Tierpark Berlin

 

Der Tierpark Berlin ist einer der beiden Zoologischen Gärten in Berlin. Er liegt im Berliner Ortsteil Berlin-Friedrichsfelde des Bezirks Lichtenberg und ist mit 160 Hektar Fläche der größte Landschaftstiergarten in Europa. Gartenanlagen verstärken den Charakter eines Parks. Es werden 9018 Tiere in 790 Arten präsentiert.[1] Über Berlin hinaus ist der Tierpark insbesondere durch die Zucht von Afrikanischen Elefanten bekannt geworden. Seit der Eröffnung hatte er mehr als 90 Millionen Besucher (Stand 2010). Alleinige Gesellschafterin der heutigen Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH ist die Zoologischer Garten Berlin AG.

Der Tierpark Berlin entstand aufgrund der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Zoologische Garten Berlin lag im britischen Sektor Berlins, daher fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene tiergärtnerische Einrichtung. Als geeignete Fläche wurde der Schlosspark Friedrichsfelde ausgewählt, weil dieser nach der Enteignung seiner Eigentümer nicht mehr gepflegt wurde.

 

Tieranlagen

Bären und weitere Wildtiere

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Im Tierpark gibt es drei große Bärenanlagen aus Felsgestein, die zugleich auch eines der größten Bauvorhaben aus den Anfangsjahren des Tierparks waren. Das vorgelagerte Bärenschaufenster direkt an der Straße Am Tierpark wurde 1958 eröffnet und 2007 umgebaut. Die Anlage beherbergt heute Baribals, auch Schwarzbären genannt. Im Jahr zuvor wurden die Bärenschlucht und die Eisbärenanlage fertiggestellt. In der Bärenschlucht werden heute Brillenbären gezeigt. Die Brücke über der Bärenschlucht wurde in den 1990er Jahren abgetragen, nachdem sie zuvor jahrelang für den Besucherverkehr gesperrt war. Für die Granitfelsen der Eisbärenanlage fanden unter anderem Steine des alten Berliner Reichsbankgebäudes Verwendung. Das Schwimmbecken der Eisbären fasst 2000 m³ Wasser. Der dortige Wasserfall ist auch in den Wintermonaten in Betrieb.

Nahe dem Eingang am Schloss Friedrichsfelde befindet sich die Anlage für Malaienbären. Für sie wurde das frühere Haus für Menschenaffen mit Außenkäfigen versehen.

1996 wurde unweit der Eisbärenanlage ein Freigehege angelegt, in dem jahrelang Waldbisons gehalten wurden, heute sind dort Kaukasus-Zebus zu sehen.

Tierkinderzoo, Rentiere und Kleinkatzen

Ein Weg dieses sehr waldigen Parkabschnittes führt zum Tierkinderzoo inklusive Streichelgehege und Spielplatz, ein anderer an der Anlage für Schweinsaffen und der 1984 eröffneten Möwenfluganlage vorbei zu den Haustiergehegen.

Der Tierkinderzoo präsentiert Tiere in erster Linie mit dem Ziel, Kindern die Haustierwerdung zu vermitteln. Neben Schafen und Ziegen werden verschiedene Schweinerassen gezeigt: z. B. das vietnamesische Hängebauchschwein und das chinesische Maskenschwein. Der Tierkinderzoo wird durch ein Streichelgehege, Nagetiere und Vögel ergänzt.

Als Ergänzung zu den Haustierbeständen des Tierparks befindet sich nahe dem Alfred-Brehm-Haus ein Gehege für die Haustierform des Rentiers. In dessen Nähe werden in der Kleinkatzen-Anlage südafrikanische Karakale, Malaiischen Zibetkatzen und Zebramangusten gehalten. Weitere Freianlagen in der Nähe des Brehmhauses sind zwei Pinguin-Anlagen.

Alfred-Brehm-Haus: Pflanzen und Tiere

Tropenhalle im Alfred-Brehm-Haus im Juli 2014 nach der energetischen Sanierung Das Alfred-Brehm-Haus wurde zeitgleich mit der Cafeteria, die damals in der Mitte des Parks lag, im Jahr 1963 eröffnet und umfasst eine Fläche von 5300 m². Die im Zentrum des Hauses gelegene Tropenhalle mit einer Grundfläche von 1100 m² ist bis zu 16 Meter hoch und beherbergt neben tropischen Pflanzen wie Gummibäumen, Bambus, Kaffeesträuchern und Palmen auch tropische Vogelarten und Indische Riesenflughunde. Als Besonderheit hat das Raubtierhaus zwei große Felsenanlagen im Inneren. Außerdem begrenzen die beiden Flügel des Gebäudes zwei kleinere Felsenfreianlagen. Zwischen den verschiedenen Innenkäfigen für Großkatzen wurden im ganzen Haus Vitrinen für seltene tropische Vögel aufgebaut. Benannt ist das unter Denkmalschutz stehende Haus nach dem Zoologen Alfred Brehm. 1996/1997 wurden die Außenkäfige am Alfred-Brehm-Haus erweitert. Die Bestimmungen des Denkmalschutzes setzten den Ausbaubemühungen allerdings enge Grenzen, so mussten die Käfigreihen an den Außenseiten erhalten bleiben, damit war die Zusammenlegung mehrerer Käfige ausgeschlossen, und es mussten somit 14 Einzelkäfige bleiben. Daher sind die Gehege der Raubkatzenarten räumlich sehr beengt. Als weitere Möglichkeit blieb lediglich die Variante, weitere Freianlagen in der Nähe des Alfred-Brehm-Hauses zu schaffen.

Großkatzenfreianlagen und Vogelvolieren

Eine solche Freianlage ist den Geparden vorbehalten. Sie ist 1000 m² groß und im Frühjahr 2000 eröffnet worden.

An der nordöstlichen Rückseite des Alfred-Brehm-Hauses wurde im Jahr 1965 eine 60 Meter lange und neun Meter hohe Greifvogel-Voliere mit einer maximalen Breite von 33 Metern eröffnet. Unmittelbar daneben schließt sich eine 220 m² große Freianlage für Schneeleoparden (auch Irbisse genannt) an, deren Fertigstellung 1998 erfolgte. Außer der großen Greifvogel-Voliere am Brehm-Haus sind an verschiedenen Orten im Tierparkgelände weitere Volieren für Uhus, Eulen und andere Greifvögel zu finden.

Dickhäuterhaus

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Das Dickhäuterhaus, nach seinen größten Bewohnern auch Elefantenhaus genannt, wurde 1989 eröffnet. Als einziger Zoo in Deutschland hält der Tierpark Berlin je eine Zuchtgruppe Asiatischer und Afrikanischer Elefanten. Um das Dickhäuterhaus mit einer Fläche von 6000 m² sind jeweils zwei Außenanlagen (Bullen- und Herden-Gehege) für beide Elefantenarten eingerichtet. Zwei weitere Außenanlagen sind den Nashörnern vorbehalten. Im Jahr 1999 kam mit dem Afrikanischen Elefantenkalb Matibi ♀ der erste im Tierpark Berlin lebend geborene Elefant zur Welt.

Neben den Elefanten werden im Dickhäuterhaus unter anderem Panzernashörner gehalten. Dort lebte auch der Breitmaulnashornbulle Mtandane, der 2008 verstarb.[5] In der Mitte des Dickhäuterhauses befindet sich seit 1994 ein etwa 200.000 Liter fassendes Wasserbecken für Seekühe. Das Becken erschließt sich dem Besucher einerseits als aquariumähnliche Anlage, wenn er, die Afrikanischen Elefanten im Rücken, durch ein zweigeteiltes, fünf Meter langes Sichtfenster sieht, oder als Teichanlage, wenn er etwas erhöht auf das von verschiedenen tropischen Pflanzen umrahmte Becken blickt. Des Weiteren sind Tamanduas, Kurzschnabel-Ameisenigel und verschiedene Krallenaffenarten im Dickhäuterhaus untergebracht.

Giraffenhaus und benachbarte Anlagen

Aus dem Dickhäuterhaus kommend, erreicht man die 7400 m² große Freifläche des Giraffenhauses. Das provisorische Gebäude von 1960 an gleicher Stelle musste länger als Tierdomizil dienen, als ursprünglich geplant war. Der Neubau wurde 1995 eröffnet und mit weiteren Zootieren aus Afrika besetzt. Damit ist das Giraffenhaus inhaltlich eine Africanum-Anlage, in der die Tierwelt Afrikas gezeigt wird. Der Weg zu dem Haus führt am Variwäldchen vorbei, das die namensgebenden Varis, Halbaffen aus Madagaskar, beherbergt. Der erste Abschnitt des Africanums, der Zebras und Wildeseln vorbehalten ist, wurde 1996 eingeweiht. Im Folgejahr wurde mit den Anlagen für die Wüstenantilopen der zweite und 1998 mit den Freigehegen für die Rot- und Kaffernbüffel der dritte Bauabschnitt fertiggestellt. In den Bereich des Africanums ist das 2003 eröffnete Gehege für die Südafrikanischen Blauhalsstrauße eingebettet.

Affenhaus

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Im Jahr 2000 wurde mit der Eröffnung des Affenhauses der vierte und letzte Bauabschnitt des Tierparks beendet. Das Affenhaus ist von Freianlagen für Meerkatzen, Rotscheitelmangaben und Dscheladas umgeben. Quer durch den Tierpark erschließt sich gleich einer Achse die afrikanische Tierwelt. Die an dieser Achse in der Nähe des Giraffenhauses gelegene Tempelanlage für Affen, die bis 2003 den Japanmakaken vorbehalten war, wurde daher auch mit Berberaffen besetzt. Die Japanmakaken bezogen dafür ein neues Domizil in der Nähe des Karl-Foerster-Gartens.

Felsenfreigehege für Gebirgstiere

Auf dem bepflanzten, bis zu 67 Meter hohen Trümmerberg von Friedrichsfelde, der in den ersten Nachkriegsjahren an der heutigen Bundesstraße 1 Auffangort für acht Millionen Tonnen Gebäudeschutt war und heute zum Wirtschaftsgelände des Tierparks gehört, wurde im Jahr 2002 der erste Teil der Gebirgstieranlagen errichtet, der deren asiatischen Vertretern vorbehalten ist. Huftiere wie Blauschafe, Kreishornschafe, Weißlippenhirsche sind dort ebenso vertreten wie Riesenseeadler, Habichtskäuze und Altai-Luchse. Das acht Hektar große Areal des Trümmerbergs war zusammen mit weiteren acht Hektar zu DDR-Zeiten vom Ministerium für Staatssicherheit gesperrt worden, weil sich deren benachbarte Bezirksverwaltung nebst vier Kreisdienststellen nicht von dort aus in die Fenster schauen lassen wollte. Hinter dem Affenhaus stehen heute noch verzierte Sichtblenden aus Beton.

Im Jahr 2004 wurde der zweite Abschnitt für die europäischen Gebirgstiere eröffnet. Hier lassen sich unter anderem Alpensteinböcke, Europäische Mufflons, Gämsen und Elche beobachten. Ein großes Gehege ist dem Vielfraß vorbehalten. Bartgeier, Schnee-Eulen und Wildkatzen sind weitere Vertreter in diesem Tierparkabschnitt. Den höchsten Punkt des Tierparks markiert eine Voliere für Kolkraben. Die hügelige Topographie der sehr weitläufigen Gebirgstieranlagen bildet eine weitere Facette des Tierparks als Landschaftspark.

Weitere Wildtiergehege

Von den Gebirgstieranlagen kommend, am Affenhaus vorbei Richtung Cafeteria, sind die Anlagen für Mishmi-Takine, Goldtakine, Wasserbüffel und weitere asiatische Huftiere zu finden. Die 1963 eröffnete Cafeteria beherbergt kleinere Aquarien mit zumeist tropischen Fischen. Das größte Aquarium in der Cafeteria fasst 25.000 Liter und ist mit tropischen Meeresfischen besetzt.

Von der Cafeteria Richtung Kinderspielplatz erschließen sich annähernd parallel zu der Africanum-Achse die Anlagen für Bennettkänguruhs, Gelbfuß-Felskängurus, Westliche Graue Riesenkängurus und Wölfe. Gegenüber liegen große Freisichtwiesen für Lamas, Alpakas, Trampeltiere und Dromedare. An der Trampeltierwiese befindet sich die 1964 fertiggestellte Flamingo-Lagune. Unweit der Anlage für die Wölfe liegen bis zum Dickhäuterhaus Anlagen für Hyänen, Löffelhunde, Rotluchse und Rothunde.

Von der Cafeteria Richtung Schloss Friedrichsfelde kommt der Besucher an der Katta-Insel und an der 1969 errichteten Gibbon-Freianlage vorbei, auf der Weißhandgibbons gezeigt werden. In der Nähe der Katta-Anlage befinden sich der Karl-Foerster-Garten und die Anlage für Japanmakaken. Zum Schloss hin gibt es weitläufige Parkwege und bewachsene Nischen, die von der Fasanerie und den Papageien-Volieren illustriert werden.

Krokodilhaus

Unweit des Schlosses und des dortigen Tierparkeinganges liegt das 1987 eröffnete Krokodilhaus, ein Tropenhaus für Krokodile und Schildkröten. Die Gehege befinden sich zu Füßen der Besucher, die über feste Brücken durch das mit tropischen Pflanzen ausgestattete Haus gehen. Das Krokodilhaus zeigt Schildkröten, freifliegende Vögel (Tangaren, Pipras und Schnurrvögel), Grüne Leguane und einige Krokodilarten wie den Mississippi-Alligator und den Sunda-Gavial. Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre gab es darin auch Kolibris.

Weitere Reptilien

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Unmittelbar neben dem Krokodilhaus befindet sich die ursprünglich 1956 eröffnete Schlangenfarm. Anfang der 1990er Jahre sollten das marode Gebäude geschlossen und die Tierbestände in andere Zoos umgesiedelt werden. Nach heftigen Protesten und finanzieller Unterstützung aus der Bevölkerung, angeregt und vertreten durch die Gemeinschaft der Förderer des Tierparks, konnte die Schlangenfarm saniert werden und zeigt heute eine Sammlung ausgewählter Giftschlangen. Der Schlangenfarm vorgelagert sind einige Freigehege für Schildkröten, einschließlich der im Gewächshausstil gehaltenen Winterunterkunft für Riesenschildkröten.

Hirsche, Schwarzwild und Bisons im Tierpark An der Achse der beiden Eingänge, optisch hervorgehoben durch das Schloss auf der einen und das Terrassen-Café auf der anderen Seite, liegen die stark bewaldeten Anlagen für verschiedene Hirscharten und Wildschweine im ältesten Teil des Tierparks. Der Parkcharakter wird hier besonders durch die alleenartige Wegestruktur betont. Die Wassergräben sind, wie überall im Tierpark, mit Enten und freilaufenden Pelikanen besetzt. Zum Haupteingang hin schließen sich große Freilaufwiesen für Wisente und Bisons an. Der Tierpark hält seit 2010 in Absprache mit dem Berliner Zoo, wo Präriebisons gehalten werden, nur noch Waldbisons.

Pflanzen

Winterlinge

Dem Landschaftspark-Charakter entsprechend bietet der Tierpark Lebensraum für zahlreiche Pflanzenarten. Im Frühjahr erblühen zahlreiche Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse und andere Frühblüher.

Im Sommer ist der mit Staudenpflanzen besetzte Karl-Foerster-Garten zwischen Japanmakaken-Anlage und Katta-Insel ein Blickfang. Diese kleine Anlage wurde zu Ehren des 1970 gestorbenen Gartenarchitekten Karl Foerster gestaltet und 1974 eröffnet. Anders als in anderen Tierparkteilen ist diese sehr dicht bepflanzt, und im Vergleich zu den beiden Schlossgärten, die in unmittelbarer Nähe liegen, oder zu der Teichanlage nahe dem Affenhaus werden dem Besucher verschiedene Ansätze der Gartengestaltung dargestellt. Der Tierpark betont durch die unterschiedlichen Pflanzenlandschaften und deren Gestaltung im Zusammenspiel mit den zumeist großzügigen Tieranlagen seinen Anspruch als Landschaftstiergarten.

Rhododendron

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Mehr als 8500 Bäume in über 60 Arten (zum Beispiel Ahorn, Himalaja-Birke, Kiefer, Stieleiche und Zürgelbaum) wachsen im Berliner Tierpark, darunter vier Naturdenkmale: eine Stieleiche an der Wisentanlage, eine weitere im Südparterre des Schlossgartens, eine Blutbuche an dessen Ostrand und eine Ahornblättrige Platane vor dem Parkeingang zum Schloss (siehe auch: Liste der Naturdenkmale im Bezirk Lichtenberg). Etwa zwanzig Großkübel mit Palmen und Agaven stehen in den Sommermonaten am Alfred-Brehm-Haus entlang der Besucherwege.

Unter den verschiedenen Pflanzenarten auf der 160 Hektar großen Tierparkfläche sind botanische Raritäten wie der Riesen-Schachtelhalm zu finden. Seltene Pflanzen wie Jakobinie, Rispenblütiger Losstrauch und Gelbe Dickähre finden sich auch in Tierhäusern.

Heckenartige Bepflanzungen zum Beispiel mit Rhododendron-Büschen auf dem Hauptweg vom Schloss zum Terrassen-Café unterstützen dessen Alleen-Charakter und prägen das botanische Bild dieses Tierpark-Abschnitts.

Ein landschaftsgärtnerischer Anspruch des Tierparks ist die Abstimmung der Pflanzen- und Tierwelt aufeinander, so wurde der Teil für die asiatischen Gebirgstiere vorwiegend mit asiatischen Pflanzenarten begrünt.

Kunst auf dem Tierparkgelände

Panther – Bronze von Erich Oehme am ehemaligen Standort beim Tierparkeingang Bärenschaufenster In der Parkanlage sind mehr als 100 Plastiken, Brunnen und andere Kunstwerke (wie Mosaiken) aufgestellt. Wie Heinrich Dathe in Der künstlerische Schmuck des Tierparks ausführte, sollte der Tierpark in die „Gesellschaft hinein entwickelt werden, wozu auch […] die Kunst, besonders die bildende, ins Aufbaukonzept gehörte.“

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Schloss Friedrichsfelde

Putto Sanguiniker, Kopie nach Johann Gottfried Knöffler, hinter dem Schloss Besonders markant sind die Arbeiten des Bildhauers Walter Lerche, zu denen die vier Figurengruppen Junge mit Widder, Knabe auf Esel, Mädchen mit Schimpansen, Teenager mit Pelikan – im Südparterre des Schlosses – und die ähnliche Figurengruppe Kinder mit wasserspeiendem Fisch – am ehemaligen Planschbecken am Kinderspielplatz – gehören. Diese Plastiken wurden Mitte der 1960er Jahre aufgestellt. Aus den Anfängen des Tierparks gibt es am Schloss Sandsteinskulpturen, von denen Adam und Eva ebenfalls von Walter Lerche stammen. Der Bildhauer ist noch mit anderen Arbeiten im Tierpark vertreten. Nicht mehr zu sehen ist sein Entenpaar aus Sandstein, das zerstört wurde.

Zerstörter Terrakotta-Wegweiser Reiher von Klaus Tilke Anders als in Museen werden viele Kunstwerke im Tierpark von den Besuchern angefasst und beklettert. Das führt auch zu Unfällen und Beschädigungen an den Figuren, die sich teilweise nicht restaurieren lassen. Zu den dabei entstandenen Verlusten zählen neben dem Entenpaar unter anderem Arbeiten von Rudolf Enderlein, Johann Heidrich und Kuno von Uechtritz. Alle drei Künstler sind dadurch nicht mehr im Tierpark vertreten. Ebenfalls zerstört worden sind drei der vier Terrakotten-Wegweiser aus den 1950er Jahren von Klaus Tilke. Lediglich das Wildschwein weist heute noch den Weg. Klaus Tilke ist mit vier weiteren Plastiken vertreten. Weiterhin stammten die bronzenen Koboldmakis an den Handläufen des Geländers zur Terrasse des Alfred-Brehm-Hauses von ihm. Bei Umbauarbeiten im Jahr 1987 verschwanden diese jedoch und wurden durch ähnliche Figuren der Bildhauerin Margit Schötschel-Gabriel ersetzt. Zu den viel bekletterten Werken, die sich restaurieren ließen, gehört das Fohlenpaar von Willi Ernst Schade, das seit der Eröffnung im Tierpark steht.

Eine besonders dynamische Figur ist das Auskeilende Eselsfohlen von Hans Steffen aus dem Jahr 1963. Eine weitere Tierplastik ist das Klettergerüst mit Märchentierfiguren auf dem Spielplatz, das von dem Bildhauer Walter Sutkowski entworfen wurde, von dem noch weitere Werke im Tierpark ausgestellt sind.

Der pädagogisch aufklärende Anspruch des Tierparks zeigt sich unter anderem in den lebensgroßen Plastiken Röhrender Riesenhirsch und Säbelzahntiger, die beide von Erich Oehme entworfen wurden und den Besucher mit ausgestorbenen Vertretern des Tierreichs konfrontieren. Als weitere Bronzefigur desselben Künstlers stand jahrelang der Panther vor dem Tierpark in der Nähe des Haupteinganges. Ende 2007 versetzte man ihn vor das Alfred-Brehm-Haus, in dem die Raubkatzen gehalten werden.

Zu den bekanntesten Plastiken zählen die zu zwei Figurengruppen zusammengestellten vier Löwenstatuen vor dem Alfred-Brehm-Haus. Diese stammen ursprünglich von dem 1950 bis auf den Sockel abgetragenen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal und wurden von August Gaul und August Kraus geschaffen.[10] Vorbild für die Löwenfiguren war ein Löwe aus dem Gebiet der Transvaal-Republik im südlichen Afrika, der im Zoologischen Garten Berlin gehalten worden war.

Ebenfalls nicht für den Tierpark entstanden, aber dort seit der Eröffnung im Jahr 1955 aufgestellt, ist die Marmorstatue Sprea von Jeremias Christensen, die ursprünglich im Roten Rathaus stand und beim Wiederaufbau des kriegszerstörten Gebäudes demontiert worden war.[14] Auf ähnlichem Wege gelangte 1959 der bronzene Bär von Georg Wrba aus dem Bärensaal des Alten Stadthauses von Berlin in den Tierpark. 2001 wurde die Plastik restauriert und wieder im Stadthaus aufgestellt. Der Tierpark erhielt eine Kopie angefertigt, die den alten Platz am Kinderspielplatz einnimmt.

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Panther Skulptur

Eine künstlerische Besonderheit ergibt sich durch drei Skulpturen von Stephan Horota: Fuchs (1966), Giraffengruppe (1995) und Panzernashorn (2005). Da diese aus unterschiedlichen Schaffensperioden stammen, lässt sich, obwohl im Tierpark räumlich getrennt, die künstlerische Entwicklung erkennen. Ähnliches gilt für andere Künstler, wie Dietrich Rohde, der mit drei Werken vertreten ist, oder Otto Maerker, dessen vier Werke zwar alle aus derselben Schaffensphase stammen, aber sehr unterschiedlich sind: Aktfigur Stehende (1961), Alfred-Brehm-Büste (1962), Brunnenfigur Seelöwe auf Ball (vor 1967) und die Plastik Marabu (1968).

Eine weitere Gruppe künstlerischen Schmucks bilden Büsten bekannter Zoologen und Gartenarchitekten. Hier ist Senta Baldamus mit den Büsten von Peter Joseph Lenné, Karl Foerster, Charles Darwin und Carl von Linné am häufigsten vertreten. Von ihr stammen auch zwei weitere Arbeiten im Tierpark, darunter die Brunnenfiguren auf dem Lennéhügel. Weitere Büsten zeigen Alfred Brehm und Heinrich Dathe. Letztere ist ein Werk des Bildhauers Heinz Spilker, der auch vergleichbare Arbeiten für den Zoologischen Garten Berlin angefertigt hat.

Darüber hinaus finden sich im Tierpark mehrere meist weibliche Aktdarstellungen, unter anderem von den Bildhauern Senta Baldamus, Otto Maerker, Dietrich Rhode, Hans Kies, Fritz Klimsch, Robert Metzkes und Margit Schötschel, sowie Mosaikarbeiten, wie Die Entwicklungsgeschichte der Rüsseltiere von Ortraud Lerch im Elefantenhaus und der Lageplan des Tierparks am Ausgang Bärenschaufenster aus dem Jahr 1976 von Ursula Stieff.

Zum künstlerischen Bild des Tierparks gehören auch mehrere Brunnenanlagen. Neben den Figuren Kinder mit wasserspeiendem Fisch von Walter Lerche, Seelöwe auf Ball von Otto Maerker und den Brunnenfiguren auf dem Lennéhügel von Senta Baldamus sind das der Krokodilbrunnen im Alfred-Brehm-Haus von Gerhard Hurte, der Möwenbrunnen von Dietrich Rohde und die Springenden Hechte von Walter Sutkowski.

Daneben finden sich auch Werke von Eduard-Gerhard Clauß, Erwin Damerow, Johannes Darsow, Heinrich Drake, Max Esser, Philipp Harth, Gottfried Kohl, Walter Preik, Werner Richter, Gerhard Rommel, Kurt Schwarz, Gerhard Thieme.