Landschaftspark Britzer Garten

 

Der Britzer Garten[1] wurde Mitte der 1980er Jahre für die BUGA 1985 auf Ackerflächen und zwischen umgebenden Kleingartenkolonien und Gärtnereien angelegt. Vorhandene Kleingartenkolonien wurden weitestgehend erhalten, einige mussten jedoch der Planung weichen und konnten in die Gestaltungskonzeption nicht einbezogen werden.[2] Er befindet sich am westlichen Rand des Berliner Bezirks Neukölln und grenzt an den Ortsteil Mariendorf. Er wird durch die Hauptstraßenachsen Mariendorfer Damm, Mohriner Allee, Buckower Damm und der Ortsteilgrenze Britz/Buckow eingefasst. Die Fläche westlich vom Hüfnerweg, begrenzt im Uhrzeigersinn von der vormaligen Hochspannungsleitung, Breitunger Weg (damals: Mariendorfer Weg), dem Marienfelder Weg (→ Massiner/Sangerhauser Weg) und durch die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn mit möglichem Bahnanschluss war Ende der 1920er Jahre bis um 1930 als Flugplatz (Britz) der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt projektiert. Den Zuschlag erhielt das Projekt in Johannisthal/Adlershof und so blieb das Britzer Gelände frei.[3] Am Rand der Hauptstraßen um den Britzer Garten befindet sich meist offene Wohnbebauung. Um das folgende BUGA-Gelände lagen bereits Dauergartenkolonien und Gärtnereien. Noch im Eröffnungsjahr 1985 bestand die planerische Absicht, eine Verlängerung der Berliner Stadtautobahn von der Anschlussstelle Gradestraße durch das Gartengelände hindurch bis zur Berliner Stadtgrenze zu bauen, um dort einen neuen Grenzübergang mit Weiterführung zum Berliner Ring einrichten zu können. Der Massiner Weg (vormals: Marienfelder Weg) wurde durch das BUGA-Gelände geteilt so bekam der südwestliche an Mariendorf heranreichende Straßenabschnitt den Namen nach der Rosenstadt Sangerhausen, da er auf den BUGA-Rosengarten traf.

Parkbeschreibung

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Britzer Garten aus der Luft

Der Haupteingang des Gartens liegt im Südosten am Buckower Damm neben dem Parkfriedhof Neukölln unweit der Britzer Mühle. Den Vorplatz ziert die Brunnenplastik Fette Henne von Rolf Szymanski. Weitere Eingänge liegen am Sangerhauser Weg (im Süden am Rosengarten), an der Tauernallee (im Südwesten), an der Mohriner Allee (Nordwest), am Massiner Weg (Nordost am Landeshaupthöhepunkt) und am östlichen Rand an der Blütenachse, der durch diesen Privatweg der Kleingartenkolonie „Goldregen“ ab Hüfnerweg zugänglich ist. Parkmöglichkeiten befinden sich an den Eingängen Mohriner Allee, Buckower Damm und Sangerhauser Weg. Während die ersten beiden über das Busnetz der BVG gut erreichbar sind, liegen die Eingänge Tauernallee, Sangerhauser Weg oder über Blütenachse weiter von der Bushaltestelle am Quarzweg entfernt. Das Areal ist für Hunde und Radfahrer gesperrt, entsprechend sind Roller und Inliner nicht gestattet um der Bewegung zu Fuß und der Erholung Raum zu geben.

Der Britzer Garten hat 90 Hektar Fläche und bietet Natur und Gartenkunst. Die Planungen wurden von den freien Garten- und Landschaftsarchitekten Wolfgang Miller und Georg Penker getragen. Beteiligt waren die Garten- und Landschaftsarchitekten Jürgen Dirk Zilling, Jasper Halfmann und Klaus Zillich von denen die mit 99 Metern Durchmesser größte Sonnenuhr Europas geplant wurde. Die Geografie mit Seen und Erhebungen (Hauptsee mit Liebesinsel, Irissee, Wildspitz) ist künstlich angelegt. Zu den Gartenanlagen gehören der Rosengarten, ein Rhododendronhain, der Heidehof, Spiellandschaften und ausgedehnte Liegewiesen, Architektur und Kunst, wie der Karl-Foerster-Pavillon, ein Hexengarten und Themengärten, die gestaltete Natur mit Seen und Hügeln schließlich bunte Blumenbeete und deren Nachzieher wie Schwäne und Gänse, oder angesiedelte Fische, wie Karpfen, Welse oder Rotfedern.

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Britzer Parkeisenbahn

Organisatorisch gehört der Britzer Garten zur landeseigenen Grün Berlin GmbH, zu der auch die Britzer Mühle, die Gärten der Welt (1987 als Berliner Gartenschau eröffnet), Natur-Park Schöneberger Südgelände (ehemaliges EXPO-2000-Projekt) und der Park am Gleisdreieck gehören. Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison und der Eintritt ist kostenpflichtig. Die Kassen werden um 9 Uhr geöffnet, von April bis September schließen sie um 20 Uhr, im März und Oktober um 18 Uhr und von November bis Februar um 16 Uhr. Geöffnet ist der Park jederzeit bis zum Einbruch der Dunkelheit.[4] Während der Veranstaltung „Feuerblumen und Klassik Open Air“ gelten gesonderte Zugangsbedingungen.

Britzer Parkbahn

Das Gelände kann auf einem fünf Kilometer langen Rundkurs mit der Britzer Parkbahn durchfahren werden. Sie besitzt eine Spurweite von 600 mm und wurde mit der Bundesgartenschau als „Gartenschaubahn“ eingerichtet. Einige Fahrzeuge wurden historischen Vorbildern nachempfunden. Von 1986 bis 2012 wurde die Anlage als Britzer Museumsbahn betrieben. Seit 2014 wurde ein neuer Betreiber gefunden und die Parkbahn ist in Betrieb. An der Bahn gibt es fünf Haltepunkte: Buckower Damm, Heidehof, Rosengarten, Festplatz, Kalenderplatz. Der Lokschuppen befindet sich auf Gelände des Wirtschaftshofs vom Parkfriedhof (Hochspannungsweg 52).

Veranstaltungen und Sonderschauen

Es finden das ganze Jahr Veranstaltungen und Sonderschauen im Park statt. Am „Festplatz am See“ finden das Sonnenwendfest, Herbstdrachenfest, Walpurgisnacht, St.-Martins-Umzüge und das „Feuerblumen und Klassik Open-Air“ mit großem Feuerwerk und Jazz- und Klassik-Konzerten statt. Beachtenswert ist die Tulpenschau „Tulipan“, die jedes Jahr von April bis Mai mit Tulpen in allen Farben und Formen Besuchergruppen anlockt. In den folgenden Monaten ist die Blüte der Rhododendren. Die Dahlienschau „Dahlienfeuer“ folgt jährlich im Herbst.

Bauten

Die Britzer Mühle mit 20 Metern Höhe und einer Flügellänge von 12 Metern wurde saniert als der Britzer Garten im Zuge der Bundesgartenschau 1985 angelegt wurde. Bei ausreichend Wind wird in einer der beiden letzten voll funktionsfähigen Windmühlen im Berliner Stadtgebiet gemahlen.

Das „Café am See“ wurde 1985 durch den Architekten Engelbert Kremser in Erdbautechnik entworfen.[5] Das Restaurant „Seeterrassen“, ein „Bistro am Kalenderplatz“, das kleine Eiscafé „Am Modelboothafen“ und einige weitere Gelegenheiten bieten gastronomische Versorgung.