen Fragen zusammen mit jungen Menschen nicht nur biografisch, sondern auch musikalisch nachgegangen: Wie ist es möglich, ein erinnertes Hören hörbar zu machen und den Ohren des anderen die eigene Herkunft erfahrbar werden zu lassen? Die künstlerische Leitung des Projekts liegt in den Händen von Bernarda Horres. Die Regisseurin arbeitet in Schauspiel und Oper gleichermaßen, hat unter anderem am Schauspiel Köln, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, in den Sophiensaelen, am Landestheater Linz und der Staatsoper Hannover gearbeitet. In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin hat sie 2016 das Projekt WAS ICH SCHON IMMER SAGEN WOLLTE inszeniert.


Kategorie: Workshop

„Der Schrei des Pfauen in der Nacht“ ist der Ausgangspunkt für ein großes Jugendprojekt, in dem es um Fragen geht, die jeden von uns betreffen: Was macht eigentlich Herkunft aus? Sind es die Vorfahren der Familie, ein soziales Umfeld, ein Land, die Religion, eine Stadt? Ist es die Zugehörigkeit zu einer wie auch immer definierten Gruppe? Oder der individuelle Lebensweg, mit seinen Entscheidungen wie Zufällen? In einem mehrwöchigen Labor wird diesen Fragen zusammen mit jungen Menschen nicht nur biografisch, sondern auch musikalisch nachgegangen: Wie ist es möglich, ein erinnertes Hören hörbar zu machen und den Ohren des anderen die eigene Herkunft erfahrbar werden zu lassen? Die künstlerische Leitung des Projekts liegt in den Händen von Bernarda Horres. Die Regisseurin arbeitet in Schauspiel und Oper gleichermaßen, hat unter anderem am Schauspiel Köln, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, in den Sophiensaelen, am Landestheater Linz und der Staatsoper Hannover gearbeitet. In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin hat sie 2016 das Projekt WAS ICH SCHON IMMER SAGEN WOLLTE inszeniert.


Kategorie: Workshop

Es kann beruhigend sein zu wissen, dass die Tränen, die auf der Bühne vergossen werden, falsch sind, dass die Gefühle nur gespielt sind und die Schmerzen von den Darstellern nicht wirklich durchlitten werden. Beruhigung aber ist nicht die Sache der jungen italienischen Komponisten an der Schwelle zum 20. Jahrhundert, im Gegenteil: aufrütteln wollten sie die Zuschauer, sie hineinziehen in den Strudel der Gefühle, sie überrumpeln mit den komischen und tragischen Wendungen, die ihre dem Leben abgeschauten Geschichten nehmen. In der literarischen Bewegung des ‚verismo’ [abgeleitet aus ‚il vero’ = das Wahre/die Wahrheit] fanden sie ihr Anliegen vorgeformt, und es ist nur konsequent, dass Pietro Mascagni als Vorlage für seinen Erstling eine Novelle von deren Hauptvertreter Giovanni Verga auswählte. Cavalleria rusticana [der deutsche Titel ist: Sizilianische Bauernehre] hatte seine Bühnentauglichkeit schon in einer Dramatisierung unter Beweis gestellt, die auch in Mascagnis Heimatstadt Livorno gezeigt wurde. 1880 war die Erzählung erschienen in der Sammlung Vita dei campi, was eigentlich Leben auf dem Lande heißt, wegen der Herkunft des Autors in der deutschen Übersetzung jedoch meist Sizilianische Dorfgeschichten genannt wird. Mühelos gewann Mascagni mit seinem Erstling den Kompositionswettbewerb, den der Verleger Sonzogno 1888/89 für Operneinakter ausgeschrieben hatte. Die überaus erfolgreiche Uraufführung im römischen Teatro Costanzi am 17. Mai 1890 darf als Geburtsstunde des musikalischen ‚verismo’ gelten. Zwei Jahre später erst schrieb Ruggero Leoncavallo die Kurzoper PAGLIACCI mit dem berühmten Prolog. Der deutsche Titel DER BAJAZZO setzt richtigerweise die Hauptfigur in die Einzahl, die Mehrzahl im italienischen Original wurde von dem berühmten Sänger Victor Maurel erzwungen, der als Tonio den Prolog zu singen hatte und dessen Rolle sonst im Titel des Werks nicht erschienen wäre. Der gesungene Prolog enthalt das Credo des ‚verismo’: „Der Künstler ist ein Mensch und muss für Menschen schreiben. [...] Wir sind Menschen aus Fleisch und Blut und wir atmen genauso wie Ihr den Hauch dieser verlorenen Welt.“ Der dialektische Kunstgriff Leoncavallos ist, dass in seiner den „Vermischten Meldungen“ einer Zeitung ähnelnden Geschichte die Tragödie sich gerade deshalb zuspitzt, weil der Darsteller des Bajazzo Spiel und Ernst nicht mehr zu trennen vermag. Die Kombination dieser beiden Kulminationspunkte des musikalischen „verismo“ zum Doppelabend, im Englischen mit dem Kürzel CAV & PAG versehen, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingebürgert. Wie Zwillinge gleichen sie sich und konnten doch nicht unterschiedlicher sein: die Ouvertüre wird durch Gesang unterbrochen, ein Zwischenspiel verbindet die beiden Akte [ja, natürlich ist CAVALLERIA RUSTICANA auch ein Zweiakter, nur die Wettbewerbsbedingungen forderten, dass auf dem Titelblatt ‚in einem Akt’ steht!], süditalienisches Ambiente in der Gegenwart der Autoren, Genreszenen der Chöre mit Beschreibung von Orangenduft oder Kirchenglocken. Sonst aber: spätes Aufblühen von Belcanto bei Mascagni, Leitmotive und vielfältige Orchestereffekte bei Leoncavallo, Dominanz der Kirche und der engstirnigen Moral fast wie bei Garcia Lorca hier und pralles Leben mit Lust auf Zerstreuung dort.


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

Eine faszinierende Frauengestalt steht im Zentrum von Dmitrij Schostakowitschs Oper LADY MACBETH VON MZENSK: Zwar schreckt die russische Kaufmannsfrau Katerina Ismailowa nicht davor zurück, ihren Mann und ihren Schwiegervater zu ermorden, doch schafft es der Komponist, dass man sie und ihre Taten weniger verurteilt als vielmehr versteht. Katerina sei eine Frau, die um der Liebe willen zu allem fähig sei, beschrieb Schostakowitsch das Wesen seiner Titelheldin und zeigt in seiner Oper die Entwicklung einer Frau, die durch die Härte und Rohheit ihrer Umgebung pervertiert wird. Als diese zweite Oper Schostakowitschs 1934 uraufgeführt wurde, befand sich der damals erst 26-Jährige auf einem ersten Gipfelpunkt seines kompositorischen Schaffens, der parallel auch durch Werke wie die vierte Sinfonie markiert wird. Das vier Jahre später erfolgte Aufführungsverbot durch Stalin, der sich an musikalischen Kühnheiten, aber wohl auch an der humanistischen Kernaussage des Stücks stieß, bedeutete für die Rezeption der LADY MACBETH VON MZENSK zwar eine Zäsur, konnte den Welterfolg der Oper jedoch letztlich nicht aufhalten. An der Deutschen Oper Berlin wird Schostakowitschs Werk von einem Regisseur inszeniert, der erstmalig in Deutschland arbeitet. In Skandinavien jedoch gehört der Norweger Ole Anders Tandberg zu den bekanntesten Schauspielregisseuren und hat sich mit Arbeiten wie DIE ZAUBERFLÖTE [Stockholm] und DIE HEIMKEHR DES ODYSSEUS [Oslo] in den letzten Jahren auch zunehmend im Musiktheater profiliert.


Kategorie: Oper

„Woher hast du die wahnsinnigen Rechte genommen, denen du dein Leben verschrieben hast?“, fragt George Sand den Legendären. Gottfried Benn vertraut er beiläufig an: „Mir träumte einmal, eine junge Birke schenkte mir einen Sohn.“ Keine andere Kunstfigur der Neuzeit hat mehr publizistische Aufmerksamkeit erfahren als Don Juan, jener „Verführer von Sevilla“, der 1613 aus der Feder eines spanischen Mönchs floh. Nur sieben Jahre jünger als sein Landsmann Don Quijote bahnt er sich seither seinen Weg durch Dramen, Epen, Romane und Opern, geistert über Kinoleinwände und Plasmabildschirme. Vor wechselnden moralischen Hintergründen prahlt er – Mahnmal und Ikone – mit seiner berühmten Liste, angelegt gegen den Tod, den er als steinernen Schatten wirft. „Mein soll die Hölle sein!“, hörte ihn Lord Byron sagen. Ein schneidender Akkord eröffnet am 29. Oktober 1787 im Gräflich Nostizschen Nationaltheater in Prag unter der Leitung des Komponisten die Ouvertüre zu einem Dramma giocoso über den Todeslauf von DON GIOVANNI. In der Geschichte des Musiktheaters ist dieser Augenblick nachträglich mit dem Urknall zu vergleichen. Um sich in die Figur des zügellosen Wüstlings und Gotteslästerers versetzen zu können, musste sich Textdichter Lorenzo da Ponte immer wieder durch Flirts mit der Tochter seiner Wirtin in Stimmung bringen. Mozart selbst, im Jahr zuvor mit seinem FIGARO erfolgreich, komponiert für 1000 Gulden Gage unter großem Zeitdruck. Die Ouvertüre wird erst am Tag der Uraufführung um 7 Uhr abends fertig. Einen „Blitz“ sieht Søren Kierkegaard, der „aus dem Dunkel der Wetterwolke sich löst, unsteter als dieser und doch ebenso taktfest. Höre der Leidenschaft zügelloses Begehren, höre das Rauschen der Liebe, höre das Raunen der Versuchung, höre den Wirbel der Verführung, höre des Augenblicks Stille – höre, höre, höre Mozarts Don Juan!“ Die Höllenfahrt, zu der der Archetyp sittlicher Verwerflichkeit bislang verurteilt war, fährt ihm diesmal als Seele ein. Für sein Ende wird zwar die ganze abendländische Metaphysik bemüht, doch bestätigt es nicht mehr allein die Gerechten in ihrer Entrüstung, sondern stiftet Betroffenheit. Die Freiheit, die der Libertin wider die verordnete Demut preist, macht ihn an der Schwelle zur Französischen Revolution zum anarchischen Prototyp. In seiner Zügellosigkeit, als Lebensentwurf aus dem Diktat der Hormone geschält, können sich triebhafte Sehnsüchte und Selbstverwirklichungsphantasien nachfolgender Generationen spiegeln. Das 19. Jahrhundert wird ihn mit Faust verschwägern, um ihn dann sinnbeschwert der Psychoanalyse zu überlassen. Julia Kristeva ortet in ihm den „Sohn einer Mutter, die bei ihrem Gatten zur Träumerin wird und an ihren Kleinen weitergibt, er möge alle Frauen so erobern, wie keiner sie selbst je erobert hat“. Dass er traurig sein könnte, hält Albert Camus für unwahrscheinlich. Wie das „Lachen, die sieghafte Frechheit, das Sprunghafte“, das zutiefst Irdische, das der französische Philosoph an ihm diagnostiziert, doch täuschen kann! – Mit D.H. Lawrence sinniert der Ruhelose: „Wo gibt es Frieden für mich? Das Mysterium muss in mich verliebt sein …“ Was treibt den Verführer durch die Schlafzimmer der Jahrhunderte? Was jagt den Jäger? Wer ist dieser Mann, der immer nur bedeutet, wirklich? * * * DIE HANDLUNG (Roland Schwab, Christian Baier) Erster Teil – DIE OHNMACHT DER FREIHEIT Aus dem Dunkel kommend – Don Giovanni. Viele Gesichter hat der „Verführer aller Verführer“ mit den Jahren bekommen! Wer aber ist er wirklich? 7. Das Donna-Anna-Syndrom So will es die Story: Don Giovanni tötet den Vater seiner Geliebten Donna Anna. Wie oft hat er das schon getan! Neben der Leiche lässt er eine rätselhafte Karte zurück. Der Countdown läuft … Donna Anna verschweigt ihrem Bräutigam, Don Ottavio, ihr Verhältnis mit Don Giovanni. An der Leiche ihres Vaters schwört sie Vergeltung. Rache heißt fortan das Mantra ihres schlechten Gewissens. 6. Der Donna-Elvira-Komplex So sieht es das Libretto vor: Donna Elvira, eine „abgelegte“ Geliebte, stellt Don Giovanni zur Rede. Leporello, sein Diener, führt ihr vor Augen, wie unbedeutend ihr persönlicher Schmerz ist, gemessen an der Unzahl gebrochener Herzen, die Don Giovannis Lebensweg pflastern. Eine geheimnisvolle Karte ist auch für Donna Elvira bestimmt … 5. Die Zerlina-Situation So bestimmt es die Dramaturgie: Hochzeit von Zerlina und Masetto. Vor Augen Donna Elviras und des Bräutigams verführt Don Giovanni – sein Image verlangt es – die Braut. Und spielt eine weitere seiner merkwürdigen Karten aus … In Donna Elvira und Masetto finden Donna Anna und Don Ottavio Verbündete für ihre Rache an Don Giovanni. Zerlina soll der Lockvogel sein. Die Freiheit feiert ihr Fest. In Verkleidung verschaffen sich die Rächer Zutritt und stellen Don Giovanni. Bereitwillig beugt er sein Haupt unter das Schwert, das Don Ottavio gegen ihn erhebt. Nun ist alles zu Ende! Lange hat er auf diesen Augenblick gewartet. Doch Hoffnung ist ein Witz ohne Pointe. Das Chaos, sein Weggefährte seit Jahrhunderten, schlägt über ihm zusammen. Zweiter Teil – DIE LETZTE VERSUCHUNG 4. Innocentia Der Morgen danach. Ein Mädchen. Tote Menschen wiegen schwerer als gebrochene Herzen. Drei Karten sind noch übrig … 3. Stunde der Komödianten So braucht es das „Dramma giocoso“: Als Don Giovanni verkleidet soll Leporello Donna Elvira ablenken. Die Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf. Don Giovanni lockt Masetto in eine Falle. – Zwei Karten bleiben noch … Leporello fliegt auf. Knapp entkommt er den Rächern. 2. Master of Horror Auf dem Friedhof. Die Stimme des toten Komturs. Don Giovanni bittet den Toten zu einem Abendmahl. Zum finalen, wie er hofft. Die Weichen für das Jüngste Gericht sind gestellt … Auf den Trümmern ihrer Beziehung fügen sich Donna Anna, verbissen in ihre Lebenslüge, und Don Ottavio, einen unausgesprochenen Verdacht in sich, in die sanften Schrecken, die ihre kalte Ehe für sie bereithält. Eine Karte hält Don Giovanni noch in der Hand. – Der letzte Trumpf … 1. Das Don-Giovanni-Prinzip Don Giovanni erwartet seinen wahren Richter. Vergeblich beschwört ihn Donna Elvira, von seinem Vorhaben abzulassen. Zu viel aber ist schon gesagt, gedichtet, geschrieben über ihn. Jahrhunderte der Deutungen lassen keinen Spielraum. Auf dem Schienenstrang der Interpretationen treibt Don Giovanni seinem vorbestimmten Ende entgegen. Schon ruft ihn das Strafgericht auf die Anklagebank. Himmel und Hölle werfen den Motor des Untergangs an. Die letzte Karte ist gezückt. Wem gilt sie? Der Countdown ist zu Ende. – Und wieder ist nichts geschehen. Die wahre Hölle ist die Wiederholung. Ins Dunkel gehend, der nächsten Deutung zu – Don Giovanni …


Kategorie: Oper

Mit ihrer Kammermusik-Reihe haben sich die Musiker und Musikerinnen des Orchesters der Deutschen Oper Berlin einen Wunsch erfüllt: Inspiriert von zentralen Produktionen des Opernspielplans, stellen sie Konzertprogramme mit Werken zusammen, die ihnen persönlich am Herzen liegen. Dabei werden sie von Sängern aus dem Ensemble des Hauses, aber auch von Gästen unterstützt. Die Konzerte finden in den Bühnenbildern der jeweils aktuellen Tischlerei-Produktion statt, die immer wieder für neue, unkonventionelle Raumlösungen sorgen.


Kategorie: Klassik

Rund 550 festangestellte Mitarbeiter und viele Gastkünstler sorgen täglich auf, vor und hinter der Bühne dafür, dass an der Deutschen Oper Berlin „der Lappen hochgeht“ und das Publikum das Haus um unvergessliche Eindrücke reicher wieder verlässt. Alle können wir Ihnen in der Veranstaltungsreihe OPERNWERKSTATT nicht auf einmal vorstellen. Doch wer die OPERNWERKSTATT regelmäßig besucht, wird sie allmählich kennenlernen: die klugen Köpfe, die hinter dem Gesamtkunstwerk Oper stecken, die Träume, Gedanken, Gefühle und Ambitionen, die sich mit ihm verbinden. Die OPERNWERKSTATT bringt Sie ins Gespräch mit Regisseuren, Dirigenten, Sängern, mit der Studienleiterin, Dramaturgen, Theatermachern. Jeder Termin beginnt mit dem Besuch einer szenischen oder musikalischen Probe. Nach dem Blick in die Werkstatt stellen wir Ihnen das entstehende Projekt vor und beantworten Ihre Fragen. Damit Sie sehen, was uns bewegt.


Kategorie: Workshop

Eine faszinierende Frauengestalt steht im Zentrum von Dmitrij Schostakowitschs Oper LADY MACBETH VON MZENSK: Zwar schreckt die russische Kaufmannsfrau Katerina Ismailowa nicht davor zurück, ihren Mann und ihren Schwiegervater zu ermorden, doch schafft es der Komponist, dass man sie und ihre Taten weniger verurteilt als vielmehr versteht. Katerina sei eine Frau, die um der Liebe willen zu allem fähig sei, beschrieb Schostakowitsch das Wesen seiner Titelheldin und zeigt in seiner Oper die Entwicklung einer Frau, die durch die Härte und Rohheit ihrer Umgebung pervertiert wird. Als diese zweite Oper Schostakowitschs 1934 uraufgeführt wurde, befand sich der damals erst 26-Jährige auf einem ersten Gipfelpunkt seines kompositorischen Schaffens, der parallel auch durch Werke wie die vierte Sinfonie markiert wird. Das vier Jahre später erfolgte Aufführungsverbot durch Stalin, der sich an musikalischen Kühnheiten, aber wohl auch an der humanistischen Kernaussage des Stücks stieß, bedeutete für die Rezeption der LADY MACBETH VON MZENSK zwar eine Zäsur, konnte den Welterfolg der Oper jedoch letztlich nicht aufhalten. An der Deutschen Oper Berlin wird Schostakowitschs Werk von einem Regisseur inszeniert, der erstmalig in Deutschland arbeitet. In Skandinavien jedoch gehört der Norweger Ole Anders Tandberg zu den bekanntesten Schauspielregisseuren und hat sich mit Arbeiten wie DIE ZAUBERFLÖTE [Stockholm] und DIE HEIMKEHR DES ODYSSEUS [Oslo] in den letzten Jahren auch zunehmend im Musiktheater profiliert.


Kategorie: Oper

„Woher hast du die wahnsinnigen Rechte genommen, denen du dein Leben verschrieben hast?“, fragt George Sand den Legendären. Gottfried Benn vertraut er beiläufig an: „Mir träumte einmal, eine junge Birke schenkte mir einen Sohn.“ Keine andere Kunstfigur der Neuzeit hat mehr publizistische Aufmerksamkeit erfahren als Don Juan, jener „Verführer von Sevilla“, der 1613 aus der Feder eines spanischen Mönchs floh. Nur sieben Jahre jünger als sein Landsmann Don Quijote bahnt er sich seither seinen Weg durch Dramen, Epen, Romane und Opern, geistert über Kinoleinwände und Plasmabildschirme. Vor wechselnden moralischen Hintergründen prahlt er – Mahnmal und Ikone – mit seiner berühmten Liste, angelegt gegen den Tod, den er als steinernen Schatten wirft. „Mein soll die Hölle sein!“, hörte ihn Lord Byron sagen. Ein schneidender Akkord eröffnet am 29. Oktober 1787 im Gräflich Nostizschen Nationaltheater in Prag unter der Leitung des Komponisten die Ouvertüre zu einem Dramma giocoso über den Todeslauf von DON GIOVANNI. In der Geschichte des Musiktheaters ist dieser Augenblick nachträglich mit dem Urknall zu vergleichen. Um sich in die Figur des zügellosen Wüstlings und Gotteslästerers versetzen zu können, musste sich Textdichter Lorenzo da Ponte immer wieder durch Flirts mit der Tochter seiner Wirtin in Stimmung bringen. Mozart selbst, im Jahr zuvor mit seinem FIGARO erfolgreich, komponiert für 1000 Gulden Gage unter großem Zeitdruck. Die Ouvertüre wird erst am Tag der Uraufführung um 7 Uhr abends fertig. Einen „Blitz“ sieht Søren Kierkegaard, der „aus dem Dunkel der Wetterwolke sich löst, unsteter als dieser und doch ebenso taktfest. Höre der Leidenschaft zügelloses Begehren, höre das Rauschen der Liebe, höre das Raunen der Versuchung, höre den Wirbel der Verführung, höre des Augenblicks Stille – höre, höre, höre Mozarts Don Juan!“ Die Höllenfahrt, zu der der Archetyp sittlicher Verwerflichkeit bislang verurteilt war, fährt ihm diesmal als Seele ein. Für sein Ende wird zwar die ganze abendländische Metaphysik bemüht, doch bestätigt es nicht mehr allein die Gerechten in ihrer Entrüstung, sondern stiftet Betroffenheit. Die Freiheit, die der Libertin wider die verordnete Demut preist, macht ihn an der Schwelle zur Französischen Revolution zum anarchischen Prototyp. In seiner Zügellosigkeit, als Lebensentwurf aus dem Diktat der Hormone geschält, können sich triebhafte Sehnsüchte und Selbstverwirklichungsphantasien nachfolgender Generationen spiegeln. Das 19. Jahrhundert wird ihn mit Faust verschwägern, um ihn dann sinnbeschwert der Psychoanalyse zu überlassen. Julia Kristeva ortet in ihm den „Sohn einer Mutter, die bei ihrem Gatten zur Träumerin wird und an ihren Kleinen weitergibt, er möge alle Frauen so erobern, wie keiner sie selbst je erobert hat“. Dass er traurig sein könnte, hält Albert Camus für unwahrscheinlich. Wie das „Lachen, die sieghafte Frechheit, das Sprunghafte“, das zutiefst Irdische, das der französische Philosoph an ihm diagnostiziert, doch täuschen kann! – Mit D.H. Lawrence sinniert der Ruhelose: „Wo gibt es Frieden für mich? Das Mysterium muss in mich verliebt sein …“ Was treibt den Verführer durch die Schlafzimmer der Jahrhunderte? Was jagt den Jäger? Wer ist dieser Mann, der immer nur bedeutet, wirklich? * * * DIE HANDLUNG (Roland Schwab, Christian Baier) Erster Teil – DIE OHNMACHT DER FREIHEIT Aus dem Dunkel kommend – Don Giovanni. Viele Gesichter hat der „Verführer aller Verführer“ mit den Jahren bekommen! Wer aber ist er wirklich? 7. Das Donna-Anna-Syndrom So will es die Story: Don Giovanni tötet den Vater seiner Geliebten Donna Anna. Wie oft hat er das schon getan! Neben der Leiche lässt er eine rätselhafte Karte zurück. Der Countdown läuft … Donna Anna verschweigt ihrem Bräutigam, Don Ottavio, ihr Verhältnis mit Don Giovanni. An der Leiche ihres Vaters schwört sie Vergeltung. Rache heißt fortan das Mantra ihres schlechten Gewissens. 6. Der Donna-Elvira-Komplex So sieht es das Libretto vor: Donna Elvira, eine „abgelegte“ Geliebte, stellt Don Giovanni zur Rede. Leporello, sein Diener, führt ihr vor Augen, wie unbedeutend ihr persönlicher Schmerz ist, gemessen an der Unzahl gebrochener Herzen, die Don Giovannis Lebensweg pflastern. Eine geheimnisvolle Karte ist auch für Donna Elvira bestimmt … 5. Die Zerlina-Situation So bestimmt es die Dramaturgie: Hochzeit von Zerlina und Masetto. Vor Augen Donna Elviras und des Bräutigams verführt Don Giovanni – sein Image verlangt es – die Braut. Und spielt eine weitere seiner merkwürdigen Karten aus … In Donna Elvira und Masetto finden Donna Anna und Don Ottavio Verbündete für ihre Rache an Don Giovanni. Zerlina soll der Lockvogel sein. Die Freiheit feiert ihr Fest. In Verkleidung verschaffen sich die Rächer Zutritt und stellen Don Giovanni. Bereitwillig beugt er sein Haupt unter das Schwert, das Don Ottavio gegen ihn erhebt. Nun ist alles zu Ende! Lange hat er auf diesen Augenblick gewartet. Doch Hoffnung ist ein Witz ohne Pointe. Das Chaos, sein Weggefährte seit Jahrhunderten, schlägt über ihm zusammen. Zweiter Teil – DIE LETZTE VERSUCHUNG 4. Innocentia Der Morgen danach. Ein Mädchen. Tote Menschen wiegen schwerer als gebrochene Herzen. Drei Karten sind noch übrig … 3. Stunde der Komödianten So braucht es das „Dramma giocoso“: Als Don Giovanni verkleidet soll Leporello Donna Elvira ablenken. Die Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf. Don Giovanni lockt Masetto in eine Falle. – Zwei Karten bleiben noch … Leporello fliegt auf. Knapp entkommt er den Rächern. 2. Master of Horror Auf dem Friedhof. Die Stimme des toten Komturs. Don Giovanni bittet den Toten zu einem Abendmahl. Zum finalen, wie er hofft. Die Weichen für das Jüngste Gericht sind gestellt … Auf den Trümmern ihrer Beziehung fügen sich Donna Anna, verbissen in ihre Lebenslüge, und Don Ottavio, einen unausgesprochenen Verdacht in sich, in die sanften Schrecken, die ihre kalte Ehe für sie bereithält. Eine Karte hält Don Giovanni noch in der Hand. – Der letzte Trumpf … 1. Das Don-Giovanni-Prinzip Don Giovanni erwartet seinen wahren Richter. Vergeblich beschwört ihn Donna Elvira, von seinem Vorhaben abzulassen. Zu viel aber ist schon gesagt, gedichtet, geschrieben über ihn. Jahrhunderte der Deutungen lassen keinen Spielraum. Auf dem Schienenstrang der Interpretationen treibt Don Giovanni seinem vorbestimmten Ende entgegen. Schon ruft ihn das Strafgericht auf die Anklagebank. Himmel und Hölle werfen den Motor des Untergangs an. Die letzte Karte ist gezückt. Wem gilt sie? Der Countdown ist zu Ende. – Und wieder ist nichts geschehen. Die wahre Hölle ist die Wiederholung. Ins Dunkel gehend, der nächsten Deutung zu – Don Giovanni …


Kategorie: Oper

Unsere Führungen durch das Zuschauerhaus und über die Bühnen sowie durch die Probenräume und das Bühnenbildmagazin der Deutschen Oper Berlin vermitteln Ihnen spannende Eindrücke und Wissenswertes über die Deutsche Oper Berlin und den Alltag hinter den Kulissen. Welches architektonische Konzept verbirgt sich hinter der langen Waschbeton-Fassade an der Bismarckstraße? Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie laufen Proben ab? Erfahren Sie außerdem Details zur bewegten Geschichte des Hauses, das heute mit seinen modernen Neuinszenierungen und den frühen Repertoireschätzen einen Querschnitt durch über 40 Jahre Inszenierungs- und Aufführungspraxis zu bieten hat.


Kategorie: Führung

„Champagner hat’s verschuldet, tralalalala“ – darauf einigen sich nach einer durchzechten Nacht voller Verwechslungen und erotischer Ausrutscher am Ende die Protagonisten in Johann Strauߒ FLEDERMAUS. Schuld ist aber nicht nur der Alkohol, sondern Verwirrung stiftet vor allem die Intrige des gedemütigten Dr. Falke, der einst in einem Fledermauskostüm dem Spott der Kleinstadtgesellschaft ausgesetzt war und jetzt seine Chance nutzt, um sich an seinem ‚guten Freund‘, dem Lebemann Gabriel von Eisenstein, zu rächen. Und so werden die Kammerzofe als Schauspielerin, die Gattin als ungarische Gräfin und Eisenstein selbst als französischer Marquis maskiert und auf den Ball des Prinzen Orlofsky geschickt. Dass darauf nur Katzenjammer am frühen Morgen im Gefängnis folgt, liegt dann auch weniger am Champagner als in der Natur der Dinge. Johann Strauß gelang mit seiner FLEDERMAUS der Prototyp der Wiener Operette – walzergeschwängert, polkabesessen und dabei voller bitterböser Ironie. Inspiriert von den Offenbachschen Opéras bouffes aus Paris wurde dem bürgerlichen Salonpublikum schonungslos der Spiegel vorgehalten – und mancher Zuschauer erkannte sich im abstrusen Bäumchen-wechseldich-Spiel auf der Bühne wieder. Rolando Villazón kehrt nach seinem Erfolg mit Puccinis LA RONDINE als Regisseur an die Deutsche Oper Berlin zurück und wird sich dieser Operette annehmen, die irgendwie auch an jedes Opernhaus gehört …


Kategorie: Oper

„Woher hast du die wahnsinnigen Rechte genommen, denen du dein Leben verschrieben hast?“, fragt George Sand den Legendären. Gottfried Benn vertraut er beiläufig an: „Mir träumte einmal, eine junge Birke schenkte mir einen Sohn.“ Keine andere Kunstfigur der Neuzeit hat mehr publizistische Aufmerksamkeit erfahren als Don Juan, jener „Verführer von Sevilla“, der 1613 aus der Feder eines spanischen Mönchs floh. Nur sieben Jahre jünger als sein Landsmann Don Quijote bahnt er sich seither seinen Weg durch Dramen, Epen, Romane und Opern, geistert über Kinoleinwände und Plasmabildschirme. Vor wechselnden moralischen Hintergründen prahlt er – Mahnmal und Ikone – mit seiner berühmten Liste, angelegt gegen den Tod, den er als steinernen Schatten wirft. „Mein soll die Hölle sein!“, hörte ihn Lord Byron sagen. Ein schneidender Akkord eröffnet am 29. Oktober 1787 im Gräflich Nostizschen Nationaltheater in Prag unter der Leitung des Komponisten die Ouvertüre zu einem Dramma giocoso über den Todeslauf von DON GIOVANNI. In der Geschichte des Musiktheaters ist dieser Augenblick nachträglich mit dem Urknall zu vergleichen. Um sich in die Figur des zügellosen Wüstlings und Gotteslästerers versetzen zu können, musste sich Textdichter Lorenzo da Ponte immer wieder durch Flirts mit der Tochter seiner Wirtin in Stimmung bringen. Mozart selbst, im Jahr zuvor mit seinem FIGARO erfolgreich, komponiert für 1000 Gulden Gage unter großem Zeitdruck. Die Ouvertüre wird erst am Tag der Uraufführung um 7 Uhr abends fertig. Einen „Blitz“ sieht Søren Kierkegaard, der „aus dem Dunkel der Wetterwolke sich löst, unsteter als dieser und doch ebenso taktfest. Höre der Leidenschaft zügelloses Begehren, höre das Rauschen der Liebe, höre das Raunen der Versuchung, höre den Wirbel der Verführung, höre des Augenblicks Stille – höre, höre, höre Mozarts Don Juan!“ Die Höllenfahrt, zu der der Archetyp sittlicher Verwerflichkeit bislang verurteilt war, fährt ihm diesmal als Seele ein. Für sein Ende wird zwar die ganze abendländische Metaphysik bemüht, doch bestätigt es nicht mehr allein die Gerechten in ihrer Entrüstung, sondern stiftet Betroffenheit. Die Freiheit, die der Libertin wider die verordnete Demut preist, macht ihn an der Schwelle zur Französischen Revolution zum anarchischen Prototyp. In seiner Zügellosigkeit, als Lebensentwurf aus dem Diktat der Hormone geschält, können sich triebhafte Sehnsüchte und Selbstverwirklichungsphantasien nachfolgender Generationen spiegeln. Das 19. Jahrhundert wird ihn mit Faust verschwägern, um ihn dann sinnbeschwert der Psychoanalyse zu überlassen. Julia Kristeva ortet in ihm den „Sohn einer Mutter, die bei ihrem Gatten zur Träumerin wird und an ihren Kleinen weitergibt, er möge alle Frauen so erobern, wie keiner sie selbst je erobert hat“. Dass er traurig sein könnte, hält Albert Camus für unwahrscheinlich. Wie das „Lachen, die sieghafte Frechheit, das Sprunghafte“, das zutiefst Irdische, das der französische Philosoph an ihm diagnostiziert, doch täuschen kann! – Mit D.H. Lawrence sinniert der Ruhelose: „Wo gibt es Frieden für mich? Das Mysterium muss in mich verliebt sein …“ Was treibt den Verführer durch die Schlafzimmer der Jahrhunderte? Was jagt den Jäger? Wer ist dieser Mann, der immer nur bedeutet, wirklich? * * * DIE HANDLUNG (Roland Schwab, Christian Baier) Erster Teil – DIE OHNMACHT DER FREIHEIT Aus dem Dunkel kommend – Don Giovanni. Viele Gesichter hat der „Verführer aller Verführer“ mit den Jahren bekommen! Wer aber ist er wirklich? 7. Das Donna-Anna-Syndrom So will es die Story: Don Giovanni tötet den Vater seiner Geliebten Donna Anna. Wie oft hat er das schon getan! Neben der Leiche lässt er eine rätselhafte Karte zurück. Der Countdown läuft … Donna Anna verschweigt ihrem Bräutigam, Don Ottavio, ihr Verhältnis mit Don Giovanni. An der Leiche ihres Vaters schwört sie Vergeltung. Rache heißt fortan das Mantra ihres schlechten Gewissens. 6. Der Donna-Elvira-Komplex So sieht es das Libretto vor: Donna Elvira, eine „abgelegte“ Geliebte, stellt Don Giovanni zur Rede. Leporello, sein Diener, führt ihr vor Augen, wie unbedeutend ihr persönlicher Schmerz ist, gemessen an der Unzahl gebrochener Herzen, die Don Giovannis Lebensweg pflastern. Eine geheimnisvolle Karte ist auch für Donna Elvira bestimmt … 5. Die Zerlina-Situation So bestimmt es die Dramaturgie: Hochzeit von Zerlina und Masetto. Vor Augen Donna Elviras und des Bräutigams verführt Don Giovanni – sein Image verlangt es – die Braut. Und spielt eine weitere seiner merkwürdigen Karten aus … In Donna Elvira und Masetto finden Donna Anna und Don Ottavio Verbündete für ihre Rache an Don Giovanni. Zerlina soll der Lockvogel sein. Die Freiheit feiert ihr Fest. In Verkleidung verschaffen sich die Rächer Zutritt und stellen Don Giovanni. Bereitwillig beugt er sein Haupt unter das Schwert, das Don Ottavio gegen ihn erhebt. Nun ist alles zu Ende! Lange hat er auf diesen Augenblick gewartet. Doch Hoffnung ist ein Witz ohne Pointe. Das Chaos, sein Weggefährte seit Jahrhunderten, schlägt über ihm zusammen. Zweiter Teil – DIE LETZTE VERSUCHUNG 4. Innocentia Der Morgen danach. Ein Mädchen. Tote Menschen wiegen schwerer als gebrochene Herzen. Drei Karten sind noch übrig … 3. Stunde der Komödianten So braucht es das „Dramma giocoso“: Als Don Giovanni verkleidet soll Leporello Donna Elvira ablenken. Die Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf. Don Giovanni lockt Masetto in eine Falle. – Zwei Karten bleiben noch … Leporello fliegt auf. Knapp entkommt er den Rächern. 2. Master of Horror Auf dem Friedhof. Die Stimme des toten Komturs. Don Giovanni bittet den Toten zu einem Abendmahl. Zum finalen, wie er hofft. Die Weichen für das Jüngste Gericht sind gestellt … Auf den Trümmern ihrer Beziehung fügen sich Donna Anna, verbissen in ihre Lebenslüge, und Don Ottavio, einen unausgesprochenen Verdacht in sich, in die sanften Schrecken, die ihre kalte Ehe für sie bereithält. Eine Karte hält Don Giovanni noch in der Hand. – Der letzte Trumpf … 1. Das Don-Giovanni-Prinzip Don Giovanni erwartet seinen wahren Richter. Vergeblich beschwört ihn Donna Elvira, von seinem Vorhaben abzulassen. Zu viel aber ist schon gesagt, gedichtet, geschrieben über ihn. Jahrhunderte der Deutungen lassen keinen Spielraum. Auf dem Schienenstrang der Interpretationen treibt Don Giovanni seinem vorbestimmten Ende entgegen. Schon ruft ihn das Strafgericht auf die Anklagebank. Himmel und Hölle werfen den Motor des Untergangs an. Die letzte Karte ist gezückt. Wem gilt sie? Der Countdown ist zu Ende. – Und wieder ist nichts geschehen. Die wahre Hölle ist die Wiederholung. Ins Dunkel gehend, der nächsten Deutung zu – Don Giovanni …


Kategorie: Oper

Vom bürgerlichen Salon über die nächtliche Party, den Seitensprung, das Vergessen im Alkohol – bis hin zum Kater im Knast und dem bösen Erwachen am Morgen danach! DIE FLEDERMAUS ist mit ihren drei Akten das Modell für die Operette schlechthin. Aber ist sie nicht auch angestaubtes Relikt eines bürgerlichen Unterhaltungstheaters? HINTERHALT-Kuratorin Alexandra Holtsch weiß zusammen mit ihrem Gastgeber und Prinzen Orlofsky Hubert Wild, Black Cracker und den Damen von Pansy and the House of Present, Sängern aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin und weiteren Gästen nur eine Antwort: NEIN. Fünf Opern und ihr Double: fünf Opernpremieren der großen Bühne werden in der Tischlerei AUS DEM HINTERHALT in den Blick genommen, kommentiert und reflektiert, zerschraubt und remontiert. Es entstehen Abende zwischen Musiktheater und Konzert, Performance und Installation. Künstler aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin treffen auf Gastkünstler verschiedenster Sparten, die mit ihrem Blick „von außen“ auf das jeweilige Werk reagieren und Neues entstehen lassen. Gastkünstler sind unter anderem der Neubauten-Schlagzeuger N.U. Unruh, die New Yorker No Wave-Ikone Lydia Lunch, das Duo Amnesia Scanner, der Rapper und Lyriker Black Cracker oder auch die Regisseurinnen Julia Lwowski und Franziska Kronfoth mit ihren sinnlich-anarchischen Opern-Mashups. Die künstlerische Leitung der Reihe liegt in den Händen der Regisseurin, Komponistin und Musikerin Alexandra Holtsch.


Kategorie: Neue Musik


Änderungen vorbehalten! - Angaben ohne Gewähr! - Stand:02.03.18
© Fotos der Vorstellungen: Jazz & Breakfast(Stephan Bögel/Stephan Bögel) Das Wunder der Heliane(Realgestalt/Realgestalt) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Cavalleria rusticana / Der Bajazzo(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Das Wunder der Heliane(Realgestalt/Realgestalt) Führung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Lady Macbeth von Mzensk(Ruth Tromboukis/Ruth Tromboukis) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Shen Yun(Shen Yun Performing Arts/Shen Yun Performing Arts) Shen Yun(Shen Yun Performing Arts/Shen Yun Performing Arts) Der Schrei des Pfauen in der Nacht(2016 Stephan Bögel/2016 Stephan Bögel) Shen Yun(Shen Yun Performing Arts/Shen Yun Performing Arts) Der Schrei des Pfauen in der Nacht(2016 Stephan Bögel/2016 Stephan Bögel) Shen Yun(Shen Yun Performing Arts/Shen Yun Performing Arts) Der Schrei des Pfauen in der Nacht(2016 Stephan Bögel/2016 Stephan Bögel) Der Schrei des Pfauen in der Nacht(2016 Stephan Bögel/2016 Stephan Bögel) Cavalleria rusticana / Der Bajazzo(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Familienführung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Lady Macbeth von Mzensk(Ruth Tromboukis/Ruth Tromboukis) Don Giovanni(Bollemedia/Bollemedia) 5. Tischlereikonzert: Akademistenkonzert(Simon Pauly/Simon Pauly) Opernwerkstatt(2010 Bettina Stöß/2010 Bettina Stöß) Lady Macbeth von Mzensk(Ruth Tromboukis/Ruth Tromboukis) Don Giovanni(Bollemedia/Bollemedia) Führung(Bettina Stöß/Bettina Stöß) Die Fledermaus(Realgestalt/Realgestalt) Don Giovanni(Bollemedia/Bollemedia) Aus dem Hinterhalt: Die Fledermaus(2016 Eike Walkenhorst/2016 Eike Walkenhorst)

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